Autor Thema: Rente mit 70?  (Gelesen 6135 mal)

Carsten König

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Rente mit 70?
« Antwort #15 am: 10:05:53 Fr. 19.August 2005 »
Zitat
Original von Pinnswin
Rente? -  Nie! Leute, nit für uns, Rente ist nur was für Großverdiener. Das gemeine Stimmvieh sollte sich damit abfinden, das es keine mehr bekommt. ;) :evil:

Und das können die heutige Politiker auch nur sich erlauben, weil sie vom Lebensalter bereits so fortgeschritten sind, dass sie unseren in 30 bis 40 Jahren heiligen Zorn über die sich als leer erwiesenen Luftschlössern nicht mehr unter uns verweilend oder nur noch in irgendwelchen Heimen dahindämmernd erleben können.

Miriam1982

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Rente mit 70?
« Antwort #16 am: 18:12:56 Fr. 19.August 2005 »
Wobei für Großverdiener der Vergleich ihrer Rente mit dem gesetzlichen Ausbeutungssystem ein Witz ist!

Die sind alle Selbstständig und zahlen keinen Cent in das marode System während der kleine mann dazu gezwungen wird.

Und wenn man auf meinen Prof hört, ein Arsch namens Peffekoven (ehemals im Sachverständigenrat), so bekommen wir bald gesetzlich vorgeschrieben neben der gesetzlichen Rente auch noch privat Vorzusorgen, weil wir ja auch "zwangsweise die Renten gekürzt" bekommen und nicht alle von Sozialhilfe leben können.


Miriam
Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat

Carsten König

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Rente mit 70?
« Antwort #17 am: 18:26:03 Fr. 19.August 2005 »
Zitat
Original von Miriam1982
auch noch privat Vorzusorgen,

Die einzigen, die sich darüber freuen können, sind sie Anbieter entsprechender Produkte, denn auch private Rentenversicherungen stehen unter der Idee des Profits.
Und wie schaffen die Rentenversicherer Profit und Gewinn?

Das Geld wird angelegt, Arbeit rationalisiert, Aktien Spekulationen ... und der kleine Michel, im Glauben seine Zukunft als Rentner mit Privatvorsorge zu sichern, sägt beschleunigt am Ast, auf dem er selbst sitzt. Tragikomisch schon fast.

So gehts nicht weiter... Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!

Carsten König

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Rente mit 70?
« Antwort #18 am: 18:31:18 Fr. 19.August 2005 »
Zitat
Original von Miriam1982
Peffekoven (ehemals im Sachverständigenrat

Was schreibt der denn so? Wir googlen und kommen zu der Weisheit letzter Schluß:

Zitat
Standpunkte
Die ermäßigte Mehrwertsteuer gehört abgeschafft
Diese Subvention verzerrt den Wettbewerb erheblich
Von Rolf Peffekoven


22. Juni 2005 Jeder Student der Wirtschaftswissenschaften hat gelernt, daß es in der Verteilungspolitik effizienter ist, die Bürger, die man unterstützen will, mit Transferzahlungen auszustatten, als die Preise bestimmter Güter administrativ niedrig zu halten. Ein Meister des Faches hat es so formuliert: Wenn man erreichen will, daß auch Bezieher niedriger Einkommen für ihre Kinder Milch kaufen können, dann sollte man einen (einkommensabhängigen) Zuschlag zum Kindergeld zahlen, anstatt den Milchpreis (zum Beispiel durch Festlegung eines Höchstpreises) niedrig zu halten. Im zweiten Fall würde man nämlich erreichen, daß auch die Bezieher hoher Einkommen ihre Katzen mit subventionierter Milch füttern könnten.


Solche simplen Lehren sind offenbar nicht bis zu allen Politikern vorgedrungen. Anders ist nicht zu erklären, warum bei der Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) neben den Nahrungsmitteln viele andere Güter und Dienstleistungen dem ermäßigten Steuersatz von derzeit sieben Prozent unterliegen. Damit werden völlig unerwünschte Verteilungswirkungen erreicht, und die Anbieter der entsprechenden Güter erhalten einen Wettbewerbsvorteil. Der ermäßigte Steuersatz stellt einen Subventionstatbestand dar, der in Zeiten knapper Kassen dringend abgeschafft werden müßte.

Die Steuerermäßigung für Nahrungsmittel wird in der Regel damit begründet, daß die Mehrwertsteuer eine regressive Wirkung habe: Bezieher niedriger Einkommen, die erfahrungsgemäß einen hohen Teil ihres Einkommens für Konsum ausgeben, werden durch die Mehrwertsteuer relativ stärker belastet als die Bezieher hoher Einkommen, die größere Teile ihres Einkommens sparen. Einen verteilungspolitisch entgegenwirkenden Effekt will man über den ermäßigten Satz für Nahrungsmittel erreichen. Schon das wird nicht gelingen, denn auch dem "Reichen", der sich mit teuren Delikatessen eindeckt, nutzt der ermäßigte Satz; sein Konsum wird subventioniert. Dabei dürfte das absolute Ausmaß der Steuervergünstigung bei ihm sogar größer sein als die Steuerersparnis eines "Armen", der gezwungen ist, möglichst preiswert einzukaufen. Verteilungspolitik über differenzierte Mehrwertsteuersätze könnte nur dann Erfolg haben, wenn man eine klare Unterscheidung zwischen "lebensnotwendigem Konsum" und "Luxuskonsum" finden könnte. Das ist in einer Gesellschaft mit vergleichsweise hohem Durchschnittseinkommen und freier Konsumwahl nicht möglich; deshalb sollte der Steuersatz der Mehrwertsteuer auch nicht differenziert werden. Insoweit war es richtig, daß in der EU die in manchen Ländern üblichen erhöhten Steuersätze ("Luxussteuern") vor einigen Jahren abgeschafft worden sind. Nun müßte konsequenterweise auch der zweite Schritt folgen, nämlich die Streichung des ermäßigten Satzes.

Herr Peffekoven, wenn Sie mir ihre private eMail-Adresse geben, dann schicke ich ihnen mal einen gesalzenen Kommentar zu ihren Ergüssen.

http://www.fiwi1.vwl.uni-mainz.de/downloads/Besondere_Steuerlehre/Ermaessigte-Mehrwertsteuer-gehoert-abgeschafft.htm

Miriam1982

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Rente mit 70?
« Antwort #19 am: 08:54:25 Sa. 20.August 2005 »
Peffekoven@uni-mainz.de

Er wird dir sagen das auch (vorallem) Reiche davon profitieren werden weil sie auf ihren Kaviar und ihren Campagner auch nur 7% zahlen.

Um den Regressionseffekt (hohen konsumquote ärmerer führt zu höherer steuerbelastung) der Mehrwertsteuer zu entschärfen sollten über Transfers (Kindergeld Bafög etc) ausgleichszahlungen erfolgen.

Eigendlich einleuchtend aber an die Transfers glaube ich nicht, dass die kommen, die Politiker werden sich feiern wenn es in der Kasse bergauf geht und sich dafür entsprechend entlohnen.

Miriam
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Magnus

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Rente mit 70?
« Antwort #20 am: 17:50:51 Mo. 22.August 2005 »
Höhere indirekte Streuern sind ganz schlecht für diejenigen, die ohnehin alles ausgeben.

Wer eine hohe Sparquote hat, den trifft es eher weniger.
Selbständige, die von der USt befreit sind trifft es noch weniger.

Da die AV-Beiträge gesenkt werden trifft es aber im Wesentlichen nur noch Rentner, Studenten, Sozialhilfeempfänger, AL-Geld Empfänger und als Nebeneffekt noch Beamte und Schwarzarbeiter.....

Erstaunlicherweise also fast alle ausser arbeitende Proletarier und Kapitalisten!!!

Ob das am Ende eine perfide Verschwörung ist???

         

LinksDenker

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Rente mit 70?
« Antwort #21 am: 21:02:00 Mo. 22.August 2005 »
Zum Überdenken:

Im Sinne des rein Kapitalistischen Prinzips müßten die Steuern auf Lebensnotwendige Produkte höher sein als auf Luxusgüter.

Begründung ist, das man dort nicht Ausweichen kann -> Monopolisierung

Also müßte Wasser, Milch, Strom, Brot etc. mit einer Luxussteuer belegt werden, während Autos der Oberklasse nur eine ermäßigten Steuersatz bekommen.

Tatsache ist, das es wohl in einigen Länder so ähnlich ist, wo es im Ländlichen Bereichen kein trinkwasser, aber Sau-teure Cola gibt.

Carsten König

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Rente mit 70?
« Antwort #22 am: 21:52:38 Mo. 22.August 2005 »
Zitat
Original von LinksDenker
Im Sinne des rein Kapitalistischen Prinzips müßten die Steuern auf Lebensnotwendige Produkte höher sein als auf Luxusgüter.

Nein, da sehe ich keinen Zusammenhang. Das kapitalistische Prinzip sagt, dass die Ausbeitung im Produktionsprozess und nicht im Konsumprozess stattfindet.

Man muß erstmal fragen, was eigentlich Steuern sind? Und jetzt bitte nicht 0/8/15 Antworten aus der VWL...

Carpe Noctem

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Rente mit 70?
« Antwort #23 am: 14:44:08 Di. 23.August 2005 »
Mahlzeit,

dieser Pfefferkuchen hat wohl nicht mehr alle an der Waffel! Der soll mal seine Katze eine Woche lang mit subventionierter Milch füttern, dann kann er seine Geschäftsessen nämlich im Restaurant veranstalten weil das Vieh davon derartig übelriechende Diarrhoe bekommt dass er seine Villa räumen muss!  X(

Grüsse - CN
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Carsten König

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Rente mit 70?
« Antwort #24 am: 22:57:56 Di. 23.August 2005 »
Zitat
Original von Carpe Noctem
Mahlzeit,

dieser Pfefferkuchen hat wohl nicht mehr alle an der Waffel! Der soll mal seine Katze eine Woche lang mit subventionierter Milch füttern, dann kann er seine Geschäftsessen nämlich im Restaurant veranstalten weil das Vieh davon derartig übelriechende Diarrhoe bekommt dass er seine Villa räumen muss!  X(

Grüsse - CN

Pfefferkuchen oder Pfeffersack, alles einerlei, genauso wie die neoliberale Sauce, die über die letzten menschlichen Regungen gegossen werden soll.

Eine furchtbare Denkart, dünkt mir, steht hinter diesen Vorschlägen. Menschen sind nicht in reine Zahlenspiele aufzulösen. Abstrakte Absurditäten, mehr kann man von akademisch-gelehrsamer Unfähigkeit nicht erwarten.

Miriam1982

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Rente mit 70?
« Antwort #25 am: 01:27:06 Do. 25.August 2005 »
@Linksdenker

was ähnliches wird schon geplant!

doch will man nicht an den Konsumgütern ansetzen die nicht substituirt werden können oder schlecht sondern man argumentiert damit das Kapital "Scheu wie ein Reh" sei und will in einem Dualen System ( Hat nichts mim grünen Punkt zu tun ausser das es da meiner Meinung nach reingehört)

Kapitaleinkommen und die restlichen Einkommen trennen und dann das Kapitaleinkommen günstiger besteuern ( Aus ist es mit höherer Leistungsfähigkeit weil daran kein Arbeitsschweiß klebt)

Erst verspricht man ihnen straffreiheit wenn sie ihr Geld aus Luxemburg wieder nach Hause karren und dann wird es noch niedrig besteuert


Miriam
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BGS

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Rente mit 70?
« Antwort #26 am: 13:14:55 Do. 25.August 2005 »
Aus Der Spiegel 34/2005 v. 23.08., "Trends" (S. 56):
[align=center]
Zitat
[/align][align=center]Steuerreform[/align][align=center]Attraktiv für Reiche[/align][align=center]Die Steuerreform aus dem Jahre 2000 war, anders als von der Regierung dargestellt, sozial unausgewogen. Zu diesem Schluss kommt Giacomo Corneo, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliche Finanzen an der freien Universität Berlin. Einkommensmillionäre beispielsweise hätten von der Steuerreform der rot-grünen regierung nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch relativ viermal soviel profitiert, wie Normalverdiener, schreibt der Wissenschaftler in einer Studie. Auf Vorschlag von Finanzminister hans Eichel hatte die Regierung im Jahr 2000 die Senkung des Spitzensteuersatzes in mehreren Stufen von 53 Prozent auf heute 42 Prozent beschlossen. dazu kam eine Verschiebung der Einkommensgrenzen, ab denen bestimmte Steuersätze greifen. Die Folge: je mehr ein Steuerpflichtiger oberhalb dieser Einkommensgrenze verdiente, desto stärken wurde er von Eichel entlastet. Wer ein Bruttoeinkommen von 40.000 Euro oder darunter bezieht, musste zwischen 5,6 und 6,4 Prozent weniger an den Fiskus abführen. Wer 100.000 Euro verdiente, wurde dagegen um 12 Prozent entlastet. Bei einem einkommen von einer Million hat sich das Nettoeinkommen um mehr als 22 Prozent gesteigert. Die Öffentlichkeit habe, so Corneo, die Reform jedoch als sozial ausgewogen wahrgenommen. Der Wissenschaftler macht dafür die von der Regierung vorgestellten Beispielrechnungen verantwortlich, die gezeigt hätten, das die prozentuelle Steuerersparnis wenig mit dem Einkommensniveau variiere. Dieser Schluss, so Corneo, sei falsch. Sein Fazit: "Tendenziell hat die rot-grüne Reform die Einkommensungleichheit in Deutschland verschärft".[/align][align=center]
[/align][align=center]Die Armen und Ausgebeuteten werden also wie gehabt auch vor der Rente betrogen, während sie von anderer Seite noch systematisch den schwarzen Peter zugeschoben bekommen für die unsagbaren Zustände hierzulande.[/align]
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

Carpe Noctem

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Rente mit 70?
« Antwort #27 am: 14:40:45 Do. 25.August 2005 »
Zitat
Original von Carsten König
Eine furchtbare Denkart, dünkt mir, steht hinter diesen Vorschlägen. Menschen sind nicht
in reine Zahlenspiele aufzulösen. Abstrakte Absurditäten, mehr kann man von akademisch-gelehrsamer Unfähigkeit nicht erwarten.

Ja, und keine Ahnung von Tieren. Typisch Fachidioten! Die wissen von nix anderem was als von ihren Zahlenkolonnen, Bilanzen und den Schmiergeldern die sie kassieren.

Grüsse - CN
Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"