Autor Thema: Stadtteilarbeit  (Gelesen 8488 mal)

Fritz Linow

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #90 am: 12:48:53 Di. 09.Juli 2019 »
Zitat
Ende April erschien die dritte Ausgabe der Weddinger Lokalzeitung “Plumpe”. Seit gut einem Jahr berichtet eine kleine Redaktion von lokalen Aktivist*innen über Initiativen und Aktionen, erzählt aber auch Geschichten über die eigensinnigen Bewohner*innen des Stadtteils im Nord-Westen Berlins. Wir sprachen mit zwei Redakteur*innen über Gegenöffentlichkeit im Stadtteil und motivierende Momente beim Aufbau einer linken Stadtteilzeitung.
https://lowerclassmag.com/2019/07/08/gegenoeffentlichkeit-geht-auch-offline-die-weddinger-stadtteilzeitung-plumpe/

https://plumpe.noblogs.org/

milchbrötchen

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #91 am: 08:59:16 Mo. 15.Juli 2019 »
Zitat
Mal positiv daran gedacht, das das "angrillen" hauptsächlich zum Zusammenkommen einläd ?
Und genau darum ging es ja wohl, das Nachbarschaft sich trifft.. Damit fängt alles weitere erst an..

bla bla- wie unreflektiert- schon mal dran gedacht, dass ich nicht der einzige bin der der Hemmung hätte.
"Vonovia angrillen" ist nicht positiv. Zusammen kommen ja bitte- vielleicht mal über eine positive Sprache nachdenken, die eben auch " "Hans und Franz und Emma und Erna" anspricht. Da sind in den Wohnungne meist keine Radikalinskies.

Vonovia
Mietertreffen sich

Fritz Linow

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #92 am: 11:42:18 Mo. 15.Juli 2019 »
(...)
bla bla- wie unreflektiert- schon mal dran gedacht, dass ich nicht der einzige bin der der Hemmung hätte.
"Vonovia angrillen" ist nicht positiv. Zusammen kommen ja bitte- vielleicht mal über eine positive Sprache nachdenken, die eben auch " "Hans und Franz und Emma und Erna" anspricht. Da sind in den Wohnungne meist keine Radikalinskies.

Vonovia
Mietertreffen sich

Es ist immer gut, wenn man sich Gedanken macht.

milchbrötchen

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #93 am: 13:22:45 Do. 08.August 2019 »
Onkel Tom
Antwort #89

auf dein Niveau? ne, lieber nicht

milchbrötchen

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #94 am: 13:25:36 Do. 08.August 2019 »
dieses Schild mit dem Schriftzug VONOVIA genaus wie VONOVIA könnte vielleicht auch den Irrtum hervorrufen, dass Vonovia selbst der Gastgeber ist...

Fritz Linow

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #95 am: 21:10:26 Do. 08.August 2019 »
Onkel Tom
Antwort #89
auf dein Niveau? ne, lieber nicht

Dann doch lieber auf dem Niveau eines Milchbrötchens, was?

Zitat
Meines Wissens ist Vonovia kein Steak. Auch nicht aus Tofu. Warum soll Vonovia also angegrillt werden? Ich verstehe diese Metapher oder was es auch immer sein soll nicht. Ich habe die Assoziation zum VERGASEN. Und das lässt mich erschaudern. Ich gehe nicht zum Angrillen von wem oder was. Angrillen ist eine freudige Bezeichnung, die ein Fleischvernichter nutzt, der mit Beginn der wärmeren Jahreszeit zum ersten Mal die Grillkohle entzündet um eben ungenießbare Nahrungsmittel zu produzieren und die Luft zu verpesten. Dabei werden meist große Mengen Alkohol konsumiert und es wird kräftig rum gepöbelt.
Auf mich macht das einen abstoßenden Eindruck. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das zu großer Akzeptanz führt. Die fünf Familien machen noch keinen Aufstand gegen die Vonovia.
https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,329009.msg349604.html#msg349604

Onkel Tom

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #96 am: 10:28:15 Fr. 09.August 2019 »
Naja, über das Einladungsmotto "Vonovia angrillen" werden sich die Ornaisatoren
bestimmt schon zu Anfang darüber Gedanken gemacht haben.. Ich finde, das gehört
auch zu jedem Projekt / Aktion dazu..

Im Plenum kann das sehr viel Zeit und Gehirnschmalz beanspruchen und wenn die
Organisatoren sich für "Vonovia angrillen" entschieden haben, ist es für Außenstehende
meist nicht nachvollziehbar, wie schwer eine Geburt eines Slogans werden kann.

In einer Nachbereitung stellt sich heraus, was gut und weniger gut lief.. Ob dann andere
Slogans erköchelt werden, hängt natürlich auch davon ab, wie das bisherige bei den
gezielt angesprochenen Gästen angekommen ist..

"Vonovia angrillen" = Negativ gedacht = Schauen, ob Beton brennt ?

"Vonovia angrillen" = Positiv gedacht = Ich Mieter bei der Vonovia bin stinksauer darüber,
schon wieder eine Mieterhöhung zu bekommen, nur weil irgendwelche Immobilien-
Heuschrecken Aktiengrößenwahnsinnig geworden sind..

Schaue in mein Briefkasten, finde ein Flugi und das "Vonovia angrillen" sticht mir sofort ins
Auge a la "Villeicht bringt das ja was und (nicht nur) ich werden diese stetigen Mieterhöhungen
endlich los.."

Nun, der Grill ist schon aufgebaut, Zwei.. drei Mieter sind auch schon da und voll neugierig,
was das nun werden soll oder könnte. A ja, Haupthema sind ja diese Mieterhöhungen und
das Bedürfnis zum Austausch unter den teils anonym lebenden Nachbarn ist auch vorhanden.

Tja, damit ist die Basis hergestellt, das gleichsam Betroffene sich kennenlernen und in einer
Interessensgruppe lässt sich doch schon viel besser etwas durchsetzen wollen, als wenn man
allein sich zuhaus durch seine Mieterakte kämpft.

Ich finde diese Art und Weise, eine Zusammenkunft zu organisieren Goldrichtig. Es holt nicht
nur den Menschen aus seiner von außen gewollten Vereinzelung.. Gruppendynamik kann
anbei viel Kraft und Mut zu "was können wir machen ?"  einhauchen..

Sorry milchbrödchien.. Betrachte dies nicht als persönlichen Angriff meinerseits, aber gerade
im Bezug welchen Spruch oder Slogan man zu einer Aktion nehmen könnte, habe ich mir
schon oft und intensiv ein Kopf drum gemacht und was mir anbei missfällt, wenn ein ganzes
Projekt in die Binsen geht, weil man sich schon zu Anfang, dem Ausköcheln eines Slogans
schon "kaputt geredet" hat..

Ja, so kann es leider auch gehen.. Im übrigen bin ich es gewohnt, es aktzeptieren zu müssen,
das immer irgendwas unvorhersehbares bei einer Aktion laufen kann und das beste ist, wenn
man dann inprovisieren kann.

 ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #97 am: 17:57:51 Mo. 12.August 2019 »



milchbrötchen

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #98 am: 20:07:22 So. 18.August 2019 »
Was ist das eigentlich für ein merkwürdiger Verein? dieses Bündnis für bezahlbaren Wohnraum. Da wird gegen SPD Politik gewettert und im Bündnis hocken die SPD Verbände Paritätischer, DGB, Türkische Gemeinde. Ist das die Revolte gegen ein Parteidiktat? Oder haben da Leute nicht gewußt mit wem sie sich zusammentun. Oder ist das die Umarmung des Feindes? DIE LINKE. ist auch dabei. Weiß jmd. wer oder was der Stadtpolitische Ratschlag sein soll?

NachbarArsch

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #99 am: 09:07:38 Di. 20.August 2019 »

milchbrötchen

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #100 am: 13:39:30 Sa. 24.August 2019 »
https://www.staedtebaufoerderung.info/StBauF/DE/Programm/SozialeStadt/Praxis/Archiv/SH/Beispiele/0200_stadtteilmarketing/0200_inhalt.html
Zitat
Ausgangslage und Förderkulisse

Der ehemalige Werft-Arbeiterstadtteil Gaarden auf dem Kieler Ostufer zeichnet sich durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil an (Langzeit-)Arbeitslosen, SozialhilfeempfängerInnen und MigrantInnen aus. Immer mehr Abwanderungen insbesondere von Besserverdienenden und Unternehmen des Einzelhandels mit höherwertigen Warenangeboten sind zu verzeichnen. Das schlechte Image des Fördergebietes "Kiel-Gaarden" verhindert die Ansiedlung von Geschäften und Bewohnern.

Deshalb wurden und werden im Fördergebiet zahlreiche Infrastruktur- sowie Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen mit Hilfe der Förderprogramme Soziale Stadt, URBAN (I) und URBAN II durchgeführt, um dem Verfall und der Segregation entgegen zu wirken. Dies geschieht in einem integrierten Handlungsansatz, der auch zum Ziel hat, die endogenen Potenziale zu aktivieren.

Ein Ansatz hierfür war die Initiierung des Arbeitskreises StadtTEILmarketing, mit dem vorhandene Potenziale geweckt und gebündelt werden sollten, um zielgerichtet an dem Thema gemeinsam arbeiten zu können.

nach oben
Ziel des Projektes "StadtTEILmarketing Gaarden"

Das StadtTEILmarketing Gaarden hat zum Ziel, das Gebiet mit seinem schlechtem Image positiv darzustellen, indem Potenziale aufgezeigt und Aktivitäten initiiert werden. Der Arbeitskreis ist auf Dauer angelegt, um eine nachhaltige Imageverbesserung zu sichern.

Der Arbeitskreis "StadtTEILmarketing" setzt sich zusammen aus Vertretern der Wohnungswirtschaft, dem Einzelhandel, dem Wohnungsamt der Stadt Kiel sowie Privatpersonen und geht zurück auf Beteiligungsveranstaltungen mit den o.a. Zielgruppen, die durch das Stadtteilmanagement Gaarden initiiert wurden.

"Das StadtTEILmarketing Gaarden hat zum Ziel, das Gebiet mit seinem schlechtem Image positiv darzustellen..."
was für ein shöner Satz

Onkel Tom

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #101 am: 10:18:38 So. 25.August 2019 »
Kleine Anregung, wie man der Gentrifizierung von Kiel-Gaarden "künstlerich"
mit versalzen könnte..

http://urbanshit.de/abwertungskit-anti-gentrifizierungs-anleitung/

 ;D
Lass Dich nicht verhartzen !

milchbrötchen

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #102 am: 11:11:52 Fr. 30.August 2019 »
Satelitenschüssel, Wäsche auf der Leine, Werbung für Lidl...
oder doch gleich im eigenen Kiez fackeln?
welcher Kapitalist läßt sich davon aufhalten? Staatsmacht angerufen, Miete hoch, Asis-Hartzi raus
aus die Maus

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #103 am: 12:03:25 Fr. 30.August 2019 »
Ich konnte noch nie so viel mit diesen lustigen Antigentrifizierungsvideos anfangen.

Aber das nervt mich auch:
...welcher Kapitalist läßt sich davon aufhalten? Staatsmacht angerufen...

Das klingt ja so, als könnte man sich nicht wehren. Oder nur im erlaubten Rahmen, der wenig bewirkt...

Die Staatsmacht war schon immer dazu da, die Interessen des Kapitalisten zu schützen. Das soll uns aber nicht davon abhalten, uns zu wehren. Die Anti-Zwangsräumungs-Initiativen stellen sich schließlich auch der Staatsmacht in den Weg.

Kuddel

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Re: Stadtteilarbeit
« Antwort #104 am: 20:51:26 Fr. 30.August 2019 »
In Bremen gibt es nun einen weiteren Laden als Anlaufstelle für Stadtteilarbeit in Bremen Walle.




Aktions- und Beratungsladen

Was machen wir?


Wir bauen einen solidarischen Beratungs- & Aktionsladen in Walle auf, von wo aus wir gemeinsam Alltagskämpfe führen. Unser Ziel ist es, uns gegenseitig zu unterstützen, in den Problemen, die uns tagtäglich begegnen, beim Amt, auf der Arbeit mit dem Chef, bei Stress mit der Vermieter*in und bei anderen Zumutungen und Schikanen.

Wie machen wir das?


Mit Rechts- und Sozialberatung in einem offenen Beratungscafe wollen wir den Alltag der Betroffenen erleichtern und mit Aktionen den Verantwortlichen für die  Demütigungen und Ungerechtigkeiten, die unzählige Menschen erfahren, praktisch entgegentreten. Damit können wir nicht nur individuelle Auseinandersetzungen gewinnen, sondern auch die Bilder sozialer Kämpfe erkennen, die uns ermöglichen politische Strategien lebensnah zu entwickeln und soziale Zusammenhänge zu stärken und aufzubauen.

Wir wollen uns gegenseitig informieren, beraten und solidarisch sein. Uns gegenseitig zu den Ämtern begleiten und konkret bei Auseinandersetzungen unterstützen. Beginnen werden wir mit den Themen Jobcenter, Wohnen und Arbeit. Weitere Felder sind möglich.

Warum machen wir das?

Weil wir nicht alleine vor den Problemen stehen wollen, die uns das Leben schwermachen. Und weil wir wissen, dass wir gemeinsam stärker sind. Wenn eine vom Vermieter rausgeworfen wird, das Jobcenter das Geld kürzt, eine Familie keinen gesicherten Aufenthalt hat oder eine auf der Arbeit mies behandelt wird, dann gibt es zwar Beratungsstellen, aber die meisten Menschen bleiben mit dem Stress alleine und können ihre Situation nur entlang der jetzt herrschenden Gesetze und individuell verändern.

Wir wollen unsere Interessen selbst in die Hand nehmen. Denn weder der Staat noch die Kirchen oder Gewerkschaften verändern die sozialen und politischen Bedingungen  so, wie wir es brauchen, um ein Leben zu führen jenseits von Schikanen, hohen Mieten, Zwangsräumungen, Abschiebungen oder mies bezahlter Jobs.

https://zores.blackblogs.org/