Autor Thema: Inflation - Wie stark Rentner vom Preisanstieg betroffen sind  (Gelesen 1962 mal)

Wilddieb Stuelpner

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MDR, Sendung "Umschau": Inflation - Wie stark Rentner vom Preisanstieg betroffen sind

Rund 20 Millionen Rentner in Deutschland stehen mit immer weniger Geld da. Und ihre Lage scheint sich nicht zu bessern. Die Umschau zeigt, wie die finanziellen Möglichkeiten der Ruheständler eingeschränkt werden.

Da ist zum Beispiel Frau S, deren Rente zuletzt im Juli 2003 erhöht wurde. Den monatlichen Betrag von 681 Euro erhielt sie allerdings nicht lange. Weil Rentner seit April 2004 mehr für die Pflegeversicherung zahlen müssen, bekommt sie seither nur noch 675 Euro. Eine Anpassung der Rente ist dagegen nicht zu erwarten. Wie schon 2004 wird es auch 2005 und wohl auch im nächsten Jahr eine Nullrunde für Rentner geben.

Im Vergleich zu Frau S. steht das Ehepaar P. finanziell etwas besser da. Doch auch sie kennen das Problem des rückläufigen Einkommens. Von einst 2.113 Euro haben jetzt nur noch 2.094 Euro

Überdurchschnittliche Belastung

Zu den Nullrunden und wachsenden Sozialabgaben werden die Renten durch weitere Belastungen geschmälert: die Kosten für die Wohnungen steigen, medizinische Behandlungen werden teurer, alltägliche Ausgaben kosten immer mehr. Im Vergleich zu jüngeren Altergruppen werden Rentner hierbei erheblich stärker belastet. Deutlich zeigt dies unsere Tabelle, die sie im PDF-Format herunterladen können. Während der Preisanstieg im Bundesdurchschnitt bei 2,9 Prozent liegt, trifft er Rentner in Wirklichkeit mit 3 bis 3,2 Prozent. Sie haben nämlich andere Ausgaben als jüngere - und das vor allem in Bereichen, die einer stärkeren Teuerung unterworfen sind. So schlagen bei Älteren vor allem die Kosten für das Wohnen, für Heizung und Strom besonders zu Buche. Hinzu kommen die oft nicht unerheblichen Ausgaben für Medikamente, regelmäßige Arztbesuche, Behandlungen und die Praxisgebühr.

Damit werden Ruheständler überdurchschnittlich stark belastet. Von der Rente bleibt - wenn überhaupt - immer weniger übrig. Wer nur geringe Altersbezüge hat wie Frau S. kann dadurch in finanzielle Bedrängnis geraten. Für Sie wird spürbar, dass jede Nullrunde eigentlich eine Rentenkürzung ist.

Entwicklung geht weiter

Doch das wird sich in Zukunft wird kaum verbessern. Vielmehr werden die Belastungen durch folgende gesetzgeberische Maßnahmen noch zunehmen:
  • Seit Januar 2005 werden wird ein Rentenanteil von 50 Prozent besteuert; bis 2040 soll er auf 100 Prozent wachsen. Allerdings werden die hohen Freibeträge eingeräumt, so dass Rentenbezieher ohne zusätzliche Einkünfte verschont bleiben dürften.
  • Im Juli 2005 muss für Zahnersatz ein Sonderbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent des Bruttoeinkommens eingezahlt werden. Während der "normale" Satz bei der gesetzlichen Krankenversicherung im gleichen Zug um 0,45 Prozent gesenkt wird, werden Rentner um genau diesen Satz stärker belastet, da sich die Rentenversicherung nicht an diesen neuen Ausgaben beteiligt.
  • Ausbildungszeiten spielen beim Erwerb von Entgeltpunkten eine zunehmend geringere Rolle. Bei künftigen Neurentnern wird das merklich zu Buche schlagen.
Auswirkung der Preissteigerung je nach Altersgruppe, gegliedert nach Bundesländern und nach Waren- bzw. Dienstleistungsarten
Zitat
Meine Anmerkung: Für kommende Rentnergerationen wird es noch schlimmer werden, da
    • die Rentenfaktoren und -werte abgesenkt werden,
    • der Demographiefaktor als weiteres Rentenkürzungsmittel zuschlägt,
    • die bisherig anerkannte Schul-, Berufs- und Fortbildungszeiten 2009 nicht mehr als Versicherungszeiten und nicht mehr mit Rentenversicherungsbeiträgen berücksichtigt werden. Ursprünglich waren es einmal 13 anerkennte Anrechnungszeiten, gegenwärtig sind es 7 und 2009 wird es "Null" werden. Die Bundesregierung unterbindet so den Willen, sich lebenslang fachlich weiterzuentwickeln. Das ist auch ganz im Interesse der Unternehmenslumpen, die Qualifikationen nicht anerkennen, abwerten bzw. nicht zulassen wollen. Ganz im Sinne der Zwergschulenagitation eines Herrn Hundt, Braun, Henkel, Rogowski, ifo-Präsidenten (Un-)Sinn und diverser verblödeter Unternehmerlobbyisten in der Politik und bei den Wirtschaftsweisen. Sie setzen auf Kombilohnmodelle, um statt existenzsichernder, tariflicher und ortsüblicher Bruttoarbeitsentgelte nur staatlich bezuschußte Hungerlöhne auch bei gut qualifizierten Fachpersonal mit langjähriger Beruserfahrung durchpeitschen zu können. Bezuschussung ist Ausplünderung öffentlicher Kassen durch Unternehmerlumpen, die vom AN über gezahlte Steuern wieder aufgefüllt werden. Das bedeutend langfristig von Unternehmerlumpen angelegten Bankrott der Sozialversicherungssysteme und des deutschen Staatshaushalts.
    • die Zeiten von Arbeitslosigkeit, Hungerlohnjobs wie 1-Euro-Arbeitsgelegenheit, Minijobs, Teilzeitarbeit sich ordentlich nachteilig auswirken werden und
    • Langzeitarbeitslose mit 58 gemäß weiterbestehenden § 428 SGB III genötigt werden, frühzeitig in einen lebenslang abschlagsbehafteten Altersruhestand zu gehen.
    Nach der Massenarbeitslosigkeit folgt die Massenaltersarmut, Obdachlosigkeit und staatlich organisierte Gesundheitsgefährdung, da man sich Kranken- und Pflegeversicherung nicht mehr leisten kann. Hinzu kommt noch die kinder- und familienfeindliche Politik der Bundesregierung und der AG-Verbände. Beide verhindern, daß junge Ehen künftige Steuer- und Beitragszahler in die Welt setzen. Statt ständig Unternehmen Zucker in den Arsch zu blasen, sinnlose Befriedungseinsätze in Krisengebieten zu veranstalten und Rüstungsvorhaben in Milliardenhöhe zu finanzieren, sollte man sich diesen kostspieligen Luxus sparen und in die soziale Sicherheit und Zukunft der eigenen Bevölkerung investieren.
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