Autor Thema: Proteste gegen Kohlekraftwerk  (Gelesen 47158 mal)

ManOfConstantSorrow

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Proteste gegen Kohlekraftwerk
« am: 13:07:55 Mi. 16.April 2008 »
Mecklenburg-Vorpommern
Lubmin-Gegner wollen Unterschriften überreichen



Die Gegner des geplanten Steinkohlekraftwerks in Lubmin wollen heute dem Landtag die gesammelten Unterschriften für eine Volksinitiative überreichen. Die Initiatoren gehen davon aus, dass sie fast doppelt so viele Unterschriften zusammengetragen haben wie die benötigten 15.000. Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider will eine Abordnung der Kraftwerksgegner auf der Schlossbrücke in Schwerin empfangen und dort die Listen entgegennehmen.



CDU-Abgeordneter kritisiert Kraftwerksgegner

Unmittelbar vor der geplanten Übergabe hat die CDU-Landtagsfraktion Sachlichkeit in der Debatte um den Kraftwerksbau angemahnt. Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Waldemüller warf den Kraftwerksgegnern vor, mit falschen Bildern und Behauptungen Stimmung zu machen. "Schwarz qualmende Schornsteine, Ascheregen oder Berge von angespülter Kohle an den Stränden Rügens" würden nicht die Realität wiedergeben, sagte Waldemüller.

Die Gegner des heftig umstrittenen Kraftwerks wollen mithilfe einer Volksinitiative das Milliarden-Projekt des dänischen Energie-Konzerns Dong Engergy erneut zum Thema im Landtag machen. Das Projekt stößt unter anderem bei der Linken, den Grünen und regionalen Tourismusverbänden auf erheblichen Widerstand.
ndr.de: 16.04.2008
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Kuddel

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Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #1 am: 12:53:42 So. 25.Mai 2008 »
Aktionen am Kohlekraftwerk Mannheim



 Eine bunte Demonstration fand heute am GKM (Großkraftwerk Mannheim) statt. Das Kohlekraftwerk soll, neben vielen anderen, ausgebaut werden. Während die Bundesregierung über sogenannte Klimaschutzmaßnahmen debattiert, werden an vielen Orten durch Kraftwerksbauten Fakten geschaffen.
Einige Menschen stürmten im Lauf der Demonstration das Kraftwerksgelände, einem einzelnem gelang es, auf einem Berg mit Kohleschlacke ein Transparten auszubreiten.
Die Demonstration begann wie üblich mit einigen Redebeiträgen. Bedauerlicherweise durfte auch der grüne Fritz Kuhn einen Redebeitrag halten. Der Bewegung sollte spätestens seit der (de facto) Zustimmung der Grünen zum Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg eigentlich klar sein, dass das grüne Motto "Klimaschutz ohne wenn und aber" immer nur dort gilt, wo man gerade Oppositionspartei ist.
Der grüne Bürgermeister von Tübingen, Boris Palmer (der ansonsten Atomkraftwerke für nicht so schlimm hält), stimmte gar für die Beteiligung der Tübinger Stadtwerke am Bau eines Kohlekraftwerks in Brunsbüttel.

Das selbe gilt im übrigen auch für die teilweise anwesende Linkspartei, die weder zur Zerstörung der Lacomaer Teichlandschaft durch Vattenfall noch zum Neubau eines Kohlekraftwerks in Greifswald in ihrer Regierungszeit in Mecklenburg-Vorpommern sonderlich viel kritisches zu vermelden hatte.

Während der Demonstration stürmten einige Aktivisten das Gelände. Bereits in der vergangenen Woche wurde ein Kohlezug blockiert, im Frühjahr wurde schon einmal die Zufahrt Baustelle des Kraftwerks in Karlsruhe (dort wird ebenfalls ein neuer Block gebaut) durch Tripods blockiert.

Dies sollte nur ein kleiner Vorgeschmack sein, ein Signal für viele weitere Aktionen zivilen Ungehorsams gegen Kohlekraftwerke, Flughäfen, Autobahnen und andere Klimakiller.

http://de.indymedia.org/2008/05/218203.shtml

ManOfConstantSorrow

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Vor dem hessischen Landtag demonstrierten heute mit einem als Dinosaurier gestalteten Kohlekraftwerk Aktive der Bürgerinitiative ,Stopp Staudinger', des BUND sowie der bundesweiten Klima-Allianz, gemeinsam gegen den von E.ON geplanten Ausbau des Kohlekraftwerks Staudinger. Aus dem "Kohlosaurus" stiegen hunderte  CO2-Ballons auf. Sie sollten die Gefahr der Kohleverbrennung für das Klima symbolisieren und auf Hessens miserable Energie- und Klimapolitik aufmerksam machen.


"Mit über sechs Millionen Tonnen pro Jahr zusätzliches CO2 würde durch den Ausbau des Kohlekraftwerkes Staudinger etwa 10mal soviel klimaschädliches CO2 ausgestoßen, wie vom gesamten Frankfurter Flughafen", so Hermann Maxeiner vom BUND. "CDU und FDP täuschen die Wähler, wenn sie in ihren Wahlprogrammen zwar Klimaschutz propagieren, andererseits aber den Ausbau des größten CO2- Emittenten Hessens unterstützen. Den Wählern sollte klar sein: Es gibt nicht die Option konsequenter Klimaschutz und gleichzeitiger Ausbau von Staudinger - Klimaschutz ist nur ohne den Ausbau von Kohlekraftwerken möglich."


Auf Transparenten forderten die Demonstrierenden "Klimaschutz statt E.ON-Schmutz". Anlass der Demonstration war eine Diskussion der SpitzenkandidatInnen der hessischen Parteien mit der Landespressekonferenz sowie das kürzlich begonnene Raumordnungsverfahren zum geplanten Kohlekraftwerk in Großkrotzenburg.
 
 Jan Burck von Germanwatch kritisiert: "Mit einem Ausbau der Kohlekraft in Hessen wird der Anteil der Erneuerbaren Energien am hessischen Strommix weiter sinken. Schon heute ist der Anteil der Erneuerbaren Energien in Hessen im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sehr niedrig. Hessen steht hier an 13. Stelle unter den 16 Bundesländern. Ein neues Kohlekraftwerk in Hessen würde auch die Klimaschutzziele der Bundesregierung massiv gefährden. Dies hat die Leitstudie des Bundesumweltministeriums kürzlich erst bestätigt." 


"Wir rufen die Bevölkerung auf, sich mit Einwendungen an dem Raumordnungs-verfahren zu beteiligen," so Winfried Schwab-Posselt von der Bürgerinitiative (BI) ,Stopp Staudinger'.

Bis zum 16. Februar haben Bürgerinnen und Bürger noch die Chance ihre Einwendungen gegen das Raumordnungsverfahren einzureichen. Die BI Stopp Staudinger bietet hierzu auf ihrer Webseite www.stopp-staudinger.de weitere Informationen und Hilfe an.

http://www.umweltruf.de/news/111/news0.php3?nummer=21577
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Kuddel

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Umweltaktivisten blockieren Kohleexport
« Antwort #3 am: 12:03:04 Fr. 27.März 2009 »
21.03.09 - Das größte Kohleterminal der Welt im australischen Newcastle wurde heute erneut durch Hunderte Umweltaktivisten blockiert. Mit Paddelbooten wurde der Export der Kohle gestört. Australien ist der weltgrößte Kohleexporteur. Die Protestaktion für die Rettung des Weltklimas fand bereits zum vierten Mal statt.

Kuddel

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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #4 am: 21:24:42 Di. 14.April 2009 »
Eon-Kraftwerk in England
Verhaftung wegen Demo-Planung

Britische Klimaaktivisten müssen vor Gericht, weil sie Proteste gegen ein Eon-Kraftwerk geplant haben sollen. VON FELIX LEE


BERLIN taz In Großbritannien reicht es offenbar aus, eine Demo bloß geplant zu haben, um unmittelbar verhaftet zu werden. Im mittelenglischen Sneiton Dale bei Nottingham hat die britische Polizei in den frühen Morgenstunden des Ostermontags 114 Klimaschutz-AktivistInnen festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie Proteste gegen das Kohlekraftwerk Ratcliffe-on-Soar geplant haben. Dieses Kraftwerk wird von dem deutschen Energieversorger Eon betrieben.

Die Behörden begründeten die Massenfestnahmen damit, dass die Gruppe eine ernsthafte Bedrohung für die Anlage dargestellt hätten. Eine Eon-Sprecherin sagte, der Konzern vertrete die Auffassung, dass das 2.000-Megawatt-Kraftwerk "Ziel eines geplanten organisierten Protests in den frühen Morgenstunden" gewesen sei. Zwar habe jeder das Recht, friedlich und im Rahmen der Gesetze zu demonstrieren, so die Sprecherin. Dies sei bei dieser Gruppe aber nicht der Fall gewesen. Ratcliffe-on-Soar gilt als der drittgrößte CO2-Emittent in Großbritannien. Neben den beiden größten Kraftwerken Drax und Kingsnorth, die ebenfalls von Eon betrieben werden, war Ratcliffe-on-Soar in der jüngeren Zeit immer ein besonderer Dorn im Auge von Klimaschützern. Sie befürchten, dass mit dem weiteren Ausbau von Kohlekraftwerken die klimaschädliche Energieversorgung für Jahrzehnte zementiert werde.

Nach Angaben von mehreren britischen Zeitungen hatten die Polizisten zunächst kurz nach Mitternacht eine Privatschule und ein Kulturzentrum durchsucht. Dabei soll es zu den meisten Festnahmen gekommen sein. Dabei seien nach Angaben der Polizei auch spezielle Ausrüstungsgegenstände beschlagnahmt worden. Daraufhin kam es zu weiteren Razzien in mindestens sechs Privatwohnungen. Dort wurden auch zahlreiche persönliche Dokumente und Computer beschlagnahmt.

Die Klimaaktivisten wurden im Laufe des Dienstags zwar wieder freigelassen, müssen sich aber ab dem 14. Juli vor Gericht verantworten. Auf welcher rechtlichen Grundlage sie sich verantworten müssen, ist unklar. Bei einem ähnlichen Vorgehen im April 2007, als Umweltaktivisten gegen den Ausbau einer Autobahn protestieren wollten und es dabei ebenfalls zu präventiven Festnahmen kam, mussten ein Jahr später alle Vorwürfe vor Gericht wieder fallen gelassen werden.

http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/verhaftung-wegen-demo-planung/

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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #5 am: 20:34:46 Fr. 08.Mai 2009 »
Proteste gegen Duke Energy

Im US-Bundesstaat North Carolina fand am gestrigen Donnerstag die Hauptversammlung von Duke Energy statt. Duke Energy betreibt zur Förderung von Kohle die besondes umstrittene Methode des sogenannten "Mountaintop Removal". Dabei werden Bergspitzen abgesprengt, um an die darunterliegenden Kohlevorräte zu gelangen.

Durch intensive Lobbyarbeit gelang es Duke Energy, beim geplanten American Clean Energy and Security Act (ACES) Ausnahmeregelungen für im Moment geplante und in Bau befindliche Kohlekraftwerke durchzusetzen. Duke Energy plant gerade einen neuen 800 Megawatt-Block an seinem Kraftwerk in Cliffside.

Erst kürzlich fand bereits eine Demonstration vor dem Hauptquartier von Duke Energy statt, dabei wurden 44 DemonstrantInnen verhaftet.

http://www.wir-klimaretter.de/content/view/2873/148/
http://www.stopcliffside.org/
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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #6 am: 20:47:50 Mi. 13.Mai 2009 »
Ostfriesen protestieren gegen Kohlekraftwerke
Mittwoch, 13. Mai 2009, 11:53 Uhr

Emden (dpa/lni) - Mit einem «fröhlichen Fest gegen gefährliche Kohle» wollen tausende Ostfriesen am Sonntag (17.) ein bundesweites Signal gegen neue Kohlekraftwerke setzen. Die «Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland» erwartet zu der Kundgebung in Emden 5000 Teilnehmer aus der Region, den ostfriesischen Inseln und den Niederlanden. Anlass der Proteste sind Überlegungen des dänischen Konzerns Dong zum Bau eines 1600-Megawatt-Kohlekraftwerkes in Emden. Daneben gibt es Pläne für vier weitere Kraftwerke in den Niederlanden, im emsländischen Dörpen und in Wilhelmshaven. Kritiker sehen darin eine Gefahr für den Tourismus an der Küste.

http://www.bild.de/BILD/regional/hannover/dpa/2009/05/13/ostfriesen-protestieren-gegen-kohlekraftwerke.html
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Mainzer Kohlekraftwerks-Gegner besetzen Baugelände
« Antwort #7 am: 20:45:00 Sa. 04.Juli 2009 »
Mainz Aus Protest gegen das in Mainz geplante Kohlekraftwerk sind am Montag etwa 20 Menschen auf das Baugelände vorgedrungen. Entsprechende Angaben der Demonstranten bestätigte ein Polizeisprecher. Die Kraftwerksgegner wollten nach Angaben eines Vertreters «schon einige Stunden» auf dem Gelände bleiben.

Sie hätten ein Windrad aufgestellt und wollten Transparente entfalten. Da keine Arbeiten liefen, die sie behindern könnten, handele es sich um eine «symbolische Aktion». Die beiderseits des Rheins heftig umstrittene Anlage mit einer Leistung von 820 Megawatt soll nach der Fertigstellung im Jahr 2013/2014 Strom und Fernwärme erzeugen.

http://rhein-zeitung.de/on/09/06/29/rlp/t/rzo586251.html
www.genehmigungsverfahren-khkw-mainz.de


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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #8 am: 11:15:19 Sa. 18.Juli 2009 »
Massiver Protest gegen geplantes Kohlekraftwerk in Marl angekündigt

Mit einer groß angelegten Kampagne will die „Bürgerinitiative für Lebensqualität und Umweltschutz“ (BLU) in Marl den Bau des von Infracor (Evonik) geplanten Kohlekraftwerks verhindern. Dabei bekommt sie breite Unterstützung vom Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), dem Naturschutzbund Deutschland (NABU und der nordrheinwestfälischen sowie der bundesweit tätigen Klima-Allianz, einem Bündnis aus über 100 Organisationen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

http://www.umweltruf.de/news/111/news0.php3?nummer=28219
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Re: Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #9 am: 16:59:19 Sa. 18.Juli 2009 »
Zitat
Australien: Kraftwerk lahmgelegt

Im Westaustralischen "bluewaters" coal-fired powerplant, des Stromerzeugers Graffin Energie, nahe Collin soll Holz aus Urwald-Kahlschlag verbrannt werden um Energie zu erzeugen (weiß wer was wie das technisch geht?). Das Ganze wird als Beitrag für eine regenerative Energiewirtschaft dargestellt.
http://de.indymedia.org/2009/07/256381.shtml

Nachzusehen ist das auf der Seite von Bluewater, Greenwashing at it’s best:  http://www.griffinenergy.com.au/default.aspx?MenuID=76

ManOfConstantSorrow

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Re:Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #10 am: 13:35:16 Fr. 31.Juli 2009 »
Hanau
Proteste gegen Beteiligung an Staudinger

Von Alexander Polaschek

Die Überlegungen innerhalb der städtischen Holding über eine Beteiligung am Kohlekraftwerk Staudinger stoßen auf heftige Proteste bei Grünen und Linken. Beide Fraktionen forderten am Dienstag ein städtisches Engagement in regenerative Energieerzeugungsarten anstatt in "Klimakiller".

Holding-Geschäftsführer Michael Schweitzer hat, wie berichtet, Gedankenspiele bestätigt, nach dem Bau des umstrittenen Kohleblocks 6 einen Anteil an dem Eon-Kraftwerk zu kaufen. Er sehe kein Problem darin, auch wenn die Stadt momentan politisch gegen die Kraftwerkserweiterung opponiere.

"Es ist kein Geheimnis, dass Eon der Stadt schon vor Jahren eine Beteiligung angeboten hatte, die kritische Stimmen im Keim ersticken sollte", reagiert Jochen Dohn, Fraktionschef der Linken. Bisher sei die Linke aber davon ausgegangen, "dass dies schon längst vom Tisch war". Nach den jüngsten Äußerungen scheine dies jedoch leider nicht der Fall zu sein.

Dohn nennt es "eine Frechheit", dass Michael Schweitzer und der Stadtwerke-Geschäftsführer Ewald Desch glaubten, sie könnten nach Belieben unabhängig von der Politik agieren. Er will "alle Hebel in Bewegung setzen, um eine Beteiligung an Staudinger zu verhindern". Als positives Gegenbeispiel empfiehlt er die Energieversorgung Offenbach, die ein Gemeinschaftsunternehmen zum Bau und Betrieb von Windparks gegründet habe.

"Ein Bärendienst für die Klimapolitik"

Die Grünen sprechen von einem "unverantwortlichen Alleingang", mit dem Schweitzer der Klimapolitik Hanaus "einen Bärendienst" erwiesen habe. Fraktionschef Wulf Hilbig verweist auf den einstimmigen Beschluss des Stadtparlaments gegen den weiteren Ausbau von Staudinger. Diese "Dinosauriertechnologie" habe keine Zukunft.

Auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bekräftigte am Donnerstag erneut, dass die Stadt Block 6 ablehne und für ihn auch keine Beteiligung daran in Frage komme. Darüber "wurden und werden keine Gespräche geführt". Diese Position gelte "für alle städtischen Gesellschaften".

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/1858567_Hanau-Proteste-gegen-Beteiligung-an-Staudinger.html
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Kuddel

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Re:Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #11 am: 11:43:59 Mi. 12.August 2009 »
Staudinger-Ausbau
Protest gegen Kohlekraftwerk wächst

Von Alexander Polaschek

Die neuen Informationen über den Schadstoffausstoß des geplanten Kohleblocks 6 im Kraftwerk Staudinger provozieren entrüstete Kommentare. Die SPD Großauheim und eine lokale Elternitiative schließen sich dem Protest der Interessengemeinschaft (IG) gegen die Erweiterung des Eon-Kohlekraftwerks an.

"Selbst der Zusammenfassung der 22 Antragsordner von Eon ist zu entnehmen, dass nun sogar Eon davon ausgeht, dass die gesetzlichen Höchstwerte bei dem Ausstoß von Stickstoffdioxid NO2 und Schwefeldioxid SO2 deutlich überschritten werden", so Jutta Straub, stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Großauheim/Wolfgang und Mitglied des Arbeitskreises Staudinger.

Es wundere sie sehr, wie Eon "solche dilettantischen Unterlagen" an das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt weitergeben und diese sogar vom RP anstandslos öffentlich ausgelegt werden konnten.

Die IG hat am vergangenen Freitag "das Aus für Block 6" gefordert und dies mit einem Gutachten begründet, das in den Unterlagen zum immissionsschutzrechtlichen Genehmigungs- verfahren enthalten ist. Demnach würden die erlaubten Höchstwerte bei NO2 und SO2 dramatisch überschritten. Der 1,1-Megawatt-Steinkohleblock werde zu Stickstoffdioxidbelastungen um bis zu 140 Prozent oberhalb der Alarmschwelle führen (die Frankfurter Rundschau berichtete).

Sorgen um die Gesundheit

"Dies bedeutet besonders für die Menschen in Großauheim, Klein-Auheim, Steinheim, Hainburg, Großkrotzenburg und Hanau Stadt eine erhebliche Gesundheitsgefährdung", reagiert Straub. Dies ist auf keinen Fall hinnehmbar. "Somit ist jetzt der Regierungspräsident in Darmstadt gefordert, diesem Wahnsinn ein Ende zu machen." Sowohl die Regierungsparteien CDU und FDP im Hessischen Landtag, die den Block 6 befürworten, als auch das FDP-geführte Regierungspräsidium (RP) könnten nicht gegen geltendes Recht wie das Bundesimmissionsschutzgesetz handeln.

"Wir machen uns ernsthafte Sorgen um die Gesundheit und die Zukunft unserer Kinder", erklärte Markus Rosen im Namen einer Eltern-Initiativgruppe und appellierte, Einwendungen gegen den geplanten Ausbau zu erheben.

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hanau/1872923_Staudinger-Ausbau-Protest-gegen-Kohlekraftwerk-waechst.html

ManOfConstantSorrow

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Re:Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #12 am: 20:22:47 Fr. 28.August 2009 »
Staudinger 6
Auch aus Indien kommt Protest


Die indische Menschenrechtlerin Nafisa D'Souza hat eine förmliche Einwendung gegen den Bau des Kohlekraftwerks Staudinger 6 beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt eingereicht. Das teilt die Ökumenische Werkstatt in Langenselbold mit, wo die 58 Jahre alte Direktorin des Netzwerkes für Ethik und Klimawandel im vergangenen Jahr zu Gast war.

D'Souza erklärte, es sei nicht zu akzeptieren, dass in einem Land, das eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz für sich beanspruche, für die kommenden "40 bis 50 Jahre die schmutzigste Art der Stromversorgung stattfinden soll".

Bei dem neuen Kohleblock, der mit einer Leistung von 1100 Megawatt laut Staudinger-Besitzerin Eon zu den weltgrößten gehört, werde mehr als die Hälfte der zugeführten Energie ungenutzt in die Atmosphäre geleitet. Die Menschenrechtlerin kritisiert vor allem den sehr hohen Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2). Beim Block 6 werden es voraussichtlich sechs Millionen Tonnen im Jahr sein, bei einer geschätzten Laufzeit von bis zum 50 Jahren.

Die Klimaveränderung zerstört Ernten

Das Kraftwerk trage daher auf lange Sicht zur Klimaveränderung bei, von der vor allem arme Länder wie Indien betroffen seien, so D'Souza. Die Klimaerwärmung lasse die Regenzeit immer später beginnen und die Niederschläge heftiger ausfallen. Ernten würden zerstört und Ackerland weggeschwemmt.

Mehr als die Hälfte der über eine Milliarde Einwohner Indiens leben laut Nafisa D'Souza an der Armutsgrenze. "Sie haben am wenigsten Schuld am Kohlendioxid-Ausstoß. Aber sie haben unter dessen Folgen besonders zu leiden", erklärt sie.

http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hanau/1907157_Staudinger-6-Auch-aus-Indien-kommt-Protest.html
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Re:Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #13 am: 10:31:49 So. 13.Dezember 2009 »
Zitat
Lubmin wird nicht gebaut
Dong Energy zieht seine Pläne für ein Steinkohlekraftwerk zurück


Und noch ein Kraftwerk gekippt. Während in Kopenhagen der Klimaschutz in der Sackgasse zu stecken scheint, gibt es aus Mecklenburg-Vorpommern einen großen Erfolg der Umweltschützer zu vermelden. Der Aufsichtsrat des dänischen Staatskonzern Dong Energy hat am Freitag erklärt, auf den Bau eines 1600-Megawatt-Kraftwerk in Lubmin bei Greifswald verzichten zu wollen. Als Gründe werden mangelnder politische Unterstützung durch die Landesregierung und ein langes Genehmigungsverfahren genannt. Letzteres zieht sich auch deshalb in die Länge, weil Konzern und Landesbehörden vergessen hatten auch die polnischen Gemeinden im Einzugsgebiet des potenziellen Kraftwerks einzubeziehen.

Bei der Bürgerinitiative "Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin" ist man über die Entwicklung hocherfreut. In Rügen, auf Usedom und an anderen Orten in der Region wird es an diesem Wochenende verschiedene Feiern der Kraftwerksgegner geben. Das Vorhaben war in der Touristenregion denkbar unbeliebt.

Dong hatte sich, wie berichtet, Anfang Oktober bereits aus drei anderen Kraftwerksprojekten in Großbritannien und Deutschland zurückgezogen. Wenige Tage vor der jetzigen Entscheidung von Dong, auch Lubmin aufzugeben, war bekannt geworden, dass sich die süddeutsche EnBW aus dem Kraftwerk-Projekt in Dörpen an der niederländischen Grenze zurückzieht.
http://www.heise.de/tp/blogs/2/146740

Kuddel

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Re:Proteste gegen Kohlekraftwerk
« Antwort #14 am: 15:10:17 Fr. 25.Dezember 2009 »
Baumbesetzer harren aus - Protest gegen Moorburg

Hamburg (dpa/lno) - Gegner des Kohlekraftwerks Moorburg haben auch Weihnachten ihren Protest gegen diese Energieversorgung fortgesetzt und Bäume besetzt gehalten. Ein Paar, das seit drei Wochen in einem Baumhaus im Gählerpark in Hamburg-Altona lebt, hat Unterstützung von der Umweltorganisation Robin Wood erhalten. Die Besetzer wollten mindestens bis Mitte Januar ausharren, berichtete ein Aktivistin am Freitag der dpa in Hamburg. Am 15. Januar wolle das Verwaltungsgericht Hamburg ein Entscheidung bezüglich einer Fernwärmeleitung durch Altona treffen, für die entlang der Trasse rund 400 Bäume gefällt werden sollen, teilte Robin Wood mit.

http://newsticker.welt.de/?module=dpa&id=23393002