Autor Thema: Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau  (Gelesen 2511 mal)

xyu

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Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau
« am: 02:16:01 Mo. 24.November 2014 »
Zitat
Die "Mall of Berlin" wurde im September diesen Jahres eröffnet und ist eine der drei größten Einkaufszentren der Hauptstadt. Der Protzbau am Leipziger Platz, der nach rbb-Angaben ca. eine Milliarde Euro gekostet haben soll, könnte nun in der Vorweihnachtszeit zum Symbol der gängig gewordenen Ausbeutung migrantischer ArbeiterInnen aus dem EU-Ausland werden. Ein Subunternehmen hatte Arbeiter aus Rumänien für schlappe sechs Euro Stundenlohn in dem Konsumgiganten schuften lassen und am Ende nicht mal diesen niedrigen Lohn vollständig an die Arbeiter bezahlt. Ein Teil der Arbeiter hat sich nun in der FAU Berlin organisiert, die nun schnell und entschlossen handeln wird um die ausstehenden Löhne zu erkämpfen!

 

Die Kollegen waren bereits bei der Beratungsstelle des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), der von einer wachsenden Zahl von Beratungen für ArbeiterInnen aus Rumänien und Bulgarien spricht. Dort errechnete man, dass den Arbeitern durchschnittlich noch 2500 Euro zustehen würden. Auf ihren Lohn wartend, lebten sie in Baucontainern am Hinterausgang der Mall of Berlin. Nun sind die Container weg und die Arbeiter sind von Obdachlosigkeit bedroht.

Dieser Fall ist symptomatisch für die steigende Ausbeutung und Ausnutzung von ArbeiterInnen aus EU-Ländern, die für Niedrigstlöhne angeworben werden und dann nicht einmal vollständig ausgezahlt werden. Die FAU Berlin ruft ArbeiterInnen dazu auf, solche Zustände nicht hinzunehmen und sich in einer kämpferischen Gewerkschaft zu organisieren!

Die FAU Berlin verurteilt die miserablen Arbeitsumstände und wird entschieden mit ihren neuen Mitgliedern für die ausstehenden Löhne kämpfen – und dies zur Not an allen erforderlichen und verantwortlichen Stellen!

Kommt zu den Kundgebungen:

24. - 28. Nov. | 12 - 18 Uhr | Mall of Berlin - Leipziger Platz 12 (S + U Potsdamer Platz)

https://berlin.fau.org/news/lohn-geprellt-in-der-mall-of-shame

hier noch eine Petition zur Unterstützung der ArbeiterInnen: https://www.change.org/p/fettchenhauer-controlling-logistic-gmbh-mall-of-berlin-bezahlt-eure-besch%C3%A4ftigten

BakuRock

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Re:Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau
« Antwort #1 am: 00:29:40 Mo. 01.Dezember 2014 »
Mall of Shame  bezahlt die Arbeiter !

Gegen die Ausbeutung migrantischer ArbeiterInnen

Der Bau der "Mall of Berlin" soll ca. eine Milliarde Euro gekostet haben und könnte nun in der Vorweihnachtszeit zum Symbol der gängig gewordenen Ausbeutung migrantischer ArbeiterInnen aus dem EU-Ausland werden.

Subunternehmen haben Arbeiter aus Rumänien für schlappe fünf bis sechs Euro Stundenlohn zehn Stunden am Tag schuften lassen, und am Ende nicht einmal diesen niedrigen Lohn vollständig an die Arbeiter bezahlt.

Systematisch wurden die Arbeiter durch dieses Geflecht von Subunternehmen hingehalten und Versprechungen hinsichtlich der Bezahlung nicht eingehalten, wobei die mangelnden Deutschkenntnisse gezielt ausgenutzt wurden und es auch zu Gewaltandrohungen
gegenüber den Arbeitern kam. Im weiteren Verlauf wurden die Kollegen sogar obdachlos, da ihnen keine Unterkünfte gestellt wurden und sie ohne Löhne keine Miete zahlen konnten.

Die Subunternehmen Metatec Fundus GmbH & Co. KG aus Berlin-Kreuzberg sowie openmallmaster GmbH aus Frankfurt am Main sind für die offenen Löhne verantwortlich. Die eigentlichen Verantwortlichen sind jedoch die Bauleitung der Mall die Fettchenhauer Controlling & Logistic GmbH durch die Vergabe von Subverträgen an diese Firmen und der Investor Huth, der auf einen fragwürdigen Bauherren und seine Methoden setzte!

Ein Teil der um den Lohn geprellten Arbeiter hat sich in der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Berlin (FAU) organisiert, welche nun schnell und entschlossen handeln wird, um die ausstehenden Löhne zu erkämpfen.

Die konkrete Situation der rumänischen Arbeiter, die die Mall of Berlin mit errichtet haben, ist ebensowenig ein Einzelfall, wie die systematische Ausbeutung migrantischer ArbeiterInnen durch Unternehmen, die Arbeiterrechte mit Füßen treten und sich schlussendlich immer wieder ihrer Verantwortung entziehen möchten. Deutschland erbaut seinen inszenierten Reichtum auf der Ausbeutung migrantischer ArbeiterInnen während der Rassismus in der Gesellschaft um sich greift. Wir wollen mit diesen Kampf auch exemplarisch diesem Zustand das Gegengewicht der Solidarität und des Klassenkampfes entgegensetzen!

Wir rufen euch deshalb dazu auf, die Forderung der Arbeiter auf Zahlung der ihnen zustehenden Löhne solidarisch zu unterstützen und den Protest gegen Ausbeutung migrantischer ArbeiterInnen entschieden und kämpferisch auf die Straße zu tragen.

Demonstration

Samstag den 6.12.

Beginn: 14 Uhr

am Leipziger Platz 12

10117 Berlin


Hintergründe im Web: https://berlin.fau.org/presse/pressemitteilungen/mall-of-shame-wo-ist-das-geld-der-arbeiter

---
Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, gibt es f�r sie keine Hoffnung. .... A. Einstein

Eigentumsfragen stellen!

Wer sind FAUistas

xyu

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Re:Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau
« Antwort #2 am: 18:48:52 Di. 20.Januar 2015 »
Zitat
Die FAU Berlin ruft für Donnerstag, 22. Januar, 15:00 Uhr, zu einer Protestkundgebung vor dem Sitz der Metatec-Fundus GmbH auf, einer der beiden Subunternehmen, gegenüber denen die Bauarbeiter der Mall of Berlin noch offene Lohnforderungen haben.Kommt bitte zahlreich zur Prinzessinnenstraße 8 [U8 Moritzplatz]!

ausführliche infos hier: https://berlin.fau.org/kaempfe/mall-of-shame

Fritz Linow

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Re:Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau
« Antwort #3 am: 14:38:52 Di. 08.November 2016 »
Böse Linksautonome:

Zitat
Presseerklärung der HGHI GmbH: Begleichung der “Gehaltsforderungen” rumänischer Bauarbeiter

“Sehr geehrte Damen und Herren, vor kurzem haben mich Gehaltsforderungen rumänischer Bauarbeiter erreicht, die vorgeben, bei Subunternehmen der Firma Fettchenhauer Controlling & Logistic GmbH (FCL) im Zusammenhang mit dem Bau der “Mall of Berlin” beschäftigt gewesen zu sein. Bis heute konnten diese Bauarbeiter keinerlei gültige Verträge oder Unterlagen vorlegen. Es ist völlig unklar ob, und wenn ja, in welchem Arbeitsverhältnis sie zur FCL standen. Davon abgesehen bin ich nicht für etwaige Verfehlungen des inzwischen insolventen FCL GmbH verantwortlich.
Die nun an mich gerichteten Gehaltsforderungen und behauptete Zahlungsverpflichtung als Bauherr sind als Diffamierungskampagne zu werten.
In der Vergangenheit haben anonym agierende Linksautonome in mehreren Fällen bewiesen, dass sie auch vor Angriffen auf Privateigentum und Menschenleben nicht zurückschrecken. Diverse Drohungen gingen bereits an meine Adresse, sodass ich um meine eigene Sicherheit und die meiner Mitarbeiter fürchten muss.
Obwohl ich keine Verantwortung für die angeblich ausstehenden Löhne trage und mit dem inszenierten Konflikt nichts zu tun habe, erkläre ich mich daher dazu bereit, die Forderungen auszugleichen.
Ich möchte betonen, dass es sich hierbei nicht um ein Schuldeingeständnis handelt, sondern um reinen Selbstschutz.
Die geforderte Summe wird bis zum 21.11.2016 auf das Bankkonto der Kanzlei Stähle, welche die rumänischen Bauarbeiter vertritt, eingehen. Mit freundlichen Grüßen, Pressestelle der HGHI Holding GmbH i.A. Dr. Harald Gerome Huth”
e-mail vom 8.11.2016 u.a. an die LabourNet Redaktion
http://www.labournet.de/branchen/bau/mall-of-shame-fau-berlin-fordert-lohn-fur-bauarbeiter/

Rudolf Rocker

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  • Waldkauz (8>
Re:Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau
« Antwort #4 am: 18:26:14 Di. 08.November 2016 »
 ;D ;D

Onkel Tom

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Re:Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau
« Antwort #5 am: 15:53:18 Do. 10.November 2016 »
Bauherren sollten sich ihre Auftragnehmer schon etwas genauer anschauen,
statt auf "Hauptsache billig" zu lechsen..

Anhand der Kostengestaltung hätte es doch auffallen müssen, das man sooo
preisgünstig nicht bauen kann.

Selber schuld !


Lass Dich nicht verhartzen !

xyu

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Re:Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau
« Antwort #6 am: 13:50:57 Mo. 14.November 2016 »
Zitat
Begleichung der “Gehaltsforderungen” durch die HGHI GmbH ein Fake?
Offensichtlich ist die LabourNet Germany-Redaktion einer hoffnungsbedingten Blindheit erlegen und bei der vermeintlichen Presseerklärung der HGHI GmbH: “Begleichung der “Gehaltsforderungen” rumänischer Bauarbeiter”, veröffentlicht am 8. November 2016 (s.u.), einem Fake aufgesessen. Zumindest erreicht uns heute die Information, die HGHI GmbH würde diese e-mail dementieren! Ob sie nun dem moralischen Druck nachgibt und die gute Idee umsetzt? Telefonisch kamen wir nicht durch und auf unsere Anfrage per e-mail gibt es noch keine Antwort – wir werden berichten!

Fritz Linow

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Re: Berlin: Kundgebungswoche gegen Lohnklau
« Antwort #7 am: 18:47:15 Do. 23.Mai 2019 »
Zitat
22.5.19
„Mall of Shame“ – erster Prozess der FAU vorm Bundesarbeitsgericht und ein mögliches Präzedenzurteil
(...)
Dort steht nun viel auf dem Spiel – zum einen geht es um die ausstehenden Löhne mehrerer Arbeiter in Höhe von Tausenden von Euro, zum anderen könnte es auch zu einem Präzedenzurteil kommen. Denn das BAG hat zu entscheiden, ob der Bauherr bei Zahlungsunfähigkeit der Subunternehmen für die Löhne der Arbeiter zu haften hat. Wird der Bauherr zur Verantwortung gezogen, könnte das schwerwiegende Konsequenzen für die gesamte Baubranche haben, da die Verweigerung von Lohnzahlungen durch insolvente Sub-unternehmen hier ein gängiges Schema zur intensivierten Ausbeutung der Arbeiter*innen darstellt. (...)
https://direkteaktion.org/mall-of-shame-erster-prozess-der-fau-vorm-bundesarbeitsgericht-und-ein-moegliches-praezedenzurteil/