Autor Thema: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?  (Gelesen 10355 mal)

Janus

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 10
Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« am: 21:24:00 Di. 16.Juni 2009 »
Hallo zusammen !

Ok, nachdem ich hier einiges gelesen habe, kommt mir mein Erlebnis, ehrlich gesagt, ein wenig albern vor.
Aber trotzdem, ich gebe meinen Senf mal ab :-)

In meiner Branche ist es relativ stabil seit Jahren, auch oder gerade weil hier sehr viel Schindluder
mit Arbeitnehmern/Praktikanten, getrieben wird.

Aber, im Februar verlor ich meine Arbeit wegen Auftragsmangel.
 
Für den Fall, daß sich keine feste Arbeit finden lässt, kam mir der Gedanke einen Handwerksbetrieb zu gründen bzw. zu übernehmen.
Da ich Abi, zwei Ausbildungen, einen Techniker sowie einen Meisterbrief habe (soll nicht protzig wirken), finde ich diese Idee gar nicht so abwegig.

Witzigerweise war plötzlich sogar wieder Arbeit im alten Betrieb vorhanden :-) Aber das ist ein anderes, wenn auch übles Thema.

Meine Bewerbungen verliefen negativ. Da meine Branche recht übersichtlich ist, ging das mit den Absagen auch recht flott.

Also bin ich zu Plan B übergegangen.
Da ein Betrieb nicht mal eben aus dem Nichts gestampft ist, erstmal schlau gemacht.
Also Berater kontaktet, Infos der IHK eingeholt, Termine mit Banken, HWK & Co.
Die Planung sieht gut aus, nix abgehobenes, nicht zu groß das Vorhaben.

Mitlerweile ist Juni und das Geld wurde knapper. Also ab zum Arbeitsamt da ja ein Anspruch besteht, auch nach den Aussagen der ARGE.
Glaubte ich...

Nachdem mein "Berater" dann erfuhr, daß ich alternativ auch eine Existenz gründen würde, sagte er mir,
daß ich sogar einen Gründungszuschuss bekomme da mein Gründungsvorhaben ja "vernünftig sei".
Mit ihm zusammen habe ich dann den Antrag auf Arbeitslosengeld ausgefüllt - dämlich naiv - und ihn dann
später bei der Leistungsabteilung abgegeben.

Allerdings wurde mir dort binnen zwei Minuten mitgeteilt, das dieser abgelehnt ist. Mündlich.

O-Ton: "Man fördere keine Gründung"   Hmm...- schade.
Fazit: No Zuschuss und, jetzt kommt's, kein Anspruch auf Arbeitslosengeld da ich ja keine Arbeit suche(n)(kann) :-)
Ein Schelm wer jetzt böses denkt.

Also wieder einen Termin gemacht und angeblich sei alles ja anders: "Man wolle halt nur verhindern das irgendwelche
hohlen Fritten mit Steuergeldern 'ne Kneipe aufmachen usw." Frechheit !
Von Arbeitsstellen die mir vermittelt werden sollten, war plötzlich übrigens nicht mehr die Rede.
O-Ton:"Sie sind doch auf Neugründung aus, wenn das nicht klappt, dann schauen wir weiter"

Jetzt frage ich mich allerdings, warum soll ich den Antrag denn ein zweites Mal abgeben ?
Eine Erklärung diesbezüglich bekam ich nämlich nicht.
Denn Aufgrund meiner knappen Recherchen, scheint dies sinnlos zu sein und Methode zu haben.
Bin nicht wirklich auf den Zuschuss angewiesen, wusste ja nicht einmal etwas davon bis vor kurzem.

Aber, die Medien sind ja zur Zeit voll von all den guten Taten an Bürgern und Klatschvieh.
Nur, was von all den Zuschüssen, außer der Abwrackprämie, kommt auch wirklich an ?
Gibt's das alles überhaupt ?

Hat hier jemand von euch auch so etwas erlebt ?
Oder gar genau anders ?

Würde mich wirklich brennend interessieren !


Kopfschüttelnd & sauer



        Janus   






Workless

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 858
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #1 am: 22:49:24 Di. 16.Juni 2009 »
Zitat
ein Anspruch auf Arbeitslosengeld da ich ja keine Arbeit suche(n)(kann)
Der Anspruch auf ALG begründet sich ja nicht dadurch, dass du eine Arbeit suchst. ;)

Zitat
"Man wolle halt nur verhindern das irgendwelche
hohlen Fritten mit Steuergeldern 'ne Kneipe aufmachen usw." Frechheit !
Die sollten lieber verhindern, dass Arbeitgeber Millionen abgreifen oder, wie aktuell hier zu lesen, sich Fortbildung der Mitarbeiter vom Staat finanzieren lassen.

Und warum sollte eine hohle Fritte keine Kneipe aufmachen? Rein mit Steuergeldern wird das eh nie zu finanzieren sein. Das weiß ich als Laie, deine Sachbearbeiter sollten mal einen Nachhilfekurs in Realismus machen.
Aber immerhin könnte man nach einiger Zeit davon wirklich leben - evtl. sogar noch Mitarbeiter einstellen. Spricht also nichts gegen die Fritten-Kneipe.

Persönliche Erfahrungen damit? Bisher Fehlanzeige.
Vor einiger Zeit lief aber mal ein Bericht über eine Frau, die sich selbstständig machte. Irgend ein Online-Portal oder so. Weil sie den Laden nicht rechtzeitig ans Laufen gebracht hat und nicht rechtzeitig Einkommen erzielte (wenn ich mich recht erinnere), wurde der gesamte Existenzgründerzuschuss auf einen Schlag zurück gefordert...

schwarzrot

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4516
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #2 am: 08:57:17 Mi. 17.Juni 2009 »
Willkommen im forum Janus!  ;)
Zitat
Hat hier jemand von euch auch so etwas erlebt ?
Oder gar genau anders ?
Du solltest bei deinen erlebnissen im arschamt( oder schlimmer arge), einfach mal davon ausgehen, die wollen sparen. Das ist neben dem schönen der statistik, dem verschieben von beitragsgelder an 'berater', lobbyvereine und erwerbslosenindustrie ihre vorrangige aufgabe.
Dieses schaffen sie um so leichter, je weniger die betroffenen informiert, je mehr 'stolz' (mensch könnte auch 'menschenwürde' sagen) die einzelnen und je mehr abscheu die 'kunden' haben, sich mit deren behördenspielchen zu befassen.

Natürlich bräuchtest du nicht noch einmal einen neuen antrag stellen, das ist ein billiger trick an dir zu sparen, da der antragsstempel auf dem antrag ausschlaggebend ist. Wenn du also einen neuen antrag ausfüllst, gilt der erst ab stempel auf diesem antrag (wohlgemerkt lass dich nicht veräppeln, es zählt nicht der abgabetermin, sondern der antragsstempel(!)).

Die frage ist nun, ob du im zweifel beweisen kannst, dort jemals einen antrag abgegeben zu haben (es 'verschwinden' dort sehr oft unterlagen, so ein zufall!).
Ein gespräch mit dem sachbearbeiter, ohne zeugen und bescheinigung da gewesen zu sein, kannst du in die tonne treten, inklusive allem was der nette SB/FM so gesagt hat. Die sagen viel, wenn der tag lang ist, Viel ist aber totaler bullshit.
Im zweifel immer alles schriftlich machen.

Wie schon Workless geschrieben hat, ausschlaggebend für ALGII ist, dass du '3 stunden am tag arbeitsfähig' bist.
Dann darfst du nicht zu viel vermögen besitzen, musst nachweisen, dass du 'bedürftig' bist, also nicht ne frau/mann hast, die dich per 'bedarfsgemeinschaft' aushalten möchte.

Bei dem 'vermögen' gelten 150eus pro lebensjahr als freibetrag, du musst also nicht alle ersparnisse aufbrauchen und solltest das tunlichst auch vermeiden (mit ALGII bist du oft froh, wenn du noch ein paar groschen gespart hast!).

Mach nicht den fehler, dein ganzes eigenkapital zu verbrennen, nimm ALLE hilfen die sich dir bieten.
Du würdest dich wundern, wie viel subventionen 'erfolgreiche manager' so abzocken. Da kannst du dir als firmengründer mal besonders ein beispiel dran nehmen: Das gründen wird auch so hart und knapp genug, mach dir da nix vor. Von dem risiko zu scheitern und dann mit xxx-bankschulden, wieder in ALGII zurück zu müssen, mal ganz zu schweigen.

Statt also aus stolz keine zuschüsse zu nehmen, nimm sie lieber und stell dafür leute ein. Besonders wenn du feststellst der laden läuft, wirst du eher zu viel als zu wenig zu tun haben.

Also, toi, toi, toi erstmal...
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

chatopac

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 39
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #3 am: 09:15:33 Mi. 17.Juni 2009 »
Hi Janus,
Also meiner Meinung nach hängt der Gründungszuschuss ganz wesentlich davon ab ob Du Anspruch auf ALG hast. Sollte das der Fall sein, hast Du auf jeden Fall die Möglichkeit den Zuschuss zu beantragen. Die Bewilligung hängt jedoch von einem wichtigen Punkt ab, und dass ist Dein BUSINESSPLAN.
Den musst Du auf jeden Fall erstellen und von einer geeigneten Instanz sprich Steuerberater;IHK,HWK prüfen und gegenzeichnen lassen. Ist auch sehr wichtig wenn Du später evtl. Kohle von der Bank oder aus den zahlreichen Fördertöpfen brauchst -- die Beantragung solcher Fördergelder läuft immer über Deine Hausbank.
Wie gesagt wenn Du Leistungsberechtigt bist, hast Du doch einige Möglichkeiten Dich von der AfA pushen zu lassen, dass geht über Existenzgründerseminare, über Beratungszuschüsse und und und. Auf den Seiten der AfA findest Du schon mal so einiges, und ansonsten Deinen Sachbearbeitetnix konkret drauf ansprechen.
Ansonsten kann ich Dir noch die Gründersoftware aus zu Guttis Bude empfehlen, kann man wirklich was mit anfangen.

Guckse hier   http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/suche.html  und denn Gründersoftware suchen

Tu Dir bitte selbst den Gefallen und plane keine schnellschüsse, solltest Du Anspruch auf ALG haben, haste ja auch Etwas Zeit, soll heißen das Dein Antrag auf Gründungszuschuss spätestens 90 Tage vor Ablauf Deines ALG I gestellt sein muss.  Bis dahin sollte Deine Planung und Vorbereitung aber stehen.
Viel Glück, ach ja und auch von mir Willkommen
" Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu " -Jürgen Wegmann

Janus

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 10
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #4 am: 13:20:49 Mi. 17.Juni 2009 »
Hallo und danke für die Antworten !

Irgendwie bekomme ich das mit der Zitierfunktion nicht auf die Kette, sorry.

@Workless

>Der Anspruch auf ALG begründet sich ja nicht dadurch, dass du eine Arbeit suchst
Stimmt, er gründet sich darauf, daß ich ja jahrelang eingezahlt habe.
Genau dieser ALG I Anspruch wurde mir ja vom AA bestätigt.


>Die sollten lieber verhindern, dass Arbeitgeber Millionen abgreifen...
Oder aber verhindern, das parasitäre Betriebe mit Praktikantensklaven versorgt werden
sowie anderen, die oftmals zur Schwarzarbeit genötigt werden...usw.

>Und warum sollte eine hohle Fritte keine Kneipe aufmachen? Rein mit Steuergeldern wird das eh nie zu finanzieren sein.
Denke dies waren/sind Scheinargumente um ALG-Bezieher pauschal zu diskriminieren und um mich zu besänftigen.
Außerdem, wenn ich mir unsere Medien & Politikhuren so anschaue...dann greifen bei denen noch ganz andere Begriffe, da
käme keiner nur als "Hohle Fritte" weg.

>Das weiß ich als Laie, deine Sachbearbeiter sollten mal einen Nachhilfekurs in Realismus machen.
Hmm, ganz ehrlich, ich finde meine Sachbearbeiter sollten sich mal was den Kopf halten...


>Aber immerhin könnte man nach einiger Zeit davon wirklich leben - evtl. sogar noch Mitarbeiter einstellen.
>Spricht also nichts gegen die Fritten-Kneipe.

Ja so sehe ich es ja auch.
Außerdem: Kapiere 'eh nicht, warum, nur weil man keine Arbeit hat, man nicht qualifiziert sein soll.
Immerhin haben doch Arbeitslose lange Zeit qualifizierte Tätigkeiten verrichtet.
Nun plötzlich spricht man ihnen dies Fähigkeiten ab ?

Noch etwas zum Kneipenbeispiel:
In meiner Teeniezeit kannte ich 'ne selbstverwaltete Kneipe aus der Hausbesetzerszene.
Dieses Projekt hätte sich sogar mehr als "tragen" können damals aber die Sache wurde kaputt reglementiert-von außen.
Wo kommt man auch hin, wenn ein paar "Asis" plötzlich was schaffen.

Janus

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 10
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #5 am: 14:08:14 Mi. 17.Juni 2009 »
@schwarzrot


>"... die wollen sparen"
Wie sparen ? Das ist doch nicht deren Kohle sondern die, derer sie benötigen.


>"Natürlich bräuchtest du nicht noch einmal einen neuen antrag stellen, das ist ein billiger trick..."
Diesbezüglich lasse ich denen was nettes, schriftliches zukommen. Danke für den Tip !

>"Die frage ist nun, ob du im zweifel beweisen kannst, dort jemals einen antrag abgegeben zu haben"

Kann ich.

Ich führe seit Jahren neben einem Postausgangsbuch auch ein Journal zu Terminen usw.
Außerdem, ich habe meine drei Besuche beim Amt mal auf mein mobile aufgezeichnet.
Hatte da so eine Ahnung.

>"Bei dem 'vermögen' gelten 150eus pro lebensjahr als freibetrag"
Wie asozial ist das denn ? Dachte immer, es geht darum viel anzuscheffeln.
Diesen "Freibetrag" hat man doch kurz nach der Ausbildung zusammen gespart.
Wozu dann überhaupt Soz.Vers. Beiträge wenn man 'eh alles selber zahlen soll ?


>"Statt (...) keine zuschüsse zu nehmen, nimm sie lieber und stell dafür leute ein"
Zuschüsse bekomme ich von div. Stellen speziell für die Schaffung von Arbeitsstellen.


Was mir dabei allerdings sauer aufstößt ist, daß gerade solche "Stellen" auf den tollen

Arbeitslosenmarkt hinweisen. Ich bekam tatsächlich Infos/Angebote über extrem günstige MA
(Zeitarbeit, Praktikanten usw.).
Mal ein Beispiel:
Zeitarbeit: Mich würde ein MA, Facharbeiter 15eur brutto kosten.

Was soll so ein Scheiß ? Niemand kann qualifizierte Arbeiten erwarten wenn er nicht
bereit ist auch entsprechend zu entlohnen.
Ich habe lieber nur zwei Mitarbeiter und bezahle relativ vernünftig als das ich vier beschäftige
und diese dann verarsche und nix dabei herum kommt - für niemanden.


Vielleicht bin ich bescheuert aber ich verstehe einfach nicht, warum man immer abzocken soll,
warum man immer von allem "was haben" muß.

Janus

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 10
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #6 am: 14:32:13 Mi. 17.Juni 2009 »
@chatopac

>Die Bewilligung hängt jedoch von einem wichtigen Punkt ab, und dass ist Dein BUSINESSPLAN.
>Den musst Du auf jeden Fall erstellen und von einer geeigneten Instanz sprich Steuerberater;IHK,HWK
>prüfen und gegenzeichnen lassen. Ist auch sehr wichtig wenn Du später evtl. Kohle von der Bank oder aus
>den zahlreichen Fördertöpfen brauchst

Diese Unterlagen sind alle bereits fertig, geprüft & heilig gesprochen.

Das Vorhaben ist ja nicht aus dem Bauch heraus entstanden.

Mir geht es ja nur darum, daß mir ein(e) Anspruch / Förderung in Aussicht gestellt wurde und nun
plötzlich sich all diese Geschichten in Luft aufzulösen scheinen.

Scheint, als sei alles nur geschicktes Mediengewäsch vor der Wahl.

>"Guckse hier   http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/suche.html  und denn Gründersoftware suchen"
Na das nenne ich wirklich mal ein gutes Paket.
Da kann zwar meine Branchensoftware mehr, nur kostet die min. das dreißigfache UND, die bräuchte ich mit
unter zehn MA's eigentlich gar nicht.

Werde das Pack mal ausgiebig testen aber was ich bisher ausprobiert habe, ist verdammt gut.



inline

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 943
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #7 am: 23:25:58 Mi. 17.Juni 2009 »
Zitat von: Janus
Mitlerweile ist Juni und das Geld wurde knapper. Also ab zum Arbeitsamt da ja ein Anspruch besteht, auch nach den Aussagen der ARGE.
Glaubte ich...

hmm, wo wurde eigentlich der Antrag auf Arbeitslosengeld und der Zuschuss für die Existenzgründung gestellt, bei der AfA oder bei der ARGE? Oder bei beiden?
Denn je Zuständigkeit wird das ganz anders gehandhabt.

Wenn nun  das Konzept und die Bedingungen insgesamt zu gut sind,  kann z. B. die Arge das auch schon mal ablehnen. Mit der Begründung, man könne doch auch sicher einen Existenzgründerkredit bei der Bank bekommen. Denn wenn das funktionieren könnte, sehen die sich nicht zuständig.

Vincent_Vega

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 123
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #8 am: 01:26:59 Do. 18.Juni 2009 »
habs auch mal gelesen.

bin genau so qualifiziert wie du, im maler- und lackiererhandwerk.
dann noch energieberater und so.

hatte seinerzeit förderung durchs jobcenter erhalten (doppelter regelsatz).
incl. unternehmensberater auf staatskosten.

nennt sich "garage"; ist ein modell in essen, ich weiss nicht ob´s so was gibt, wo du herkommst.

schlussendlich kann ich dir aber sagen, daß ich mir heute sage, ich hätte es lassen sollen. ich hab sehr gut kalkuliert, was aber wenig nützt, wenn kunden einfach deine rechnung kürzen oder gar nicht bezahlen. wenn du da nicht 5 anwälte im rücken hast, haste schlechte karten.

überleg dir was anderes. wenn du jung und ungebunden bist, kann ich dir die schweiz empfehlen.
In Deutschland wird nicht die Arbeitslosigkeit, sondern der Arbeitslose bekämpft.

Janus

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 10
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #9 am: 09:03:14 Do. 18.Juni 2009 »
@Inline

>hmm, wo wurde eigentlich der Antrag auf Arbeitslosengeld und der Zuschuss für die Existenzgründung
>gestellt, bei der AfA oder bei der ARGE? Oder bei beiden?

Bei der AfA

>Wenn nun  das Konzept und die Bedingungen insgesamt zu gut sind,kann z.B. die Arge das auch schon
>mal ablehnen.

Ja wie jetzt ? Zu gut ?
Die unterstützen also eher Vorhaben die zum scheitern verurteilt sind ?
Die sollen sich doch freuen, daß jemand auch mal nachdenkt und nichts überstürzt macht.
Immerhin schreiben die sich doch selbst auf die Fahnen, welch' tolle Angebote sie zum Thema
Info&Co anbieten. Außerdem wollen die doch auch eine Tragfähigkeitsbescheinigung um zu sehen ob das Konzept überhaupt taugt.

>Mit der Begründung, man könne doch auch sicher einen Existenzgründerkredit bei der Bank
>bekommen. Denn wenn das funktionieren könnte, sehen die sich nicht zuständig.

Das ist doch krank.
Ok, würde ich ein Atomkraftwerk gründen, könnte ich verstehen dass die nix dabei tun. Aber dann hätte ich mich auch woanders
angestellt.
Ein Handwerksbetrieb ist aber auch etwas mehr als ein Bauchladen...
Verstehe das mal einer.


@Vincent_Vega

>nennt sich "garage"; ist ein modell in essen, ich weiss nicht ob´s so was gibt, wo du herkommst.
Nein gibt's nicht.
Allerdings darf man hier wohl schwarzarbeiten um sein Grundkapital zu erwirtschaften.
Zumindest machte der Mitarbeiter eine positiv eingestellte Bemerkung dazu
als ich ihm dies als eine der Alternativen zur Kapitalbeschaffung  vorschlug.
Aber bei dem Thema sind die ja 'eh taub, könnten ja sonst den Laden zumachen.

>überleg dir was anderes.
Kann mich ja als Fallmanager bewerben :-)

inline

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 943
Re: Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #10 am: 01:41:55 So. 21.Juni 2009 »
Zitat von: Janus
Mittlerweile ist Juni und das Geld wurde knapper. Also ab zum Arbeitsamt da ja ein Anspruch besteht, auch nach den Aussagen der ARGE.
Glaubte ich...

Nachdem mein "Berater" dann erfuhr, daß ich alternativ auch eine Existenz gründen würde, sagte er mir,
daß ich sogar einen Gründungszuschuss bekomme da mein Gründungsvorhaben ja "vernünftig sei".
Mit ihm zusammen habe ich dann den Antrag auf Arbeitslosengeld ausgefüllt - dämlich naiv - und ihn dann
später bei der Leistungsabteilung abgegeben.

Allerdings wurde mir dort binnen zwei Minuten mitgeteilt, das dieser abgelehnt ist. Mündlich.

Irgendwas ist da wohl was quer gelaufen.
Den Gründerzuschuss gibt es wenn man arbeitslos ist und man noch einen Restanspruch auf ALG I  hat ( mindestens noch 90 Tage, soweit mir das bekannt ist) . Das Gewerbe darf dabei noch nicht vorher gemeldet sein. 
Zitat
Mittlerweile ist Juni und das Geld wurde knapper
Ich vermute mal, das Gewerbe war schon angemeldet .

Wenn also das Gewerbe/Handwerk schon angemeldet ist und es nicht läuft , bzw. das Geld trotz (selbständige) Arbeit nicht reicht , ist die ARGE zuständig.

Dann gibt es keinen Gründungszuschuss, sondern nur die Kannleistungen. Das kann Regional ganz unterschiedlich sein.
Das heißt, eine Stadt gibt vielleicht einen Zuschuss von 5000 € und eine andere gibt noch nicht mal ein Darlehen von 500 €, bei gleicher Ausgangslage. Das alles ist möglich.



Lonley_82

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 2
Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #11 am: 14:13:55 Mi. 24.April 2013 »
Hallo Leutz ich habe ma nach gehorcht was ich so zu Gründung für mein Sicherheitsunternehmen bräuchte und zwar folgendes :

Die Sachkunde Prüfung nach §34 a GeWo
Einwandfreier Leumund
Erlaubnis der IHK
Gewerbeanmeldung

Antragsunterlagen für die ENZGRÜNDERFÖRDERUNG

Mit dem Antrag müssen Sie folgende Unterlagen abgeben:
eine Kurzbeschreibung des Geschäfts,
einen Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan,
eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau mit einer monatlichen Aufstellung bis maximal einem Jahr
eine fachkundige Stellungnahme von unabhängiger Seite
die Anmeldung beim Gewerbeamt oder Finanzamt
Eine fachkundige Stellungnahme sollte beispielsweise von einer Stelle wie
der Industrie- und Handelskammer,
Berufsständigen Kammern,
den Handwerkskammern,
Fachverbänden,
Kreditinstituten,
Steuerberater oder Unternehmensberater
erstellt oder bestätigt sein
Wenn Sie alle Hürden genommen haben, dann sollten Sie gut gerüstet sein für eine neue, selbständige Existenz, weg aus Hartz IMit dem Antrag müssen Sie folgende Unterlagen abgeben:
eine Kurzbeschreibung des Geschäfts,
einen Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan,
eine Umsatz- und Rentabilitätsvorschau mit einer monatlichen Aufstellung bis maximal einem Jahr
eine fachkundige Stellungnahme von unabhängiger Seite
die Anmeldung beim Gewerbeamt oder Finanzamt
Eine fachkundige Stellungnahme sollte beispielsweise von einer Stelle wie
der Industrie- und Handelskammer,
Berufsständigen Kammern,
den Handwerkskammern,
Fachverbänden,
Kreditinstituten,
Steuerberater oder Unternehmensberater
erstellt oder bestätigt sein
Wenn Sie alle Hürden genommen haben, dann sollten Sie gut gerüstet sein für eine neue, selbständige Existenz, weg aus Hartz IV.



Jetzt meine Frage an die Gemeinde :

wie boxe ich meine Antrag durch trotz AUSSAGE " WIR FÖRDERN SIE NICHT"

Ich erfülle Folgende Vorraussetzungen:

Unterrichtung nach §34a GeWo
Sachkundeprüfung nach §34a GeWo
Buissnessplan ( vom Unternehmensberater )
Rentabilitäts Vorschau "Gewinn und Verlust Rechnung"  ( vom Unternehmensberater)
Einen Unternehmensberater der hinter mir steht und mich unterstüzt mit Fachkundiger Beratung
einen Auftraggeber der Hinter mir steht und mich unterstüzt mit Aufträgen

das einzige was ich nicht habe ist eine Fahrerlaubnis wo ich eine MPU benötige wobei ich die kohle dafür schon habe und  alles Bezahlt und auch Beantragt ist .... ein Fahrzeug würde ich von meinen Eltern bekommen somit ist dieses Geld auch gesichert

lt Arge Lahn Dill WERDE ICH NICHT GEFÖRDERT......

hat irgendjemand noch tipps für mich ?????

hanni reloaded

  • Gast
Re:Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #12 am: 15:11:41 Mi. 24.April 2013 »
Auf derlei Leistungen (Gelder) gibt es keinen Rechtsanspruch, ist Kann-Leistung.

Ganz ehrlich: Pfoten weg.

Falls du das alles selber finanzieren kannst, also keine Gelder willst, kann dir das niemand verbieten.


schwarzrot

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4516
Re:Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #13 am: 17:34:57 Mi. 24.April 2013 »
Hmm, mehrfachposting! Mögen wir nicht!
http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21739.msg278481#msg278481

Und hilfssheriffs, dummbüttel, die den reichen ihre pfründe bewachen, erst recht nicht.
Mich nervt ohnehin, dass man inzwischen kaum noch in einem supermakrt einkaufen kann, in dem nicht so ein uniformierter proll, doof rumsteht.
Daneben hört sich für mich das ganze sehr nach scheinselbstständigkeit an: Im bereits verteilten 'sicherheitsmarkt' wirst du mit deiner 1-mann 'firma', nur durch dumping-löhne bestehen können, wenn überhaupt.

Ansonsten: Generell hat Hanni wieder mal recht!

Pfoten weg! Mach was vernünftiges.
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

Eivisskat

  • Gast
Re:Existenzgründungszuschuss - ein Hohn ?
« Antwort #14 am: 18:12:36 Mi. 24.April 2013 »
Zitat
Mich nervt ohnehin, dass man inzwischen kaum noch in einem supermakrt einkaufen kann, in dem nicht so ein uniformierter proll, doof rumsteht.

Hi hi, allerdings! :D

Und sich obendrein furchtbar wichtig macht für seinen Hungerlohn, das "arme Schwein"...  ;)

Verdienen tun an dieser sog. Selbstständigkeit^^ nur die Ämter, Handelskammer, usw. an Gebühren & Auflagen. Für den Betroffenen ist es meist nur ein ganzer Haufen Rennereien, Nerv und Stress, bei dem sonst eh Nix raus kommt. Dann noch die monatlichen Abrechnungen zwecks Aufstockung eines eventl. Mini-Einkommens mit dem JC, bedeutet reif für die Klappse in wenigen Monaten.