Autor Thema: Extinction Rebellion  (Gelesen 351 mal)

Kuddel

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Extinction Rebellion
« am: 21:43:01 So. 06.Oktober 2019 »
Ich habe dieses Thema ganz bewußt nicht in den Praxisthread gestellt, sondern in den Theoriebereich.
Ich bin argwöhnisch und will mir die Entwickung ansehen, denn es gibt berechtigten Grund an dieser Bewegung zu zweifeln, die aus der Retorte kommt.

Es ist natürlich eine folgerichtige Entwicklung, nach dem Protest, den praktischen Widerstand folgen zu lassen. Die Verkehrs- und Warenströme blockieren, das können wir uns in Frankreich und Hongkong abschauen. Das erzeugt Druck und wir brauchen Druckmittel.

Zitat
Fridays for Future in radikal
Die Revolution beginnt mit Benzin
https://www.zeit.de/campus/2019-10/extinction-rebellion-klimaaktivisten-camp-berlin-ziviler-ungehorsam/seite-2

Klingt ja vielversprechend.

Ihr Vorlauf ist aber einfach nur für'n Arsch!
Zitat
Die Aktivist*innen gehen zu linken Bewegungen auf Distanz.

Aber schon wenige Minuten später verließen die „Rebell*innen“ die Blockade wieder, „da die Stimmung dort nicht mehr unseren Prinzipien entspricht“ – jemand hatte „Fuck Cops“ gerufen.

Andere Protestierende saßen plötzlich allein da – keine gute Idee auf der Verkehrsader einer Großstadt, während sich die Polizei zur Räumung bereitmacht. Zu allem Überfluss twitterte XR belehrend: „Liebe Leute von Sitzenbleiben, nur friedlich werden wir unser Ziel erreichen!“

Gewaltfreiheit ist eines der Prinzipien von XR. Nur: Wie gewalttätig ist es, wenn jemand „Fuck Cops“ ruft? XR erklärte dazu auf Twitter: „Wir pflegen gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg.“ Ein paar Stunden später räumte die Polizei die Blockade mit Schmerzgriffen.

In Berlin kann es wohl auch nicht so schlimm gewesen sein – XR bedankte sich bei der Berliner Polizei für die „respektvolle Räumung“. Die anschließende Klarstellung über die sozialen Netzwerke, dass die „Rebell*innen“ sich nicht als links verstehen, hätte es dann auch nicht mehr gebraucht. Wer eher mit der Polizei solidarisch ist als mit den Mitstreiter*innen in der Sitzblockade, sollte sich dann aber auch nicht an linken Aktionen beteiligen und andere gefährden. Nur: Was bleibt dann von der Rebellion? Rosenberg-Lesekreise?

Wie will man denn was verändern, wenn man die Konfrontation mit denen meidet, die den Status quo verteidigen? Mit der Abgrenzung nach links ist nichts zu gewinnen, außer man will die SPD unter den sozialen Bewegungen sein. Heutzutage ist man ja schon linksradikal, wenn man Menschen vor dem Ertrinken rettet. Was es braucht, ist eine mutige linke Massenbewegung. Eine Rebellion aus der „Mitte“ verspricht düstere Zeiten.
kommentierte die taz
https://taz.de/Klimarettung-und-Proteste/!5627081&s=extinction+rebellion/

Hier die ZEIT nochmal:
Zitat
90 bekannte Künstler wie... (blablabla)

...rief das britische Parlament den Klimanotstand aus. "Das wollen wir auch erreichen", sagt Rike und blickt in Richtung Bundestag.

... Rike vom Deeskalationsteam.
https://www.zeit.de/campus/2019-10/extinction-rebellion-klimaaktivisten-camp-berlin-ziviler-ungehorsam/seite-2

Leckts mich am Arsch! Das ist ja ein Verein, um den man einen riesigen Bogen machen sollte...

Die anstehenden Blockaden sollten von einer echten Bewegung organisiert werden und nicht von solchen Bewegungsprofis.

Fritz Linow

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #1 am: 13:13:54 Mo. 07.Oktober 2019 »
Teilweise leicht durchgeknallt heute, typischer Montag halt:



























Mir fehlen da irgendwie die Menschenopfer, deshalb zurück zum Wicker Man:




Kuddel

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #2 am: 10:45:48 Di. 08.Oktober 2019 »
Ich habe mir mehrere Radioberichte über die Extinction Rebellion Blockaden in Berlin angehört.
Das war ja furchtbar. Die Interviewten redeteten in einem überdreht fröhlichen Ton dovon, wie sie "Zeichen setzen" würden, wie positiv und friedlich alles sei und niemand verzichtete auf die Wiederholung, daß es alles absolut gewaltfrei sei. In einem Camp wurden eine Woche lang die Aktivisten geschult, wie man denn Widerstand leistet. Es geht wohl darum, keinen Widerstand zu leisten und blöde grinsend unheimlich positiv zu sein. Dazu gab es auch ein Yoga- und Meditationszelt im Camp. Inhalte waren Nebensache, gewaltfrei, gewaltlos und nochmal gewaltfrei, das stand im Zentrum. Als es mal um ein Ziel ging, da war es die Bundesregierung und die solle den Klimanotstand ausrufen. Wozu soll das gut sein? Kiel hat den Klimanotstand bereits ausgerufen. Absouter Hammer. Sollte ihr euch mal ansehen. Das sollte man überall machen. Dann gibt es keine Klimaprobleme mehr.

Es wird auf die Scheißregierung geschielt, dabei ist es die Industrie, die sich für nichts anderes als Profit interessiert und dafür über Leichen geht. Werden besonders klimaschädliche Produktionsanlagen blockiert? Nein, man läßt die Leute im Stau stecken, die nach der Arbeit nur nachhause wollen, ohne ihnen eine Alternative aufzuzeigen.

Man hat aus Holz eine Arche Noah errichtet, von der dann Carola Rackete eine Rede halten sollte. Völliger Dachschaden!

Im Spiegel gibt es folgendes über diese Rebellen zu lesen:
Zitat
"Extinction Rebellion"
So einfach, so ausweglos

Die ökolinke Jutta Ditfurth warnt, "Extinction Rebellion" sei eine esoterische Weltuntergangssekte. Sicher ist: Der aufreizend gewaltlose Protest der Klimarebellen kann nicht paternalistisch weggetätschelt werden.



"Extinction Rebellion"-Aktivisten in Berlin: Wer Polizisten beleidigt, fliegt

Unauffälliger geht's wirklich nicht. In der Fußgängerzone von Wiesbaden haben Aktivisten einen Stand aufgebaut. Ein Zelt, ein selbst gemaltes "Extinction Rebellion"-Schild und ein paar Flugblätter auf einem Klapptisch: "Rebellion für das Leben" oder "Aufstand gegen das Aussterben". Dahinter wiegt eine Mutter ihr Kind - allein das ist schon ein Argument in diesen Zeiten. Der Aktivist Chris, Student der Psychologie, verabschiedet gerade eine Passantin: "Komm morgen wieder, um 17 Uhr meditieren wir hier zusammen!"

Mit der passiven Aggressivität der Zeugen Jehovas hat dieses Auftreten wenig zu tun, mit der aktiven Aggressivität von Tierschutzorganisationen wie Peta noch viel weniger. Kein Gesäusel, keine Schockbilder. Einen expliziten "Warnhinweis" gibt es allerdings auf Twitter. Dort rät die "öffentliche Intellektuelle" und Ökolinke Jutta Ditfurth vor allem "Kindern und Jugendlichen" davon ab, sich den Aktionen von "Extinction Rebellion" (XR) anzuschließen.

Die Bewegung sei eine "intellektuellenfeindliche" und vernebele vermittels hysterisierender "Hyperemotionalisierung" den Verstand ihrer Mitglieder. Sie sei, so Ditfurth, kein "kritisches, rationales, linkes Projekt" und anschlussfähig nach rechts; mithin also eine "esoterische" Weltuntergangssekte.

Zwar soll auch bei den Protesten in Berlin das vieldeutige, aber einschlägig okkupierte Wort "Heimatschutz" skandiert worden sein.(...)
https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/extinction-rebellion-analyse-der-klima-rebellen-a-1290401.html

Jutta Ditfurth über XR:
Zitat
Warnhinweis #ExtinctionRebellion

Ich rate davon ab, mit Extinction Rebellion zusammenzuarbeiten und an den Aktionen von Extinction Rebellion (XR) am 7.10. in Berlin teilzunehmen. Ich empfehle eindringlich, Kinder und Jugendliche darüber aufzuklären, dass sie sich lieber an Aktionen von Fridays für Future beteiligen sollen (sofern diese nicht mit XR zusammenarbeiten), bei Ende Gelände und dem Widerstand im Hambacher Forst.

Mitgründer*innen und Vertreter*innen von XR in deutsch und englisch, Bücher, Flugblätter und Berichte aus XR-Gruppen.
 
Gründe (Auswahl):
 
1. XR ist keine »gewaltfreie Klimabewegung« sondern eine religiöse-gewaltfreie esoterische Sekte, welche an die Apokalypse der baldigen »Auslöschung der Menschheit« glaubt und »Selbstaufopferung« empfiehlt.
 
2. XR schürt Emotionen, die den Verstand vernebeln, wenn sie z.B. behaupten »Wir sind die letzte Generation der Menschheit vor der Auslöschung«.

3. XR bezieht sich ideologisch u.a. auf Ghandi. Der war keineswegs gewaltfrei. Vergewaltigte Frauen waren für ihn keine Menschen mehr. 1938 forderte er die Jüdinnen und Juden in Deutschland auf, sich »gewaltfrei« in die Messer ihrer Schlächter zu stürzen und kollektiv Selbstmord zu begehen.

4. XR ist keine Graswurzelbewegung, sondern ein hierarchisches Modell. Gegründet wurde XR in England. In Deutschland wurden viele Gruppen von Anleiter*innen aufgebaut, zum Teil in der Manier esoterischer Sekten.

5. XR kooperiert und wird auch finanziert von Kapitalfraktionen, die ein Interesse an einer manipulierbaren Klimabewegung haben, die bei der PR, der Vermarktung und der gesellschaftlichen Durchsetzung vermeintlich umweltfreundlicher Produktionslinien und politischer Projekte nützlich ist.
 
6. XR will nicht aufklären sondern Stimmung schaffen. XR setzt auf Hyperemotionalisierung und ist intellektuellenfeindlich. Dafür wird gemeinsam geweint und meditiert.
 
7. XR zielt vor allem auf junge Leute und emotionalisiert sie. XR versucht rauschhafte Ängste vor der Zukunft zu erzeugen und spricht von der Bereitschaft der »Selbstaufopferung«.
 
8. XR will möglichst viele Aktivist*innen ins Gefängnis bringen. XR übernimmt selbst nicht die Verantwortung für die Gefangenen. In Berlin wird die Telefonnummer des Ermittlungsausschusses (EA) der linken Szene verbreitet, obgleich man die Linke bekämpft.
 
9. Alle dürfen bei XR mitmachen, auch »Rechte«. Co-Gründer Roger Hallam sagt außerdem: »Anders als klassische linke Bewegungen schließen wir niemanden aus, auch jemand, der ein bisschen sexistisch oder rassistisch denkt, kann bei uns mitmachen.«
 
10. XR ist nicht gegen Atomenergie. Alle Nachfragen werden mit dem Hinweis auf noch zu gründende »Bürgerversammlungen« beantwortet, an denen »jeder« teilnehmen könne und die dann in noch ungeklärter Weise die Regierungen beraten sollen.
 
11. XR arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Für die morgigen Aktionen in Berlin hat XR Polizisten in die eigenen »XR-Deeskalationsgruppen« aufgenommen.
 
12. XR hat versucht, alle möglichen Teilnehmer*innen seiner seiner Aktionen in einer »Rebel Survey« nach der Bereitschaft zu politischer Radikalität, Mitgliedschaft in politischen Gruppen usw auszufragen. Nach heftiger Kritik wurden Teile der personalisierten Daten angeblich gelöscht.
 
13. XR hat einen absurden, staatsgläubigen Gewaltbegriff und ist auch damit gefährlich für linke politische Gruppen. In Hamburg hat sich XR z.B. öffentlich von einer Sitzblockade distanziert, weil nach einem harten Polizeieinsatz (»Schmerzgriffe«) jemand »Fuck the Police!« rief. Diese Beleidigung der Polizei, sagt XR, sei Gewalt.
 
14. XR wird niemals ein kritisches, rationales, linkes Projekt sein.

*ENDE*

Ich war müde, aber ich hoffe, der Text nützt Euch morgen und für die weitere Auseinandersetzung. Gutes Beobachten und Streiten!
https://twitter.com/jutta_ditfurth/status/1180913195101364224

Fritz Linow

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #3 am: 11:51:33 Di. 08.Oktober 2019 »
Ich gehe mal davon aus, dass da nicht nur Spinner mitmachen. Viele sind wohl dabei, weil sie einen Schritt weiter gehen wollen, es aber im Moment nichts besseres gibt. Das wäre mal eine Aufgabe...bevor man irgendwelchen Rattenfängern hinterherläuft.

Schön ist auch der hier:
Zitat
Cleo Mieulet, die als Sprecherin der Berlinblockade fungiert, sagt dagegen rigoros: „Religiosität kommt bei uns nicht vor.“ Sie sei Atheistin, verweist auf die Forderungen, an denen nichts spirituell oder esoterisch sei...
https://taz.de/Debatte-um-Extinction-Rebellion/!5632122/

Weswegen sie konsequenterweise erstmal auf Waldorfpädagogik umsattelte:
https://www.neues-deutschland.de/artikel/836414.alles-auf-anfang.html

Da kann man schonmal mit Merkel auf einem Zukunftskongress landen. Man muss halt sehen, wo man bleibt:
https://www.presseportal.de/download/document/591116-futurium-prorgramm-fest-der-zukuenfte.pdf

Tja, und zu Gandhi gibt es noch den hier aus der Jugendzeitschrift der Kommunistischen Partei-Opposition (KPO) von 1929:


Kuddel

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #4 am: 12:08:43 Di. 08.Oktober 2019 »
Zitat
Ich gehe mal davon aus, dass da nicht nur Spinner mitmachen. Viele sind wohl dabei, weil sie einen Schritt weiter gehen wollen, es aber im Moment nichts besseres gibt...

Ich denke, das trifft den Nagel auf den Kopf.

Kuddel

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #5 am: 11:03:27 Mi. 09.Oktober 2019 »


Soll man lachen oder weinen bei so einer Inszenierung?

Troll

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #6 am: 11:08:29 Mi. 09.Oktober 2019 »
Das ist beängstigend!
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Fritz Linow

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #7 am: 15:20:20 Mi. 09.Oktober 2019 »
Hier gibt es das Handbuch dazu: »Hope dies – Action begins«: Stimmen einer neuen Bewegung
https://www.transcript-verlag.de/shopMedia/openaccess/pdf/oa9783839450703.pdf

Hab's nur kurz überflogen, aber die erheben die Menschheit ansich über alles und kommen mit der Opferbereitschaft Gandhis für ein höheres Ziel, wo der einzelne keine Rolle spielt. Das erinnert schon an Konstrukte wie die Volksgemeinschaft oder die Masse der Arbeiterklasse, die nur als solche eine Daseinsberechtigung hat und sozusagen als Weltgeist in der Geschichte rumwabert...klingt nicht so doll.

Fritz Linow

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #8 am: 17:19:28 Fr. 11.Oktober 2019 »
Ein weiterer Auswurf:

Zitat
Lu Yen Roloff vom Extinction Rebellion weist diese Vorwürfe zurück. Die Gruppen seien das Gegenteil von hierarchisch, alle könnten sich einbringen - und man sei offen für alle. Auch mit Esoterik habe man nichts am Hut: "Wir haben Atheisten, die würden laut aufschreien, wenn man ihnen sagen würde, sie machten da etwas Religiöses. Das, woran wir glauben, das sind die Fakten."
https://www.ndr.de/ndrkultur/programm/Extinction-Rebellion,extinctionrebellion102.html

In England ist man da schon weiter und zeigt, wie man an Fakten glauben kann:



Wenn eine Aktivistin wie die Roloff ihr Volontariat bei der Evangelischen Journalistenschule gemacht hat, wird sie schon wissen, was sie sagt.

Kuddel

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #9 am: 18:29:46 Fr. 11.Oktober 2019 »
Ich würd mal sagen, dieser verstrahlte Haufen hat als Organisation vollständig verkackt.

Noch haben sie keinen Schaden angerichtet und es ist noch Zeit eine basisdemokratische Bewegung aufzubauen, die handfesten Widerstand gegen die zerstörerische Verkehrs- und Wirtschaftspolitik organisiert.

Fritz Linow

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #10 am: 01:07:58 Mo. 14.Oktober 2019 »













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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #11 am: 05:32:55 Mo. 14.Oktober 2019 »
Das letzte Foto mit dem Synagogen-Schild stammt von einer Demo der FridaysForFuture Nürnberg. Diese haben sich in einem offenen Brief dafür entschuldigt.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #12 am: 10:35:26 Mo. 14.Oktober 2019 »
Zitat
Das letzte Foto mit dem Synagogen-Schild stammt von einer Demo der FridaysForFuture Nürnberg. Diese haben sich in einem offenen Brief dafür entschuldigt.

Danke für die Info. Gestern lief das unter #ExtinctionRebellion Berlin. Da kann man mal sehen.

Fritz Linow

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Re: Extinction Rebellion
« Antwort #13 am: 00:59:21 Di. 15.Oktober 2019 »
Zitat
(...)
Daniel Hornuff, Professor für Theorie und Praxis der Gestaltung in Kassel, spricht einerseits von einer "Ästhetik der Katastrophe, des totalen Endes", andererseits komme sie sehr glatt und professionalisiert daher, sogar angepasst und gewöhnlich. "Extinction Rebellion" beschäftige dafür auch professionelle Agenturen. Die sozialen Medien seien beim Protest bereits mitgedacht. Die Aktivisten planten beim Protest die Postproduktion mit und versuchten, die Bewegung medial elegant auszurichten.

Die Protestformen von "XR", wie etwa das Besetzen von Kreuzungen, seien laut Hornuff nicht ungewöhnlich oder überraschend. Bei den Aktionen auf öffentlichen Plätzen herrsche "Volks-" oder "Amateur-Theaterstimmung". "XR" verstehe sich als "Graswurzelbewegung", also als eine Bewegung "von unten", das professionelle Design konterkariere diese Intention jedoch. (...)Hornuff, der auch ein Buch über das Design der Neuen Rechten geschrieben hat, erkennt in der Ästhetik von "XR" Parallelen zur "Identitären Bewegung", auch wenn ihre Ziele verschieden sind.(...)
https://www.deutschlandfunkkultur.de/bewegung-extinction-rebellion-aesthetik-der-katastrophe.2156.de.html

Als mir vor einigen Monaten erstmals der Schriftzug "Extinction Rebellion" und das Zeichen dazu mit Kreide an die Wand gekritzelt über den Weg lief, dachte ich tatsächlich, dass das irgendein Scheiß der Identitären sei von wegen Volkstod.

Nun gut... Symbole, Rituale, Gemeinschaftserlebnisse und Orgien sind notwendig und wichtig. Der Vorwurf von Ditfurth, dass die Bewegung intellektuellenfeindlich und nicht progressiv sei, läuft ins Leere. Sie wollte immer mit dazu gehören, tat es aber nie.

Wieviel Verstand und Fortschrittlichkeitsdenken machen Sinn? Und was ist diese Fortschrittlichkeit überhaupt?

Selbst wenn dieses XR demnächst im Sande verlaufen sollte, lassen sich daraus Lehren für die Zukunft ziehen, um die übliche Arroganz der Linken gegenüber allen anderen zu überwinden.

Fritz Linow

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