Autor Thema: Hartz IV reicht nicht für Stromkosten  (Gelesen 15876 mal)

Eivisskat

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Hartz IV reicht nicht für Stromkosten
« am: 13:56:46 Sa. 16.Juli 2011 »
Zitat
MDR-Studie: Hartz IV reicht nicht für Stromkosten

Hartz-IV-Empfänger bekommen zu wenig Geld für Strom. Das ergab eine Studie der Gemeinnützigen Gesellschaft für Verbraucher und Sozialberatung (GVS) im Auftrag des MDR.

Der Studie zufolge sind im aktuellen Hartz-IV-Satz für einen Single-Haushalt jährlich 321,80 Euro für Strom vorgesehen. Der Strom des günstigsten Anbieters für einen Ein-Personen-Haushalt in Sachsen koste aber jährlich 435,50 Euro, dem Haushalt fehlen also jährlich 113 Euro, in Thüringen liegt der Fehlbetrag sogar bei 147 Euro.

Für eine vierköpfige Familie in Sachsen bedeutet dies, dass jedes Jahr theoretisch Stromschulden bis zu 524 Euro angehäuft werden. In Thüringen beträgt der Fehlbetrag 346 Euro, in Sachsen Anhalt 393. Hochgerechnet auf ganz Mitteldeutschland werden demnach an die Hartz-IV-Haushalte fast 70 Millionen Euro zu wenig ausgezahlt.

Erschwerend hinzu kommt für die Hartz-IV-Empfänger, dass sie in der Regel auf den kommunalen Grundversorger angewiesen sind. Ein Wechsel zu einem möglicherweise günstigeren Anbieter ist oft nicht möglich, weil die privaten Unternehmen in vielen Fällen die Bonität ihrer Kunden prüfen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband kritisiert die Entwicklung. Die Entwicklung führe dazu, dass Hartz-IV-Empfänger gezwungen seien, an Essen und anderen Dingen zu sparen, um ihren Strom bezahlen zu können.

In den vergangenen Jahren sei der Strompreis jedes Jahr im Schnitt um acht Prozent gestiegen, Hartz-IV-Empfänger seien daher finanziell unterversorgt. Auch der Deutsche Caritasverband fordert mehr Flexibilität um die Preissteigerungen auffangen zu können.

"Hier wurde jede Chance genutzt, bei der Berechnung des Hartz-IV-Satzes selbst an kleinsten Beträgen zu sparen."sagt Rudolf Martens Leiter der Forschungsstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Das Problem der Unterdeckung der Hartz-IV-Sätze besteht bundesweit. Der GVS zufolge ist die Situation in Mitteldeutschland durch die hohen Strompreise sowie überdurchschnittliche Arbeitslosenzahlen allerdings verschärft, heißt es. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit fast 570.000 Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften.

Quelle mit Video: http://www.mdr.de/nachrichten/hartzstrom100.html



Pinnswin

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Re:Hartz IV reicht nicht für Stromkosten
« Antwort #1 am: 10:36:44 Mo. 18.Juli 2011 »
Har$z 4 reicht für nie nix.

P.S.: Ausnahme: Schlecker-Überfall.
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

dagobert

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Re:Hartz IV reicht nicht für Stromkosten
« Antwort #2 am: 22:14:08 Sa. 30.Juni 2018 »
Zitat
3. Verbraucherzentrale NRW: Bei Hartz IV reicht der Anteil für Strom nicht aus

Die Verbraucherzentrale NRW kommt zu dem Ergebnis, dass der SGB II – Regelbedarf zu wenig Geld für Haushaltsenergie enthält. Dies zeigt eine Berechnung aus dem Landesprojekt „NRW bekämpft Energiearmut“ der Verbraucherzentrale NRW.

Dies wird in der Untersuchung an verschieden Haushaltstypen berechnet und aufgezeigt.
Die Studie gibt es hier zur Einsicht: https://harald-thome.de/fa/redakteur/Harald_2018/2018_VZ_NRW_Deckungsluecke_Energie_6-2018.pdf
Quelle: Thome-Newsletter vom 29.06.18


tleary

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Re: Hartz IV reicht nicht für Stromkosten
« Antwort #4 am: 09:14:39 Sa. 02.Februar 2019 »
Und was hat sich in den 7 Jahren seit dem 1. Post zur Behebung dieser Unterfinanzierung getan? - Richtig: Nichts!
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

BGS

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Re: Hartz IV reicht nicht für Stromkosten
« Antwort #5 am: 19:06:34 Sa. 02.Februar 2019 »
Und was hat sich in den 7 Jahren seit dem 1. Post zur Behebung dieser Unterfinanzierung getan? - Richtig: Nichts!

Ist wohl so gewollt. Am Polarkreis wurden im gleichen Zeitraum Zeit ca. sieben Mal hintereinander die Stromkosten geringfügig gesenkt.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
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Wernichtsweissmussallesgl

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Re: Hartz IV reicht nicht für Stromkosten
« Antwort #6 am: 22:14:15 Sa. 24.August 2019 »
Bei mir wurden die Stromkosten nur erhöht, da half auch kein Stromwechsel. Mit erhöhtem Bedarf bei Warmwasserbereitung durch Strom langt das nicht einmal zur Hälfte. Ich glaube das sind dann um die 45 Euro, für Strom.

tleary

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Re: Hartz IV reicht nicht für Stromkosten
« Antwort #7 am: 01:38:58 Mo. 23.September 2019 »
Das Thema Stromerhöhung wird jedenfalls immer dringlicher. Bis vor 1 bis 2 Jahren konnte man wenigstens die Erhöhungen noch teilweise durch den obligatorischen jährlichen Anbieterwechsel abfedern. Seit ca. 2 Jahren aber werden selbst die billigsten Anbieter massiv teuerer.

Bei mir läuft die Preisbindung nächsten Monat wieder aus. Dann ist ein Wechsel fällig. Die Stromkosten steigen trotzdem von 747 € pro Jahr auf 810 € - bei gleichem Verbrauch natürlich. Das sind dann 8,5 % Preiserhöhung in nur einem Jahr. Der Hartz-IV-Satz wurde 2019 dagegen gerade einmal um 2,0 % erhöht.
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tleary

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Re: Hartz IV reicht nicht für Stromkosten
« Antwort #8 am: 03:19:12 Mo. 30.September 2019 »
Dabei fällt mir auf: Ab 2020 steigt der Hartz-IV-Satz um lächerliche 8 € pro Monat. Allein diese erhöhung eines einziges Gebrauchsgutes (Strom) frisst dabei (bei mir) schon 5,25 € monatlich weg. Bleiben noch 2,75 € um die restlichen Preiserhöhungen eines Hartz-IV-Beziehers abzufedern, was natürlich unmöglich ist.

Unterm Strich bleibt - allein aufgrund dieser eindimensionalen Betrachtung - eine weitere Realabsenkung des Hartz-IV-Geldes. Aber: Alles so gewollt, und die Reichen in ihren Wohlstandsburgen und deren Befehlsempfänger im fernen Berlin in ihren Dienstbüros mit jeweils mindestens 2 zu nichts nutzen Sekretär/innen hat so etwas ohnehin noch nie interessiert.
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