Autor Thema: Flieger, die nicht fliegen  (Gelesen 71612 mal)

ManOfConstantSorrow

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #15 am: 19:33:13 Di. 20.Mai 2008 »
Flughafen-Streik in Norwegen wird erneut ausgeweitet

Oslo. dpa/baz. Der vor einer Woche ausgerufene Streik auf norwegischen Flughäfen ist am Dienstag erneut ausgeweitet worden. Nach der Verdoppelung der Zahl von sechs auf zwölf Airports strandeten unter anderem auf Norwegens wichtigstem Flugplatz Oslo Gardermoen 8000 Reisende. Insgesamt wurden am Dienstag Flüge für 31'000 Passagieren in dem skandinavischen Land gestrichen.

In den unbefristeten Arbeitskampf gegen den Flughafenbetreiber Avinor sind bisher 400 Beschäftigte einbezogen. Vor allem wegen nicht ausreichender Kapazitäten für Noteinsätze wurde der komplette Flugverkehr unter anderem auf den Flugplätzen von Bergen, Stavanger, Narvik, Molde und mehreren kleineren Städten eingestellt. Der Hauptteil der Starts und Landungen auf dem Osloer Flugplatz Gardermoen sei weiter nicht berührt, hiess es aus der norwegischen Hauptstadt.

http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=05F47CCC-1422-0CEF-70DC20D4D79DA9C2
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ManOfConstantSorrow

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #16 am: 10:48:46 Mi. 21.Mai 2008 »
Pilotenstreik behindert Flugverkehr

Überraschender Warnstreik der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit: Die Piloten von Eurowings, Germanwings und Lufthansa CityLine ließen am Morgen für mehrere Stunden die Arbeit ruhen. Betroffen waren fast alle größeren Flughäfen in Deutschland. Beinahe 100 Flüge wurden gestrichen oder hatten Verspätung.

http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/maerkte/:Tarifstreit-Pilotenstreik-Flugverkehr/621027.html
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ManOfConstantSorrow

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #17 am: 15:06:26 Di. 22.Juli 2008 »
Zitat
Lufthansa streicht fast 1000 Flüge

Der Streik der Pilotenvereinigung Cockpit zwingt die Lufthansa zu massiven Streichungen im Luftverkehr. Fast 1000 Flüge fallen aus, betroffen sind Flüge innerhalb Deutschlands ebenso wie innereuropäische Verbindungen. Und schon droht dem Unternehmen neues Ungemach.
http://www.handelsblatt.com/journal/business-travel/lufthansa-streicht-fast-1000-fluege;2014222
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Kater

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #18 am: 12:16:04 Fr. 25.Juli 2008 »
Zitat
Boden- und Kabinenpersonal der Lufthansa streikt ab Montag

Berlin (ddp). Bei der Deutschen Lufthansa wird es ab Montag 0.00 Uhr zu weiteren Streiks kommen. In einer Urabstimmung habe sich das Boden- und Kabinenpersonal des Unternehmens mit einer Mehrheit von 90,7 Prozent für einen Arbeitskampf entschieden, sagte ver.di-Bundesvorstand Erhard Ott am Freitag in Berlin. Damit wurde das erforderliche Quorum von 75 Prozent deutlich erreicht. Die 52 000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine der größten deutschen Fluggesellschaft wollen mit den Streiks für einen besseren Tarifvertrag kämpfen.

Ott sagte weiter, es handle sich um einen unbefristeten Streik. Daran würden sich die Bereiche Kabine, Technik, Catering, Cargo, Passage und Systems beteiligen. Der Beginn werde jedoch an den einzelnen Standorten abgestimmt und am Montag zeitversetzt beginnen. Bestreikt würden die Standorte Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart. Mit den Streiks solle das Unternehmen «wirtschaftlich» getroffen werden, betonte Ott.

Die Gewerkschaft fordert 9,8 Prozent mehr Gehalt bei einer einjährigen Tarifvertragslaufzeit für die rund 52 000 Beschäftigten. Die Lufthansa bot zuletzt an, die Gehälter ab 1. Juli um 4,6 Prozent und zum 1. Juli kommenden Jahres noch einmal um 2,1 Prozent anzuheben. Vorgesehen war außerdem eine Einmalzahlung noch in diesem Jahr in Höhe von einem Prozent der Jahresvergütung. Als Laufzeit für den Tarifvertrag bot Lufthansa 21 Monate bis Ende Februar 2010 an. In den bisher vier Verhandlungsrunden waren die Tarifparteien nicht zu einem Ergebnis gekommen.

Lufthansa befindet sich derzeit auch im Tarifkonflikt mit der Pilotenvereinigung Cockpit bezüglich neuer Tarifverträge für die Töchter Eurowings und Cityline. Durch Streiks kam es in der Urlaubszeit bereits zu zahlreichen Flugausfällen.

Die Lufthansa-Aktie reagierte auf die Nachricht mit Kursverlusten und verlor in einem negativen Marktumfeld bis 11.30 Uhr 3,4 Prozent auf 15,09 Euro.

http://de.news.yahoo.com/ddp/20080725/tde-boden-und-kabinenpersonal-der-luftha-e502712.html

ManOfConstantSorrow

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #19 am: 13:30:12 So. 27.Juli 2008 »
Zitat
Streikbrecher aus Österreich

Die Streiksorgen verderben der Lufthansa-Führung das Wochenende, Analysten erwarten nächste Woche enttäuschende Zahlen und der Kurs sackt ab. Nun scheint die Fluggesellschaft beim Nachbarn Anschluss zu suchen.


Und zwar bei einem alten Bekannten, der bereits im jetzt drohenden Streikfall der Lufthansa zur Seite stehen soll. Die Rheinische Post berichtet, dass Austrian Airlines (AUA) Passagierkontingente abnehmen wolle. Und wenn das, was die österreichische Zeitung „die Presse“ berichtet, stimmt, dann bereitet sich die Kranichlinie gleich auf einen Einstieg bei der österreichischen Fluggesellschaft vor.
http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_302960
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Kater

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #20 am: 16:30:03 So. 27.Juli 2008 »
Zitat
SCHWACHSTELLEN: Wann legt ein Lufthansa-Streik einen Flug lahm?
Wenn Anfang der Woche Mitarbeiter der Lufthansa in den Streik treten, müssen sich Passagiere auf massive Flugausfälle einstellen. Nicht bei allen Bereichen des Flugbetriebs führt ein Streik jedoch zwingend zum Ausfall eines Fluges.

Frankfurt/Main - Bis eine Linienmaschine abheben kann, sind zahlreiche Arbeitsschritte notwendig. Check-In, Transport, Wartung, Verpflegung - fehlt ein Bindeglied, ist der Flugbetrieb gefährdet. Ein Streik in einzelnen Bereichen kann die Lufthansa deshalb empfindlich treffen. Jedoch sind viele Aufgaben gar nicht Sache der Fluggesellschaft, sondern werden von Drittfirmen erledigt.

Check-In: Bei der Lufthansa wird dies in der Regel durch eigene Mitarbeiter erledigt. Allerdings gilt der Organisationsgrad hier als eher gering.

Gepäcktransport: Ist in der Regel die Aufgabe der Flughäfen, so dass er von einem Streik bei der Lufthansa nicht betroffen ist.

Piloten: Die Piloten bei der Lufthansa verhandeln unabhängig von der Gewerkschaft Ver.di. Da für die Piloten der Konzernmutter Anfang des Jahres ein neuer Tarifvertrag vereinbart wurde, gibt es hier keine Streiks. Anders kann es bei den Lufthansa-Töchtern sein.

Kabinenpersonal: Beim Kabinenpersonal steht Ver.di in Konkurrenz zu der Gewerkschaft UFO, die deutlich mehr Rückhalt haben dürfte. Inwieweit sich Flugbegleiter an dem Streikaufruf von Ver.di beteiligen, ist unklar.

Transport: Die Passagiere besteigen die Flugzeuge entweder direkt am Gate, oder werden mit Bussen zu den Maschinen gebracht. Dieser Transport läuft in der Regel in Regie der Flughäfen. Dagegen wird die Crew-Besatzung von Lufthansa-Fahrern zu den Maschinen gebracht.

Wartung: Ohne die gesetzlich vorgeschriebenen Wartungen darf kein Flugzeug starten. Daher gilt der Bereich Lufthansa Technik als der neuralgische Punkt bei einem Streik. Allerdings könnte Lufthansa einige Wartungsarbeiten auch im Ausland ausführen lassen.

Catering: Die Versorgung ganzer Flugzeugflotten mit Essen und Getränken gilt als logistische Herausforderung. Letztendlich muss immer der Kapitän entscheiden, ob er notfalls auch ohne die gewohnte Verpflegung der Gäste startet. Gerade auf den Langstrecken dürfte aber ein Mindestangebot notwendig sein. Hier könnte Lufthansa auf Drittfirmen setzen.

Tanken: Ohne Kerosin geht an den Flughäfen nichts - in den Streik sind die Tankwarte aber nicht einbezogen, weil sie nicht von der Lufthansa angestellt sind.

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,568141,00.html

Kater

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #21 am: 07:53:12 Mo. 28.Juli 2008 »
Zitat
Chronologie: Streiks im deutschen Luftverkehr

Hamburg (dpa) - Mitten in der Urlaubszeit hat die Gewerkschaft ver.di bei der Lufthansa zu einem unbefristeten Streik von Boden- und Kabinenpersonal aufgerufen. Bereits vor einigen Tagen fielen rund 1000 Flüge bei zwei Lufthansa-Töchtern wegen eines Piloten-Streiks aus.

In den Vergangenheit kam es durch Arbeitskämpfe nur selten zu schweren Behinderungen im deutschen Luftverkehr.

In Erinnerung geblieben ist das Chaos auf den Flughäfen beim Fluglotsen-Streik vor 25 Jahren. Mehrfach legten die Fluglotsen nach gescheiterten Tarifgesprächen den Luftverkehr mit Arbeitskämpfen lahm. Auf einen mit zu großer Arbeitsbelastung begründeten siebenwöchigen Bummelstreik 1971 folgte zwei Jahre später ein sechs Monate andauernder «Dienst nach Vorschrift». Von Mai bis November 1973 wurden insgesamt 47 000 Flüge gestrichen. Die Fluggesellschaften schätzten ihre Verluste auf 500 Millionen D-Mark. 1974 wurde das Pensionsalter für Fluglotsen per Gesetz von 65 auf 52 Jahre gesenkt.

Im Juni 1984 wehrte sich die Gewerkschaft DAG gegen ein ihr zu gering erscheinendes Lufthansa-Angebot für das Cockpit-Personal. Wegen der Warnstreiks gab es Verspätungen und Flug-Annullierungen. Drei Jahre zuvor war eine DAG-Urabstimmung wegen zu geringer Beteiligung gescheitert. Warnstreiks, mit denen im Dezember 1980 bessere Arbeitsbedingen erzwungen werden sollten, wurden gerichtlich gestoppt.

Der erste gemeinsame Streik von Bord- und Bodenpersonal in der deutschen Fliegerei endete bei der LTU im August 1989 nach drei Tagen. Hatten die Fluggäste am ersten Streiktag noch mit langen Verspätungen zu kämpfen, konnte LTU den Verkehr danach über andere Gesellschaften nahezu reibungslos abwickeln. Die DAG erreichte, dass die Jobs abgesichert und Mitbestimmungsrechte ausgebaut werden. Zudem wurde eine Gehaltserhöhung um 2,8 Prozent vereinbart.

Der erste Pilotenstreik in der Geschichte der Lufthansa führte im Mai 2001 auf allen großen deutschen Flughäfen zu erheblichen Behinderungen. Betroffen waren 350 von 1120 geplanten Flügen. Die Streiks, erstmals von der Pilotenvereinigung Cockpit ohne direkten Kontakt mit DAG und ÖTV eigenständig organisiert, wurden in den folgenden Wochen fortgesetzt. Im Juli einigten sich die Tarifparteien auf Einkommensverbesserungen von rund 28 Prozent.

http://de.news.yahoo.com/dpa2/20080728/tde-chronologie-streiks-im-deutschen-luf-b33f0ce.html

Kater

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #22 am: 11:43:34 Mo. 28.Juli 2008 »
Zitat
Analyse: Machtkampf bei der Lufthansa

Frankfurt/Main (dpa) - Bei der Lufthansa tobt ein Machtkampf: Die Gewerkschaft ver.di will von heute an mit einem unbefristeten Streik beim Boden- und Kabinenpersonal ein verbessertes Tarifangebot für rund 50 000 Beschäftigte durchsetzen.

Notfalls werde es mitten in der Urlaubszeit nur noch einen «marginalen Flugbetrieb» gebe, drohte ver.di-Verhandlungsführer Erhard Ott in der «Bild»-Zeitung. Auch beim unabhängig davon laufenden Tarifkonflikt bei den Piloten zweier Töchter zeichnet sich keine Einigung ab. Hier ist die Vereinigung Cockpit der Tarifpartner. Und die dritte wichtige Gewerkschaft bei Lufthansa, die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO), kündigte an, sie werde sich zwar nicht am ver.di-Streik beteiligen - wolle aber in der nächsten Tarifrunde 2009 eine deutlich größere Lohnsteigerung als ver.di durchsetzen.

Ähnlich wie bei der Bahn im vergangenen Jahr muss sich Lufthansa gleich mit mehreren Gewerkschaften auseinandersetzen. Zunächst will nun ver.di, die vor allem beim Bodenpersonal Mitglieder hat, die Flugpläne durcheinanderwirbeln. Die Positionen beider Seiten liegen weit auseinander. ver.di verlangt 9,8 Prozent mehr Geld. Die Lufthansa hat zwar gestaffelt 6,7 Prozent plus eine Einmalzahlung angeboten - doch ein Knackpunkt sind die Laufzeiten. Die Gewerkschaft will für ein Jahr abschließen, Lufthansa nennt eine Laufzeit von 21 Monaten. Unter dem Strich liege das Arbeitgeberangebot damit kaum über der Inflation, klagt die Gewerkschaft. Sie verweist auf die Rekordgewinne des vergangenen Jahres und die Einbußen der Mitarbeiter nach der Krise infolge der Terroranschläge vom 11. September 2001.

Für ver.di dürfte der Arbeitskampf aber noch aus ganz anderen Gründen wichtig sein: In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Mitglieder zu den Spezialgewerkschaften für Cockpit und Kabine abgewandert. Die Piloten werden mehrheitlich von der Vereinigung Cockpit vertreten, auch wenn ver.di noch einige Piloten in den eigenen Reihen weiß und sich zuletzt für die Piloten bei den Töchtern stark machte. Das Kabinenpersonal ist mehrheitlich bei der Spezialgewerkschaft UFO organisiert, wie diese am Wochenende betonte. «Für so wenig mehr gehen wir doch nicht streiken», gab UFO am Wochenende die Einschätzung eines Mitarbeiters zur ver.di-Forderung wider. UFO kündigte zugleich an, kommendes Jahr gleich 15 Prozent mehr Geld zu fordern. Damit überbietet sie ver.di deutlich.

Tarifkonflikte wie jetzt bei der Lufthansa bringen ver.di allerdings wieder Zulauf, wie der hessische ver.di- Landesbezirksleiter Jürgen Bothner jüngst berichtete. Im ersten Halbjahr stieg die ver.di-Mitgliederzahl in Hessen um 0,62 Prozent auf rund 175 000. «Die Durchsetzung berechtigter wirtschaftlicher Interessen wird von Beschäftigten und Mitgliedern deutlich akzeptiert und führt zum klaren Bekenntnis der Gewerkschaftsmitgliedschaft», sagte Bothner. Doch wie viele Mitarbeiter bei Lufthansa ver.di zum Arbeitskampf bewegen kann, ist unklar. Das Unternehmen geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit nicht an der ver.di-Urabstimmung teilgenommen hat und nur ein Bruchteil der Belegschaft streiken wird.

Für Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber sind die Konflikte nicht einfach lösbar. Zwar erzielte die Lufthansa vergangenes Jahr einen Rekordgewinn, aber die massiv gestiegenen Kerosinpreise Lasten wie Blei auf den Bilanzen vieler Airlines. Und neben dem Konflikt im eigenen Haus stehen Herausforderungen im Ausland an: So wird damit gerechnet, dass sich weitere Fluggesellschaften in Europa zusammenschließen. Ein Angebot für die Übernahme der italienischen Alitalia hatte Lufthansa nicht abgegeben - unter anderem wohl auch aufgrund der starken Position der streikerprobten Gewerkschaften bei Alitalia, die schmerzliche Umstrukturierungen hätten verhindern können.

http://de.news.yahoo.com/dpa2/20080728/tde-analyse-machtkampf-bei-der-lufthansa-b33f0ce.html

alfred

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #23 am: 12:54:30 Mo. 28.Juli 2008 »
Zitat
Und die dritte wichtige Gewerkschaft bei Lufthansa, die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO), kündigte an, sie werde sich zwar nicht am ver.di-Streik beteiligen - wolle aber in der nächsten Tarifrunde 2009 eine deutlich größere Lohnsteigerung als ver.di durchsetzen.

Und solch eine Argumentation ist so etwas von krank! Bei aller Glorifizierung von GdL, Cockpit, Marburger, UFO usw. sollte man solche Äußerungen NIEMALS vergessen!!!

alfred
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Kuddel

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« Antwort #24 am: 11:30:03 Di. 29.Juli 2008 »
Ich weiß nicht, wie es wirklich funktioniert bei Tarifauseinandersetzungen, wenn verschiedene Gewerkschaften beteiligt sind. Es wird ja nicht ein Lohn für die jeweiligen Gewerkschaftsmitglieder erkämpft. Wenn es aber so sein sollte, daß die Gewerkschaft, die den kleinsten Organisierungsgrad hat, auch die niedrigste Forderung hat und deren Abschluß aber am Ende für alle gelten soll, dann verstehe ich gut, wenn die Mehrheit, die mehr fordert, sauer ist und dabei nicht mitziehen will. Für mich sieht es so aus, als wenn verdi beim Flughafenpersonal die Rolle übernimmt, die die Christlichen Gewerkschaften in der Zeitarbeit haben. Falls ich dies falsch sehe, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

alfred

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Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #25 am: 11:47:19 Di. 29.Juli 2008 »
Naja, zumindest mitgliedermäßig wirst Du wohl falsch liegen - die ungefähre Anzahl der ad hoc streikenden Bodenleute kannst Du doch den Tagesnachrichten (das Nichtgewerkschafter mitstreiken glaubt ja wohl auch hier niemand) entnehmen und Flugbegleiter gibt es sicher nicht Hundert pro Flugzeug.

Außerdem liegt es in der Natur derer die sich selbst für die Elite halten, den Mitgliedskreis eng limitiert zu halten - sonst wäre man selbst keine Elite per Definition mehr. Ist doch eigentlich logisch, oder nicht?

Und was den Organisierungsgrad betrifft, solltest Du nur das jeweilige Unternehmen betrachten und nicht die deutsche Gesellschaft. Bei Lufthansa, Bahn, VW ist der Organisationsgrad traditionell nahe hundert. Gibt es Leute die noch nicht gemerkt haben, dass nur dort gestreikt wird, wo auch eine Basis zur Verfügung steht?

Komisch das hier in meiner Gegend nicht gestreikt wird - @Kuddel, könnten daran eventuell meine Mitbürger selbst schuld sein???

Zitat
Original von Kuddel
Ich weiß nicht, wie es wirklich funktioniert bei Tarifauseinandersetzungen, wenn verschiedene Gewerkschaften beteiligt sind. Es wird ja nicht ein Lohn für die jeweiligen Gewerkschaftsmitglieder erkämpft.

Bei der Bahn war das so - es sorgte bei chefduzen.de ja für einen Aufruhr, als die Bahn es wagte schriftlich nach der Gewerkschaftszugehörigkeit zu fragen...
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Strombolli

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« Antwort #26 am: 19:35:23 Di. 29.Juli 2008 »
In einem Beatles-Film wurde mal über einen Weltgewerkschaftsbund gelästert.
Egal.

Solche Schlagzeilen: "Der Streik bei Lufthansa frustriert Tausende Passagiere - und entzweit die Belegschaft." werden uns untergejubelt. (SPIEGEL-Online)

Verdammt, ein Streik soll ja auch wehtun. Er ist ein Mittel der abhängig Beschäftigten, Forderungen durchzusetzen, die die Chefetage anders nicht erfüllen will. Ob der Bahn- oder Flugkunden frustriert, ist sowas von egal!

Die Belegschaft könnte ja eine einheitliche Gewerkschaft haben. Aber dieser Zug ist ja durch die "Eingliederung der Gewerkschaften in das Schweinesystem" längst abgefahren. Es ist ja, ähnlich wie in der Wirtschaft, ganz wichtig viele Einheiten zu haben in denen es Chefs zu bezahlen gibt.

Bei den zersplitterten Einzelgewerkschaften haben dann die Unternehmer den Vorteil, nur immermit kleinen Trüppchen zu kämpfen.

Einigkeit würde stark machen. Aber eben dies wird ja in allen Ordnungsstufen dieser Gesellschaft mit allen Mitteln verhindert.
Und die Unternehmerschaft lacht sich ein drittes Ei.
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« Antwort #27 am: 20:45:49 Di. 29.Juli 2008 »
Zitat
Hintergrund: Beschäftigte bei der Lufthansa

Frankfurt/Main (dpa) - Am Streik bei der Lufthansa beteiligt sich nur ein Teil der gesamten Konzernbelegschaft. Insgesamt zählte Lufthansa zum Jahresende 2007 rund 105 000 Beschäftigte.

In dieser Zahl sind allerdings auch die Mitarbeiter im Ausland enthalten, etwa bei der Lufthansa-Tochter Swiss, die nicht von den Tarifverhandlungen von ver.di betroffen sind. Laut Konzernbericht sind insgesamt fast 40 Prozent des Personals im Ausland beschäftigt.

In Deutschland hat Lufthansa rund 64 500 Mitarbeiter. Davon fallen laut Unternehmen rund 52 000 unter einen Konzerntarifvertrag. Die übrigen arbeiten bei Töchtern wie CityLine und Germanwings oder sind - wie zum Beispiel Manager - außertariflich bezahlt.

Die Zahl der tariflichen Beschäftigten in Deutschland unterteilt sich in rund 34 000 Bodenmitarbeitern und 14 000 Kabinenmitarbeiter. Daher spricht Lufthansa davon, dass es im aktuellen Tarifstreit mit ver.di um die Bezahlung von 48 000 Menschen geht. Abweichend davon spricht ver.di von rund 52 000 Beschäftigten. Die Mitarbeiter am Boden sind zum Beispiel an den Lufthansa-Schaltern, beim Catering, in der Technik oder auch beim Frachttransport beschäftigt. Daneben gibt es bei der Lufthansa AG und der Lufthansa Cargo noch über 4000 Piloten, für die die Vereinigung Cockpit Tarifabschlüsse aushandelt.

http://de.news.yahoo.com/dpa2/20080729/tde-hintergrund-beschftigte-bei-der-luft-b33f0ce.html

Strombolli

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« Antwort #28 am: 21:07:46 Di. 29.Juli 2008 »
Interessant.... aber letztlich sch***egal.

Wichtig wäre, das alle Menschen ihr Auskommen mit dem Einkommen haben, wie ein gewisser Herr Ex-Bundeskanzler - der Name kommt mir nur noch unter Zwang über die Lippen - öffentlichkeitswirksam im Wahlkampf verkündete.

Schande über ihn. Den Realisator kühnster FDP und CDU Träume.
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alfred

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« Antwort #29 am: 09:50:10 Mi. 30.Juli 2008 »
Zitat
Original von Strombolli
Interessant.... aber letztlich sch***egal.


Es ist eben NICHT 'scheißegal'!

Wenn bei einem Unternehmen mit gerade mal ca. 50.000 Festangestellten schon mehr als drei Arbeitnehmervertretungen existieren, die dann auch noch untereinander heftigst intregieren - dann ist das einfach nur noch traurig. Mir kann keiner erzählen, dass das ein für den Arbeitnehmer positiver Zukunftstrend sein soll.

Es entspricht einzig und allein dem modernen neoliberalen Gesellschaftsbild, nämlich jeder für sich und den Kräftigen und Schönen das Meiste!
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