Autor Thema: Kreatives Prekariat?  (Gelesen 4797 mal)

Kuddel

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Kreatives Prekariat?
« am: 20:26:34 Do. 29.März 2018 »
Die Arbeitsbedingungen von Künstlerinnen und Künstlern

Wer im Bereich von Kunst und Kultur kreativ tätig ist, befindet sich häufig in einer komplizierten Erwerbssituation. Zu einer finanziell oft prekären Lage gesellen sich Planungsunsicherheiten und schwierige Arbeitsbedingungen. Einige KünstlerInnen wollen das nicht länger hinnehmen.

http://www.blickpunkt-wiso.de/post/kreatives-prekariat-die-arbeitsbedingungen-von-kuenstlerinnen-und-kuenstlern--2180.html

Fritz Linow

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Re:Kreatives Prekariat?
« Antwort #1 am: 16:44:41 Mo. 23.April 2018 »
Es gibt gewerkschaftliche Bestrebungen in der Spieleindustrie weltweit, so von wegen hippe geile Spiele programmieren und sich nebenbei ausbeuten lassen. Klingt gut:

Zitat
Game Workers Unite is a broad-reaching organization that seeks to connect pro-union activists, exploited workers, and allies across borders and across ideologies in the name of building a unionized game industry.
https://www.gameworkersunite.org/about-us

Fritz Linow

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Re:Kreatives Prekariat?
« Antwort #2 am: 11:30:33 Mo. 07.Mai 2018 »
Zitat
6.5.18
Kulturschock im Silicon Valley: Gewerkschaften werden populär

Hoch bezahlt und heiß begehrt – auf den ersten Blick wirkt die Hightech-Avantgarde des Silicon Valley nicht, als müsse sich eine Gewerkschaft für sie ins Zeug legen. Und doch wagen nun einige Angestellte zaghafte Solidaritäts- und Mitbestimmungsversuche. Dabei haben sie allerdings einen steinigen Weg vor sich.

Wer in der Technologie-Hochburg im US-Bundesstaat Kalifornien im Job Probleme hat, dem winkt meist bereits die nächste Softwareschmiede und lockt mit kostenlosen Mahlzeiten, Premium-Krankenversicherung oder einer Espresso-Flatrate. Im Silicon Valley sehen traditionell nicht nur viele Unternehmen, sondern auch zahlreiche Arbeitnehmer Gewerkschaften eher als Fortschrittsbremse denn als Interessenvertretung.

Anders Bjorn Westergard: Im Jänner wird der Software-Entwickler vom Start-up Lanetix gefeuert, gemeinsam mit rund einem Dutzend seiner Kollegen.
(...)
https://mobil.derstandard.at/2000079263810/Kulturschock-im-Silicon-Valley-Gewerkschaften-werden-populaer

Fritz Linow

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Re:Kreatives Prekariat?
« Antwort #3 am: 15:59:14 Mi. 30.Mai 2018 »
Zitat
Seit Jahrzehnten versuchen Gewerkschaften Software-Ingenieur*innen zu organisieren, ohne großen Erfolg. Eine Organisierungskampagne in Kalifornien könnte das ändern.

Zu Beginn des Jahres feuerte die Tech-Firma Lanetix ihre gesamte Belegschaft von Software-Ingenieur*innen, weil diese versucht hatten sich in der Gewerkschaft NewsGuild-CWA zu organisieren. NewsGuild reichte daraufhin eine Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde für Arbeitsrechte ein, deren Ausgang noch ungewiss ist. Doch schon jetzt hat die Auseinandersetzung historisches Potenzial.

Denn Gewerkschaften versuchen seit Jahrzehnten Software-Ingenieur*innen zu organisieren – ohne großen Erfolg. Dieses Mal könnte es anders sein. Ben Tarnoff sprach mit zwei von Lanetix gefeuerten Ingenieuren, Björn Westergard und einem anonymen Kollegen, den wir „Will“ nennen.
(...)
Eine Sache, die uns antreibt – und die ich schon mit vielen Freund*innen im Tech-Bereich diskutiert habe – ist die Rolle, die die Launen der Manager*innen in deiner Arbeitsumgebung spielen, wenn es keine genau definierten Regeln gibt. Für die meisten Leute außerhalb dieser sehr privilegierten White-Collar-Jobs geht der Trend in Richtung Mikromanagement und hoch restriktive Arbeitsregeln. Man denke nur an die Lagerarbeiter*innen bei Amazon. Die Disziplinierung wird immer und immer feinmaschiger. Im Tech-Bereich dagegen wird noch nicht mal eingestanden, dass es sie gibt.
(...)
https://www.zeitschrift-luxemburg.de/programmieren-unter-zwang/

Fritz Linow

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Re: Kreatives Prekariat?
« Antwort #4 am: 12:37:42 Di. 07.Mai 2019 »
Zitat
7.5.19
Streik beim League-of-Legends-Studio

Das Spielestudio Riot Games kommt nicht zur Ruhe. Weil sich das Unternehmen außergerichtlich einigen will, haben über 150 Angestellte die Arbeit niedergelegt.

Anlass für den "Walkout", bei dem Mitarbeiter demonstrativ den Arbeitsplatz verlassen, sich vor dem Studio versammelt und Reden gehalten haben, ist die Durchsetzung einer Vertragsklausel. Einzelne Mitarbeiter haben Riot Games wegen sexueller Belästigung und wegen unfairer Bezahlung verklagt. Das Unternehmen pocht darauf, dass solche Klagen per Vertrag außergerichtlich beigelegt werden müssten.(...)
https://www.golem.de/news/riot-games-streik-beim-league-of-legends-studio-1905-141086.html

Fritz Linow

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Re: Kreatives Prekariat?
« Antwort #5 am: 11:58:18 Mo. 13.Mai 2019 »
Zitat
8.5.19
Zur Lage der »Bobos«

Vorabdruck. Die soziale Situation von Musikern und Kulturarbeitern
(...)
Wenn sich das kulturelle Prekariat nicht als Arbeiter, sondern als kleinbürgerliche Boheme versteht, wird es zu einem Akteur und Propagandisten neoliberaler Ideologie. Künstler und Kreative sind im herrschenden Gesellschaftssystem, um es mit Karl Marx zu sagen, »konzeptive Ideologen«, machen also »die Ausbildung der Illusion dieser Klasse über sich selbst zu ihrem Hauptnahrungszweig«. Sie betreiben mit ihrer auf Selbstverwirklichung und Selbstoptimierung ausgerichteten Daseinsweise die Entsolidarisierung der Gesellschaft. Sie agieren, auch wenn vermutlich oft unbewusst und ungewollt, gegen Kollektivität und Solidarität.
(...)
https://www.jungewelt.de/artikel/354261.kulturindustrie-zur-lage-der-bobos.html