Autor Thema: Unfälle im Biowaffen-Labor vertuscht  (Gelesen 1610 mal)

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6797
Unfälle im Biowaffen-Labor vertuscht
« am: 17:50:04 Mi. 04.Juli 2007 »
US Behörde stoppt weitere Experimente

04.07.07 - Die renommierte Texas A&M Universität in den USA muss ab sofort alle Versuche mit gefährlichen Krankheitserregern einstellen. Mit diesem bislang einmaligen Schritt reagierten am Wochenende US-Bundesbehörden auf Enthüllungen der Organisation Sunshine Project, nach denen die Universität zwei schwere Unfälle in ihren Biowaffen-Labors vertuscht hatte. Dazu berichtet Sunshine Project in einer Presseerklärung vom 3. Juli:

Im vergangenen Jahre hatten sich vier MitarbeiterInnen der Universität bei Versuchen mit Biowaffen-Erregern infiziert, eine davon erkrankte schwer. Obwohl gesetzlich dazu verpflichtet, hatte die Universität die Unfälle damals nicht der Kontrollbehörde CDC (Centers for Disease Control) gemeldet. Bislang galt die Texas A&M als ein Top-Anwärter für das neue zentrale Biowaffen-Labor der US-Regierung.

Der erste Unfall ereignete sich am 9. Februar 2006: Forscher hatten in einer Nebelkammer innerhalb eines Hochsicherheitslabor eine Brühe mit hochinfektiösen Brucella-Bakterien versprüht, eine Bakterienart, die als potentielle Biowaffe gilt und deshalb auf der US-Liste der besonders gefährlichen Erreger steht. Zur Reinigung der Kammer kletterte eine Mitarbeiterin teilweise in die Kammer. Kurz darauf meldete sie sich für mehrere Wochen krank, Monate später wurde bei ihr Brucellose diagnostiziert. Nach einem Monat intensiver Antibiotika-Behandlung erholte sie sich wieder von der Infektion... Gut einen Monat später muss sich der nächste Unfall ereignet haben: Am 3. April wurde bei drei Mitarbeitern eine Infektion mit Q-Fieber festgestellt, ein weiteres Bakterium, dass auf der US-Liste der potentiellen Biowaffen-Erreger steht...
 
Ein Jahr lang hatte das Sunshine Project recherchiert und mit juristischen Mitteln eine Herausgabe von Unterlagen zu Versuchen mit gefährlichen Erregern an der Texas A&M erstritten. Einen ersten Teilerfolg erzielte das Sunshine Project im April dieses Jahres, als die Universität den ersten Unfall eingestehen musste, entsprechende interne Emails veröffentlichte und – mit einem Jahr Verspätung – den Unfall den CDC meldete. Vergangene Woche musste die Universität weitere Unterlagen zur Verfügung stellen, die den zweiten Unfall belegten. Damit war das Maß für die CDC offensichtlich voll, am Samstag letzter Woche (30. Juni 2007) teilten sie der Universität schriftlich mit, dass ab sofort alle Versuche mit gelisteten gefährlichen Krankheitserregern eingestellt werden müssen. Insgesamt fünf Labore mit 120 MitarbeiterInnen sind bis auf weiteres geschlossen. Der Universität drohen jetzt hohe Geldstrafen – mindestens 1.5 Millionen US-Dollar – sowie ein Entzug aller Biowaffen-Forschung.

Alle Originaldokumente von der Texas A&M, die dem Sunshine Project vorliegen, finden sich auf der Webseite unserer US-Kollegen unter http://www.sunshine-project.org.

(rf-news)
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!