Autor Thema: Klimastreik  (Gelesen 399 mal)

ManOfConstantSorrow

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Klimastreik
« am: 14:27:33 Mi. 18.September 2019 »
Ich mache an dieser Stelle mal ein Extrathema auf, obwohl es auch in die Bereiche "Klimakatastrophe", "Verkehrspolitik" und ähnliches passen würde.

Es geht mir hier um reale Druckmittel. Wenn Schüler streiken, dann erzeugen sie nicht gerade einen wirtschaftlichen Druck. Wenn Arbeiter ihre Arbeit niederlegen, wäre das ein massiver Druck.

Die DGB Gewerkschaften drücken sich da vor ihrer Verantwortung. Die Medien schreiben ihren üblichen Scheiß zusammen und fragen "Fachleute", ob man einfach der Arbeit fernbleiben darf. Was für ein Dreck! Sollen wir jetzt "Fachleute" fragen, ob wir auf dem Planeten überleben dürfen?


Zitat
Klimastreik-Beteiligung: Bei Amazon, Microsoft und Google machen das die Belegschaften selbst – und rufen andere auch zur Teilnahme auf
„Alle unsere Unternehmen verkaufen den großen Ölgesellschaften Programme der künstlichen Intelligenz, mit denen diese fossile Brennstoffe noch billiger und in wachsenden Maß fördern können – Grund genug für uns, sich am 20. September an den Aktionen zum Klimatag zu beteiligen“ – so wird es in einer der sehr vielen Zuschriften gesagt, die beim Twitter-Kanal Google Workers for Action on Climate  veröffentlicht sind. Dieser hatte seine Publikationstätigkeit mit der Bekanntmachung begonnen: „We’re in! Google workers will be joining Amazon and Microsoft employees, tech workers, and students on Sept. 20!“ (Wir sind dabei…).
https://twitter.com/GoogleWAC

„Microsoft Workers 4 Good“ ist der Twitter-Kanal, über den MS-Beschäftigte ihre Beteilgung an den Klimaprotesten organisieren.
https://twitter.com/MsWorkers4

Zitat
Die internationale Gewerkschaftsföderation im öffentlichen Dienst zum Klimastreik am 20. September 2019: Massiv beteiligen – wo möglich auch mit Streiks
Die PSI – Public Services International – unterstreicht in dem Artikel „Unions: we must back the Climate Strike!“ von Rosa Pavanelli am 16. September 2019 auf ihrer Webseite nochmals, dass sie die Aktionen, die vom 20. bis 27. September 2019 in aller Welt stattfinden werden, unterstützt.
https://publicservices.international/resources/news/unions-we-must-back-the-climate-strike?id=10256&lang=en&search=%7B%7D

Zitat
Der belgische Gewerkschaftsbund FGTB ermöglicht Klimastreiks am 20. September
Die Centrale Générale des Gewerkschaftsbundes FGTB – ein wesentlicher Bestandteil dieser Föderation – hat öffentlich sowohl zur Unterstützung des Klimastreiks aufgerufen, als auch an alle Mitglieder die Information verbreitet, dass sie im Falle der Teilnahme an einer Streikaktion an diesem Tag durch diesen Beschluss der Gewerkschaft geschützt seien vor etwaigen Repressalien, da es sich durch diese Beschlussfassung um einen legalen Streik handele. Dementsprechend ruft die Gewerkschaftsföderation auch beispielsweise zur Teilnahme an der Demonstration in Brüssel aif, die an diesem Freitag, 20.9, um 13.30 Uhr beginnen soll, während der Arbeitszeit also.
http://www.labournet.de/?p=154555

Zitat
Die unabhängige Elektriker-Gewerkschaft der USA ruft zum Klimastreik am 20. September 2019 auf – ohne Ausstempeln

Globaler Klimastreik 20.-27. September 2019Auf der nationalen Konferenz der United Electrical, Radio, and Machine Workers of America (UE) in Pittsburgh, Ende August 2019 haben die Delegierten der 35.000 Mitglieder der unabhängigen Gewerkschaft beschlossen, sowohl den „Green New Deal“, als auch den Klimastreik zu unterstützen und sich an entsprechenden Aktionen, einschließlich möglicher betrieblicher Streiks zu beteiligen.
http://www.labournet.de/?p=154553
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Kuddel

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Re: Klimastreik
« Antwort #1 am: 18:43:43 Do. 19.September 2019 »
Die Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter für Klimaschutz haben bei BaSo einen schönen Aufruf zum Klimastreik veröffentlicht:

Zitat
Worüber man sich einig sei, ist die Forderung an die Politik, jetzt endlich zu handeln. Offensichtlich sind die Gewerkschaften auch einverstanden mit der Einführung einer CO2-Steuer, obwohl diese nach aller Erfahrung doch hauptsächlich von ihrer Klientel, den Beschäftigten, Erwerbslosen und Rentner*innen bezahlt werden würde und die Unternehmen nicht wirklich belastet.

Stattdessen wären sie gut beraten, sich dafür einzusetzen, dass die Verursacher bezahlen und dass umgehend wirksame Gesetze verabschiedet werden. Das könnten zum Beispiel sein:
   
  • Die Einführung einer Kerosinsteuer
  • weitgehende Einschränkung der Inlandsflüge
  • Einführung des Tempolimits von 120 km/h auf Autobahnen
  • Massiver Ausbau von Bahn und ÖPNV
  • Massiver Ausbau erneuerbarer Energien
  • Schluss mit der Behinderung des Ausbaus der Windenergie
  • Rekommunalisierung der Stromversorgung
  • Vergesellschaftung der großen Energiekonzerne

Wer denkt, die Klimakatastrophe sei mit rein marktwirtschaftlichen Methoden abzuwenden, wird erleben, dass die Klimaziele von Paris bei weitem verfehlt werden und das Leben auf dem Planeten immer stärker bedroht wird. Deswegen muss der Kampf für den Schutz des Klimas mit dem Kampf für eine lebenswerte Gesellschaft verbunden werden.   

System Change not Climate Change!

Im kompletten Aufruf wird auch gut beschrieben, wie der DGB herumeiert, um sich bloß nicht mit der Wirtschaft anlegen zu müssen:
http://www.baso-news.de/Baso/Prgs/cmsimpleaktiv/?&Alle_hin_%E2%80%93_zum_globalen_Klimastreiktag_&realblogaction=view&realblogID=762&page=1

Nikita

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Re: Klimastreik
« Antwort #2 am: 21:01:48 Do. 19.September 2019 »
Morgen findet in 550 Städten der wohl größte Klimastreik von FFF statt. Zahllose Unternehmen und einige Kommunen geben ihren Mitarbeitern die Möglichkeit dorthin zu gehen. Die Rheinbahn wird aus Solidarität eine Minute lang die Züge stillegen. Viele Künstler fordern zur Teilnahme auf.

Kuddel

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Re: Klimastreik
« Antwort #3 am: 14:43:30 Fr. 20.September 2019 »
Ich rege mich ständig über das neue Wort CO2 Bepreisung auf, das von den saudämlichen Journalisten so gern benutzt wird. Man sollte mal überlegen, was das ist.

Zitat
...Einführung einer CO2-Steuer, obwohl diese nach aller Erfahrung doch hauptsächlich von ihrer Klientel, den Beschäftigten, Erwerbslosen und Rentner*innen bezahlt werden würde und die Unternehmen nicht wirklich belastet.

Wir sollten uns schonmal darauf gefaßt machen, daß einige Sprüche von unbedarften Umweltschützern uns noch um die Ohren fliegen. Dieses "wir haben über unsere Verhältnisse gelebt" wird benutzt werden, wenn man die Armen noch ärmer machen will.
Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.


Troll

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Re: Klimastreik
« Antwort #4 am: 15:00:54 Fr. 20.September 2019 »
Sehr schön, "erfolgreiche" Umweltpolitik bei den Grünen abgeschaut, Ablasshandel 2019 ist wieder up to date, wer Geld hat den juckt es nicht und der der kein oder wenig Geld hat ist ggf. die Umweltsau.
Armut rettet das Klima, hurra.
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Kuddel

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Re: Klimastreik
« Antwort #5 am: 15:46:20 Fr. 20.September 2019 »
Ich will mich mal an einem Kurzbericht aus Bremen versuchen.

Es hat mich umgehauen. Aus allen Himmelsrichtungen und Seitenstraßen kamen Leute und es schien nicht aufzuhören. Ich habe so eine Stimmung seit den legänderen Großdemos in den 70er und 80er Jahren (Anti AKW, Natodoppelbeschluß, Reaganbesuch) nicht erlebt. Ich schätze mal Bremen hatte sowas nicht mehr seit dem Golfkrieg erlebt. Nach Polizeiangaben waren es 31.000, laut Veranstalter 40.000 Teilnehmer.

Es waren auch die Omas for Future, Scientists for Future etc. da, doch so einen Anteil an jungen Leuten hab ich noch nie erlebt, ich denke, knapp die Hälfte war unter 20. Es waren auch viele Migranten dabei. die notorischen Linken Organisationen und die Gewerkschaften mit ihren Fahren gingen in der Menge schlichtweg unter. Die IG Metall merkt die Einschläge nicht und latschte allen Ernstes mit Europafahnen auf die Demo. Die Stimmung war ansonsten super. Besonders gut gefallen hat mir ein ohrenbetäubender Sprechchor der Kids (deren Stimmen sind recht hoch und tinitusauslösend) "Streik in Schule, Uni und Fabrik, ist unsere Antwort auf eure Politik!" Es sah so aus, als sei eine ganze Station eines Krankenhauses auf der Demo dabei. Sie schoben ein Krankenbett mit einer Erdkugel als Patienten, in voller Montur von Schwestern Pflegern und Ärzten. Ich glaube, das waren sie auch im wiklichen Leben. Beeindrucken fand ich auch ein Gruppe vom BSAG Beschäftigten mit BSAG for Future Transparent. Es ist das kommunale bremer Verkehrsunternehmen (Straßenbahnen, Busse).

Es gab wohl auch Teile der Demo, die sich herauslösten und Brücken und Kreuzungen blockierten. Die Polizei ging mit Pfefferspray gegen die Blockierer vor. Das wurde bei der Abschlußkundgebung berichtet, hab ich aber nicht mitbekommen.

Mögen einige Redebeiträge etwas unbeholfen und vielleicht auch nicht zuendegedacht rübergekommen sein, so war deren Ausrichtung doch astrein. Besonders eingegangen ist man auf die Beteiligung von Gewerkschaftern, was die jungen Klimaaktivisten sehr begrüßten. Sie sagten, bisher hatten sie das Gefühl, man würde eher gegeneinander arbeiten. Es wurde erwähnt, daß es skandalös sei, daß politische Streiks in Deutschland verboten sind. Das ist Schulschwänzen aber auch. Monatelang haben eure Kinder es euch vorgemacht, daß man Regeln auch brechen kann. Überhaupt erklärte man seine Wut auf die Scheißpolitiker und die Scheißwirtschaft, die diese Klimakatasstrophe schließlich zu verantworten hätten.

Die Band auf der Bühne war zum Weglaufen. Das hab ich denn auch gemacht.

(P.S.: Ich würd mich über Berichte aus anderen Städten freuen. Ich stelle vielleicht in den nächsten Tagen noch ein paar Fotos ein. )

counselor

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Re: Klimastreik
« Antwort #6 am: 16:22:43 Fr. 20.September 2019 »
In Deutschland haben nach Angaben von Greta Thunberg 1,4 Millionen Menschen demonstriert.
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dejavu

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Re: Klimastreik
« Antwort #7 am: 17:43:24 Fr. 20.September 2019 »
In Lübeck war bzw. ist die Demo gut besucht. Hauptsächlich jüngere Menschen.
Zitat
LKA warnt vor Missbrauch des Klimathemas durch Radikale
Na ja, davon war jetzt nicht so viel zu sehen, in Lübeck nicht und woanders vermutlich auch nicht. Spinner und Wirrköpfe beim LKA.  ;D

Zitat
Die Parteien stehen nicht auf der Liste der Veranstalter und Einlader zur Demo und sie haben auf dem Rednerpodium nichts verloren. Ich halte die Entscheidung für absolut richtig.
Sehe ich genauso. Die Parteien wollen sich natürlich ranschmeissen, der Nachwuchs muss ja irgendwo her. Die Linke hat sich deswegen mit so einer Grünen Soße getüncht. Lorenz Gösta Beutin zum Beispiel ist extra nach Manila geflogen zu irgendsoeiner Klimakonferenz.
Vermutlich Pinay Girls gucken.  ;)
Beispielbilder
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Kuddel

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Re: Klimastreik
« Antwort #8 am: 11:29:00 Sa. 21.September 2019 »
Zitat
Protest vor der Charité
Ärzte demonstrieren für die Umwelt

Klimakrise als medizinischer Notfall. Für eine bessere und gesündere Umwelt gehen Ärzte am Freitagvormittag auf die Straße.




Am Freitag demonstrierten Ärzte vor dem Bettenhaus der Charité in Berlin Mitte gegen die Erderwärmung. Am Gebäude ist ein Transparent aufgebracht mit der Aufschrift „Die Klimakrise ist ein medizinischer Notfall. Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten“.

Der ehemalige Charité-Chef Professor Detlev Ganten erinnerte an die Tradition der Charité beim Protest gegen gesundheitliche Risiken aufgrund politischen Versagens. Schon Rudolf Virchow habe im Kaiserreich die Obrigkeit darauf aufmerksam gemacht, dass das gesundheitliche Elend der Bevölkerung ein soziales Problem sei und kein medizinisches.

Auch der neue Präsident der Charité Professor Hayo Kroemer ist gekommen und protestiert gemeinsam mit den Ärzten, Ärzten in Weiterbildung und Studenten.

Der Stopp des vom Menschen gemachten Klimawandels und damit seiner Folgen auf die menschliche Gesundheit muss absolute Priorität auch im gesundheitspolitischen Handeln bekommen, fordert ebenso Privatdozent Dr. Peter Bobbert, Vorsitzender des Marburger Bund Landesverbandes Berlin/Brandenburg. „Wir alle haben zu lange geglaubt, der Klimaschutz sei allein Aufgabe der Politik”, sagt er in einem Interview des MB zum Auftakt der globalen Klima-Aktionswoche.

Ärztinnen und Ärzte sollten nicht nur schauen, wie sie mit den Mitteln des Gesundheitswesens den Folgen des Klimawandel begegnen können, beispielsweise durch Prävention und Anpassung des Gesundheitsschutzes an neue Gegebenheiten. „Wir müssen auch mit daran arbeiten, dass das Gesundheitswesen selbst klimafreundlicher wird”, so Bobbert.
https://www.aerztezeitung.de/news/news_ticker/article/996713/protest-charite-aerzte-demonstrieren-umwelt.html

Cool.

Kuddel

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Klima
« Antwort #9 am: 09:15:02 So. 22.September 2019 »
In der Leserbriefspalte des spon spiegelt sich die Kampagne gegen die Klimabewegung.

Zitat
Lebensstandard nicht Klima
Den radikalen Gelbwesten ist das Klima vollkommen egal. Es geht um die Erhaltung ihres Lebensstandards unter allen Umständen - da sollen alle Anderen einsparen, nur nicht sie. 2 oder 3 Cent Erhöhung des Treibstoffs sind für die Gelbwesten schlimmer als 2 oder 3 Grad Erwärmung über die nächsten Jahre.
Zitat
Randale
Es geht um den Widerstand gegen unsere Art zu leben, in Frankreich wie in Deutschland. In Hamburg wurde der schwarze Block offensichtlich nichr aktiv, da die Polizei vorbereitet war, es wurden nur einige Jugendliche zu einer Sitzblockade der Lombardsbrücke überredet.
Zitat
2 oder 3 grad Erwärmung ist doch gar nicht schlecht, da muss das Freibad nicht mehr so beheizt werden und das spart Emissionen. Mit 2 oder 3 cents mehr für Benzin kann man sich keine Freibadkarte mehr leisten

Kuddel

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Re: Klimastreik
« Antwort #10 am: 12:46:19 So. 22.September 2019 »
Zitat
Klimastreik-Demo in Hamburg - völlig unnötige Polizeigewalt

Die Polizei in Hamburg hat mit äußerster Brutalität eine Brücke bei der Klimastreik-Demo in Hamburg geräumt. Unzulässig und unnötig, findet FR-Chefredakteur Thomas Kaspar.


Die Szenen schockieren. Ein Polizist nimmt einen Jugendlichen von hinten in den Schwitzkasten, zwingt ihm den Kopf an seine Brust gepresst zur Seite. Zwei uniformierte Kollegen treten an die Seite des Sitzblockierers und spreizen die Arme. Dann setzen sie an den Fingern einen Kipphandhebel an und drehen die Hände auf den Rücken.

Falsch ausgeführt, kann diese Technik die Hand schwer verletzen, zum mindestens ist sie höchst schmerzhaft. Im Aikido und anderen Kampfsportarten kennt man diese Handtechniken. Da sie so schmerzhaft sind, verlangen sie viel Übung, strenge Rahmenbedingungen und dürfen nicht von Anfängern geübt werden.

Die Youtube-Videos von der Klimastreik-Demo erinnern an gezielte Folter

Dieses brutale Vorgehen der Hamburger Polizei an der Räumung der Lombardsbrücke ist in zahlreichen Videos dokumentiert. Die Bilder dokumentieren, dass die Polizei den Schmerzgriff sehr bewusst eingesetzt hat. Einige der Polizisten haben ihn offensichtlich noch nie angewendet und eine Beamtin erklärt ihn am lebenden Objekt, korrigiert den Kollegen, bis die junge Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht weggeführt wird.

Die Bilder erinnern manche Kommentatoren an gezielte Folter.

Die Technik, die Polizisten angewendet haben, muss verboten werden


Empörend und durch nichts zu entschuldigen ist dieses Vorgehen deswegen, weil tausende Polizisten am Rande der Demos zum Weltklimastreik gezeigt haben, wie es auch gehen kann: Deeskalierend wirken, den passiven Widerstand ruhig und schmerzfrei auflösen.

Das Vorgehen der Hamburger Polizei muss untersucht und aufgeklärt werden. Die Polizeiführung, die ein solches Vorgehen angeordnet hat, muss zur Verantwortung gezogen werden. Solche Techniken müssen verboten werden. Das darf nicht die Antwort des Staates auf friedlichen Protest sein.

Von Thomas Kaspar
https://www.fr.de/meinung/klimastreik-demo-hamburg-voellig-unnoetige-polizeigewalt-13027238.html

Die Innen-, bzw. Law&Order Politik von Hamburg ist schlimmer als die von Bayern!

Troll

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Re: Klimastreik
« Antwort #11 am: 13:33:19 So. 22.September 2019 »
Tja, im Hintergrund gehen die Geschäfte einfach wie bisher weiter.
Dafür sind die Demonstrationen super, der Sandkasten für uns.
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counselor

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Re: Klimastreik
« Antwort #12 am: 22:14:00 So. 22.September 2019 »
Zitat
LDemokratie - Klimaproteste: Warum ziviler Ungehorsam gut für die Demokratie ist

Die Klimabewegung setzt zunehmend auf Blockaden und Aktionen des zivilen Ungehorsams. Doch was ist das überhaupt, welche Geschichte steckt dahinter – und warum hat ziviler Ungehorsam oftmals mehr Einfluss als eine klassische Demonstration?

Quelle: https://netzpolitik.org/2019/klimaproteste-warum-ziviler-ungehorsam-gut-fuer-die-demokratie-ist/#spendenleiste
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Re: Klimastreik
« Antwort #13 am: 10:08:42 Mo. 23.September 2019 »
Die Demos sind großartig und die Initiatoren lassen sich weder von politischen noch wirtschaftlichen PR-Profis besäuseln, denn diese zeigen jeden einzelnen Tag das sie gerne Reden würden um weiterhin NICHTS zu tun, sie wollen Überzeugen das NICHTS tun die beste Option für alle wäre. Aus alleinig ihrer Sicht stimmt das sogar, JA, IHR müsst weg!
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Re: Klimastreik
« Antwort #14 am: 10:37:20 Mo. 23.September 2019 »
Zitat
Fridays for future
"Ein einzelner Streik ändert nichts"

Kapitänin Carola Rackete schreibt exklusiv für die Frankfurter Rundschau und hat eine klare Meinung: Wir müssen gemeinsam für eine bessere Welt kämpfen.


Der Amazonas brennt, Hurrikan Dorian verwüstet Barbados, Dürre zerstört unsere Wälder. Wir stecken schon mitten drin, in der Klimakrise. Nicht zu handeln hat fatale Konsequenzen. Deshalb gehe ich heute mit Hunderttausenden auf die Straße.

Die Auswirkungen der Klimakrise habe ich zum ersten Mal vor acht Jahren auf einem Schiff in der Arktis mit eigenen Augen gesehen. Obwohl wir stundenlang suchten, konnten wir keine großen Eisschollen aus mehrjährigem Eis für die Probennahme finden. Früher war das anders, erzählten mir die Wissenschaftlerinnen.

Klimakrise: Ausmaß der Katastrophe wurde noch nicht verstanden


Seit den 1970er Jahren ist klar: Unsere CO2-Emissionen führen zu einer Erderwärmung, die die planetaren Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen. Heute wissen wir, dass wir kaum noch eine Chance haben, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Selbst dann nicht, wenn sich alle Staaten an den Klimavertrag von Paris hielten.

Aber haben wir die Ausmaße dieser Katastrophe wirklich verstanden? Zwei Grad bringen uns gefährlich nah an Kipppunkte im Klimasystem – das grönländische und das westantarktische Eisschild könnten schmelzen, genauso wie das arktische Meereis im Sommer. Sind diese Prozesse angestoßen, dann folgen kaskadenartig weitere Kipppunkte wie etwa das Tauen der Permafrostböden oder die Wandelung des Amazonas in eine Trockensavanne. Wir steuern aktuell auf eine Heißzeit zu, die unumkehrbar ist. Der Zusammenbruch der menschlichen Zivilisation steht dann durch Hungersnöte und Konflikte tatsächlich bevor.

Fridays for future: Ein Massiver Wandel ist nötig

Seit 1990 sind die Emissionen um 60 Prozent gestiegen, trotz 24 internationaler Klimakonferenzen und viel Fachkompetenz. Es ist illusorisch, zu hoffen, dass die Politik in Berlin die richtigen Entscheidungen für die Allgemeinheit oder zukünftige Generationen trifft. Es braucht einen massiven Wandel, vor allem eine Reduktion des Ressourcenkonsums, angetrieben von den Industrieländern. Aber der politische Wille, etwas zu verändern, fehlt. Denn diejenigen, die vom aktuellen Wirtschaftssystem profitieren, beeinflussen die Gesetzgebung durch ihre Lobbyarbeit. Freiwillig gibt niemand seine Macht ab, das sieht man auch aktuell in Hong Kong.

Keine Gewerkschaft hat je an einem Streiktag eine massive Veränderung erreicht, und auch nicht soziale Bewegungen wie etwa die Frauenrechtsbewegung, die indische Unabhängigkeitsbewegung oder die Anti-Apartheidsbewegung. Deshalb ist es konsequent und richtig, dass die Schülerinnen und Jugendlichen seit Monaten jeden Freitag streiken. Aber wir alle müssen uns ihnen anschließen, sonst bleibt ihr Protest ohne Wirkung. Der Streik am 20. September kann nur der Anfang sein, wenn wir eine lebenswerte Zukunft für alle wollen.

Wir leben in einem Zeitalter der Konsequenzen, sagte einst Winston Churchill. Auch heute ist es so: nicht zu handeln wird fatale Konsequenzen haben.
https://www.fr.de/meinung/fridays-future-carola-rackete-appelliert-gesellschaft-13018262.html
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