Autor Thema: Erste Aktionen zum Internationalen Frauentag:Geballte Frauenpower auf der Straße  (Gelesen 5217 mal)

Kuddel

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Die Kraft der violetten Welle
Spanien. Lebt in diesem Land die Avantgarde des Feminismus? Jedenfalls gingen dort am Weltfrauentag so viele Menschen auf die Straße wie sonst nirgends in Europa




Allein in Madrid und Barcelona demonstrierten am 8. März insgesamt rund eine halbe Million unter dem Motto „Wir haben 1.000 Gründe“. Die Beteiligung am feministischen Generalstreik, der im Gesundheits- und Bildungswesen besonders massiv ausfiel, bezifferten die Gewerkschaften auf sechs Millionen Frauen. Die Parolen der Mobilisierungen richteten sich gegen häusliche Gewalt und waren für weibliche Ermächtigung: „Wir sind nicht alle da, es fehlen die Umgebrachten.“, „Wenn sie eine berühren, berühren sie uns alle.“, „Die Straße, die Nacht, sie gehören auch uns“, um nur einige zu nennen.

Tatsächlich dürfte der konservative Backlash, den Spanien derzeit erlebt, für den durchschlagenden Erfolg des Weltfrauentages mitverantwortlich sein.

Einst gegen Franco


Gründe für die Stärke des spanischen Feminismus gibt es viele. Einerseits schlägt die Frauenbewegung tiefe historische Wurzeln, und zwar bis in die 1970er Jahre hinein, als sie mit dazu beitrug, die Diktatur Francos zu Fall zu bringen. Auch wenn deren reaktionäres Gemisch von Nationalkatholizismus und Patriarchalismus tiefe Spuren hinterlassen hat. Bis vor gar nicht so langer Zeit gab es in Spanien Frauen, die kaum lesen und schreiben konnten, die treue Gattinnen, zärtliche Mütter, fleißige Hausfrauen und weiter nichts zu sein hatten.

Heute freilich ist vieles anders. Es gehört zu den positiven Nebeneffekten der Wirtschaftskrise, die Spanien seit 2008 erfasst hat, dass die Gesellschaft in Bewegung geraten ist. Stabile Wertvorstellungen von einst wurden brüchig. Dabei kann sich die spanische Frauenbewegung besonders auf eines stützen: Die Bevölkerung hat die Angst vor dem Wandel verloren, es wird nach neuen Rollenbildern gesucht.
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-kraft-der-violetten-welle (gekürzt)

Kuddel

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In der Schweiz gehen die Uhren anders.
Oder: Ein Frauenstreik muß nicht am 8.März stattfinden.

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Schweiz
Hunderttausende Schweizerinnen im Streik


„Bei uns waren wohl ein Drittel der Beschäftigten im Ausstand.“ Hunderttausende, vielleicht sogar mehr als eine Million Menschen machten beim „Frauen*streik“ in der Schweiz mit.
https://www.fr.de/politik/hunderttausende-schweizerinnen-streik-12447300.html

Kuddel

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Gewalt bei Frauendemonstrationen in Mexiko

Während eines Protestmarschs in Mexikos Hauptstadt ist es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Vermummte Frauen hinterließen Zerstörung.




Mexiko – Bei einem Protestmarsch gegen Gewalt gegen Frauen in Mexiko-Stadt ist es zu Ausschreitungen gekommen. Hunderte Frauen demonstrierten am Freitagabend  im Herzen der Hauptstadt, nachdem in den vergangenen zwei Wochen zwei junge Frauen unabhängig voneinander angegeben hatten, in Mexiko-Stadt von Polizisten vergewaltigt worden zu sein.

Mexiko-Stadt: Schneise der Zerstörung

An mehreren Orten wurde Feuer gelegt - unter anderem in einer Polizeiwache und an einem Denkmal zur Unabhängigkeit Mexikos. Vermummte Frauen zerstörten zudem eine Bushaltestelle und beschädigten einige Polizeiautos. Mehrere Menschen wurden mit Farbe besprüht. Ein Mann streckte einen Fernsehreporter während eines Live-Berichts mit einem Fausthieb nieder. Medienberichten zufolge gab es 17 Verletzte, darunter 14 Polizisten und zwei Journalisten.
 
Bereits vorher Demonstrationen

Es hatte bereits in den Tagen zuvor Demonstrationen gegeben. Eine 17-Jährige war nach eigenen Angaben am 3. August von mehreren Polizisten vergewaltigt worden, als sie sich nachts auf dem Heimweg befand. Eine 16 Jahre alte Frau zeigte einen Polizisten an, der sie in einem Museum, in dem sie ein Praktikum machte, vergewaltigt habe. Die Demonstranten forderten Gerechtigkeit für die mutmaßlichen Opfer. Die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, erklärte, sechs Polizisten seien suspendiert worden. Nach Angaben der Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen haben in Mexiko zwei Drittel der Frauen über 15 Jahren bereits eine Form von Gewalt erlebt. Die UN-Organisation schätzt, dass es in den vergangenen 25 Jahren rund 35 000 Tötungsdelikte an Frauen wegen ihres Geschlechts gab.
https://www.fr.de/politik/mexiko-ausschreitungen-protestmarsch-frauen-12921903.html