Autor Thema: Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen  (Gelesen 27868 mal)

Kater

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Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« am: 12:14:15 Mi. 05.August 2009 »
Zitat
Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen

Die Zahl der Selbstständigen, die ergänzend zu ihren Einkünften Hartz-Vier-Leistungen beziehen, hat sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit erhielten am Jahresende 2008 rund 114.000 Selbstständige Arbeitslosengeld II; Ende 2006 lag ihre Zahl bei nur 56.000. Der Trend setze sich weiter fort, heißt es in einer Mitteilung der Bundesagentur weiter. Als Gründe wurden Auftragsmangel und die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise angegeben.


http://www.dradio.de/nachrichten/200908051200/3

Wilddieb Stuelpner

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #1 am: 12:34:13 Mi. 05.August 2009 »
Sind doch Klasseerfolge mit der Existenzgründung durchs Arschamt gewesen. Nun hört man keine CDU/CSU oder FDP rumtrompeten, was Existenzgründungen doch für eine gute Chance sind, wenn man den Job verliert. Im Gegenteil, jetzt unterstellen genau diese Trompeter den Existenzgründern, die Existenzgründungen nur als Notnagel, als Betrug mißbraucht zu haben, um nicht sofort Alg II beantragen zu müssen. Als Existenzgründer hätte man nur Zeit geschunden und sich vor Alg II gedrückt.

Diesen zynischen, hinterhältigen und arroganten Parteifunktionären sollte man sofort eine kräftig scheuern.

Alex22

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #2 am: 19:06:31 Mi. 05.August 2009 »
Dann gibt es noch die menschen, die von der ARGE aus dem ALG II gemobbt wurden und nun "freiwillig kranken versichert " sind.
Die Außenstände der KK werden immer größer und er Versicherungsschutz ist nicht wirklich vorhanden.
Es wird dann unterstellt, dass man sich die Kosten der KK sparen will.
 ???

Auferstanden

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #3 am: 13:28:31 Sa. 08.August 2009 »
Reformen und Veränderungen in einem auf Ausbeutung basierenden Gesellschaftssystem sind immer mit Vorsicht zu genießen.

Ein "gutes" Beispiel ist die "Zwangsmitgliedschaft in einer beliebigen Krankenversicherung.
Erst einmal, oberflächig betrachtet sinnvoll, nur die Realitäten sehen wieder einmall anders aus.
Anstatt das wirklich jedermann/frau pflichtversichert ist, oft genau gegenteiliges. Die öffentlichen beauftragten Verwahranstalten
sorgen nicht zu knapp noch dafür, die schon beschäftigungslos gewordenen Menschen auch noch versicherungslos werden zu lassen.

Der Wahnwitz dabei ist, das nach eine kurzen Frist zwar keine Krankversicherung mehr besteht aber dank der
besten aller toitschen Gesetze laufende Pflichtversicherungskosten auflaufen, die es wiederum zu tilgen gilt. 


 


Alex22

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #4 am: 18:26:13 So. 09.August 2009 »
.............
Der Wahnwitz dabei ist, das nach eine kurzen Frist zwar keine Krankversicherung mehr besteht aber dank der
besten aller toitschen Gesetze laufende Pflichtversicherungskosten auflaufen, die es wiederum zu tilgen gilt. 

Willkommen im Club.
Ich brauche Marcumar und einige andere Sachen. Ich bin ja einer, der seine KK nicht bezahlt, weil er sich diese ersparen will.
Das ist die Meinung der zu gut bezahlten Sozialschmarotzer in den Vorständen.
Jetzt mit 45 kann ich noch Schuldenmillionär werden. Ganz einfach per Gesetz wurde ich zu Zwangszahlungen verpflichtet. Richter, die sowas einfordern, werden sicher mal erschossen.

Strombolli

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #5 am: 20:57:54 Di. 11.August 2009 »
Jahrelang war ich (als Selbsständiger) bei meiner, damals einen Job habenden Frau, mitversichert. Das änderte sich auch nicht als wir beide dann auf ALGII mit geringfügigen Beschäftigungen waren. Erst als mir zum 50. Geburtstag dann seitens der ARGE eine 3 Jahre-KommunalKombi "geschenkt" wurde, hat sich das umgekehrt. Nunmehr ist meine Frau bei mir mitversichert.

Die uns versichernde Krankenkasse hat damals (da war ich übrigens bei der DAK, die nur bis zur Gesamtvollstreckung hält!!!) übrigens den Antrag auf Gesamtvollstreckung gestellt. Es waren vielleicht 4500 DM Beitragsrückstand für meine Beschäftigten. Die Banken hatten die Konten dichtgemacht. War also (mit meinen Schuldnern) der Auslöser meiner Enteignung.

Die gesundheitlichen Folgen dieses Einschnittes: Despression, Diabetes, Zahnersatz, chron. Atemwegserkrankung ... Kosten für diese Behandlungen:
Ein Mehrfaches meiner damaligen Schulden...

Manchmal erwische ich mich dabei, die "Was-wäre-wenn?" Frage zu überschlagen. Was wäre gewesen, wenn ich nicht in Konkurs gegangen wäre?
Hätte ich auch so viel Behandlungskosten verursacht oder hätte ich richtig schick Beiträge abgedrückt? Und auch hier: Was wäre passiert, wenn  mein Unternehmen weiterbestanden hätte? Hätte ich brav Steurn bezahlt und wären die mehr gewesen, als das was meine Frau, Kinder und ich in all den Jahren des Niedergangs und der Ausgrenzung an Sozialleistungen bekommen haben?

Was ist für einen Staat rentabeler?

Fragen, die angesichts der Finanzkrise und deren Verursacher, sowie ihr jetziges Verhalten immer wieder mal hochkommen und die ich nicht wirklich beantworten kann. Ich will auch nicht darüber nachdenken. Habe Angst darüber zum Alkoholiker zu werden, wie so viele andere.

Ich kann nur jedem raten, sich genauestens zu überlegen, ob er (ohne reichlich Kapital) in Deutschland unternehmerisch selbstständig werden will! 

Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

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BakuRock

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #6 am: 22:05:28 Di. 11.August 2009 »
Zitat
Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
........................................
Als Gründe wurden Auftragsmangel und die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise angegeben.

http://www.dradio.de/nachrichten/200908051200/3

Ja, und heute wurden im "Hintergrund" die Gruende so definiert, dass:

Zitat
..................
Der Wirtschaftspsychologe Professor Heinz Schuler befasst sich an der Universität Hohenheim in Stuttgart mit Berufseignungsdiagnostik. Er glaubt, dass es berufsrelevante Eigenschaften gibt, die den Unterschied zwischen einem Gründertyp und den so genannten getriebenen Gründern ausmachen:

"Nur ein kleiner Teil davon würde zu Gründungsaktivitäten neigen, wenn die Situation eine bessere wäre. Denn was außer der hohen Leistungsmotivation auch noch dazu gehört, ist ein ausgeprägtes Unabhängigkeitsstreben. Richtige, typische Unternehmer wollen sich von anderen eigentlich nichts sagen lassen, wollen selbst die Sache in die Hand nehmen. Das ist nicht typisch für abhängig Beschäftigte eigentlich. Und wenn die Unternehmensgründung mehr oder weniger eine Notlösung aus dem Verlust des Arbeitsplatzes heraus ist, dann fehlt eigentlich diese Komponente des Unabhängigkeitsstrebens."
.....................................................

und so werden, ganz subtil, die Gruende fuer das Scheitern nicht der wirtschaftlichen Situation zugeschrieben, sondern den Charaktereigenschaften der Gruender persoenlich.....

Der ganze "Hintergrund": http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1015077/

---
Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, gibt es für sie keine Hoffnung. .... A. Einstein

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Strombolli

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #7 am: 23:18:40 Di. 11.August 2009 »
Dieser Gedanke ist höchst interessant, denn bspw. ich bin ja in eine "Alternative" gerutscht. Es stimmt schon, man will sich nichts sagen lassen, wenn man gewöhnt war, Entscheidungen selbst zu treffen. Hinzu kam 1990 eben die Sondersituation, das man als Ossi von vornherein als Dussel hingestellt wurde. Teilweise irgendwelche verzogenen, arroganten Westbubies vor die Nase gesetzt bekam oder als Berater erhören/befolgen musste, was aus ihren marktwirtschaftlich geprägten, geweihten Mündern kam.

Nach meinem Scheitern (wegen Nichtbezahlung meiner Rechnungen .. bla, bla..siehe irgendwo) habe ich dann 1995 auch sofort in Personalunion weitergemacht. Solange bis das Finanzamt STOP! rief und mir wegen "steuerlicher Unzuverlässigkeit" über das Gewerbe- & Ordnungsamt selbstständige
Tätigkeit untersagte.

Seither liege ich dem Staat mit innerem Genuss und äusserem Verzicht auf der Tasche.

Die Bänker durften das Millionenfache meiner (nicht selbst gemachter) Schulden verjubeln und die Großen durften alles an persönlichem Besitz behalten.
Ich und Millionen anderer Klein-Unternehmer nicht! Sie wurden enteignet, wie man es fast mit den Zuständen der Juden um 1933 (III. Reich) oder der Grundbesitzer 1946 oder Privatfabrikanten 1972 (DDR) vergleichen könnte.

Es ist Unrecht. Unrecht mit System!
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Alex22

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #8 am: 13:04:44 Mi. 12.August 2009 »
Zitat
ist ein ausgeprägtes Unabhängigkeitsstreben.
Stimmt!

Aber diese Eigenschaften braucht man auch im Kampf gegen die Neoliberalen Staatsfeinde.
Dieser Kampf ist ein Unternehmen.
Ich hoffe wir haben bald viele autonome Außenstellen, die "unternehmerisch" tätig werden.

Natürlich sind die Selbstüberschätzung oder Falscheinschätzung Gefahren für die Selbstständigkeit. Das ist ohne Frage.
Eine Wettbewerbsgesellschaft ist jedoch schon deshalb abzulehnen, da sie nicht die eigentlichen Leistungen als Kreterium der Stärke gelten lässt, sondern nur den finanziellen Erfolg als Maßstab anerkennt.

inline

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #9 am: 00:46:35 Fr. 14.August 2009 »
Zitat
Richtige, typische Unternehmer wollen sich von anderen eigentlich nichts sagen lassen, wollen selbst die Sache in die Hand nehmen. Das ist nicht typisch für abhängig Beschäftigte eigentlich.

Dem kann ich nur voll zustimmen.

Genau aus diesem Grunde treffen Welten aufeinander, wenn jemand der schon selbständig ist zur ARGE tigert.

Strombolli

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #10 am: 00:58:01 So. 16.August 2009 »
SPIEGEL Nr. 34 - G E S U N DH E I T
Schmerzhafte Lücke - In Not geratene Selbständige dürfen vorerst nicht auf zusätzliche Unterstützung hoffen, damit sie ihre Krankenversicherung bezahlen können. Dasgeht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Frage des Linkspartei-Abgeordneten Frank Spieth hervor. Zwar räumt die Bundesregierung erstmals offiziell ein, dass ihr bei der jüngsten Gesundheitsreform ein Fehler unterlaufen ist. Eine „gesetzliche Neuregelung zur Behebung“ sei in dieser Legislaturperiode jedoch nicht mehrmöglich. Von der Gesetzeslücke betroffen
sind vor allem gescheiterte Kleinunternehmer und Freiberufler, die Hartz IV beziehen und seit der Gesundheitsreform gezwungen sind, sich privat
zu versichern. Für den ermäßigten Mindesttarif ihrer Krankenkasse müssen sie etwa 285 Euro im Monat bezahlen. Die staatliche Unterstützung beträgt aber nur etwa 130 Euro. Den Differenzbetrag müssen die Betroffenen aus eigener Tasche zahlen, obwohl sie am Existenzminimum leben. Das Problem war bei den Verhandlungen zur Gesundheitsreform bereits bekannt, allerdings konnten sich Union und SPD auf keine gemeinsame Lösung einigen.

Zitatende.

Typisch für dieses Land. Erstmal abzocken ... solang es geht. Ob Handytarife, Stromrechnung, Spritpreise, Löhne nach unten ...
Zeigt ihnen bloß am Wahltag die rote Karte!

siehe natürlich auch hier! (Ja ich habs gelesen)
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Kuddel

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #11 am: 10:38:23 Di. 14.Juni 2011 »
Zitat
Selbstständige bauen vermehrt auf Hartz IV

Die Zahl der Chefs in Eigenregie, die ihr Einkommen mit Staatsgeld aufbessern, steigt stetig. Doch nicht nur Selbstständige mit mangelndem Umsatz wenden sich offenbar an die Agentur für Arbeit, sondern auch solche die es nicht nötig haben.


Immer mehr Selbstständige in Deutschland sind laut Medienberichten auf Hartz IV angewiesen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) sei die Zahl der Selbstständigen, die ihre Einkünfte mit Hartz IV aufstocken, von 2007 bis 2010 um mehr als 50.000 auf im Jahresdurchschnitt etwa 125.000 gestiegen. Das berichtet die "Süddeutschen Zeitung" unter Berufung auf Statistiken der Nürnberger Behörde.

Im Februar 2011 zählte die BA dem Bericht zufolge knapp 118.000 selbstständige Aufstocker. Rund 85.000 von ihnen hätten über ein Einkommen von weniger als 400 Euro verfügt, 25.000 bis zu 800 Euro verdient, der Rest etwas mehr. Arbeitsvermittler in den Jobcentern würden dieses Phänomen mit Sorge beobachten, weil sie einen Missbrauch des Sozialstaates befürchteten. Denn Selbstständige könnten ihr Einkommen so herunterrechnen, dass sie auf dem Papier Anspruch auf die Hilfe zum Lebensunterhalt hätten, obwohl sie auf das Geld gar nicht angewiesen seien.

Nach Recherchen der Zeitung tauchen in den Jobcentern immer wieder sogar Firmeninhaber mit mehreren Mitarbeitern auf, beantragen Hartz IV und bekommen es auch. Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur, sprach sich für eine Debatte darüber aus, ob sich die Bezugsdauer von staatlichen Grundsicherungsleistungen für Selbstständige zeitlich begrenzen lasse.

"Irgendwann muss man schwarze Zahlen schreiben oder - so weh es tut - die Selbstständigkeit aufgeben", sagte er dem Blatt. "Der Steuerzahler kann nicht auf Dauer eine nicht tragfähige Geschäftsidee mit finanzieren."
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:arbeitsmarkt-selbststaendige-bauen-vermehrt-auf-hartz-iv/60064751.html

schwarzrot

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #12 am: 11:43:37 Di. 14.Juni 2011 »
Danke Kuddel.

Dieser artikel ist ja an unverschämtheit nicht zu überbieten:
Er verschweigt geflissentlich, dass meissten dieser ALGII-'selbstständigen' erst durch Alt, Hartz und Co., aus dem HartzIV, in die 'selbstständigkeit gedrängt wurden. Ohne die sonst bei selbstständigen üblichen mittel, kontakte, geschäftsfachwissen und ohne meisst überhaupt klar zu erfassen, was sie sich da aufhalsen (es gibt auch hier im forum, leute, die sich vorstellen, mit 'selbstständigkeit' würden sich ihre probleme lösen).

'Florida-Rolf'-taktik:
Es handelt sich da eben meisst nicht um *'Chefs'*, sondern um arme schlucker, die das ewige zwangs-sinnlosbewerbungen/absagen-spielchen der 'JC' durchbrechen wollen, indem sie mit ihrem bischen wissen, kenntnissen und verschärfter selbstausbeutung versuchen, sich selbst aus der job-misere zu ziehen. Das ist nichts anderes als die perfide story von 'Florida-Rolf', der dann für alle erwerbslosen stehen soll, zum beweis, dass es viel zu vielen, viel zu gut geht, auf 'kosten' der 'allgemeinheit'.

Wer sich ein bischen in der sache informiert, der weiss (wie die 'ftd' es wohl nicht recherchieren wollte), dass das angesprochene 'Einkommen herunterrechnen' heftig von den SBs kontrolliert wird, die teilweise sogar bei wichtigen geräten dies nicht genehmigen.

Nein, es geht hier um etwas anderes, darum dass hier ein paar betroffene lieber sich ihre ausbeutung selber suchen, statt entsprechend mit 1-eus/'bürgergeld', 'minijob' bei richtigen ausbeutern und ähnlichem, die zeit totzuschlagen. Und das möchte Alt nun am liebsten wieder auf linie bringen.

Der artikel soll wohl das terrain dafür ebnen.

Mich würde wirlich mal interessieren von wieviel prozent denn hier wirklich die rede ist, die angeblich 'Nach Recherchen der Zeitung tauchen in den Jobcentern immer wieder sogar Firmeninhaber mit mehreren Mitarbeitern auf, beantragen Hartz IV ' und es auch bekommen.

Oder, anders: Wer ist denn wirklich so blöd, sich mit dem 'JobCenter' rumzuschlagen, wenn er es nicht wirklich muss?!

"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

schwarzrot

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #13 am: 14:55:41 Di. 14.Juni 2011 »
..auch SpOn schiesst sich auf die kampagne von Ede Alt ein:
Zitat
Sorge um Sozialstaat: Mehr als 100.000 Selbständige beziehen Hartz IV
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,768262,00.html

Interessanterweise scheint der quatsch aber bisher nicht in dem spiegeleigenen forum zu verfangen. Die leute sind zum glück etwas schlauer und glauben nicht jeden scheiss.  ;D
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Pfiffi

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Re:Immer mehr Selbstständige auf Hartz IV angewiesen
« Antwort #14 am: 15:40:23 Di. 14.Juni 2011 »
Zitat
Oder, anders: Wer ist denn wirklich so blöd, sich mit dem 'JobCenter' rumzuschlagen, wenn er es nicht wirklich muss?!

Danke Schwarzrot, hast meinen Tag gerettet. Aber das ist wirklich ein perfides Spiel was da gespielt wird.

Konkret hat meine Frau sich selbständig gemacht, es läuft gut bis sogar sehr gut, allerdings sollte man nicht vergessen, das wir eine BG von insgesamt 6 Personen sind. Und das ist auch bei + 240 Stunden meiner Frau beim besten Willen nicht zu schaffen.
Und mir sind als Vermittlungshemmnisse, 4 schulpflichtige Kinder von denen 2 behindert sind und doch einer erhöhten Aufmerksamkeit bedürfen, die Hände gebunden, meinen Arbeitskraft in Schichten oder bundesweit einzusetzen. Bei Bewerbungsgesprächen ist dann immer zu hören, aber da können sie ja nur von 7 - 17 Uhr arbeiten, ja das ist Tatsache und ich möchte und will ja auch und was wäre an einer halbstags Stelle für einen Mann so schlimm?
Nein die winken dann immer dankbar ab. So sieht es konkret aus, nein hier wird wie bei allen immer alles über einen Kamm geschoren.

Perfide und hinterhältig.
Jeder kennt den "Dreisatz", welcher ist davon bei den JCs anzuwenden?

JC Dreisatz: Warum?  Wo steht das? Alles nur schriftlich!!