Autor Thema: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung  (Gelesen 11956 mal)

Troll

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #30 am: 09:51:20 So. 04.August 2019 »
Da sehe ich in Deutschland einen harten Kern des Kapitalismus, es bröckelt an allen Ecken und Enden, man will es einfach nicht war haben, alles lebt und verweist auf vergangene ruhmreiche Zeiten, Wirtschaft und Politik Hand in Hand, Konservative und Rechte überschlagen sich mit Vorschlägen schneller in der Zeit zurückreisen zu können als der oppositionelle Bruder im Geiste.
Aus den Parteien kommt weniger als nichts, nur weiter, weiter, weiter so, sie frickeln jeden Tag am selbst verursachten Debakel, bis zum Untergang, auf ein einsehen hoffen ist Hoffnungslos.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
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counselor

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #31 am: 10:34:22 So. 04.August 2019 »
Die Rezession ist im Anmarsch. Wir werden mit der Vernichtung vieler Arbeitsplätze konfrontiert werden und mit weiteren Angriffen auf unsere soziale Stellung in diesem System.
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Troll

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #32 am: 09:39:27 Mi. 28.August 2019 »
Zitat
Die Seele in neoliberalen Zeiten (Georg Rammer)

Verrohung der Weltpolitik: Der Präsident der führenden Weltmacht droht 80 Millionen Menschen die Auslöschung an (Trump gegen Iran). Die EU lässt Tausende Flüchtlinge ertrinken, stellt die Daseinsvorsorge dem Markt anheim und verwertet die Menschen als Humankapital. In Teilen der Gesellschaft steigt der Hasspegel. Was befeuert die geballte Wucht der menschenfeindlichen Impulse und Taten? Vielleicht dies: Die Propagandisten des »homo oeconomicus« haben geflissentlich übersehen, dass der Mensch eine Seele hat.

Wie die meisten Kriege beginnt auch der Siegeszug des Neoliberalismus mit einer Lüge. Weder führt die angeblich reine Marktorientierung (die aber ständig massive Staatseingriffe beansprucht) zu einer gerechten Verteilung, noch bewirkt sie allgemeine Zufriedenheit durch die Freiheit von Angst und Unterdrückung. Eher schon den Sozialrassismus, den der Staat durch »Narrative« zu verschleiern sucht. Der Neoliberalismus hat die Herrschaft der Konzerne etabliert und von der parlamentarischen Demokratie nur noch eine Hülle übrig gelassen. Aber die Frage bleibt: Wie kommt eine pseudowissenschaftliche Wirtschaftstheorie in die Köpfe und beeinflusst Denken, Fühlen und Verhalten?
...

Quelle: Ossietzky

Und wie klärt man die Bevölkerung darüber auf das sie nur ein Spielball in diesem freien Marktes sind? Wenn aus einer Ecke Zweifel aufkommen die Gehör findet gibt es verbale Prügel aus allen neoliberalen Kanälen die es gibt, es darf nur einen, den einzig wahren Gott geben.
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Kuddel

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #33 am: 12:18:22 Mi. 28.August 2019 »
Wir müssen uns diesem ganzen Wahn wohl von verschiedenen Seiten nähern.
Ich halte die Frage nach den seelischen Zuständen der Menschen in neoliberalen Zeiten nicht nur für berechtigt, sondern für hilfreich.

An anderer Stelle im Forum gibt es eine Menge Beiträge über die "Opioidkrise" in den USA. Die sollte man sich auch einmal psychologisch, bzw. politisch ansehen. Es sind die abgehängten ländlichen Regionen gleichzeitig Hochburgen der Drogenepidemie und der Zustimmung zu Trump. Das wurde von einigen Journalisten schon beschrieben. Daß es vergleichbare Zusammenhänge beim Methkonsum und der Zustimmung zu AfD und Pegida in eher ostdeutschen Regionen gibt, habe ich jedenfalls noch nie gelesen, doch es ist eine Tatsache.

Die menschliche Seele hält die Demütigungen, die sie erfährt, nur in Maßen aus. Irgendwann wird sie "krank" (obwohl es ja eigentlich die Verhältnisse sind, die krank sind). Und das Ergebnis ist entweder zerstörerisch nach innen (Drogenmißbrauch, Depression, Selbstverletzung und Suizid) oder nach außen (Häusliche Gewalt, ziellose, blinde Gewalt, rassistische Übergriffe, Amokläufe).

Trump, AfD und Pegida versprechen die Rückkehr zu guten alten Zeiten, die es so niemals gegeben hat. Aber es gab einmal bessere soziale Absicherungen und weniger zerstörte soziale, zwischenmenschliche Strukturen. Diese sozialen Fortschritte waren das Ergebnis von Kämpfen der Arbeiterbewegung. Doch an den Zusammenhang will man nicht erinnern. Der Einzelne ist hilflos, atomisiert, verängstigt, ja völlig in Panik und Trump, AfD und Co. vereinen die Vereinzelten und Verzweifelten durch einem gemeinsamen Feind, den Migranten und den Linken. In der Zusammerottung werden diese verzweifelten Seelen zu einem gefährlichen Mob. Sie haben bereits die positiven Vebindundgen zum Leben verloren, sie zeigen keinerlei Menschlichkeit und spiegeln letztendlich nur die unmenschlichen Verhältnisse wider. Bei Pegidaaufmärschen skandierten sie in Richtung der Flüchtenden auf dem Mittelmeer: "Absaufen! Absaufen!"

Wenn das Leben schon nichts wert ist, sollen einfach die anderen sterben. Und wenn das Recht des Stärkeren herrscht, dann will man sich auf die Seite des Gewinners schlagen.

Ich denke, die Motivation der Gelbwesten und derjenigen, die zu den ersten Pegidamärschen gegangen sind, war sehr ähnlich. Es war ein vages Gefühl der Unzufriedenheit bis hin zu Angst und Verzweiflung. In Frankreich lehnte man jedoch Führer und Stellvertreter ab und wollte sich selbst schlau machen in unzähligen Diskussionen, über die Ursachen des eigenen Elends und Möglichkeiten eines Auswegs. In Deutschland war es umgekeht, man ließ sich entmündigen und das Maul verbieten und die politische Schulung und Führung übernahmen die strategisch ausgewählten Redner auf dem Podium. (Ich behaupte weiterhin, daß Lutz Bachmann V-Mann des Verfassungsschutzes ist!) Pegida gelang es, die Unzufriedenheit nach unten zu lenken, gegen Schwächere.

Die Gelbwestenbewegung lehrte hingegen den Herrschenden das Fürchten. Gelbwesten berichteten davon, wie sie mit den Treffen auf dem Kreisverkehr nicht nur ihre Einsamkeit beendeten, sondern auch ihre psychischen Probleme überwanden.

Zitat
Und wie klärt man die Bevölkerung darüber auf das sie nur ein Spielball in diesem freien Marktes sind?

Da sind wir bei der wichtigen Frage des Kommunizierens und Diskutierens. Wie und wo?

Ich halte die Rolle der Medien für absolut zentral und wünsche mir eine viel offensivere Diskussion zu dem Thema.

Ich erinnere am Rande nochmal an de Rolle von Alfred Hugenberg


https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Hugenberg

Und ich halte einen kritischeren Umgang mit dem Internet für notwendig. Das Internet ist nicht "unser" Medium und das Internet ist nicht "frei". Das Internet ist ein Spiegel knallharter Macht- und Eigentumsverhältnisse. Das Internet wird immer problematischer durch die gezielte und massenhafte Verbreitung von Desinformation und gleichzeitiger Beschränkung des freien Zugangs (Paywalls) zu Informationen.

Wir sollten nicht nur kritischer mit dem Internet umgehen, sondern uns auch Gedanken machen über Kommunikations- und Diskussionsstrukturen jenseits dieser Technologie.

counselor

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #34 am: 17:12:41 Mi. 28.August 2019 »
Ich bekomme da auch immer eine Wut, wenn die Regierung meine Lebensverhältnisse negativ verändert. Seit Wochen überschlagen sich die Politiker mit Vorschlägen zur Steuererhöhung unter dem Vorwand des Klimaschutzes. Das macht mich wütend. Nur richtet sich meine Wut gegen die da oben und nicht gegen Flüchtlinge.

Wie man mit Zumutungen des Kapitalismus umgeht, ist eine Frage der Denkweise. Hier wird viel durch die Massenmedien und YouTube, Facebook und Twitter manipuliert.

Und auch ich halte Lutz Bachmann für einen V-Mann des Verfassungsschutzes.
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counselor

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #35 am: 05:25:17 Mi. 11.September 2019 »
Zitat
Kapitalismus und Konsum

In der Debatte um den Klimawandel steht individuelles Konsumverhalten oft an vorderster Stelle. Dabei erzwingt der Kapitalismus auf unterschiedliche Weise klimaschädliches Konsumverhalten. Wie kann dagegen eine nachhaltige Produktion aussehen?

Quelle: https://www.klassegegenklasse.org/kapitalismus-und-konsum/
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ManOfConstantSorrow

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #36 am: 16:05:36 Mi. 26.Februar 2020 »
Fest steht, daß der Kapitalismus ideologisch nicht mehr überzeugt und der Glaube an das ewige Wachstum ins Wanken gerät.

Zitat
Kapitalismus am Pranger

25. Februar 2020 · Die Löhne sind hoch, die Arbeitslosigkeit ist niedrig, der Sozialstaat wächst. (Bitte, wie??) Trotzdem glaubt mehr als jeder zweite Deutsche, dass der Kapitalismus mehr schadet als nutzt. Dahinter steckt nicht nur Gejammer.


Der Kapitalismus ist in der Defensive, sozialistisches Gedankengut auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland. Kürzlich sorgte das „Edelman Trust Barometer“ für Aufsehen, wonach 55 Prozent der Deutschen meinen, dass der Kapitalismus mehr schadet als nutzt. Einer Allensbach-Umfrage zufolge haben gerade mal 48 Prozent „vom Wirtschaftssystem in Deutschland eine gute Meinung“. Dafür stimmen 45 Prozent in einer Ipsos-Befragung mit der Aussage überein, „dass sozialistische Ideale gegenwärtig wertvoll für den gesellschaftlichen Fortschritt sind“.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/kapitalismus-am-pranger-16650118.html

Die FAZ mag zwar behämmert sein, aber sie macht sich Sorgen. Das freut mich.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Onkel Tom

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #37 am: 11:05:26 Do. 27.Februar 2020 »
Das..

Zitat
...
An schmerzhafte Reformen haben Union und SPD seit Jahren nicht mal gedacht, stattdessen hat die Regierung die Sozialausgaben des Bundes in den vergangenen sieben Jahren um 35 Milliarden Euro erhöht.
...

durfte wohl auch nicht fehlen..  :(

Naja, sind 60% voll, kann das ja noch werden, das wir gegänwärtiges überwinden..
Immer dieses Mehrheitsproblem..  ::)
Lass Dich nicht verhartzen !

Troll

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #38 am: 12:24:33 Mo. 02.März 2020 »
Ende des Kapitalismus | Fabian Scheidler | Vortrag 2017
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Tiefrot

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #39 am: 13:52:50 Di. 03.März 2020 »
Nanu, seit wann ist Ken Jebsen bzw. einer seiner Kanäle ernst zu nehmen ?  :o

Der Vortrag ist aber nicht schlecht.
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Kuddel

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #40 am: 11:40:03 Fr. 13.März 2020 »
Zitat
...Wirtschaft ... in arger Bedrängnis...
...wichtiger Absatzmarkt...
...Unternehmen haben zu kämpfen...

Wann geht es wieder bergauf? Die kommenden Wochen werden entscheidend sein.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wirtschaft-coronavirus-china-1.4836126?utm_source=pocket-newtab

Hier wieder dieser Dreck, den die Medien zur Normalität erklären.
Es wird nicht zuerst gefragt, wie es den Menschen geht, es geht allein ums Wohlergehen der Wirtschaft.

"Wann geht es wieder bergauf?"(für die Wirtschaft)
Nein! Neiiiiin!!!!!!
Ich halte es für alles andere als erstrebenswert, daß es mit der Zerstörung der Umwelt und dem Verschleißen von Arbeitskräften wieder "bergauf" geht! Ich will diesen ganzen Dreck nicht mehr. Das macht uns nur krank und kaputt.

Eine Wirtschaftskrise ist eine Chance diese sogenannte "Normalität" zu hinterfragen.
Eine Wirtschaftskrise ist aber immer ein Moment des Angriffs auf unsere sozialen Bedingungen. Wir müssen uns auf eine Gegenwehr vorbereiten.

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #41 am: 12:16:13 Fr. 13.März 2020 »
Wir sind in der Denke verknüpft. geht es der Wirtschaft schlecht, geht es zwangsläufig uns schlecht, ist in gewissem Maß nachvollziehbar, aber unserer Wirtschaft kann es schwindelig gut gehen, dann löst sich diese Zwangsverknüpfung auf magische Weise um uns nicht beteiligen zu müssen. Ein übersteigertes Anspruchsdenken wirft uns der ewig Wachstums geile Markt dann vor.
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