Autor Thema: GDL im Einzelkampf  (Gelesen 38855 mal)

Nikita

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Spinnen die Lokführer?
« Antwort #15 am: 12:15:18 Mo. 21.Februar 2011 »
Solidaritätserklärung zum Lokführer-Streik:

download:


Zitat
Erst Winterchaos, dann Schleichbahn und jetzt noch Streik?
Spinnen die Lokführer?

Nein, die Kolleginnen und Kollegen bei der Eisenbahn sind nicht übergeschnappt wie unsere Banker, die Milliardenverluste produzieren und Millionenboni einstecken. Die Lokführer sind realistische Menschen, die wie die meistens von uns einem harten Job für ein sehr bescheidenen Verdienst nachgehen.

Was wollen die Lokführer?

Einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Eisenbahnunternehmen in Deutschland. Das würde die Jahresgehälter zwischen 30.000 und 45.000€ (gestaffelt nach Entgeltgruppe und Berufsjahren) für alle festschreiben, egal ob sie bei der Staatsbahn oder einem Privatunternehmen oder einer DB-Tochter bzw. der DB eigenen Zeitarbeitsfirma beschäftigt sind.

Darum geht es nämlich im Kern bei dem Streik. Eine dank ihrer Stellung im Arbeitsprozess starke und dazu noch gut organisierte Berufsgruppe will das Lohndumping durch Zeitarbeit und Outsourcing/Privatisierung stoppen.

Und weil die meisten von uns seit Jahren nur eine Richtung auf dem Lohnzettel kennen – es geht nach unten - und mit jedem Jobwechsel der Lohn sinkt, sagen wir laut:

Die Lokführer haben recht! Sie sollen streiken bis sie ihre Forderungen durchgesetzt haben!

Daneben stehen die unerträglichen Arbeitszeiten für die S-Bahn-Lokführer im Vordergrund. Durch die ständig unregelmäßig wechselnden Arbeitsschichten und auf die Minute exakt eingetakteten Schichten (z.B. Arbeitsbeginn 4.07 Uhr) wird jede Planung unmöglich gemacht. Wochenende ist, wenn man frei hat, aber auch dann kann jederzeit ein Anruf zur Arbeitsaufnahme kommen und schon ist die Freizeit dahin. Solche Arbeitszeiten hält keine Familie auf Dauer aus. Von der eigenen Gesundheit wollen wir erst gar nicht reden.

Ein Streik der nicht weh tut, ist sinnlos. Klar ist es Mist, wenn z.B. die S-Bahn nicht fährt, wir nicht zur Arbeit kommen oder noch eine Stunde mehr Freizeit dafür opfern müssen. Wenn das der Preis ist, den wir zahlen müssen, damit endlich das Lohndumping gestoppt wird, dann werden wir ihn gerne zahlen.

Wir sind solidarisch mit den Lokführern und ihrer Gewerkschaft!
Wir lassen uns nicht gegen die streikenden Kolleginnen und Kollegen aufhetzen! Wir unterstützen die streikenden Lokführer und helfen ihnen, damit sie ihren Kampf gegen Lohndumping gewinnen, denn das nützt auch uns!

Schwer schuftende, unterbezahlte Bahnnutzer aus Berlin

Aktuelle Infos zum Streik und Möglichkeiten die Lokführer zu unterstützen findet ihr bei Jim
Knopf unter http://www.netzwerkit.de/Members/JimKnopf


Ratrace

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #16 am: 12:25:51 Mo. 21.Februar 2011 »
Ehrlich gesagt war meine erste Reaktion darauf auch: Wer soll denn merken, daß bei der Bahn gestreikt wird - nach dem Winterchaos? Aber rational betrachtet können die Lokführer ja nun wirklich nichts für das kaputte Management. Also: Alles Gute den Lokführeren, heizt ein!
Das einzig Freie im Westen sind die Märkte.

Eivisskat

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #17 am: 12:42:21 Mo. 21.Februar 2011 »
Ganz schlimm finde ich, DASS die Ärmsten überhaupt erst streiken müssen, um diese unhaltbaren Mißstände zu beseitigen, die schon längst ganz ohne Streik hätten beseitigt sein können & sein sollen.

Die Schuld für Streik und Unbequemlichkeiten ist nicht bei den Lokführern zu suchen, bitte schön...


Herr der Fliegen

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #18 am: 14:27:09 Mo. 21.Februar 2011 »
Meines Wissens gibt es bei der DB 3 Gewerkschaften, welche zudem unterschiedlich agieren. Aber einmal abgesehen davon, war einer dieser  Gewerkschaftsführer der GDL nicht derjenige, der höhere Löhne verhindert hat und nun im Aufsichtsrat der DB sitzt?

Ich jedenfalls habe in Erinnerung, dass dieser GDL-Gewerkschaftsführer, gleich nachdem er die Interessen der zahlenden Mitglieder eklatant vernachlässigte, und dies mit Vorsatz, sofort zur DB wechselte.

Wer wem seine Interessen vertritt, ist in Deutschland zu einer Art "russischen Roulette" geworden, wie es mir erscheint.

 ;D
Gerechtigkeit ist die feste Absicht, jedem zu geben, was ihm von Rechts wegen zukommt. Ungerechtigkeit hingegen ist es, jemandem im Namen des Rechts etwas wegzunehmen, was ihm bei richtiger Auslegung des Rechts zustünde.

-Baruch de Spinoza-

schwarzrot

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #19 am: 14:42:21 Mo. 21.Februar 2011 »
Der war aber genau nicht bei der GDL, sondern bei transnet.  ::)

Zitat
Hansen holt sein Schmiergeld ab
http://www.redglobe.de/deutschland/wirtschaft-a-gewerkschaft/2331

Zitat
Herr der Fliegen:
Wer wem seine Interessen vertritt, ist in Deutschland zu einer Art "russischen Roulette" geworden, wie es mir erscheint.
Nee, so scheint es nur für leute, die sich nicht richtig informiert haben:
Bei grossen (DGB-) gewerkschaften gibt es sehr viele fälle, in denen betriebsräte von grossen firmen mit dem management kungeln und gekungelt haben.
Das liegt einfach an der grösse der gewerkschaften welche solche machenschaften begünstigt.

Kleine gewerkschaften, vor allem die, die unabhängig, nicht im DGB organisiert sind, sind viel mehr auf ihre mitglieder angewiesen.
Und das verhindert dann auch recht schnell, dass die nicht die interessen ihrer mitglieder vertreten...
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Herr der Fliegen

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #20 am: 21:55:41 Mo. 21.Februar 2011 »
Transnet eben... bei so vielen vermeintlich-wohlwollenden Interessenvertretern verwechselt man zuweilen die 3 Gewerkschaften.

Zitat
schwarzrot: Nee, so scheint es nur für leute, die sich nicht richtig informiert haben:

Wirklich? Wenn Du meinst... Frage ist, ob Du überhaupt in der Lage bist, "mich" einzuschätzen. Wohl kaum, sonst hättest du das nicht geschrieben!

 ;)
Gerechtigkeit ist die feste Absicht, jedem zu geben, was ihm von Rechts wegen zukommt. Ungerechtigkeit hingegen ist es, jemandem im Namen des Rechts etwas wegzunehmen, was ihm bei richtiger Auslegung des Rechts zustünde.

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Siebdruck

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #21 am: 10:36:50 Mi. 08.Oktober 2014 »
Zitat
... 91 Prozent votierten für Streik...

http://www.gdl.de/Aktuell-2014/Pressemitteilung-1412260934


Und bei ard/rtl/zdf/sat3/artie und Co. werden in den Nachrichtenfilmchen selbstredend nur erboste Zugfahrer gezeigt, die sehr ärgerlich über diese frechen Streiker sind. Unsere Fernsehlandschaft wird immer trauriger und einheitlicher. Niemand kann mehr nur Nachrichten senden, ist das schon mal jemandem aufgefallen?
Eine Nachricht ohne Hähme, unterschwelliger Rethorik oder süffisantem Geplapper rüberzubringen, dazu sind Öffentliche und andere Sendeanstalten nicht in der Lage. Von nachhaltiger Reschersche mal ganz zu schweigen... entsetzlich.
Sagt der Foerster zu einem Jungen, der Pilze sammelt:
"Die sind doch alle giftig!"
"Macht nichts", meint das Kind, "die verkaufe ich an der Autobahn."

Troll

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #22 am: 14:13:56 Sa. 18.Oktober 2014 »
Es wird derzeit massiv Stimmung gegen den Streik der GDL gemacht, TV und Zeitung diskreditieren wo es nur geht, die GDL wird als Nimmersatter, winziger, größenwahsinniger Haufen dargestellt und das zusätzlich Traurige sind die zustimmenden Kommentare zu den Berichten.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #23 am: 13:51:48 Di. 21.Oktober 2014 »
Zitat
„Ich verstehe die NachDenkSeiten nicht mehr, wenn ich die Hinweise und Kommentare zum Lokführerstreik lese.“

....
„Wer leidet denn ganz persönlich unter dem Lokführerstreik? Nicht so sehr die Herren Bahnvorstände, und auch die Wirtschaftsbosse werden den „wirtschaftlichen Schaden“ verkraften können. Nein, leiden tut hier tatsächlich der kleine Mann. Der Arbeiter, der zu seinem Arbeitsplatz mit dem Zug fahren muss, der Fahrschüler, der seinen Schulort nur mit der Bahn erreicht, die Familie, die sich auf die Fahrt in den Urlaub gefreut hat. Aber das interessiert wohl die NachDenkSeiten nicht, wichtiger sind offenbar die Machtspielchen des Herrn Weselsky.
....

Quelle: NDS


Natürlich trifft der Streik hauptsächlich die normalen Bahnfahrer, damit soll schließlich ein Druck auf "die Herren Bahnvorstände" aufgebaut werden der sie zum verhandeln zwingt. Weselsky die Schuld am Nichtverhandeln des Bahnvorstandes die Schuld zu geben ist abenteuerlich, für deren Blockadehaltung kann er reichlich wenig. Warum pisst der Kommentarschreiber nicht dem verantwortlichen Bahnvorstand ans Bein?
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dr.gscheidle

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #24 am: 14:33:19 Di. 21.Oktober 2014 »
Sehr geehrte Damen und Herren,

Streiks sind generell unredlich, und der derzeitige Streik der garstigen GDL ganz besonders! An jedem Streikmorgen muss ich in meinem Porsche auf dem Weg zu meinem Forschungsinstitut 2 Minuten länger im Stau stehen, weil die Bahnfahrer jetzt alle mit ihren stinkenden Autos fahren!

Der Streik ist zutiefst unsozial und wird zu mehreren gesellschaftlichen Nachteilen führen:
* Durch den stark zunehmenden Autoverkehr wird die Umwelt belastet. Die GDL ist also einer der größten Umweltverschmutzer, die wir derzeit haben (neben ihnen sind da nur noch die bahnverkehrverhindernden Stuttgart-21-Gegner und die diabolischen Handtelefonbenutzer zu nennen, die mit diesen Geräten eine gefährliche Strahlung aussenden, die unsere Atmosphäre vergiftet und außerdem den gefährlichen Gehirnbrand verursacht).
* Durch die erzwungenen höheren Löhne werden die Bahnfahrkarten teurer. Der Bahnfahrer und Konsument wird dadurch finanziell belastet. So viel zum Thema, Gewerkschaften seien angeblich sozial - auch ich armer Selbständiger, der jeden Zent zweimal umdrehen muss, werde künftig für meine 1.Klasse-Fahrkarten mehr hinlegen müssen!
* Durch die erzwungenen Lohnerhöhungen macht die redliche Deutsche Bahn AG ein größeres Defizit, das der Steuerzahler dann bezahlen darf. Auch dieser wird also benachteiligt - und das Defizit wird kommen, denn ich werde selbstverständlich durch die höheren Preise weniger mit der Deutschen Bahn und mehr mit meinem umweltfreundlichen Porsche fahren!
* Durch die erhöhten Löhne wird die Deutsche Bahn Personal einsparen, so dass noch mehr Leute auf der Straße landen - mein verkehrswissenschaftliches Forschungsinstitut hat schon einige Pläne zur Einsparung von Zugpersonal in der Schublade (u.a. Abschaffung der Zugbegleiter und Durchführung der Fahrkartenkontrollen durch redliche Menschen und mich - aber darüber habe ich mich an anderer Stelle schon ausgelassen).

Ich habe es schon immer gesagt, und niemand wollte auf mich hören: Die Gewerkschaften (und ganz besonders die GDL) sind der größte Feind von Unternehmen, Konsumenten, Steuerzahlern, Umwelt und Arbeitslosen - und damit der Allgemeinheit. Man sollte diese Monopol-Gemeinschaften von faulen Arbeitnehmern sofort aus wettbewerbsrechtlichen Gründen verbieten - ein armer und fleißiger Unternehmer wie der redliche Dr. Grube von der löblichen Deutschen Bahn ist ja ganz alleine und damit diesem Monopol schutzlos ausgeliefert!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Diethelm Gscheidle
(Verkehrswissenschaftler & Dipl.-Musikexperte)
Ich bin ein löblicher Mensch - daher sind meine Beiträge redlich und anglizismenfrei.

Rudolf Rocker

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #25 am: 14:38:37 Di. 21.Oktober 2014 »
Zitat
Nein, leiden tut hier tatsächlich der kleine Mann. Der Arbeiter, der zu seinem Arbeitsplatz mit dem Zug fahren muss, der Fahrschüler, der seinen Schulort nur mit der Bahn erreicht

Aha, große Männer und Frauen fahren also gar nicht mit der Bahn.
Und Fahrschüler dürften wohl eher mit dem Auto unterwegs sein, oder?
Und Arbeitsplatz erreichen?
Da kann man mal wieder sehen, wie dämlich die Deutschen sind!
"Hallo Chef! Ich kann heute leider nicht kommen, die Bahn streikt!" (Oder her Doktor ich habe da so einen Zug im Nacken!  ;))
Und dann ´nen schönen Tag im Park!

Tiefrot

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #26 am: 00:36:48 Mi. 22.Oktober 2014 »
Im Moment macht uns die GDL vor, wie Gewerkschaft funktioniert !
Sollte Schule machen.  ;)
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Troll

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #27 am: 10:46:48 Fr. 24.Oktober 2014 »
Zitat
GdL-Streik & Tarifeinheit

Die Stunde der Heuchler

Jährlich brechen Konzerne die Tarifeinheit und schließen hunderte Tarifverträge mit gelben Scheingewerkschaften ab. Kämpferische Organsiationen wie die GDL sollen zerstört werden…”
Den Heuchlern in Regierung, Unternehmensverbänden und Propagandamedien geht es gar nicht um Tarifeinheit. Sie praktizieren schon längst das Gegenteil. Es geht ihnen darum, christlich lackierte und andere Gefälligkeitsgewerkschaften zu fördern, die Niedriglohndiktaten zustimmen und niemals streiken. Und zugleich geht es den Heuchlern darum, die Arbeitskämpfe der Lokführer demagogisch zum Anlass zu nehmen, um die Möglichkeiten und die Legitimation von Streiks überhaupt einzuschränken und schließlich ganz abzuschaffen.
Quelle: Werner Rügemer bei Arbeitsunrecht


Quelle: NDS

So ist es!
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Kuddel

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #28 am: 13:04:03 Fr. 24.Oktober 2014 »
Natürlich ist die öffentliche Diskussion über den Streik verlogen und die mediale Berichterstattung voller Hetze.
Jeglicher Versuch Arbeits- und Lebensbedingungen kollektiv zu verbessern, wird denunziert und man fordert ein Verbot kollektiver Kämpfe.

Ein Argument gegen die Streik lautet, es gehe nicht um einen Kampf um die Arbeitsbedingungen, sondern um einen Machtkampf zwischen 2 Gewerkschaften. Komisch, sonst sagt man in der Marktwirtschaft sei das eine gesunde Triebfeder für den Fortschritt, denn Konkurrenz belebe das Geschäft. Und so eine Konkurrenz schien die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG zu brauchen, die sich (wie alle DGB Gewerkschaften) wie ein Wurmfortsatz der Wirtschaftsverbände verhält.

Angesichts dieser "Konkurrenz" hält man die GDL für eine tolle kämpferische Gewerkschaft. Es gibt aber keinen Grund zur Euphorie. Die kämpferischen GDL Mitglieder sind stinksauer auf ihre Gewerkschaft. Es wird in Geheimverhandlungen mit der Bahn gekungelt und man erfährt darüber bestenfalls aus der Presse.  Ein Streik entfaltet seine Kraft aus den Aktivitäten der Beteiligten, doch die Gewerkschaft hat die Lokführer verdonnert zuhaus im Wohnzimmer zu streiken. Man findet also kaum Streikaktivisten auf den Bahnhöfen. Nicht die Streikativisten sollen sich mit der Öffentlichkeit auseinandersetzen, sondern nur auserwählte Gewerkschaftsfunktionäre. Klingt alles in allem nicht viel besser als beim DGB...

Troll

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Re:GDL im Einzelkampf
« Antwort #29 am: 17:30:34 Fr. 24.Oktober 2014 »
Es ist ein Trauerspiel, der Drang an die Futtertröge, die Verlockung bei den Großen mitspielen zu dürfen scheint sehr verlockend.
Wo befinden sich eigentlich die ganzen ungebrauchten, praktisch neuwertigen, Rückgrate?
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