Autor Thema: Soziale Proteste im arabischen Raum  (Gelesen 30226 mal)

Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #135 am: 09:44:01 Di. 07.Januar 2020 »
Alles ist im Moment überschattet von der aggressiven US Politik.
Man sieht nur doch Trump, Mullahs und Milizen.
Man vergißt die Bevölkerungen im arabischen Raum, wie weiter kämpfen.

Deshalb mache ich weiter mit meiner Biklderstrecke aus Baghdad.








































Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #136 am: 11:10:46 Mi. 08.Januar 2020 »
Wenn ich sage, daß wir keine Ahnung haben von der Arabischen Welt, ist das selbst schon in gewisser Weise ignorant. Marokko ist natürlich nicht mit Syrien oder dem Irak zu vergleichen. Ich wollte nur sagen, dank unserer Qualitätsmedien haben wir keine Ahnung von der Welt. Sie arbeiten an einer Vollverblödung, à la USA.

Im Sinne der Chinesischen Weisheit "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte", setze ich hier die Fotostrecke zu den Protesten in Baghdad fort:








































ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #137 am: 20:27:17 Sa. 18.Januar 2020 »
Zitat
Verletzte nach Ausschreitungen in Beirut

In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben erneut tausende Menschen gegen die politische Führung des Landes demonstriert.




In der Nähe des Parlamentsgebäudes kam es dabei zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Demonstranten warfen Steine, Polizisten setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Nach Angaben des libanesischen Roten Kreuzes mussten 65 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden. Innenminister Hassan kritisierte die Gewalt von Demonstranten als inakzeptabel.

Im Libanon kommt es seit drei Monaten zu Demonstrationen gegen führende Politiker, denen Misswirtschaft und Korruption vorgeworfen wird. Ministerpräsident Hariri erklärte Ende Oktober seinen Rücktritt. Seitdem ist das Land ohne Regierung.
https://www.deutschlandfunk.de/libanon-verletzte-nach-ausschreitungen-in-beirut.2932.de.html?drn:news_id=1092201
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #138 am: 14:29:06 So. 19.Januar 2020 »
Zitat
Proteste im Libanon
Gewalt erreicht neuen Höhepunkt

Auch am Wochenende sind Tausende Menschen im Libanon gegen Korruption und Misswirtschaft auf die Straße gegangen, und erneut gab es Auseinandersetzungen mit der Polizei. Fast 400 Menschen wurden dabei verletzt.


Bei neuen gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften sind in der libanesischen Hauptstadt Beirut fast 400 Menschen verletzt worden. Einer am Morgen veröffentlichten Bilanz des libanesischen Roten Kreuzes und der Zivilschutzbehörde zufolge mussten mindestens 377 Menschen medizinisch versorgt werden. Es handelte sich damit um den gewalttätigsten Tag seit Beginn der Proteste vor drei Monaten.



Verletzt wurden demnach sowohl Demonstranten als auch Polizisten. Die heftigsten Zusammenstöße gab es im Zentrum von Beirut vor dem Parlamentsgebäude, als Demonstranten Mitglieder der Bereitschaftspolizei angriffen, die sich hinter Absperrungen und Stacheldraht postiert hatten. Die Demonstranten, einige von ihnen vermummt, bewarfen die Sicherheitskräfte mit Steinen, Blumentöpfen, Verkehrsschildern und Ästen. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Angreifer vor.
https://www.tagesschau.de/ausland/libanon-wirtschaftskrise-proteste-105.html
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Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #139 am: 22:34:35 Di. 21.Januar 2020 »
Zitat
Berichte über sechs Tote :
Proteste im Irak flammen wieder auf

Bagdad Die Unzufriedenheit über Korruption und schleppende Reformen treibt die Menschen im Irak erneut auf die Straße. Nachdem die Proteste zunächst abgeflaut waren, kam es nun in mehreren Städten zu Zusammenstößen.


Im Irak sind die regierungskritischen Proteste wieder aufgeflammt. Bei Zusammenstößen in mehreren Städten kamen am Montag nach Angaben aus Sicherheitskreisen und von medizinischem Personal sechs Menschen ums Leben, darunter zwei Polizisten. Demnach setzte die Polizei auf dem Tajaran-Platz in Bagdad scharfe Munition ein und erschoss zwei Menschen. Eine dritte Person sei von einem Tränengas-Kanister tödlich getroffen worden, hieß es. Ein vierter Demonstrant wurde demnach in Kerbela von der Polizei erschossen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, zwei Beamte seien in Basra bei Protesten überfahren worden.

Reporter der Nachrichtenagentur Reuters hatten in der Nacht gesehen, wie Demonstranten auf dem Tajaran-Platz Brandflaschen und Steine in Richtung der Beamten geworfen hatten. Diese reagierte mit Tränengas und Blendgranaten. Im Süden des Landes zündeten Hunderte Demonstranten Reifen an und blockierten Hauptverkehrsstraßen. Auch aus Nassirija und Amara wurden am Montag Proteste gemeldet. Die Demonstranten warfen Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi vor, Versprechen wie eine neue Regierung nicht erfüllt zu haben.

Die Proteste hatten Anfang Oktober begonnen. Der Unmut der Teilnehmer richtet sich gegen die politische Elite, Misswirtschaft, Korruption und hohe Arbeitslosigkeit. Insgesamt wurden dabei bislang mehr als 450 Menschen getötet. Zwischenzeitlich waren die Proteste abgeklungen.
https://rp-online.de/politik/ausland/proteste-im-irak-flammen-wieder-auf-berichte-ueber-sechs-tote_aid-48452211

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #140 am: 14:53:14 Fr. 24.Januar 2020 »
Ein 6 min Video über die Proteste im Libanon.
Statements von Protestierenden in Beirut aus einer Live-Übertragung von Al Jazeera vom 18. Januar:

https://de.labournet.tv/proteste-im-libanon

Ich möchte hiermit JEDE und JEDEN auffordern, sich dieses Video anzusehen.
Es ging mir unter die Haut. Es hat mir Tränen in die Augen getrieben.
Man spürt die Verzweiflung der Menschen, ihre Wut und ihre Hoffnung auf ein besseres Leben.

Wir sollten nicht vergessen: Die bestehenden sozialen Absicherungen und die politische Ruhe hierzulande sind keinesfalls in Stein gemeißelt. Vielleicht sind diese Bilder auch ein Blick in unsere Zukunft.
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #141 am: 12:51:55 So. 26.Januar 2020 »
Zitat
Syrien und Libanon im Dollar-Schlamassel

Die Bankenkrise im Libanon verschärft die Wirkung der Sanktionen und damit den Wirtschaftskrieg im Nahen Osten


 Es geht ans Eingemachte. Der Schwierigkeitsgrad zur Lösung der miteinander verwobenen Krisen in Syrien, Iran, Irak und im Libanon ist beträchtlich. Es gärt in allen vier Ländern, aus ganz verschiedenen Gründen; gemeinsam ist ihnen, dass große Teile der Bevölkerung wirtschaftlichen Härten gegenüberstehen und unsicheren Aussichten, besonders für die Jugend, die in drei der genannten Länder seit Monaten immer wieder auf den Straßen protestieren.

Gemeinsam ist ihnen auch, dass ihre Wirtschaft stark vom Dollar abhängig ist, weswegen die US-Sanktionen, die nun auch für den Irak angekündigt wurden, mit einer großen Wucht treffen.

Im Libanon gibt es nun eine neue Regierung. Während man im "Westen" darauf schaut, wie es um den Einfluss der Hizbollah steht, die auch diesmal Minister stellt, und entsprechend mit der Vergabe von Wirtschaftshilfen politisch gegen die mit Iran verbündete Organisation Druck macht, steht für die Libanesen etwas anderes im Vordergrund: eine gigantische Bankenkrise, die das Land in eine Situation gebracht hat, die mit Zeiten des Bürgerkriegs verglichen wird (prägnante Erklärung der Entwicklung hier).

Das einer bösen Satire gleichkommende Gebaren der unzähligen Banken im Libanon und der dortigen Zentralbank in vergangenen Jahren hat dazu geführt, dass die Einlagen nicht nur von Wohlhabenderen, sondern eben auch wesentlich von "Normalbürgern" gefährdet sind. Das führt einerseits dazu, dass der Libanon Finanzhilfe von außen benötigt, was den Hebel für den politischen Druck abgibt, zum anderen entfacht dies eine Wut innerhalb der Bevölkerung, die sich in den Protesten zeigt.
(...)
Man traut sich sogar die begleitende Rhetorik des Westens als verstörend zu bezeichnen, die glaubt, dass man mit "immer schärferen Sanktionen" absurd klingende politische Ziele erreichen kann.

Die EU glaube immer noch, dass man Damaskus durch fortgesetzten finanziellen Druck zu politischen Lösungen in ihrem Sinne zwingen könne, nennt man als ein Beispiel. Als anderes die USA, wo Politiker glauben würden, dass sie über Sanktionen einen Regimewechsel herbeiführen könnten.

Danach sieht es nicht aus. Eher danach, dass die Glaubwürdigkeit des Westens bei Leidtragenden Unzufriedenen, Protestierern und Regierungsgegnern nicht nur in Syrien, sondern auch in den anderen eingangs genannten Ländern weiter in Sinkflug ist. Auch das politische Kapital des Westens ist in der Krise.
https://www.heise.de/tp/features/Syrien-und-Libanon-im-Dollar-Schlamassel-4644949.html
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #142 am: 21:28:29 Mo. 27.Januar 2020 »
Es hat schlimme Übergriffe auf das Protestcamp am Tahirplatz von Baghdad gegeben. Ein Teil wurde zerstört.

Ich setze hier meine Bilderstrecke fort. Es ist der Rest meiner auf Festplatte gespeicherten Bilder eines einzigen Fotografen. Sie stammen alle von der Zeit vor dem großen Angriff. Danach kann man sich Fragen über die weitere Entwicklung stellen. Die Verhältnisse sind brutal. Die Protestierenden wollen nicht aufgeben.
















































































Kuddel

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #143 am: 21:57:28 Mo. 27.Januar 2020 »
Ich hab noch ein paar Bilder:
































































































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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #144 am: 18:35:58 So. 02.Februar 2020 »
Zitat
Irak: Proteste gegen neuen Regierungschef

Eigentlich soll der frisch ernannte Ministerpräsident Allawi den von Demonstrationen erschütterten Irak wieder befrieden. Doch für die Bevölkerung ist der ehemalige Minister Teil der korrupten Elite, ihre Wut bleibt.
https://www.dw.com/de/irak-proteste-gegen-neuen-regierungschef/a-52233169

Zitat
Proteste im Libanon gegen Trump-Plan
Trumps Plan für den Nahen Osten stößt weiterhin auf großen Protest - so etwa aktuell im Libanon, wo Hunderte dagegen protestieren.

Hunderte Libanesen und Palästinenser haben in der Nähe der US-Botschaft im Libanon gegen den Nahost-Plan des Weißen Hauses protestiert.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/im-libanon-neue-proteste-gegen-trump-plan-100.html
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #145 am: 14:39:24 Di. 11.Februar 2020 »
A demonstration is taking place outside the Lebanese Parliament in Beirut on Tuesday, February 11 (livestream)

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #146 am: 17:57:18 Di. 11.Februar 2020 »
Women call for rights, lead change in Lebanon protests

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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #147 am: 13:30:53 Fr. 14.Februar 2020 »
Ein Jahr Proteste in Algerien

Zitat
Niemand hätte erwartet, dass die Protestbewegung ihre friedliche Massenmobilisierung über den Verlauf von zwölf Monaten aufrechterhält. Ein grundlegender Systemwandel ist auch in der Post-Bouteflika-Ära ausgeblieben und externe Akteure sollten sich weiter auf Turbulenzen einstellen...

Auch wenn das Regime bislang die Zügel in der Hand behalten hat, stellt sich angesichts der Ausdauer und Entschiedenheit der Protestbewegung (dem sogenannten Hirak) die Frage, wer resilienter sein wird: das Regime oder der Hirak? Offen ist überdies, auf welche Seite sich die "schweigende Mehrheit" der Bevölkerung schlagen wird.
...
Aber auch Anfang 2020 werden regelmäßig Aktivisten verhaftet und sitzen prominente Oppositionelle nach wie vor im Gefängnis. Die Instrumentalisierung nationalistischer Gefühle, die Diskriminierung von Berbersymbolen, das Spiel mit (Un-)Sicherheitsängsten und der Topos der Manipulation von außen dienen Tebboune, genauso wie schon seinen Vorgängern, zur Diskreditierung und Spaltung des Hirak. Das Regime setzt ganz offensichtlich auf das Verpuffen der Proteste – ohne sich die Finger durch hartes Eingreifen der Sicherheitskräfte schmutzig zu machen.

Doch so einfach dürfte diese Rechnung wohl nicht aufgehen. Zu den zentralen Errungenschaften des Hirak gehört die Re-Mobilisierung und Re-Politisierung einer Gesellschaft, die lange Jahre von bürgerlichem Engagement abgehalten worden war: durch Demonstrationsverbote, Sicherheitsorgane, das Trauma des Bürgerkriegs der 1990er Jahre sowie großzügige staatliche Alimentierung. Den Rückzug Bouteflikas sowie die Korruptionsprozesse gegen politische und wirtschaftliche Eliten hat der Hirak als Etappensiege verbucht. Solange keine wirkliche demokratische Transition in Sicht ist, will er weiter mobilisieren.(...)
https://de.qantara.de/inhalt/ein-jahr-proteste-in-algerien-wer-wird-sich-durchsetzen?nopaging=1
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Re: Soziale Proteste im arabischen Raum
« Antwort #149 am: 20:00:36 Sa. 15.Februar 2020 »
Die Kämpfe in Europa sind Abwehrkämpfe gegen einen immer brutaler werden Kapitalismus, der gerade in seine nächste Krise schlingert. Man kämpft gegen Entlassungswellen, gegen Umweltzerstörung, gegen die neoliberale Zerstörung sozialer Errungenschaften. In Frankreich kämpft man gegen die geplante Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Aber in Frankreich habe ich das Gefühl, schon den Duft der Revolution wahrnehmen zu können. Da entwickelt sich mehr, als nur eine schwelende Unzufriedenheit. (Vielleicht ist es Wunschdenken, aber die Kämpfe haben einen Flair, den man bei einem schnöden Arbeitskampf nicht erwartet.)

Ich bin von den Protesten im arabischen Raum absolut fasziniert.
Sie gehen über einfache Revolten gegen Armut und Korruption hinaus.
Sie wollen sich nicht nur gegen korrupte Eliten und den sozialen Niedergang verteidigen, sie wollen ein anderes Leben, eine andere Welt.

Ich wundere mich nicht darüber, daß unsere Medien da lieber weggucken.
Sie verbreiten ja weiterhin das Bild vom gemeinen Arab, der bärtige, reaktionare und frauenverachtende Muselmane, der unter seinem Kaftan Messer oder Sprenggürtel trägt, um damit unsere westlichen Werte und Freiheiten zu zerstören.

Was sich jedoch in der Arabellion entwickelt, eröffnet neue Perspektiven. Es sind in den Kämpfen in Beirut und Bagdad nicht nur (angeblich verfeindete) Islamische Glaubensrichtungen zusammengekommen, sondern auch Christen schlossen sich dem Kampf an. Es gibt auch atheistische Strömungen in dernProtestbewegungen. Es geht nicht nur um die kaputte Infrastruktur der Länder, die die Sebstbedienungsmentalität ihrer Eliten hinterlassen hat, es geht um gesellschaftliche und kulturelle Strukturern, die die Menschen nicht mehr ertragen können und wollen. Sie haben keinen Bock bei ihren Eltern wohnen zu müssen, bis sie heiraten und sie haben keinen Bock jungfräulich in den Ehe zu gehen. Sie haben keinen Bock darauf, daß sie von religiösen Tugendwächtern verfolgt werden. Sie wollen sich von diesen ganzen muffigen Traditionen und religiösen Zwängen befreien. Frauen sind die treibende Kraft in den Kämpfen. Die Kämpfe bringen ungeahnte Diskussionen hervor. In den Protesten entstehen neue Lieder, Bilder, Filme, Geschichten, neue kulturelle Herangehensweisen und Haltungen. Es gärt und ich halte es für überaus ermutigend und inspirierend, was sich dort entwickelt.