Autor Thema: Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne  (Gelesen 10940 mal)

jobnomade

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Zitat
Auch in der Open Source Gemeinde werden Bounties genutzt um die Erbringung von Leistungen schmackhaft zu machen.
Quelle? Wo noch? Wer unter dem BGB erbringt ne 100% Vorleistung mit nichts sicherem als dem "Geschmack des eigenen Schweisses" und ohne Vorschuss als Gegenleistung?
Nichtmal der dümmste Klempner würde das machen was da einige "Trüffelschweine der Elektronikindustrie" (Zitat DieGrünen  zur OSS-Industrie in den 80ern als sie noch was taugten ) annehmen.

Immer interessant, was für neue "Crowdsourcing"- Outsourcing-Motivationsmethoden sich die Personalschlaumeier und Arbeitsrechtsverdreher aus den IT-Konzernen aus dem nachstehenden wiki-Artikel einfallen lassen um Arbeitnehmer und Auftragnehmer maximiert zu benachteiligen, ich sehe den Versuch dem Nachwuchs da eine ziemlich neoliberale "Arbeits-" und "Anspruchsverzichtserziehung" zukommen zu lassen.
Darauf fällt die Zielgruppe, die neue FDP-Jugend "Piratenpartei", aber wohl massenweise rein.

Klarer Fall für http://engineering-igmetall.de/ , und HBS, Stellungnahme bitte.

Zitat
Das Ziel eines jeden Bounties wird klar definiert[...]Verbindlich ist dass das Bounty erst beim Erreichen der definierten Leistung weitergeleitet wird.

Kein Change Management und so? Klingt für mich arg undefiniert ausser dass nur der Auftragnehmer an die 100% Vorleistungserbringung "verbindlich" gebunden ist. Hamsterrad. Empfehle dem Nachwuchs unbedingt Lektüre von Grupp; Bundschuh, Fabry; Etzel, Heilmann, Richter, und die Rechtssprechung zu Werkverträgen bevor man sich auf jede Art Werkverträge einlässt, von wegen "klarer Definition" über die sich seit der ersten Lochkarte Richter und Professoren streiten.

Das "Bounties" und "Crowdsourcing" -Zeugs klingt alles rechtlich nach dem härtesten Werkvertrag den es je geben könnte und wenn ich die Quelle korrigieren darf:
http://en.wikipedia.org/wiki/Open_source_bounty
Wird von jedem Outsourcing Management bestimmt wärmstens unterstützt und das sind auch sicher die Urheber.

Weiterverweise auf Diskussionen über (Arbeits-) rechtliche, gesellschaftliche und soziale Folgen oder gar Kritik an Bounties und Crowdsourcing finden sich in dem Artikel wohl aus gutem Grund nicht.
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matten

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #1 am: 04:42:59 Mi. 26.Oktober 2011 »
moin,

was mich richtig sauer macht ist..

da gibt man irgend einem Ober-Scheiß-Dreck einen Englischen
Namen und schon ist das für viele toll und neu und was
weis ich.

Das ist ganz üble Abzocke von Leuten... würde neulich
bei uns im Betrieb gerfagt ob ich das kenne
übel übel.

Sachse

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #2 am: 16:25:05 Do. 03.November 2011 »
Sowas ist aber in anderen Branchen doch normal. Auf dem Bau bekommt der Handwerker doch auch erst sein Geld wenn das Rohr verlegt und abgenommen ist.

saram

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #3 am: 17:09:33 Mo. 07.November 2011 »
Hm, ist es nicht in der Tat so, daß mit Software an sich immer weniger verdient wird, weil es eben das Internet gibt? Oder wird hier der Versuch unternommen, einen Großteil der Entwicklung marktfähiger Endlösungen auf die "Freizeit" von Praktikanten, Employees, Volunteeren und anderen Temporärvariablen auszulagern, während ein Projektmanager sämtliche Erträge aus dem Endabnehmerpreis einstreicht?
Kommt doch eigentlich immer aufs Management an oder nicht? Da kann doch selbst das für alle effizienteste Konzept nix richten, wenn die Struktur einer Software verwurstet wird. Liegt vielleicht auch daran, wenn ein Projektleiter selber nich coden kann und infolge dessen  niemals einen echten Überblick gewinnt im schlechtesten Fall.. .
Welche Chancen haben da Opensource-Bildungseinrichtungen?

jobnomade

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #4 am: 14:31:26 Mo. 26.Dezember 2011 »
Sowas ist aber in anderen Branchen doch normal. Auf dem Bau bekommt der Handwerker doch auch erst sein Geld wenn das Rohr verlegt und abgenommen ist.

"Dienstleister" wie Hüther, Prof. Dr. Sinn oder Dein Internet Provider haften nur bei Vorsatz, die können "leisten" was sie wollen und Du musst trotzdem zahlen.
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jobnomade

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #5 am: 14:32:00 Mo. 26.Dezember 2011 »
Sowas ist aber in anderen Branchen doch normal. Auf dem Bau bekommt der Handwerker doch auch erst sein Geld wenn das Rohr verlegt und abgenommen ist.

"Dienstleister" wie Hüther, Prof. Dr. Sinn oder Dein Internet Provider haften nur bei Vorsatz, die können "leisten" was sie wollen und Du musst trotzdem zahlen.
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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #6 am: 21:40:25 Sa. 04.Februar 2012 »
Warum soll ich denn für´n Bounty arbeiten? Die gibt es doch in jedem Supermarkt?

Zitat
Sowas ist aber in anderen Branchen doch normal. Auf dem Bau bekommt der Handwerker doch auch erst sein Geld wenn das Rohr verlegt und abgenommen ist.


Ja, Röhrich bekommt sein Geld erst, wenn das Rohr dran ist. Werner und Eckard bekommen ihren Lohn aber unabhängig davon, ob das Rohr dran ist oder nicht!
Das nennt sich "Unternehmerrisiko". Und dieses Risiko versuchen Unternehmen auf ihre Mitarbeiter abzuwälzen!

Das ist in etwa so, als würde eine Angestellte Friseurin für jeden Haarschnitt einen Anteil bekommen, aber keinen Stundenlohn.
Wenn also keine Kunden kommen, gibts auch kein Geld!

So habe ich das hier jedenfalls verstanden!! Oder?

matten

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #7 am: 21:06:32 So. 05.Februar 2012 »
also IBM will da jetzt auch so ein Ding machen

Schorsch2

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #8 am: 19:34:57 Mo. 28.Mai 2012 »
also IBM will da jetzt auch so ein Ding machen

Das dürfte "Cloud-Working" sein, d.h. eine neue Variante des alten Themas "teure interne Lohnangestellte gegen billigere und flexiblere Auftragnehmer ersetzen". Die Idee dahinter ist der alte Unternehmertraum Arbeitsleistung wie Strom rein mengenmäßig nach Bedarf kaufen und abrechnen zu können.

s.a.
http://www.zukunftpassiert.de/nc/blog/blog-post/2011/09/29/zukunftsmatrix-toptrend-no13-cloud-working-unlimited-die-freelancer-kultur-nach-der-grossen-digi.html

und

http://www.taz.de/!91173/

sowie speziell bzgl. IBM http://www.golem.de/1006/75970.html

matten

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #9 am: 17:16:17 Sa. 28.Juli 2012 »
moin..

was mich wütend macht ist...

es wird einfach einem Dreck ein anderer Name gegeben

es bleibt aber halt der gleiche Dreck..

matten

Diktator

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Re:Crowdsourcing und Bounties - Neue Ausbeutungsmethoden der IT-Konzerne
« Antwort #10 am: 15:26:39 Mi. 12.September 2012 »
Erschreckend ist, dass man den Eindruck gewinnt, dass es (wahrscheinlich in Unternehmensberatungen) Leute gibt, die den Auftrag haben sich immer raffinierter Tricks und perfidere Ausbeutungsmethoden zu erdenken. Sowas müsste verboten werden!

Aber das schlimme ist ja, dass sich genügend Menschen dafür hingeben und UMSONST Leistungen erbringen, die extrem viel Wert sind! Was bringt Menschen dazu? Ich kann es nicht nachvollziehen. Ich will immer noch für Arbeit bezahlt werden, bin ich jetzt verrückt?