Autor Thema: Der Preis des Krieges  (Gelesen 27160 mal)

Eivisskat

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Re: Der Preis des Krieges
« Antwort #15 am: 12:55:17 Do. 11.Juni 2009 »
Zitat
Jung auf Shoppingtour - Verteidigungsminister will Blankocheck für milliardenschwere Rüstungsprojekte

urz vor Ende der laufenden Legislaturperiode will es Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) noch einmal wissen. Bei einer regelrechten »Rüstungsrallye « – so Spiegel online – soll der Haushaltsausschuß des Bundestages milliardenschwere Rüstungsprojekte bewilligen. Statt der sonst üblichen drei- bis vierwöchigen Beratungsfrist müssen die Mitglieder des Ausschusses diesmal innerhalb einer Woche den Wunschkatalog aus dem Verteidigungsministerium durcharbeiten. Ab Mittwoch kommender Woche sollen sie grünes Licht für die Anschaffung unbemannter Aufklärungsdrohnen, von »Dingo«-Panzerwagen, einer Seeminenbekämpfungswaffe sowie weiterer 31 Eurofighter-Kampfflugzeuge geben.

»Der ›Dingo‹ ist hauptsächlich für Einsätze zu ›friedenserhaltenden Maßnahmen‹ insbesondere in minengefährdeten Gebieten konzipiert«, heißt es zum Einsatzprofil des zur Aufstandsbekämpfung geeigneten gepanzerten Mannschaftstransporters, der bereits heute von der Bundeswehr in Afghanistan und der israelischen Armee in den besetzten palästinensischen Gebieten genutzt wird. 45 weitere »Dingos« sollen den Steuerzahler 42 Millionen Euro kosten.

Das gemeinsam vom europäischen Rüstungskonzern EADS und dem US-Konzern Northrop Grumman entwickelte unbemannte Aufklärungsflugzeug Euro-Hawk kann weltweit Radar-Stellungen und Funkanlagen, aber auch Mobiltelefonstandorte ausspähen. Doch auch hier soll der Haushaltsausschuß die Katze im Sack kaufen, denn in einer kleingedruckten Fußnote gesteht das Verteidigungsministerium, »belastbare Aussagen« zum tatsächlichen »Finanzbedarf« seien erst nach Probeflügen mit den Prototypen im kommenden Jahr möglich. Größter Einzelposten in Jungs Wunschliste sind 31 Eurofighter, für die das Verteidigungsministerium lediglich den Schätzwert von 2,87 Milliarden Euro nennt, da die Verhandlungen mit dem Herstellerkonsortium noch nicht abgeschlossen seien. Im Klartext: der Bundestag soll einen Blankoscheck ausstellen. Daß der High-Tech-Jäger erheblich teurer als geplant ist, gibt das Verteidigungsministerium am Rande zu: Die bislang vom Bundestag bewilligten 14,67 Milliarden Euro für den Kauf von insgesamt 180 Eurofightern seien bereits mit 143 Jets »nahezu ausgeschöpft «. Selbst der verteidigungspolitische Sprecher der mitregierenden SPD-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Bartels, plädiert nun dafür, weniger Flieger anzuschaffen und sich statt dessen auf die für Auslandseinsätze wichtigeren Transporthubschrauber, Aufklärungsdrohnen und »Dingos« zu konzentrieren.

Doch »in einem Markt, der von staatlichen Abnehmern geprägt ist, sind viele Käufe eben nicht nur militärisch, sondern auch industriepolitisch motiviert«, benennt das Handelsblatt vom Mittwoch »die ganze Crux der Rüstungspolitik«. »Allen Anstrengungen zum Trotz ist die Abhängigkeit der Politik von der Rüstungsindustrie dabei in den vergangenen Jahren nicht etwa gesunken, sondern eher noch gestiegen – paradoxerweise gerade weil die EU-Regierungen eine eigenständige europäische Rüstungsindustrie erhalten wollen.« Um die angeschlagenen Firmen nicht noch zusätzlich zu belasten, würden auch Großprojekte wie der Eurofighter, der Militär-Airbus A400M oder der Schützenpanzer »Puma « weiter durchgezogen, obwohl die Konzerne nicht frist- oder kostengerecht liefern können und die Testmaschinen schwere Mängel aufweisen.

Deutschland liegt laut dem zu Wochenbeginn vorgelegten Jahresbericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI mit einem Rekordverteidigungsetat von 46,8 Milliarden Dollar an sechster Stelle der weltweiten Militärausgaben nach den USA, China, Frankreich, Großbritannien und Rußland.

http://www.jungewelt.de/2009/06-11/009.php

Wilddieb Stuelpner

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Re: Der Preis des Krieges
« Antwort #16 am: 13:28:41 Fr. 12.Juni 2009 »
Phoenix: Allein gegen die Waffenindustrie - Der Kampf des Jürgen Grässlin

Was kaum jemand weiß: Deutschland ist weltweit die Nummer Drei der Waffenexporteure – Umsatzprognose steigend, selbst in der Krise. Einer, der sein bürgerschaftliches Engagement im Widerstand gegen die Produktion von Kriegsmaterial sieht, ist Jürgen Grässlin. Mit ungebrochener Vehemenz stellt sich der Realschullehrer schon seit über 25 Jahren gegen deutsche Waffenhersteller wie die Firma Heckler & Koch oder Großkonzerne wie die Daimler AG.

Eine zermürbende Aufgabe, für die er sich in seiner Freizeit engagiert - ehrenamtlich auch als Vorsitzender diverser Friedensgruppen wie der Deutschen Friedensgesellschaft Vereinigte KriegsdiensgegnerInnen oder dem Deutschen Aktionsnetz Kleinwaffen Stoppen. Ein Kampf "David gegen Goliath".

Vor kurzem konnte Jürgen Grässlin den Einsatz deutscher Waffen auch im Georgien-Krieg nachweisen. Der ehemalige Grünenpolitiker wird nicht müde, die Verkaufspraktiken und Waffenbaulizenzvergaben der deutschen Rüstungskonzerne öffentlich anzuprangern und ihnen ihre zerstörerischen Geschäfte vorzuhalten.

Katja Duregger begleitet den überzeugten Kriegsgegner zu Protesten in der Industrie und auf seinem Weg in Krisengebiete. Wie erfolgreich kann ein einzelner Mensch gegen eine große Industrie antreten?

Ein Film von Katja Duregger



Wikipedia: Jürgen Grässlin

Herzlich willkommen auf der Homepage von Jürgen Grässlin

Labournet: Daimler und Jürgen Grässlin

Kater

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Rheinmetall erhält milliardenschweren Großauftrag für den Puma-Panzer
« Antwort #17 am: 12:26:37 Mo. 06.Juli 2009 »
Zitat
Historischer Auftrag für Rheinmetall
Bei Rheinmetall dürfen heute die Sektkorken knallen. Der Mischkonzern hat von der Bundeswehr endlich den milliardenschweren Großauftrag für den Puma-Panzer erhalten. Die Aktie steigt.
 
Schützenpanzer Puma
 Das MDax-Unternehmen gab am Montag bekannt, dass die Bundeswehr 405 Puma-Schützenpanzer bei der Kasseler PSM GmbH bestellt habe. Rheinmetall ist neben Krauss-Maffei Wegmann zur Hälfte an der Gesellschaft beteiligt. Der Auftrag hat einen Gesamtwert von 3,1 Milliarden Euro, den sich beide Firmen teilen. Mitte Juni hatte der Haushaltausschuss des Bundestags grünes Licht für den Milliarden-Auftrag der Bundeswehr gegeben - trotz erheblicher Bedenken des Bundesrechnungshofes.

Größter Auftrag in der Nachkriegsgeschichte
Für Rheinmetall ist die Puma-Order der größte Einzelauftrag seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Kampffahrzeuge sollen zwischen 2010 und 2020 an die Bundeswehr ausgeliefert werden, die ersten davon bereits im kommenden Jahr.

"Dies ist ein bedeutender Tag für uns", freute sich Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt. Mit dem Großauftrag werde wehrtechnisches Know-How in Deutschland und somit eine große Zahl von Jobs langfristig gesichert.

Puma ersetzt Marder
Für die Bundeswehr spielt der Puma eine Schlüsselrolle für die Modernisierung der Heeresausrüstung. Der Panzer soll den mehr als 30 Jahre alten Marder ersetzen. Der Puma bietet einen größeren Schutz vor Minen und Panzerfäusten, wie sie beispielsweise von den feindlichen Taliban verwendet werden.

Aufwind im Rüstungsgeschäft
Rheinmetall-Chef Erhardt sieht das Rüstungsgeschäft als Stabilitätsanker. Bereits im ersten Quartal konnte das MDax-Unternehmen ein Drittel mehr Bestellungen aus dem Defence-Bereich verbuchen. Den Schwung aus dem Rüstungsgeschäft kann Rheinmetall gut gebrauchen. Denn das andere Standbein des Unternehmens, das Autozuliefergeschäft, lahmt. Im ersten Quartal fuhr die Sparte einen Verlust von 45 Millionen Euro ein, der Umsatz brach um 40 Prozent ein.

Die Aktie von Rheinmetall kann am Montagmorgen leicht um knapp ein Prozent zulegen. In den letzten Wochen war der Titel bereits gut gelaufen. Seit Jahresbeginn hat die Rheinmetall-Aktie fast 30 Prozent an Wert gewonnen.


http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_361326

Wilddieb Stuelpner

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Zitat
Historischer Auftrag für Rheinmetall
Bei Rheinmetall dürfen heute die Sektkorken knallen. Der Mischkonzern hat von der Bundeswehr endlich den milliardenschweren Großauftrag für den Puma-Panzer erhalten. Die Aktie steigt. ...

Wo sind denn nun die christlichen Friedensdemonstranten mit ihren Losungen "Schwerter zu Pflugschare"?

Warum traten die nur in der DDR auf und ducken sich heute in ihrer heißgeliebten BRD weg?

Oder haben sie die Judas-Silberlinge erhalten, um die Gusche zu halten?

Wo sind denn hier der Joachim Gauck - Ex-Bürgerrechtler (Neues Forum, Er ist heute Vorsitzender des Vereins Gegen Vergessen – für Demokratie), die Marianne Birthler - Ex-Bürgerrechtlerin (Initiative Frieden und Menschenrechte) und Günter Nooke - Ex-DDR-Bürgerrechtler (Demokratischer Aufbruch, heute: CDU-Politiker, Beauftragter für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe der Bundesregierung)?

Ach ja die CDU-CSU sitzt ja in den Chefetagen der Rüstungskonzerne und ist ja so menschenfreundlich christlich. Und dagegen darf man nicht demonstrieren. Es zeigt sich mal wieder der doppelgesichtige Januskopf. Als janusköpfig werden häufig Personen oder Institutionen bezeichnet, deren Charakter oder Verhalten zwei sich widersprechende Seiten zeigt, die eigentlich nicht miteinander vereinbar sind.

Denken die allen Ernstes, daß Krieg vor bundesdeutschen Landesgrenzen Halt macht?

Wenn man Frieden will, dann nur mit einem weltweitem Verbot der Waffenproduktionen

Kater

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Milliardengrab Schützenpanzer
« Antwort #19 am: 14:03:04 Di. 04.August 2009 »
ZDF, Frontal, Dienstag, 4.08.2009, 21:00

Zitat
Milliardengrab Schützenpanzer
Der neue Bundeswehrpanzer "Puma": teuer, schwer und nicht serienreif
von Daniela Haarhoff und Ulrich Stoll

Für mehr als drei Milliarden Euro will das Verteidigungsministerium 405 neue Schützenpanzer vom Typ "Puma" anschaffen. Der Bundesrechnungshof moniert, dass die Prototypen des Panzers bislang ihre Funktionstüchtigkeit nicht nachweisen können. Einer der Vorteile des neuen Schützenpanzers soll seine schnelle Luftverlegbarkeit in Krisengebiete sein. Doch das erscheint zunehmend fraglich.

Die vorletzte Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages vor der parlamentarischen Sommerpause war für den Haushaltspolitiker Alexander Bonde ein denkwürdiger Termin. Die Ausschussmehrheit bewilligte kurz vor der Bundestagswahl milliardenschwere Rüstungsaufträge in nie dagewesenem Umfang. Die Große Koalition nutzte ihre Mehrheit für die Anschaffung von Fregatten, Minenbekämpfungswaffen, Eurofighter-Kampfflugzeugen, Lenkflugkörpern und Schützenpanzern.

Dabei hatte der Bundesrechnungshof im April 2009 noch festgestellt, dass für den neuen Bundeswehr-Schützenpanzer "Puma" kein "vollständiger Nachweis zur Erfüllung der Leistungen sowie eine militärische Einsatzprüfung ... erbracht werden konnte". Dieser Nachweis sollte jedoch die Voraussetzung für eine Entscheidung zur Anschaffung des Schützenpanzers in großer Stückzahl sein. Dennoch beschloss die Koalitionsmehrheit aus CDU/CSU und SPD im Juni im Haushaltsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung, die Puma-Panzer zu kaufen. Für den Oppositionspolitiker Alexander Bonde von Bündnis 90/Die Grünen ist das ein Skandal.

Funktioniert nicht wie gefordert
Bonde kritisiert, dass "die Koalition die Pumabeschaffung durchgeboxt hat, bevor klar ist, ob die Versprechen eingehalten werden können". Das Kettenfahrzeug funktioniert nicht so, wie es einst vom Verteidigungsministerium gefordert und beschrieben wurde. Dennoch empfiehlt das Ministerium, auf weitere Prototypen zu verzichten und befürwortet "eine vollumfängliche militärische Einsatzprüfung mit Fahrzeugen in serienreifem Zustand." Doch nach Auskunft des Panzerherstellers sollen Ende 2010 erst zwei Serienfahrzeuge fertig sein.

Otfried Nassauer vom Berliner Informationszentrum für transatlantische Sicherheit (BITS) sagt, die Bundeswehr möchte mit dem "Puma" einen Panzer haben, der für humanitäre Hilfe genauso einsetzbar ist wie für klassische Schlachten zwischen Panzerarmeen, eine "eierlegende Wollmilchsau, die sehr, sehr schwer werden kann". Tatsächlich gehört der "Puma" zu den schwersten Schützenpanzern der Welt. Ohne Zusatzpanzerung wiegt der "Puma" 31,45 Tonnen. Mit den Zusätzen, die gegen den Beschuss mit Panzerfäusten schützen sollen, sind es sogar 43 Tonnen.

"Panzer kurzfristig einfliegen"
Noch 2004 erklärt der Heeresinspekteur Hans-Otto Budde, der Panzer könne mit Hilfe von Flugzeugen schnell in Einsatzgebiete gebracht werden: "Den 'Puma' können wir kurzfristig einfliegen [..,das..] bedeutet für den 'Puma' seine Luftverladbarkeit in der A400M." Doch fünf Jahre später gibt es das Airbus-Transportflugzeug A400M ebenfalls noch nicht in Serie.

Und auch die angebliche "Luftverladbarkeit" ist bloße Theorie - mit praktischen Problemen. Denn das zukünftige Frachtflugzeug der Bundeswehr hat eine Nutzlast von höchstens 32 Tonnen. Zur Erinnerung. Der "Puma", den der Airbus transportieren soll, wiegt schon ohne Zusatzpanzerung 31,45 Tonnen. Die Transportmaschine könnte also nur mit einem Panzer ohne Zusatzpanzerung der Schutzstufe C abheben. Die Panzerung, die für Einsätze wie in Afghanistan benötigt wird, müsste mit einer zweiten Maschine hinterher geflogen werden.

Alternative aus dem Osten
Doch es kommt womöglich noch absurder. Denn nach Einschätzung der Europäischen Beschaffungsbehörde OCCAR wird das Transportflugzeug schwerer als geplant. Dadurch könnte sich die Nutzlast, die der Airbus A400M transportieren kann, von 32 auf nur noch 31 Tonnen reduzieren, der schnelle Lufttransport des Panzers in ferne Einsatzgebiete stünde in Frage. Sascha Lange von der Stiftung Wissenschaft und Politik schätzt darum den Nutzen der A400M für den "Puma" als gering ein: "Ich würde es für unwahrscheinlich halten, dass der A400 tatsächlich die Möglichkeit hat, den ´Puma´ in Einsatzgebiete zu transportieren wie wir sie beispielsweise in Afghanistan vorfinden - bei hohen Temperaturen und großen Höhen".

Dabei gibt es ein Flugzeug, das den "Puma" auch in der schwersten, gepanzerten Version transportieren kann. Das russisch-ukrainische Transportflugzeug Antonov 70 hat sogar erste Probeflüge bestanden. Doch diese Maschine will die Bundeswehr nicht einkaufen. Stattdessen hält das Bundesverteidigungsministerium am "Puma" und am A400M fest.

 
http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/26/0,1872,7611130,00.html

ManOfConstantSorrow

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #20 am: 20:23:09 Fr. 11.Dezember 2009 »
Während in Deutschland allmählich Lügengebäude zusammenbrechen, macht sich in den USA niemand die Arbeit, einen Feldzug zu verleugnen. In den Tagen vor Obamas Ankündigung, noch mehr Soldaten zu schicken, machten sich jedoch Sozialwissenschaftler die Arbeit, einmal auszurechnen, was mit den bisher ausgegebenen 60 Milliarden pro Kriegsjahr an sozialen Programmen hätte finanziert werden können - darunter vieles, das sich tatsächlich als bloße Geldfrage definieren lässt: Etwa täglich 30 Tote durch Tuberkulose oder 50 Frauen, die durch Schwangerschaftsprobleme sterben gelassen werden. Mehr zur sozialen Entwicklung in Afghanistan in dem Beitrag "There Hasn't Been Two Seconds Of Intelligent Discussion About Living Standards In Afghanistan":

http://niemanwatchdog.org/index.cfm?fuseaction=ask_this.view&askthisid=00435
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ManOfConstantSorrow

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #21 am: 17:10:23 So. 13.Dezember 2009 »
Zitat
Bundeswehr vergibt Millionenaufträge ohne Ausschreibung

Das Verteidigungsministerium sieht das anders: "Wo keine Wettbewerber vorhanden sind bzw. diese die Voraussetzungen hinsichtlich Versorgungssicherheit, Zuverlässigkeit und militärische Sicherheit nicht erfüllen, kann auch kein Wettbewerb stattfinden." Die Zuverlässigkeit mancher Ecolog-Mitarbeiter scheint in den vergangenen Jahren jedoch fragwürdig gewesen zu sein. 2008 vergab das Bundesamt für Wehrverwaltung dennoch nach einer Ausschreibung einen weiteren Großauftrag an Ecolog. Zu diesem Zeitpunkt wurde nach Informationen des NDR gegen Mitarbeiter von Ecolog wegen Heroinschmuggels und Geldwäsche ermittelt.
(...)
http://www.zeit.de/politik/deutschland/2009-12/bundeswehr-dienstleister?page=2
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #22 am: 18:55:03 Fr. 14.Mai 2010 »
Zitat
USA kostet Afghanistan-Krieg schon 6,7 Milliarden Dollar im Monat
Für den US-Steuerzahler ist Afghanistan - der "Obama-Krieg" - nun teurer als der Militäreinsatz im Irak


Afghanistan ist eine teure militärische Mission für die beteiligten ISAF-Länder. Alleine das deutsche Verteidigungsministerium wird 2010 mehr als eine Milliarde Euro in die Verteidigung Deutschlands am Hindukusch stecken – oder versenken. Dazu kommen im Vergleich zu den militärischen Ausgaben doch sehr viel geringere 250 Millionen Euro vom Entwicklungshilfeministerium, doppelt so viel wie das Jahr zuvor. Vom Außenministerium sollen weitere 181 Millionen Euro und vom Innenministerium zwölf Millionen Euro kommen.

Aber das ist nichts gegenüber den Kosten, die den USA durch ihr Engagement in Afghanistan entstehen, zumal nach der von Präsident Obama angeordneten Truppenaufstockung. Mittlerweile kommt Afghanistan teurer als der Irak. Im Februar gab das Pentagon für die Mission in Afghanistan 6,7 Milliarden Dollar aus, für den Irak nur noch 5,5 Milliarden. Mehr als 12 Milliarden monatlich kosten die USA die Kriegseinsätze alleine in den beiden Ländern. Die haben inzwischen dem amerikanischen Steuerzahler mehr als eine Billion US-Dollar gekostet. Bis zum September werden die USA in diesem Haushaltsjahr 105 Milliarden für das dort stationierte Militär ausgeben, im nächsten sollen es 117 Milliarden werden.

Ein Soldat in Afhganistan kostet das Doppelte wie einer im Irak. Afghanistan ist teurer als der Irak, weil Afghanistan keine Küste hat und alles über das Land eingeführt werden muss. Die Infrastruktur ist schlechter, der Treibstoff wesentlich teurer und die Sicherheit geringer. Benzin kostet dem Pentagon in Afghanistan 100 Dollar pro Liter

http://www.heise.de/tp/blogs/8/147619
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Arwing

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #23 am: 19:23:44 Fr. 14.Mai 2010 »
Was man mit den monatlichen Kriegsausgaben alles wirklich Sinnvolle finanzieren könnte :o
Das aktuelle Geldsystem ist auf die Gewinnmaximierung einer kleinen Elite ausgerichtet, die von der Gemeinschaft der Bürger Europas erbracht werden soll und die politische Elite fungiert als Handlanger.

Kuddel

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #24 am: 21:27:34 Do. 20.Mai 2010 »
Zitat
Neue Schätzung der Kriegskosten
Bundeswehreinsatz in Afghanistan dreimal so teuer wie bekannt

Bundeswehr bei Kunduz: Insgesamt könnte der Einsatz an die 35 Milliarden Euro kosten


Tausende Soldaten, moderne Waffensysteme, blutige Kämpfe: Wie viel kostet der Afghanistan-Einsatz die deutschen Steuerzahler? Die Regierung geht von einer Milliarde Euro im Jahr aus. Doch Wirtschaftsforscher machen jetzt im manager magazin eine ganz andere Rechnung auf.

Hamburg - Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan ist für Deutschland viel teurer als bislang bekannt. Zu diesem Ergebnis kommt nach Informationen von manager magazin eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Nach Berechnungen der Berliner Forscher kostet die Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan Deutschland rund drei Milliarden Euro pro Jahr. Dieser Betrag steht in deutlichem Gegensatz zu den Angaben des Verteidigungsministeriums, das die deutschen Einsatzkosten in Afghanistan für das laufende Jahr auf gut eine Milliarde Euro beziffert.

Insgesamt dürfte dem DIW zufolge die Deutschen die Beteiligung am Afghanistan-Krieg etwa 36 Milliarden Euro kosten. Dabei unterstellen die DIW-Forscher ein vergleichsweise optimistisches Kernszenario: Die derzeitige deutsche Truppenstärke von bis zu 5350 Mann genügt demnach, um das Land so weit zu stabilisieren, dass die Bundeswehr 2013 mit dem Abzug beginnen kann.

Auch ein pessimistisches Szenario hat das DIW durchgerechnet. In diesem Fall müssten die deutschen Truppen in Afghanistan verdoppelt werden, der Abzug könnte erst 2020 beginnen. Unter diesen Bedingungen würden sich auch die volkswirtschaftlichen Kriegskosten in den kommenden Jahren wohl verdoppeln.

Was ist mit den langfristigen Kosten? Und den Zinsen?

In ihrer Studie haben die DIW-Forscher neben den unmittelbaren Verteidigungsausgaben andere Posten einbezogen:

    * die Afghanistan-bezogenen Kosten in anderen Ministerien berücksichtigt,
    * die langfristigen Kosten wegen verwundeter und gefallener Soldaten,
    * die Zinskosten für die Finanzierung des Afghanistan-Einsatzes,
    * und im Kernszenario summieren sich die Finanzierungs- und die Opportunitätskosten durch unterbliebene Investitionen in anderen Bereichen der Volkswirtschaft allein auf 10,4 Milliarden Euro.

"Diese Studie untersucht nicht, ob der Afghanistan-Einsatz politisch sinnvoll ist oder nicht", sagt Tilman Brück, Leiter der Abteilung Weltwirtschaft am DIW. "Aber nur wenn die Öffentlichkeit die wahren Zahlen kennt, kann eine fundierte politische Debatte darüber entstehen, ob der politische Nutzen des Afghanistan-Krieges die volkswirtschaftlichen Kosten rechtfertigt - oder ob das Geld an anderer Stelle womöglich größeren Nutzen gestiftet hätte."
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,695430,00.html


Kuddel

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #25 am: 17:36:10 Di. 29.Juni 2010 »
Zitat
Bundesregierung. Deutscher Afghanistan-Einsatz kostete bis Ende 2009 3,6 Milliarden Euro

Die deutsche Beteiligung am internationalen Truppeneinsatz in Afghanistan hat den Bund von 2002 bis 2009 insgesamt 3,6 Milliarden Euro gekostet. Das geht aus der Regierungsantwort auf eine parlamentarische Anfrage der Partei Die Linke hervor. Enthalten sind in der Summe unter anderem die Kosten für Personal, militärische Beschaffungen und Verwaltungsausgaben. - Das deutsche ISAF-Kontingent umfasst rund 4.000 Soldaten.
www.dradio.de/nachrichten/ Dienstag, 29. Juni 2010 14:00 Uhr

Bowie

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #26 am: 23:30:33 Do. 24.März 2011 »

Kuddel

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #27 am: 11:01:54 Di. 14.Juni 2011 »
Zitat
Der Kongressabgeordnete Dana Rohrabacher ist der Überzeugung, dass der Irak den USA die Kosten des Krieges teilweise zurückzahlen sollte. Derweil steigern die USA ihre Rüstungsexporte um fast 50 Prozent.
http://bazonline.ch/ausland/amerika/USAbgeordneter-will-Kriegskosten-vom-Irak-zurueck/story/24379676

Kuddel

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #28 am: 20:34:57 Mi. 29.Juni 2011 »
Zitat
Ein paar Billionen Dollar mehr

Eine Billion Dollar müssten die USA für die Militäreinsätze in Pakistan, Irak und Afghanistan aufbringen, schätzt US-Präsident Obama. Eine Studie ergab nun jedoch: Die Kriege werden teurer. Viel teurer.
Finanzieller Kraftakt: Die Einsätze in Afghanistan, Pakistan und im Irak kosten die USA deutlich mehr, als Präsident Obama glauben machen will.


Die USA müssen sich einer Studie zufolge auf deutlich höhere Kosten für die Militäreinsätze in Pakistan, Irak und Afghanistan einstellen. Die Schätzungen der Regierung von Präsident Barack Obama von rund einer Billion Dollar seien deutlich zu niedrig angesetzt, so das Ergebnis der am Mittwoch veröffentlichten Studie mit dem Namen Costs of War (Kriegskosten) des Watson Institute für Internationale Studien der Brown University.

Die abschließende Rechnung für die Kriege werde sich auf mindestens 3,7 Billionen Dollar belaufen und könnte sich sogar bis auf 4,4 Billionen Dollar summieren, ergab die Studie.

In den offiziellen Kalkulationen seien verdeckte Kosten wie langfristige Verpflichtungen etwa für Kriegsveteranen oder Zinszahlungen oft nicht berücksichtigt, hieß es in der Studie zur Begründung. Die Experten befassten sich auch mit der Zahl der Kriegsopfer. Demnach ließen bis zu etwa 260.000 Menschen ihr Leben. Fast acht Millionen wurden zudem vertrieben. (rtr)
http://www.fr-online.de/politik/ein-paar-billionen-dollar-mehr/-/1472596/8612458/-/index.html

Aloysius

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Re:Der Preis des Krieges
« Antwort #29 am: 07:22:12 Do. 30.Juni 2011 »
Zitat
In den offiziellen Kalkulationen seien verdeckte Kosten wie langfristige Verpflichtungen etwa für Kriegsveteranen oder Zinszahlungen oft nicht berücksichtigt, hieß es in der Studie zur Begründung. Die Experten befassten sich auch mit der Zahl der Kriegsopfer. Demnach ließen bis zu etwa 260.000 Menschen ihr Leben. Fast acht Millionen wurden zudem vertrieben.

Da liegt auch ein großer Knackpunkt. Tur Vertuschung von Opferzahlen wurde ja unter anderem die Firma Blackwater als 'Contractor' eingesetzt, deren Tote und Verletzte nicht in die Statistik einflossen. Und wenn die folterten oder massakrierten, war es keine Handlung von Vertretern der US-Regierung