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Öffentlicher Dienst => Schulen, Hochschulen und Berufsausbildung => Thema gestartet von: am 14:15:50 Sa. 22.November 2003

Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: am 14:15:50 Sa. 22.November 2003
spiegel-online

STUDENTENPROTESTE

"Stoiber, du Bildungsräuber"


Drastische Sparbeschlüsse treiben Deutschlands Studenten weiter auf die Straßen. Vor allem in Bayern, Berlin und Hessen machten sie in dieser Woche ihrer Empörung Luft, während fast alle Bundesländer ihre Hochschulen in den Schwitzkasten nehmen - eine kleine Chronik der Ereignisse.

Hessische Studenten sind abgehärtet und vor nichts fies. Am Montag stürzten sich 40 Studenten in die eiskalte Lahn bei Marburg - unter dem gut abgehangenen Motto "Die Bildung geht baden". Ebenfalls aus Protest gegen die Sparmaßnahmen in Hessen und gegen die geplante Einführung von Studiengebühren bildeten über 600 Studenten in Marburg eine Menschenkette. An der Fachhochschule Gießen-Friedberg gab es eine Kundgebung, und auch die Fachhochschule Darmstadt schloss sich dem Veranstaltungs-Boykott in mehreren hessischen Hochschulstädten an.
30 Millionen Euro sollen die zwölf Hochschulen in Hessen, denen die Landesregierung ursprünglich Planungssicherheit zugesagt hatte, einsparen. Neben dem "Verwaltungskostenbeitrag" von 50 Euro pro Semester sollen Langzeitstudenten künftig 500 Euro zahlen.

Den Dienstag rief ein Bündnis aus Studentengruppen, Gewerkschaften, Parteien und sozialen Initiativen zum "Tag der Verweigerung" in Hessen aus. Am Morgen trafen sich einige Studentenvertreter mit Ministerpräsident Roland Koch. Der nannte das Gespräch "angenehm und vernünftig", die Studenten dagegen äußerten sich enttäuscht. Zu einer Großdemonstration gegen Kochs Sparpaket, das insgesamt rund eine Milliarde Euro für 2004 umfasst, kamen in Wiesbaden rund 45.000 Menschen.
 
Telefunken-Gebäude in Berlin: Von Studenten besetzt
 
 
Unterdessen machten sich auch die Berliner Studenten am Dienstag auf zum Protest gegen die Sparpolitik des Senats, allen voran die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität mit einem Korso aus 35 Treckern durch die Innenstadt. Derweil besetzten Kommilitonen der TU Berlin das Mathematikgebäude, während FU-Studenten ein "Notprogramm für Bildung" starteten.

Am Mittwoch wurde in Berlin ein "Horrorszenario" der Technischen Universität bekannt: In den kommenden Jahren müssen demnach 30 Studiengänge geschlossen werden, weil aus Geldmangel keine neuen Studenten mehr zugelssen und keine Stellen mehr besetzt werden können. Studenten der FU verhinderten eine Sitzung des Akademischen Senats, bei der Uni-Präsident Dieter Lenzen sein Konzept für die vom Senat geforderten Einsparungen erläutern wollte. Tausende von Studenten zogen durch die Stadt und demonstrierten gegen die Sparbeschlüsse.

"Geiz ist ungeil"
In Hessen gingen die Proteste weiter, in Kassel und in Frankfurt wurde der weitere Boykott von Lehrveranstaltungen beschlossen.

Mecklenburg-Vorpommern indes stellte sich gegen den Trend zu Gebühren: Bildungsminister Hans-Robert Metelmann erklärte, "Studiengebühren mit Pflichtcharakter stehen nicht zur Diskussion". Dagegen befürwortete die neue stellvertretende SPD-Vorsitzemde Ute Vogt Studiengebühren: "Wer von der Gesellschaft Solidarität erfährt und Profit daraus zieht, sollte auch eine Leistung zurückgeben. Das verstehe ich unter Fordern und Fördern", sagte sie beim Parteitag der Sozialdemokraten in Bochum.

Am Donnerstag meldeten sich auch Studenten in Sachsen-Anhalt zu Wort - und das ziemlich lautstark mit Sprechchören, Trommeln und Trillerpfeifen vor dem Landtag in Magdeburg. Die zwei Universitäten und fünf Fachhochschulen mit insgesamt rund 40.000 Studenten sollen von 2006 an zehn Prozent ihrer Budgets einsparen.
 
Aktion vor dem Landtag in Magdeburg: Größte Studentendemos der Geschichte
 
In Halle gingen etwa 5000 Studenten auf die Straße. Das Land verzeichnete die größten Studentendemonstrationen seiner Geschichte. Regierungssprecherin Anne-Kathrin Berger verteidigte den Sparkurs: "Die Hochschulausbildung in Sachsen-Anhalt ist zu teuer", sagte sie, das Land sei Spitzenreiter bei den öffentlichen Ausgaben je Student an den Universitäten.

In Bayern wehrten sich Studenten ebenfalls gegen die Kürzungspläne der Staatsregierung. Gut 40.000 Studenten gingen am Donnerstag auf die Straße, unter anderem in München, Regensburg, Würzburg, Bamberg und Erlangen. Sie trugen Transparente mit Parolen wie "Stoiber, du Bildungsräuber", "Die Hochschuldbildung stoibert steil bergab" oder "Wer kürzt, der stürzt". Handzetteln mit "Geiz ist ungeil" machten die Runde. Studentenvertreter warfen der Regierung von Ministerpräsident Edmund Stoiber Wahlbetrug vor. Anstatt wie angekündigt die Bildung zu stärken, würden die Etats um zehn Prozent gekürzt. Auch zahlreiche Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter schlossen sich den Protesten an.

Stratmanns fromme Wünsche


In Baden-Württemberg übergaben Studenten der Fachhochschulen Nürtingen und Aalen dem Wissenschaftsminister Peter Frankenberg (CDU) eine Protestnote, weil die FHs des Landes im kommenden Jahr mit 13 Millionen Euro weniger auskommen sollen.
 
 Am Freitag blieb es an den Hochschulen etwas ruhiger. Dafür musste Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) seine Sparpläne bei einer turbulenten Landtagsdebatte verteidigen: "Es gibt in diesem Hause niemanden, der nicht willens wäre, den Hochschulen mehr Geld in die Hand zu geben", sagte er, angesichts leerer Kassen sei das jedoch ein "frommer Wunsch". Am Mittag demonstrierten Studenten im Landtag. Symbolisch wollten sie der Landesregierung einen schwarzen Sarg überreichen, wurden jedoch von Sicherheitskräften am Betreten des Plenarsaals gehindert.

Fürs Wochenende haben Berliner Studenten weitere Proteste angekündigt. Etwa 10.000 Teilnehmer werden bei einer Demonstration gegen Studiengebühren und Bildungskürzungen erwartet, die gegen 16 Uhr vor dem Roten Rathaus enden soll.








Immerhin kommen Studenten anderswo in Wallungen. Kiel hinkt, wie so oft, hinterher. Wir sind auf den Weg in vergangene Jahrhunderte, wo höhere Bildung ein Privileg der Reichen war.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:19:20 So. 12.Dezember 2004
Studentenproteste auch in Russland


Tausende Studenten demonstrierten im Oktober in verschiedenen Städten Russlands gegen Putins Pläne, den Zugang zu Bildungseinrichtungen vom Kindergarten an drastisch einzuschränken und das Bildungssystem für die Privatisierung zu öffnen. In Moskau gingen 3.000 Studenten auf die Straße, in Nizhnij Nowgorod 2.000, weitere Kundgebungen fanden in Novosibirsk, Jaroslawl, Uljanowsk, Twer und weiteren Städten statt. "Wir protestieren, weil wir eine kostenlose Ausbildung fordern und unsere sozialen Leistungen behalten wollen", erklärte ein Student in Moskau.

Die Demonstranten machen Front gegen zwei Gesetzentwürfe: Den Erziehungsgesetz-Entwurf, der die finanzielle und materielle Unterstützung der Kleinkinder und ihr Recht auf einen Platz in der vorschulischen Ausbildung aufhebt. Außerdem sieht das Gesetz die Schließung von Schulen auf dem Land auch gegen den Willen der dortigen Bevölkerung vor. Der Kern des Gesetzentwurfs über die Ausbildung nach der Mittel- und Berufsschule sieht die Umwandlung der staatlichen Bildungsrichtungen in "Handelsunternehmen mit besonderem Status" vor. Außerdem die Streichung der Ermäßigungen für Mensa-Essen und Zugfahrten und die Zulassung zur Hochschulausbildung nach der Berufsausbildung praktisch nur noch für Reiche oder solche, die von einer Firma oder vom Staat dafür ein Stipendium erhalten.

In Petersburg riefen auch wissenschaftliche Institute zur Demonstration gegen diese Pläne auf. Fast alle Redner forderten die Absetzung des Ministers für Bildung und Wissenschaft sowie seines Stellvertreters.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:31:08 Mi. 26.Januar 2005
Studiengebühren

"Weg mit dem Pöbel an der Uni"
 
Der Weg für Studiengebühren ist frei. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass ihr Verbot gegen den Grundsatz der Länderhoheit über die Bildung verstößt. Fünf Bundesländer werden die Gebühren nun schnell einführen.


Studentenvertreter planen nun eine "Jubel-Demo". "Wir ziehen uns alle ganz schick an und halten ein Schild hoch mit der Aufschrift "Weg mit dem Pöbel an der Uni - Endlich nur noch für uns Reiche"", sagt Konstantin Bösl vom studentischen Konvent an der Uni in Regensburg. Viele Studenten befürchten nun, mit einem Schuldenberg ins Berufsleben zu starten. Außerdem, so Bösl, könnten sich Studenten aus ärmeren Familien die Universitätsausbildung möglicherweise nicht mehr leisten.

Protestwoche angekündigt

Der Studenten-Dachverband FZS kündigte einen bundesweiten Streik gegen Studiengebühren an. "Für Mai planen wir eine Protestwoche", sagte Vorstandsmitglied Nele Hirsch der "Berlin Zeitung".


Den vollständigen artikel gibt´s bei stern.de (http://www.stern.de/politik/deutschland/index.html?id=535773&nv=hp_st).
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: admin am 23:37:08 Mi. 26.Januar 2005
(http://www.labournet.de/diskussion/arbeitsalltag/bildung/studgeb_ende.jpg)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 00:23:52 Do. 27.Januar 2005
Vorgesehen sind 500 Euro/Semester nach Vorstellungen der CDU-regierten Länder nach einem weiteren Studium im Anschluß eines Erststudiums.

Außerdem bietet man Bildungskredite an, die man ab einer bestimmten Einkommenshöhe als erfolgreicher Absolvent abstottern soll.

Ergo ist PISA eine unveränderliche Zustandsbeschreibung und eine ordentliche Berufsausbildung mit anschließendem Berufsleben ist nur dem zahlungskäftigen und privilegierten Teil der Bevölkerung vorbehalten. Neben der Penunze hilft in gehobenen Kreise noch Vitamin B - sprich Beziehungen. Hier haben wir wieder eine Verletzung von Menschenrechten - freier Zugang zu jeglicher Art von Bildung. Die Menschenwürde war doch lt. Grundgesetz unantastbar, oder?

Der ungebildete Pöbel wird zum un- oder schlechbezahlten Arbeitssklaven. So sieht bundesdeutsche Demokratie und Freiheit im realexistierenden Kapitalismus aus. Von Demokratie und Freiheit kann man nicht reden, sondern von der Diktatur des Kapitals, die die Existenzgrundlagen der AN und Erwerbslosen systematisch vernichtet.

Die Bundes- und Landesregierungen, die Beamtenbürokratie und das Rechtswesen sind die Büttel und Knechte des Unternehmer- und Bankkapitals - stets zu Diensten.

Da kann man nur mit Georg Büchner antworten:

"Friede den Hütten, Krieg den Palästen!" aus dem Hessischen Landboten (http://gutenberg.spiegel.de/autoren/buechner.htm)

Der ist aktueller denn je.

Außerdem ist das der Anfang vom Rückschritt in die Kleinstaaterei, weil jedes Bundesland macht was es will im Zeitalter der Monopolisierung (neudeutsch Globalisierung). Das wird wieder Schwierigkeiten mit der gegenseitigen Anerkennung von Studien- und Berufsabschlüssen mit sich bringen, sobald man sich in die Hoheit eines anderen geistig kleinkarierten Bundeslandes begibt.

Wie war das doch mit bundesweiter Flexibilität und Mobilität?

Halten zu beschissenen Gnaden!
Wir wollen unsern ollen Kaiser Willem wieder habn.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 00:48:41 Do. 27.Januar 2005
Neues Deutschland - Online: Die Würfel sind gefallen (http://www.nd-online.de/artikel.asp?AID=66525&IDC=2)

Bildungsexperten: Studiengebühren-Urteil kündigt sozialen Konsens auf

Von Jürgen Amendt

Nachdem das Bundesverfassungsgericht (BVG) gestern das Gebührenverbot im Hochschulrahmengesetz gekippt hat, ist die Diskussion um den Zugang zur universitären Bildung entbrannt.

»Die Würfel sind gefallen« – mit drastischen Worten kommentierte der »freie zusammenschluss von studentInnenschaften« (fzs) die Entscheidung des Karlsruher Gerichts. Allerdings sei mit dem Urteil für die Studierenden noch nichts entschieden, meinte Nele Hirsch vom Vorstand des fzs. »Ein bundesweites Gebührenverbot ist nach wie vor unerlässlich, um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse sicherzustellen.« Der Geschäftsführer des »Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren (ABS) beim fzs, appellierte an die Länder, von jeglichen Plänen zur Einführung von Studiengebühren Abstand zu nehmen.

Dass die Länder den Studenten-Appellen folgen werden, ist indes unwahrscheinlich. Hamburgs Wissenschaftssenator Jörg Dräger (parteilos) kündigte unmittelbar nach Urteilsverkündung an, ab kommenden Jahr Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester zu erheben. Ähnlich äußerten sich seine Amtskollegen Peter Frankenberg (CDU) aus Baden-Württemberg sowie Thomas Goppel (CSU) aus Bayern. Ein »sozial ausgewogenes System einer Kostenbeteiligung der Studierenden«, forderte Sachsen-Anhalts Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz (parteilos). Vor allem dürfe nicht der Fall eintreten, dass sich Studierende wegen Geldmangels keine Hochschulbildung mehr leisten könnten.

Das befürchten jedoch Vertreter mehrerer Bildungsorganisationen. Die Gebühren-Befürworter seien den Nachweis schuldig geblieben, dass ihre Modelle Kinder aus sozial unterprivilegierten Familien nicht von einem Studium abschrecken würde, meinte ABS-Geschäftsführer Sascha Vogt. Als einen »schwarzen Tag für die Studierenden und den Sozialstaat« bezeichnete die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eva-Maria Stange, das BVG-Urteil.
Der Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW), Hans-Dieter Rinkens, fürchtet, dass die Karlsruher Entscheidung »die soziale Selektion im deutschen Hochschulwesen weiter verschärfen wird«. Bereits heute würden vier Fünftel aller Kinder aus einkommensstarken Familien studieren, jedoch nur zehn Prozent der Kinder aus einkommensschwachen Familien. Der DSW-Präsident warnte vor einer Zersplitterung der Hochschullandschaft in Deutschland. Ohne ein einheitliches Vorgehen der Länder und der Hochschulen entstünde ein Wildwuchs. Die Obergrenze von Studiengebühren müsse bundesweit auf 500 Euro pro Semester und Studierenden festgelegt werden. Zusammen mit dem Kreditanteil beim Bafög dürfe der Beitrag der Studenten zur Studienfinanzierung 10000 Euro nicht überschreiten, forderte Rinkens.

Wie die Politik in den Ländern reagieren wird, die sich gegen Studiengebühren ausgesprochen haben, ist indes noch unsicher. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) forderte eine neue Form des Finanzausgleichs zwischen den Bundesländern. Sobald Unionsländer Gebühren ab dem ersten Semester erhöben, werde es gegenüber gebührenfreien SPD-Ländern sonst zu »gravierenden Wettbewerbsverzerrungen« kommen. Ein anderes Modell favorisiert Bremens Bildungssenator Willi Lemke (SPD), der das Erststudium nur noch für Bremer Landeskinder gebührenfrei halten will. Dagegen wird es in Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft keine Studiengebühren geben, wie Bildungsminister Hans-Robert Metelmann (parteilos) und die Vorsitzende der PDS im Schweriner Landtag, Angelika Gramkow, gestern übereinstimmend betonten.

(ND 27.01.05)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 01:31:02 Do. 27.Januar 2005
DIW-Chef Zimmermann im Handelsblatt-Interview

„500 Euro Studiengebühr sind nur Einstieg“


DIW-Chef Klaus Zimmermann rechnet mittelfristig mit Studiengebühren in Höhe von 2500 Euro pro Semester. Lesen Sie hier das Handelsblatt-Interview mit dem Wirtschaftsforscher:


Welche Bedeutung hat die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, das generelle Verbot von Studiengebühren zu kippen?


Ich bin sicher, dass wir gestern einen historischen Augenblick erlebt haben: Das Urteil markiert einen entscheidenden Wendepunkt für die deutsche Bildungspolitik. Die Entscheidung des Gerichts öffnet die Tür für mehr Wettbewerb im Hochschulwesen – und das ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass unsere Universitäten international konkurrenzfähig werden können.

Kritiker fürchten, dass es zu einem Ansturm der Studenten auf die Unis kommt, wo das Studium weiter kostenlos ist.

Der Wettbewerb wird dieses Problem lösen. Schließlich sind Universitäten, die Geld von ihren Studenten verlangen, gezwungen, dafür auch eine bessere Leistung anzubieten. Mittelfristig wird kein Bundesland darum herumkommen. Die Finanznot ist in allen Ländern groß, und die Leistungskraft der Universitäten gering – es wird einen Domino-Effekt geben. In ein paar Jahren wird es selbstverständlich sein, dass ein Student für sein Studium bezahlen muss.

Wie hoch sollten die Gebühren sein?

Klar ist, dass die 500 Euro pro Semester, die derzeit diskutiert werden, nur ein Einstieg sein können. Auf die Dauer ist das viel zu wenig, um den Universitäten Anreize zu geben, ihre Studenten als Kunden zu betrachten. Ich rechne damit, dass ein Studiengang an einer durchschnittlichen deutschen Uni in fünf Jahren etwa 2500 Euro pro Semester kosten wird. Das klingt nach viel, wäre aber im internationalen Vergleich immer noch wenig. Spitzenhochschulen in den USA verlangen von ihren Studenten pro Semester 30 000 bis 40 000 Dollar.

Was passiert dann mit Studenten, die aus kleinen Verhältnissen kommen und so viel Geld nicht haben?


Der Blick ins Ausland zeigt, dass sich dieses Problem lösen lässt. Die Länder, die Studiengebühren erheben, haben gleichzeitig ein Stipendien- und Darlehenssystem für junge Leute, die fachlich qualifiziert sind, aber kein Geld haben. Wenn das der Markt nicht aus eigener Kraft schafft, wäre der Staat gefragt – zum Beispiel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Die Fragen stellte Olaf Storbeck.

HANDELSBLATT, Mittwoch, 26. Januar 2005,
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Wilddieb Stuelpner am 01:38:22 Do. 27.Januar 2005
ARD, Sendung "Plusminus": Zahlende Studenten - Studium bald ein Privileg für Wohlhabende? (http://www.daserste.de/plusminus/beitrag.asp?iid=297)

Von Achim Pollmeier

Seit Jahren taucht die Hochschulpolitik immer wieder in die Debatte um Studiengebühren ein. Die Befürworter halten sie für ein wichtiges Instrument zur Verbesserung des deutschen Hochschulsystems, Gegner sprechen vom Ausverkauf des Grundrechts auf Bildung und vom Ausschluss ärmerer Schichten von der Hochschulbildung. Ganz so einfach ist die Wahrheit allerdings nicht: Auch unter sozialen Gesichtspunkten kann man Hochschulgebühren durchaus als gerecht empfinden, andererseits sehen auch Befürworter von Studiengebühren die Gefahr, dass ein falsches Gebührenmodell Kinder aus ärmeren Familien vom Studium abschrecken könnte.

Wer profitiert, soll auch einen Beitrag leisten

Selbst zahlreiche Experten, die lange gegen eine Einführung von Studiengebühren votierten, haben ihre Position inzwischen gewechselt: „Man kann die Umverteilungswirkung einfach nicht länger übersehen“, sagt der renommierte Bildungsökonom Dieter Dohmen vom Kölner Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FIBS), der selbst ein Studiengebührenmodell entwickelt hat. Die „Bildungsexpansion“ der vergangenen 30 Jahre habe nämlich nicht dazu geführt, dass der Anteil von Kindern aus bildungsfernen Schichten an den Hochschulen deutlich erhöht wurde. Daraus ergebe sich die Situation, dass die breite Masse mit ihrem Steueraufkommen die Hochschulausbildung von Beamten- und Akademikerkindern finanziere, die dadurch wiederum künftig ein besseres Gehalt erzielen. „Insofern ist es durchaus sozial gerechtfertigt, diese Menschen auch an den Kosten ihrer Ausbildung zu beteiligen“, so Dohmen.

Ähnlich sieht es auch der „Wirtschaftsweise“ Bert Rürup von der TU Darmstadt. Bereits in seinem letzten Jahresgutachten im Herbst 2004 hatte der Sachverständigenrat ein Umsteuern in der deutschen Bildungsfinanzierung gefordert: Bildungsbereiche, deren Leistungen vor allem der Allgemeinheit zugute kommen, sollen demnach aus Steuern finanziert werden. Je mehr der Einzelne von der Bildung profitiert, desto größer könne auch der private Finanzierungsanteil sein. „In Deutschland machen wir jedoch genau das Gegenteil: Im Hochschulbereich, wo in hohem Maße individuelle Erträge durch höhere Einkommen generiert werden, machen wir eine hundertprozentige Steuerfinanzierung, aber beispielsweise im vorschulischen Bereich, wo Sprachkompetenz und Bildungsnähe vermittelt wird, finanzieren wir zu 40 Prozent über Beiträge und das ist völlig falsch“, so Rürup.

In dieser Kritik sehen sich viele Bildungsexperten auch durch die PISA-Studie bestätigt, die dem deutschen Bildungssystem nicht nur durchschnittliche Leistungen bescheinigt, sondern vor allem, dass es Kinder auf ihrem Bildungsweg stärker nach sozialer Herkunft selektiert als in anderen Ländern. Rürup fordert daher, zusätzliche Steuermittel zur Stärkung des vor- und primarschulischen Bereichs einzusetzen, etwa für ein obligatorisches und gebührenfreies Vorschuljahr. Im Hochschulbereich sieht der Wirtschaftsprofessor aber schon wegen der klammen öffentlichen Haushalte keinen Spielraum für zusätzliche Steuermittel: „Die Unterfinanzierung des deutschen Hochschulsystems resultiert im wesentlichen aus dem Fehlen einer privaten Finanzierungskomponente. Deswegen brauchen wir Hochschulgebühren auch als Finanzierungsinstrument – was aber auf keinen Fall dazu führen darf, dass die staatlichen Mittel für die Hochschulen reduziert werden. Auf diese Weise wird man mehr Geld ins System bringen können und die Finanzierung wird gerechter, da die persönlichen Bildungsrenditen zu einem Teil auch selbst finanziert werden.“

Verschuldung für Bildung

Studierendenverbände sind da erwartungsgemäß ganz anderer Auffassung. Sie wehren sich zum einen gegen eine „Ökonomisierung der Bildung“ und gehen zum anderen davon aus, dass Studiengebühren gerade für Kinder aus ärmeren Familien abschreckend wirken. „Wir haben in der Tat ein hoch selektives Bildungssystem, aber es macht doch keinen Sinn, da jetzt noch eine weitere Hürde zur Hochschule aufzubauen“, sagt Nele Hirsch, Vorstandsmitglied im Freien Zusammenschluss von Studentinnenschaften. Ihr Argument: Gerade ärmere Studenten müssten zusätzlich zum Bafög Kredite aufnehmen, um die Studiengebühren zu finanzieren. Das werde viele vom Studium abschrecken. Diese Gefahr sieht auch Bert Rürup. Sollten die Bundesländer Studiengebühren einführen, fordert er daher eine Aufklärungskampagne: „Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein Hochschulstudium die beste Investition auch in ein höheres Einkommen ist, und dass das höhere Einkommen durchaus auch dazu führt, den mit einem Studienkredit verbundenen Schuldendienst zu kompensieren.“

Das Modell Witten/Herdecke

Als Beispiel für ein sozialverträgliches Modell der Studienfinanzierung wird vielfach das Konzept der Privatuniversität Witten/Herdecke angeführt. Für das gesamte Studium muss hier jeder Studierende einen Finanzierungsbeitrag von rund 15.000 Euro aufbringen. Dies kann er entweder sofort in monatlichen Beiträgen tun oder aber in Form von so genannten „nachgelagerten Studiengebühren“ nach Abschluss seines Studiums. Dabei müssen die Studierenden acht Jahre lang acht Prozent ihres künftigen Einkommens abführen, sofern es die Untergrenze von 1.700 Euro überschreitet. Das Risiko, bei bescheidenem beruflichen Erfolg auf einem riesigen Schuldenberg sitzen zu bleiben, ist also relativ gering: Wer später wenig verdient, zahlt auch weniger zurück, Spitzenverdiener zahlen dafür mehr. Für Dieter Dohmen vom FIBS sollte sich auch ein allgemeines Studiengebührenmodell an diesem Prinzip orientieren: „Sonst haben sie einfach die Gefahr der Abschreckung, und das wäre ein schlimmer Effekt: Denn um den Ersatzbedarf an Akademikern in den nächsten 20 bis 25 Jahren decken zu können, muss deren Anteil pro Jahrgang nahezu verdoppelt werden.“

Weitere Informationen:

 „Studiengebühren: Front der Gegner bröckelt“ (http://www.wdr.de/tv/markt/service/berichte/20050124_2.phtml)
Welche Bundesländer Studiengebühren einführen wollen
WDR-Wirtschaftsmagazin markt (24.01.2005)

Bundesministerium für Bildung und Forschung (http://www.bmbf.de)

Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FIBS) (http://www.fibs-koeln.de)

Freier Zusammenschluss von Studentinnenschaften (http://www.fzs-online.org)

 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtsch. Entwicklung (http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Carpe Noctem am 12:32:00 Do. 27.Januar 2005
So, der finale Abortus der in der Geschichte der BRD fast einzigen halbwegs funktionierenden Keimzelle gesellschaftlichen Widerstandes ist perfekt - der Staat sorgt in jeder Richtung vor:

"KARLSRUHER URTEIL

Gebührende Klarheit


Von Jan Friedmann

Die Bundesverfassungsrichter in Karlsruhe haben den Weg für allgemeine Studiengebühren ab dem ersten Semester freigemacht. Sie seien keine Bildungspolitiker, betonten die Rechtsgelehrten - und krempeln doch mit ihrem Urteil die deutsche Hochschullandschaft gründlich um.

AP
Kippten Verbot von Studiengebühren: Verfassungsrichter
Das Bundesverfassungsgericht macht keine Bildungspolitik: Das stellte der Vorsitzende Richter Winfried Hassemer gleich zu Beginn der mit Spannung erwarteten Entscheidung klar. Die Richter beschränkten sich darauf, über ein Kompetenzgerangel zwischen der rot-grünen Bundesregierung und sechs unionsgeführten Bundesländern zu befinden. Im Detail ging es bei der heutigen Entscheidung vor allem um einen Satz, den die rot-grüne Bundesregierung vor rund drei Jahren ins Hochschulrahmengesetz (HRG) schreiben ließ: "Das Studium bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss ist studiengebührenfrei."

Damit pfusche der Bund den Ländern ins Handwerk, argumentieren die sechs Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt - sie klagten vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Verfassungsrichter folgten dieser Argumentation weitgehend - und werden damit zu Bildungsreformern wider Willen.

Umstrittene Zuständigkeiten
 
DPA
Studentenprotest: Das Kreuz mit den Studiengebühren

Denn längst haben sich Bund und Länder im Streit um die Zuständigkeiten in der Bildungspolitik so weit ineinander verkeilt - siehe Föderalismus-Kommission und den Dauer-Streit über Eliteuniversitäten -, dass ohne einen Anstoß von außen kaum Veränderungen in Gang kommen können. Zu hart prallen das Machtbewusstsein der Länderregenten und das Sendungsbewusstsein sozialdemokratischer Bildungspolitik aufeinander.

Deshalb geht der heutige Urteilsspruch in seinen Folgen weit über den verfassungsrechtlichen Konflikt zwischen Bund und Ländern hinaus und rührt an die zentrale Frage der Hochschulpolitik: Sollen und müssen hunderttausende Hochschüler für ihre akademische Ausbildung bald einen Beitrag aus der eigenen Tasche leisten?

Sie müssen, diese Konsequenz des Urteils scheint bereits heute sicher. Entsprechende Pläne liegen längst in den Schubladen der Gebührenbefürworter.

Diese hatten sich schon im Vorfeld siegessicher gegeben. Bereits in der Frage der Juniorprofessur hatte das Bundesverfassungsgericht der Klage Bayerns und anderer unionsregierter Länder stattgegeben. Selbst SPD-regierte Bundesländer rechneten nicht mehr mit einem Erfolg der Bundesregierung: "Am unwahrscheinlichsten ist es, dass das Bundesverfassungsgericht alles so lässt, wie es ist", hatte der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner vor dem Urteil gemutmaßt.

Den ersten Schritt werden wohl Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg wagen. Die Bildungsminister dieser Bundesländer, Peter Frankenberg (CDU), Thomas Goppel (CSU) und Jörg Dräger (parteilos), führten in der bisherigen Diskussion das Wort für die Gebührenfans.

Bayern, Hamburg und Baden-Württemberg Vorreiter


Bayern will laut Goppel vielleicht schon zum kommenden Wintersemester loslegen, spätestens zum Sommersemester 2006. Baden-Württemberg wird folgen, in einer nächsten Stufe könnten dann Niedersachsen und das Saarland nachziehen. Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) kündigte an, das Land wolle spätestens in zwei Jahren Studiengebühren einführen.

Die Gebührenbefürworter setzen große Hoffnungen in die Campus-Maut: Sie wollen den egalitären und lähmenden Geist der 70er Jahre und der damaligen Bildungsexpansion aus Hörsälen und Bibliotheken vertreiben und dort eine neue Kultur des Wettbewerbs und der Kundenorientierung etablieren. "Studierende werden nicht mehr als 'Lehrbelastung' beklagt, sondern als Mitfinanzierer der Hochschulen umworben", meint etwa Frankenberg.

Außerdem sollen den darbenden Hochschulen dringend benötigte Mittel für Labore und Computerarbeitsplätze zufließen und sich die Studienbedingungen für die zwei Millionen Studenten in Deutschland entscheidend verbessern. Bayerns Wissenschaftsminister Goppel betrachtet Gebühren als "ein Stück Qualitätssicherung für Hochschulen", sie ließen die "Bereitschaft aller Beteiligten zur Qualitätskontrolle" steigen.

Werben um zahlungskräftige Kundschaft

Am Ende des Reformprozesses, so träumen manche Gebührenfans, könnten in einigen Jahren öffentlichkeitsbewusste Hochschulen stehen, die sich im Ausland gut als Bildungsmarken "made in Germany" verkaufen lassen und dort zahlungskräftige Kundschaft anziehen. Einzelne Universitäten wie etwa die Universität Heidelberg oder die TU München treten bereits jetzt sehr PR-bewusst auf.
 
DPA
Gebührenfans (von links): Peter Frankenberg, Jörg Dräger, Thomas Goppel, Jürgen Schreier
In den Startlöchern stehen auch Banken und private Finanzanbieter, die auf ein Geschäft mit Bildungskrediten hoffen. Der Wirtschaftsexperte Bert Rürup beispielsweise äußerte vor einigen Tagen die Erwartung, dass sich die Investition in die Karrieren junger Akademiker durchaus lohnen könne.

Die Kritiker fürchten hingegen, dass Studiengebühren abschreckend für Studenten aus ärmeren Verhältnissen wirken könnten. So habe die Einführung einer Gebühr von rund 360 Euro pro Semester in Österreich für sinkende Studentenzahlen gesorgt. "Genau dasselbe wird in Deutschland kommen, wenn Studiengebühren eingeführt werden", so der Bildungsforscher Bernhard Nagel von der Universität Kassel.

Furcht vor Zugriff der Finanzminister

Außerdem, so die Befürchtung, könnten die Gebühreneinnahmen vor allem den klammen Länderhaushalten zugute kommen, die Unis könnten leer ausgehen. Die Erfahrung mit Langzeitstudiengebühren zeige, so der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerkes, Achim Meyer auf der Heyde, dass "das Geld früher oder später im allgemeinen Haushalt" lande.

"Wer künftig auch noch zusätzlich für Studiengebühren jobben muss, wird zwangsläufig auch länger studieren", argumentiert auch die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eva-Maria Stange.

Die Gebührenbefürworter drehen das soziale Argument dagegen um: Warum soll eigentlich eine Krankenschwester durch ihre Steuern die Ausbildung künftiger Ärzte subventionieren? Warum kostet ein Kindergartenplatz mehrere Hundert Euro im Jahr, während das Studium gebührenfrei bleibt?

Dabei verweisen sie gerne auf Erhebungen, wonach in kaum einem anderen Land der Zugang zu höherer Bildung so stark an soziale Voraussetzung gekoppelt ist wie im gebührenfreien Deutschland. "Wenn durch die bessere Ausstattung der Hochschulen der Studienerfolg sicherer erscheint, könnte dies bislang risikoscheue junge Menschen aus bildungsfernen Schichten anziehen", argumentiert Frankenberg.

Billigland Bundesrepublik

Im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den wenigen Ländern, die von ihren Studenten kein Geld für das Erststudium verlangen. Ähnlich großzügig geben sich etwa die Skandinavier, wo Studenten zusätzlich ein elternunabhängiges Grundeinkommen von einigen Hundert Euro ausgezahlt bekommen. Weitgehend ungeschoren kommen Studenten auch in Frankreich davon, im Mittelfeld liegen Österreich, Spanien und Italien mit moderaten Studiengebühren.

DPA
Transparent in Würzburg: "Kein Spiel mit Bildung"
Eine Undergraduate-Studium in den Niederlanden kostet dagegen satte 1500 Euro im Jahr, ein Master 1600 Euro; der Bachelor in Großbritannien schlägt mit rund 1650 Euro pro Jahr zu Buche. Australien, von Gebührenbefürwortern gerne als Modellland angeführt, bittet Studenten im Nachhinein durch nachlaufende Gebühren zur Kasse, mit mehreren tausend Euro pro Jahr. Klassische Gebührenländer sind dagegen Japan und die USA; ein Studium an einer amerikanischen Eliteuniversität kann leicht 30.000 Dollar (23.000 Euro) im Jahr kosten.

Die Studiengebühren, die deutsche Studenten in Zukunft bezahlen werden, werden nicht annähernd diese Größenordnung erreichen. In einer ersten Stufe werden wohl 500 Euro verlangt werden, eine Zahl, die in Entwürfen immer wieder genannt wurde. Dieser Beitrag fällt eher niedrig aus, vergleicht man ihn mit den Gesamtkosten eines gebührenfreien Studiums von durchschnittlich 40.000 Euro.

Fakt ist: Der eher symbolische Obolus von 500 Euro deckt auch nicht annährend die Kosten des laufenden Bildungsbetriebes. Würden zwei Millionen Studenten 500 Euro pro Semester bezahlen, kämen im Jahr gerade einmal zwei Milliarden Euro zusammen - das entspricht nur einem Zehntel der staatlichen Aufwendungen für die Unis."

QUELLE: http://www.spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,338599,00.html
und dazu dieser Kommentar des LAT (Landes Asten Treffen) NRW:

"Die Verfassungsrichter haben in ihrem Urteil auch die bundeseinheitliche
Regelung zur verfassten Studierendenschaft für verfassungswidrig
erklärt. Damit ist die Zukunft der legitimen Interessenvertretungen der
Studierenden an den Hochschulen ungewiss. Den im Zuge eines
großanglegten Deformierungsprozesses droht ein Abbau demokratischer
Mitbestimmung in allen Gremien der Universitäten. Die von dieser
Vermarktung des Bildungssektors Betroffenen sind nicht nur die
Studierenden, sondern auch die Lehrenden und letztlich die gesamte
Gesellschaft." (QUELLE: LAT Mailingliste)

Grüsse - CN
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: aian19 am 04:27:51 Fr. 28.Januar 2005
Igrendwann wird ihnen klar werden (müssen), das...

ein schlauer Mensch auch ohne Geld ein schlauer Mensch, und...

ein dummer Mensch auch mit Geld ein dummer Mensch...

bleiben wird !!!!

Gegrüßt sei das Feudalsystem !!!
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:44:02 Fr. 28.Januar 2005
27.01.05
 
Erste Demos gegen Studiengebühren-Urteil
Nach dem gestrigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts haben Studenten in verschiedenen Städten gegen die Erhebung von Studiengebühren protestiert. In Hamburg zogen 1.000 junge Leute vor das Rathaus und anschließend zur CDU-Parteizentrale. In Bremen protestierten 500 Studenten. Die Polizei setzte Reizgas ein, als sie sich Zutritt zur Bürgerversammlung verschaffen wollten.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 23:04:46 So. 30.Januar 2005
29.01.05

Studenten planen Großdemonstrationen gegen Studiengebühren

Nachdem das bisher geltende bundesweite Verbot für Studiengebühren während der Regelstudienzeit am 26.1. durch ein Urteil des Verfassungsgerichts gekippt wurde, bereiten Studentenorganisationen bundesweite Proteste vor. In den letzten beiden Jahren wurden Studiengebühren in den meisten Bundesländern bereits für Langzeitstudenten eingeführt. Jetzt wollen vor allem CDU/CSU-regierte Bundesländer dies auf alle Studenten ausweiten. Das stößt bei den meisten Studenten vor allem wegen der damit einhergehenden Benachteiligung von Kindern aus Arbeiterfamilien bzw. Familien mit geringem Einkommen auf Ablehnung. Bei einer Umfrage des Asta der Uni Hannover lehnten kürzlich gut 90 Prozent der Befragten Gebühren ab.

Der Dachverband der deutschen Studentenvertretungen fzs ruft nun für nächsten Donnerstag, den 3. Februar, zu fünf ersten Großdemonstrationen in Hamburg, Leipzig, Mannheim, Essen und Berlin auf. Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) beschloss auf einer Vollversammlung in Düsseldorf, dass ab dem 1. Mai zwei Wochen lang Protestaktionen an den Hochschulen stattfinden sollen. Dem seit 1999 bestehenden Aktionsbündnis haben sich rund 100 Organisationen angeschlossen, darunter der Dachverband fzs und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Geplant sind bundesweite Vorlesungsboykotts, die von den Studierenden der jeweiligen Uni allerdings per Vollversammlung beschlossen werden müssten. Bewusst wurden als Auftakt die Kundgebungen am 1. Mai gewählt, um den Schulterschluss mit der Arbeiter- und Gewerkschaftsbwegung zu manifestieren.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Wildkätzchen am 02:27:27 Mi. 02.Februar 2005
Na, da bin ich ja mal gespannt, was das so gibt. Aber mal ehrlich: Was stört die Herrschenden ein "Streik" von Studenten? Das ist ungefähr so wirkungsvoll wie ein "Streik" von Arbeitslosen- nämlich gar nicht. Die müssten schon Autobahnen besetzen wie´s die Arbeitslosen in Argentinien schon öfters gemacht haben- sowas zeigt Wirkung.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:41:30 Fr. 04.Februar 2005
Mehr als 25.000 Studierende auf Demonstrationen
ABS sieht gute Grundlage für kommende Proteste im Sommersemester

Berlin. Das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren (ABS) hat die heutigen Demonstrationen gegen die Einführung von Studiengebühren als einen gelungenen Auftakt bezeichnet. Sascha Vogt, Geschäftsführer des ABS, sagte: "Das war heute ein erstes und deutliches bundesweites Zeichen, eine solide Grundlage für weitere massive Proteste im Sommersemester."


In Essen waren mehr als 2.000, in Hamburg 10.000, in Berlin 1.000, in Leipzig 8.000 und in Mannheim 6.000 Studierende auf die Straße gegangen. Die Demonstrationen waren nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts und der Ankündigung einiger unionsgeführter Bundesländer, nun Studiengebühren einführen zu wollen, teils kurzfristig angekündigt worden. "Für die sehr kurzfristige Mobilisierungszeit und vor dem Hintergrund der Tatsache, dass viele Studierende durch Prüfungen zum Ende des Semester terminlich stark belastet sind, ist das ein Riesenerfolg."

http://www.abs-bund.de/presse/1191/
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:43:57 Fr. 04.Februar 2005
Hohe Verschuldung bei Studenten erwartet

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau rechnet damit, dass sich künftig jeder dritte Student hoch verschulden muss, um seinen Lebensunterhalt und die Studiengebühren zu finanzieren. Zum Ende des Studiums würden die Schulden sich auf durchschnittlich 30.000 Euro belaufen.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 23:31:10 Sa. 23.April 2005
23.04.05 - 4.000 demonstrieren vor dem Schweriner Landtag
Am 21.4. demonstrierten rund 4.000 Studenten und Hochschulmitarbeiter aller Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie deren Angehörige vor dem Schweriner Landtag gegen die Kürzung von 652 Stellen im Hochschulbereich. Unter Pfeifkonzerten mussten sich die Minister und Abgeordneten der Regierungsfraktionen ihren Weg durch die Menge in den Landtag bahnen. Finanzministerin Keler und Bildungsminister Metelmann wurden von den Demonstranten lautstark zum Rücktritt aufgefordert.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:15:06 Do. 28.April 2005
28.04.05
Hamburg: Polizei-Einsatz gegen Studentenproteste
Um gegen die geplanten Studiengebühren zu demonstrieren, sperrten gestern früh rund 50 Studenten mit Absperrgittern den Haupteingang der Hamburger Uni. Als sie die Gitter bereits wieder entfernt hatten, wurden sie von Polizisten eingekesselt und einzeln abgeführt. Gegen das Vorgehen der Unileitung und Polizei protestierten anschließen 500 Studenten auf der Straße, worauf mehrere Hundertschaften der Polizei zum Einsatz kamen und Wasserwerfer in Bereitschaft gehalten wurden. Eine spontan angemeldete Demonstration wurde von der Polizei nicht genehmigt. Bei der 1. Mai-Demonstration des DGB wollen die Studenten für kostenfreie Bildung mitdemonstrieren.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 00:18:16 Fr. 29.April 2005
Wer mehr über die Hamburger Aktionen wissen will findet hier Infos:
http://de.indymedia.org/2005/04/113168.shtml
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:47:19 Di. 10.Mai 2005
Studentenproteste gehen weiter

(http://media.de.indymedia.org/images/2005/05/115939.jpg)

Und indymedia hat eine aktuelle Sammlung von Infos und Links hier (http://de.indymedia.org/2005/04/113154.shtml).
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:57:38 Mo. 16.Mai 2005
einen hab ich noch...

(http://media.de.indymedia.org/images/2005/05/116785.jpg)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:39:37 Di. 24.Mai 2005
http://de.indymedia.org/2005/05/117860.shtml
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:20:25 Fr. 27.Mai 2005
Schleswig-Holstein: Studiengebühren kommen (http://de.indymedia.org/2005/05/118086.shtml)

(http://de.indymedia.org/icon/2005/05/118087.jpg)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Carpe Noctem am 11:10:51 Di. 31.Mai 2005
Hi,

zumindest online Demonstrieren sollten wir:

"Das Thema Studiengebühren klopft nach dem Beschluss aus Karlsruhe lautstark an die Tür. Tatsächlich besteht die Möglichkeit, dass diese früher kommen als gedacht, nämlich schon nächstes Wintersemester. [gemeint ist wahrscheinlich NRW, d.V.]

Deswegen eilt zu folgender Homepage und tragt euch ein, geht wirklich sehr schnell und einfach."

http://www.kein-spiel-mit-bildung.de/unterschreiben/index.html

Grüsse - CN
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:01:20 Mi. 15.Juni 2005
Streik in der Kölner Uni(13.06.2005)

Seit heute befinden sich die Studierenden des Fachbereichs Biologie und der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln im Streik.
Es werden die kommenden Tage erneute Studentische Vollversammlungen abgehalten werden. So folgt morgen z.B. die der Erziehungswissenschaftliche Fakultät.

http://de.indymedia.org/2005/06/120348.shtml
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:08:59 Mi. 15.Juni 2005
Recht ernüchternd ist ein Bericht (http://de.indymedia.org/2005/06/120365.shtml) aus Tübingen über die dortigen Studenteproteste. Und ähnlich sieht´s wohl auch andernorts aus...
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: aian19 am 03:10:27 Fr. 17.Juni 2005
Gerade beim Spiegel gelesen:

René Hinkfoth spricht sich als Student und Studentenvertreter FÜR Studiengebühren aus.

SPIEGEL-ARTIKEL (http://www.spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,356591,00.html)

Mal a bisserl recherchiert und siehe da: vor ein paar Jahren hat er noch dagegen studiert:

CONTRA 1 (http://www.epublic.de/gremien-forum/index.php?board=32;action=display;threadid=716)
CONTRA 2 (http://archiv.gutebildung.de/forum/article.php?ID=533)

Woher sein Sinneswandel ??? Tja, nachdem er wohl selber aus dem gröbsten raus ist und über Beschäftigung und Einkommen nicht klagen kann, kann man natürlich leicht dafür sein. Seine Arbeitgeber werden ein übriges zum Sinneswandel beigetragen haben...

Etwas mehr über den Herren... (https://www.openbc.com/hp/Rene_Hinkfoth/)

Zitat
René Hinkfoth
Mitglied seit: 10/2004·   Premium-Mitglied   Businessdaten       
 
Status   Angestellter   
Firma   *******
Position   Wissenschaftliche Hilfskraft   
Branche:   Business Consulting, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Potenzial- und Strategieberatung, Teamarbeit, KVP, Netzwerkmanagement, Evaluation von Netzwerken, Balanced Scorecard   

Ort, geschäftlich   39108 Magdeburg   
Land, geschäftl.   Deutschland   

Ich suche   Kontakte, Diskussionspartner, interessante Projekte, Mentoren, Coaches, Informationsaustausch im Bereich Controlling, Projektmanagement, Organisation und Beratung   

Ich biete   Forschungs-, Entwicklungs-, Beratungs- und Qualifizierungsleistungen im Bereich Projektmanagement und Balanced Scorecard, Informationsaustausch im Bereich Controlling, Projektmanagement, Organisation und Beratung   

Weitere derzeitige Firmen   *******

Vorherige Firmen   1.    NMW GmbH: Systemadministrator    
                               2.    Studentenrat Otto-von-Guericke Universität:
                                         Sprecher für Finanzen
   
Hochschulen   
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Wirtschaftsinformatik   

Organisationen
GPM, EAA, GI, UniHelp, Leo-Club Magdeburg, Gesellschaft der Freunde und Förderer der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Förderverein Universitätsbibliothek der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, FC Bayern München   

Sonstige Interessen   Bücher, Fechten, Fitness, Schach, andere Länder, Sprachen, Politik   

Bestätigte Kontakte   Florian Kittel, Thomas Kreienborg, Prof. Dr. Graham Horton, Simon Faust (***********************)
   
Foren   Consulting Business, Controlling, GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V., Internetportale / Dotcom Biz, Magdeburg - Die Stadt mit Zukunft, Mitarbeiter Motivation in Unternehmen, Online lernen, Projekte oder das Management von Vorhaben, Soziales Engagement / Ehrenamt, Wirtschaftsinformatik    
Sprachkenntnisse   Deutsch, Englisch, Französisch   

Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Carpe Noctem am 09:47:41 Do. 23.Juni 2005
Morgähn,

in NRW hat jetzt die CDU das Ruder übernommen. Zur Amtseinführung vom Rüttgers erscheinen laut Presseberichten ca. 1000 Studenten vor dem Landtag, um ihn mit angemessenem Protest zu empfangen. Sie protestieren gegen seine Studiengebührenpläne. Es gibt an der Uni Düsseldorf ein Widerstandscamp auf dem Campus und gestern eines vor dem Landtag. Diverse Hochschulen in NRW befinden sich im Widerstand. Berichte von Streiks und Campusbesetzungen machen im Radio die Runde.

Leider wurde auf der Spontandemo nach den Kundgebungen vor dem Landtag in der Innenstadt am 22.6. ein Student von der Polizei zunächst mit Schlagstöcken verprügelt und anschliessend wegen "Widerstand gegen die Staatsgewalt" sowie "schwerem Landfriedensbruch" (!!) festgenommen. Das ist ein Ergebnis von Stadt schwarz und Land schwarz. Bei der Bonzenparade am letzten Samstag hatte die Polizei nach einer recht willkürlichen Verhaftung gedroht die Hunde loszulassen, wenn noch einmal eine Festnahme durch Massenblockaden der Einsatzwagen gestört würde. So etwas sei "Solidarität" (so der Beamte wörtlich in anklagendem Ton!) und rechtfertige die Auflösung der Demonstration sowie den Einsatz scharfer Hunde in der Menge. Die Parade bestand zu 50% aus Punks.

Wir erleben hier ganz neue Töne. Bislang wurde weder auf einer Bonzenparade noch auf einer gegen Studiengebühren gerichteten friedlichen Demo jemals so gewalttätig durchgegriffen. Genua lässt bald grüssen!  X(

Grüsse - CN
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Carsten König am 10:13:06 Do. 23.Juni 2005
der brutalstmögliche Sheriff wirft seine langen Schatten  X(
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 00:16:15 Sa. 25.Juni 2005
(http://www.spiegel.de/img/0,1020,473047,00.jpg)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 23:22:53 Di. 28.Juni 2005
28.06.05 - Uni-Besetzung in Essen durch Polizei geräumt

Das seit letzten Donnerstag durch Studenten im Protest gegen die Einführung von Studiengebühren besetzte Rektorat der Essener Uni wurde heute Morgen gewaltsam durch die Polizei geräumt. 15 Besetzer wurden haben Anzeigen wegen Hausfriedensbruch und Nötigung erhalten. Der Asta fordert die Rücknahme dieser Anzeigen. In Duisburg sind die Besetzer einer Räumung durch die Polizei nur knapp zuvor gekommen.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Carsten König am 23:39:00 Di. 28.Juni 2005
Da zeigt die Polizei schon vorauseilenden Gehorsam. Richtig aufregend wäre es noch gewesen, die stinkenden Reiterstaffeln dafür einzusetzen und Schimanski mit Preußen-Pickelhelm.

Furchtbare Zeiten!
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 00:15:30 So. 17.Juli 2005
4000 Studenten des Jiujiang Institute (an dem auch die Volksarmee beteiligt ist) protestierten gegen die hohen Gebühren, schlechtes Essen in der Mensa und überbelegte Wohnheime. Dabei soll ein Schaden von 120 000 HK$ entstanden sein, u.a. an auf den Kopf gestellten Autos, kaputten Fensterscheiben und nicht mehr funktionierenden Telefonen. Die Uni reagierte auf den Protest; ein Teil der Gebühren wird zurückgezahlt und die Zahl der Bewohner eines Zimmers wird von 8 auf 6 reduziert. Ein Studentenkomitee soll die Qualität des Essens überwachen.

Quelle: Newsday.com, 2.7.05
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 20:32:36 Sa. 27.August 2005
In keinem anderen Land in Europa ist die Möglichkeit zu höheren Bildung so stark mit der sozialen Herkunft verbunden, wie in der Bundesrepublik.

Und diejenigen, die was dran ändern wollen kriegen gleich nen Knüppel über´n Kopp:

Am 26.8.05 wurde das Summer Of Resistance Camp in Berlin (http://de.indymedia.org/2005/08/126159.shtml) von einer Hundertschaft der Berliner Polizei gestürmt und durchsucht.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:52:33 So. 02.Oktober 2005
01.10.05
Bei Studentenprotesten in zwei Städten des indischen Unionsstaates Meghalaya sind am Freitag mindesten 12 Studenten von der Polizei erschossen worden. Mehr als 100 weitere Personen wurden verletzt, darunter viele Polizisten. Mit den Demonstrationen protestierten die Studenten gegen Entscheidungen der Regierung zur Schul- und Sozialpolitik.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:14:44 Mi. 26.Oktober 2005
Streikwelle an italienischen Unis

(http://media.de.indymedia.org/images/2005/10/130630.jpg)

In Italien sind gerade mehrere Universitäten besetzt. Bei einer Großdemo in Rom kam es heute zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

(http://media.de.indymedia.org/images/2005/10/130631.jpg)

weiter (http://de.indymedia.org/2005/10/130629.shtml)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:15:31 Sa. 19.November 2005
(http://images.derstandard.at/20051118/Krawalle.jpg)

Was es in Deutschland bisher nicht gab: Schüler, Lehrlinge und Studenten demonstrieren gemensam!

(http://images.derstandard.at/20051118/A4.jpg)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:36:35 Di. 14.März 2006
Die momentanen Schüler- und Studentenproteste in Frankreich haben einen wesentlichen Unterschied zu denen in Deutschland. Nicht der Mut und die wachsende Radikalität sind beachtlich, es wird endlich über den Tellerrand der eigenen Bildungsinstitution hinausgeschaut.

Es geht um die Arbeitsbedingungen für alle jungen Menschen im Land und nicht nur um die eigenen Scheiß Studiengebühren.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:32:50 Di. 02.Mai 2006
„Streit um Studiengebühren spitzt sich zu: Uni Bochum lässt Besetzer von Polizei heraustragen, in Bonn stürmen Studis die Senatssitzung, in Köln ist das Rektorat besetzt, Duisburg-Essen droht Streik. Studierende stürmen die Universitäten des Landes: Die Ruhr-Universität Bochum rief am Donnerstagabend die Polizei, um den besetzten Senatssaal zu räumen. Mehr als die Hälfte der rund 250 Besetzer verließ den Saal freiwillig, die restlichen wurden hinausgetragen. Die Universität erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, die Polizei ermittelt gegen 92 Studierende…“

http://www.taz.de/pt/2006/04/29/a0006.1/text
http://www.protestkomitee.de/
http://www.bo-alternativ.de/
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 23:31:38 Fr. 12.Mai 2006
12.05.06: Gestern gegen 14.30 Uhr haben ca. 100 Studenten das Rektorat der Uni Duisburg-Essen auf dem Gelände der Uni Duisburg besetzt. Parallel dazu wurden die Rektorate der Unis in Siegen und Bonn sowie die FDP-Zentrale in Köln besetzt. Die Proteste richten sich gegen die Einführung der Studiengebühren in NRW und sollen den Druck auf die Verantwortlichen in der Landesregierung sowie in den Senaten erhöhen. Das Ziel ist es, die Studiengebühren zu Fall zu bringen.
(http://www.rf-news.de/plonerfnews/2006/kw19/Besetzung_Uni_Duisburg_G.jpg)
Vor dem Rektorat versammelten sich weitere 200 bis 300 Studenten, um ihre Solidarität auszudrücken. Dennoch teilte der "Kanzler" der Universität den Besetzern in arroganter Weise mit, dass ihn keine ihrer Forderungen interessieren würde und ordnete die Räumung an. Gegen 18.15 Uhr wurde das Rektorat gewaltsam durch mehrere Hundertschaften der Polizei geräumt. 47 Anzeigen wegen Hausfriedensbruch wurden erstattet. Zwei Studierende wurden vorübergehend festgenommen.

Klar ist, dass die Studenten in Duisburg sich dennoch an der landesweiten Demonstration in Düsseldorf am 16.5. (Treffpunkt 11.55 Uhr am Hauptbahnhof Düsseldorf) beteiligen werden. Diskutiert wird, ob man sich bereits um 10.30 Uhr an der Uni trifft und von dort aus zum Duisburger Hauptbahnhof demonstriert. Dann ist man schon mal warm für Düsseldorf ...

Weitere Infos über die Besetzung laufend über die eingerichtete Homepage: http://www.uni-due.de.tk
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:58:14 So. 28.Mai 2006
Kölner Uni-Senat auf der Flucht vor protestierenden Studenten

(http://www.rf-news.de/plonerfnews/2006/kw21/Studenten_Blockade_Juelich_060524_G.jpg)

Senatsmitglieder werden in ihrem Kleinbus
von Kölner Studenten am Weiterfahren
gehindert

Köln, 26.05.06: Unter streng konspirativen Bedingungen trat der Senat der Universität Köln am Mittwoch zusammen, um über die Einführung von Studiengebühren zu beschließen. Aus Angst vor Protesten verlegte man den Tagungsort vorsichtshalber ins 50 Kilometer von Köln entfernte Kernforschungszentrum Jülich. Doch nicht nur das - der Ort der Sitzung wurde zunächst sogar vor den Senatoren geheim gehalten. Sie erhielten lediglich Briefe mit der Anweisung, sich an unterschiedlichen Straßenecken bereit zu halten, um abgeholt zu werden.

Trotz aller Geheimhaltung gelang es den Damen und Herren jedoch nicht, die protestierenden Studenten los zu werden. Vielmehr sickerte der Tagungsort schon am Dienstag durch und über 400 Studenten machten sich mit Bussen ebenfalls nach Jülich auf. Dort kesselten sie mehrere Senatoren in ihrem Bus ein und verhinderten so ihre Teilnahme an der Senatstagung. Immerhin schafften es acht Senatoren, in den Sitzungssaal zu gelangen, gerade genug, um beschlussfähig zu sein.

Unter Protest gegen die "Tendenzen zur Freiheitsberaubung", so Uni-Pressesprecher Patrick Honecker, beschlossen sie die Einführung einer Studiengebühr von 500 Euro. Eine Studentin bekräftigte dennoch gegenüber dem "Kölner Stadtanzeiger": "Die Aktion war auf jeden Fall ein Erfolg für uns - auch wenn die Gebühren beschlossen werden. Die Unterstützung aus der Studentenschaft war rießengroß."

Offensichtlich ist der Kölner Univerwaltung schon der bisherige Protest der Studenten gehörig in die Knochen gefahren. Seit der Verabschiedung eines Gesetzes durch den Düsseldorfer Landtag, das es den einzelnen Universitäten überlässt, bis zu 500 Euro Studiengebühren pro Semester einzuführen, haben Studenten in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Rektorate ihrer Universitäten besetzt und Senatssitzungen gesprengt. Am Montag musste eine Senatssitzung an der Fachhochschule Münster abgebrochen werden, weil rund 300 Studenten protestierten. In Köln hatten lautstarke Proteste Anfang Mai die letzte Senatssitzung verhindert.

Auch in Hessen gehen unterdessen die Studentenproteste weiter. In Marburg hatten Anfang der Woche mehrere hundert Studierende das Verwaltungsgebäude der Uni besetzt. Am Mittwoch beteiligten sich in mehreren hessischen Städten Tausende an der Blockade von Straßen und Bahngleisen. In Gießen wurde ein Student dabei von einem Zug erfaßt und schwer verletzt. In Frankfurt blockierten rund 1.500 Studenten am Mittwoch vorübergehend U-Bahn-Gleise, durchbrachen eine Polizeiabsperrung und besetzten einen Kreisverkehr an der Messe. Als sie versuchten, einen Autobahnzubringer zu besetzen, setzte die Polizei unter anderem Pfefferspray gegen sie ein.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 02:05:00 Mo. 12.Juni 2006
8.06.06

Seit Beginn des Monats streiken an den meisten Universitäten in Griechenland die Professoren, während die Studenten mehr als dreihundert Institute an mehr als 200 Hochschulen besetzt halten. Der gemeinsame Protest richtet sich gegen das Vorhaben der Regierung und der sozialdemokratischen Pasok, in der Verfassung das staatliche Bildungsmonopol abzuschaffen.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 02:11:19 Mo. 12.Juni 2006
Die konservative Regierung will es - die StudentInnen nicht: Das neue Universitätsgesetz. Das im wesentlichen aus drei Teilen besteht: Die bestehenden Universitäten werden der Leitlinie kommerzieller Buchführung unterworfen (also schlechter, teuerer und autoritärer, sagen die AktivistInnen), private Unis werden ermöglicht und alle möglichen einrichtungen des sogenannten lebenslangen Lernens eingeführt. Seit 4 Wochen dauert der Protest, der mit Demonstrationen und Besetzungen organisiert wird. Die Zahl der besetzten Fakultäten wächst täglich an - in dem informativen (englischen) Bericht "During the last 3 weeks there is quite some unrest in Greek universities"   bei Indymedia Athen vom 1. Juni 2006 sind es noch 180 besetzte Fakultäten...:
http://athens.indymedia.org/front.php3?lang=en&article_id=516134
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:55:33 Do. 22.Juni 2006
47 Festnahmen in Frankfurt
Polizei löst Studentendemo auf


(http://www.n-tv.de/img/681231_src_path|QDVg.jpg)(http://www.n-tv.de/img/681232_src_path|TvSg.jpg)

Mit gezielten Blockaden von Schienen und Straßen hatten protestierende Studenten am Mittwoch anlässlich des WM-Spiels Niederlande-Argentinien in Frankfurt den Verkehr in weiten Teilen der Innenstadt vorübergehend lahm gelegt. Die Polizei nahm 18 Studierende am Bahnhof und an einem Autobahnzubringer an der Messe fest.
http://www.n-tv.de/681233.html
http://de.indymedia.org/2006/06/150716.shtml
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:53:11 Sa. 24.Juni 2006
Entsetzt hat der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Freien Universität Berlin den nächtlichen Polizeiüberfall auf das Frankfurter Studierendenhaus verfolgt. Mehrere hundert Polizeibeamte belagerten in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag den Campus. Um Konklikten aus dem Weg zu gehen, zogen sich die anwesenden Studierenden, die eine Party in studentischen Räumen feierten, in ein studentisches Cafe zurück. Die Polizei umstellte daraufhin das Gebäude. Versuche des AStA der Universität Frankfurt, auf ein Ende der polizeilichen Belagerung hinzuwirken, scheiterten. Die Polizei, schlug die Festerscheiben ein,  stürmten das Gebäude und verhaftete 48 Menschen, die sich zum Teil immer noch in Haft befinden.

“Der nächtliche Polizeiüberfäll stellt einen erschreckenden neuen Eskalationshöhepunkt dar. Bei Demonstrationen bieten Journalistinnen und Journalisten durch ihre Anwesenheit einen gewissen Schutz. Einen solchen Luxus haben die Opfer solcher Polizeieinsätze häufig nicht, stattdessen sind sie vollkommen der Willkür der anwesenden Polizeibeamten ausgesetzt“, so Björn Kietzman, hochschulpolitischer Referent des Allgemeinen Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin.

Mittwoch Nachmittag brachten Proteste gegen Studiengebühren den Frankfurter Innenstadtverkehr gänzlich zu erliegen. Es kam zu kilometerlangen Staus. Die Polizei veranlasste es eine Abriegelung des Hauptbahnhofes. Sprecher der Deutschen Bahn berichteten, dass 250 Züge insgesamt 4400 Minuten zu spät kamen und 28 Züge komplett ausfielen. Auch hier ging die Polizei massiv gegen die friedlichen Protestierenden vor: Schlagstöcke kamen zum Einsatz und 16 Menschen wurden vorläufig festgenommen. Ein Demonstrant wurde von einem Polizeiwagen angefahren und musste zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.(...)

Proteste gegen Studiengebühren sind auch in Berlin zu erwarten. Ein breites Bündnis aus 35  Gruppen, Initiativen und Organisationen hat sich vor wenigen Tagen das “Berliner Bündis für Freie Bildung – gegen Studiengebühren“ gegründet. Ziel ist es, jegliche  Gebühren im Bildungsbereich zu bekämpfen. Darunter fallen neben Studiengebühren und Studienkonten auch Kita-Gebühren sowie Elternzahlungen für Schulbücher.

Im Rahmen dieser gemeinsamen Kampagne organisiert der AStA FU zusammen mit Studierenden aus Potsdam auch Busse zu den bundesweiten Demonstrationen für gebührenfreie Bildung am 28. Juni in Hamburg und am 06. Juli in Frankfurt am Mai
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: regenwurm am 14:17:44 So. 25.Juni 2006
so geh's auch / am Beispiel Griechenland:

Studentenproteste in Griechenland - Flüge ausgefallen

Athen. DPA/baz. Die seit rund einem Monat andauernden Proteste griechischer Studenten gegen die geplanten Hochschulreformen haben am Donnerstag zu Verkehrsproblemen im ganzen Lande geführt. Rund 50 Flüge fielen aus oder waren verspätet. Zudem traten die Staatsbediensteten in einen 24-stündigen Streik. Auch die Athener U-Bahnen wurden für drei Stunden bestreikt. Damit wollten die Staatsbediensteten ihre Solidarität mit den Studenten bekunden, berichtete das staatliche Fernsehen (NET). Für den Nachmittag war in Athen eine Studentendemonstration geplant.

Die Proteste richten sich vor allem gegen Pläne der konservativen Regierung, private Universitäten zuzulassen. Zudem plant die Regierung, die Studiendauer zu begrenzen, um die Zahl der "ewigen Studenten" zu mindern. Die Studenten fordern, dass der Staat die Zuschüsse für die Bildung von heute rund 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf fünf Prozent des BIP erhöht. Studenten halten aus diesem Grund seit Wochen fast alle griechischen Hochschulen besetzt.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:36:31 Do. 29.Juni 2006
Sollte es denn möglich sein, daß die Deutschen Studenten langsam aus ihrer verblödeten selbstbezogenheit herauskommen???

Zitat
"Wir, die Studierenden der Freien Universität Bochum, erklären uns solidarisch mit der streikenden Bochumer Belegschaft der Adam Opel GmbH. Wir unterstützen Euer Streikziel, Werkschließungen an den einzelnen Opel/GM-Standorten in Europa zu verhindern. Darüber hinaus hoffen wir, die gegenwärtigen sozialen Abwehrkämpfe künftig verstärkt gemeinsam führen zu können. Arbeitsplatz- sowie Bildungs- und Sozialabbau sind Symptome derselben Krankheit: Die weltweite Tendenz einer schrankenlosen Ökonomisierung aller Lebensbereiche erfordert neue Bündnisse und eine solidarische Vertretung gemeinsamer Interessen der Betroffenen. Wie das Beispiel Frankreich in den vergangenen Monaten gezeigt hat, ist hierbei eine enge Zusammenarbeit zwischen Beschäftigten und Studierenden besonders wirkungsvoll…“ Die Soli-Erklärung der Freien Universität Bochum (http://protestkomitee.takethepowerback.de/images/stories/FUB/solidaritaet-opel.pdf)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:23:24 Do. 29.Juni 2006
29.06.06

Gestern demonstrierten in Wiesbaden (10.000), in Hamburg (5.000) und in Jena (600) Menschen gegen die Einführung von Studiengebühren. Zu dem Aktionstag für gebührenfreie Bildung hatten Bündnisse von Studenten, Schülern und Gewerkschaften aufgerufen. In Wiesbaden blockierten Studenten immer wieder Kreuzungen. Ein Großeinsatz der Polizei hinderte sie daran, die Autobahn zu blockieren.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: aian19 am 21:59:43 Do. 29.Juni 2006
Der nächste Schritt zur Ausgrenzung der Unterprivilegierten vom Studium ist längst gegangen :

Diejenigen, denen nicht das Studium von Mami, Papi oder sonstwem finanziert wird und die´s so gerade eben noch schaffen, die Studiengebühren zu wuppen (in einigen Bundesländern sind die ja schon ducrch...), muss man eben anders dazu bewegen, diesen Irrweg STUDIUM abzuschwören:

ANWESENHEITSPFLICHT !

Anwesenheitspflicht für alle Veranstaltungen an der Uni, wer mehr als X-mal fehlt - Adios, das wars leider, schönes Leben noch !
Wer aus o.g. Gründen neben dem Studium jobben muss, weil er sonst die Immatrikulationsgebühren UND Studiengebühren nicht bezahlen könnte, und infolge dessen Vorlesungen fern bleibt - Tja, Pech gehabt !

Nachzulesen u.a. - HIER - SPIEGEL (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,423765,00.html)

Wer jetzt das System dahinter noch immer nicht durchschaut.... :rolleyes: X( X( X(
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Magnus am 14:59:18 Fr. 30.Juni 2006
Zitat
Ein Master-Studiengang in England dient den Colleges in erster Linie dazu, ihren englischen Studenten zum ersten Mal im Leben Eigenständigkeit und selbstständiges Arbeiten beizubringen.

 Das sind Tugenden, die sich jeder deutsche Jurastudent seit dem ersten Semester zwangsweise – und ohne Studiengebühren zu zahlen – aneignen muss. Es ist daher schade, wenn man erst in der Ferne merkt, wie gut die juristische Ausbildung in Deutschland ist. Sicherlich gibt es Punkte, an denen man ansetzen muss.

Doch glaube ich, dass dieses nur Reformen am Luxusende sind. Insgesamt sind deutsche Studenten in England extrem hoch angesehen. Allgemein wird ihre Selbstständigkeit, ihr analytisches Denkvermögen und das gute Englisch geschätzt.
Ganzer Artikel (http://rsw.beck.de/rsw/shop/default.asp?docid=43565&docClass=NEWS&site=JuS&from=JuS.30.1.4)

Im Ausland wurde eigentlich immer diese an den deutschen Unis herrschende "Freiheit" geschätzt, da diese die Studenten tendenziell zu einer größeren Selbstständigkeit trainiert.
Krank, dass jetzt eine Anwesenheitspflicht eingeführt werden soll, zumal diejenigen Studenten, die zwar eigeschrieben aber zeitweise aus irgendwelchen Gründen gar nicht da sind, die Unis so gut wie nichts kosten.

Zitat
Um die Arbeitslosigkeit wirksam zu bekämpfen, muss die oberste Prämisse von staatlicher Seite die Förderung von Bildung und Forschung sein. Dies wurde bereits von Experten, Politikern, Wirtschaft und Medien unzählbar oft bescheinigt, gefordert und angekündigt. Doch nach wie vor stehen die großen Bildungsinvestitionen aus.

Alle Kosten, die momentan für kurzfristige Lohnsubventionen, Jobinstrumente und Alibibeschäftigungen aufgewendet werden, sollten schnellstmöglich in effektive und langfristige Ausbildungsförderung umgewandelt werden.

Nur dies wird es Deutschland ermöglichen, den raschen Wandel zur modernen Dienstleistungsgesellschaft zu bewerkstelligen und im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, um so auch in der Zukunft das gesellschaftliche Wohlstandsniveau zu halten.
Ganzer Artikel (http://www.politik-im-netz.com/pin_rl/national/nat_aufsatz.lasso)

Da die Bildung das höchste Gut ist, und das müsste sogar den Politikern bekannt sein, gibt es absolut auf der Hand liegende Konsequenzen.

Der Zugang zu den Unis dürfte nicht finanziell erschwert, so dass weniger Studenten ausgebildet werden sondern der Zugang müsste finanziell erleichtert werden, so dass mehr Studenten ausgebildet werden.

Die Vision muss meines Erachtens folgende sein:

1. Das Studium muss weitgehend kostenfrei angeboten werden.
2. Ein nicht rückzahlbares BAFöG (oä) müsste gezahlt werden.
3. Die Studienzeiten müssten indivuiduell flexibell gestaltet werden können.
4. Die Unis (wie auch die Schulen) müssten allgemein deutlich höhere Budgets erhalten.

Jeder Rückschritt von diesen Prämissen schädigt die Volkswirtschaft.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Magnus am 09:04:57 Fr. 07.Juli 2006
Zitat
Polizei nimmt 300 Studenten fest

Demonstranten blockieren A 66 / Polizeipferde im Einsatz
Mehrere hundert Studenten haben am Don- nerstagnachmittag im Anschluss an die Demonstration gegen Studiengebühren die Autobahn 66 besetzt. Die Auf- und Ab- fahrten an der Miquelallee waren bis zum Abend gesperrt. Die Polizei nahm rund 300 Demonstranten fest.
 
Frankfurt - Um 16 Uhr ist die A 66 an der Miquelallee dicht. In beiden Fahrtrichtungen hocken Studenten auf der Straße. Die Aufforderung der Polizei, die Blockade aufzulösen, ignorieren sie beharrlich. Nur langsam gelingt es dem Großaufgebot an Polizisten, die Autobahn zu räumen. Auf der A 66 stauen sich die Fahrzeuge kilometerlang. 300 Studenten werden in die Mannschaftswagen der Polizei geführt und zum nahen Polizeipräsidium gebracht.

Auch im Grüneburgpark wird es am Donnerstagnachmittag ungemütlich. Immer mehr Studenten versuchen, durch die Büsche zunächst in Richtung Zeppelinallee und von dort zu ihren Kommilitonen auf der Autobahn zu gelangen. An mehreren Polizeiketten werden die Demonstranten aufgehalten. Es gibt Rangeleien, vereinzelt setzt die Polizei Pfefferspray ein. Vertreter der Allgemeinen Studierendenausschüsse von Goethe-Universität und Fachhochschule berichten am Abend von zahlreichen verletzten Studenten. Mehrere Helfer, die sich eigentlich um die verwundeten Demonstranten kümmern sollten, seien festgenommen worden, so der Asta.

Dabei beginnt die Demonstration gegen Studiengebühren, zu der außer den Studierenden auch mehrere Schülervertretungen und die Gewerkschaften aufgerufen haben, sehr friedlich. In drei Zügen laufen die etwa 3500 Demonstranten zum Opernplatz. An der Hauptwache spielen Studenten gegen Polizisten Fußball. Die Demonstranten gewinnen 2:0. Am Opernplatz nehmen viele der Studenten erst einmal ein Bad im Brunnen. Mehrere Gruppen veranstalten Wasserbombenschlachten. Die Polizei, die auch Psychologen und die bei WM-Spielen bewährten Kommunikatoren einsetzt, schaut sich das Treiben gelassen an.

Ein sehr positives Zwischenfazit zieht Amin Benaissa, Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses der Goethe-Universität: "Ich bin sehr froh, dass so viele Kommilitonen gekommen sind", sagt er. Hinter ihm legen sich immer wieder Studenten unter eine Guillotine aus Holz. Um den Hals tragen sie Pappschilder: "Chancengleichheit" und "Bildung", steht darauf geschrieben.

Unterdessen ruft der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Stefan Körzell, den Studenten zu, dass die von der Landesregierung geplanten Studiengebühren verfassungswidrig seien. "Wir lehnen neoliberale Fummeleien an der hessischen Landesverfassung ab", sagt Körzell und erntet den Jubel der Demonstranten.

Doch nach der Kundgebung kippt die Stimmung. Ein Großteil der Demonstranten rennt trotz der großen Hitze in einem beachtlichen Tempo den Reuterweg in Richtung Campus Westend entlang. Auf ihrem Weg schmeißen einige Randalierer Müllcontainer auf die Straße und zünden den Abfall an. Beißender Qualm steigt auf. Polizisten bekämpfen die Flammen mit Feuerlöschern.
Im Grüneburgpark beginnt dann ein "Katz-und-Maus-Spiel", so ein Polizeisprecher. Uniformierte Beamten versuchen jeden Weg in Richtung Autobahn abzusperren. Dabei stellen sie sich auch älteren Passanten, die mit der Demonstration erkennbar nichts zu tun haben, energisch in den Weg. Auch Polizeipferde werden im Grüneburgpark eingesetzt.

Mehrere hundert Studenten ziehen am Abend vor das Polizeipräsidium an der Adickesallee und fordern die Beamten auf, ihre festgenommenen Kommilitonen freizulassen. Als die Polizei auf die Sprechchöre der Demonstranten nicht reagiert, hocken sich die Gebührengegner auf die Straße. Erneut verursachen die Studenten Staus. Auch an anderen Stellen der Stadt - beispielsweise am Oeder Weg - blockieren die Studenten Kreuzungen.

(http://www.frankfurter-rundschau.de/_img/_cnt/_online/studentendemos_01_dpa.jpg)

Artikel (http://www.frankfurter-rundschau.de/frankfurt_und_hessen/lokalnachrichten/aktuell/?em_cnt=922716)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Magnus am 15:56:36 Mi. 09.August 2006
Eine hessische Landtagsabgeordnete hat aktuell einen (offenbar nicht permanent zensierten) Blog zu Studengebühren eingerichtet (http://blog.nicola-beer.de/index.php?url=archives/1-Liebe-Internetgemeinde,.html&serendipity[csuccess) (sie ist dafür) und schreibt offenbar sogar gelegentlich selbst Beiträge. Richtig überzeugend (wie auch?) ist sie dabei bislang nicht.

Der bisher letzte Eintrag lautet:  

Zitat
Hier schreiben Leute in ihrer Freizeit Kommentare und schlagen sie als Berufskassier ääh - Politikerin in Sachen Argumentation, Differenzierung und Intellekt um Welten - Das ist echt traurig.

Dass sie nicht viele Argumente auf ihrer Seite haben werden würden war ja von beginn an klar, aber dass sie sich hier so offensichtlich blamieren ist schon der Brüller.
...
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:32:49 Mo. 14.August 2006
Erst wenn Kämpfe sich verbinden und man nicht nur sein eigenes Süppchen kocht, bekommen die Herrschenden Muffensausen...

Das mag nicht einfach sein, unmöglich ist es gedoch nicht:
Zitat
Honduras

Massendemonstrationen gehen weiter - Polizei kann sie nicht stoppen


Trotz eines enormen Polizeiaufgebots gelang es Ende vergangenen Monats nicht, die Strassenblockaden - an denen sich Zehntausende beteiligten - zu durchbrechen, mit denen die wichtigsten Fernstrassen des Landes geschlossen wurden: aus Protest gegen ein neoliberales Gesetz über Bergwerke, das zuerst von indigenen Organisationen bekämpft wurde. Inzwischen haben sich auch Gewerkschaften und StudentInnenorganisationen in diesen Kampf eingereiht. Auch der Haushaltsentwurf der Regierung "hängt" da landesweit die LehrerInnen streiken.
LabourNet
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Magnus am 11:17:34 Di. 15.August 2006
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die übrigens auch an Studenten Kredite vergibt hat in ihrem KfW-Research Nr. 21: „Soziale Determinanten des Bildungserfolges“ u.a. olgendes festgestellt:

Zitat
Vor dem Hintergrund des Wandels von der Industrie- zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft und der prognostizierten demographischen Entwicklung gewinnt Bildung erheblich an Bedeutung, wird gar zum wichtigsten Produktionsfaktor überhaupt.

Soziale Barrieren im Bildungssystem, die letztlich zu einer Verschwendung von Humanressourcen führen, können sich daher künftig als Wachstumsbremse erweisen.

Gegenwärtig spielen soziale Determinanten bei der Hochschulbildung eine entscheidende Rolle: Studierende aus bildungsferneren Schichten und ärmeren Familien sind an den Universitäten erheblich unterrepräsentiert.

Trotz BAföG besteht immer noch auch eine finanzielle Hürde, die nicht von allen potentiellen Studierenden überwunden werden kann.

Eine zusätzliche Finanzierungsquelle könnte dazu beitragen, diese Hürde zu überwinden und finanzielle Ungleichheiten zugunsten der schwächeren sozialen Schichten zu glätten.
...
Bericht als pdf-Datei (http://www.kfw.de/DE_Home/Service/OnlineBibl48/Volkswirts64/PDF-Dokumente_MacroScope_/MakroScope_21_d.pdf)

Die Einführung von Studiengebühren trägt also dazu bei, nicht nur soziale Ungleichheiten zu verstärken sondern es werden auch noch volkswirtschaftlich benötigte Bildungsressourcen verschwendet.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:54:12 Fr. 27.Oktober 2006
Zitat
Kölner Rektor droht mit Exmatrikulation

Axel Freimuth, der Rektor der kölner Universität setzt offenbar auf einen Strategiewechsel: Statt Einsatzhundertschaften der Polizei aufmarschieren zu lassen, droht er protestierenden GebührengegnerInnen jetzt mit Hausverbot und Exmatrikulation.
http://de.indymedia.org/2006/10/160170.shtml

Zitat
 EFH Darmstadt streikt!

Am Dienstag dem 24. Oktober rief die Uni-Präsidentin der evangelischen Fachhochschule Darmstadt eine Vollversammlung ein. Ob sie das überhaupt darf sei dahingestellt - doch das Ergebniss hat sie sichtlich überrascht. Anstelle sich nur geduldig anzuhören, was die Präsidentin zu erzählen hatte kam es zu einer Abstimmung... und seit dem ist die eFH im Streik!
http://de.indymedia.org/2006/10/160179.shtml
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kater am 17:30:32 Do. 30.November 2006
Zitat
Studenten stürmen Frankfurter Arbeitsamt
Donnerstag 30. November 2006, 16:47 Uhr
 
Frankfurt/Main (AP) Bei spontanen Protesten gegen Studiengebühren sind am Donnerstag in Frankfurt am Main Studenten in das Arbeitsamt eingedrungen. Wie die Polizei mitteilte, waren die rund 400 jungen Leute zuvor von der Universität durch die Innenstadt marschiert. Im städtischen Arbeitsamt seien einige der Demonstranten in das Gebäude eingedrungen und brachten ein Plakat mit der Aufschrift «Standort - Standort sichern» an. Von den nicht in Erscheinung tretenden Organisatoren wurde dazu keine weitere Erläuterung gegeben.
Um Störungen des Zugverkehrs am Eisenbahnknotenpunkt Frankfurt zu vermeiden, kontrollierte die Polizei nach eigenen Angaben vorübergehend die Eingänge des Hauptbahnhofes. Bei früheren Kundgebungen hatten Studenten zeitweise eine Reihe von Gleisen besetzt und den Bahnverkehr empfindlich gestört. Der Protestzug der Studenten, der von zahlreichen Beamten gesichert wurde, verlief nach Angaben eines Polizeisprechers bis zum Nachmittag friedlich.

http://de.news.yahoo.com/30112006/12/studenten-stuermen-frankfurter-arbeitsamt.html
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 01:00:20 Sa. 20.Januar 2007
19.01.07 -
Am Mittwoch stürmten 1.000 Studenten den Sitzungssaal der Universität Münster. Der Senat der Universität musste deshalb seine Sitzung zum Beschluss von 500 Euro Studiengebühren je Semester auf unbestimmte Zeit verschieben. Die Universitätsleitung rief die Polizei, die mit 18 Einsatzwagen anrückte. Die Studenten verließen daraufhin die Universität und demonstrierten durch die Stadt.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: regenwurm am 12:30:12 Sa. 20.Januar 2007
erst studieren dann hartz vier

warum machen die studies immer nur ihr ding

hier tausend da denn 30 demostranten - ich erwarte greade von studenten, sich dem system zu stellen und für alle was rauszuholen, die grundrechte sind weitesgehend abgebaut, der student sieht nur seine gebühren


sollte von meiner seite als kritik rüberkommen und nicht als vorwurf

es geht um was es geht um unser aller leben

und die dreckspisasprüche können sie selbst behalten

nur eine massenbewegung mit allen "verlierern" wird etwas verändern
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:41:23 Sa. 20.Januar 2007
Am Donnerstag, 18.o1.2007 fanden an der Uni und FH in Frankfurt am Main Vollversammlungen zur sich verschärfenden Bildungsituation in Hessen und bundesweit statt. Anschliessend wurde spontan demonstriert und das Gelände des Hessischen Rundfunks (HR), einer Teilanstalt der ARD temopär besetzt.

http://de.indymedia.org/2007/01/166453.shtml
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: regenwurm am 13:50:18 Sa. 20.Januar 2007
Zitat
mocs:
Anschliessend wurde spontan demonstriert und das Gelände des Hessischen Rundfunks (HR), einer Teilanstalt der ARD temopär besetzt.
super! weiterso !

spontan fällt mir ein piratensender dazu ein

Wer hat nicht selber einmal davon geträumt, sein eigenen Sender zu haben, sein eigenes Programm zu machen...
einige haben es in die Tat umgesetzt!

Piratensender haben Tradition. Nicht wenige bekannte DJ´s, die heute bei großen Rundfunksendern arbeiten, haben ihre Karriere bei Piratensender gestartet. Doch die Zeit der großen und wirklich bekannten Piratensender scheint abgelaufen zu sein. Ob man es wahr haben will oder nicht...Aber die Szene ist nicht tot!
LINK (http://www.thiecom.de/service/index.html?target=Piratensender.html)

hören sehen sprechen
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: TagX am 17:08:44 Fr. 26.Januar 2007
Zitat
Demo in Karlsruhe
Breite Unterstützung für Studentenprotest

Karlsruhe - Am 26. Januar ist es soweit: Ein breites Bündnis von Studentenorganisationen, Gewerkschaften, Schülervertretungen und sozialen Initiativen ruft zur bundesweiten Demonstration in Karlsruhe auf (ka-news berichtete) (http://www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4?show=pbv200714-70C). Anlass ist der zweite Jahrestag der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gegen ein Studiengebührenverbot.

Tausende werden erwartet, die unter dem Motto "Klagen statt leiden! KarlsRuhe stören!" gegen Studiengebühren demonstrieren. Ihr "fundamentales Recht auf freie Bildung" fordern die beteiligten Organisationen ein, so Frederik Dehnert, Geschäftsführer des Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, "ob per Boykott, über Klagen oder massive Demonstrationen".

Zahlreiche Organisationen und Tausende Demonstranten

Die Auftaktkundgebung findet von 14 bis 14.30 Uhr auf dem Bahnhofsplatz statt. Von da aus zieht die Demonstration durch die Ettlingerstraße übers Ettlinger Tor in die Friedrichstraße und durch die Erbprinzenstraße an den Europaplatz, wo eine weitere Kundgebung geplant ist. Anschließend geht es durch Kaiser- und Friedrichstraße zum Schlossplatz. Dort, in Sichtweite des Bundesverfassungsgerichts, findet gegen 16.30 Uhr die Abschlusskundgebung statt. Zum Unterstützerkreis zählen unter anderem das Bündnis für Politik- und Meinungsfreiheit, das Aktionsbündnis gegen Studiengebühren, die LandesAstenKonferenzen Baden-Württemberg und Hessen, die baden-württembergische Landesschülervertretung, die Gewerkschaften GEW und DGB Baden-Württemberg sowie das Bündnis 3. Juni und das Bündnis gegen Berufsverbote.

Der Vorsitzende des Karlsruher Unabhängigen Studierendenausschuss (UStA), Boris Bartenstein, sieht in der Demonstration auch eine Möglichkeit, den Gebührenboykott (ka-news berichtete) (http://www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4?show=pbv2006127-12D) weiter bekannt zu machen. "Wir erwarten mehrere Tausend Menschen, die ihrem Ärger Ausdruck verleihen", so Bartenstein. Zugleich ruft er den UN-Sozialpakt in Erinnerung, welcher die Unentgeltlichkeit des Studiums fordert und von Deutschland unterzeichnet worden ist. In den ab diesem Frühjahr fälligen Studiengebühren sieht der Karlsruher UStA nur einen Teil eines Bildungssystems "weit jenseits aller humanistischen Ansätze und die Emanzipation fördernder Bildungsideale".

Boykott in Karlsruhe hat begonnen

Zur Zeit läuft der Boykott in Karlsruhe an. Die Treuhandkonten sind seit dem 11. Januar eröffnet, auf diese sollen die Studenten ihre Gebührenbeiträge überweisen. Alle Karlsruher Hochschulen beteiligen sich an der Aktion. Auch in zahlreichen anderen Universitätsstädten des Landes wurden solche Konten eingerichtet. Wenn sich genügend Hochschüler beteiligen, will man das zurück gehaltene Geld als Verhandlungsmasse gegenüber dem Wissenschaftsministerium verwenden, um die beschlossenen Gebühren doch noch abzuwenden. Wissenschaftsminister Peter Frankenberg hatte im Vorfeld gedroht, nichtzahlende Studenten von der Universität zu verweisen (ka-news berichtete) (http://www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4?show=dab20061211-1222K). (ps/pbv)
Quelle: http://www.ka-news.de/karlsruhe/news.php4?show=pbv2007116-109H
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:53:08 Mi. 31.Januar 2007
Am Mittwoch morgen gegen 5:30 hat eine Polizei-Hundertschaft die Freie Universität Bochum umstellt und ist anschließend in das Gebäude eingedrungen. Einige Personen, die zu dieser Morgenstunde schon im Gebäude waren, sind von der Polizei vom Campus abtransportiert worden.

http://de.indymedia.org/2007/01/167269.shtml
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:39:43 Mo. 12.Februar 2007
Seit Monaten finden in Griechenland regelmäßig Studentendemonstrationen statt. Gewalt ist dabei auf der Tagesordnung. Die meisten Universitäten sind von Studenten besetzt, und somit für den Lehrbetrieb geschlossen.

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24629/1.html
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: anti-hartz4 am 08:47:32 Fr. 02.März 2007
Es ist auf jeden Fall möglich, dieses Scheiß System mit Gewalt zu zerschlagen. Der Kapitalismus will es schließlich so,denn er beginnt mit der Gewalt.  Alles für alle!!!
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 22:23:51 Fr. 23.März 2007
Student wegen Demo gegen Studiengebühren zu Geldstrafe verurteilt

http://www.labournet.de/diskussion/arbeitsalltag/bildung/studiensoli.pdf
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:14:15 Sa. 14.April 2007
ASTA der Freien Universität Berlin fordert Umbenennung des Henry-Ford-Baus

Zitat
Presseerklärung:


Am Montag, den 16.4., begeht die FU Berlin die feierliche Wiedereröffnung des Henry-Ford-Baus, der in den letzten Monaten saniert wurde. Bereits seit Jahren kritisierten studentische AktivistInnen und Vertreter des AStA FU die Benennung des Baus nach Henry Ford wegen dessen antisemitischer Aktivitäten. Doch das Präsidium wiegelte stets ab: der Ford-Bau sei nicht nach Firmengründer Henry Ford, sondern seinem Enkel Henry Ford II. benannt. Zuletzt wiederholte FU-Präsident Lenzen diese Behauptung anlässlich seiner Wiederwahl am 21. Februar.

Wie vor kurzem durch einen Zeitungsartikel herauskam, entbehrt diese Behauptung jedoch jeglicher Grundlage. Im Beschluß des Akademischen Senats zur Benennung des Gebäudes heißt es im Protokoll der Sitzung vom 3. März 1954 lediglich, "dass das Gebäude des Auditorium Maximum im ganzen den Namen 'Henry-Ford-Bau' tragen soll". Henry Ford II. wurde mit keinem Wort erwähnt.

Der AStA FU fordert daher endlich eine ernsthafte Debatte über den Namen Henry-Ford-Bau. Ziel einer solchen Debatte kann nur eine Umbenennung des Gebäudes sein, denn es ist unerträglich, dass das symbolische Hauptgebäude der FU den Namen eines bekennenden Antisemiten trägt.

Henry Ford hatte seit März 1920 in seiner Zeitschrift "Dearborn Independent" eine längere antisemitische Artikelserie verfasst. Die Artikel wurden von einem Mitarbeiter geschrieben, erschienen aber unter Fords Namen - mit dessen Billigung. Auch die "Protokolle der Weisen von Zion", die wohl populärste antisemitische Verschwörungstheorie, wurde in der Zeitung abgedruckt und dadurch erst einem breiten Leserkreis zugänglich gemacht. Fords Artikel erschienen später auch in Buchform unter dem Titel "The International Jew" - später in mehrere Sprachen übersetzt und bis heute in antisemitischen Kreisen zirkulierend.

Ford selbst erhielt noch 1938 von den Nazis das "Großkreuz des deutschen Adlerordens", ein von Hitler persönlich gestifteter Orden für Ausländer, die sich um das deutsche Reich verdient gemacht hatten - die höchste Auszeichnung, die im NS überhaupt an Nichtdeutsche verliehen wurde.

Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:16:41 Fr. 04.Mai 2007
Letztes Jahr hat der Senat der Universität Bonn beschlossen, dass ausländische Studenten - zusätzlich zu den Studiengebühren - pro Semester eine "Betreuungsgebühr" von 150 Euro pro Semester zahlen müssen. Nicht betroffen sind EU-Ausländer.  Studentenvertreter haben mit Unterschriftensammlungen und Protesten vor der Senatssitzung versucht, diesen Beschluss zu Fall zu bringen, da viele ausländische Kommilitonen die 150 Euro nicht aufbringen können. Auch der Bonner Stadtrat hatte sich dagegen ausgesprochen. Trotzdem bekräftigte jetzt der Senat seinen Beschluss.
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Pinnswin am 08:57:18 Do. 10.Mai 2007
Zitat
Bremen: Rund 3 500 Studenten haben am Dienstag gegen die Sparpläne des Senats demonstriert. Auf ihrem Zug durch die City forderten sie die Rücknahme aller Kürzungen im Bildungsbereich.
NDR Text S. 129, 09.05.2007
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:45:13 Di. 22.Mai 2007
Todesdrohungen gegen streikende Studenten in Sri Lanka

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25321/1.html
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:46:52 So. 27.Januar 2008
Zitat
 Frankfurt
Krawalle bei Studenten-Demo

 
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Nach einer Demonstration gegen die hessischen Studiengebühren ist es in Frankfurt am Samstagabend zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und der Polizei gekommen. Sie nahm nach eigenen Angaben etwa 150 Menschen wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs vorläufig fest.

Die Protestierer hätten Beamte angegriffen, einen Polizeiwagen beschädigt und Müllcontainer angezündet. Die Polizisten setzten Schlagstöcke ein und umstellten die Gruppe in der Innenstadt. Sechs Beamte erlitten nach Polizeiangaben leichte Verletzungen.

Die Festgenommenen wurden zum Polizeipräsidium gebracht, um ihre Personalien festzustellen. Später wurden sie wieder entlassen. Die Auseinandersetzung hatte sich entwickelt, nachdem die Polizei einen zunächst friedlichen Protestzug für aufgelöst erklärt hatten, weil dieser vom vorab genehmigten Weg abgewichen war.

Die Studentenvertretung AStA warf der Polizei vor, das Verhalten der Einsatzkräfte sei "durch Brutalität und Willkür" bestimmt gewesen. Demonstranten seien "pauschal vorverurteilt, zuerst gekesselt und dann inhaftiert" worden.

Am Nachmittag hatten laut Polizei etwa 450 Menschen auf zwei Plätzen in der Stadt gegen die seit diesem Wintersemester erhobenen Studiengebühren demonstriert. Von dort aus waren sie zu der gemeinsamen Demonstration aufgebrochen. Die Veranstaltungen in Frankfurt standen unter dem Motto "Für das Recht auf Bildung. Für das Recht auf Meinungsfreiheit". Aufgerufen dazu hatten Studentenorganisationen und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

In Hessen müssen Studenten mindestens 500 Euro Gebühren pro Semester zahlen. Am 13. Februar verhandelt der hessische Staatsgerichtshof in Wiesbaden über die Zulässigkeit der Gebühren. SPD, Grüne und ein landesweites Bündnis haben gegen das Gesetz geklagt.

Trotz der Gebühren nahm die Zahl der Studienanfänger an Hessens Hochschulen leicht zu: Zum Wintersemester 2007/2008 schrieben sich nach den Zahlen des Statistischen Landesamtes 23900 Frauen und Männer neu ein - 250 mehr als im Wintersemester davor.
http://www.fr-online.de/top_news/?sid=&em_cnt=1278374
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:14:14 Mi. 16.April 2008
Südkorea
Seoul: 7000 StudentInnen demonstrierten gegen drastisch gestiegene Studiengebühren. Aufgrund der aufgebotenen 14 000 Riot-Polizisten blieb die Demo "friedlich".

Quelle: JoongAng Daily, DongA.com, 29.3.08
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Troll am 10:25:27 Mi. 04.Juni 2008
Zitat
In Hessen
Keine Studiengebühren mehr

Wiesbaden - Der hessische Landtag hat am Dienstagabend die allgemeinen Studiengebühren an den staatlichen Hochschulen abgeschafft. Einen entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedete der Landtag mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei, CDU und FDP stimmten dagegen.

Im gleichen Zuge wurden auch die Langzeitstudiengebühren abgeschafft, die Studenten zahlen müssen, die die Regelstudienzeit deutlich überschreiten. Die Änderungen werden zum kommenden Wintersemester wirksam.

Das Gesetz legt fest, dass die Hochschulen die mit der Abschaffung der Gebühren verbundenen Einnahmeausfälle von 92 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt ersetzt bekommen. Über die Vergabe dieser Mittel sollen Kommissionen an den Hochschulen entscheiden, an denen die Studenten zur Hälfte beteiligt sind.

Quelle: StN (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/1723271?lastupdate=2008-06-03_19:27:00)

Mehr dazu auch unter: indymedia.org (http://de.indymedia.org/2008/06/219175.shtml)
Titel: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:35:31 Sa. 26.Juli 2008
(http://www.trueten.de/gallery2/d/15128-3/img_0583.jpg)
(http://www.trueten.de/gallery2/d/15113-3/img_0582.jpg)
Titel: Dublin: Rund 50.000 gegen Kürzungen bei Bildung
Beitrag von: Kuddel am 20:55:11 Mo. 08.Dezember 2008
8.12.08 - Am Samstag fand in der irischen Hauptstadt Dublin die bisher größte Demonstration gegen die geplanten Kürzungen im Bildungsbereich statt. Zwischen 40.000 und 60.000 Menschen waren auf den Beinen, darunter viele Familien mit Kindern. Seit Wochen protestieren Lehrer, Eltern, Studenten und Schüler gegen Kürzungen staatlicher Leistungen.
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:10:19 Sa. 21.Februar 2009
20. Februar 2009, 15:40
Polizei räumte besetzte Sorbonne
Proteste gab es unter anderem gegen geplanten Stellenabbau an Universitäten und Hochschulen


Paris - Die seit Wochen andauernden Studentenproteste gegen eine geplante Bildungsreform in Frankreich haben sich mit der kurzfristigen Besetzung einer Pariser Universität weiter zugespitzt. Die Polizei habe in der Nacht auf Freitag das Gebäude der Sorbonne räumen lassen, das von etwa 200 Studenten besetzt war, berichtete der Sender France Info am Freitag. Die Studenten protestieren unter anderem gegen den geplanten Abbau von 450 Stellen an Universitäten und Hochschulen.

Nachwuchsforscher verärgert


Streit gibt es außerdem über den Status von Nachwuchsforschern, die Präsident Nicolas Sarkozy kürzlich mit einer bissigen Bemerkung über ihre Arbeitsbedingungen verärgert hatte. In den vergangenen Wochen kam es deswegen immer wieder zu Demonstrationen.

Am Donnerstag gingen nach Polizeiangaben landesweit etwa 32.000 Menschen auf die Straße. Bildungsministerin Valerie Pecresse kündigte an, die geplante Reform noch einmal zu überarbeiten. (APA/dpa)
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:14:21 Do. 26.März 2009
Gewalttätige Proteste gegen Bildungsreform in Spanien

(http://www.wienerzeitung.at/Images/2009/3/20/948_008_226350_200306tumul.jpg)
Zahlreiche Verletzte im Anschluss an Räumung eines Universitätstraktes.

Barcelona. Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Studierenden und Polizisten in Barcelona hat es in der Nacht zum Donnerstag zahlreiche Verletzte gegeben. 32 Polizisten wurden in die Spitäler eingeliefert, 24 Studenten mussten ebenfalls versorgt werden. Bei der gewaltsamen Räumung eines besetzten Universitätsgebäudes in Barcelona durch die Polizei waren schon am Mittwoch fünf Polizisten verletzt und 19 Studenten festgenommen worden.

"Einseitige Curricula"

Die Studenten protestieren gegen geplante Bildungsreformen. Konkret geht es um den sogenannten Bologna-Prozess, der europaweit vergleichbare Abschlüsse schaffen und Auslandsstudien erleichtern soll. Dabei sollen die Studienabschlüsse gleichwertig werden und landesspezifische Unterschiede wegfallen. Viele Studierende sehen darin allerdings den Versuch, die Studiengänge einseitig den Erfordernissen der Wirtschaft anzupassen.

Die Demonstrationen, die nach der Räumung des Universitätsgebäudes am Mittwoch Morgen begannen, setzten sich bis zum Abend fort und eskalierten mit Einbruch der Dunkelheit. An der nicht genehmigten Kundgebung nahmen laut Polizei 2500, nach Angaben der Studierendengewerkschaft 5000 Menschen teil.

Die Polizei setzte Schlagstöcke gegen die Studenten ein, die die Beamten ihrerseits mit Steinen, Stühlen und Flaschen bewarfen. Die Studenten blockierten im Stadtzentrum Bolognas mehrere Straßen und verursachten ein Verkehrschaos.

Etwa hundert Studenten haben bereits im vergangenen November damit begonnen, das jetzt geräumte Universitätsgebäude zu besetzen, um gegen die Reform zu protestieren.

wienerzeitung Printausgabe vom Freitag, 20. März 2009
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 09:25:50 Mi. 08.April 2009
Gestern hielten auch Pariser Studenten Verantwortliche fest, um Forderungen durchzusetzen. Laut Umfragen treffen die "zeitweiligen Freiheitsberaubungen" als Mittel im Kampf um soziale Gerechtigkeit auf größeres Verständnis unter den Franzosen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/135924

Titel: Leipzig: Studenten besetzen Universitätsgebäude
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 13:11:05 Sa. 18.April 2009
17.04.09 - In Leipzig haben gestern 300 Studenten das Geisteswissenschaftliche Zentrum der Universität besetzt. Die Studenten protestieren damit gegen zu wenig Lehrpersonal, die Verschulung des Studiums nach Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge und gegen zu wenig Wahlmöglichkeiten bei den Fächern. Mit der Besetzung wollen sie eine öffentliche Debatte über die Studienbedingungen erreichen.
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:07:48 Mi. 29.April 2009
Studenten-Streik geht weiter
29. April 2009, 13:24

Rektorenkonferenz nur für teilweise Abschaffung der Studiengebühren


Zagreb - Der Studenten-Streik in mehreren kroatischen Städten geht weiter, nachdem die Rektorenkonferenz gemeinsam mit dem Wissenschaftsminister Dragan Primorac bei einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag eine langsame Reform vorgeschlagen hat. Die Rektoren haben zudem den weiteren regelmäßigen Unterricht an den Fakultäten gefordert, berichten kroatische Zeitungen am Mittwoch. Vorgeschlagen wurde eine teilweise Abschaffung der Studiengebühren ab dem Studienjahr 2010/2011. Die Studenten hingegen fordern weiterhin, dass die Studiengebühren sofort abgeschafft worden.

Trotz der Forderung der Rektoren nach weiterem Unterricht gibt es an immer mehr Universitäten in verschiedenen Städten Proteste. Die Unabhängige Initiative für kostenfreien Hochschulunterricht hatte am Montag mit dem Studentenprotest an der Philosophischen Fakultät in Zagreb begonnen. Etwa 300 Studenten legten den Unterricht lahm. Momentan sind die Lehrveranstaltunge an mindestens 20 Fakultäten in acht kroatischen Städten blockiert.

Die Studiengebühren in Kroatien betragen zwischen 550 und 1.250 Euro pro Studienjahr. Der durchschnittliche Monatslohn belief sich im Dezember auf umgerechnet 717 Euro. Laut dem Institut für Gemeinschaftliche Forschungen zahlen etwa 55 Prozent der Studenten in Kroatien für den Unterricht. Ein Kind, dessen Eltern weniger als 2.000 Kuna (271 Euro) verdienen, hat demnach dreimal geringere Chancen, ein Studium zu absolvieren, als ein Kind, dessen Eltern mehr als 10.000 Kuna verdienen.

An der Universität in Zagreb kommen nur sechs Prozent von 642 Studenten, die an einer einschlägigen Studie des Forschungsinstituts teilnahmen, aus ärmeren Familien. In 91 Prozent der Fälle finanzieren die Eltern das Universitätsstudium ihrer Kinder. Wird nicht am Heimatort studiert, fallen neben den Gebühren noch zusätzlich Kosten etwa für Fahrt oder Wohnen an. (APA)

http://derstandard.at/?url=/?id=1240550164188
Titel: Indonesische Studenten demonstrieren
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:40:09 Mi. 06.Mai 2009
Indonesien: Rund 1.500 Studenten protestierten am Montag in Makassar vor dem Gebäude des Gouverneurs von Süd-Sulawesi gegen die sich verschlechternden Bedingungen im Bildungswesen. Schulen und Unis erheben immer mehr Gebühren, so dass Arme immer weniger Chancen auf höhere Bildung haben. Die indonesische Polizei ging mit Knüppeln und Tränengas gegen die Studenten vor.
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:35:10 So. 10.Mai 2009

Proteste zum Leipziger Universitätsjubiläum
10.05.2009 | 13:33 Uhr
.
(http://mdb.ad-hoc-news.de/media/223426_0_320.jpg)
Studenten fordern auf Festakt Absage der Feierlichkeiten

Leipzig (ddp-lsc). Mit erhobenen Armen ruft der Student im schwarzen Anzug: «Es gibt hier nichts zu feiern!» und unterbricht das Gespräch der Moderatorin Bettina Volksdorf mit Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) im Leipziger Gewandhaus. Vor 600 Jahren, im Mai 1409, hatten Gelehrte und Studenten aus Protest gegen politische Entscheidungen die Karls-Universität in Prag verlassen. Ein Teil von ihnen gründete die Universität Leipzig. Am Samstagabend begann mit einem Eröffnungskonzert das Jubiläumsjahr - unter Protesten der Studenten.

«Wir fordern die Absage der Jubiläumsveranstaltungen zur 600-Jahr-Feier der Universität Leipzig», liest der Student, im Gang des fast gefüllten Konzertsaals des Gewandhauses stehend, aus dem offenen Brief der Protestler an das Rektorat vor. Er ist aufgeregt, seine Stimme überschlägt sich. Die Moderatorin bittet ihn nach vorn an das Rednerpult. «Durch die Studienreform wurde die Hochschullandschaft verändert, ohne dass eine kritische Grundsatzdiskussion über Universität und ihre gesellschaftliche Rolle geführt wurde», liest er weiter.

Universitätsrektor Franz Häuser, der kurz zuvor die einführende Rede gehalten hatte, wird direkt angesprochen: «Sie, Herr Häuser, haben in ihren Äußerungen zum studentischen Protest an der Uni Leipzig ´auf die Politik´ verwiesen. Eine Absage des Jubiläums wäre deshalb ein deutliches Zeichen dafür, dass im Rektorat die Probleme erkannt wurden und der Wille besteht, Druck auf ´die Politik´ auszuüben.»

Seit 24 Tagen besetzen Studenten der Universität einen Teil des ersten Stockwerks des im April eröffneten Seminargebäudes in der Leipziger Innenstadt. «Die Besetzung hat sich spontan ergeben», berichtet Andreas Keller, einer der Demonstranten. «Nach den zwei Tagen Protest im Geisteswissenschaftlichen Zentrum, mit Workshops und Diskussionsrunden, waren wir noch lange nicht in der Lage, fundierte Forderungen zu stellen. Deshalb sind wir in das neue Seminargebäude umgezogen, um dort weiterzumachen», erklärt der Politikstudent. Ein Ende der Proteste stellte Keller für den Fall in Aussicht, dass es Änderungen an den neuen Studiengängen gebe. Es müsse mehr Zeit und Raum dafür geben, sich mit Bildung auseinanderzusetzen.

Wohlwollend reagierte auch der Studentenrat auf die Proteste, die von ihm nicht organisiert worden waren. Das Gremium erklärte sich schnell solidarisch. «Die Studiensituation in Leipzig ist inakzeptabel», findet auch die Studentin Anja Krause. Obwohl an der Uni Leipzig bis zum ersten Masterabschluss keine Gebühren erhoben werden, gibt es offenbar eine Reihe ernsthafter Probleme. Das neue Studiensystem, fehlende Finanzmittel oder überfüllte Seminare führen die Protestler in einer Liste mit 25 Punkten in ihrem Internetblog an. Auch Rektor Häuser erkennt die Probleme und gibt zu, dass der Prozess der Umstellung auf die neuen Studiengänge «noch nicht abgeschlossen und auch sehr, sehr schwierig ist».

Zu den Protesten gab sich der Rektor bisher verständnisvoll: «Wir wollen kritische Studenten ausbilden, keine Ja-Sager.» Jedoch lasse sich inhaltlich zum Widerstreit schwer etwas sagen, denn es würden viele Themen angesprochen. Während der Unterbrechung des Abendprogramms im Gewandhaus wirkte Häuser sehr gefasst. Universitätssprecher Tobias Höhn fand, «dass es nicht ganz angebracht war, wie die Kritik geäußert wurde». Die Universitätsleitung habe nicht vor, die Besetzer demnächst rauszuwerfen. «Doch irgendwann muss die Besetzung aufhören. Wir brauchen die Räume», erklärte Höhn.

http://www.ad-hoc-news.de/proteste-zum-leipziger-universitaetsjubilaeum--/de/Politik/20221787
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:07:25 Do. 14.Mai 2009

"Es wird kein Diplom im Streiken" geben

Anhaltende Proteste gegen die Universitätsreform in Frankreich

Von Burkhard Birke

In Frankreich ist das soziale Klima derzeit ziemlich angespannt. Auch an den Universitäten. Dort halten Proteste gegen die Universitätsreform auch nach 15 Wochen immer noch an. Die Regierung droht den Universitätsbesetzern jetzt mit höheren Strafen.

15 Wochen Streik und kein Ende in Sicht: Ein Dutzend von Frankreichs 83 Universitäten wird regelrecht blockiert, mindestens an der Hälfte fielen und fallen Vorlesungen aus. Unklar ist, ob geprüft und das Semester anerkannt werden kann. Wie beim Pingpong schieben sich streikendes Lehr- und Verwaltungspersonal sowie protestierende Studenten einerseits und die Regierung auf der anderen Seite die Schuld zu. Bildungsminister Xavier Darcos warnte die Blockierer:

" Die öffentliche Meinung dreht sich gegen Sie, die Studenten und die Familien halten das nicht mehr aus. Es wird kein Diplom im Streiken, keinen Master in Petition oder Doktor in Blockade geben."


Solche Drohungen kommen bei den streikenden Dozenten nicht gut an. Denn Darcos ist für Hochschulen gar nicht zuständig, das ist Ministerkollegin Pecresse und:

"Ich glaube, dass Minister Darcos so wie auch viele männliche Mitglieder dieser Regierung vielleicht an einem Überschuss an Testosteron leidet, er möchte uns klein kriegen. Das ist ja die Rhetorik des Kampfes gegen den Geist. Das klingt vielleicht ein wenig dramatisch und pathetisch, aber ich glaube, darum geht es genau."


Für die Germanistikdozentin Valerie Robert und ihre Kollegen von Sauvons les Universités, der Organisation "Rettet die Unis", geht es um Grundsätzliches. Begonnen hatten sie ihren Arbeitskampf Anfang Februar. Auslöser war das neue Dozentenstatut, das bei gleichzeitig vorgesehenen Stellenstreichungen aus Sicht der Dozenten weniger Zeit für Forschung und mehr für Lehre bedeutet. Für Ärger sorgen aber auch die Umstellung der Lehramtsausbildung auf Master mit dem Wegfall des Referendariats und vor allem das Hochschulautonomiegesetz. Die darin angeblich festgeschriebene Allmacht der Rektoren, die vermeintliche Professionalisierung der Hochschulen durch Drittmittelfinanzierung sehen vor allem die Geisteswissenschaftler als Bedrohung. Jean Francois Laplanie, Dozent an der Sorbonne in Paris:

"Eigentlich wird das Problem, dass wir zwei Wege an der Hochschule haben, den normalen und den Eliteweg, von den heutigen Reformen nicht angetastet. Es wird irgendwie herumgebastelt an der Universität, damit mehr gespart werden kann."

Aus diesem Grund haben sich die Studenten teilweise auch mit den Dozenten solidarisiert, ihren Widerstand gegen das vor mehr als eineinhalb Jahren verabschiedete Hochschulreformgesetz wieder aufleben lassen, vielleicht mit sinkender Begeisterung, aber auch einer gehörigen Portion Trotz.

"Traurig, man arbeitet umsonst ..."

"Ich bedauere weder die Proteste, den Streik noch die Blockaden ..."

"Es ist gut, dass etwas passiert: dass Studenten und Lehrpersonal Vollversammlungen abhalten, die Unis blockieren, weil das doch unser einziges Mittel gegen die Unireform ist."

"Es bleiben noch zwei Wochen Vorlesungen: Jetzt muss etwas passieren, damit wir unsere Zwischenprüfungen ablegen können."


Was? - Das ist die Frage. Jean Francois Laplanie:

"Damit die Streik- und Protestbewegung beendet wird, muss ein Zeichen kommen von der Regierung, dass wir gehört werden."

Die stellt ihre Ohren taub. Reform um jeden Preis, Nachsitzen und Prüfungen - notfalls geschenkt? Die Fronten bleiben verhärtet, noch ist ein Ende nicht absehbar. Das Nachsehen haben am Ende wohl die Studierenden, die entweder nachsitzen müssen oder ein Semester verlieren.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/europaheute/964715/
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:17:48 Do. 21.Mai 2009
Der Allgemeine Studierendenausschuss der Freien Universität Berlin kritisiert den Übergriff auf ein "Bildungsstreik"-Treffen durch Berliner Polizeikräfte. Angeblich weil es eine "nicht angemeldete Veranstaltung" war. In einer Presseerklärung heißt es:

Am 15. Mai sollte ein Pressegespräch mit spanischen Studierenden in einem Kreuzberger Café stattfinden. Ohne ersichtlichen Grund wurde das Café von rund 100 Bereitschaftspolizisten umstellt und das Treffen de facto verhindert. Die eingesetzten Beamten gingen äußerst aggressiv vor. So wurde einem Journalisten gedroht, seine Kamera zu beschlagnahmen. Einem Studenten, der einen Anwalt anrufen wollte, wurde das Telefonieren verboten.

Die Beamten verweigerten konsequent die Herausgabe von Dienstnummern. Auch die Bitte, mit dem zuständigen Einsatzleiter sprechen zu können, wurde abgelehnt. Alle Anwesenden wurden anschließend für mehr als 90 Minuten in Polizeifahrzeuge gesperrt. Anschließend erhielten die Studierenden und Journalisten Platzverweise.

Der AStA FU verurteilt diesen Angriff auf politisch engagierte Studierende und auf die Pressefreiheit aufs Schärfste... Im Vorfeld des vom 15. bis 19. Juni 2009 stattfindenden bundesweiten Bildungsstreiks veranstalteten studentische Basisgruppen der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität zu Berlin Informationsveranstaltungen zu Studierendenprotesten in anderen europäischen Ländern...
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:06:47 Sa. 13.Juni 2009
Zitat
"Raketen-Moni" beugt sich Protesten

12. Juni 2009 | 16:38 Uhr | Von Markus Klemm, dpa


Studenten, Professoren und Politik fordern den Rücktritt der Hamburger Uni-Präsidentin. Die Proteste werden immer lauter - jetzt greift sogar die Polizei ein.


Die Doppeltür zu ihrem Büro ist zugesperrt, die Pforte zu ihrem Sekretariat verschlossen. Die Polizei steht in Mannschaftsstärke vor dem Hauptgebäude der Universität Hamburg. Zu heftig sind die Proteste gegen die Präsidentin von Deutschlands fünftgrößter Hochschule, als dass Monika Auweter-Kurtz ein Risiko eingeht. "Ich muss sicherstellen, dass hier ein ordentlicher Betrieb stattfinden kann und dass niemand gefährdet wird", sagt sie - während etliche Studenten im Flur vor ihrem Büro seit einer Stunde mit den Füßen stampfen und wieder und wieder skandieren: "Das ist unser Haus, werft die Präsidentin raus!"
http://www.shz.de/home/top-thema/article/805/raketen-moni-beugt-sich-protesten.html
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:58:44 Sa. 20.Juni 2009
Polizei räumt Rektorat in Heidelberg

Zweieinhalb Stunden dauerte die Aktion, dann hatte die Polizei das Rektoratsgebäude der Universität Heidelberg geräumt. Knapp drei Tage lang hatten hier rund 100 Studenten als Teil des Bildungsstreiks friedlich ausgeharrt. Andernorts gehen die Proteste weiter.


(http://www.spiegel.de/images/image-546-bigimage420-snai.jpg)

Am Samstag gab es unter anderem folgende Protestaktionen:

    * In Düsseldorf demonstrierten Schülern und Studenten aus Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben der Veranstalter kamen rund 1600. Sie forderten kostenlose Bildung für alle, mehr Lehrer, ein freieres Studium und die Abschaffung von Kopfnoten, Turbo- und Zentral-Abitur.

    * In Leipzig nutzten Protestierende einen Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den Künstler-Ateliers der Baumwellspinnerei für ihre Zwecke. Ein Mann mit Megafon meldete sich zu Wort, eine junge Frau kletterte gleichzeitig auf die Bühne und übergab der Kanzlerin Unterlagen zu den Protesten der Studenten und Schüler. Am Ende ihrer Rede sagte Merkel: "Deutschland weiß, dass es nur eine Zukunft hat, wenn wir in unsere Bildung investieren."

    * In Marburg halten Studenten aus Protest gegen schlechte Studienbedingungen weiterhin ein Uni-Gebäude besetzt. Die rund 30 Besetzer wollten das Institut für Politikwissenschaft erst nach Zugeständnissen der Hochschulleitung räumen, sagte die AStA- Vorsitzende Anna Schreiber am Samstag. In einigen Punkten habe es in den Verhandlungen bereits Bewegung gegeben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,631595,00.html
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:00:31 So. 28.Juni 2009
Zitat
CHAOSTAGE AN DER HAMBURGER UNI
"Raketen-Moni" vor dem Aus

Es ist ein Führungskampf ohne Beispiel: Nach einer Meuterei von Professoren und Studenten hat Hamburgs Uni-Präsidentin Auweter-Kurtz kaum noch Chancen, im Amt zu bleiben.

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,632853,00.html
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:05:29 So. 05.Juli 2009
Rürup musste Abschiedsvorlesung abbrechen

3. Juli 2009

Pfeifkonzert für ehemaligen Wirtschaftweisen an Darmstädter Uni.

Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup musste seine Abschiedsvorlesung gestern an der Technischen Universität (TU) Darmstadt wegen anhaltendener lautstarker Proteste unvollendet abbrechen. Gegen den «Krawall» der rund 30 unbekannten Protestler sei er einfach «stimmlich nicht angekommen», sagte Rürup heute der Nachrichtenagentur ddp.

Welchen Zweck die Protestaktion hatte, wisse er nicht, so Rürup. Eine Vermutung seinerseits sei aber, dass ein Großteil der Demonstranten dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) angehöre. Das wiederholte Angebot einer Diskussion sei von der Gruppe abgelehnt worden. Einer der Demonstranten habe ihm später gesagt, er sei «argumentativ so gut», dass man sich auf eine Diskussion nicht habe einlassen wollen, verriet Rürup. Eine neue «Last Lecture» plane der frühere Wirtschaftsweise aber nicht. (ddp/ag)

http://www.die-topnews.de/ruerup-musste-abschiedsvorlesung-abbrechen-358506 (http://www.die-topnews.de/ruerup-musste-abschiedsvorlesung-abbrechen-358506)
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:19:47 Sa. 18.Juli 2009
Zitat

Protest - Studenten besetzen Büroräume der GAL
16.07.2009 | 19:09 Uhr

Hamburg (ddp) Aus Protest gegen die Hochschulpolitik des Hamburger Senats haben am Donnerstag mehr als 70 Studenten die Parteizentrale der Grün-Alternativen Liste (GAL) besetzt.




Hamburg (ddp). Aus Protest gegen die Hochschulpolitik des Hamburger Senats haben am Donnerstag mehr als 70 Studenten die Parteizentrale der Grün-Alternativen Liste (GAL) besetzt. Die dreistündige Bürobesetzung habe sich gegen den «neoliberalen Umbau» der Hochschulen durch die schwarz-grüne Koalition gerichtet, sagte ein Sprecher des Bildungsstreikbündnisses Hamburg. Um politischen Druck auf die Verantwortlichen aufzubauen, seien Aktionen des zivilen Ungehorsams wie diese notwendig.

Bereits im vergangenen Monat seien im Zuge des bundesweiten Bildungsstreiks mehr als 15 000 Studierende und Schüler in Hamburg auf die Straße gegangen. Allerdings sei auf die Forderungen vonseiten des schwarz-grünen Senats nicht reagiert worden, teilte das Hamburger Bündnis mit.

ddp/flb/arh
Url zum Artikel: http://www.ad-hoc-news.de/protest-studenten-besetzen-bueroraeume-der-gal--/de/Wissenschaft-Technik/Wissenschaft/20357288 (http://www.ad-hoc-news.de/protest-studenten-besetzen-bueroraeume-der-gal--/de/Wissenschaft-Technik/Wissenschaft/20357288)
Titel: Nigeria: Streik an Universitäten ausgeweitet
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 12:57:01 Do. 23.Juli 2009
In Nigeria streiken seit sechs Wochen die Dozenten an den Universitäten für höhere Löhne. Inzwischen hat sich dem Streik auch das nichtakademische Personal angeschlossen und die Forderungen konzentrieren sich darauf, die Anhebung der Studiengebühren rückgängig zu machen. Angesichts der Hungerlöhne im Land für die meisten Menschen schließen die Gebühren die meisten Jugendlichen vom Studium aus.

http://www.rf-news.de/2009/kw30/22.07.09-nigeria-streik-an-universitaeten (http://www.rf-news.de/2009/kw30/22.07.09-nigeria-streik-an-universitaeten)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 19:03:24 Sa. 24.Oktober 2009
Tag 3: Die Uni bleibt weiterhin besetzt

Auch Uni Graz bleibt bis Sonntag besetzt - Noch kein Gesprächstermin mit Wissenschaftsminister Hahn - 100.000 Euro geschätzer Schaden durch die Proteste

http://derstandard.at/r3653/UniPolitik (http://derstandard.at/r3653/UniPolitik)

Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 17:00:07 Do. 29.Oktober 2009
Die Welle der Solidarisierungen und die Unterstützung aus der ganzen Welt für die Aktionen der Studierenden an der Uni Wien nimmt an Fahrt auf. Mittlerweile wurden auch in Graz, in Turin und an anderen Orten Hochschulen besetzt. Während im nicht-österreichischen Ausland bereits einige Mainstream-Medien berichten, zeigt sich die deutsche Presse weitestgehend und auf seltsame Art und Weise unwissend...

http://de.indymedia.org/2009/10/263998.shtml (http://de.indymedia.org/2009/10/263998.shtml)
http://www.rf-news.de/2009/kw44/29.10.09-wien-50.000-studenten-auf-der-strasse (http://www.rf-news.de/2009/kw44/29.10.09-wien-50.000-studenten-auf-der-strasse)
http://www.heise.de/tp/blogs/6/146435 (http://www.heise.de/tp/blogs/6/146435)
Titel: Unibestzungen aktuell
Beitrag von: Kuddel am 13:16:35 Fr. 13.November 2009
Den Beginn der aktuellen Herbst-Besetzungen machten (nach Österreich) die Uni Heidelberg (am Di, 3.11.), dann die Uni Münster (am Mi, 4.11., Mittag), Uni Potsdam (am Mi, 4.11., Abend), TU Darmstadt (am Do, 5.11.), Uni Marburg (am Do, 5.11.), die Akademie der bildenden Künste München (am Do, 5.11.) und die Uni Tübingen (am Do, 5.11.).

In den letzten zwei Tagen (Montag und Dienstag, 9. und 10.11.) wurden Räume an der Uni Greifswald, Uni Duisburg-Essen, Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach, TU Dresden, Uni Mainz und Uni Landau besetzt.

Im Laufe des Mittwoch (11.11.) kamen hinzu: FU Berlin, Uni Hamburg, HU Berlin, FH Coburg, Uni Göttingen, Uni Basel (CH), Uni Bielefeld, Uni Würzburg, Uni Hildesheim, Uni Landau und am Abend die LMU München...

weiter: http://www.bildungsstreik.net/besetzungen-update/ (http://www.bildungsstreik.net/besetzungen-update/)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 16:32:10 Sa. 14.November 2009
(http://static.rp-online.de/layout/fotos/HBY42P4M.jpg)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:41:16 Sa. 14.November 2009
"Bildungsproteste Herbst 2009: Mobil machen gegen Schwarz-Gelb!"



13.11.09 - Unter dieser Überschrift erschien heute ein gemeinsames Flugblatt des "Rebell"-Magazins und der Zeitung der Hochschulgruppen Rebell-Logoder MLPD, "Galileo - Streitbare Wissenschaft". "rf-news" dokumentiert den Hauptartikel des Flugblatts:

"Die Zustände im Bildungssystem sind nicht länger hinnehmbar", heißt es im Aufruf zu den Bildungsprotesten im Herbst 2009. Schon im Juni 2009 hatten über 270.000 SchülerInnen und Studenten in Deutschland dagegen protestiert. Vom 17.11. bis zum 10.12.09 finden europaweite Proteste gegen die Bildungsmisere statt. "Wenn die europäische Gesetze gegen die Jugend machen, dann muss die europäische Jugend auch geschlossen dagegen aufstehen", meinten die Studenten in Österreich. Sie haben landesweit Besetzungen von Unis vorgelegt.

Jetzt müssen wir nachlegen für:
* Ein kostenloses und einheitliches Schulsystem vom Kindergarten bis zur Hochschule!
* Eine gründliche Schul- und Berufsausbildung!
* Mehr Lehrstellen in der Großindustrie!
* Weg mit dem G8-Turboabitur!
* Förderung von Kindern und Jugendlichen anderer Nationalitäten in Schul-, Ausbildung und Jugendeinrichtungen!
* Weg mit den Kopfnoten, geistiger Bevormundung und politischer Disziplinierung – freie politische Betätigung in Schule und Hochschule!
* Hoch die internationale Solidarität!

Die schwarz-gelbe Regierung will Bildungsförderung vor allem für eine kleine Elite und verschärft die soziale und politische Auslese! Sie arbeitet an der Verwirklichung von GATS - dem internationalen Abkommen zur Privatisierung unter anderem von Bildungseinrichtungen. Schulen und Unis verwandeln sich darüber in Goldesel für Konzerne und Banken. Für die Mehrzahl der Schüler und Studenten heißt das Notenterror, zunehmende Konkurrenz, Studiengebühren, Auslese, Stress durch Bachelor/Master oder gar Abgang von Schule und Hochschule ohne irgendeinen Abschluss. Und über all dem die Sorge vor der Arbeitslosigkeit! Jeder vierte Jugendliche in Deutschland hat keine Arbeit. Drei Millionen leben unter der Armutsgrenze. Das ist ein Skandal in einem der reichsten Länder der Welt.

10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts will die CDU/CSU/FDP Regierung für Bildung aufbringen. Aber für wen bringt das was? Damit fördert sie in erster Linie Eliteunis. Mehr BaFöG wird von ihr abgelehnt. Statt dessen verspricht sie für 10 Prozent der besten Studenten 300 Euro monatlich. Studiengebühren, "Turbo-Abi" G8, Lehrermangel mit Unterrichtsausfall verschwinden dadurch nicht. Hinter Schwarz-Gelb steht das profitgierige Kapital, die internationalen Monopole. Deren Mentalität ist den Arbeitern und Angestellten von Nokia, Arcandor oder Quelle bekannt. Und exakt diese Monopole sitzen als so genannte "Externe" in den Hochschulräten der Unis und lenken darüber die Lehre, Wissenschaft und Forschung. Sollen wir zusehen, wie diese unsere Zukunft zerstören?

Sie hätten uns gern brav, angepasst und auf jeden Fall antikommunistisch. Bloß nicht mit den Ideen von Marx und Engels "infizieren"! Selbständiges Denken ist zu unterbinden und ein Schulterschluss mit den Arbeitern gefährlich! Kundgebung und Demos während Schulzeit, Unibetrieb oder in der Lehrwerkstatt gefallen ihnen auch nicht ... Und die Blockaden, Besetzungen, Demonstrationen werden, wie in Münster, teils sogar von der Polizei geräumt. Lernen wir von Griechenland! Dort erkämpften die Studenten, dass alle Zugang zur Uni haben - außer der Polizei.

Zeigt das nicht, wie richtig die Rebellion gegen diese kapitalistischen Verhältnisse ist? REBELL und MLPD unterstützen die Bildungsproteste aktiv. Mit ihrer Losung "Für einen heißen Herbst!" können sie ein Signal gegen die neue Wunschregierung der Monopole, die CDU/CSU/FDP-Regierung, senden. Wichtig ist der Schulterschluss mit der Arbeiterbewegung und anderen Volksprotesten. Einer kämpferischen Opposition gegen Monopole und Regierung gehört die Zukunft!

(Hier das gesamte Flugblatt als pdf-Datei zum Download)

http://www.rf-news.de/2009/kw46/Galileo_Rebell_Nov_2009.pdf (http://www.rf-news.de/2009/kw46/Galileo_Rebell_Nov_2009.pdf)

Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:25:02 Mo. 16.November 2009
  Tübingen: Besetzter Hörsaal nach Polzeidrohungen geräumt
Tübingen: Besetzter Hörsaal nach Polzeidrohungen geräumt

Tübingen (Korrespondenz), 16.11.09: Überfüllte Hörsäle, hoher Leistungsdruck, Bachalor und Masterstudiengänge - aus Protest über die Missstände an den Universitäten hatten in Tübingen Studenten den Hörsaal im Kupferbau besetzt. Auf Anordnung des Rektorats rückte am Donnerstag Morgen gut 200 Einsatzkräfte der Polizei an, die mit Wegtragen, Personalienaufnahme und Geldbußen drohten. Daraufhin räumten die Besetzer "freiwillig". Etliche Lehrkräfte solidarisierten sich mit den Studenten und kritisierten das Vorgehen des Rektors, es gab auch kritische Leserbriefe.

Gleich am frühen Morgen um 8.00 Uhr protestierten Studierende gegen die Räumung des Kupferbaus. Nachmittags zogen rund 500 Studentinnen und Studenten durch Tübingen. "Wir sind hier und wir sind laut – weil man uns die Bildung klaut", schallte es durch die Tübinger Altstadt. Die schon vorher geplante Demo verlief friedlich und gut "bewacht" durch viele Polizeikräfte. Das Transparent der MLPD-Hochschulgruppe war weithin gut sichtbar.
Artikelaktionen

Quelle

www.rf-news.de (http://www.rf-news.de)

Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Rappelkistenrebell am 19:39:05 Mi. 18.November 2009
  Hunderttausende beteiligten sich an internationalen Protesten zur Bildungspolitik
Hunderttausende beteiligten sich an internationalen Protesten zur Bildungspolitik

Bild von der Demonstration in Essen

18.11.09 - Über 85.000 Studierende, Schüler und Auszubildende sind nach Angaben des Presseteams der Aktion "Bundesweiter Bildungsstreik" gestern in über 60 Städten Deutschlands auf die Straße gegangen. Neben Demonstrationen fanden Kundgebungen, Hörsaal-Besetzungen und weitere Aktionen statt. Der Aktionstag im Rahmen des "International Student's Day" und der "Global Week of Action" sei damit ein "erfolgreicher Start in den Heißen Herbst" gewesen. So fanden unter anderem in Italien (mit 150.000 Teilnehmern in über 50 Städten), in Österreich, Frankreich (in über 20 Städten), Polen, Ungarn und in der Schweiz sowie in den USA und einigen asiatischen Ländern ebenfalls Kundgebungen, Demonstrationen und Schulblockaden statt. Wir dokumentieren im Folgenden Auszüge aus weiteren Korrespondenzen, die "rf-news" noch erreicht haben.

Zu den Aktionen in Berlin heißt es in einer Pressemitteilung: "In Berlin gingen Schätzungen zufolge ca. 12.000 Studierende, Schüler, Gewerkschafter und Sympathisanten auf die Straße. Eigene Blöcke bildeten unter anderem die streikenden Studierenden der Humboldt-Universität, der Technischen sowie der Freien Universität, ganze Klassenverbände aus allen Schultypen sowie Gewerkschaftsverbände von Verdi und der IG Metall. Solidarisiert wurde sich dabei unter anderem auch mit den ... Besetzern anderer Städte und Länder wie ... in Österreich, Frankreich und der Schweiz. Grußbotschaften gingen ebenfalls an die streikenden Arbeitnehmer im Arbeitskampf, wie die Gebäudereinigerinnen der IG BAU."

Aus Hamburg berichtet ein Korrespondent: "Etwa 1000 Studenten, Vertreterinnen der Kita-Beschäftigten und Eltern versammelten sich gestern ab 16.00 Uhr zur Kundgebung in der Hamburger Innenstadt und zogen dann in einem Demonstrationszug zum Hauptbahnhof. Bei der Demonstration wurde die Situation der Beschäftigten unter anderem bei Karstadt aufgegriffen, und die Solidarität mit ihnen ausgesprochen. Insgesamt wurden immer wieder die Banken und Konzerne samt der Regierung als Verursacher der Situation angegriffen: gesellschaftlich geschaffener Reichtum ist genug da, nur in den falschen Händen. Nicht zufällig wurde auch der Musiker Peter Gutzeit engagiert, der für die Unterstützung des Protests und des Kampf gerade der Arbeiter, der Jugend und der Werktätigen steht."

Ein Duisburger Teilnehmer berichtet: "Es nahmen ca. 400 Schüler teil. Die Studenten hatten wohl eine extra Aktion an der Uni. Viele Schüler beginnen sich mit diesen Bildungsprotesten zu politisieren. Diese Demos sind die ersten Demos in ihrem Leben. Eine sagte: 'Oh cool, ich geh jetzt öfter auf eine Demo.' Die REBELL-Fahne wehte immer gut sichtbar über der Demo und wurde kräftig von einem Rebellen geschwenkt. Das durchgeführte offene Mikrofon war ein ziemlicher Erfolg. Ich bekam recht schnell Adressen mit der Ansprache: 'Wenn man wirklich was ändern will, muss man sich organisieren und längerfristig und regelmäßig daran arbeiten.'"

Aus Augsburg wird berichtet: "Von zu Beginn 500 auf über 1.000 Teilnehmer schwoll der Protestzug der Schüler und Studenten gegen die miserablen Zustände im Bildungsbereich an. Fast drei Stunden lang führte die Demo an wichtigen Schulen Augsburgs vorbei und forderte Schüler und Lehrer auf, sich dem Protest anzuschließen. An fast allen Schulen waren die Eingangstüren verschlossen. Trotzdem ließen sich viele Schüler davon nicht beeindrucken und stiegen durchs Fenster raus, um sich den Demonstranten anzuschließen. Bei der Schlusskundgebung verurteilte ein Lehrer unter großem Beifall entschieden das Vorgehen der Schulleiter (hinter dem vermutlich die Kultusbürokratie steht) und bezeichnete das Vorgehen als Lehrstück dafür, was hier unter Freiheit und Demokratie verstanden wird. Er überbrachte auch die solidarischen Grüße vieler Lehrerkollegen und sprach sich für die 'Vision einer freien und sozialistischen Gesellschaft' aus."

In Karlsruhe hielt "neben Gewerkschaftsmitgliedern und Streikenden aus anderen Unistädten ... unter anderem ein Mitglied des unabhängigen Studierendenausschusses eine kämpferische Rede". Im Bericht heißt es weiter: "Außerdem gab es noch etwas zum Schmunzeln von Seiten des abhängigen Studentenausschusses. Dessen Mitglieder hatten von der Landesregierung unmissverständliche Anweisungen bekommen, sich nicht zu politischen Fragen äußern zu dürfen. Um ihren Unmut darüber einerseits auszudrücken und andererseits das Verbot geschickt zu umgehen, versammelten sich auf dem Kundgebungswagen geknebelte AStAs."

Der Saarbrückener Korrespondent berichtet: "300 Studenten demonstrierten heute in Saarbrücken. Ihr Protest richtet sich vor allem gegen Studiengebühren, aber auch gegen den steigenden Leistungs- und Prüfungsdruck. Auch die Unterordnung der Uni und der Forschung unter die Interessen der Großindustrie wurde in einem Sketch aufs Korn genommen. Zum Abschluss gab es in einer Volksküche einen leckeren Eintopf. Die Zutaten hatten die Studenten von verschiedenen Händlern gespendet bekommen. Das zeigt: wer kämpft, bekommt Unterstützung."

In Münster zogen "2000 Studenten, Schüler und Auszubildende nach einer Vollversammlung durch die Innenstadt, mit Transparenten und Plakaten gegen das Bildungssystem und für eine bessere Bildung an der Uni und an den Schulen". Der Korrespondent berichtet weiter: "Der DGB-Kreisverband-Münster sowie auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) aus Münster hatten zuvor zur Solidarität mit den Studenten und Schülern und aktiver Unterstützung der Schüler- und Studentenproteste in Münster aufgerufen. Die Demonstration wurde von einem großen Polizeiaufgebot begleitet."
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Troll am 16:50:56 Do. 19.November 2009
Zitat
Polizeieinsatz gegen „Schul-Besetzer“
Schülerparole: „Ohne Bildung werd’ ich Terrorist!“

Von MEIKE ARNOLD
Düsseldorf – 

Der Bildungsstreik geht weiter und wird nun schon in die Schulen verlegt. Am Mittwoch besetzten Schüler die Mensa der Hulda-Pankok-Gesamtschule in Bilk.
Sie forderten Mitbestimmungsrecht, kostenlose Bildung, einheitliche Lehrpläne und kleinere Klassen. Gerade das sogenannte „Turbo-Abitur“ sorgt für Zündstoff. Eine Polizei-Hundertschaft machte der Besetzung ein Ende.

Kein leichter Tag für Schuldirektor Heinz Gniostko, der beim Frühstück noch nicht ahnte, was ihn erwarten würde: Ab 10.30 Uhr herrschte in der Gesamtschule in Bilk der Ausnahmezustand. Mindestens hundert junge Leute, die zum großen Teil aus fremden Schulen angereist waren, hatten sich in der Mensa versammelt. Hier wollten sie Lösungen für das Bildungsdesaster in Workshops erarbeiten, aber auch ihren Unmut über die hohen Bildungskosten in Schulen äußern. „Toilettengeld, Kopiergeld und Büchergeld bezahlen zu müssen, das ist rechtswidrig“, schimpft Schülersprecher Robin Cramer (19). „Unsere Schule gilt als tolerant, deshalb haben wir gehofft, hier könne ein Dialog stattfinden“.

Dazu kam es nicht, denn die Schüler gaben sich nicht damit zufrieden, in zwei Tagen eine Podiumsdiskussion mit der Elternpflegschaft zu führen. „Das ist nicht das, was wir wollen! Uns geht es nicht um diese Schule allein. Wir wollen, dass unsere Anliegen ernst genommen werden“, beschwert sich Stefan K. (20), der als „Rädelsführer“ sofort von der Polizei des Schulgeländes verwiesen wurde und eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs bekam. „Er gilt als Initiator des Protestes“, so ein Polizeisprecher.
Die übrigen dreißig Demonstranten, die sich bis zum bitteren Ende weigerten, den Weg zur Mensa wieder freizugeben, wurden von der Polizei entfernt. „Schade, dass es nun so kommen musste! Ich stehe immer im Dialog mit meinen Schülern und bin echt enttäuscht“, so Schulleiter Gniosko.

Quelle: EXPRESS (http://www.express.de/regional/duesseldorf/5-euro-fuers-klo---schueler-besetzen-schule/-/2858/1107034/-/index.html)
Titel: Proteste gegen Sparkurs
Beitrag von: Kuddel am 18:52:58 Sa. 21.November 2009
(http://www.spiegel.de/images/image-34439-galleryV9-xpsx.jpg)

Auch in Kalifornien wachsen die Studi-Proteste: Weil der Bundesstaat an der Bildung spart, wollen die Hochschulen ihre Gebühren massiv erhöhen - auf bis zu 10.000 Dollar. An der Elite-Uni Berkeley haben die Demonstrationen jetzt zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Studenten geführt.

(http://www.spiegel.de/images/image-34444-galleryV9-qxxh.jpg)

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,662569,00.html (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,662569,00.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Senor_Ding-Dong am 19:39:09 Sa. 21.November 2009
Greetings from UCLA (http://www.youtube.com/watch?v=VHYyypmxn8E&feature=player_embedded#)

Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 19:22:31 Mo. 23.November 2009
Zitat
(http://www.taz.de/uploads/hp_taz_img/full/16396777.jpg)
(...) Vor allem in Berlin ging der Protest am Wochenende munter weiter. Am Freitagabend hatten rund 800 Demonstranten das Hotel Adlon blockiert, wo die Süddeutsche Zeitung das "Führungstreffen Wirtschaft" abhielt. Mit dabei war auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Unter dem Motto "Boss-Napping! Zeit für Ent-Führung" gelang es einigen DemonstrantInnen, in das Luxushotel einzudringen. Es kam zu 21 Festnahmen.

Die Wahl des bisherigen Präsidenten der Freien Universität Berlin, Dieter Lenzen, zum neuen Präsidenten der Hamburger Uni löste wiederum in der Hansestadt spontan Demonstrationen aus. Die Studierenden protestierten gegen das Wahlverfahren. Zudem fürchten sie, unter der Führung von Lenzen einen "neoliberalen Kahlschlag" an ihrer Universität. Lenzen galt schon in Berlin bei den StudentInnen und auch im Mittelbau als unbeliebt.(...)
http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/bildungsstreik-erreicht-hotel-adlon/ (http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/bildungsstreik-erreicht-hotel-adlon/)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: mousekiller am 02:11:57 Do. 03.Dezember 2009
Die Uni Frankfurt wurde heut abend geräumt... (http://www.fr-online.de/top_news/2118041_Uni-Frankfurt-Polizei-raeumt-besetztes-Casino.html)  :(

Edit sagt: Noch mehr Links aus Sicht der Studenten:
http://bildungsstreik-ffm.de/cms/ (http://bildungsstreik-ffm.de/cms/)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Eivisskat am 08:35:27 Fr. 04.Dezember 2009
Zitat
Studenten besetzen Rathaus

Hamburg: Eigentlich stand im Großen Festsaal des Rathauses gestern um 17 Uhr die öffentliche Anhörung zum neuen Rauchergesetz auf der Tagesordnung. Doch daraus wurde erst einmal nichts. Etwa 50 Studenten stürmten zuvor den Raum und besetzten das Podium.

>>> Fotostrecke: Die Besetzung

Schon seit mehr als drei Wochen gehen studentische Aktivisten wegen schlechter Studienbedingungen auf die Barrikaden, sie halten Gebäude besetzt, darunter das Audimax auf dem Campus der Universität Hamburg. Gestern nun die erste große Protestaktion außerhalb des Uni-Geländes.

Um 16.50 Uhr tauchten gestern rund 50 Studenten im Großen Festsaal des Rathauses auf. Sie besetzten das Podium, riefen laut ihre Forderungen. Es folgte eine Diskussion mit Harald Krüger (CDU), dem Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses. Anschließend redeten sie mit Eva Gümbel, hochschulpolitische Sprecherin der GAL. Rathauspolizisten erschienen, doch es blieb ruhig. Nach 40 Minuten verließen die Studenten das Rathaus und verabredeten mit Eva Gümbel einen Termin für ein Gespräch.

Unterdessen hat sich der künftige Präsident der Uni Hamburg bei seinen Studenten gemeldet. In einem Brief skizziert Dieter Lenzen seine Ziele. Dort heißt es: "Ich bin davon überzeugt, dass die Gestaltung einer Zukunft unserer Hochschule gelingt, wenn Grundsätze und Überzeugungen gemeinsam getragen werden." Auf die Kritik an ihm ging er nicht ein.

http://www.mopo.de/2009/20091204/hamburg/politik/studenten_besetzen_rathaus.html (http://www.mopo.de/2009/20091204/hamburg/politik/studenten_besetzen_rathaus.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 10:41:06 Di. 08.Dezember 2009
Zitat
Die aktuellen Proteste an den Hochschulen nutzen das Internet für neue Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit: ausgehend von den Wiener Hörsaal-Besetzungen im Oktober hat sich ein inzwischen weltumspannendes Netzwerk gebildet
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31669/1.html (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31669/1.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:07:17 Do. 10.Dezember 2009
Zitat
Solidaritätserklärung der Studierenden an der Uni Stuttgart an die Daimler-Belegschaft

"Seit Mitte November halten Studierende der Uni Stuttgart einen Hörsaal besetzt. Das Besetzungsplenum hat am 8.12.09 eine Solidaritätserklärung an die Daimler-Belegschaft beschlossen, in der vorgeschlagen wird, dass Beschäftigte und Studierende gemeinsam auf die Straße gehen. Die Erklärung im Wortlaut: „Liebe Kolleginnen und Kollegen, mit großer Empörung haben wir von den Plänen des Daimler-Managements erfahren, die Produktion der C-Klasse aus Sindelfingen weg zu verlagern. Ebenso groß wie unsere Empörung darüber ist unsere Freude über Eure Proteste seit letzter Woche dagegen. Besonders wichtig für uns ist, dass ihr den Erhalt aller Arbeitsplätze fordert. Denn wenn die Konzernleitung euch verspricht, persönlich Ersatzarbeitsplätze zu erhalten, wären die Arbeitsplätze für die Beschäftigten von morgen, also für die SchülerInnen und Studierenden von heute, trotzdem verloren. Deshalb kämpft ihr auch für unsere künftigen Arbeitsplätze und ebenso für den Erhalt von Praktikaplätzen etc. während unserem Studium. Wir haben jetzt schon seit über drei Wochen den größten Hörsaal auf dem Campus Stadtmitte der Uni Stuttgart besetzt. Nach verschiedenen Bildungsprotesten der letzten Jahre, zuletzt einer Streikwoche im Juni, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir neue Aktionsformen entwickeln müssen, wenn wir Druck zur Erreichung unserer Forderungen machen wollen. Dabei haben wir die Erfahrung gemacht, dass wir, wenn wir entschlossen und solidarisch sind und für Ziele einstehen, die die Sympathien der Öffentlichkeit genießen, auch die wochenlange Duldung von Protestformen durch die Unileitung erreichen können, die vom Gesetz zumindest nicht vorgesehen sind. Wir kämpfen für die Abschaffung aller Studiengebühren, gegen die Verschlechterung und Verschulung des Studiums durch die Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen, gegen den Kahlschlag bei den Geistes- und Sozialwissenschaften und für eine Demokratisierung der Universität. Zu diesem letzten Punkt gehört auch die Forderung nach der Abschaffung des Unirats, der vor wenigen Jahren als eine Art Aufsichtsrat und höchstes Entscheidungsgremium der Uni eingeführt wurde und in dem mehrheitlich externe Vertreter über das Schicksal der Universität entscheiden. Zu den Mitgliedern des Unirats gehört uch Dr. Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG, und von daher haben wir auch ganz direkt gemeinsame Gegner. Die Bewegung der Hörsaalbesetzungen an den Hochschulen begann im Oktober in Österreich. Dort gab es schon in den ersten Tagen gemeinsame Demonstrationen mit MetallerInnen, die damals gerade in einer Tarifrunde standen. Wir würden uns freuen, wenn wir auch hier in der Region demnächst gemeinsam auf die Straße gehen würden.“ 
Mail an die Redaktion des LabourNet Germany vom 09.12.2009
Titel: Bildung und Humankapital
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:18:02 Mi. 16.Dezember 2009
Zitat
Das Konzept des Humankapitals spielt derzeit bei der Begründung bildungspolitischer Entscheidungen eine wichtige Rolle – sowohl bei der Einführung von Studiengebühren, die als Investition in das "individuelle Humankapital" beschrieben werden, als auch bei der allgemeinen Transformation des Bildungssystems im Zuge des Bologna-Prozesses. Ulf Banscherus gibt einen Überblick über das dahinter stehende theoretische Modell und skizziert den Verlauf der bildungspolitischen und bildungsökonomischen Debatte seit den 1960er Jahren...
http://www.studis-online.de/HoPo/Bildungsstreik/humankapital.php (http://www.studis-online.de/HoPo/Bildungsstreik/humankapital.php)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:12:36 Mi. 16.Dezember 2009
Zitat
Buenos Aires: Gummigeschosse gegen StudentInn
viajero 14.12.2009
Zur Stunde finden vor dem Kongress in Buenos Aires heftige Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und protestierenden StudentInnen der Universitaet Buenos Aires statt.
Hintergrund ist die Umstrittene und soeben erfolgte Wiederwahl des Rektors der UBA, Ruben Hallu. Mehrere tausend DemonstrantInnen versuchten, den Ort der Wahl zu erreichen, der von der Polizei abgeriegelt wurde. Die Auseinandersetzungen laufen bereits seit etwa 3 Stunden, die Polizei setzt Gummigeschosse, Traenengas und Wasserwerfer ein. Die Antwort: Ein kraeftiger Steinhagel. Es gibt bereits mehrere Verletzte, Festnahmen zur Zeit wohl noch nicht.
Bereits bei der letzten Wahl 2006 hatte es heftige Proteste und die Forderungen nach Studentischer Mitbestimmung gegeben, damals gab es 7 Festnahmen und mehr als 20 Verletzte.

(Quelle: Live-Berichterstattung mehrerer Nachrichtensender von heute morgen zu den Protesten, Tageszeitung Clarin zu den Hintergruenden)
http://de.indymedia.org/2009/12/268762.shtml (http://de.indymedia.org/2009/12/268762.shtml)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 11:47:53 Fr. 18.Dezember 2009
Zitat
Streik im Sitzen
Tübinger Studierende blockierten Verkehr

Bei ihrer letzten Demonstration vor den Weihnachtsferien brachten Studierende den Verkehr rund um Tübingen kurzzeitig zum Erliegen.

(http://[url=http://www.tagblatt.de/cms_media/module_bi/151/75760_0_mittel_640_008_382167_1515r9.jpg]http://www.tagblatt.de/cms_media/module_bi/151/75760_0_mittel_640_008_382167_1515r9.jpg[/url])

Tübingen. Knapp 300 Studierende hatten sich gestern Nachmittag am Kupferbau versammelt, um zu verdeutlichen: Sie halten ihre Forderungen an die Bildungspolitik auch im neuen Jahr aufrecht – 288 an der Zahl. Auch Gewerkschaften zeigten sich solidarisch und beteiligten sich an der Demonstration. Rund 25 Polizisten waren im Einsatz und begleiteten den friedlichen Protestmarsch, der sich über Wilhelm- und Rümelinstraße in Richtung Neckarbrücke bewegte.

Eine vorübergehende Sperrung der Karlstraße durch die Polizei veranlasste die Studierenden trotz Kälte zu einer mehr als 30-minütigen Sitzblockade am Zinserdreieck. Der Tübinger Feierabendverkehr kam nach Aussagen Rainer Kaltenmarks vom Ordnungsamt zeitweilig zum Erliegen. Auch die Bundesstraßen – besonders in Richtung Reutlingen – waren vom Rückstau betroffen, so Kaltenmark.

Er kündigte an, das Zinserdreieck notfalls räumen zu lassen. Vereinzelt trugen Polizisten streikende Studenten von der Fahrbahn. Unter den Studierenden selbst entbrannten hitzige Diskussionen über die Fortführung der Sitzblockade. Schließlich entschieden die Streikenden, ihren Protest vor dem Rathaus fortzusetzen. Bei Musik und heißer Suppe ließen sie hier die Demonstration friedlich ausklingen. Von Sanktionen will das Ordnungsamt absehen.
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Tuebinger-Studierende-blockierten-Verkehr-_arid,87060.html (http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/tuebingen_artikel,-Tuebinger-Studierende-blockierten-Verkehr-_arid,87060.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 13:14:28 So. 20.Dezember 2009
Zitat
Studenten kämpfen für Obdachlose

  • als Bedingung für ein Ende der Besetzung.
  • Rektorat will eine friedliche Lösung.

Wien. (zaw) Der Protest der Audimax-Besetzer wird aggressiver – und entfernt sich von Bildungs- hin zu Sozialpolitik. So erklärte ein Sprecher, dass das Audimax nicht eher geräumt werde, bevor nicht die Versorgung der dort befindlichen Obdachlosen geklärt sei. Ansonsten blieb das Plenum am Mittwochabend ergebnislos. Es wurde auch nicht darüber abgestimmt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit wieder Lehrveranstaltungen stattfinden können.

Dafür hat die Universitätsleitung kein Verständnis. Dass nichts außer der Obdachlosen-Forderung beschlossen wurde, sei ein "äußerst unerfreuliches Signal", sagte Cornelia Blum, Sprecherin von Rektor Georg Winckler. Zwar müsse das Obdachlosen-Problem diskutiert werden, aber dafür gebe es eigene Organisationen. Die Uni strebt weiter eine friedliche Lösung des Konflikts an, also keine polizeiliche Räumung des Audimax. Dafür müsse klar sein, welche die Positionen der Studenten seien, so Blum. Um dies zu klären, wird es heute, Freitag, ein Treffen zwischen Rektorat und ÖH geben.

Wenig Verständnis bei der Stadt Wien

Von Seiten der Stadt Wien versteht man die Aufregung nicht. Es gebe "genug Angebote", sagte ein Sprecher von Sozialstadträtin Sonja Wehsely zur "Wiener Zeitung". Vor allem die Wohnungshilfe sei "ein sehr gutes Angebot". Auch habe man Sozialarbeiter ins Audimax geschickt.

Nachdem die Polizei am Mittwochnachmittag ein besetztes Büro an der Uni Wien geräumt hatte, zogen rund 150 Demonstranten vor das Parlament und versuchten, in das Hohe Haus einzudringen. Bei einem Handgemenge wurde ein Polizist verletzt.

An der TU Graz haben sich die Besetzer mit dem Rektor darauf geeinigt, den bisher blockierten Hörsaal untertags für Vorlesungen zugänglich zu machen. Die Besetzer dürfen den Hörsaal und einen Seminarraum abends benützen.

Printausgabe vom Freitag, 18. Dezember 2009
http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3858&Alias=wzo&cob=457220 (http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3858&Alias=wzo&cob=457220)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 21:02:02 Mi. 23.Dezember 2009
Zitat
Besetztes Audimax der Hamburger Uni geräumt
23. Dezember 2009

Die Räumung sei auf Antrag der Universitätsleitung erfolgt, sagte eine Polizeisprecherin.

(http://www.abendblatt.de/multimedia/archive/00287/audimax10_HA_Hambur_287547c.jpg)
http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1319504/Besetztes-Audimax-der-Hamburger-Uni-geraeumt.html (http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1319504/Besetztes-Audimax-der-Hamburger-Uni-geraeumt.html)


Zitat
Audimax ohne Zwischenfälle geräumt
Wien (APA) - Sechzig Tage nach Beginn der Besetzung hat das Rektorat der Universität Wien Montag früh das Audimax räumen lassen. Rund 80 Obdachlose und 15 Studenten verließen auf Aufforderung den Hörsaal, die Polizei musste nicht eingreifen. Bis einschließlich 6. Jänner wird das Hauptgebäude der Uni geschlossen. Die Audimax-Besetzer, die von der Räumung überrascht wurden, denken unterdessen nicht ans Aufgeben.


"Es geht auf jeden Fall weiter", so eine Besetzerin nach der Räumung zur APA. Ein neues Motto der Besetzer lautet "Das Audimax Wien ist überall!".
http://www.apa.at/cms/site/news_item.html?channel=CH0071&doc=CMS1261435874168 (http://www.apa.at/cms/site/news_item.html?channel=CH0071&doc=CMS1261435874168)


Zitat
Uni Wien: Audimax-Besetzung kostete 1,4 Millionen

22.12.2009 (DiePresse.com)

Ersatzhörsäle, Schäden und Sicherheitspersonal: Die Audimax-Besetzung hat die Uni Wien rund 1,4 Millionen Euro gekostet. Laut Rektorat muss nun erst der Hörsaal renoviert werden.


Die Audimax-Besetzung, die am Montag durch einen Polizeieinsatz beendet worden ist, hat der Uni Wien bisher zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro gekostet. Die Kosten für die offenbar notwendige Renovierung des Auditorium Maximum sind darin noch nicht inbegriffen, wie Rektorats-Sprecherin Cornelia Blum gegenüber DiePresse.com erklärte.

Bei der Summe handle es sich um die Anmietung von Ersatzhörsälen, Reinigungsarbeiten, Beschädigungen außerhalb des Audimax - etwa Beschmierungen, "die sich leider weit ins Hauptgebäude hineinziehen" und Kosten für Sicherheit, die "in den letzten Tagen explodiert sind", so Blum. Auch "Hörsaal-Technik in hohem Wert" - etwa Beamer - seien abhanden gekommen. ;D
http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/529565/index.do?direct=529642&_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do&selChannel= (http://diepresse.com/home/bildung/universitaet/529565/index.do?direct=529642&_vl_backlink=/home/politik/innenpolitik/index.do&selChannel=)


Zitat
Neues Jahr, neuer Widerstand

21.12.2009
Deutschlands Studenten wollen auch 2010 weiter für bessere Studienbedingungen protestieren. In Österreichs Hauptstadt geht inzwischen die Polizei gegen Hörsaal-Besetzer vor.
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/5/498300/text/ (http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/5/498300/text/)


Zitat
Linzer Uni-Besetzung bis Sommer erlaubt

LINZ. Aus Protest gegen die polizeiliche Räumung des Wiener Audimax besetzen ca. 20 Studenten neuerlich den Hörsaal eins der Johannes Kepler Uni Linz. Gestern Nachmittag wurde ein Kompromiss erzielt.

(...)
Dem Vernehmen nach sind die Uni-Verantwortlichen froh über diesen Kompromiss: „Ein Polizeieinsatz, wie in Wien, wäre bei zahlreichen Professoren, die hinter den Anliegen der Protestbewegung stehen, sehr schlecht angekommen“, sagt ein Insider.
http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,312604 (http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,312604)


Zitat
  Ex-Audimax-Besetzer feiern auf Unicampus
C1 statt Audimax: Der größte Hörsaal auf dem Unicampus im Alten AKH ist nun Zentrum des Protests von Studenten gegen die Studienbedingungen. Die Bewegung zeigte sich zuletzt aber stark gespalten.
            
            
            Weihnachten im besetzten Hörsaal
Das Klavier steht zwar noch auf dem Podium im Audimax, seit Dienstag wird aber die technische Ausrüstung in den Hörsaal C1 transportiert. C1-Besetzer und ehemalige Audimax-Besetzer wollen hier gemeinsam Weihnachten feiern.

Ein Christbaum wurde besorgt, soll noch mit selbst gebasteltem Schmuck aufgeputzt werden. Am 24. Dezember soll es ein Violinkonzert geben, einen Spieleabend und ein gemeinsames Essen. Eine evangelische Pfarre hat angeboten, eine Messe zu lesen.
http://wien.orf.at/stories/411738/ (http://wien.orf.at/stories/411738/)

Zitat
Studenten besetzen Audimax der Uni Potsdam auch an Feiertagen
23.12., 14:40 Uhr

Studenten der Universität Potsdam halten weiterhin das Audimax besetzt. Die Studenten hätten beschlossen, das Audimax auch über Weihnachten nicht zu räumen, teilte die Universität am Mittwoch mit. Präsidentin Sabine Kunst äußerte sich enttäuscht. Sie hatte in den vergangenen Tagen Ersatzräume für die Proteste angeboten und um eine Weihnachtsruhe für die Uni-Mitarbeiter gebeten.
http://www.berlinonline.de/aktuelles/berlin/detail_ddp_2615756090.php (http://www.berlinonline.de/aktuelles/berlin/detail_ddp_2615756090.php)

Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:22:52 Fr. 25.Dezember 2009
Zitat
Weihnachten im besetzten Hörsaal
Bescherung auf Isomatten

Der Bildungsstreik geht weiter: Während die meisten Studenten nach Hause fahren, verlegen einige das Weihnachtsfest in den besetzten Hörsaal - mitsamt ihrer Familie.


"Wenn an Heiligabend die Polizei kommt, dann können die mich an Händen und Füßen aus dem Audimax tragen", sagt Waldemar Blank, "das Wichtigste ist gewaltfreier Protest. Aber man kann nicht nur streiken, wenn es gerade bequem ist." Der 52-Jährige ist der Vater von Ina Blank und hat nie studiert. Mit den Protesten seiner Tochter, die an der Humboldt-Universität (HU) in Berlin Ethnologie studiert und seit Wochen unter den Uni-Besetzern ist, möchte er sich trotzdem solidarisieren.

Die dreiköpfige Familie der 28-jährigen hat ihr Weihnachtsfest ins besetzte Audimax verlegt, auf Vorschlag der Mutter. Die Eltern möchten ihre Tochter beim Protest unterstützen, haben sogar noch eigene Freunde eingeladen. Weihnachten mal anders – notfalls, bis die Polizei kommt.
(...)
http://www.zeit.de/studium/hochschule/2009-12/studentenstreik-weihnachten (http://www.zeit.de/studium/hochschule/2009-12/studentenstreik-weihnachten)


Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 16:59:17 Sa. 26.Dezember 2009
Zitat
''Der Protest wird ausgehungert''

Etwa 30 Studenten verbrachten Weihnachten im besetzten Münchner Audimax. Jetzt wurden die Türen versperrt. Alle kommen hinaus - aber niemand mehr hinein.
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/359/498649/text/ (http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/359/498649/text/)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:45:41 Di. 29.Dezember 2009
Zitat
Besetzung der Münchener Universität beendet
28. Dezember 2009, 09:56
Auditorium Maximum von der bayerischen Polizei geräumt

München - Die Polizei hat am Montagmorgen die wochenlange Besetzung der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München beendet. Etwa 25 verbliebene Besetzer seien von den Beamten gegen 6.45 Uhr aufgefordert worden, "das Universitätsgebäude unverzüglich zu verlassen", teilte die Polizei München mit. Die Studenten seien der Aufforderung nachgekommen. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen. Zuvor hatte LMU-Präsident Bernd Huber laut einer Mitteilung der Studenten die Räumung mit "Untragbarkeit" begründet. Zudem soll er gesagt haben, dass es "keinerlei weiteren Kommunikationsbedarf" gebe.

Von November an hatten die Studenten im Kampf um bessere Studienbedingungen das Auditorium Maximum der LMU besetzt gehalten. Am 1. Weihnachtsfeiertag war das Gebäude abgeriegelt worden. Die Besetzer wurden hinaus-, aber nicht mehr hineingelassen. Am Montagmorgen dann das Ende: "Die Studenten hatten fünfzehn Minuten Zeit, ihre persönlichen Sachen an sich zu nehmen, bevor sie einzeln unter Polizeischutz nach draußen begleitet wurden", hieß es in dem Schreiben der Studenten weiter. Sie seien in einen Ausweichraum umgezogen, um das weitere Vorgehen zu planen.

Seit Wochen demonstrieren bundesweit Studenten unter anderem für eine Abschaffung der Studiengebühren sowie mehr Mitsprache bei Lehrplänen und den Finanzen der Hochschule. In vielen Städten hatten sie in den vergangenen Tagen ihre Universitätsbesetzungen beendet. (APA)
http://derstandard.at/1259282733679/Deutschland-Besetzung-der-Muenchener-Universitaet-beendet (http://derstandard.at/1259282733679/Deutschland-Besetzung-der-Muenchener-Universitaet-beendet)
Titel: Studenten beziehen wieder Streikposten
Beitrag von: Kuddel am 21:25:16 Fr. 08.Januar 2010
Regensburg - Studenten der Universität Regensburg haben gestern wieder ihre Streikposten bezogen. Sie wollen bis auf weiteres ihren Protest fortsetzen, um Druck auf die Hochschulleitung und die schwarz-gelbe Koalition auszuüben.

http://www.sueddeutsche.de/D5I38A/3215568/Studenten-beziehen-wieder-Streikposten.html (http://www.sueddeutsche.de/D5I38A/3215568/Studenten-beziehen-wieder-Streikposten.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:57:51 Mi. 13.Januar 2010
Die aktuelle Studentenbewegung wird wenig beachtet, aber ich halte sie für überaus beachtenswert.

In den Sechzigern wurde auch die Studentenbewegungung von Staat und Springerpresse eingeprügelt. Linke Studenten galten als eine Mischung aus "ungewaschenen Gammlern", Terroristen und von Moskau gesteuerten Unruhestiftern.

All die Propaganda hat die Bewegung letztendlich nur interessanter gemacht. Heute hat man dazugelernt. Heute werden natürlich die alten Mittel eingesetzt von den Gerichten bis zum Gummiknüppel, doch bei der Propaganda ist man schlauer als damals. Heute gibt man "den Vernünftigen unter den Protestierern" recht und rückt gleichzeitig Verschmutzungen, Beschädigungen und Diebstahl bei Protesten und Besetzungen in den Mittelpunkt. Dann werden alle Mikrophone und Kameras auf die träge Mehrheit der Studenten und ihrem rechten Flügel gerichtet, der dann die Proteste und ihre Protagonisten verunglimpft. Die Diffamierungen stehen plötzlich vor den Inhalten, mit denen sich öffentlich keiner mehr auseinandersetzt. Die effektivste Waffe der Politik bzw. der Medien ist das Totschweigen!

Eine der interessantesten Bewegungen des vergangenen Jahrzehnts existiert in der öffentlichen Wahrnehmung einfach nicht.


Ich hatte nie sonderlich viel übrig für die studentische Szene und Kultur. Doch die Entwicklungen dieser ursprünglich völlig umpolitischen Szene vermochten mich zu beeindrucken. Erst standen die Studiengbühren im Mittelpunkt. Doch plötzlich ging's weiter: Es wurde das Bildungssystem in Frage gestellt, es geht auch um Lebensqualität, die in der Lernfabrik untergeht, um Arm und Reich, um Wissen und Bildung für alle. Das ist durchaus radikal.

Es ist vielleicht die erste echte globalisierten Bewegung. Die letzte Welle der Studentproteste startete in Wien und schwappte über ganz Europa. Es gab auch Kontakte und Querverbindungen nach Nord-und Südamerika. Vieles wird über das Internet ausgetauscht und koordiniert. Es gibt auch grenzüberschreitende Treffen:

Zitat
In ganz Europa okkupieren protestierende Studenten Hörsäle. Im Audimax der LMU treffen sie sich, um den Kampf für bessere Bildung international zu vernetzen.
(...)
In den benachbarten Hörsälen tagen Arbeitskreise, Studentinnen und Studenten aus Österreich, Kroatien, Spanien, Frankreich und zahllosen deutschen Universitätsstädten reden sich die Köpfe heiß, während im besetzten Audimax die Schlafsäcke für die Nacht ausgebreitet werden. Rund 300 Studenten sind nach Angaben der Veranstalter am Wochenende zum "International Plenum for Better Education" nach München gekommen, um den Kampf für bessere Bildung international zu vernetzen.(...)
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/711/496031/text/ (http://www.sueddeutsche.de/muenchen/711/496031/text/)

Ich nehme mal an, daß es zu den Protesten in Afrika und Asien (vom Iran bis Südkorea) nur periphere Kontakte gibt.

Trotzdem, man lernt auch vor Ort über den eigenen Tellerand zu schauen und es geht um soziale Fragen für alle, nicht nur sich und die eigene Studienzeit. Man soldarisiert sich mit Reinigungs- und Mensenpersonal, In Wien nahm man Obdachlose mit auf und schloß sie in die Forderungen mit ein. Man koordinierte Studentenproteste mit denen der Schüler. Mein Lieblingsbeispiel kommt aus Italien, wo Schüler, Studenten und Leiharbeiter zu gemeinsamen Protesten aufriefen.

Es gibt viele Aktionen, die mich begeistern konnten. Die Solidarität mit den streikenden Daimlerarbeitern und Straßenblockaden.

Wir kommen in eine Bereich in dem es gesellschaftlich brisant werden könnte. Mit Hörsaal- um Kreuzungsbesetzungen hat man es gewagt Gesetze zu brechen und Sand im Getriebe der kapitalistischen Normalität zu sein.

Wer weiß, vielleicht gibt es schon morgen gemeinsame Vollblockaden von Studis und Arbeitern von Toren bestreikter Fabriken. Oder ein Blockade einer Schleckerfiliale...
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 11:55:05 Fr. 15.Januar 2010
Minister Besuch und Anzeigen an der Uni Köln

Am 13.01.2010 trafen sich „herausragende“ Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft im neu eingerichteten Kuratorium der Universität zu Köln

• Paul Bauwens-Adenauer - Geschäftsführender Gesellschafter der Bauwens Unternehmensgruppe und Präsident der IHK Köln
• Professor Alfred Neven DuMont - Verleger
• Christopher Freiherr von Oppenheim – persönlich haftender Gesellschafter des Bankhauses Sal. Oppenheim
• Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln
• Dr. Jürgen Rüttgers – Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
• Professor Dr. Axel A. Weber – Präsident der Deutschen Bundesbank
• Werner Wenning – Vorsitzender des Vorstands Bayer Aktiengesellschaft
Diese Tatsache nahmen wir Besetzer der Uni Köln zum Anlass, um auf die undemokratische Haltung und Methode des Rektor Freimuth aufmerksam zu machen! Es wurden in kurzer Zeit ca. 20 Personen mobilisiert, die vor dem Eingang zum Hauptgebäude die Studierenden informierten!

VIDEO HERR JÜRGEND RÜTTGERS (CDU) UND STUDENTEN
 Besetzer Köln - Jürgen Rüttgers Gespräch (http://www.youtube.com/watch?v=gTOZfZKKKHY#)


In einer Ansprache wurde darüber berichtet, dass Herr Freimuth den Studenten zugesagt hatte, dass die Anzeigen zurückgezogen werden sollten. Dies geschah jedoch nicht. Nach einigen Gesprächen sagte er zu, dass nur die Anzeigen bei Personen fallen lassen werde, die noch nicht durch Demonstrationen, Proteste, Besetzungen aufgefallen sind! Das ist eine Selektion kritisch denkender Menschen, um bewusst Druck auf sie auszuüben! Durch solche Repressionen wird vergebens versucht, die Studenten_innen, Schüler_innen, Azubis usw. davon abzuhalten ihren Unmut zu äußern!

Nachdem die Studenten Informiert wurden, haben sich die Besetzer/ Bildungsstreikende der Uni Köln auf dem Weg zum Rektorat gemacht. Vor der Tür zum Rektorat wurde die private Security von uns gebeten, einen Offenen Brief dem Ministerpräsidenten NRW (CDU) Herrn Jürgen Rüttgers zu übergeben! Dies wurde vehement abgelehnt! Hier wurde einem Studenten der Zutritt ins Rektorat verwehrt, obwohl Ihm nach einer Kontrolle (Videokamera am Eingang) der Zutritt gestattet wurde.


Nach einer kurzen Diskussion kamen die Ordnungshüter in grün und sehr viele Zivilpolizisten, die den ganzen Tag in der Universität umher rannten. Es baute sich eine Mauer an Securitys (ca. 8-10), Offiziellen (6-7)und Cops(2 Grüne 5-6 Zivis) vor den Studenten auf. Im Hintergrund sah man den Ministerpräsidenten, der sich verabschiedete. Als Herr Rüttgers in unmittelbarer Nähe war (abgeschirmt von einer Sicherheitsgruppe), sprachen die Besetzer den Minister direkt an und informierten Ihn dass sie ihm gerne einen Offenen Brief übergeben wollen.

Herr Rüttgers nahm sich (wenn auch ungewollt) die Zeit und hörte den Besetzern zu. Er wurde über die Anzeigen gegen die Besetzer_innen informiert und ebenso darüber, dass repressive Methoden gegen Studierende angewendet wurden. Die Studierenden erklärten Ihm, dass man durch diese Methoden Menschen einschüchtern will kritisch zu denken und zu einer Veränderung beizutragen! Nach dieser kurzen Information wurde Herr Rüttgers gebeten sich den offenen Brief durchzulesen und dazu Stellung zu beziehen! Herr Rüttgers nahm diesen Brief entgegen und sagte, dass er dieser Bitte nachkommen werde. Ob das tatsächlich passieren wird, muss uns der Minister beweisen!!!!!

Dieses Gespräch, zwischen Studierenden und dem Minister verfolgte Herr Freimuth (ganz) kritisch. Daraufhin wurde Herr Freimuth zu einem Gespräch in den besetzten Hörsaal 13 eingeladen, worauf er auch eingegangen ist! Als Herr Ferimuth auf den Weg zum Besetzten Hörsaal war, konnte man nicht übersehen, dass er mit seiner Eskorte an Sicherheitsleuten in den Hörsaal kommen wollte. Die Besetzer verweigerten den Sicherheitsleuten den Zutritt und gestatten nur zwei Angestellten des Rektorats den Zutritt! Als wir Herrn Freimuth darauf angesprochen haben wieso er sich beschützen lassen muss, wenn er mit uns reden will, nahm er Abstand von den Sicherheitsleuten! Er gab der Security die Information
“..es besteht keine Gefahr..: Sie können hier draußen warten“. Im Gespräch wiederum versuchter er uns davon zu überzeugen, dass diese Personen nicht zu seinem eigenem Schutz mitgekommen sind. Da stellt sich uns die Frage, wieso diese Herrschaften kurz vor dem Eintreffen des Rektors den Raum kontrollieren wollten und erst dann sich zurück gezogen haben, nachdem der Rektor eine Entwarnung ausgesprochen hat? Haben Sie Angst vor ihren eigenen Studenten? In diesem Gespräch versicherte er uns (zum zweiten Mal), dass er die Anzeigen gegen JEDEN zurückziehen wird.

Wieso er jetzt eine Kehrtwende gemacht hat und doch alle Anzeigen zurück ziehen will, liegt einzig und allein vermutlich darin, dass wir durch das erzwungene Gespräch mit dem Minister noch mehr Druck ausgeübt haben. Letztendlich musste Herr Freimuth sich eingestehen, dass er keine Legitimation für die Anzeigen und vor allem zur Selektion hat, hatte und haben wird!!! Wir lassen uns nicht durch Einschüchterung, Repression und gezieltem Druck davon abhalten unsere Rechte einzufordern. Dieser verzweifelte Repressionsversuch und die Methoden der Polizei und des Rektors, machen uns deutlich, dass wir sie stören und ihnen ein Dorn im Auge sind!! Wir haben einen empfindlichen Nerv dieses Systems getroffen und das sie sich durch Angriffe wehren, zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind!

BILDUNG IST EIN GRUNDRECHT UND DAFÜR ZAHLEN WIR NICHT!!



AUF NACH FRANKFURT AM 30.01.2010 UM FÜR UNSERE RECHTE ZU KÄMPFEN!

GEMEINSAME FAHRT AUS NRW AB KÖLN:

Anmeldung
 busffm@hotmail.de



Schüler_innen, Azubis, Studierende und Symphatisanten des Bildungsstreik-Köln

  http://www.bildungsstreik-koeln.de/ (http://www.bildungsstreik-koeln.de/)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:49:27 Do. 21.Januar 2010
Zitat
Streik geht weiter

Studierende der Pädagogischen Hochschule sind nach wie vor im Streik, viele von ihnen beteiligen sich an der Besetzung des Hörsaals 1
.
http://www.chefduzen.de/index.php/board,51.0.html (http://www.chefduzen.de/index.php/board,51.0.html)
Titel: Besetzter Hörsaal an FU geräumt – Bildungsstreik geht weiter!
Beitrag von: Kuddel am 19:05:47 Mo. 15.Februar 2010
Nach etwa drei Monaten wurde an der FU Berlin in den frühen Morgenstunden des 14. Februar der seit November besetzte Hörsaal 1A geräumt. Die zum Zeitpunkt der Räumung im Hörsaal verbliebenen Aktivist_innen wurden unter Gewaltanwendung von Polizist_innen aus der Universität getragen und vorübergehend festgenommen.

Obwohl die Studierenden im Zuge der Besetzung erste Teilerfolge durchsetzen konnten, zeigten sich Politik und Universitätsleitung gegenüber deren Kernforderungen bisher weitestgehend ignorant: So fanden die Rufe nach einer grundlegenden Umstrukturierung der Lehr- und Lernbedingungen, dem Abbau sozialer Schranken beim Hochschulzugang sowie paritätischer Mitbestimmung in akademischen Gremien kein Gehör.

Anstatt mit den Besetzer_innen und den übrigen Studierenden in einen ernsthaften Dialog zu treten, zog es die Universitätsleitungleitung nun vor, die Verbliebenen von einem Einsatzkommando der Polizei und Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes aus dem Universitätsgebäude räumen zu lassen – selbst ein auf Krücken angewiesener Studierender blieb davon nicht verschont.

AG Öffentlichkeitsarbeit der FU Berlin
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 16:07:04 Mi. 24.Februar 2010
Uni Regensburg besetzt

Seit heute Nacht ist es offiziell: Die Uni Regensburg ist besetzt. Nachdem die Hochschulleitung, die Länder und die Bundesregierung sowie das EU-Parlament nicht 2009 nicht reagierten auf die weltweiten Forderungen, sehen sich nun die Studierenden gefordert, nicht weiter auf die hohlen Phrasen der Verantwortlichen einzugehen. Die Studierenden in Regensburg ziehen die Konsequenz und verweigern eine Hörigkeit. Mit der Besetzung gestern ist ein erster Schritt ins Jahr des Aufstands 2010 getan.

http://de.indymedia.org/2010/02/274147.shtml (http://de.indymedia.org/2010/02/274147.shtml)
Titel: Studenten und Schüler protestieren in den USA
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 15:10:31 Sa. 06.März 2010
Am Donnerstag fand in den USA der "Tag zur Verteidigung der öffentlichen Bildung" statt. In fast allen Bundesstaaten beteiligten sich Zehntausende an den Proteste an Schulen und Universitäten. Der Schwerpunkt mit Demonstrationen, Straßenblockaden und Besetzung von Uni-Gebäuden lag in Kalifornien. Die Studenten protestieren gegen massiv steigende Studiengebühren bei gleichzeitiger Kürzung von Kursen und Stipendien. An vielen Schulen werden Lehrer entlassen.

http://www.rf-news.de/2010/kw09/05.03.10-studenten-und-schueler-in-usa-fordern-erhalt-der-oeffentlichen-bildung (http://www.rf-news.de/2010/kw09/05.03.10-studenten-und-schueler-in-usa-fordern-erhalt-der-oeffentlichen-bildung)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 13:37:10 So. 25.April 2010
Zitat
Köln: Tausende auf Bildungsstreik-Demo

(http://media.de.indymedia.org/images/2010/04/278768.jpg)

Am 22.4.2010 fand in Köln, wie in anderen Städten in Nordrhein-Westfalen, ein dezentraler Aktionstag für freie Bildung statt:

An der Demonstration der „Bildungsstreik“-Bewegung nahmen etwa 2000 Schüler/innen, Auszubildende und Student/innen teil. Von zwei Auftaktkundgebungsorten in Deutz und Sülz aus zogen die Demonstrationen zum Barbarossplatz und von dort gemeinsam zur Abschlusskundgebung am Heumarkt.

(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/images/heumarkt.jpg)

Sie fordern unter anderem die Abschaffung des gegliederten Schulsystems, die Rücknahme des Turboabiturs, mehr Ausbildungsplätze und Übernahmen, sowie freien und kostenlosen Zugang zu Bildung für alle (siehe auch  http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2010/03/31/koeln-bildungsstreik-im-fruehjahr-2010/ (http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/2010/03/31/koeln-bildungsstreik-im-fruehjahr-2010/)).

(http://anarchosyndikalismus.blogsport.de/images/heumarkt2.jpg)
http://de.indymedia.org/2010/04/278767.shtml (http://de.indymedia.org/2010/04/278767.shtml)
Titel: Streiks an britischen Universitäten
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:40:56 Fr. 07.Mai 2010
An elf britischen Hochschulen und Universitäten haben am Donnerstag mehrere tausend Dozenten gegen die massive Kürzung der staatlichen Mittel für die Hochschulen gestreikt. Laut der Gewerkschaft UCU beteiligten sich 3.500 Uni-Beschäftigte. Weitere Hochschulen werden sich laut UCU in den nächsten Wochen dem Streik anschließen.

http://www.rf-news.de/2010/kw18/07.05.10-streiks-an-britischen-universitaeten (http://www.rf-news.de/2010/kw18/07.05.10-streiks-an-britischen-universitaeten)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:43:39 Fr. 21.Mai 2010
Zitat
Studenten blockieren Stadtautobahn

Am 18. Mai haben rund 600 Studenten der Marburger Uni nach einer Vollversammlung für 15 Minuten die Stadtautobahn B3a besetzt. Anlass war der Protest gegen die Entscheidung der hessischen Hochschulen im neuen hessischen Hochschulpakt, den Etat für die Hochschulen in den Jahren 2011 bis 2015 um 30 Millionen Euro zu kürzen. "Sie legen unsere Unis und Schulen lahm, dann legen wir ihre Infrastruktur lahm", erklärte eine Demonstrierende.
http://www.rf-news.de/2010/kw20/feff21.05.10-studenten-blockieren-stadtautobahn (http://www.rf-news.de/2010/kw20/feff21.05.10-studenten-blockieren-stadtautobahn)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 20:16:11 Di. 01.Juni 2010
Zitat
Proteste gegen das Aus von Lübecker Medizinstudium

Wie sich die Studenten gegen das drastische Sparpaket der schwarz-gelben Landesregierung wehren


Lübeck - Eigentlich müssten sie für die in wenigen Wochen anstehenden Klausuren lernen. Stattdessen stehen die Lübecker Medizinstudenten in kleinen Grüppchen vor dem Asta-Büro, einen Packen gelber "Lübeck kämpft für seine Uni"-Plakate unter dem Arm und Wut im Gesicht.

In der vergangenen Woche hat die schwarz-gelbe Landesregierung angekündigt, das Medizinstudium in Lübeck im Rahmen eines umfangreichen Sparpakets zur Sanierung des Landeshaushaltes 2012 auslaufen zu lassen. Der Farbkopierer spuckt im Sekundentakt Flyer aus, während Linda Krause mit einigen Kommilitonen bespricht, wo man sie am besten auslegt. "So richtig realisiert hat es noch keiner, aber alle kommen und fragen, wie sie helfen können", sagt die Asta-Vorsitzende.

Sie studiert Biomathematik, ein Studiengang, der aktuell zwar nicht von Schließung bedroht ist. "Aber uns allen ist klar, dass die Zukunft der ganzen Universität auf dem Spiel steht." Das angekündigte Aus für das Medizinstudium hat die meisten auf dem Campus überrascht. "Das kam wie aus heiterem Himmel", sagt Uni-Präsident Peter Dominiak. Die Streichung des Medizinstudienganges treffe Lübeck mitten ins Herz. Da die weiteren vier Studiengänge eng mit der Medizin verknüpft seien, bedeute die Entscheidung der Landesregierung "den Tod der Uni Lübeck".

"Man weiß nicht, ob man weinen oder schreien soll", sagt Medizinstudentin Susanne Himmelsbach. Sie studiert im achten Semester und wird laut Landesregierung ihr Studium in Lübeck noch beenden können. Aber die Ungewissheit ist groß. "Die Dozenten werden sich sicher so schnell wie möglich etwas anderes suchen", sagt sie und befürchtet, dass auch die klinische Ausbildung leiden wird: "Ich glaube nicht, dass alle Ärzte bleiben werden. Wer soll uns dann ausbilden?" Es gebe sowohl unter Dozenten als auch unter Ärzten einige Koryphäen wie etwa den Schlafforscher und Leibniz-Preisträger Jan Born. "Die werden doch woanders mit Kusshand genommen."

Schon die Pläne, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein zu privatisieren, hätten Zweifel und Befürchtungen ausgelöst. Damit hätte man sich noch arrangieren können, sagt Himmelsbach. "Aber dass der Studiengang ganz wegfallen soll, ist einfach unfassbar." Auch unter den Informatikstudenten herrsche Ratlosigkeit, sagt Lukas Ruge. Der 25-Jährige ist wegen des Schwerpunktes Medizinische Informatik nach Lübeck gekommen. "Wir haben viele gemeinsame Vorlesungen und Projektarbeiten, wie soll das jetzt weitergehen?" Die guten Professoren werden auch in der Informatik das Weite suchen, befürchtet er. Viele studieninteressierte Abiturienten haben ihn bereits gefragt, ob man sich überhaupt noch in Lübeck um einen Studienplatz bewerben sollte: "Was soll ich denen denn antworten?"

Ruge zuckt hilflos mit den Schultern. Auch die, die schon mitten im Studium sind, seien "einfach nur fertig mit den Nerven", sagt er. Die Professoren seien "total geplättet". "Man merkt, dass sie Angst vor der Zukunft haben. Wieso hat niemand gefragt, wo und wie man einsparen kann? Wieso haben die uns so überrumpelt?" Man lasse sich nicht so einfach unterkriegen, sagt der 28 Jahre alte Informatikstudent Michael Drehfah. Die Landesregierung könne sich auf einiges gefasst machen. Der Asta will Proteste organisieren, kündigt die Asta-Vorsitzende Krause an
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article7866781/Proteste-gegen-das-Aus-von-Luebecker-Medizinstudium.html (http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/hamburg/article7866781/Proteste-gegen-das-Aus-von-Luebecker-Medizinstudium.html)
Titel: Über 70.000 bei Bildungsprotesten
Beitrag von: Kuddel am 21:26:29 Fr. 11.Juni 2010
Das Bündnis "Bundesweiter Bildungsstreik" teilt mit, dass 70.000 Menschen, darunter vor allem Schüler, Studierende und Auszubildende, in über 40 Städten an den Bildungsprotesten am 9. Juni teilgenommen haben. In vielen Städten sei es dabei auch zu Besetzungen und längeren Straßenblockaden gekommen. Die größten Demonstrationen fanden in Berlin, Dortmund, Stuttgart, Freiburg und Münster statt. Auch in Salzburg und Wien gab es am gleichen Tag Bildungsproteste. Die Aktionswoche des Bundesweiten Bildungsstreik dauert noch bis zum 11. Juni.
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 21:45:29 Fr. 11.Juni 2010
Zitat
Traditionsbruch für die Lübecker Universität: Aus Protest gegen das Ende der Mediziner-Ausbildung hat die Bürgerschaft der Hansestadt am Freitag erstmals nicht im Rathaus, sondern vor dem Kieler Landtag getagt. Mit einem Appell forderte sie einstimmig, die Fakultät zu erhalten. „Wer in Lübeck den Studiengang Medizin schließt, der macht die Universität platt“, sagte Universitätspräsident Peter Dominiak bei aufgeheizter Stimmung vor den Ratsmitgliedern und mehr als 300 Demonstranten. Unterstützung kam aus der Landtags-Opposition.

Der einzige Tagesordnungspunkt der Sondersitzung lautete „Rettet die Universität Lübeck“. Die Landesregierung will den Studiengang Medizin streichen, um dadurch rund 24 Millionen Euro pro Jahr zu sparen. Von 2500 Studienplätzen in der Hansestadt sind 1500 Medizinstudienplätze.

„Es ist das erste Mal seit Menschengedenken, dass die Lübecker Bürgerschaft außerhalb Lübecks tagt“, sagte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD).Ein Podium und Klappstühle für die Bürgerschaftsmitglieder waren vor den Stufen des Landeshauses aufgebaut, Abgeordnete und Demonstranten trugen gelbe T-Shirts mit der Aufschrift „Ich kämpfe für die Uni Lübeck.“ „Todesursache Morbidus Carstensen“ stand auf einem Plakat, „Vom Jager zum Gejagten“ auf einem anderen - in Anspielung auf Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU). Die Demonstranten skandierten laut „Lübeck kämpft“, Bürgerschaftsmitglieder riefen mit.

„Diese kleine, feine Universität hier oben im Norden ist eine der besten in Deutschland“, sagte Saxe. Sie sei in der strukturschwachen Region wichtig - etwa für die Branche der Medizintechnik, die mit 600 Unternehmen und 15.000 Beschäftigten einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche in Schleswig-Holstein sei. Saxe kündigte ein Gespräch mit Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) am Sonntag an. Dominiak erklärte, der Lübecker Standort des Universitätsklinikums Schleswig-Holsteins (UKSH), das die Landesregierung privatisieren will, sei ebenfalls gefährdet. Ohne Medizin an der Uni gebe es kein Krankenhaus der Maximalversorgung mehr.

Die Landesregierung will die Mediziner-Ausbildung in Kiel konzentrieren, weil Schleswig-Holstein überproportional viele Mediziner ausbilde und die Studienplätze sehr teuer seien. Alternativen zu den Plänen müssen das gleiche Volumen bringen, so die Devise von schwarz-gelb. Das betonte auch der CDU-Abgeordnete Daniel Günther am Freitag. Das Land könne sich die Ausbildung an zwei Standorten nicht mehr leisten.

SPD, Linke und Grüne dagegen unterstützten den Protest. „Ein schwerer Gang für Hanseaten“, urteilte der Landtagsabgeordnete der Grünen, Thorsten Fürter, aus Lübeck. Die Geste der Demut zeige aber: „Lübeck lässt sich das nicht gefallen.“ Martin Habersaat von der SPD erklärte, die Uni und das UKSH seien für die Wirtschafts- und Innovationskraft der ganzen Region unerlässlich. Ähnlich äußerten sich die Linken.
http://www.kn-online.de/top_themen/156189-Luebecker-Buergerschaft-tagt-aus-Protest-in-Kiel.html (http://www.kn-online.de/top_themen/156189-Luebecker-Buergerschaft-tagt-aus-Protest-in-Kiel.html)
Titel: Aktionstag in Kiel
Beitrag von: Kuddel am 18:05:56 Mo. 14.Juni 2010
16.06.2010, 15.00 Uhr, Hbf. Kiel
 
Gemeinsam mit  den  Beschäftigten  und  den  Studierenden
der  Universitäten  Flensburg,  Lübeck  und    Kiel  gegen  die
Sparpläne der Landesregierung.

 
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: antonov am 05:45:21 Di. 15.Juni 2010

14.06.2010 | derwesten.de | Gerrit Dorn
Studenten besetzen Kölner SPD-Zentrale

Köln. Die Parteizentrale der Kölner SPD ist besetzt. Seit dem Vormittag halten sich dort Schüler und Studierende auf. Sie fordern die unmittelbare Abschaffung der Studiengebühren und des dreigliedrigen Schulsystems.

„Eine Schule für alle“ und „Studiengebühren abschaffen“ – das fordern die Schüler und Studenten, die seit Montagmorgen um 11 Uhr die Kölner SPD-Zentrale besetzt halten. Sie verlangen von den Landtagsfraktionen von SPD, Grünen und Linken, noch vor der Regierungsbildung einen Antrag auf Abschaffung der Studiengebühren in Nordrhein-Westfalen einzubringen.

Zwischen 15 und 30 Studenten im Versammlungsraum

Die SPD kooperiert mit den Studenten – allerdings nur in begrenztem Rahmen. „Wir haben den Studenten die Möglichkeit gegeben, hier eine Pressekonferenz abzuhalten und warten jetzt ab, wie die Studenten weiter vorgehen“, sagte Partei-Geschäftsführer Frank Mederlet. Er wies allerdings auch darauf hin, dass die Kölner SPD kaum Möglichkeiten hat, die Forderungen der Studenten umzusetzen: „Wir werden den Landtagsfraktionen keine Ratschläge erteilen.“ Mit dem Vorsitzenden der Kölner SPD Jochen Ott war allerdings auch schon vor Ort ein Abgeordneter des neuen Landtags vor Ort, um sich die Forderungen der Studenten anzuhören.

Nach Angaben von Ralf Lüth, Sprecher der Streikaktivisten, befinden sich noch 30 Schüler und Studenten im Versammlungsraum der Parteizentrale. Die SPD spricht von 15 bis 20 Personen. Zurzeit beraten sie im Plenum, wie die Besetzung weiter gehen soll. Die zwischenzeitlich informierte Polizei war vor Ort, rückte aber ohne einzugreifen wieder ab – SPD-Vertreter hatte die Studenten als „Gäste“ in der Parteizentrale akzeptiert.

---> Quelle (http://www.derwesten.de/nachrichten/Studenten-besetzen-Koelner-SPD-Zentrale-id3109490.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:52:24 Di. 15.Juni 2010
Zitat
Bildungsstreik: Wut aber keine Perspektive!

(http://media.de.indymedia.org/images/2010/06/284066.jpg)

Am 9. Juni gingen bis zu 85.000 SchülerInnen, Studierende und Azubis in mehreren Dutzend Städten auf die Straße. Die Proteste richten sich gegen zahlreiche Probleme im Bildungssystem wie Kürzungen, Studiengebühren und Leistungsdruck. "Wenn ich hier alle Probleme aufzählen würde, würden wir eine Woche hier sein", meinte ein Redner auf der Demonstration in Berlin.

In den Wochen vor dem Bildungsstreik wurden in Hessen und Schleswig-Holstein Kürzungen an den Hochschulen beschlossen. Am 7. Juni wurde auch das Sparpaket der Bundesregierung, das größte Kürzungsprogramm in der Geschichte der BRD, der Öffentlichkeit vorgestellt. Vor diesem Hintergrund wurde für jeden denkenden Menschen klar, dass trotz vieler Versprechen die Regierung die Bildungsausgaben nicht erhöhen und wahrscheinlich nicht mal halten wird.

Über die Uni hinaus

Beim Bildungsstreik kam es auch zu radikaleren Aktionen: in mehreren Städten wurden Universitätsräume besetzt und in Freiburg okkupierten 200 AktivistInnen zwei Gleise am Hauptbahnhof. So eine Besetzung, die einen Teil der WIrtschaft kurzzeitig zum Stillstand bringt, ist extrem wichtig – aber wir dürfen nicht vergessen, dass diese Aktion von Hunderten SchülerInnen und Studierenden genauso gut von einem/r einzigen Lokführer/in hätte durchführt werden können. Doch leider fand dieser Bildungsstreik fast ohne Beteiligung von Beschäftigten statt.

Die Ansätze, die über die Universität bzw. das Gymnasium hinaus gingen, waren wieder nur minimal. In Kassel nahmen Hunderte Auszubildende am Bildungsstreik teil, was in erster Linie der Arbeit der trotzkistischen Organisation SAV zu verdanken war. An der Freien Universität Berlin demonstrierten Studierende am Tag vor dem Bildungsstreik durch die Mensa, um die Forderung der Beschäftigten nach der Reparatur der Klimaanlage zu unterstützen.

Ist der Bildungsstreik gescheitert?

Dieser Bildungsstreik war fast genauso groß wie der Streik im November letzten Jahres. Doch damals waren die Proteste von Besetzungen an rund 70 Universitäten begleitet. Dieses Mal waren die TeilnehmerInnenzahlen deutlich kleiner als vor einem Jahr: am 17. Juni 2009 nahmen über 250.000 Menschen am bundesweiten Bildungsstreik teil, also knapp viermal mehr als jetzt. In Berlin etwa sank die TeilnehmerInnenzahl von 27.000 auf 7.000.

Im Organ der linksliberalen Mittelschichten, DIE ZEIT, hieß es deswegen als Fazit, der Streik sei "gescheitert". Um dieses Scheitern zu erklären, stellt Jan-Martin Wiarda fest: "die Leitfiguren des Bildungsstreiks [haben] es versäumt […], den Aktionen eine starke programmatische Grundlage zu geben." Damit meint er natürlich, dass die protestierenden SchülerInnen und Studierende der Regierung kein ausgearbeitetes Konzept für eine umfassende Bildungsreform vorgelegt haben. Angesichts der Tatsache, dass die Regierung sowieso keinen zusätzlichen Cent auszugeben bereit ist, wäre ein solcher Versuch auch absurd.

"Keine programmatische Grundlage"

Die Aussage stimmt aber insofern, dass die OrganisatorInnen des Bildungsstreiks mehr als eine Viertel Million Menschen zu einem Bildungsstreik mobilisiert hatten, ohne klar zu machen, welche Protestformen notwenig wären, um auch nur einzelne Forderungen durchzusetzen. Viele Studierende hofften darauf, dass wir nur die PolitikerInnen auf die Probleme an den Unis aufmerksam machen müssten, damit sich etwas ändern würde. Und tatsächlich gab es nach dem Streik viel "Dialog" und "Runde Tische" – vor allem zeigten PolitikerInnen jeder Couleur viel Verständnis ("es muss Korrekturen geben" usw. usf.).

Doch im letzten Jahr hat sich neben kleinen (und kostenlosen!) Zugeständnissen wie der Abschaffung der Anwesenheitspflicht an verschiedenen Unis praktisch nichts verändert. Selbst die Versprechen der Regierung, mehr Geld für "Exzellenz" und Eliteförderung im Bildungssystem auszugeben, haben sich angesichts der Krise in Luft aufgelöst.

Kick it like Frankreich!

Die einzige Möglichkeit für Veränderung besteht darin, Druck auf die Herrschenden aufzubauen, sodass unsere Proteste teurer werden als die Erfüllung unserer Forderungen. Das Beispiel aus Freiburg zeigt, dass letztendlich nur ArbeiterInnen in der Lage sind, solchen Druck aufzubauen. In Frankreich zum Beispiel war es vor vier Jahren möglich, ein jugendfeindliches Gesetz durch Generalstreiks mit Millionen TeilnehmerInnen komplett zurückzuschlagen.

Verschiedene marxistische AkteurInnen des Bildungsstreiks, wie Marx21 (die Linke.SDS führt) oder die SAV bemängeln, dass autonome Kräfte die Herausbildung von handlungsfähigen bundesweiten Strukturen blockiert haben, was die Mobilisierung unheimlich erschwerte. Das ist ein dauerhaftes Problem (gerade unter Studierenden), das dauerhaft bekämpft werden muss. Doch die Ursachen dafür, dass dieser Bildungsstreik kleiner ausfiel, liegen tiefer – denn auch früheren Bildungsstreiks fehlten effektive bundesweite Strukturen.

Arbeitende & Studierende gemeinsam!

Für künftige Bildungsstreiks müssen wir ein klares Programm entwickeln, wie wir eine gemeinsame Bewegung mit Beschäftigten aufbauen können. Wir können mit Beschäftigten an der Universität anfangen, doch dürfen nicht da stehen bleiben, denn gerade die ArbeiterInnen in den Fabriken, im Transportwesen, im Handel usw. können große wirtschaftliche Schäden verursachen. Dafür müssen wir die Forderungen der arbeitenden Bevölkerung aufgreifen – denn "wir können nicht erwarten, dass FluglotsInnen oder MüllfahrerInnen in den Streik treten, nur weil die Lehrpläne den Studis nicht gefallen."

In den nächsten Wochen und Monaten wird es genug Gelegenheiten geben, die Bildungsproteste mit Arbeitskämpfen zu verschmelzen: etwa der Streik des Bodenpersonals an den Berliner Flughäfen oder die kommenden Auseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst über die Streichung von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen beim Bund.

Wir brauchen uns wirklich keine Sorgen zu machen, dass wir mit einer "zu radikalen" Ausrichtung konservativ gesinnte Studis abschrecken – das Problem ist viel mehr, dass wir mit zu wenig radikalen Aktionsformen (eintägigen Bildungsstreiks alle sechs Monate) überhaupt keine Perspektive haben. Die programmatische Grundlage des Bildungsstreiks muss sein, dass wir eine gemeinsame Bewegung von allen aufbauen, die von der Kürzungspolitik der KapitalistInnen und ihres Staates betroffen sind. Arbeitende und Studierende: gemeinsam streiken!

von Wladek Flakin, Berlin
http://de.indymedia.org/2010/06/284065.shtml (http://de.indymedia.org/2010/06/284065.shtml)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 12:43:22 Mi. 16.Juni 2010
Auf nach Kiel: Lübeck zeigt Flagge für die Uni!

Lübeck/Kiel – Das hat es noch nie gegeben: Tausende Lübecker fahren in die Landeshauptstadt, um dort vor dem Landtag für den Erhalt ihrer Universität zu kämpfen. Heute um 15 Uhr beginnt die Großdemonstration vor dem Hauptbahnhof in Kiel.


„Wir hoffen auf 10 000 Unterstützer“, sagt Linda Krause, Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschuss (Asta), der Uni Lübeck. Mit dabei sind neben den Studenten aus Lübeck auch die aus Flensburg, Kiel und Hamburg, das Lübecker Uni-Präsidium, Wissenschaftler, die Politik, Mitarbeiter des Uniklinikums, Gewerkschaften, das Theater Lübeck und gesellschaftliche Größen der Hansestadt. Ein Polizeisprecher in Kiel: „Eine so große Anzahl an Teilnehmern einer Demo ist in Kiel eher selten.“

Asta-Vorsitzende Krause hält es für den völlig falschen Schritt der schwarz-gelben Landesregierung, die Mediziner-Ausbildung in Lübeck zu schließen. Damit sei die gesamte Uni dicht. „Man kann nicht an der Bildung sparen. Wie sollen wir ohne Bildung die Schulden des Landes zurückzahlen?“ so Krause. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) geht auf die Straße, „weil ich weiß, von welch großer Bedeutung die Uni für die Zukunft unserer Stadt ist“. Tausende von Arbeitsplätzen, Dutzende von Unternehmen hängen von der Uni ab. „Die Stadt wird um Jahrzehnte zurückgeworfen, wenn die schrecklichen Pläne des Landes wahr werden!“

Auch Uni-Präsident Peter Dominiak ruft auf, zu Demo nach Kiel zu fahren. „Ohne Druck geht es nicht! Es ist enorm wichtig, dass wir in Kiel ein deutliches Ausrufezeichen setzen.“ Klares Signal vom Ver.di-Landesfachbereichsleiter Steffen Kühhirt: „Wir müssen Farbe bekennen für Lübeck.“

Wissenschaftsmanagerin Iris Klaßen freut sich über die Unterstützung: „Toll, wie die Stadt hinter der Uni steht. Von der Sachbearbeiterin über die Einzelhändler und Handwerker bis zum Nachwuchsforscher sind alle betroffen.“
Für Lübeck spricht sich ebenfalls der Fraunhofer-Vorstand Ulrich Buller aus: „Wir unterstützen unsere Kollegen an der Lübecker Uni nachdrücklich.“ Die Fraunhofer-Gesellschaft wolle weiter an dem Bau eines Institutes in Lübeck festhalten.

Petitesse am Rande: Aus Flensburg fahren auch Busse zur Demo. Davon zwei, die der CDU-Kreisverband bezahlt. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Christian von Boetticher findet das gar nicht witzig. Das sei doch „sehr befremdlich“.

http://www.ln-online.de/artikel/2803234/Auf_nach_Kiel%3A_L%FCbeck_zeigt_Flagge_f%FCr_die_Uni%21.htm (http://www.ln-online.de/artikel/2803234/Auf_nach_Kiel%3A_L%FCbeck_zeigt_Flagge_f%FCr_die_Uni%21.htm)

http://www.ln-online.de/uni_bleibt/ (http://www.ln-online.de/uni_bleibt/)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 20:30:18 Do. 24.Juni 2010
„Versager“-Rufe für de Jager an Lübecker Uni

Lübeck - Der Protest gegen die geplante Streichung der Medizinerausbildung in Lübeck geht weiter. Wütende Studenten und Beschäftigte des Lübecker Universitätsklinikums haben am Dienstag in Sprechchören den Rücktritt von Schleswig-Holsteins Wissenschaftsminister Jost de Jager (CDU) gefordert. Zuvor hatte der Minister in einer Personalversammlung den Beschäftigten die Pläne der Landesregierung für die Universität und das Klinikum erläutern. Die Regierung will von 2011 an die Medizinische Fakultät der Lübecker Uni auslaufen lassen, um so bis 2020 rund 150 Millionen Euro zu sparen. Außerdem soll das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit seinen Standorten Lübeck und Kiel verkauft werden, wo in den nächsten Jahren Bauinvestitionen von 700 Millionen Euro fällig werden.

Vor rund 700 Beschäftigten vom Klinikdirektor bis zur studentischen Hilfskraft bemühte sich de Jager, die Gründe der schwarz-gelben Koalition für das rigorose Sparpaket darzulegen. Die Landesregierung wolle die Lübecker Uni nicht platt machen, sondern den Bereich Medizintechnik stärken und auch „medizinische Forschungskerne“ wie zum Beispiel mit der Kieler Universität verzahnte Sonderforschungsbereiche in Lübeck belassen, sagte der Minister. Nähere Angaben dazu machte er nicht. Am geforderten Einsparvolumen von zunächst 24 Millionen und ab 2015 26 Millionen jährlich sei jedoch nicht zu rütteln, betonte er. „Die Entscheidung der Fraunhofer-Gesellschaft, in Lübeck zu bleiben, zeigt, dass Forschung in Lübeck auch ohne Medizinische Fakultät möglich ist“, sagte der Minister.

De Jager hatte keinen leichten Stand. Während sich im Saal die Unmutsäußerungen der Zuhörer noch in Grenzen hielten, schlug ihm vor dem Audimax geballter Protest entgegen. Nach Schätzungen der Polizei bis zu 1500 Menschen schwenkten gelbe Protestplakate, skandierten Parolen „Rücktritt“, „Lügner“ und „de Jager, Versager“. Als der Minister auf die Frage, ob er die wirtschaftlichen Folgen der geplanten Schließung durchgerechnet habe, zu einer ausführlichen Antwort ausholte, platzte einer Frau der Kragen: Ja oder Nein solle er sagen - oder zurücktreten, rief sie mit vor Wut heiserer Stimme.

Die Lübecker Uni soll nach dem Willen der Landesregierung vom Wintersemester 2011/2012 an keine Erstsemester mehr für das Medizinstudium aufnehmen. In Lübeck befürchtet man, dass dies das Aus für die gesamte Uni bedeutet. Von rund 2500 Studenten sind 1500 angehende Mediziner. Die übrigen verteilen sich auf die Studiengänge Informatik, Medizinische Ingenieurswissenschaften und Molecular Life Sciences. Da alle Fächer eng miteinander verzahnt sind, befürchten Studenten und Wissenschaftler das Aus für die gesamte Uni, wenn die Medizinische Fakultät geschlossen wird.

Gegen die Pläne hagelt es Proteste von Wissenschaftlern und Verbänden aus dem ganzen Bundesgebiet. In der vergangenen Woche hatten 14.000 Menschen in Kiel gegen die Schließungspläne protestiert. Bis Mitte Juli will die Universität ein Alternativkonzept vorlegen, wie sie die geforderte Summe sparen kann, ohne die Medizinerausbildung aufzugeben. Außerdem laufen hinter den Kulissen Gespräche, wie die Uni mit Hilfe des Bundes gerettet werden kann.

http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/landespolitik/?em_cnt=157789 (http://www.kn-online.de/schleswig_holstein/landespolitik/?em_cnt=157789)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:40:24 Sa. 03.Juli 2010
Zitat
Demonstration
Für die Uni Lübeck geht es um alles

Gegen die Schließung ihrer medizinischen Fakultät demonstrierten in Lübeck rund 8000 Menschen. Mit der Medizin stehe und falle die gesamte Uni, sagen Studentenvertreter.


(http://images.zeit.de/studium/hochschule/2010-07/demo-luebeck-medizin/demo-luebeck-medizin-540x304.jpg)

Als sich unweit des Lübecker Stadttors Hunderte zur Demonstration für den Erhalt ihrer Uni sammeln, herrscht ein einheitlicher Dresscode. Fast alle Schüler und Studenten, Arbeitnehmer und Rentner, Kleinkinder in Bollerwagen und vereinzelte Exzentriker, die auf neonfarbenen Hüpfbällen zur Demo gekommen sind, tragen kurze Hosen und gelbe T-Shirts.

"Ich kämpfe für die Uni Lübeck" steht auf den Hemden der insgesamt rund 8000 Demonstranten, die aus allen Himmelsrichtungen zum Lübecker Marktplatz marschieren. Und wo man auch hinsieht, überall hängen gelbe Plakate mit ähnlichen Kampfansagen: In den Schaufenstern der Marzipanläden und des Geschäfts für "maritime Berufsbekleidung", vor Kirchen, in Wohnungen und links und rechts des Buddenbrookhauses. Ganz zu schweigen vom Holstentor, an dem ein riesiges gelbes Banner auf die gefährdete Uni hinweist.

Schon seit Wochen gehören die gelben T-Shirts und Poster zum Lübecker Stadtbild. Denn dass ihre Fakultät abgeschafft werden soll, erfuhren die 1500 Mediziner unter Lübecks 2500 Studierenden bereits Ende Mai. Ab Wintersemester 2011/2012, so hieß es aus der Landeshauptstadt Kiel, sollen in Lübeck keine neuen Ärzte mehr ausgebildet werden. Begründet wird der harte Einschnitt von der schwarz-gelben Landesregierung um Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) mit der hohen Verschuldung des Landes.

Schleswig-Holstein ist mit fast 25 Milliarden Euro in den Miesen. Jedes Jahr kommt eine weitere Milliarde an Zinsen hinzu. Für 2020 hat der Landtag deshalb eine Schuldenbremse beschlossen. Bis dahin, so entschied das Regierungskabinett, sollen durch die Schließung der medizinischen Fakultät in der Hansestadt 150 Millionen Euro eingespart werden.

"Wenn wir den Etat bei allen Hochschulen zehn Prozent kürzen, würden viele Fakultäten hinter die Mindestleistung zurückfallen", sagt Cordelia Andreßen, die Leiterin des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft, in Lübeck bei einer Diskussionsrunde, die live für die Demonstranten auf den Marktplatz übertragen wird. Zudem gebe es auch an der Universität in Kiel eine medizinische Fakultät. Deshalb sei beschlossen worden, an der Ärzteausbildung in Lübeck zu sparen, trotz ihres guten Rufes.

Seitdem der Beschluss bekannt geworden ist, sammeln sich im Kieler Ministerium die Protestbriefe. Nach Agenturberichten hat die Leiterin der Hochschulrektorenkonferenz gegen das Sparvorhaben Widerspruch eingelegt, weiterhin der Präsident der Studienstiftung des deutschen Volkes, und auch international stoßen die Kürzungspläne auf Missfallen.

Der Einsatz für die Universität Lübeck hat mittlerweile auch international für Aufsehen gesorgt: "German states wield the axe" heißt es zum Beispiel in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Nature. "Dort erwähnt zu werden, ist für viele Wissenschaftler ein Lebenstraum", sagt der 25-Jährige Christoph Zabel, der an seiner Doktorarbeit forscht und sich im Fachschaftsrat der Mediziner engagiert. "Wir Lübecker haben das geschafft. Leider mit einer schlechten Nachricht."

Viele Lübecker befürchten, dass mit der medizinischen Fakultät die ganze Uni sterben könnte und die kurzfristigen Einsparerfolge durch langfristige wirtschaftliche Schäden übertroffen werden. Nach einer Umfrage der Lübecker Industrie- und Handelskammer denkt jedes fünfte Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen im Raum Lübeck über einen Wegzug nach, sollte die Medizin geschlossen werden. Insgesamt 23.000 Menschen sind im Umland in der Branche beschäftigt. "Die Schließung der Uni ist schlimmer, als wenn man den Hafen dicht machen würde", hatte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) bereits Anfang Juni gesagt.

"Bei dieser kleinen Uni mit diesem klaren Profil die Medizin aufzugeben bedeutet, die ganze Universität aufzugeben", sagt Christoph Zabel. "Wer diese Analogie bestreitet, sagt entweder die Unwahrheit, oder hat keine Ahnung." Ähnlich argumentiert auch die 21-jährige Linda Krause, die als Asta-Vorsitzende gestern mit Cordelia Andreßen diskutierte und seit Wochen gegen die Sparpläne der Regierung kämpft – obwohl sie gar keine Medizinerin ist.

Vor zwei Jahren ist die gebürtige Münchnerin in den hohen Norden gekommen, um angewandte Mathematik zu studieren, einen der spezialisierten Bachelor-Studiengänge, die erst seit einigen Jahren neben der Ärzteausbildung an der Universität Lübeck angeboten werden. Geht es nach der Landesregierung, soll Krauses Fach in Zukunft trotz Sparmaßnahmen gezielt gefördert werden. "Das, was die Lehre in der angewandten Mathematik exzellent macht, ist die Anbindung an die exzellente Medizin", widerspricht die Studentenvertreterin. "Wenn die Medizin-Professoren gehen müssen, leidet auch in meinem Fach die Lehre."

Angesichts des anhaltenden Widerstands haben pünktlich zur Bildungsdemo einzelne Landtagsabgeordnete aus CDU und FDP ihre Vorbehalte gegenüber den Sparplänen ihrer Fraktionen angekündigt. Schwarz-gelb regiert in Kiel mit einer einzigen Stimme Mehrheit – und steht deshalb auf wackeligen Beinen. Doch wenn im Dezember mit dem neuen Haushalt über die Fakultätenstreichung entschieden wird, könnte die Uni Lübeck bereits irreparablen Schaden genommen haben, warnt Doktorand Christoph Zabel. "Die Regierung spielt auf Zeit", sagt er. "Wir brauchen jetzt eine Zusage, dass die Medizin bleibt, sonst platzen Drittmittelprojekte. Die Uni stirbt schon jetzt."

Am Dienstag will die Universitätsleitung ein eigenes Sparprogramm vorstellen, das zurzeit noch geheim gehalten wird. Die Farbe Gelb, für die sich die Studenten bei ihrer Protestplanung laut Christoph Zabel eher zufällig entschieden haben, ist schließlich irreführend: In Lübeck herrscht längst Alarmstufe Rot.
http://www.zeit.de/studium/hochschule/2010-07/luebeck-demonstration-medizin (http://www.zeit.de/studium/hochschule/2010-07/luebeck-demonstration-medizin)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Aloysius am 11:52:28 Fr. 09.Juli 2010
Aufatmen, erst einmal!

Zitat
Medizin-Studium in Lübeck bleibt erhalten

Bund entlastet Land durch Übernahme der Kosten für Meeresforschung

Kiel/Lübeck - Der von der Schließung bedrohte Medizin-Studiengang in Lübeck bleibt erhalten. Die vom Land geplante Einsparsumme in Höhe von 25 Millionen Euro solle durch eine Umwandlung des Kieler Leibniz-Instituts für Meereskunde in ein Institut der Helmholtz-Gemeinschaft kompensiert werden, berichtete das "Flensburger Tageblatt". "Mit dieser Annahme liegen Sie sehr nah dran - vorausgesetzt, das Land stellt klar, dass die Medizin an der Uni Lübeck erhalten bleibt", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) dem Blatt am Donnerstag in Berlin. Das bisher zu 50 Prozent vom Land finanzierte Institut wird damit künftig zu 90 Prozent vom Bund finanziert.

...

http://www.welt.de/die-welt/regionales/hamburg/article8382368/Medizin-Studium-in-Luebeck-bleibt-erhalten.html

Gestern noch beim CD-Stammtisch in Kiel drüber gesprochen, auch mit beteiligten Menschen aus Lübeck...

Heute die gute Nachricht  :))
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 20:00:04 Sa. 07.August 2010
Zitat
Brandenburg: Unis unter Druck

Proteste gegen Sparpläne der Regierung: Die Oppositionsfraktionen im Brandenburger Landtag wollen die angekündigte Kürzung von zehn Millionen Euro aus den Kassen der brandenburgischen Hochschulen verhindern.

Jens Lipsdorf (FDP), Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Forschung, forderte die Landesregierung jetzt auf, das Geld nicht anzutasten. Er werde darauf drängen, dass der Ausschuss Anfang September dies in einer Stellungnahme formuliert, um den politischen Druck zu erhöhen, bevor im Herbst der Haushalt verabschiedet wird. Auch die Grünen-Landesvorsitzende Annalena Baerbock kündigte Initiativen gegen die Kürzungen im Landtag an.

Die brandenburgische Landesregierung plant, den Hochschulen zehn Millionen Euro wegzunehmen, die sie als Rücklage zurückgelegt haben. Gemäß dem Hochschulpakt zwischen der Regierung und den Hochschulen aus dem Jahr 2007 dürfen die Unileitungen eigentlich Haushaltsmittel des Landes ins nächste Jahr übertragen, wenn das Geld erst spät überwiesen wird. So soll verhindert werden, dass die Hochschulen spät überwiesenes Geld am Jahresende hektisch für Maßnahmen ausgeben müssen, die ihnen womöglich gar nicht richtig weiterhelfen. Stattdessen sollen mithilfe der Rücklagen langfristige Projekte finanziert werden. Die Höhe der Rücklagen liegt derzeit insgesamt bei 24,6 Millionen Euro.

Davon soll jetzt allein die Universität Potsdam 4,5 Millionen Euro abgeben. Stark betroffen ist auch die Brandenburgische Technische Universität Cottbus (BTU) mit einer Rückzahlung von 3,66 Millionen Euro. Wegen der Haushaltssperre im Land Brandenburg sollen die Hochschulen in diesem Jahr zudem weniger Geld erhalten als versprochen. So würden der Universität Potsdam weitere zwei Millionen Euro fehlen.

Der gesamte Sparbetrag entspreche 130 Stellen, warnte Potsdams Präsidentin Sabine Kunst unlängst. Halte der Sparkurs auch im nächsten Jahr an, könne die Universität freie Stellen nicht wiederbesetzen, sagte eine Sprecherin. BTU-Präsident Walther Zimmerli sagte der „Lausitzer Rundschau“, er sehe mit der beabsichtigten Kürzung den Aufwärtstrend seiner Hochschule gefährdet. Die Hochschulen wollen jetzt ein Gutachten einholen, das klären soll, ob das Vorgehen des Landes rechtens ist.

Der Wissenschaftsexperte der CDU-Fraktion im Landtag, Michael Schierack, sieht mit dem Griff in die Kassen den Hochschulpakt zwischen Hochschulen und Landesregierung verletzt. Die Entnahme stehe zudem im Widerspruch zur Regierungserklärung, laut der Wissenschaft und Bildung nicht angetastet werden sollten. Martin Gorholt (SPD), Staatssekretär von Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD), verteidigte dagegen die Kürzungen. Die Hochschulen könnten nicht vollständig aus der Haushaltskonsolidierung ausgenommen werden. ddp/tiw
http://www.tagesspiegel.de/wissen/brandenburg-unis-unter-druck/1897962.html (http://www.tagesspiegel.de/wissen/brandenburg-unis-unter-druck/1897962.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:35:48 Fr. 24.September 2010
Zitat
Erschöpft vom Bummeln

Studenten klagen über steigenden Leistungsdruck - nun aber enthüllt eine neue Studie, wie wenig die meisten in Wahrheit für ihr Studium tun.
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,718885,00.html (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,718885,00.html)

stürmer-online weiß alle gesellschaftlichen Bereiche richtig zu kommentieren.  X(
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:48:42 Mo. 11.Oktober 2010
Schüler- und Studentenproteste in Dänemark

Mehr als 40.000 Jugendliche sind am Dienstag in fünf Städten in Dänemark gegen die Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik der Regierung Rasmussen auf die Straße gegangen. Die Proteste von Schülern, Auszubildenden und Studenten richten sich gegen die Kürzungen im Bildungsetat. Nachmittags versammelten sich 25.000 Menschen vor dem Parlament in Kopenhagen und forderten ein Ende der Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich.

http://www.rf-news.de/2010/kw40/07.10.10-schueler-und-studentenproteste-in-daenemark (http://www.rf-news.de/2010/kw40/07.10.10-schueler-und-studentenproteste-in-daenemark)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 18:41:28 Di. 19.Oktober 2010
Zitat
Massenproteste auf Österreichs Universitäten

Tausende Studenten, Uni-Lehrende, Betriebsräte und Sympathisanten haben am Dienstag an Vollversammlungen von Universitäten im ganzen Land teilgenommen.
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2522935/oesterreichweite-uni-proteste-gegen-budgetkuerzung.story (http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2522935/oesterreichweite-uni-proteste-gegen-budgetkuerzung.story)

Zitat
    Unis: "Uns platzt der Kragen"
Großen Zulauf haben am Dienstag die Vollversammlungen zum Protest gegen die geplanten Budgetkürzungen an den steirischen Universitäten gebracht. Die Rektoren befürchten Personalabbau und weniger Forschung.
http://steiermark.orf.at/stories/476869/ (http://steiermark.orf.at/stories/476869/)

Zitat
"Dann machen eben wir Bildungspolitik"

Bei einem Lokalaugenschein an der Grazer Karl Franzens Universität wurde deutlich: Die Wellen schlagen angesichts ausgehungerter Hochschulen nach den großen Proteste des vergangenen Herbsts wieder hoch. Alle Ebenen der Universität vereint gegen eine "Regierung der Ingoranz".
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2523897/dann-machen-eben-eben-bildungspolitik.story (http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2523897/dann-machen-eben-eben-bildungspolitik.story)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:29:52 Fr. 22.Oktober 2010
15.000 Studenten und Lehrer bei Unibrennt-Demo in Wien
Während sich die Rektoren zumindest verbal bereits auf die Seite der Studenten geschlagen haben, benötigt die Politik wohl noch einigen Druck von der Straße, um den Forderungen der Studenten näher zu treten


http://www.heise.de/tp/blogs/8/148607 (http://www.heise.de/tp/blogs/8/148607)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:52:24 Di. 26.Oktober 2010
Zitat
Demo: Studenten sabotieren ORF-Sendung

Mehr als tausend Studenten demonstrierten am Stephansplatz gegen die Kürzung der Familienbeihilfe. Die Übertragung wurde kurz unterbrochen. Es gibt bereits einen Termin für die nächste Demo.


Pfiffe, Buhrufe und Trommeln schallten am Sonntag abend über den Stephansplatz. Mehr als tausend Menschen demonstrierten dort gegen die "studierenden- und zukunftsfeindliche Politik" der Regierung, während Vertreter aller Parteien bei der ORF-Sendung "Im Zentrum" im Haas-Haus über das Budget diskutierten. Auf Transparenten prangerten die Demonstranten die Politik von Kanzler Werner Faymann und Finanzminister Josef Pröll an.

(http://diepresse.com/images/uploads/b/1/a/604954/demo_studenten_sabotieren_orfsendung_demoo20101025102052.jpg)

"Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten" riefen Anhänger des Verbands Sozialistischer StudentInnen, "Verraten von Dick und Doof" die der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft. "Verhandeln ist wohl nicht eure Stärke", plakatierten die sozialistischen Studenten in Richtung ihrer Mutterpartei, "Verarschen können wir uns selber" die AG-Studenten. "Familienbeihilfe streichen ist Zukunftsraub" stand auf einem Plakat, das von Heliumluftballons vor die Fenster des Haas-Hauses getragen wurde.


Kabel zum Ü-Wagen gekappt

Während der Proteste kam es auch zu einem Sendungsausfall. Wie ORF-Kommunikationschef Pius Strobl bestätigte, hatten offenbar Protestierende die Leitung zum Übertragungswagen unterbrochen. Bei "Im Zentrum" wird das Signal über einen in einer Seitengasse geparkten Übertragungswagen per Richtfunk zum ORF-Zentrum geschickt. Laut Strobl dauerte der Sendeausfall etwa 60 Sekunden. Polizisten übernahmen daraufhin die Sicherung des Ü-Wagens.

Nach der Demo am Stephansplatz zogen mehrere hundert Studenten zum Finanzministerium in Wien-Landstraße weiter. Auf dem Weg skandierten sie etwa "Hey, ho, Pepi Pröll has got to go". Zwischenfälle gab es keine.

Nächste Demo am Donnerstag

"Der Kampf gegen den Budgetplan hat erst begonnen", hieß es in einer ÖH-Aussendung vom Sonntagabend. Darin wertete das Vorsitzteam der ÖH die spontane Protestaktion vor dem Wiener Haas-Haus vom Sonntagabend als "vollen Erfolg". Sie sprach von 5000 Teilnehmern (die Polizei von 1000). Die ÖH rief schon zur nächsten Protestkundgebung auf. Am Donnerstag (28. Oktober) startet um 16 Uhr ein Demonstrationszug vor der Universität Wien, der zum Wirtschaftsministerium führen soll.
(http://diepresse.com/images/uploads/b/1/a/604954/demo_studenten_sabotieren_orfsendung_dem20101025102109.jpg)
http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/604954/index.do (http://diepresse.com/home/bildung/erziehung/604954/index.do)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 14:22:14 Mi. 27.Oktober 2010
Zitat
Aufruf der Streikenden aus Rennes

(http://de.indymedia.org/icon/2010/10/292978.jpg)
Wir sind Prekäre, ArbeiterInnen, Studierende oder Arbeitslose, die zur Zeit in die Auseinandersetzung gegen die Rentenreform der Sarkozy-Regierung verwickelt sind. Diese Reform sieht eine Erhöhung des Rentenbeitrittsalters und den Anstieg der Anzahl an Einzahlungspflichtigen Arbeitsjahren, um ein Recht auf Rente zu haben, vor.


Diese Massnahme wird eine Verschlechterung der Lebensbedingungen der präkarisierten Gesellschaftsschichten mit sich bringen, sowie ein deutliches Voranschreiten der Kapitalisierungs-Logiken. Ganz im geradlinien Sinne einer Thatcher-Politik, wie sie seit vier Jahren von der Sarkozy-Regierung und seit 20 Jahren der neoliberalen-Orthodoxie in den meisten europäischen Staaten praktiziert wird.Diese Politik des sozialen Rückschritts (Privatisierungen, Lohnzurückhaltung, Rückbau der öffentlichen Dienste und der Sozialleistungen) ist um so härter spürbar, als dass die Rezession der Jahre 2008-2009 (und die mit ihr verbundenen Massenentlassungen) alles andere als eine Umkehr der liberalen Dogmen hervorgerufen hat. Anstatt dessen hat sie eine neue Überbietung der Unerbittlichkeiten gegenüber den Unterschichten gerechtfertigt.


In zahlreichen Ländern wie Griechenland oder England wird nicht davor zurückgeschreckt brutale Lohn- und Rentenkürzungen anzukündigen, während im gleichen Atemzug die Rettung von Banken für hunderte von Milliarden angekündigt wird.

Überall nehmen die Massnahmen zugunsten der Bourgeoisie zu: "Rettungsschirme", ultraprekäre Verträge ohne Abgaben, Niedriglöhne, Auflockerung des Kündigungsschutzes, Einschränkungen des Streikrechts und Kriminalisierung der sozialen Bewegungen. Überall wird versucht die Wut auf einen Sündenbock abzuleiten: Die Roma, die Araber, die "faulen Arbeitsolsen" - sie werden ausreichend gute Schuldige abgeben.

Reihum ist dieses Europa, erbaut auf dem Mythos des institutionell abgesicherten sozialen und kulturellen Fortschritts, dabei, das unerwünschte Proletariat, dessen Assimilierung vollendet zu sein schien, wieder aufzubauen. Der Frieden zwischen den eurpäischen Staaten hat die doppelte Kehrseite, die Konflikte zur optimalen Ressourcensicherung zu exportieren und die Zusammenarbeit aller kleinen Meister der europäischen Wirtschaft gegen alles was ihre Gesetze tangiert, den Widerstand und die soziale Absicherung, auszuhölen. Während sich vor MigrantInnen verbarrikadiert wird, wird weiterhin die Arbeitskraft importiert, die die Menschen "europäischer Herrkunft" nicht mehr erledigen wollen. Derweil wird die Industrie, die in der Lage ist günstiger auszubeuten, exportiert, um den anderen Teil der Arbeitskraft für die Multinationalen Konzerne der Festung Europa "extern" zu binden und zu verpflichten.

Als Antwort auf diese verzweifelte Situation, haben die Ereignisse des vergangenen Frühlings in Griechenland den Weg eines europaweiten Gegenangriffs bereitet. Aber die mehr als zaghafte Strategie der gewerkschaftlichen Zentralen, und der Stillstand der Revolte, der auf dem Drama der Marfins-Bank folgte, haben bisher die Wideraufnahme des offenen Konfliktes herausgezögert. Wir Untergeordneten des Frankreich-Konzerns, sind seit 2003 (Zeitpunkt der letzten Bewegung gegen eine andere "Reform" der Renten) SchülerInnen dieser aussichtslosen Strategie zeitlich gebundener punktueller "Aktionstage".

Nach einem Monat der Auseinandersetzungen ist die Basis der Gewerkschaftlichen Zentralen von der Idee eines erneuerbaren und umfassenden Generalstreiks überzeugt. Laut einer kürzlich erfolgten Umfrage, erhofft sich die Mehrheit der Bevölkerung eine "Radikalisierung" der Bewegung gegenüber einer unflexiblen Regierung. Wir alle erinnern uns an die teilweise erfolgreiche SchülerInnen- und Studierenden-Bewegung gegen den CPE im Frühjahr 2006, bei der sich neben Streiks und Demonstrationen, auch die Widerstandsform der Blockade von Wirtschaftsflüssen durchgesetzt hat.

Im großteil der Städte, in denen Universitäten wochenlang bestreikt, blockiert und besetzt wurden und Großdemonstrationen regelmäßig in Auseinandersetzungen endeten, blockierten Streikende Hauptverkehrsstraßen, Einkaufszentren, Bahnhöfe und Flughäfen, oder auch Briefzentren und Busdepots.

Am Ende bettelte die MEDEF ("Bewegung der Unternehmen Frankreichs") eine andere "unflexible" Regierung an, Lockerheit zu beweisen, um die normale ökonomische Aktivität wieder herzustellen. Der CPE wurde zurück gezogen (aber nicht das Gesetz, von dem er nur einen Artikel ausmachte).

Heute ist es kein Zufall, wenn die verwegenen Trümpfe der Bewegung von 2006, als hauptsächlicher Ausdruck des Widerstandes gegen das gegenwärtige Regierungsprojekt daherkommen.

In Rennes werden bei jeder Demonstration Einkaufszentren angegriffen. Die entschlossensten Streiks betreffen unter anderem die Raffinerien und Treibstoffdepots; die Streikenden von Marseille, als wahrhaftige Avant-Garde der Bewegung, lähmen den Hafen und flössen ihrer Stadt die Schwingungen der Bewegung ein. Die EisenbahnerInnen sind auch ganz Vorne mit dabei und die Fernfahrer mobilisieren. Wir wissen: Je mehr wir Vertrauen in unserer Kraft haben, desto kommunikativer wird unsere fröhliche Entschlossenheit. Die Bilder der Streikposten aus Barcelona, die es am Tag des Generalstreiks im September geschafft haben, sämtliche Läden zu schliessen, haben sicherlich zum Willen unser Praxis zu systematisieren, beigetragen.

Wir wissen, dass die Einzige Möglichkeit zu gewinnen von der Kapazität abhängt,der gegenwärtigen Regierungsstrategie der Zerschlagung und Einschüchterung entgegenzutreten. Diese Strategie zeigt sich unter anderem im nutzen von Polizeigewalt: zahlreiche schwerverletzte Jugendliche, hunderte Verhaftungen und irrsinnige Verurteilungen (zum Beispiel geschlossener Knast für ein Mülltonnenfeuer), die Normalisierung des Einsatzes von Schlagstöcken und Tränengas zur Auflösung einer Straßensperre. Diese Gewalt wird von einem ad absurdum geführten Streikrecht begleitet, (Arbeitszwang für ArbeiterInnen in der Petrochemie-Branche, schwerwiegende Androhungen hoher Urteile bei Ablehnung).

Wir sind der Meinung, dass die Zeit der massiven Nutzung der Waffe der Wirtschaftsblockage gekommen ist. Mit diesem Mittel können Arbeitslose und von Prekarität Betroffene, die keinen Zugang zu einem sicheren Arbeitsplatz haben, gemeinsam mit den "traditionellen" Streikenden, Druck auf die Führungsabteilungen ausüben.

Das Blockieren der Wirtschaft, als Taktik der Streikerhärtung, ist zumindest allen zugänglich. Wenn der Streik (von Angestellten, Studierenden, SchülerInnen, der Streik der gezwungenen Insertion Prekärer und Arbeitsloser) die Zeit frei macht und ihre Aufmerksamkeit auf die Unterwerfung vor Wirtschaftsflüssen lenkt. Wenn die Wirtschaftsblockage es ermöglicht, diese Zeit voll und ganz zur Störung dieser Flüsse der Mächte die wir bekämpfen, zu nutzen. Es geschafft wird sie deutlich mehr zu stören, als mit der Latschdemo, die sie selbstredent nicht tangiert (Erwähnen wir hier das Beispiel der Spitzenaktionen der Restaurant-Belegschaften während den "Aktionstagen").

Die Wirtschaftsblockage ermöglicht es so, die in einer integrierten und in Kapitalflüssen verworrenen Ökonomie von Information und Wahren, die Wirkung der bisher auf einige Bereiche beschränkten Streiks zu verbreiten. Sie kann auch Begegnungen von Streikenden und weiteren Angestellten der gleichen Produktionsstätte generieren, die durch die Aktionen ermutigt werden der Bewegung beizutreten. Der Streik selbst, kann auch direkt als eine Wirtschaftsblockage anvisiert sein, was der Bewegung Ausdauer verleiht. Dies muss nicht zwangsläufig einen andauernden , bereichsumfassenden Streik bedeuten, der für die Angestellten sehr schwer zu halten ist: geperlte Streiks, Wechselstreiks, Streiks die bestimmte Bereiche behindern, oder "Schlüsselposten", die von anderen finanziell unterstützt werden können.

Der Sieg der Bewegung, und sei er nur symbolisch und teilweise, kann sicher nur daher kommen, dass sich jedes Widerstandskollektiv, jede lokale Gewerkschaft, jede formelle oder informelle Gruppe von AktivistInnen, Freunde, Kollegen, Eltern während sie sich mit anderen koordinieren, selbst das Recht herausnehmen, den eigenen Streikposten zu erstellen.

Solche Formen der Bereitschaft zu kämpfen wären durchaus mit Verlangsamungen zu verbinden, bei denen wir uns die Zeit für materielle Organisierung nehmen, bei denen wir Ideen, Essen, Gesang und Erfahrungen teilen können...

Es geht in Zeiten wie diesen, in denen die Regierung nicht davor Zurückschreckt die Polizei und Haftandrohungen aufzufahren, um mit Gewalt die Streikposten zu beenden und die Wiederaufnahme der Arbeit zu erzwingen, darum, sich zur größten Mobilität zu ermächtigen. Fähig zu sein sich schnellst möglich an einem Ort zu versammeln, um eine unräumbare Masse zu sein, und sich zu versreuen, um die Metropole an zehn Punkten zugleich zu blockieren, ist in unseren Augen die einzig stimmige Methode sich zu "mobilisieren", "die beste Tätigkeit in durch Streik befreite Zeit zu verrichten", um die gewerkschaftliche Formel aufzugreifen.

Während wir Schritt für Schritt auf eine Treibstoff-Knappheit zulaufen, scheint die Frage nach den wichtigsten zu blockierenden Zielen bereits geklärt: Raffinerien, Treibstofflager, Verkehrsaxen, Einkaufszentren, Verteilungspunkte... Erwähnen wir ebenfalls das Interesse der Blockaden, die dazu beitragen, die Affäre aus dem "nationalen Ghetto" treten lassen. An den Tourismus der eine der wichtigsten "Wirtschaftslungen" unseres Museums-Kontinents ist: Restaurants und Grand-Hotels, spektakuläre Veranstaltungen, Luxusgüter...

Denken wir auch daran manche Medien zu ermutigen, die Information zu öffnen und denen eine Stimme zu verleihen, die sonst keine haben. Denken wir an "Geschäftsviertel" in unseren Metropolen, die bis ans Ende der Welt vermitteln könnten, welch schlechten Ruf ihre schlecht kolonisierten "Provinzen" haben...

Belgische Bahnangestellte, MetallarbeiterInnen Spaniens, Docker von Marseille, griechische Geschäftsboten, ZeitarbeiterInnen, Prekäre und Unerwünschte, unser Kampf ist der eure. Wir müssen überall, solidarisch und koordiniert, auf jeden Angriff unserer nationalen Oligarchen, die mehr oder minder im Klüngel mit den europäischen BänkerInnen und KommissarInnen sind, antworten.

Für eine Ende der Gegenreformen und Härtefall-Pläne, für die Verbesserung unserer Lebensbedinungen, für eine Politik der Öffnung und der Solidarität gegenüber MigrantInnen und ArbeiterInnen aller Länder. Bilden wir überall Widerstands-Zusammenhänge, Berufsübergreifende Vollversammlungen, Streikposten-Gruppen über Grenzen hinweg (fett gedruckt).

Pour l’arrêt des contre-réformes et des plans de rigueur, pour l’amélioration de nos conditions de vie, pour une politique d’ouverture et de solidarité à l’égard des migrants et des prolétaires de tous les pays, formons partout des comités de lutte, des assemblées générales interprofessionnelles, des brigades de piquets volants coordonnés de proche en proche par delà les frontières (en gras).

Blockieren wir das Europa des Kapitals, deblockieren wir die Festung Europa, werden wir die Sarkozys, Merkels, Barrosos, Berlusconis und die anderen endlich los! Andauernder Generalstreik! Wirtschaftsblockage!

TeilnehmerInnen der Generalversammlung der StudentInnen von Rennes 2, der Bewegung der prekären Arbeitslosen und der Berufsübergreifenden Vollversammlung von Rennes | 25. Oktober 2010


Des participants à l'assemblée générale des étudiants de Rennes 2, au mouvement des chomeurs précaires, et à l'Assemblée générale nterprofessionelle de Rennes, le 25 octobre 2010.
http://de.indymedia.org/2010/10/292977.shtml (http://de.indymedia.org/2010/10/292977.shtml)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 13:43:26 Di. 16.November 2010
Zitat
Studentenproteste in London
Der Anfang sollte erst im März kommen
Die Londoner Studentendemonstrationen haben weitreichende Konsequenzen. Nicht nur, dass die Polizei auf die Größe nicht ausreichend vorbereitet war und der Polizeipräsident sich nun entschuldigen musste. Die Ausmaße der Ausschreitungen wecken auch Erinnerungen an die Thatcher-Zeit.


11. November 2010

Weder die Schwere noch das Ausmaß der Gewalttätigkeiten am Ende einer Londoner Studentendemonstration wären in anderen Ländern die Schlagzeilen wert gewesen, die sie in Großbritannien erzeugt haben: 50 Festnahmen, 14 Leichtverletzte lautete die vorläufige Bilanz des Versuchs einiger rabiater Demonstranten, in das Hauptquartier der regierenden Konservativen Partei einzudringen, das einige hundert Meter südlich des Palastes von Westminster in einem Hochhaus dicht an der Themse untergebracht ist. Die Fensterscheiben im Foyer des Bürobaus gingen zu Bruch, vor dem Haus verbrannten Studenten ihre Protestschilder, einige gelangten über eine Notstiege auch auf das Dach des Gebäudes.

Die Konsequenzen des Vorfalls aber wiegen schwerer als der angerichtete Sachschaden: Der Londoner Polizeipräsident sah sich am Mittwoch zu einer formellen Entschuldigung dafür gezwungen, die Ausschreitungen nicht verhindert zu haben; die Regierung hatte in einer einstündigen Parlamentsdebatte darüber Auskunft zu geben, warum sie auf die Größe der Demonstration nicht vorbereitet war – obwohl sie doch in den vergangenen Wochen eine dramatische Ankündigung ihrer kommenden Etatkürzungen nach der anderen publik gemacht und damit Zorn und Empörung in vielen Milieus erzeugt hatte. Nicht nur die Studenten, deren Studiengebühren sich auf umgerechnet rund 10 000 Euro in den nächsten zwei Jahren verdreifachen können, rechnen sich die Folgen der konservativ-liberalen Sparpolitik aus, sondern auch Familien, deren Kindergeld wegfallen soll, und Beschäftigte im öffentlichen Dienst, deren Arbeitsplätze womöglich bald verlorengehen.

Schlechte Vorbereitung der Polizei

Die Polizei aber hatte in London zu der Studentendemonstration nur rund 5000 Teilnehmer erwartet – obwohl die Studentenverbände, die den Umzug veranstalteten, eine geschätzte Zahl von 25 000 Demonstranten an die Polizei gemeldet hatten. Die Londoner Metropolitan Police aber bemerkte erst, als vor der Parteizentrale der Konservativen der Ton und die Aktionen einiger Demonstranten rauher wurden, dass die 225 Beamten, die sie für die Veranstaltung eingeteilt hatte, nicht ausreichen würden, um Ausschreitungen zu verhindern, und verdoppelte ihre Zahl.

Doch da war es schon zu spät, um jene Aktionen und die Fotomotive zu verhindern, die am Mittwoch auf sämtlichen Zeitungen und in allen Fernsehnachrichten zu sehen waren: vermummte Gesichter, brennende Plakate, zerborstene Scheiben. Premierminister Cameron gab aus dem fernen Südkorea eine Erklärung ab, in der er die Gewalttaten verabscheute und kundtat, er sei in Sorge um seine Angestellten und Kollegen im Parteihauptquartier gewesen.

Und Cameron suchte die Assoziationen zu dämpfen, die sich der Nation unweigerlich aufdrängen: Es sind die Vergleiche mit den rabiaten Ausschreitungen, mit denen seine Vorgängerin Margaret Thatcher zu kämpfen hatte, die Großbritannien nach dem dramatischen „Winter der Unzufriedenheit“ (1978/79) mit harten Maßnahmen auf einen wirtschaftspolitischen Reform- und Sparkurs führte. Frau Thatchers Kurs erzeugte damals immer neue Gewaltproteste in innerstädtischen Armenvierteln und weitere Streiks. Cameron beteuert jetzt, er sehe da keinerlei Vergleichbarkeiten; Proteste – „friedliche wie hässliche“ – gebe es unter allen Regierungen.

Es ist aber nicht nur die konservativ-liberale Regierung, die Erinnerungen an damalige Sozial-Unruhen eher dämpfen als schüren will. Schließlich hat Frau Thatchers rigorose Politik damals auch einen dauerhaften Imageschaden für ihre Partei erzeugt. Die Gegenkräfte, also Gewerkschaften, Sozialverbände, Studentenorganisationen, bemühen sich gleichfalls um Abstand zur Vergangenheit. Der Chef der Nationalen Studenten-Union zeigte sich am Mittwoch enttäuscht über den Verlauf der Demonstration. Nun rede alles über zerbrochene Fensterscheiben „statt über die Verwüstung unserer Universitäten“.

Ähnlich vorsichtig reden die Gewerkschaftsfunktionäre: Brendan Barber, der Generalsekretär des Gewerkschaftsbundes TUC, lässt sich bislang keinerlei Streikdrohungen entlocken. Er beteuert, seine Mitgliedsorganisationen wollten den Fehler aus den Thatcher-Jahren nicht wiederholen und sich durch lange Streiks in der Bevölkerung unbeliebt machen. Und während die damals angriffslustigste Vereinigung, die Bergarbeiter-Union, inzwischen bloß noch 1700 Mitglieder zählt, versuchen sich die heutigen Großverbände, etwa die im öffentlichen Dienst verankerte GMB, an sublimen Drohungen.

Täglich geben sie neue, alarmierende Zahlen aus Kommunalverwaltungen und von städtischen Dienstleistungen bekannt: 2500 Jobs in Stoke on Trent in Gefahr, 1855 Entlassungen in Warwickshire zu befürchten. Und immer steht am Ende die vage Aussicht: „Wir werden gemeinsam mit den Kollegen an einer Antwort auf diese Maßnahmen arbeiten.“
„Konsequenzen erst im März spürbar“

Die Mehrheit der Bevölkerung werde die Einsparungen erst im Lauf des nächsten Frühjahrs spüren, nach Inkrafttreten des von Cameron angekündigten Sparhaushalts, prophezeit der Gewerkschafts-Generalsekretär Barber, der mit seinem TUC vorsorglich schon einen Termin für die dann fällige große Protestdemonstration auf Ende März 2011 festgelegt hat. Barber schwärmt von einem „breiten gesellschaftlichen Bündnis“, das bis dahin auf die Beine kommen werde, und davon, dass die März-Demo „erst der Anfang“ sein werde.

Und er zieht am Ende doch Vergleiche – zu einer Protest-Auseinandersetzung am Ende der Thatcher-Zeit, in der sich die Gewerkschaften, zusammen mit vielen anderen, gegen die geplante „Kopfsteuer“ der Regierung stellten und sie in der beabsichtigten Form auch tatsächlich verhinderten. Damals, im Jahr 1990, zogen 100.000 Demonstranten durch London. Die Polizei protokollierte 400 Festnahmen
http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EEFB915BB664E4DFB980798AE84770C09~ATpl~Ecommon~Scontent.html (http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EEFB915BB664E4DFB980798AE84770C09~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
Titel: Hamburg: Kurt-Schumacher-Haus besetzt
Beitrag von: Kuddel am 09:22:58 Do. 16.Dezember 2010
Rund 100 Studierende haben gestern für etwa zwei Stunden die Hamburger SPD-Zentrale besetzt. Grund ist das angekündigte Vorhaben der SPD, am Donnerstag in der Bürgerschaft für ein fortwährendes Eintreiben von Studiengebühren zu stimmen.

(http://media.de.indymedia.org/images/2010/12/296420.jpg)

http://de.indymedia.org/2010/12/296419.shtml (http://de.indymedia.org/2010/12/296419.shtml)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 19:00:34 Mo. 20.Dezember 2010
Zitat
Italien: massive Studentenproteste

Italien befürchtet massive Studentenproteste wegen der Uni Reform


Für diese Woche werden in Italien erneut massive Studentendemonstrationen erwartet. Nachdem es bereits letzte Woche zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen war, werden für Mittwoch erneute Proteste befürchtet. Die Studenten wollen am kommenden Mittwoch auf die Straße gehen, um gegen die umstrittene Universitätsreform zu protestieren, die an diesem Tag vom Senat endgültig abgesegnet werden soll. Zehntausende Studenten aus ganz Italien wollen gegen die Reform demonstrieren.

Gasparri fordert „vorbeugende Festnahmen“
Um Ausschreitungen zu verhindern, forderte der Fraktionsvorsitzende von Berlusconis Mitte-Rechts-Partei, Maurizio Gasparri, „vorbeugende Festnahmen“. Gasparri sagte, dass die gewaltsamen Ausschreitungen auf die Rechnung von anarchistischen Linksgruppen gehen, die auch für die Demonstrationen in Italien verantwortlich seien. „Man weiß genau, wer hinter den Protesten steckt. Wer auf demokratische Weise demonstriert, soll von den Gruppen krimineller Randalierer getrennt werden“, verlangte Gasparri.

„Hauch von Faschismus“
Der Innenminister Roberte Maroni wies jedoch den Vorschlag zurück, da diese Maßnahme die Proteste erst recht aufstacheln würde. Kritik musste Gasparri auch von der Opposition hinnehmen. Die „Demokratische Partei“ sprach von einem „unannehmbare Vorschlag“, der die Spannungen in Italien nur noch erhöhen würde. Mehrere Linksparteien sprachen von einem „Hauch von Faschismus“.
http://studi.kurier.at/?story=1282 (http://studi.kurier.at/?story=1282)
Titel: 2.200 Polizisten gegen 500 Studenten
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:22:45 Fr. 07.Januar 2011
In der türkischen Hauptstadt Ankara gingen am Mittwoch 2.200 Polizisten mit Wasserwerfern und Tränengas gegen 500 Studenten vor, die von der technischen Nahost-Universität zur Zentrale der Regierungspartei AKP demonstrieren wollten. Die Studenten protestierten gegen die Hochschulpolitik der Regierung Erdogan und gegen die gewaltsamen Polizeieinsätze gegen Studenten. Im Dezember hatte eine schwangere  Studentin nach Tritten von Polizisten eine Fehlgeburt erlitten und Ministerpräsident Erdogan hatte das Vorgehen der Polizei verteidigt.

http://www.rf-news.de/2011/kw01/06.01.11-ankara-2.200-polizisten-gegen-500-studenten (http://www.rf-news.de/2011/kw01/06.01.11-ankara-2.200-polizisten-gegen-500-studenten)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Eivisskat am 18:28:33 Fr. 07.Januar 2011
Kürzlich hier in HH als es gegen Studiengebühren und Bafög ging, war das Verhältnis Studenten:Polizei ein ganz ähnliches wie in Ankara...

 :(
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 21:39:14 Di. 11.Januar 2011
Zitat
Tunesien schließt wegen Protesten Unis und Schulen

TUNIS: Um weitere Proteste von Jugendlichen zu verhindern, hat die Regierung Tunesiens alle Schulen und Universitäten des nordafrikanischen Landes auf unbestimmte Zeit geschlossen. Bei den schwersten Unruhen in Tunesien seit Mitte der 80er Jahre sind nach Schätzungen mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Anlass der Mitte Dezember begonnenen Proteste ist die hohe Arbeitslosigkeit insbesondere unter jungen Leuten und ein Gefühl der Perspektivlosigkeit in Teilen der Bevölkerung. - Die deutsche Regierung äußerte sich besorgt über die Eskalation in Tunesien. Alle Seiten müssten Zurückhaltung üben, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer.
http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_14762118,00.html (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_14762118,00.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 20:37:30 Sa. 22.Januar 2011
Den Haag: 15.000 Studenten protestieren gegen Kürzungen

Am Freitag gingen in der niederländischen Hauptstadt Den Haag bis zu 15.000 Stundenten bzw. Hochschuldozenten auf die Straße - es war der größte Studentenprotest seit 1988. Er richtet sich gegen die Pläne der Regierung, die Studiengebühren "für langsame Studierende" zu erhöhen und die staatlichen Ausgaben für die Universitäten zu kürzen. Das betrifft alle Studenten, die länger als drei Jahre studieren. Redner auf der Kundgebung stellten heraus, dass Premierminister Rutte sechs und Außenminister Verhagen sogar 11 Jahre für ihr Studium brauchten.

http://www.rf-news.de/2011/kw03/22.01.11-den-haag-15.000-studenten-protestieren-gegen-kuerzungen (http://www.rf-news.de/2011/kw03/22.01.11-den-haag-15.000-studenten-protestieren-gegen-kuerzungen)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 19:55:54 Mi. 16.März 2011
Montreal: 50.000 bei Demo zu Studiengebühren

In Montreal, der Hauptstadt der kanadischen Provinz Quebec, protestierten am vergangenen Samstag 50.000 Menschen gegen die geplante Erhöhung der Studiengebühren und die Privatisierungspolitik der Regierung Charest. Aufgerufen hatten Gewerkschaften und Studentenorganisationen. Sie fordern ein Ende der Kürzungspolitik.

http://www.rf-news.de/2011/kw11/15.03.11-50.000-protestieren-in-montreal-gegen-studiengebuehren (http://www.rf-news.de/2011/kw11/15.03.11-50.000-protestieren-in-montreal-gegen-studiengebuehren)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 10:56:51 Fr. 25.März 2011
(http://d1.stern.de/bilder/stern_5/bilder_des_tages/bdt_2011/kw_12/kw_12_25_maxsize_735_490.jpg)
La Paz, Bolivien. Die Bereitschaftspolizei feuert Tränengas auf die Studenten, um die Menge in La Paz, dem Regierungssitz Boliviens, auseinander zu treiben. Bei dem Protest handelt es sich um eine Reihe von Demonstrationen von Landarbeitern, Lehrern und Studenten, die sich gegen die politische Führungsschicht richten, der es in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen ist, die schlimmsten sozialen Ungerechtigkeiten auszugleichen
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 12:52:17 Fr. 08.April 2011
(http://d1.stern.de/bilder/stern_5/bilder_des_tages/bdt_2011/kw_14/kw_14_40_maxsize_735_490.jpg)

Erzürnt über die neue Bildungsreform

Bogotá, Kolumbien. Die kolumbianischen Polizisten stehen dicht zusammen, um keinen Demonstranten vorbeizulassen. Tausende Studenten und Dozenten sind in einem national ausgeweiteten Protest gegen die neue Bildungsreform auf die Straße gegangen

http://www.stern.de/bdt/bilder-des-tages-erzuernt-ueber-die-neue-bildungsreform-1501450-8befacb7e3bdeb4d.html (http://www.stern.de/bdt/bilder-des-tages-erzuernt-ueber-die-neue-bildungsreform-1501450-8befacb7e3bdeb4d.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 23:04:06 Mi. 20.April 2011
Zitat
Tausende Studenten protestieren gegen syrische Regierung

In Syrien haben erneut tausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Baschir al Assad demonstriert. In der Stadt Daara im Süden des Landes, wo die Proteste vor einem Monat begonnen hatten, kamen rund 4000 Studenten zusammen. Für Freitag sei eine weitere Massendemonstration geplant, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Auch auf dem Universitätsgelände in Aleppo protestierten Studenten. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit Anhängern Assads. In der Stadt Homs wurde ein linksgerichteter Oppositioneller festgenommen. Großbritannien empfahl unterdessen seinen in Syrien lebenden Staatsbürgern die Ausreise und hob die Warnstufe für das Land an. Die syrische Regierung hatte am Dienstag die seit fast 50 Jahren geltenden Notstandsgesetze aufgehoben. Das Dekret muss noch von Präsident Assad unterzeichnet werden. Kritiker vermuten hinter der Abschaffung der Gesetze einen Schachzug Assads, um den Protesten den Wind aus den Segeln zu nehmen.
http://www.dw-world.de/dw/function/0,,83389_cid_15015458,00.html (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,83389_cid_15015458,00.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 11:39:41 Mi. 25.Mai 2011
Zitat
Protest gegen Studiengebühren:
Uni Bayreuth macht den Auftakt


An der Universität Bayreuth wird es heute eine größere Protestaktion gegen die Studiengebühren geben. Organisiert wird sie von der Grünen- und der Juso-Hochschulgruppe.

Wie sie ankündigen, soll die Demonstration in Bayreuth der Auftakt für einen bayernweiten Aktionstag gegen die Abschaffung der Studiengebühren sein. Dieser findet morgen statt.
http://www.kanal8.de/default.aspx?ID=4406&showNews=971098 (http://www.kanal8.de/default.aspx?ID=4406&showNews=971098)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:00:17 Mo. 30.Mai 2011
Zitat
Demos in Bayern gegen Studiengebühren

Mehrere Tausend Studenten beteiligten sich am Donnerstag in verschiedenen Städten an Protesten für die Abschaffung der Studiengebühren in Bayern. Inzwischen gibt es Studiengebühren nur noch in Niedersachsen und Bayern. Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben sie nach Regierungswechseln abgeschafft, andere Länder sie nie eingeführt. 3.500 Studenten demonstrierten in München, außerdem gab es Demos auch in Würzburg, Erlangen und Nürnberg.
http://www.rf-news.de/2011/kw21/28.05.11-studenten-in-bayern-demonstrieren-gegen-studiengebuehren (http://www.rf-news.de/2011/kw21/28.05.11-studenten-in-bayern-demonstrieren-gegen-studiengebuehren)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 10:32:09 Fr. 22.Juli 2011
Zitat
Chile: Einsatz von Paramilitärs gegen Studenten

Am 14. Juli demonstrierten in der chilenischen Hauptstadt Santiago über 150.000 Menschen für die Verbesserung des öffentlichen Bildungswesens und gegen Pläne zur Privatisierung. In Chile kommt es seit fast drei Monaten zu ständigen Demonstrationen, Streiks und Hochschulbesetzungen von Studenten, die von Teilen der Professoren unterstützt werden. Paramilitärische Carabinero-Polizei ging nach von ihr organisierten Provokationen gewaltsam gegen die Demonstranten vor.
http://www.rf-news.de/2011/kw29/18.07.2011-2013-chile-einsatz-von-paramilitaers-gegen-demonstrierende-studenten (http://www.rf-news.de/2011/kw29/18.07.2011-2013-chile-einsatz-von-paramilitaers-gegen-demonstrierende-studenten)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 18:15:21 Mi. 10.August 2011
Zitat
Krawalle in Chile
Hunderte Demonstranten festgenommen

Seit Wochen gehen Zehntausende Studenten gegen die Bildungspolitik der chilenischen Regierung auf die Straße - jetzt ist es erneut zu Ausschreitungen gekommen: In Santiago setzten vermummte Demonstranten Autos und Barrikaden in Brand. Die Polizei reagierte mit Wasserwerfern, Tränengas - und mehr als 270 Festnahmen.


(http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.1129822.1312955292!/image/image.jpg_gen/derivatives/860x860/image.jpg)

Zehntausende Menschen haben in Chile erneut gegen Mängel im Bildungswesen protestiert. Am Rande einer Demonstration in Santiago de Chile lieferten sich Polizei und Demonstranten heftige Auseinandersetzungen. Mindestens 273 Teilnehmer wurden festgenommen, sagte der stellvertretende Innenminister Rodrigo Ubilla. 23 Polizisten seien verletzt worden.

Zunächst waren Studenten und Lehrer friedlich durch das Zentrum von Santiago de Chile und andere Städte gezogen, um die Regierung erneut zu einer grundlegenden Bildungsreform aufzufordern. Später setzten vermummte Demonstranten in der Hauptstadt Santiago Autos und Barrikaden in Brand, plünderten Geschäfte und bewarfen Polizisten mit Möbelstücken.

Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Nach Angaben der Organisatoren gingen allein in der Hauptstadt mehr als 150.000 Menschen auf die Straße. Ubilla sprach von lediglich 70.000 bis 80.000 Teilnehmern.

Neben Studenten und Schülern demonstrierten auch Beamte und Arbeiter des wirtschaftlich bedeutenden Kupfersektors. Auch in anderen Städten im Land gab es Demonstrationen, unter anderem in Concepción und Valparaíso.

Bereits am Morgen hatten Protestierende an mehreren Kreuzungen in Santiago de Chile Barrikaden aus brennenden Autoreifen errichtet, und damit Staus während des Berufsverkehrs verursacht.

In Chile protestieren Schüler, Lehrer und Studenten seit Monaten für eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie für eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen. Vergangenen Donnerstag waren die Proteste eskaliert. Zahlreiche Polizisten wurden verletzt, mehr als 800 Menschen vorläufig festgenommen.

Anders als am Donnerstag war die Demonstration am Dienstag genehmigt worden, auch wurde ein Verlauf der Demonstrationsroute festgelegt. Der von Studentenvertretungen aufgestellte Sicherheitsdienst versuchte zudem, gewaltbereite Jugendliche im Zaum zu halten.
http://www.sueddeutsche.de/politik/krawalle-bei-bildungsprotesten-chilenische-polizei-nimmt-hunderte-demonstranten-fest-1.1129820 (http://www.sueddeutsche.de/politik/krawalle-bei-bildungsprotesten-chilenische-polizei-nimmt-hunderte-demonstranten-fest-1.1129820)

Zitat
Massenaufstand gegen Bildungsmisere

"Wir erleben dieser Tage nicht nur eine Bildungskrise in Chile, sondern eine Krise der Demokratie", so die Worte der Präsidentin der Studentenvereinigung Camila Vallejo bei der gestrigen Demonstration in Santiago de Chile, an der laut offiziellen Angaben über 150.000 Demonstranten teilnahmen unter ihnen auch zahlreiche Lehrer und Eltern: "Dass mein Sohn für die nächsten 20 Jahre verschuldet ist, weil ich ihm das Studium nicht bezahlen kann, ist das ungerechteste überhaupt".

Dieses Problem wird sich nicht in der Amtsperiode einer oder zwei Regierungen lösen, sondern in 10 bis 15 Jahren. Doch es muss ein für alle Mal gelöst werden.

Bewegung wird immer breiter

Die Proteste überzogen das gesamte Land vom südlichen Puerto Montt bis ins nördliche Iquique.
Der Präsident der Lehrervereinigung Jaime Gajardo erklärte: "Die Lösung dieses Konfliktes ist eine Volksabstimmung, in dem die Bevölkerung sich frei zu diesem Konflikt aussprechen kann und beide Standpunkte klargestellt werden. Auf diese Weise kann das Problem demokratisch gelöst werden".

Immer mehr andere soziale Vereinigungen schließen sich den Demonstrationen der Studenten an unter ihnen Minenarbeiter und Mapuche-Indianer. Für Camila Vallejo zeigt dies eindeutig ein Ungleichgewicht zwischen den Interessen der Regierung und jenen der Bevölkerung: "Wir zählen nach wie vor mit der Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung, die sich zu Wort melden. Während die Regierung nach wie vor auf ihre Position beharrt und dies nach über drei Monaten massiver Demonstrationen".

Regierung verliert an Boden

Die Studenten erwarten, dass die Regierung im Laufe des Tages sich mit einem neuen Vorschlag an sie wendet. Chiles Präsident Sebastian Piñera und seine Regierung erleben dieser Tage die dunkelsten ihrer Amtszeit. Nachdem Piñera noch im vergangenen Jahr ein großes Ansehen in der Bevölkerung genoss, aufgrund der erfolgreichen Befreiung der Minenarbeiter von Copiapó, befürworten heute lediglich rund 26 Prozent der Chilenen seine Politik.
http://oe1.orf.at/artikel/283435 (http://oe1.orf.at/artikel/283435)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:16:20 Sa. 08.Oktober 2011
Zitat
Studentenproteste in Chile eskalieren

(http://www.dw-world.de/image/0,,15299116_4,00.jpg)
Demonstranten helfen einem Mann auf einer Demonstration in Santiago.

Die Gespräche zwischen Regierung und Studenten abgebrochen, Straßenschlachten im ganzen Land - in Chile eskalieren die monatelangen Proteste gegen das Bildungssystem.
 

An normalen Tagen braust an Santiagos Plaza Italia der Verkehr. Doch normale Tage gibt es in Chiles Hauptstadt im Moment nur wenige. Beinahe täglich wird auf den Straßen und Plätzen protestiert. Und das seit mehr als fünf Monaten. Schüler, Studenten und Gewerkschafter demonstrieren für ein gerechteres Bildungsystem. Meistens friedlich. Mit Massenveranstaltungen bei denen gemeinsam geküsst, getanzt oder gejoggt wird.

Wasserwerfer und Tränengas

(http://www.dw-world.de/image/0,,15342176_4,00.jpg)
Studentenführerin Camila Vallejo (Foto: FECH)
Das Gesicht des Protestes - die 23-jährige
Geographiestudentin Camila Vallejo

 Auch am vergangenen Donnerstag sollte die Plaza Italia, ein überdimensionaler Kreisverkehr, wieder mal der Ausgangspunkt einer Demonstration sein. Doch kaum hatte sich Camila Vallejo, die junge Anführerin der chilenischen Studentenbewegung, mit einem "Gemeinsam sind wir stark"-Transparent an die Spitze des Demonstrationszuges gesetzt, antwortete die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern.

Es war der Auftakt eines Gewaltausbruchs, wie ihn Santiago lange nicht mehr erlebt hat. Berittene Polizisten jagten die Studenten bis auf die Gelände der in der Nähe gelegenen Universitäten. Nach Angaben von Vallejo schoss die Polizei sogar Tränengasgranaten in die Büros der Studentenorganisationen: "Ein direkter Angriff auf unsere Organisation".

Gleichzeitig besetzten tanzende Studenten die Alameda, eine von Santiagos Haupstraßen. Auch hier antwortete die Polizei mit Wasserwerfern. Einige kleine Gruppen schafften es, sich dem Präsidentenpalast zu nähern, wurden aber von der Polizei zurückgeschlagen.

(http://www.dw-world.de/image/0,,15342032_1,00.jpg)
Brennende Barrikaden in Chiles Hauptstadt Santiago

Doch auch auf Seiten der Demonstranten eskalierte die Gewalt. Vermummte bewarfen die Polizei mit Steinen, setzten Straßenbarrikaden in Brand. Es gab Dutzende Verletzte. Mehr als 170 Menschen wurden festgenommen. Auch in anderen Städten des Landes, in Valparaíso, Concepción und Valdivia kam es zu Auseinandersetzungen. "Das ist inakzeptabel", empörte sich die Studentenführerin Camila Vallejo. "Gewalt und Repression in diesem Ausmaß hat es bisher noch nicht gegeben."

Gespräche gescheitert - landesweite Streiks

Wenige Stunden zuvor waren die Gespräche zwischen den streikenden Studenten und der Regierung abgebrochen worden. Die Regierung sei nicht bereit, der Forderung der Studenten nach einer kostenlosen Bildung für alle in irgendeiner Weise entgegenzukommen, sagte Camila Vallejo. Auch Bildungsminister Felipe Bulnes erklärte, die vierstündigen Verhandlungen hätten keinerlei Fortschritt gebracht.

Als Reaktion auf das gewaltsame Einschreiten der Polizei haben Studenten und Gewerkschaftsführer nun zu landesweiten Streiks aufgerufen. Jeder, der gegen Unterdrückung sei und gegen das Vorgehen der Sicherheitskräfte protestieren wolle, solle am 19. Oktober seine Arbeit niederlegen, sagte Gewerkschaftschef Arturo Martinez.

Bildung ist extrem teuer

Chile-Experte Leslie Wehner vom Hamburger GIGA-Institut(Foto: privat)Chile-Experte Leslie Wehner vom Hamburger GIGA-Institut "Die Studenten wollen einen radikalen Wandel des Bildungssystems, freien Zugang und gleiche Chancen für alle", erklärt Leslie Wehner, Lateinamerika-Experte des Hamburger Giga-Instituts und selbst in Chile aufgewachsen. Die Regierung habe aber bisher nur eine teilweise kostenlose Ausbildung und einen Ausbau der Stipendienprogramme angeboten.

"Das chilenische Bildungssystem ist eines der kostspieligsten der Welt", sagt Wehner. "Ein Ingenieursstudium kostet zum Beispiel mehr als 40.000 Dollar. Und das in einem Land, in dem die Hälfte der Haushalte weniger als 1000 Dollar im Monat verdient. Kein Wunder, dass sich viele junge Menschen verschulden müssen, um ein Studium aufzunehmen".

Privatisierer Pinochet

1981 hatte Chiles damaliger Dikator Pinochet die kostenlose Universitätsausbildung abgeschafft. Anfang der 1990er Jahre wurde das Bildungssystem für den privaten Markt geöffnet. Heute lernen 60 Prozent der Studenten an privaten Hochschulen. Die staatlichen Einrichtungen sind chronisch unterfinanziert. Laut einer OECD-Studie gibt der Staat im Jahr pro Student lediglich 838 Dollar aus.

Doch es geht nicht nur um das Bildungssystem: "Die Studentenproteste sind ein Symptom eines wesentlich tiefer gehenden strukturellen Problems des chilenischen Wirtschaftsmodells", erklärt der Lateinamerikaexperte Wehner. Das Wirtschaftswunderland Chile besitze eine der ungleichsten Einkommensverteilungen in ganz Lateinamerika. "Während die Elite ihr Geld in neugebauten, glitzernden Einkaufszentren verprasst, zittern viele Chilenen weil sie sich im kalten Winter der Südhalbkugel kein Erdgas für die Beheizung ihrer ärmlichen Hütten leisten können".

Ausgerechnet der konservative Präsident Sebastián Pinera hat vom chilenischen Wirtschaftswunder und von den Privatisierungen der Ära Pinochet profitiert wie kaum ein anderer. Sein Vermögen wird auf mehr als zwei Milliarden Dollar geschätzt. Er besaß eine Bank, Kreditkartenunternehmen, eine Fluggesellschaft, eine Privatklinik und einen Fernsehsender. Nach seinem Wahlsieg musste er seine Firmenanteile vorübergehend verkaufen, verdient aber nach Angaben des Magazins "Forbes" weiterhin Millionensummen.

Unpopulärer Präsident

(http://www.dw-world.de/image/0,,5137864_4,00.jpg)
Chiles Präsident Pinera nach seinem Wahlsieg im Januar 2010

"Nichts im Leben ist umsonst", erklärte Pinera angesichts der Forderungen der Studenten nach einem kostenlosen Bildungssystem und höheren Steuern für die Reichen des Landes. Im Volk ist Pinera inzwischen extrem unbeliebt. Umfragen zufolge unterstützen nur noch 22 Prozent der Chilenen den Kurs des Präsidenten. Dagegen stehen bis zu 80 Prozent hinter den Forderungen der Studenten.

"Die Menschen wollen eine Einigung", meint Leslie Wehner. Viele würden zwar die Ziele der Demonstranten unterstützen, ihren Methoden, wie zum Beispiel Streiks und Blockaden aber kritisch gegenüberstehen. Doch Wehner hat Zweifel an der Kompromissbereitschaft der Regierung Pinera. "Die Regierung führt ein Doppelspiel: Während sie verhandelt, versucht sie gleichzeitig, die Protestbewegung zu kriminalisieren".

Schärferes Gesetz als Lösung?

Vor kurzem stellte Innenminister Rodrigo Hinzpeter ein Gesetz vor, das es erlauben würde, Besetzer von Schulen und Universitäten mit Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren zu bestrafen. Außerdem soll die Polizei Protest-Fotos und Videos von Journalisten ohne Richterbeschluss beschlagnahmen können.

Auch wenn bei manchen Hardlinern alte Instinkte wach werden, die chilenische Demokratie sieht Leslie Wehner trotzdem nicht in Gefahr. Auch ein Eingreifen der Armee fürchtet Wehner nicht. Er sieht die Proteste positiv: Schließlich seien sie ein Stück gelebte Demokratie.

Autor: Nils Naumann
http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15445208,00.html (http://www.dw-world.de/dw/article/0,,15445208,00.html)

Zitat
Chile: Regierung verschärft Repression

Wasserwerfer und Tränengas gegen hunderttausende Demonstranten am Donnerstag, Gesetzesverschärfung gegen soziale Proteste. Studierende rufen zu Generalstreik auf


Von Kristin Schwierz


Santiago de Chile. Am Donnerstag wurde erneut eine Bildungsdemonstration mit über 200.000 Teilnehmern in Santiago de Chile mit Wasserwerfern und Tränengas kurz nach dem Auftakt aufgelöst. Es gab über 130 Festnahmen und etliche Verletzte. Die Demonstration war die 35. seit dem Beginn der Proteste im Mai. Wie auch schon bei früheren Demonstrationen verweigerten Regierung und lokale Autoritäten auch diesmal eine offzielle Demonstrationserlaubnis.

Inhaltliche Gespräche mit der Regierung waren von den Studierenden- und Schülervertretern am Mittwoch ergebnislos abgebrochen worden. Regierungsvertreter hatten zuvor klar gemacht, dass es eine kostenlose Bildung – eine der Hauptforderungen der Protestbewegung - nicht geben wird.

Verschiedene Organisationen und Gewerkschaften wie der Studierendenverband, die Lehrervereinigung, die Vereinigung der Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes ANEF, die CUT und andere rufen für diesen Freitag und Samstag zu einem selbst organisierten Plebiszit auf, bei dem alle Bürger älter als 14 über die zentralen Forderungen der Protestbewegung abstimmen können. Die Befragung findet an verschiedenen Orten, wie z.B. Gewerkschaftslokalen, Schulen, Universitäten und öffentlichen Plätzen statt.

Die Regierung verschärft die Repression gegen die Protestierenden indes weiter: So zahlte sie in diesem Monat keine Stipendien an Studierende, die ihr Semester nicht bis zum nicht 7.10 abgeschlossen hätten und bestrafen damit diejenigen, die sich am Protest beteiligten.

Gleichzeitig will sie die Kriminalisierung der Proteste mit einem langen Katalog von Rechtsverschärfungen auch institutionell weiter verhärten: So will sie Besetzungen im Strafrecht als Straftatbestand mit Haftfolge festschreiben. Zudem sollen spontane Demonstrationen und Straßenblockaden härter sanktioniert werden. Die Polizei soll mehr Befugnisse bekommen, bzw. bisher bereits gängige Polizeipraxis soll nun legalisiert werden. Präsident Piñera erklärte dazu: „Wer den Frieden des normalen Lebens der Bürger angreifen will oder das öffentliche oder private Eigentum, wird einer härteren, festeren Rechtsprechung begegnen, welche Strafen festsetzen wird, die denen von Straftaten entsprechen.“

Repräsentanten der Protestbewegung protestierten heftig und denunzierten diese Verschärfung als Mittel zur Niederschlagung des Protests, aus Reihen der Opposition wurde das Vorhaben in eine Kontinuität mit der Diktatur gestellt. Es werde versucht die Polizei zu adeln, aus deren Reihen vor etwas mehr als einem Monat tödliche Schüsse auf einen Demonstranten abgefeuert wurden.

Neuesten Befragungen zufolge fallen die Umfragewerte für die rechts-konservative Regierung erneut: Ein Umfrageinstitut ermittelte, dass Präsident Sebastian Piñera nur noch 20% der Zustimmung in der Bevölkerung erhält, 66% stehen ihm ablehnend gegenüber. Laut einem mexikanischen Umfrageinstitut, das die Regierungsumfragen von 20 lateinamerikanischen Ländern verglich, erzielt Piñera damit das schlechteste Ergebnis in ganz Lateinamerika. Nach wie vor unterstützt eine überwältigende Mehrheit - neun von zehn Chilenen - die Forderungen der Protestbewegung. 

Für den 19.10. mobilisieren Schüler, Studierende, Lehrer, Gewerkschaften für einen landesweiten Generalstreik. In einer Pressekonferenz rief Studierendensprecherin Camila Vallejo „alle Organisationen auf die gegen die Repression sind“ zu weiteren Protesten auf.
http://amerika21.de/nachrichten/2011/10/40845/chile-repression (http://amerika21.de/nachrichten/2011/10/40845/chile-repression)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 18:07:58 Fr. 14.Oktober 2011
Die Protestmärsche werden immer bunter und spielerischer. Es gibt - gespielte - kollektive Freitode, Marathonläufe um den Regierungssitz und die Präsentation eines Liedes namens „Thriller", zu dem hunderte Studierende im Zentrum von Santiago tanzen. Oder das öffentliche Massen-Küssen als Plädoyer für eine neue Bildungspolitik.

massive thriller dance Chile Santiago 24/06/2011 (http://www.youtube.com/watch?v=vDRINm7411Y#ws)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 12:42:04 Di. 18.Oktober 2011
Zitat
Kolumbianische Studenten im Streik

Bogotá. Die Studentenbewegung in Kolumbien will den am vergangenen Mittwoch begonnenen landesweiten Hochschulstreik fortsetzen, bis die Regierung im Streit um ein neues Bildungsgesetz einlenkt. Dies hat am Wochenende eine Generalversammlung der Studenten des Landes, der so genannte Mesa Amplia Nacional Estudiantil (MANE), in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá beschlossen.

Der Generalsekretär der Federación Estudiantil Universitaria (FEU), Jairo Rodríguez, sagte gegenüber der kubanischen Nachrichtenangetur Prensa Latina, in den Unis des Landes würden nun jeden Tag Versammlungen stattfinden. Für Donnerstag und Mittwoch kommender Woche seien zudem wieder landesweite Demonstrationen geplant.

Zum Auftakt des Streiks waren bei einem landesweiten Aktionstag in verschiedenen Städten Kolumbiens am vergangenen Mittwoch bereits zehntausende Studierende auf die Straße gegangen. In vielen Städten ging die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor. Der Hochschulstreik legt derzeit 30 der 32 öffentlichen Universitäten des Landes lahm.

Die Studentenbewegung will das Vorhaben der rechtsgerichteten Regierung stoppen, zukünftig privaten Investitionen eine wichtigere Rolle bei der Finanzierung der Hochschulen einzuräumen. Die Studierenden fordern stattdessen eine bessere finanzielle Ausstattung durch den Staat und den Schutz der Hochschulautonomie.
http://amerika21.de/meldung/2011/10/41124/kolumbien-hochschulstreik (http://amerika21.de/meldung/2011/10/41124/kolumbien-hochschulstreik)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 09:58:29 Sa. 22.Oktober 2011
Zitat
Gegen 23 Uhr am Donnerstag haben mehr als hundert Polizeikräfte das von Studierenden und einer Studierendengruppe namens „Schlaflos in Frankfurt“ am Nachmittag besetzte Haus in der Schumannstraße 60 geräumt. Die leerstehende Villa gehört dem Land, das Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt hatte und damit den Einsatz auslöste. Die Studierenden hatten mit der Aktion gegen die Wohnungsnot in Frankfurt protestieren wollen.
http://www.fr-online.de/frankfurt/studentenprotest--wir-hatten-unheimlich-angst-,1472798,11042702.html (http://www.fr-online.de/frankfurt/studentenprotest--wir-hatten-unheimlich-angst-,1472798,11042702.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: antonov am 06:57:52 Do. 17.November 2011

17.11.2011 | mittelbayerische.de | Von Louisa Knobloch, MZ
Studenten besetzen die Uni-Verwaltung
Mit der Aktion wollen die Regensburger Studenten ein Zeichen setzen. Wie lange die Besetzung dauern wird, ist noch unklar.

Regensburg. Studenten der Universität Regensburg haben am Mittwochabend das Verwaltungsgebäude der Universität besetzt. Mit der Aktion wollen sie gegen Studiengebühren und für mehr studentische Mitbestimmung eintreten. „Wir wollen der Hochschulleitung zeigen: Wir können es noch“, sagte Franziska Hilbrandt vom Sprecherrat der Universität.

Bereits 2009 hatten die Studenten wochenlang den Hörsaal H2 besetzt. Wie lange die Besetzung diesmal dauern wird, ist Hilbrandt zufolge noch unklar. „Eine so lange Besetzung wie vor zwei Jahren erachtet aber keiner von uns für sinnvoll.“ Der Ort der Besetzung ist bewusst ausgewählt: „Das Verwaltungsgebäude ist ein symbolträchtiges Gebäude in der Nähe des Rektorats“, so Hilbrandt.

Nur wenige Studenten bei Vollversammlung

Vorausgegangen war der Besetzung eine Studentische Vollversammlung, zu der allerdings nur wenige Hundert der insgesamt über 20.000 Studenten der Universität Regensburg gekommen waren – 2009 war das Audimax noch voll besetzt gewesen. Damit das Gremium beschlussfähig ist, müssen mindestens fünf Prozent der Studierenden an der Vollversammlung teilnehmen. Aktuell wären das mindestens 1000 Studenten.

„Zu Beginn der Vollversammlung waren etwa 800 bis 900 Studenten da, am Ende vielleicht noch 200 bis 300“, schätzt Franziska Hilbrandt. In Redebeiträgen kritisierten viele Studenten die mangelnde Teilnahme ihrer Kommilitonen. „Wenn wir wollen, dass sich etwas ändert, dann müssen wir geschlossen stehen“, mahnte ein Student. Obwohl das Gremium nicht offiziell beschlussfähig war, sei das Votum für die Besetzung eindeutig gewesen, berichtet Hilbrandt. Die Anwesenden hätten mit 3:1 dafür gestimmt.

Ultimatum zur Räumung ausgesprochen

Rund 60 Studenten besetzten daraufhin das Verwaltungsgebäude. Nach MZ-Informationen hat sich am späten Mittwochabend der Rektor der Universität, Thomas Strothotte, im Verwaltungsgebäude eingefunden, um das Gespräch mit den Studenten zu suchen. Laut einer Pressemitteilung der Studierenden verwies der Rektor in der Diskussion mehrmals darauf, dass er bei den Studiengebühren keinen Anlass zur Verbesserung sehe.

Allerdings erklärte sich Strothotte bereit, ein offenes Ohr für die Studierenden zu haben. Von den an der Besetzung Studierenden wurde dies als Verzögerungstaktik interpretiert. Der Rektor verließ daraufhin die Diskussionsrunde und sprach ein halbstündiges Ultimatum zur Räumung aus.

Studierende wollen öffentliche Richtigstellung

In dieser Zeit arbeiteten die Studierenden ihre Forderungen aus. Unter anderem wollen sie die Abschaffung der Studiengebühren und eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Lehrenden. Weiterhin kritisieren sie, dass die „durch den doppelten Abiturjahrgang und die ausgesetzte Wehrpflicht entstandene Situation durch die Universitätsleitung in den Medien als unproblematisch dargestellt“ wurde. Die Studierenden verlangen daher eine öffentliche Richtigstellung der Situation durch den Rektor. Ob die Uni-Verwaltung in der Nacht zu Donnerstag geräumt wird oder nicht stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Die Themen der Besetzung stehen auch bei einer Demonstration am heutigen Donnerstag um 14 Uhr im Mittelpunkt. Die Demo führt von der Universität zum Dom, wo eine Kundgebung stattfinden wird.

---> Quelle (http://www.mittelbayerische.de/nachrichten/oberpfalz-bayern/artikel/studenten_besetzen_die_uni_ver/727390/studenten_besetzen_die_uni_ver.html)

und noch weitere orte wo heute überall demos stattfinden sollen auf  http://www.bildungsstreik.net/proteste-am-17-november-2011/ (http://www.bildungsstreik.net/proteste-am-17-november-2011/)

Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 13:36:32 Fr. 09.Dezember 2011
Zitat
Bildung für den ganzen Kontinent

In über einem Dutzend Länder Lateinamerikas demonstrieren Studierende für ein »Recht auf Bildung«.


von Nicole Tomasek

Abgesehen von der internationalen »Occupy«-Koordination gab es das bisher wohl kaum: Studierende fast aller Länder Lateinamerikas gingen gleichzeitig auf die Straße. In Chile, Kolumbien, Peru, Argentinien, Ecuador, Brasilien, Mexico, Costa Rica, El Salvador, Honduras, Paraguay, Uruguay, Bolivien, Guatemala und Venezuela demonstrierten sie am Donnerstag vergangener Woche im Rahmen des »Lateinamerikanischen Marsches für die Bildung« gegen die Privatisierung der Bildungsinstitutionen und für ein »Recht auf Bildung«.

Aufgerufen zum lateinamerikanischen Marsch hatten studentische Organisationen in Kolumbien und Chile. Die bereits seit Wochen protestierenden kolumbianischen Studierenden konnten am 16. November einen ersten Teilerfolg verbuchen, als die konservative Regierung sich dazu entschloss, ein Gesetzesvorhaben zur Hochschulreform, das »Gesetz Nummer 30« (Jungle World 43/11), vorerst auszusetzen. Offenbar hatte Präsident Juan Manuel Santos Angst, dass es zu einer Situation wie in Chile kommen könnte, wo Demonstrationen und Streiks von Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Lehrenden und Gewerkschaften die Regierung seit über einem halben Jahr unter Druck setzen (Jungle World 32/11). Auch wenn sich die Bildungssysteme in den einzelnen lateinamerikanischen Ländern unterscheiden, gibt es überall genug Anlass für Protest. Als gemeinsamer Feind gilt die »neoliberale« Wirtschaftspolitik. »Die Privatisierung der Bildung auf kontinentaler Ebene wird heute von der Weltbank und der OECD vorangetrieben. Wir glauben, dass das kapitalistische System in einer Krise steckt, deshalb müssen wir das Öffentliche in unseren Universitäten und unseren Leben zurückgewinnen«, sagte Paul Flor, internationaler Sekretär der chilenischen Studierendenförde­ration Confech, gegenüber der Zeitung El Ciudadano.

In Costa Rica forderten die Studierenden vor allem, dass der Inhalt der Abkommen zwischen den Universitätsdirektoren und der Weltbank offengelegt wird. In Brasilien versammelten sich Studierende auf dem Platz Cinelândia in Rio de Janeiro unter dem gängigen Motto »Bildung ist keine Ware«. In São Paulo blockierten mehr als 1 000 Studierende der öffentlichen Universität USP die Hauptverkehrsstraße. Die USP gilt als die beste Universität Lateinamerikas. Von sozialer Gerechtigkeit im Bildungsbereich ist Brasilien trotz des großen Angebots an kostenlosen und guten öffentlichen Universitäten noch weit entfernt. Die Ausbildung an staatlichen Schulen ist oft mangelhaft, die soziale Selektion beginnt bereits im Kindesalter. Die meisten Studienanwärter bereiten sich in Kursen privater Anbieter auf die schwierigen Aufnahmeprüfungen an öffentlichen Universitäten vor. Selbst die vergleichsweise privilegierten brasilianischen Studierenden hatten also allen Grund zum Protest.

Auch das einstige »neoliberale Labor« Chile zeigt, dass das Problem nicht erst bei der Finanzierung des Studiums beginnt. Die noch unter der Diktatur getroffene Entscheidung, die Finanzierung von Schulen den Kommunen zu übertragen, führte dazu, dass deren Qualität stark variiert. In Chile gibt es nur ein Minimalprogramm für öffentliche Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Um bessere Leistungen in Anspruch zu nehmen, müssen die Menschen Kredite aufnehmen. Im Durchschnitt sei ein Chilene mit dem 22,4fachen seines Monatslohns verschuldet, sagt der chilenische Gewerkschafter Iván Saldías der Jungle World. Die Radikalität und Beharrlichkeit der Proteste, die 80 Prozent der Bevölkerung unterstützen, sei auch darauf zurückzuführen, dass es nicht nur um das Recht auf ein kostenloses Studium geht, sondern gegen die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen insgesamt. Chile gilt als Beispiel dafür, wo die Privatisierung staat­licher Dienstleistungen hinführt. Die horizontale Organisation der Protestbewegung und ihre Kompromisslosigkeit animieren aber auch andere Gruppen. Aus den Schülerinnen und Schülern, die 2006, wegen ihrer Uniformen als »Pinguine« bezeichnet, revoltierten, sind politisch selbstbewusste Erwachsene geworden.
http://jungle-world.com/artikel/2011/48/44434.html (http://jungle-world.com/artikel/2011/48/44434.html)


Zitat
Wieder Proteste vor dem chilenischen Parlament

Bildungsetat für 2012 bleibt hinter Forderungen der Studentenproteste zurück. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes verlangen Lohnerhöhung


Von Kristin Schwierz


(http://amerika21.de/files/a21/imagecache/artikel_vollansicht/img/2011/proteste-chile.jpg)
Transparent mit der Aufschrift
"Die Straße gehört denen, die kämpfen"



Valparaíso. Mehrere tausend Angestellte, Studenten und Schüler haben vergangene Woche vor dem Kongressgebäude im chilenischen Valparaíso protestiert. Die Vereinigung der Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes (ANEF) hatte für Mittwoch und Donnerstag zu einem landesweiten Streik aufgerufen. Am Mittwoch gab es eine Demonstration in der Hafenstadt mit Parlamentssitz, bei der die Protestierenden eine Lohnanpassung forderten. Gespräche mit der Regierung blieben ergebnislos und die Lohnerhöhung in der geforderten Höhe von 9,8 Prozent wurde vom Kongress am Dienstag angelehnt. Die ANEF mobilisierte nun zum zweiten Mal zu Streiks und Demonstrationen, um die volle Lohnanpassung durchzusetzen. Innenminister Rodrigo Hinzpeter bezeichnete die Proteste als "illegal" und verwies auf die "weltweit komplexe ökonomische Situation" um die Forderungen zurückzuweisen.

Am Donnerstag demonstrierten erneut tausende Studierende und Schüler in Valparaíso für eine "kostenlose und gute Bildung". Sie protestierten auch gegen den Haushalt für das nächste Jahr, den der Kongress am Dienstag beschlossen hatte. Der Bildungsetat wurde darin zwar leicht aufgestockt, jedoch nur um einen Bruchteil dessen, was von den Protestierenden gefordert wird. Während sich die rechte Regierung unter Präsident Sebastián Piñera rühmt, die Anzahl der Stipendien für das nächste Jahr erheblich zu erhöhen, sieht die Bildungsprotestbewegung, ihre seit sieben Monaten artikulierten Forderungen nicht ansatzweise erfüllt. Bei der Demonstration kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, es wurden Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt.

Bei einer weiteren zentralen Forderung der Protestierenden zeichnet sich indes Bewegung ab. So gab Bildungsminister Bulnes bekannt, ein Gesetzentwurf zur Finanzierung der Schulen aus staatlichen Mitteln sei auf den Weg gebracht und werde dem Parlament übergeben. Dass sich die Schulen wie bisher in kommunaler Verantwortung befinden, verstärke die sozialen Ungleichheiten im Bildungssystem, so die Kritiker. Die Schulen in den armen Kommunen seien entsprechend schlecht ausgestattet. Es gehe der Bewegung darum, dass tatsächlich der Staat die finanzielle Verantwortung für die Schulen übernehme und die Privatisierung gestoppt werde, sagte der Vorsitzende des Lehrerverbands CPC, Jaime Gajardo.

Beim Studierendenverband Confech gab es unterdessen einen internen Personalwechsel: Nach den Vorstandswahlen wurden Camila Vallejo und Giorgio Jackson von Scarlett Mac-Ginty und Noam Titelman abgelöst. Vellejo und Jackson waren in den vergangenen Monaten zu Ikonen des Protests avanciert.
http://amerika21.de/nachrichten/2011/12/42449/protest-valparaiso (http://amerika21.de/nachrichten/2011/12/42449/protest-valparaiso)
Titel: Massiver Polizeieinsatz an der Uni Göttingen
Beitrag von: Kuddel am 11:13:27 So. 15.Januar 2012
In einer Pressemitteilung der Juso-Hochschulgruppe Göttingen heißt es dazu unter anderem:

"Angesichts des massiven Polizeieinsatzes, der sich im Umfeld einer Veranstaltung des Ringes Christlich- Demokratischer Studenten (RCDS) am 10. Januar auf dem Göttinger Zentralcampus ereignete, zeigt sich die Juso-Hochschulgruppe Göttingen empört. Vor und während der Veranstaltung mit dem niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann und dem Göttinger Polizeipräsidenten Robert Kruse war es zu Protesten gegen die rassistische Abschiebepolitik des Landes Niedersachsen und das aggressive Vorgehen von Polizeikräften bei Demonstrationen linker Gruppen und Bündnisse gekommen.

Mit massivem Einsatz von Schlagstöcken und Fäusten ging die Polizei dabei gegen eine gewaltfreie Blockade des Veranstaltungsortes vor. Bei diesem Einsatz wurden auch mehrere Mitglieder der Juso-Hochschulgruppe verletzt, als diese vermittelnd tätig werden wollten. ...

Die Juso-Hochschulgruppe verurteilt insbesondere das eskalierende Vorgehen von Polizeieinheiten, die ohne Vorwarnung in die Menschenmenge stürmten und unkontrolliert auf diese einschlugen. ... Zudem trägt der RCDS als Veranstalter einen großen Teil der Schuld, nahm er doch die Präsenz der Polizei billigend in Kauf und bestärkte die Einsatzkräfte sogar in ihrem aggressiven Vorgehen.

Daher fordert die Juso-Hochschulgruppe das Präsidium der Universität Göttingen auf, zu diesen Vorfällen klar Stellung zu beziehen und das Vorgehen der Polizei zu verurteilen."
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:20:51 Mo. 13.Februar 2012
Humboldt-Universität
Protest und Widerstand, aber keine Revolution

Berlin –  Chilenische Studentinnen und Gewerkschaftsvertreter berichten im Audimax von ihren Erfahrungen. Nach Berlin gereist ist auch Camila Vallejo, die erst 24 Jahre alt und schon eine Weltberühmtheit ist.


(http://www.berliner-zeitung.de/image/view/2012/1/7/11590274,9377639,highRes,maxh,480,maxw,480,71-30648388.JPG.jpg)

„Der Erfolg der studentischen Proteste in Chile ist nicht allein ein Erfolg der Studenten. Er ist der Erfolg eines breiten Bündnisses. Er hat seinen Grund darin, dass man verstanden hat, dass die Fragen der Ausbildung nicht nur Fragen der Auszubildenden sind. Das sind Fragen der ganzen Familie, der Arbeiter und Angestellten, der ganzen Gesellschaft. Der Erfolg ist nicht das Resultat einer spontanen Erhebung, sondern das Ergebnis eines langen Prozesses, der bis in die Zeit vor der Militärherrschaft zurückreicht. Unser Protest ist eine Reaktion auf das Scheitern des Neoliberalismus im Bildungssektor. Er ist aber auch im Gesundheitswesen, auf dem Wohnungsmarkt, überall, gescheitert. So verbindet sich der Protest der einen mit dem der anderen. Das ist die Ursache für unseren Erfolg.“

http://www.berliner-zeitung.de/berlin/humboldt-universitaet-protest-und-widerstand--aber-keine-revolution,10809148,11604892.html (http://www.berliner-zeitung.de/berlin/humboldt-universitaet-protest-und-widerstand--aber-keine-revolution,10809148,11604892.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:24:59 So. 04.März 2012
Zitat
Tschechien: Demo gegen Studiengebühren

Am Mittwoch demonstrierten in der tschechischen Hauptstadt Prag rund 10.000 Studenten und Professoren gegen die geplante Hochschulreform. Die Studenten lehnen die Einführung von Studiengebühren ab, in welcher Form auch immer, und wehren sich gegen die Einschränkung demokratischer Rechte. Die Demonstration war der Höhepunkt der am Montag begonnenen "Woche der Unruhe" mit verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen gegen die Regierung.
http://www.rf-news.de/2012/kw09/01.03.2012-tschechien-demonstration-gegen-studiengebuehren (http://www.rf-news.de/2012/kw09/01.03.2012-tschechien-demonstration-gegen-studiengebuehren)


Zitat
Landesweite Studentendemos in Spanien

In Spanien demonstrierten am Mittwoch Zehntausende von Studenten gegen die Kürzung der Bildungsausgaben. In der Millionenstadt Barcelona gingen 70.000 Schüler und Studenten auf die Straße. Kundgebungen waren in 40 Städten angekündigt. Der Protest richtete sich auch gegen das brutale Vorgehen der Polizei gegen jugendliche Demonstranten in Valencia, die gegen ungeheizte Klassenräume protestiert hatten, von der Polizei zu Boden gerissen und verletzt worden waren.
http://www.rf-news.de/2012/kw09/01.03.2012-spanien-landesweite-studentendemonstrationen (http://www.rf-news.de/2012/kw09/01.03.2012-spanien-landesweite-studentendemonstrationen)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 17:10:29 Fr. 09.März 2012
Zitat
Viele Verletzte bei Unruhen an Uni in Saudi-Arabien

Bei Protesten an einer saudi-arabischen Universität sind Dutzende Frauen verletzt worden. Die Studentinnen warfen der Hochschulleitung Versagen vor. Die Uni-Führung reagierte mit Gewalt und ließ Sicherheitskräfte aufmarschieren. Den Tod einer Demonstrantin dementieren die Behörden.


Riad/Hamburg - Es ist ein seltenes Bild im streng-konservativen Saudi-Arabien. Mehrere tausend Frauen protestierten, wie erst jetzt bekannt wurde, am Mittwoch an der König-Chalid-Universität (KKU) in der Stadt Abha im Südwesten des Landes. Dabei wurden mindestens 50 Studentinnen verletzt. Eine Frau soll im Krankenhaus an einem epileptischen Schock gestorben sein, den sie infolge ihrer Verletzungen erlitten habe, berichtet die britische "Times".

Der Zorn der Studentinnen entzündete sich an den ihrer Meinung nach katastrophalen Zuständen an der Universität - mangelhaft ausgestattete Seminarräume, grassierende Korruption und große Müllberge. Diese hätten sich aufgetürmt, weil der Abfall seit Tagen nicht mehr entsorgt werde, berichten frustrierte KKU-Studentinnen im Internet und belegen diese Vorwürfe mit Bildern überquellender Mülltonnen. Sie fordern die Absetzung des ihrer Meinung nach inkompetenten Hochschulrektors Abdullah al-Raschid, der seit 13 Jahren amtiert. Der begründete die Aussetzung der Müllentsorgung damit, dass die Studentinnen selbst nicht genug dafür täten, das Universitätsgelände sauber zu halten. Mit insgesamt etwa 70.000 Studenten gehört die KKU zu den größten Universitäten Saudi-Arabiens.

Gesundheitsministerium dementiert den Tod einer Studentin

Der Protest begann nach Angaben von Augenzeuginnen am Mittwoch in der Cafeteria. Als weibliche Sicherheitskräfte der Universität versuchten, einzelne Demonstrantinnen an den Haaren aus dem Saal zu schleifen, sei die Lage eskaliert. Die Wächterinnen hätten die Protestierenden unter anderem als "schmutzige Tiere" und "bellende Hunde" beleidigt. Wenig später seien staatliche Sicherheitskräfte, darunter auch Männer, auf den Campus geeilt und hätten mit Schlagstöcken auf die jungen Frauen eingeschlagen.

Die meisten Verletzungen seien dadurch entstanden, dass viele Studentinnen ohnmächtig und in der Panik von anderen niedergerannt wurden. Auf verwackelten Videoaufnahmen, die ins Internet gestellt wurden, ist zu sehen, wie verschleierte junge Frauen hastig versuchen, sich vor den Eindringlingen in Sicherheit zu bringen. Andere bewarfen die Sicherheitskräfte mit Schuhen.

Das saudi-arabische Gesundheitsministerium bestätigte am Freitag, dass bei den Zusammenstößen 53 Studentinnen leicht verletzt wurden, bestritt aber den Tod einer Demonstrantin.

Für den Samstag haben Studentinnen in Abha zu weiteren Demonstrationen aufgerufen. Zudem wollen sie aus Protest gegen das gewaltsame Vorgehen der Universitätsleitung bis auf weiteres in den Streik treten
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820384,00.html (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,820384,00.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 19:12:35 Mi. 28.März 2012
Zitat
Studierende weltweit vor Hürden

In vielen Ländern steigen Unigebühren, während Stipendien gekürzt werden.


Zu Zehntausenden demonstrierten sie vor wenigen Tagen in Montreal: Kanadische Studierende, die gegen die Erhöhung der Studiengebühren in der Provinz Quebec auf die Straße gingen. "Wir wollen uns bilden, nicht verschulden!", "Bildung ruhe sanft", hieß es auf Plakaten. Die Demonstration war der vorläufige Höhepunkt der Proteste. Seit Februar boykottieren Studierende bereits ihre Vorlesungen, fast täglich gibt es Kundgebungen.

Die Regierung der kanadischen Provinz will die Gebühren binnen der nächsten fünf Jahre um 75 Prozent anheben. Statt wie bisher 1.700 Euro im Jahr müssen Studierende dann knapp 3.000 Euro im Jahr zahlen. Anders bekomme der Staat seine Schulden nicht in den Griff, argumentiert die Provinzregierung. Ihre Pläne stehen für einen weltweiten Trend. Denn in den Zeiten der Finanzkrise wollen viele Staaten Studiengebühren anheben – ohne dass Stipendien im gleichen Maß erhöht werden.

Das zeigt eine neue Studie der "Higher Education Strategy Associates" (Hesa), einer auf Wissenschaftsrecherche spezialisierten Firma aus Kanada, die die Entwicklung der Studiengebühren in wichtigen Staaten untersucht hat. In vielen Ländern sei langsam ein Limit erreicht, lautet das Fazit der Studie: "Studierende werden sich ein Studium nur noch mit Schwierigkeiten leisten können."

Am gravierendsten ist den Autoren zufolge die Lage in den USA. Dort stiegen die Studiengebühren im vergangenen Jahr im Schnitt um mehr als acht Prozent – also weit über die Inflationsrate. Gleichzeitig wurden staatliche Zuschüsse für die Darlehen von Masterstudenten und Doktoranden gestrichen, 1,5 Millionen Studierende müssen dafür nun mehr zahlen. Ende 2011 beschlossen Senat und Repräsentantenhaus auch Kürzungen bei den "Pell Grants", mit denen Bachelorstudierende aus bedürftigen Familien unterstützt werden.

Besonders stark stiegen die Gebühren im Jahr 2011 auch in Südafrika (plus 12,5 Prozent), Nigeria (plus 6,8 Prozent), den Philippinen und Chile (jeweils plus fünf Prozent). Auch einige der um ihre Haushalte kämpfenden Staaten Europas lassen ihre Studierenden mehr zahlen. Die britische Regierung hob bekanntermaßen die Studiengebühren auf bis zu 9.000 Pfund (knapp 11.000 Euro) an, immer wieder gingen im vergangenen Jahr deswegen Studierende in England auf die Straße. Neben Spanien ist Irland ein weiteres Beispiel. Die Iren vervierfachten die "Einschreibegebühren" von 500 auf 2.000 Euro.

Wie sehr Bildungsfinanzierung weltweit immer mehr zur Privatsache wird, ist daran abzulesen, dass gleichzeitig die staatlichen Subventionen für Universitäten in vielen dieser Länder sanken. Neben den USA und Großbritannien strichen Japan, Südkorea und die Niederlande ihre Bildungs- und Wissenschaftsetats zusammen. "Drastisch" waren die Kürzungen der Studie zufolge auch in Brasilien, Italien, Pakistan und der Ukraine. Unis würden so unter Druck geraten, "immer mehr Umsatz mit Studierenden zu generieren", heißt es.

Gerade für Hochschulsysteme, wie in Europa, die sich traditionell vor allem durch die Zuschüsse des Staates finanzieren, sei die "Herausforderung für die Zukunft groß", warnte am Mittwoch auch die europäischen Hochschulvereinigung (EUA) in einer Mitteilung. Trotz sinkender Zuschüsse stiegen die Ansprüche an die Unis immer weiter. In den meisten Staaten Europas drängten wie in Deutschland derzeit geburtenstarke Jahrgänge an die Unis, die Lehre müsste verbessert werden. In der Forschung nehme der weltweite Wettbewerb immer mehr zu.

Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Nicht alle Staaten belasten Studierende mit immer höheren Gebühren. Als Vorbilder werden in der kanadischen Studie Frankreich, Schweden und Deutschland genannt. Deutschland wird vor allem für die Erhöhung des Bafögs im Jahr 2010 gelobt.
http://www.tagesspiegel.de/wissen/immer-hoehere-studiengebuehren-studierende-weltweit-vor-huerden/6443960.html (http://www.tagesspiegel.de/wissen/immer-hoehere-studiengebuehren-studierende-weltweit-vor-huerden/6443960.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 11:10:33 So. 20.Mai 2012
Der freie Westen mal wieder...

Zitat
Studentenproteste in Kanada
Politiker wollen Bürgerrechte beschneiden


(http://cdn2.spiegel.de/images/image-353069-panoV9free-vehr.jpg)

Seit Monaten protestieren Studenten in Québec, jetzt wollen Politiker mit einer drastischen Maßnahme für Frieden sorgen: Sie stimmten für ein Gesetz, mit dem sie spontane Demonstrationen verbieten und hohe Geldstrafen verhängen dürfen. Oppositionspolitiker, Juristen und Studenten sind entsetzt.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studentenproteste-kanada-politiker-in-quebec-stimmen-fuer-neues-gesetz-a-833989.html (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/studentenproteste-kanada-politiker-in-quebec-stimmen-fuer-neues-gesetz-a-833989.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:43:04 Fr. 25.Mai 2012
Zitat
Proteste in Kanada eskalieren

Die seit Monaten anhaltenden Proteste von Studenten in Kanada haben einen Höhepunkt erreicht. Die Polizei nahm 700 Demonstranten fest.


Zehntausende Studenten waren in der Nacht zum Donnerstag in der überwiegend französisch-sprachigen Provinz Québec auf die Straße gegangen, um gegen die geplante Erhöhung der Studiengebühren und gegen ein neues Gesetz zum Demonstrationsrecht zu protestieren. Dabei kam es im Zentrum der Metropole Montréal und in der Provinzhauptstadt Québec zu Ausschreitungen.

Die Polizei ging nach Medienberichten mit Pfefferspray und Tränengas gegen die Studenten und ihre Sympathisanten vor. In Montréal kam es zu mehr als 500 Festnahmen, in Québec nahm die Polizei rund 170 Demonstranten in Gewahrsam. Alle Festgenommenen seien mit einem Strafbefehl von umgerechnet knapp 500 Euro belegt und dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden, teilten die Polizeibehörden mit.

Studiengebühren sollen jährlich steigen

Die Provinzregierung von Québec hatte Anfang des Jahres angekündigt, die Studiengebühren an den Universitäten von diesem Herbst an bis zum Jahr 2019 jährlich um 245 kanadische Dollar (190 Euro) anheben zu wollen. Selbst nach der Erhöhung wäre ein Studium in Montréal, Québec City und in anderen Städten der Provinz noch deutlich preiswerter als im übrigen Kanada. Dennoch protestieren Québecs Studenten seit Februar nahezu täglich gegen die Regierungspläne.

Zur Eskalation des Konflikts trug nun ein Gesetz bei, das vom Provinzparlament als Reaktion auf die anhaltenden Proteste verabschiedet wurde und das in den Augen der Studenten das Demonstrationsrecht einschränkt. Das Gesetz "Bill 78", das seit Freitag vergangener Woche in Kraft ist, schreibt vor, dass Demonstrationen in der Provinz Québec wenigstens acht Stunden zuvor mit genauen Angaben zur Marschroute angemeldet werden müssen. Wer sich vermummt, muss eine hohe Geldstrafe zahlen. Noch höher fällt die Strafe für Studenten aus, die ihren Kommilitonen den Weg in die Uni blockieren.
http://www.dw.de/dw/article/0,,15975852,00.html (http://www.dw.de/dw/article/0,,15975852,00.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 21:15:13 Do. 12.Juli 2012
Zitat
Nach Massenfestnahme
Studentenführer in Birma wieder frei

Nach Protesten gegen die Verhaftungswelle am Freitag sind alle Studentenführer wieder auf freiem Fuß. Sie waren einen Tag vor einer Kundgebung zur Erinnerung an die Proteste von 1962 verhaftet worden.


(http://www.handelsblatt.com/images/myanmar-marks-50th-anniversary-of-student-crackdown-with-arrests/6851910/2.jpg?format=format3)
Wirft Birmas Regierung vor, „einen Schritt rückwärts zu machen“: Studentenführer Kyaw Ko Ko.

Nach Protesten gegen die Festnahme von gut 20 Studentenführern haben die Behörden in Birma alle Aktivisten wieder freigelassen. Die studentischen Anführer seien vor etwa einer Stunde freigekommen, teilte ein Regierungsvertreter am Samstagabend (Ortszeit) mit.
Die Demonstranten waren am Freitag festgenommen worden, einen Tag vor einer geplanten Kundgebung in Rangun zur Erinnerung an die Niederschlagung eines Studentenprotests am 7. Juli 1962 gegen die Militärherrschaft von General Ne Win. Schätzungen zufolge kamen damals Dutzende Studenten ums Leben. Es war die größte Verhaftungswelle in Birma seit der Auflösung der Militärjunta im März 2011.
http://www.handelsblatt.com/politik/international/nach-massenfestnahme-studentenfuehrer-in-birma-wieder-frei/6851888.html (http://www.handelsblatt.com/politik/international/nach-massenfestnahme-studentenfuehrer-in-birma-wieder-frei/6851888.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 10:28:02 Mi. 25.Juli 2012
Zitat
Kanadische Studenten protestieren gegen steigende Studiengebühren

Montréal (AFP) Rund 15.000 kanadische Studenten sind in Montréal gegen die Erhöhung der Studiengebühren auf die Straße gegangen. Die Demonstranten widersetzten sich damit am Sonntag (Ortszeit) einem Protestverbot, nachdem die Provinzregierung ein Gesetz zur Einschränkung von Demonstrationen erlassen hatte. Die Studenten protestieren seit Februar gegen die geplante Erhöhung der Studiengebühren um rund 1700 Dollar (1380 Euro) in den kommenden sieben Jahren und damit um 82 Prozent.
http://www.zeit.de/news/2012-07/23/kanada-kanadische-studenten-protestieren-gegen-steigende-studiengebuehren-23085603 (http://www.zeit.de/news/2012-07/23/kanada-kanadische-studenten-protestieren-gegen-steigende-studiengebuehren-23085603)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 12:41:15 Mo. 30.Juli 2012
Zitat
WÜRZBURG
Streik der Studenten wird immer wahrscheinlicher

Drittes Gespräch mit Uni-Präsident Forchel lässt Studierende unbefriedigt


Nach dem dritten Gespräch der Würzburger Studierenden mit Uni-Präsident Alfred Forchel rückt ein Streik immer näher. Die Studierendenvertreter drohen, am 1. August die Zusammenarbeit mit den zentralen Hochschulgremien auf Eis zu legen, sollten bis dahin ihre Forderungen nach mehr studentischer Mitbestimmung nicht erfüllt sein. Der Studentische Konvent sieht eine solche Lösung als „ultima ratio“.

Im Juni hatten die Studierenden Forchel in einem offenen Brief scharf kritisiert. Die Kommunikation mit den Studenten sei mangelhaft, der Informationsaustausch „katastrophal“, mehr studentische Mitbestimmung „offenbar unerwünscht.“ Drei Gespräche zogen ins Land, ohne dass alle Punkte geklärt wurden.

In einer Stellungnahme verlangen die Studenten von Forchel nun mehr Verbindlichkeit. Das wollen sie mit einer Änderung der Uni-Grundordnung erreichen. Forchel solle ihnen unter anderem zusichern, dass sich die Zahl der Studierenden in beinahe allen ständigen Kommissionen verdoppelt. Das wollen sie in der Grundordnung festgeschrieben sehen.

Die Forderung nach einer Änderung der Grundordnung erklärt studentische Senatorin Hannah Klein damit, dass die Studierendenvertreter eine verbesserte studentische Mitbestimmung „weder als umgesetzt noch als garantiert“ ansehen. Mit der Grundordnung würden die Forderungen nach mehr Mitbestimmung für alle verbindlich werden.

Der Streik ist für die Studierenden nur letztes Mittel. Klein dazu: „Wir sind uns unserer großen Verantwortung gegenüber den Studierenden bewusst und sehen uns ausschließlich durch dieses Mittel in der Lage, in ihrem Sinne zu wirken.“

Der Uni-Präsident würde seinerseits einen Rückzug der Studierenden aus den zentralen Gremien bedauern. Das teilt Uni-Pressesprecher Georg Kaiser mit. Der Präsident sehe die Zusammenarbeit mit allen Gruppenvertretern – also auch mit den Studierenden – als sehr wichtig an. Forchel sei zuversichtlich, dass es zu einer konstruktiven Lösung komme.

Am 30. Juli setzen sich die Studierenden und die Erweiterte Hochschulleitung ganz regulär zusammen. Dennoch erhoffen sich die Studenten von dem Gespräch Versprechen im Hinblick auf ihre Mitbestimmung. Das Gespräch, so Klein, sei nicht an die Streikdrohung geknüpft. Welche direkten Auswirkungen ein Streik hätte, bleibt abzuwarten. Laut Kaiser sind für den August keine Gremiumssitzungen anberaumt.
http://www.mainpost.de/regional/franken/Streik-der-Studenten-wird-immer-wahrscheinlicher;art1727,6936006 (http://www.mainpost.de/regional/franken/Streik-der-Studenten-wird-immer-wahrscheinlicher;art1727,6936006)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 17:04:33 Do. 16.August 2012
Zitat
In Québecs Unis herrscht der Ausnahmezustand

Aus Protest gegen höhere Studiengebühren und die Verschärfung des Demonstrationsrechts streiken Québecs Studenten. Professoren stehen vor leeren Hörsälen.


Die Studentenproteste im Québec sorgen zum Semesterbeginn für Chaos. Seit Monaten gehören Streiks, Demonstrationen und Unterrichtsausfälle zum Alltag, an einen geregelten Studienbetrieb ist nicht zu denken. "Ich bin weit davon entfernt zu glauben, dass alles so klappt wie geplant", sagt die Professorin Pascale Dufour. Seit Februar habe sie nur sieben Mal unterrichtet. Den Rest der Zeit sei kein Student im Hörsaal gewesen.

An der französischsprachigen Université de Montréal (UdeM), an der Dufour unterrichtet, werden im Zuge des Streiks ganze Trimester nach hinten verschoben. An einigen Fakultäten soll das Herbstsemester nun am 1. Oktober beginnen. Soweit zumindest die Planung.

Seit Jean Charest, Premierminister vom Québec, im Februar angekündigt hat, die Studiengebühren massiv erhöhen zu wollen, kommt Montréal und die gesamte kanadische Provinz nicht zur Ruhe. Verhandlungen zwischen Regierung und Studenten verliefen bislang ergebnislos.

Strafen bis zu 125.000 Dollar


Wie es weitergeht, ist unklar. Die UdeM hat eine Infoseite mit einem Studienkalender mit aktuellen Informationen eingerichtet, den die Studenten regelmäßig checken sollen. Die Uni kann die Kurse aber kaum weiter verschieben. "Wir haben überhaupt keinen Spielraum mehr“, sagt der Universitätssprecher Mathieu Filion. Das Gesetz zwinge die Universität, ihre Lehrveranstaltungen auch im Fall eines Streikes anzubieten.

Die Rede ist von einem Sondergesetz, bekannt als Loi 78, das das Parlament im Mai unter großen Protesten verabschiedet hatte. Unter anderem wird den Mitarbeitern der Hochschulen das Streikrecht entzogen, stattdessen sollten sie für Ordnung auf dem Campus sorgen.

Außerdem schränkt das Gesetz die Demonstrations- und Versammlungsfreiheit ein. Demonstrationen müssen von den Behörden genehmigt werden. "Kaum eine Demonstration kommt durch", sagt Dufour, die meisten seien illegal. Wer den Bestimmungen des neuen Gesetzes nicht nachkommt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen: bis zu 5.000 kanadische Dollar für einfache Bürger, bis zu 35.000 für Studenten und Lehrer und bis zu 125.000 für Studentenorganisationen.

Wollte die Regierung den Streik mit dem Gesetz beenden, hat sie längst das Gegenteil erreicht: "Was anfangs ein Studentenprotest war, ist zu einer sozialen Bewegung geworden", sagt die junge Québecerin Mélissa Serrano. Das Gesetz 78 hat weite Teile der Bevölkerung empört. An den Demonstrationen beteiligten sich inzwischen auch viele Bürger, die verärgert sind über die Regierung und für grundlegende Reformen auf die Straße gehen.

Darunter finden sich auch Dozenten. Einige haben eine Homepage erstellt, auf der sie zur Petition gegen das Gesetz aufrufen. In einem Manifest erklärten sie vergangenen Freitag, demokratische Entscheidungen der Studenten für die Fortsetzung des Streikes respektieren zu wollen. Mehr als 2.000 Professoren haben bis heute unterzeichnet.

Derzeit berufen die Studentenorganisationen Mitgliederversammlungen ein, um über die Fortsetzung des Boykotts abzustimmen. Nach wie vor ist keine Einigung erzielt. Die Forderungen der Studenten reichen von der Beibehaltung der aktuellen Gebühren bis zur kompletten Abschaffung. In den vergangenen Jahren waren die Studiengebühren bereits mehrfach erhöht worden.

Das Bildungsministerium verteidigt die Reform weiter: Die Studiengebühren seien in Québec – verglichen mit dem Rest Kanadas – immer noch niedrig. Bislang zahlt ein Student im Jahr 2.168 kanadische Dollar, rund 1.700 Euro. Nach den Plänen der Regierung sollen die Gebühren innerhalb von fünf Jahren auf knapp 3.800 Dollar pro Jahr steigen.

Nächste Großdemonstration geplant


Die kanadische Jurastudentin Laurence Ricard nimmt seit Monaten an Demonstrationen gegen eine Erhöhung der Studiengebühren teil. Wie viele ihrer Kommilitonen weiter streiken wollen, kann Laurence nicht sagen. Doch einige ihrer Kommilitonen seien inzwischen der Meinung, der Streik sei das falsche Mittel. Denn am 4. September stehen in Québec Wahlen an. Die Zeitung La Presse berichtet, dass die großen Studentenvertretungen die Wahlen als große Chance sehen, die Parteien abzuwählen, die für die Anhebung der Studiengebühren sind.

Laurence Ricard und Pascale Dufour befürchten allerdings, dass der liberale Premierminister Jean Charest die Krise für seine eigenen Zwecke nutzt. Denn die Regierung in Québec darf den genauen Zeitpunkt der Wahl selbst bestimmen. "Einerseits haben die Studentenbewegungen Charest quasi dazu gezwungen, die Wahlen jetzt auszurufen", sagt Dufour. Andererseits könnte der Termin auch strategisches Kalkül sein.

Laurence hat wenig Hoffnung, dass sich etwas an der Situation verändert – unabhängig vom Wahlausgang. Vielen Studenten geht es ähnlich: Sie wollen nicht bloß warten und hoffen. Die nächste Großdemonstration ist für den 22. August geplant.
http://www.zeit.de/studium/hochschule/2012-08/Proteste-Studenten-Quebec/seite-2 (http://www.zeit.de/studium/hochschule/2012-08/Proteste-Studenten-Quebec/seite-2)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: counselor am 00:33:24 Fr. 24.August 2012
Studentenproteste gegen Studiengebühren vor Wahlen in Québec

Montréal (AFP) Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Québec sind in Montréal am Mittwoch tausende Studenten gegen die Erhöhung der Studiengebühren auf die Straße gegangen. Die beiden Studentengewerkschaften FECQ und FEUQ verurteilten die Pläne der liberalen Regierung von Premierminister Jean Charest. Mit rund 10.000 Teilnehmern waren die Proteste aber weit kleiner als bei der Großdemonstration am 22. Mai. Am Rande des Marsches rissen schwarz vermummte Demonstranten Schilder der Liberalen Partei Québecs (PLQ) nieder.

Quelle: Zeit Online (http://www.zeit.de/news/2012-08/23/kanada-studentenproteste-gegen-studiengebuehren-vor-wahlen-in-qubec-23082603)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: xyu am 02:31:37 Di. 25.September 2012
Zitat
Aufruf: Weltweiter Bildungsstreik
Mon, 13/08/2012 - 19:11 — Mo

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GLOBAL EDUCATION STRIKE
18.Okt. & 14.-22.Nov. 2012
Wir rufen zu einem weltweiten Bildungsstreik auf! Es ist das erste Mal, dass ein Bildungsstreik auf globaler Ebene koordiniert wird. Wir agieren gemeinsam in Solidarität, da wir unabhängig von unserem Wohnort den selben Kampf gegen nationalstaatliche und gewinnorientierte Interessen und ihren Einfluss auf Bildung ausfechten. Steigende Studiengebühren, Kürzungen, Outsourcing, Schulschließungen, sowie weitere Phänomene stehen im direkten Zusammenhang mit der zunehmenden Kommerzialisierung und Privatisierung von Bildung. Nur indem wir gemeinsam agieren, werden wir diese überwinden und freie emanzipatorische Bildung für alle ermöglichen können.

Wir kämpfen gegen Kürzungen im Bildungssystem. Viele von uns ertrinken in Schulden für Bildungskredite. Der zunehmende Leistungsdruck macht uns krank und die Zugangsbeschränkungen zu Bildung, u.a. durch stetig steigende Studiengebühren, machen uns wütend!
Jede_r muss Zugang zu Bildung haben, unabhängig vom finanziellen oder sozialen Status der Person.
Wir haben genug vom Zwang alles und jede_n messen zu müssen - selbst das Unmessbare! Wir haben genug davon, dass die Wettbewerbsfähigkeit unterm Strich das einzige Kriterium für so ziemliches alles fungiert! Es ist an der Zeit, dass wir etwas gegen diese Zustände tun - und zwar gemeinsam!
Wir sind alle Menschen, die von der zunehmenden Kommodifizierung und Kommerzialisierung von Bildung betroffen sind. Dies äußert sich durch diverse Symptome, wie z.B. Entdemokratisierungstendenzen in (Hoch-)Schulen/ und damit verbunden der weitere Ausbau hierarchischer Strukturen. Regierungen weltweit fördern gezielt die Schaffung eines Bildungsmarktes und den Wettbewerb zwischen öffentlichen Biildungseinrichtungen während grundlegende öffentliche Güter, wie Bildung und Gesundheitsfürsorge zunehmend privatisiert werden.

Allein im Juni 2012 fanden in mehr als 40 Städten mind. 45 Proteste im Kampf für freie emanzipatorische Bildung statt. Regierungen haben öffentliche Einrichtungen chronisch unterfinanziert, dabei fungierte oft genug die 'aktuelle Wirtschaftskrise' als Vorwand. Anschließend wurden 'Lösungen' propagiert, wie z.B. Rankings, die den Wettbewerb fördern sollen; das Schließen von Schulen, die unterdurchschnittlich abschneiden; die Aufnahme von mehr Studierenden an Hochschulen ohne eine gleichzeitige Erhöhung der Kapazitäten; Outsourcing von allem, was nur outgesourced werden kann; die Schaffung von 'Eliteeinrichtungen'. All diese 'Lösungen' bedeuten Schritte in Richtung einer zunehmenden Kommodifizierung und Privatisierung von Bildung, was außerdem gravierende Auswirkungen auf Lehr- und Lernbedingungen hat.

Der Bildungsmarkt und Nationalstaaten machen es erforderlich, dass marktwirtschaftliche Gewinne eine höhere Priorität besitzen als die Fähigkeit zu emanzipatorischem Denken. Beide Konstrukte benötigen gehorsame 'Bürger', Konsument_innen und billige Arbeitskräfte, anstatt emanzipierte Individuen, die ein selbstbestimmtes Leben leben.

Wir werden dazu erzogen wie Zahnräder in der kapitalistischen Maschinerie zu funktionieren. Wir sind dazu programmiert mit unseren Mitmenschen auf allen Ebenen zu konkurieren. Unsere Kreativität, unsere Energie und unser 'freier Geist' werden durch die vorherrschenden Bildungsinstitutionen zerschlagen.
Das Bildungssystem besteht im Kapitalisums überwiegend aus Ausbildungsfabriken, deren primäre Funktionen einerseits in der Produktion von Humankapital, welches auf dem Arbeitsmarkt ausgebeutet werden sollte, sowie andererseits in der Kommerzialisierung von Wissen besteht. Um diese Zusammenhänge verstärkt in die Öffentlichkeit zu tragen und den Produktionsablauf zu stören, rufen wir hiermit dazu auf Bildungseinrichtungen weltweit während des weltweiten Bildungsstreiks still zu legen.

Fight back! Bringt euch ein und beteiligt euch am GLOBAL EDUCATION STRIKE.
Die Grundlage für Gerechtigkeit ist Wissen. Lasst uns im Oktober und November gemeinsam für eine andere Bildung eintreten!!

Einfach eine kurze eMail an united.for.education@gmail.com oder über den globalen Verteiler [bitte auf englisch], falls ihr ebenfalls als Unterstützer_in für diesen Aufruf hier erwähnt werden wollt.

Zitat
18. oktober: day of action
14.22. november: global strike

quelle: http://ism-global.net/aufruf_GES (http://ism-global.net/aufruf_GES)
unterstützerInnen: siehe dort
 
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 16:49:15 Do. 09.Mai 2013
Zitat
Landesweiter Streik von Lehrern, Schülern und Studenten in Spanien

Aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung sind in Spanien Professoren, Lehrer, Studenten und Schüler landesweit in den Streik getreten. Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligten sich 70 Prozent an dem eintägigen Ausstand. Das Bildungsministerium sprach hingegen von weniger als 20 Prozent. Zu den Protesten hatte ein Zusammenschluss von Gewerkschaften aufgerufen. Sie beziffern die Einsparungen im Bildungsbereich auf 6,7 Milliarden Euro seit 2010.
http://www.dradio.de/nachrichten/201305091600/3 (http://www.dradio.de/nachrichten/201305091600/3)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Eivisskat am 06:42:57 Fr. 10.Mai 2013
Zitat
Landesweiter Streik von Lehrern, Schülern und Studenten in Spanien

Aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung sind in Spanien Professoren, Lehrer, Studenten und Schüler landesweit in den Streik getreten. Nach Angaben der Gewerkschaften beteiligten sich 70 Prozent an dem eintägigen Ausstand. Das Bildungsministerium sprach hingegen von weniger als 20 Prozent. Zu den Protesten hatte ein Zusammenschluss von Gewerkschaften aufgerufen. Sie beziffern die Einsparungen im Bildungsbereich auf 6,7 Milliarden Euro seit 2010.
http://www.dradio.de/nachrichten/201305091600/3 (http://www.dradio.de/nachrichten/201305091600/3)

Protest gegen Sparpolitik im spanischen Bildungswesen (http://www.youtube.com/watch?v=gCYoOKselIE#ws)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 10:41:38 Fr. 05.Juli 2013
Zitat
Peru:
Polizei geht auf protestierende Studenten in Lima los

Die peruanische Polizei hat am Donnerstag Wasserwerfer und Tränengas gegen protestierende Studenten in Lima eingesetzt. Die Proteste richten sich gegen ein geplantes neues Hochschulgesetz.


Die peruanische Polizei hat Wasserwerfer und Tränengas gegen protestierende Studenten in Lima eingesetzt. Die Demonstranten, die sich gegen ein geplantes neues Hochschulgesetz wandten, zogen in Richtung des Parlamentsgebäudes in der Hauptstadt, als die Beamten eingriffen. Laut einem Teilnehmer des Protests wurden mehrere Menschen festgenommen. Auf das Eingreifen der Polizei folgten gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Einsatzkräften in umliegenden Straßen.

Die Studenten kritisieren den Entwurf eines neuen Gesetzes über die peruanischen Universitäten, das nach ihrer Ansicht die Eigenständigkeit der Hochschulen einschränken würde. Auch seitens der Hochschulleitungen gibt es Kritik daran, dass die Politik die Beteiligten im Gesetzgebungsprozess nicht anhöre.
http://unternehmen-heute.de/news.php?newsid=182390 (http://unternehmen-heute.de/news.php?newsid=182390)

& Chile:
Zitat
Chile red-hot as student protest turns violent (VIDEO)

http://on.rt.com/32yl45 (http://on.rt.com/32yl45)

Santiago police responded to hooded protesters in the Chilean capital with tear gas and water cannon, marring a largely peaceful demonstration by more than 100,000 students and union workers demanding fair distribution of wealth.

The violence began ahead of nationwide demonstrations on Wednesday when separate pocket of protesters hurled Molotov cocktails at a police station, prompting a police crackdown. The protesters also stormed a restaurant and used its chairs as barricades, tying up traffic along some of Santiago's busiest roads, AP reported.
http://rt.com/news/chile-protest-students-reform-santiago-304/ (http://rt.com/news/chile-protest-students-reform-santiago-304/)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 10:45:20 Do. 03.Oktober 2013
Zitat
Gewaltsame Proteste in Mexiko
Zum Jahrestag des Massakers von Tlatelolco flogen Steine und Brandbomben.

      
(http://images03.kurier.at/46-57862997.jpg/620x340/29.417.272)   

Bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei sind in Mexiko am Mittwoch mindestens 50 Menschen verletzt worden. Die Gewalt ereignete sich bei einer Kundgebung in der Hauptstadt Mexiko-Stadt zum Jahrestag des Massakers von Tlatelolco an dutzenden Studenten am 2. Oktober 1968. Protestierende warfen mit Steinen und Brandbomben, die Polizei reagierte mit Tränengas.

Nach Behördenangaben wurden mindestens zwölf Polizisten verletzt. Etwa 15 Menschen wurden demnach festgenommen. Die Presserechtsorganisation Articulo 19 teilte mit, sieben Journalisten seien von Polizisten geschlagen und zwei Medienvertreter festgenommen worden.

Im Jahr 1968 hatten Polizisten, Soldaten und bewaffnete Unbekannte das Feuer auf tausende Studenten eröffnet, die friedlich auf dem "Platz der drei Kulturen" im Stadtteil Tlatelolco demonstrierten. Die genaue Opferzahl ist unbekannt. Offiziell wird die mit 40 Toten angegeben, Menschenrechtsorganisationen gehen von etwa 300 aus.
http://kurier.at/politik/ausland/gewaltsame-proteste-in-mexiko/29.418.479 (http://kurier.at/politik/ausland/gewaltsame-proteste-in-mexiko/29.418.479)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 21:03:38 Do. 19.Dezember 2013
Zitat
Ausschreitungen in Mailand: Studenten gegen Schulsystem

Studenten der Mailänder Universität lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Sie protestieren gegen Kürzungen an den staatlichen Universitäten. Als einige Studenten in den Regierungssitz der Lombardei eindrangen, musste eine Sitzung des Regionalrates unterbrochen werden.


(http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/wp-content/uploads/2013/12/studenten-mailand-1024x682.jpg)
Hunderte Mailänder Studenten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. (Foto: dpa)

Bei Studentenprotesten in Mailand kam es erneut zu Ausschreitungen. Die jungen Leute protestieren gegen Kürzung im Bildungsbereich.

Der Marsch der Studenten durch die Mailänder Innenstadt behinderte den Verkehr zusätzlich zum Streik im öffentlichen Nahverkehr, berichtet der Corriere della Sera. Circa 500 teils gewaltbereite Studenten belagerten das Pirelli-Hochhaus, den Regierungssitz der Lombardei im Zentrum von Mailand. Sie warfen mit Eiern und Farbe. Es kam zu vereinzelten Straßenschlachten mit der Polizei.

Nach den Ausschreitungen beruhigte sich die Situation zunächst wieder. Dann zogen hunderte Studenten weiter durch die Innenstadt. Sie bewarfen die Polizei mit Glasflaschen. Die jungen Leute gehören zur sogenannten Mistgabel-Bewegung, die seit Wochen gegen die Sparpolitik und die Korruption im Land protestiert.

Vier Studenten und zwei Professoren verschafften sich Zugang zum Pirelli-Hochhaus. Sie unterbrachen eine Sitzung des Regionalrats, indem sie von der Zuschauertribüne riefen, der Rat solle nicht bei den öffentlichen Schulen kürzen. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen. Die Abgeordneten des Movimento 5 Stelle von Beppe Grillo verließen den Saal aus Solidarität mit den Studenten.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/16/ausschreitungen-in-mailand-studenten-gegen-schul-system/ (http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/16/ausschreitungen-in-mailand-studenten-gegen-schul-system/)


Zitat
Streit um Fakultätsreform an der HU Berlin
Sitzstreik mit Mistgabel und Vuvuzela

Die Studierenden der Humboldt-Universität protestieren gegen die Fakultätsreform. Nach dem strategischen Kurzzeit-Rücktritt des HU-Präsidenten blockierten sie jetzt das Kuratorium. Das bestätigte die Reform schließlich nur teilweise.



Die Kuratoriumsmitglieder der Humboldt-Universität kamen am Donnerstag morgen nicht einmal bis zum Sitzungssaal: Etwa 150 Studierende blockierten mit einem Sitzstreik den Flur. Die Studierenden wollten so verhindern, dass das Kuratorium die umstrittene Fakultätsreform endgültig absegnet. „Nein zur Reform“, skandierten die Studierenden im Chor. Vuvuzelas tröteten, Agrarwissenschaftsstudenten reckten kämpferisch Mistgabel und Harke in die Höhe.

Um die Reform, bei der die Zahl der Fakultäten verringert werden soll, wird an der HU seit Wochen gerungen. Der vorangegangene Beschluss des Akademischen Senats fiel am 5. Dezember unter dramatischen Umständen.
http://www.tagesspiegel.de/wissen/streit-um-fakultaetsreform-an-der-hu-berlin-sitzstreik-mit-mistgabel-und-vuvuzela/9245404.html (http://www.tagesspiegel.de/wissen/streit-um-fakultaetsreform-an-der-hu-berlin-sitzstreik-mit-mistgabel-und-vuvuzela/9245404.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:59:42 Mi. 26.März 2014
Zitat
Studentenproteste in Spanien
Polizei räumt besetztes Uni-Gebäude

Neuer Unmut gegen die Bildungsreform in Spanien: Studenten besetzen ein Uni-Gebäude in Madrid, sie errichten Barrikaden und setzen Müllcontainer in Brand. Die Polizei schreitet ein.


Bei der Räumung eines besetzten Universitätsgebäudes hat die spanische Polizei in Madrid mehr als 50 junge Leute festgenommen. Wie die Sicherheitskräfte mitteilen, hatte das Rektorat der Hochschule die Beamten darum gebeten, das Gebäude zu räumen. Mehrere Besetzer hatten zuvor Barrikaden errichtet und Müllcontainer in Brand gesetzt.

Studenten hatten das zum Rektorat gehörende Gebäude der Complutense-Universität im Rahmen einer Kundgebung besetzt. Der Protest richtete sich gegen eine Bildungsreform der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy und gegen die Kürzung von Stipendien.

Am Sonntag hatte es in Madrid nach einer Demonstration gegen die Sparpolitik der Regierung schwere Ausschreitungen gegeben. Mehr als 100 Menschen, darunter 67 Polizisten, wurden verletzt und 24 mutmaßliche Gewalttäter festgenommen.
http://www.sueddeutsche.de/bildung/studentenproteste-in-spanien-polizei-raeumt-besetztes-uni-gebaeude-1.1922156 (http://www.sueddeutsche.de/bildung/studentenproteste-in-spanien-polizei-raeumt-besetztes-uni-gebaeude-1.1922156)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 09:50:24 Sa. 10.Mai 2014
Zitat
Chile: Studenten fordern versprochene Änderungen im Bildungssystem

(http://latina-press.com/media/2014/05/demo-santiao.jpg)
Tausende Schüler und Studenten fordern die Umsetzung der versprochenen Bildungsreform


In Chile sind am Donnerstag (8.) erneut tausende Schüler und Studenten für Reformen im staatlichen Bildungssystem auf die Straße gegangen. In der Hauptstadt Santiago forderten sie die im Dezember erneut zur Staatspräsidentin gewählten Michelle Bachelet auf, die im Wahlkampf versprochenen umfassende Bildungsreform unverzüglich umzusetzen. Die linke Politikerin hatte angekündigt, bei einem Wahlerfolg die Ungleichheit im Bereich Bildung in den südamerikanischen Land zu beenden.

Die Studentenführer hatten forderten bei ihren Protesten vornehmlich weitergehende Maßnahmen, eine detaillierter Vorstellung der geplanten Änderungen und eine engere Einbindung der Studenten bei der Planung und Umsetzung der Reform. “Wir sind besorgt, denn alles was bisher getan wurde, ist ein bisschen mehr Geld in das System zur Bekämpfung der Ungleichheit zu stecken. Also in das gleiche System, welches einmal Bildung für die arme und einmal die Bildung für die reiche Bevölkerung schafft” erklärt Studentenführerin Melissa Sepúlveda in Hinblick auf die neuerlichen Proteste.

“Jeden Tag sehen wir eine Aufweichung der Reform. Große Dinge wurden versprochen, und heute gibt es nur einen Gesetzentwurf, den niemand kennt”, so Sepúlveda weiter. Die Regierung plant, vornehmlich über eine Steuerreform mehr Geld ins Bildungssystem zu spülen. Was allerdings nicht überall auf Zustimmung stößt. Meinungsforscher haben zuletzt eine deutliche Ablehnung gegen das Vorhaben festgestellt.

Seit 2011 kommt es immer wieder zu zum Teil gewalttätige Demonstrationen gegen das chilenische Bildungssystem unter dem damaligen konservativen Präsidenten Sebastián Piñera. Bei den jüngsten Protesten waren nach offiziellen Angaben 1.800 Polizisten im Einsatz, die den friedlichen Marsch vor den Präsidentenpalast und das Bildungsministerium begleiteten.
http://latina-press.com/news/179504-chile-studenten-fordern-versprochene-aenderungen-im-bildungssystem/ (http://latina-press.com/news/179504-chile-studenten-fordern-versprochene-aenderungen-im-bildungssystem/)

Zitat
+++ Studenten protestieren gegen EU-Sparpolitik +++

Im Eingang vor dem Audimax der Humboldt-Universität hat sich der Geschichtsstudent Jasper Stange gemeinsam mit sechs weiteren Kommilitonen zu einem „Die In“ hingelegt. Die am Boden liegenden Studenten wollen damit den EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso, der gleich im Audimax sprechen wird, auf die aus ihrer Sicht unmenschliche Politik der EU gegenüber den Krisenländern aufmerksam machen. „Wir sehen Herrn Barroso als einen Vertreter einer Austeritätspolitik, die Menschen tötet“, sagt der Student Stange. Die Studenten verteilen Flugblätter, auf denen steht: „Für ein Europa der Solidarität – nicht der Austerität! Nein zur Troika! Nein zu Barroso!“ Auch im Audimax selbst riefen Studenten: "Nein zur Troika!" Die Troika besteht aus der Europäischen Zentralbank, dem Internationalen Währungsfonds und der von Barroso geführten EU-Kommission. Um Barrosos Nachfolge bewerben sich der Kandidat der Konservativen, Luxemburgs Ex-Ministerpräsident Jean-Claude Juncker, und EU-Parlamentschef Martin Schulz (SPD).
http://www.tagesspiegel.de/politik/eu-news-blog-zum-nachlesen-umfrage-sieht-konservative-europaweit-vorn/9861078-2.html (http://www.tagesspiegel.de/politik/eu-news-blog-zum-nachlesen-umfrage-sieht-konservative-europaweit-vorn/9861078-2.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Rudolf Rocker am 09:45:17 So. 05.Oktober 2014
 Suche nach vermissten Studenten
Massengrab im Süden Mexikos entdeckt


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Rund eine Woche nach dem mysteriösen Verschwinden von 43 Studenten im Süden Mexikos ist ein Massengrab entdeckt worden. Noch ist aber unklar, wie viele Leichen dort liegen und ob es sich um die Vermissten handelt. Auch vieles andere an dem Fall gibt Rätsel auf.

http://www.tagesschau.de/ausland/mexiko-121.html (http://www.tagesschau.de/ausland/mexiko-121.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 11:28:12 Di. 14.Oktober 2014
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Bürgermeisterfamilie in Drogenkartell verstrickt?

Für Spekulationen sorgt ein angeblicher Geheimdienstbericht, der an die Öffentlichkeit gelangte. Darin heißt es nach einem Bericht der Zeitung "El Universal", die Studenten seien auf Anweisung der Ehefrau des Bürgermeisters festgenommen worden. Die Frau habe verhindern wollen, dass es bei einer von ihr geplanten Rede zu Protesten der Studenten kommt.

"Wir hatten Hinweise darauf, dass der Bürgermeister Verbindungen zum organisierten Verbrechen pflegt, aber keine Beweise", sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam. Auch gegen die örtliche Polizei gehen die mexikanischen Bundesbehörden vor. Alle 300 städtischen Beamten wurden entwaffnet und werden zunächst verhört. Kräfte der Bundespolizei haben nun die Kontrolle in Iguala übernommen.
http://www.deutschlandfunk.de/mexiko-entsetzen-ueber-studenten-entfuehrung.1818.de.html?dram:article_id=299814 (http://www.deutschlandfunk.de/mexiko-entsetzen-ueber-studenten-entfuehrung.1818.de.html?dram:article_id=299814)

Zitat
Die brachiale Gewalt, mit der am 27. September 2014 Polizeieinheiten gegen Studierende der pädagogischen Hochschule Ayotzinapa in Iguala, Guerrero, vorgingen, ist auch im Kontext der Gewalt in Mexiko aufsehenerregend. 

Das Ergebnis ist erschreckend: 6 Tote, 43 Verschwundene sowie das Auffinden eines Massengrabs mit 28 verbrannten Leichen. Die Empörung der Familienangehörigen aufgrund der bisherigen Zurückhaltung sowie lückenhaften Aufklärung der Ereignisse durch die staatlichen Behörden ist verständlich.

Gemeinsame Sache von Polizei und Mafia


Die Gewalteskalation ist nicht auf aktuelle lokale Auswüchse der Organisierten Kriminalität zurückzuführen. Sie ist ein Zeichen systematischer Repression unliebsamer Proteste:

Die Studierenden der PH wurden bereits in der Vergangenheit angesichts ihrer sozialen Proteste als Aufwiegler diffamiert und verfolgt. Bei einer Straßenblockade der Autobahn del Sol im Jahr 2011 wurden zwei Protestierende erschossen. Hierbei kamen auch illegal exportierte deutsche G36-Gewehre zum Einsatz. Menschenrechtsorganisationen warfen dem Bürgermeister von Iguala bereits vor zwei Jahren vor, Drahtzieher der Ermordung von sozialen Aktivisten gewesen zu sein. Dennoch unternahmen weder die mexikanische Bundesregierung noch die Regierung des Bundesstaates entscheidende Schritte, um die Morde aufzuklären.

Viele Medien, darunter auch bundesdeutsche, berichten im Zusammenhang mit den aktuellen Vorkommnissen von der engen Verzahnung zwischen Politik, Sicherheitsbehörden und der Organisierten Kriminalität. Auf diese Zusammenhänge weisen unsere Partnerorganisationen seit längerer Zeit hin. Zwar wurden bislang 22 an der Tat beteiligte Polizisten und Angehörige der Organisierten Kriminalität verhaftet. Bislang ist jedoch nicht zu erkennen, dass auch nach den Hintermännern und Strippenziehern gesucht wird.

Sicherheitsabkommen mit institutioneller Kriminalität

Die deutsche Regierung befindet sich derzeit in der Endphase der Verhandlungen eines Sicherheitsabkommen mit Mexiko. Es soll Ende des Jahres von den Regierungen unterzeichnet und im nächsten Jahr vom Deutschen Bundestag beschlossen werden. Danach wäre Deutschland unter bestimmten Bedingungen zur Übermittlung personenbezogener Daten verpflichtet. Diese Daten würden an mexikanische Sicherheitsbehörden übermittelt, die nachweislich Foltermethoden in Gefängnissen anwenden ( vlg. Folter-Bericht von Amnesty vom September 2014).Weiterhin ist geplant, dass aus dem Sicherheitsabkommen eine Polizeizusammenarbeit zwischen Deutschland und Mexiko erwachsen soll. In der derzeitigen Situation kann nicht sichergestellt werden, dass einzelne Maßnahmen eines Sicherheitsabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Mexiko nicht von der zwischen Behörden, Polizei und Organisierter Kriminalität aufgebauten institutionellen Kriminalität genutzt würden. Die Auswirkungen eines solchen Abkommens sollten dringend überdacht werden.
http://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/massaker-studenten-mexiko (http://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/massaker-studenten-mexiko)


Zitat
Demonstranten zünden Verwaltungssitz an

Nach dem mutmaßlichen Massaker an mehr als 40 Studenten haben Demonstranten den Sitz der Provinzregierung im mexikanischen Bundesstaat Guerrero angezündet. Zuvor hatten sie Auskunft über das Schicksal der Vermissten gefordert.


(http://cdn1.spiegel.de/images/image-763098-galleryV9-iwpb.jpg)

Chilpancingo - Mehr als zwei Wochen nach dem Verschwinden von 43 Studenten im Südwesten Mexikos haben aufgebrachte Kommilitonen den Sitz der Regionalregierung in Brand gesteckt. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei drangen sie am Montag in das Verwaltungsgebäude in der Provinzhauptstadt Chilpancingo (Bundesstaat Guerrero) ein und legten in einigen Büros Feuer.

Nach Angaben eines Regierungssprechers hatten die Demonstranten ursprünglich versucht, sich Zugang zum Provinzparlament zu verschaffen. Dieser Versuch sei jedoch von der Polizei unterbunden worden. Darauf sei die Menschenmenge zum Regierungsgebäude aufgebrochen.

Laut dpa besetzten die Lehramtsstudenten der linken Hochschule Ayotzinapa die Zugänge des Regierungspalastes und forderten Aufklärung über das Schicksal ihrer verschleppten Kommilitonen. Nachdem sie stundenlang keine Antwort der Behörden erhielten, griffen sie das Gebäude an.
http://www.spiegel.de/panorama/nach-massaker-in-mexiko-demonstranten-zuenden-regierungssitz-an-a-996975.html (http://www.spiegel.de/panorama/nach-massaker-in-mexiko-demonstranten-zuenden-regierungssitz-an-a-996975.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 11:31:16 Do. 23.Oktober 2014
Zitat
23. Oktober 2014
Mexiko
Demonstranten zünden Rathaus in Iguala an


(http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.2187305.1414040578!/httpImage/image.jpg_gen/derivatives/860x860/image.jpg)


    
  • Tausende gehen im mexikanischen Iguala auf die Straße und fordern Aufklärung über das Schicksal der Ende September verschwundenen Lehramtsstudenten.
  • Vermummte stecken das Rathaus der Stadt in Brand.
  • Die Generalstaatsanwaltschaft macht unter anderem den Bürgermeister von Iguala und seine Frau für das Verschwinden der 43 Studierenden verantwortlich. Beide befinden sich auf der Flucht.
   
Fast einen Monat nach dem Verschwinden von Dutzenden Studenten in Mexiko haben Demonstranten das Rathaus der Stadt Iguala angezündet. Am Mittwoch waren zunächst Tausende auf die Straße gegangen. Bei ihrem friedlichen Protest forderten sie Aufklärung über das Schicksal der 43 vermissten Studenten.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/mexiko-demonstranten-zuenden-rathaus-in-iguala-an-1.2187273 (http://www.sueddeutsche.de/panorama/mexiko-demonstranten-zuenden-rathaus-in-iguala-an-1.2187273)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:30:06 So. 01.März 2015
Zitat
Erste Erfolge für studentische Proteste in Amsterdam

Studierende erhalten viel Unterstützung in den Niederlanden und auch international

Nach einer Hausbesetzung bei den Geisteswissenschaftlern sind Protestler der sogenannten Neuen Universität seit Mittwochabend im Hauptgebäude der Univerwaltung in Amsterdam. In immer mehr Städten gibt es Ableger der Gruppe. International renommierte Intellektuelle zeichneten für die Solidarität. Zahlreiche weitere Aktionen stehen auf dem Plan.
http://www.heise.de/tp/artikel/44/44274/1.html (http://www.heise.de/tp/artikel/44/44274/1.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 17:20:22 Fr. 15.Mai 2015
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Zwei Tote nach Studentenprotesten in Chile

Zusammenstöße zwischen einigen Demonstranten und Polizisten – Zehntausende nahmen an Protesten teil


Santiago de Chil– Zehntausende Studenten und Lehrer sind in mehreren Städten Chiles auf die Straße gegangen, um eine bessere Bildungspolitik zu fordern. In der Hauptstadt Santiago de Chile nahmen nach Polizeiangaben am Donnerstag 50.000 Demonstranten an einem Marsch zum Präsidentenpalast La Moneda teil, die Veranstalter sprachen von bis 150.000 Menschen. Im Anschluss an die Aktion kam es zu Zusammenstößen zwischen einigen vermummten Demonstranten und der Polizei.

Ein blutiger Zwischenfall wurde aus der Hafenstadt Valparaiso gemeldet, wo ebenfalls Studenten protestierten. Zwei junge Männer im Alter von 18 und 25 Jahren wurden nach lokalen Medienberichten von einem Hausbesitzer erschossen, als sie bei der Demonstration Graffiti auf dessen Mauer sprühten. Innenminister Jorge Burgos verurteilte die Tat, betonte aber zugleich, dass der mutmaßliche Täter nichts mit den eingesetzten Polizeikräften zu tun habe. Auch in der Stadt Concepcion kam es zu Protesten.
http://derstandard.at/2000015833033/Zwei-Tote-Zehntausende-bei-Studentenprotesten-in-Chile (http://derstandard.at/2000015833033/Zwei-Tote-Zehntausende-bei-Studentenprotesten-in-Chile)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 08:47:09 So. 06.September 2015
Zitat
Verhärtete Fronten bei Bildungsstreik in Uruguay

(https://amerika21.de/files/a21/imagecache/page-grid-6-flexible-height/img/2015/lehrer-demo-uruguay.png)

Montevideo. Seit zwei Wochen halten Lehrkräfte von Universitäten, Grund- und weiterführenden Schulen in Uruguay einen Arbeitskampf für eine Verbesserung der Bedingungen an Bildungseinrichtungen aufrecht. Eine Einigung mit der Regierung scheint schwierig. Die Fronten zwischen Gewerkschaft und Regierung sind verhärtet.

Der Streik der Lehrkräfte hatte bereits am 17. August begonnen. Die Pädagogen fordern eine Erhöhung der Gehälter auf 30.000 Pesos (rund 940 Euro) bis 2020, die Regierung stand ihnen lediglich ein Grundgehalt von 25.000 Pesos (gut 780 Euro) für eine 20 Stunden-Woche zu. Zudem geht es um die Forderung, sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) für die Verwaltung der öffentlichen Bildung und die staatliche Universität  UdelaR aufzuwenden. Eine Forderung, die auch im Wahlprogramm der regierenden Linkspartei Frente Amplio steht. Momentan liegen die Bildungsausgaben bei 4,5 Prozent des BIP, ein aktueller Parlamentsbeschluss erwägt eine Erhöhung 4,8 Prozent des BIP im Jahr 2017.

Indes sind nicht nur Schüler und  Studenten Verlierer bei dem Streik, auch die Akteure selber kommen auf keinen grünen Zweig. Am Verhandlungstisch des Bildungsgremiums sitzen viele unterschiedliche Akteure, lokale, wie nationale Vertreter, die sich untereinander uneins sind. Die Spitze der Generalgewerkschaft PIT-CNT und die Vertreter nationaler Verbände wie die Vereinigung der Sekundarschullehrer und der uruguayische Lehrerverband (Ademu) bleiben bei dem Streik außen vor. Sie hatten bereits eine Einigung mit der Regierung erzielt. Aber die Bildungsverbände in Montevideo ignorierten die Vereinbarung und entschieden, den Streik fortzusetzen.

Am 26. August 2015 gab das Arbeits- und Sozialministerium auf Anweisung des Kultur- und Bildungsministeriums ein Dekret heraus, nach dem alle Dienstleistungen im öffentlichen Bildungsbereich als wesentlich für das Allgemeinwohl eingestuft werden, um Streiks in diesem Bereich grundsätzlich zu verbieten. Nach heftigem Widerspruch wurde die Bestimmung bereits am 1. September wieder aufgehoben. Das Dekret schüttete Öl ins Feuer und heize den Streit an, hatte zuvor Emiliano Mandacen, Präsident des Verbandes der Sekundarschullehrer, angemerkt. Sein Verband werde sich nicht an das Dekret halten, da es juristisch nicht durchsetzbar sei.
https://amerika21.de/2015/09/128627/bildung-streik-uruguay
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:00:38 Mi. 21.Oktober 2015
Zitat
Studentenproteste in Südafrika - Unis geschlossen

Nach gewalttätigen Ausschreitungen bei Studentenprotesten in Südafrika sind heute mehrere Hochschulen des Landes geschlossen worden. Die Universität Kapstadt ließ aus Sicherheitsgründen den Unterricht ausfallen, wie eine Sprecherin mitteilte. Landesweit demonstrieren südafrikanische Studenten, Eltern und Dozenten gegen eine geplante Erhöhung der Studiengebühren im kommenden Jahr.

Zu Protesten kam es auch an den Hochschulen in Johannesburg und Grahamstown. Zahlreiche Studenten blockierten die Eingänge der Universitäten, es brannten Reifen, Fenster wurden eingeschlagen. Weitere Universitäten erklärten, sich den Protesten anschließen zu wollen.
http://orf.at/stories/2304889/ (http://orf.at/stories/2304889/)

Zitat
Der Zorn der Jungen

Studenten protestieren gegen hohe Uni-Gebühren und soziale Ungleichheit.


Von Tobias Zick, Kapstadt

Die Polizei hat ihn über Nacht verhaftet, jetzt marschiert er wieder. Zusammen mit einigen Hundert weiteren Studenten der Universität Kapstadt, in einem Protestzug, der nach Aussage der Organisatoren der "Beginn einer Revolution" sein soll. Lwando Mbetha, Student der Theaterwissenschaften, lebt in Khayelitsha, einer der größten Townships des Landes; er ist 1993 geboren, kurz vor dem Ende des Apartheid-Regimes. Sein Traum ist es, eines Tages Theaterstücke zu schreiben wie sein großes Vorbild Bertolt Brecht.

Doch jetzt geht es zunächst darum, sich einem ganz konkreten Problem entgegenzustellen: Seine Universität will die Studiengebühren um 11,5 Prozent erhöhen, ebenso eine Reihe weiterer Hochschulen im Land. Dagegen protestieren seit vergangenem Wochenende überall im Land Studenten, und ihre Wut richtet sich zunehmend auf Grundsätzliches: die tiefe Spaltung des Landes in Arm und Reich, was - gut zwei Jahrzehnte nach Ende der Apartheid - noch immer nahezu gleichbedeutend ist mit: Schwarz und Weiß. "Wir kämpfen im Grunde gegen die gleichen Dinge, gegen die schon unsere Eltern gekämpft haben", sagt Lwando Mbetha.

Die geplante Gebührenerhöhung werde es Kindern aus armen, schwarzen Familien noch schwerer machen, einen Aufstieg zu schaffen, sagen die Protestierenden. Ihr Zorn richtet sich gegen Bildungsminister Blade Nzimande, der die Verantwortung jedoch an die Leitungen der einzelnen Universitäten weiterreicht; diese entschieden selbst über ihre jeweiligen Gebühren - und sollten dabei "mehr Vorsicht und Sensibilität" walten lassen, um schädliche Auswirkungen auf arme Studenten zu minimieren. Die Verwaltungen verweisen ihrerseits auf steigende Kosten, die man nur durch höhere Gebühren decken könne - oder aber durch wesentlich höhere Zuschüsse des Staates.

Am Dienstagmittag taucht plötzlich Mmusi Maimane, der Vorsitzende der Oppositionspartei Democratic Alliance (DA), am Rand des Demonstrationszuges in Kapstadt auf, in Pullover und Turnschuhen. Er spricht in ein paar Kameras, bis seine Stimme von einem anschwellenden Sprechchor übertönt wird, der ihn zum Verschwinden drängt. "Wir brauchen deine Unterstützung nicht!", ruft ihm einer hinterher.

Schon jetzt sind die Demonstrationen die größten Studentenproteste seit Ende der Apartheid. Bildungsminister Nzimande hat für Mittwoch ein Krisentreffen mit Vertretern von Hochschulen und Studentenorganisationen einberufen. Man müsse alles daran setzen, die "Stabilität in unseren Institutionen" zu wahren und die anstehenden Examensprüfungen nicht zu gefährden. Die Organisatoren der Proteste haben unterdessen angekündigt, am Mittwoch den Unterricht an allen Universitäten des Landes lahmzulegen.
http://www.sueddeutsche.de/politik/suedafrika-der-zorn-der-jungen-1.2700216 (http://www.sueddeutsche.de/politik/suedafrika-der-zorn-der-jungen-1.2700216)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 17:14:24 Mi. 21.Oktober 2015
Zitat
Südafrika
Studentenproteste vor Parlament eskalieren


(http://www.deutschlandfunk.de/media/thumbs/e/e3680a5abd50baa69f3acc863d8c6a97v1_max_555x312_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg)

Im südafrikanischen Kapstadt haben hunderte Studenten versucht, das Parlamentsgebäude zu stürmen.


Die Polizei setzte Tränengas ein. Die Studenten protestieren gegen die geplante Erhöhung von Studiengebühren im kommenden Jahr. Sie forderten Finanzminister Nene auf, im Haushalt für das kommende Jahr zusätzliche Mittel für Bildung einzuplanen. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es Proteste gegen die Gebührenerhöhung gegeben. Nach Ausschreitungen wurden mehrere Unis geschlossen.
http://www.deutschlandfunk.de/suedafrika-studentenproteste-vor-parlament-eskalieren.447.de.html?drn:news_id=538006 (http://www.deutschlandfunk.de/suedafrika-studentenproteste-vor-parlament-eskalieren.447.de.html?drn:news_id=538006)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:00:59 Do. 22.Oktober 2015
Eine lohnende Bilderstrecke: http://www.sueddeutsche.de/politik/pretoria-ausschreitungen-bei-studentenprotesten-in-suedafrika-1.2703064 (http://www.sueddeutsche.de/politik/pretoria-ausschreitungen-bei-studentenprotesten-in-suedafrika-1.2703064)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 14:56:52 Fr. 23.Oktober 2015
Zitat
Mit Steinen gegen Studiengebühren

Tausende junge Menschen protestieren gegen eine Erhöhung der Studiengebühren. Die Regierung reagiert mit Panzerwagen und Wasserwerfern.


(http://www.taz.de/picture/746157/624/studiengebuehren_protest.jpg)

Die landesweiten Studentenproteste in Südafrika haben am Freitag einen neuen Höhepunkt erreicht. Tausende wütender Studenten versammelten sich vor dem Regierungssitz in Pretoria und forderten Präsident Jacob Zuma zu einer Erklärung auf. Die Sicherheitskräfte brachten gepanzerte Mannschaftswagen und Wasserwerfer auf das Gelände. Über den von einem großen Polizeiaufgebot abgesicherten Zaun flogen Steine und Flaschen, ein Reporter wurde nach Angaben des TV-Senders eNCA am Kopf verletzt.

An mehreren Stellen drangen Studenten auf das Gelände des Regierungssitzes vor. Beobachter beschrieben die Situation als extrem angespannt. Auf TV-Bildern war schwarzer Rauch zu sehen.

Die Proteste hatten vor anderthalb Wochen in Johannesburg begonnen. Studenten, Eltern und Dozenten demonstrieren gegen eine geplante Erhöhung der Studiengebühren.

Schon am Mittwoch war es vor dem Parlament in Kapstadt zu Krawallen gekommen, als Studenten Eingangstore durchbrachen. Die Ministerpräsidentin der Westkap-Provinz, Helen Zille, wurde am Freitag bei einem Vermittlungsgespräch von den Studenten ausgebuht. Inzwischen sind alle wichtigen Universitäten des Landes geschlossen.
http://www.taz.de/Proteste-in-Suedafrika/ (http://www.taz.de/Proteste-in-Suedafrika/)!5244835/


Südafrikas Studierende gegen Gebührenerhöhungen: Massenproteste trotz Polizeigewalt

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2015/10/suedafrikastudis.jpg)

Was als Protest gegen neuerliche Erhöhungen der Studiengebühren begann, die der zuständige Minister für Höhere Erziehung, der KP Vorsitzende Nzimande verkündet hatte, ist dabei, eine Massenbewegung für kostenlose Bildung zu werden – das ist die erste und wichtigste Bilanz nach über einer Woche voller Demonstrationen, Besetzungen und Blockaden, an denen sich immer mehr Stuierende beteiligten. Die ersten Zugeständnisse der Zuma-Regierung haben nicht gewirkt: “Bildungsminister Blade Nzimande von der Kommunistischen Partei Südafrikas hatte sich am Dienstag dafür ausgesprochen, die Erhöhung der Studiengebühren auf sechs Prozent zu beschränken. Doch die Protestbewegung lehnt dies ab. Ihrer Meinung nach führen höhere Gebühren dazu, dass noch weniger arme Schwarze studieren können” – wird in dem Beitrag “Studenten versuchen Sturm auf südafrikanisches Parlament” am 22. Oktober 2015 in neues deutschland http://www.neues-deutschland.de/artikel/988750.studenten-versuchen-sturm-auf-suedafrikanisches-parlament.html (http://www.neues-deutschland.de/artikel/988750.studenten-versuchen-sturm-auf-suedafrikanisches-parlament.html) berichtet. Siehe dazu auch weitere aktuelle Beiträge:

    “NUMSA backs students demands for free Education” Erklärung der Metallgewerkschaft NUMSA vom 21. Oktober 2015 http://www.numsa.org.za/article/numsa-backs-students-demands-for-free-education/ (http://www.numsa.org.za/article/numsa-backs-students-demands-for-free-education/) in der die Gewerkschaft die Forderung nach kostenloser Bildung unterstützt, wie sie sich aus der Protestbewegung heraus entwickelt hat

    “#FeesMustFall: In Johannesburg, students fight their way through another historic day” von BC Simelane und G. Nicolson am 23. Oktober 2015 im Daily Maverick http://www.dailymaverick.co.za/article/2015-10-23-feesmustfall-in-johannesburg-students-fight-their-way-through-another-historic-day/#.Vimg1kYQvrZ (http://www.dailymaverick.co.za/article/2015-10-23-feesmustfall-in-johannesburg-students-fight-their-way-through-another-historic-day/#.Vimg1kYQvrZ) , worin vor allem über die Polizeiblockade der Mandelabrücke berichtet wird, bei der extrem repressive Methoden, inklusive Blendgranaten eingesetzt wurden

    “#NationalShutDown: Live blog” chronolgische Berichte bisher bis 22. Oktober 2015 bei Daily Vox http://www.thedailyvox.co.za/nationalshutdown-live-blog/ (http://www.thedailyvox.co.za/nationalshutdown-live-blog/) woraus vor allem das seit einer Woche andauernde Anwachsen der Bewegung deutlich wird und

    “#WitsFeesMustFall” Twitterkanal der Studierenden der Uni Witwatersrand https://twitter.com/ThisIsSebzee (https://twitter.com/ThisIsSebzee) – die Universität in der in der letzten Woche die Proteste begannen, die sich inzwischen auf das ganze Land ausgedehnt haben – wird, wie üblich, laufend chronologisch erweitert…
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:40:28 Fr. 23.Oktober 2015
! No longer available (http://www.youtube.com/watch?v=5-fIg0X7M0A#)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 13:24:17 Mo. 26.Oktober 2015
Südafrikanische StudentInnen gewinnen:
Nach enormen Massenprotesten nimmt die Regierung die Gebührenerhöhungen zurück


(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2015/10/blade_0.jpg)

“Uni-Gebühren in Südafrika werden nicht erhöht” so heißt die Video-Kurzmeldung am 25. Oktober 2015 beim Stern http://www.stern.de/politik/ausland/studenten-proteste--uni-gebuehren-in-suedafrika-werden-nicht-erhoeht-6518534.html (http://www.stern.de/politik/ausland/studenten-proteste--uni-gebuehren-in-suedafrika-werden-nicht-erhoeht-6518534.html) , worin vermeldet wird, dass weder die zuerst geplanten 11% Erhöhung noch die zunächst als Zugeständnis angebotenen 6% Erhöhung umgesetzt werden, sondern eben (erst mal) gar keine – Ergebnis der größten Demonstrationen seit dem Ende der Apartheid. In der Bewegung selbst werden nun vor allem zwei Fragen diskutiert: Wie steht es um die Chancen, erfolgreich für kostenlose Bildung zu kämpfen, und wie kann verhindert werden, dass der ANC die Protestbewegung der Studierenden sozusagen “übernimmt”? Siehe zu diesen Fragen drei weitere aktuelle Beiträge:

    “#WitsFeesMustFall” auf dem Twitterkanal der Protestorgansiatoren der Uni Witwatersrand https://twitter.com/search?q=%23WitsFeesMustFall%20&src=typd (https://twitter.com/search?q=%23WitsFeesMustFall%20&src=typd) , von wo die Proteste ihren Ursprung nahmen, wird nach dem Freitagstreffen des Präsidenten Zuma mit Vertretern des Studentenverbandes Sasco – auf dem er die Streichung der Erhöhung verkündete – intensiv bisher bis zum 26. Oktober 2015 darüber diskutiert, ob – und warum nicht – man das Angebot der Regierungspartei annehmen sollte, weitere Diskussionen über die Reform des Erziehungswesens gemeinsam zu führen

    “Tuition fees deal a ‘co-ordinated farce’, say student leaders” von Natasha Marrian, Penelope Mashego und Aron Hyman am 24. Oktober 2015 bei BD Live http://www.bdlive.co.za/national/education/2015/10/24/tuition-fees-deal-a-co-ordinated-farce-say-student-leaders?service=print (http://www.bdlive.co.za/national/education/2015/10/24/tuition-fees-deal-a-co-ordinated-farce-say-student-leaders?service=print) , worin berichtet wird, dass insbesondere SprecherInnen der Democratic Alliance Students Organisation (Daso) das Treffen zwischen Regierungsvertretern und Sasco als Farce bezeichneten

    “South Africa, decolonization, race and class politics – After three-week burst of activist mobilization, students win big” von Patrick Bond am 24. Oktober 2015 bei telesur http://www.europe-solidaire.org/spip.php?article36153 (http://www.europe-solidaire.org/spip.php?article36153) (hier dokumentiert bei Europe Solidaire), der vor allem auf die Kontinuität von Studierendenprotesten seit der letztjährigen “Rhodes must fall” Kampagne (Statuen des Kolonialherrn Cecil Rhodes sollten nicht mehr an Universitäten sein – ein ebenfalls erfolgreicher Protest) abhebt, wie auf die Haushaltspolitik der Regierung, die sich weigert, Zuschüsse für die Bildung zu erhöhen und stattdessen große (Kohle) Exportprojekte diverser Multis finanzieren möchte, obwohl das Ministerium für höhere Erziehung in einem eigenen Gutachten befand, dass die Universitäten des Landes finanziell schlecht ausgestattet seien – ein Gutachten dass der Minister Blaze Nzimande (KP Vorsitzender) zurückgehalten wissen wollte

   
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 21:38:33 Sa. 14.November 2015
Zitat
Studierendenproteste in den USA
„Power“ und „Revolution“

Eine überraschende Demonstration: Im ganzen Land protestierten am Donnerstag Studierende gegen Rassismus und Studiengebühren.


(http://www.taz.de/picture/793579/948/14756420.jpg)
University of California: StudentInnen zeigen Solidarität mit den Protesten in Missouri.

An Universitäten quer durch die USA haben am Donnerstag StudentInnen mit erhobenen Fäusten „Power“ und „Revolution“ gerufen und ein Ende der Diskriminierungen verlangt. Was ursprünglich als Aktionstag für gebührenfreie Universitäten und gegen die studentische Verschuldung geplant war, geriet infolge einer Auseinandersetzung an der Universität von Missouri zu einer nationalen antirassistischen Demonstration.

Vielerorts trugen StudentInnen spezifische Mängellisten vor. An der Georgetown-Universität in der Hauptstadt Washington verlangen StudentInnen Namensänderungen. Unter anderem wollen sie, dass der Name „Mulledy Hall“ verschwindet. Universitätspräsident Mulledy hatte im Jahr 1838, als Georgetown hoch verschuldet war, 272 Sklaven nach Louisiana verkauft, um die Schulden zu tilgen.

In Yale, ebenfalls eine Universität der Ivy-League, steht ein Zwischenfall von Halloween im Vordergrund der Auseinandersetzungen. Anlässlich des Festes hatte im Oktober der Superintendent die StudentInnen gebeten, bei ihrer Verkleidung sensibel zu sein und auf Kostüme zu verzichten, die beleidigend für Minderheiten sein können.

Eine Dozentin kritisierte den Aufruf. Erika Christakis schrieb: „haben wir keinen Platz mehr für ein bisschen Anstößiges, Unpassendes, Provozierencdes und Beleidigendes?“ Schwarze StudentInnen reagierten betroffen. Sie verlangten Erklärungen, Entschuldigungen und Rücktritte. Bislang sucht die Verwaltung der Elite-Universität zwar das Gespräch, reagiert aber nicht auf die Forderungen.

„60.000 Dollar im Jahr, um diskriminiert zu werden“


An der Loyola-Universität in Chicago stand am Donnerstag die 21jährige schwarze Studentin Heather Afriyie am Megaphon in der Mitte einer Demonstration: „Ich weiß nicht, wie es Euch geht“, rief sie: „Aber ich zahle 60.000 Dollar pro Jahr, um eine Ausbildung zu bekommen, nicht um diskriminiert zu werden“. Hunderte um sie herum regierten mit „Power“-Rufen und der Forderung: „Macht die Türen auf“. Die Universität zwang die StudentInnen draußen zu bleiben, weil sie zu spät über die Demonstration informiert worden sei.

Im konservativen Virginia zog am Donnerstag eine Gruppe von StudentInnen in das Büro des Präsidenten der VCU-Universität. Dort verlasen sie eine lange Mängelliste. Sie reichte von zu wenigen ProfessorInnen aus den „Minderheiten“ (AfroamerikanerInnen, Latinos etc) bis zu dem Fehlen von „kulturellem Training“. Die StudentInnen verlangen, dass bei Einstellungen schwarze Frauen vorrangig berücksichtigt werden.

„Ist dies eine Universität oder ein profitorientiertes Unternehmen?“ stand auf einem Transparent an der Northeastern Universität in Boston. In Berkeley, in Kalifornien, machten StudentInnen ihre Verschuldung wegen der Studiengebühren öffentlich. Sie reicht bis zu 100.000 Dollar pro Person.

Die hohen Studiengebühren und die – oft lebenslängliche – Bürde der daraus resultierenden Schulden sind auch ein Thema im Vorwahlkampf der DemokratInnen. Der Kandidat Bernie Sanders verlangt gebührenfreie öffentliche Universitäten und eine Senkung der Zinsen für Studienschulden. Seine Widersacherin Hillary Clinton will nur den Zugang zu Stipendien erleichtern.

Zeichnungen von Lynchings an Zimmertüren


Bei den RepublikanerInnen hat sich bislang lediglich Marco Rubio mit Vorschlägen geäußert. Er kritisiert nicht die Studiengebühren, will aber ihre Rückzahlung abhängig vom Einkommen machen.

An der Universität von Missouri, wo die Protestwelle gegen rassistische Diskriminierung im Oktober begonnen hat, ist Interimpräsident Michael Middleton angetreten. Der schwarze Juraprofessor, der selbst vielfach Diskriminierungen erlebt hat, ist eingesprungen, nachdem am Montag der alte Präsident Timothy Wolfe zurückgetreten war.

An der Universität, die im selben Bundesstaat liegt wie die Vorstadt Ferguson, kommt es immer wieder zu rassistischen Vorfällen. StudentInnen berichten von Zeichnungen von Lynchings an Zimmertüren, von Hakenkreuzen, von vorwurfsvollen Bemerkungen und Kommentaren über „black neighborhoods“ in Seminaren und von dem N-Wort.

Als Ende letzter Woche anonyme offene Morddrohungen gegen schwarze StudentInnen kamen, war das Fass voll. Während Wolfe seinen Rücktritt erklärte, stand in einer Menschenmenge vor der Türe eine junge Frau mit der Aufschrift „Eracism“ auf dem T-Shirt. Die neue Wortschöpfung setzt sich zusammen aus „Abschaffung“ und Rassismus“.
http://www.taz.de/Studierendenproteste-in-den-USA/ (http://www.taz.de/Studierendenproteste-in-den-USA/)!5251219/
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:36:48 Mo. 13.Juni 2016
Während die Medien so etwas für eine Meldung halten
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EM 2016 - "Schnüffelgate"
Europa rümpft die Nase über Löw
http://www.stern.de/sport/fussball/em-2016/em-2016--joachim-loew-und-der-griff-in-den-schritt-6898060.html (http://www.stern.de/sport/fussball/em-2016/em-2016--joachim-loew-und-der-griff-in-den-schritt-6898060.html)



bleibt die weltweite Unruhe unter Studenten unbeachtet. Ich habe mal auf die Schnelle etwas zum Thema zusammengegoogelt.


Zitat
Studentenproteste in Landau: Landesregierung reagiert

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat auf die Studentenstreiks an der Universität Koblenz-Landau reagiert.
„Die räumlichen Probleme werden behoben“, sagte Wissenschaftsministerin Vera Reiß (SPD) am Mittwoch in Mainz.
http://www.rnf.de/studentenproteste-in-landau-landesregierung-reagiert-91350/ (http://www.rnf.de/studentenproteste-in-landau-landesregierung-reagiert-91350/)

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Polizei in Istanbul geht brutal gegen Studentenproteste vor

Mit Gummigeschossen und Tränengas hat die türkische Polizei eine Studentendemonstration in Istanbul aufgelöst. Mehrere Menschen wurden verletzt. Auch in Antalya gab es Proteste und Ausschreitungen.
http://www.freenet.de/nachrichten/topnews/polizei-in-istanbul-geht-brutal-gegen-studentenproteste-vor_5091698_4702792.html (http://www.freenet.de/nachrichten/topnews/polizei-in-istanbul-geht-brutal-gegen-studentenproteste-vor_5091698_4702792.html)

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Gewalt bei Studentenprotesten in London

Bei Studentenprotesten in London ist es vereinzelt zu Handgreiflichkeiten zwischen Demonstranten und Polizisten gekommen. Die Demonstranten fordern von der britischen Regierung die Abschaffung der Studiengebühren von jährlich umgerechnet rund 12.500 Euro.
http://de.euronews.com/2015/11/04/gewalt-bei-studentenprotesten-in-london/ (http://de.euronews.com/2015/11/04/gewalt-bei-studentenprotesten-in-london/)

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Santiago, Chile
Ausschreitungen nach Studentenprotesten in Chile

Der Marsch durch die chilenischen Hauptstadt Santiago hatte friedlich begonnen, erst später kam es zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein.
http://www.faz.net/aktuell/politik/santiago-chile-ausschreitungen-nach-studentenprotesten-in-chile-13982052.html (http://www.faz.net/aktuell/politik/santiago-chile-ausschreitungen-nach-studentenprotesten-in-chile-13982052.html)

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Landesweite Studentenproteste in Indien

In Indien sind mindestens 18 Universitäten von landesweiten Studentenprotesten betroffen. In Delhi sei die Nehru-Universität praktisch lahmgelegt, berichtet der TV-Sender BBC.Die Proteste hatten sich entzündet, weil der Präsident der dortigen Studentenorganisation verhaftet worden war. Die Behörden werfen Kanhaiya Kumar vor, er habe zum Widerstand gegen die Regierung Modi aufgerufen. Die Studentenorganisation ihrerseits beschuldigt die Regierung, sie wolle die Meinungsäusserungsfreiheit einschränken.
http://www.zentralplus.ch/de/news/politik/5141637/Landesweite-Studentenproteste-in-Indien.htm (http://www.zentralplus.ch/de/news/politik/5141637/Landesweite-Studentenproteste-in-Indien.htm)

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Weiter Studentenproteste gegen Arbeitsmarktreform in Frankreich

In Paris haben Schüler und Studenten die fünfte Nacht in Folge den Place de la Republique besetzt – um damit gegen die geplante Arbeitsmarktreform der französischen Regierung zu protestieren. Studentenverbände rufen für den heutigen Dienstag zu einem weiteren Aktionsstag auf; denn heute wird der von Kritikern als unsozial bewertete Gesetzesentwurf im Parlament diskutiert.
http://de.euronews.com/2016/04/05/weiter-studentenproteste-gegen-arbeitsmarktreform-in-frankreich/ (http://de.euronews.com/2016/04/05/weiter-studentenproteste-gegen-arbeitsmarktreform-in-frankreich/)

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(https://www.neues-deutschland.de/img/o/133317)

Indische Polizisten gehen hart gegen Studentenproteste vor. Ein Absolvent der untersten Kaste war zuvor tot in seinem Zimmer aufgefunden worden.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1012812.folter-ist-teil-des-indischen-lebens.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1012812.folter-ist-teil-des-indischen-lebens.html)

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Studentenproteste in Paraguay erzwingen Rücktritt von Ministerin

Seit vergangenem Dienstag hatten in Paraguay Schüler und Studenten gestreikt. Nach Verhandlungen zwischen Studierenden und dem Bildungsminister hat Präsident Horacio Cartes nun ein Abkommen unterschrieben, das die Bildungsreform auf den Weg bringen soll.
https://amerika21.de/2016/05/152590/studentenprotest-paraguay (https://amerika21.de/2016/05/152590/studentenprotest-paraguay)

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Hunderte Festnahmen
Französische Polizei greift Studentenproteste an


Am Dienstag haben in Frankreich Sicherheitskräfte der Polizei erneute Demonstrationen gegen das geplante Arbeitsrechtsgesetz angegriffen. Bereits am Donnerstag vergangener Woche hatten mehr als eine Million Arbeiter und Jugendliche trotz des Ausnahmezustands gegen das Gesetz von Arbeitsministerin Myriam El Khomry von der Sozialistischen Partei (PS) protestiert.

Der Unmut breiter Schichten von Arbeitern und Jugendlichen über das El Khomri-Gesetz nimmt explosive Formen an.

In Lyon nahmen nur wenige Gewerkschaftsfunktionäre an den Studentenprotesten teil. Die Polizei stellte sich der Demonstration in den Weg. Es wurden Parolen gerufen wie „Ausnahmezustand – Polizeistaat“. Die Demonstration wurde nur unter der Bedingung erlaubt, dass „Gewerkschaftsorganisationen die Kontrolle ausüben“ würden. Gegen Ende der Demonstration kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und einigen Demonstranten. Mehrere Studenten wurden festgenommen oder mit Schlagstöcken traktiert. Ein Student wurde in Handschellen abgeführt, ein anderer schwer geschlagen.

In Paris wurden ca. 130 Demonstranten einer Protestaktion festgenommen
https://www.wsws.org/de/articles/2016/04/08/fran-a08.html (https://www.wsws.org/de/articles/2016/04/08/fran-a08.html)

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Polizei in Papua-Neuguinea schießt auf Studenten

Bei Studentenprotesten in der Hauptstadt von Papua-Neuguinea, Port Moresby, sind am Mittwoch nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Nach Berichten von Augenzeugen hatten Polizisten das Feuer auf Studenten eröffnet, die für eine Absetzung von Premierminister Peter O´Neill demonstriert hatten. Im Zuge der Demonstration soll es auch zu Plünderungen gekommen sein. In den vergangenen Wochen war es in Papua-Neuginea immer wieder zu Unruhen kommen.
http://www.stern.de/video-polizei-in-papua-neuguinea-schiesst-auf-studenten-6889756.html (http://www.stern.de/video-polizei-in-papua-neuguinea-schiesst-auf-studenten-6889756.html)

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Frankreich
Regierung Valls reagiert auf Studentenproteste

Als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen sagt Premier Manuel Valls: "Frankreich muss auf die Jugend hören." Er verspricht unter anderem Stipendien und höhere Löhne für Azubis.
http://www.sueddeutsche.de/politik/frankreich-regierung-valls-reagiert-auf-studentenproteste-1.2944114 (http://www.sueddeutsche.de/politik/frankreich-regierung-valls-reagiert-auf-studentenproteste-1.2944114)

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Studentenproteste in Chile:
Eskalation auf den Straßen


In Santiago halten die Studentenproteste an. Nachdem bereits am Dienstag Studenten in den Präsidentenpalast eingedrungen waren, setzen sich die Demonstrationen gewaltsam auf den Straßen fort.
http://www.spiegel.de/video/studentenproteste-in-chile-eskalieren-video-1677058.html (http://www.spiegel.de/video/studentenproteste-in-chile-eskalieren-video-1677058.html)

Zitat
Chile
Erneut Ausschreitungen bei Studentenprotesten

Die Demonstranten fordern unter anderem den kostenlosen und freien Zugang zu Universitäten.
http://www.sueddeutsche.de/politik/erneut-ausschreitungen-bei-studentenprotesten-1.3028348 (http://www.sueddeutsche.de/politik/erneut-ausschreitungen-bei-studentenprotesten-1.3028348)

Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 20:23:27 Mo. 04.Juli 2016
Zitat
Zweimonatiger Studentenstreik in Kolumbien beendet
Studierende fordern Demokratisierung der Universidad Distrital. Vorwürfe gegen den Hochschulrat wegen Korruption. Tod eines Studenten ungeklärt


(https://amerika21.de/files/a21/imagecache/page-grid-6-flexible-height/img/2016/paroud1.jpg)
Text des Transparents: "Uni Distrital kämpft weiter"

 In Kolumbiens Hauptstadt Bogotá haben Studierende und Dozenten der Uiversität Distrital einen mehrere Monate währenden Bildungsstreik beendet. Die Protestteilnehmer hatten seit Ende April Universitätsgebäude besetzt, nachdem der Hochschulrat (CSU) Studierenden und Hochschullehrern das Stimmrecht zur Rektorenwahl verweigert hatte. Dies verstieß nach Angaben der Streikenden gegen die Abkommen zur Demokratisierung der Universität, die die Studentenbewegung mit dem CSU seit 2014 ausgehandelt hatte.

Die Aufhebung der Blockaden erfolgte nach Einigungen zwischen den Streikenden und dem Hochschulrat während der neuen Verhandlungen, die seit Mitte Juni stattfinden. Trotz des Endes der Proteste sollen de Verhandlungen jedoch weiterlaufen, sagte eine Dozentin der "Distrital" gegenüber amerika21.

Vor dem Start der neuen Verhandlungen war der Student Miguel Ángel Barbosa während heftiger Übergriffe der Aufstandsbekämpfungseinheit der Polizei (Esmad) bei den Studentendemonstrationen schwer verletzt worden und ins Koma gefallen. Anfang Juni ist Barbosa im Krankenhaus gestorben. Studenten, die anonym bleiben wollten, sagen gegenüber amerika21, dass Barbosas Schädeltrauma durch den Beschuss mit einer Tränengasgranate entstand. Dies widerspricht der Version der Esmad. Demnach soll der Demonstrant von einem Stein getroffen worden sein, den seine Kommilitonen geworfen hätten. Die Sicherheitskameras der Universität, die die Geschehnisse hätten klären können, haben laut der zuständigen Sicherheitsfirma an dem Tag nicht funktioniert. Die von amerika21 interviewten Studenten glauben allerdings, dass die Videoaufnahmen gezielt gelöscht worden sind.

Anlass der Proteste war Klientelismus und Korruption beim Hochschulrat, der von Machtgruppen gesteuert ist. Beispielsweise untersucht der Rechnungshof 104 Korruptionsfälle von Funktionären der Universität.

Der zehnköpfige Hochschulrat, zu dem jeweils ein Vertreter des Bürgermeisters von Bogotá, des Bildungsministeriums und von Wirtschaftsgremien gehören, konzentriere außerdem zu viel Macht in seinen Händen, klagten die Streikenden.

Ein weiteres Problem ist die Unterfinanzierung der "Distrital". Es komme vor, dass 100 Studenten Vorlesungen in Räumen für 50 Personen besuchen müssen. Sogar das Dach eines Hauptsaals sei eingestürzt, sagte der führende Studierendenaktivist Abraham Rivera. Außer der korrupten Verwaltung der Universität sei auch die am Markt orientierte Bildungspolitik der Regierung schuld. So befürchtet die Hochschulgemeinschaft eine Verknappung der Mittel durch den Verkauf des Telefonunternehmens von Bogotá (ETB), für den der Bürgermeister Enrique Peñalosa vom Stadtrat grünes Licht bekommen hat. Die "Distrital" wird so den Gewinnanteil verlieren, den sie jetzt als Aktionäre des ETB hat.

Die Studentenbewegung will nun die Satzung der Universität ändern. Sie fordert eine Stärkung der direkten demokratischen Teilhabe, die Erhöhung der Finanzierung beziehungsweise die Verbesserung der Hochschulinfrastruktur und eine effektive Aufklärung des Todes von Barbosa.
https://amerika21.de/2016/06/155314/streik-uni-distrital
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 19:02:15 Di. 11.Oktober 2016
Zitat
(http://www.fr-online.de/image/view/34842016,38696688,dmFlashTeaserRes,180077345927B5233000-1-AFP_GW2O2_1.jpg)
Wegen der Proteste gegen Studiengebühren ist die Witwatersrand-Universität in Johannesburg zeitweilig geschlossen.

Gewalttätige Studentenstreiks erschüttern Südafrikas Hochschulsystem. Studierende sprengen Veranstaltungen, zünden Gebäude an und liefern sich blutige Zusammenstöße mit der Polizei.

Als ob eine stagnierende Wirtschaft, eine zerstrittene Regierungspartei und ein der Korruption bezichtigter Präsident noch nicht genug wären: Nun wird Südafrika auch noch von einem gewalttätigen Studentenstreik heimgesucht. Fast alle elf großen Universitäten des Landes haben inzwischen den Lehrbetrieb eingestellt, nachdem Studierende Veranstaltungen sprengten, Gebäude anzündeten und sich teilweise blutige Zusammenstöße mit der Polizei und privaten Sicherheitskräften lieferten. Der angerichtete Schaden soll sich bereits auf umgerechnet rund 50 Millionen Euro belaufen. Präsident Jacob Zuma forderte den Polizei- und Justizminister des Landes auf, dem „Chaos“ in den Bildungseinrichtungen ein Ende zu bereiten.

Die Universitäten befänden sich kurz vor einem katastrophalen Kollaps, warnte der Rektor der Johannesburger Witwatersrand-Universität, Adam Habib. Könnten die Hochschulen in den nächsten Tagen ihren Betrieb nicht wieder aufnehmen, müssten Jahresabschlussprüfungen und Examen aufs kommende Jahr verschoben werden. In diesem Fall könnten die Hochschulen aus Kapazitätsgründen keine neuen Studenten aufnehmen. Außerdem müsste Südafrika auf Tausende von jungen Ärzten oder Lehrer verzichten, mit denen im Gesundheits- oder Bildungsbereich bereits gerechnet werde. „Das ganze System droht zusammen zu brechen“, warnte Habib.

Ausgelöst wurde der Streik von der Forderung der Studenten nach Abschaffung der Studiengebühren – was der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) bereits wiederholt in Aussicht gestellt hatte. Hochschulminister Blade Nzimande, gleichzeitig Generalsekretär der Kommunistischen Partei, beteuert indessen, dass eine kostenlose Universitätsausbildung „niemals Politik der Regierung“ gewesen sei.

Schon im vergangenen Jahr war es zu landesweiten Protesten gekommen, nachdem die Hochschulen ihre Gebühren der Inflation von rund sieben Prozent anpassen wollten. Nach wochenlangen Streiks hatte Präsident Zuma ein Moratorium für die Gebühren verfügt – ohne allerdings dafür zu sorgen, dass die Universitäten für die ausbleibenden Einnahmen aus dem Staatsbudget vergütet wurden.

Für dieses Jahr glaubte Hochschulminister Nzimande einen Kompromiss gefunden zu haben, der die Universitäten zu einer Erhöhung ihrer Gebühren um acht Prozent ermächtigt: Allerdings nur für Studenten aus wohlhabenden Familien. Akademiker aus armen Verhältnissen sollten von der Gebührenanpassung ausgenommen werden. Der Kompromiss wurde zumindest von einem Teil der Studenten nicht akzeptiert – die Proteste gingen weiter.

(http://www.fr-online.de/image/view/34842018,38695929,highRes,180077345927B5233000-2-AFP_GU0HA.jpg)
Die Polizisten gehen mit Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor.

Während die Aktionen der Studierenden im vergangenen Jahr in der Öffentlichkeit überwiegend auf Verständnis stießen, ist die Reaktion dieses Mal gespalten. Die Regierung sucht die anhaltende Krise „Krawallmachern“ anzulasten, die den oppositionellen „Economic Freedom Fighter“ (EFF) nahe stünden. Die Partei wurde vor drei Jahren von dem aus dem ANC ausgeschlossenen Populisten Julius Malema gegründet und fordert die Verstaatlichung von Bergwerken und Banken sowie die entschädigungslose Enteignung weißer Farmer.

Die EFF ist vor allem unter jungen Schwarzen populär, die von der Transformation der südafrikanischen Gesellschaft bitter enttäuscht sind. Im vergangenen Jahr richteten sich die Proteste auch gegen Relikte aus der Apartheid- und Kolonialzeit, die in den Universitäten noch immer präsent waren – wie das Standbild des britischen Kolonialisten Cecil Rhodes in der Universität von Kapstadt. Dieses wurde inzwischen abmontiert. Die Unzufriedenheit der mehrheitlich dunkelhäutigen Studierendenschaft richtet sich auch gegen die noch immer überwiegend weiße Professorenschaft. Die Universitäten müssten „dekolonialisiert“ werden, lautet die Forderung: Ein Appell, dem sich auch viele – vor allem schwarze – Hochschullehrer anschlossen.

Privatschulen für Reiche


Schulausbildung ist in Südafrika bis zum Abitur frei – allerdings nur in Staatsschulen, deren Niveau als minderwertig gilt. Wohlhabende Südafrikaner schicken ihre Kinder in Privatschulen, die jährlich bis zu 10 000 Euro kosten. Dagegen sind Hochschulen fast preiswert: Der teuerste Studiengang an der renommiertesten Hochschule – Humanmedizin an der Universität von Kapstadt – kostet im ersten Jahr knapp 5000 Euro. Da diese Summe jedoch dem durchschnittlichen Einkommen schwarzer Südafrikaner entspricht, ist sie für diese unerschwinglich. Die meisten dunkelhäutigen Studenten sind deshalb auf Stipendien oder Jobs während des Studiums angewiesen.

Zumindest theoretisch können sie auch in den Genuss staatlicher Kredite kommen, die nach Ergreifen eines Berufs zurückzuzahlen sind. Dieses Programm ist allerdings praktisch bankrott, weil zu viele nach dem Studium keinen Job erhalten oder den Kredit aus anderen Gründen nicht zurückzahlen wollen oder können.
http://www.fr-online.de/politik/suedafrika-protest-gegen-weisse-professoren,1472596,34842020.html (http://www.fr-online.de/politik/suedafrika-protest-gegen-weisse-professoren,1472596,34842020.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 10:44:18 Sa. 17.Dezember 2016
Zitat
Freiburg:
Hörsaal besetzt: Studierende protestieren gegen Ausländer-Studiengebühren
Studentenproteste in Freiburg. An der dortigen Universität haben Studierende am Mittwoch-Abend den Audimax-Hörsaal besetzt.


Damit wollen sie gegen die Pläne der grün-schwarzen Landesregierung protestieren, wonach Studierende aus Nicht-EU-Ländern künftig Studiengebühren zahlen müssen. Auch Studierende im Zweitstudium sollen zur Kasse gebeten werden. Die geplanten Studiengebühren sehen pro Semester 1.500 Euro für Ausländer und 650 Euro für das Zweitstudium vor. Der Audimax-Hörsaal soll noch bis Freitag besetzt werden.

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft GEW unterstützt die Proteste. Gute Bildung sollte gerade für Menschen, die NICHT aus dem reichen Europa kommen, ermöglicht werden, sagt die Landesvorsitzende Doro Moritz. Studierende aus Marokko, Tunesien, Ecuador und Kolumbien müssten ihr Studium aufgeben, weil es zu teuer wäre.
http://www.rtf1.de/news.php?id=15122 (http://www.rtf1.de/news.php?id=15122)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 17:06:47 Do. 18.Mai 2017
Zitat
Neue Protestbewegung an Unis
Aufstand in den Lernfabriken

An deutschen Hochschulen ist eine neue Form des Protests entstanden - und zwar von Studis, Wissenschaftlern und Verwaltungsleuten gemeinsam. Ihr Ziel: Schluss mit der Ökonomisierung der Bildung.


"Wir haben es uns vor dem Hörsaal 1a gemütlich gemacht. Kommt vorbei! #FUbesetzt". Diesen Tweet schickte kürzlich der Nutzer @fubesetzt in die Welt, und er zeigt: An der Berliner FU herrscht Aufbruchstimmung - zumindest unter einigen Studenten.

Rund 70 junge Frauen und Männer hatten vergangene Woche einen Hörsaal besetzt. Erst spät abends, als die Uni die Polizei gerufen hatte, beendeten sie ihren Protest. Und die nächste Versammlung ist schon geplant, derweil haben die Studenten ein Protestcafé vor dem Hörsaal eingerichtet.

Unzufriedenheit gibt es auch in vielen anderen Hochschulen. In Initiativen schließen sich Studierende, Lehrkräfte und Verwaltung zusammen, um Grundsätzliches an den Arbeitsbedingungen aller zu ändern. Sie stören sich an der Ökonomisierung der Lehre, vulgo: "Lernfabrik".

Einer der Mitorganisatoren der FU-Besetzung erklärt. "Es gärte schon lange, wir wollten spontan zum Semesterauftakt ein Zeichen setzen." Das Ziel der Truppe ist "eine Bewegung, die das Selbstverständnis der Studierenden verändert." Sie hofft darauf, dass Studierende sich politisieren lassen, Forderungen entwickeln.

Uni von unten

Schon Anfang des Jahres hatte es in Berlin eine Aktion gegeben, die für Aufsehen sorgte. Das Institut für Sozialwissenschaften (ISW) an der Humboldt-Universität war fünf Wochen lang bestreikt worden. Ein Ausdruck der Wut und des Frusts, die vielerorts an den Unis herrschen. Begonnen hatte die Besetzung als spontaner Protest gegen die - inzwischen revidierte - Kündigung des Soziologen Andrej Holm, doch die Agenda ging schnell über die Personaldebatte hinaus. "Es geht uns um die Demokratisierung der Hochschule, um Uni von unten", sagten damals drei Studierende, die als Sprecher der Protestgruppe auftraten.

Er sei sehr skeptisch, wie lange der Impuls anhalte, unkte Peter Grottian damals. Er ist so etwas wie der weise Haudegen des Aktivismus, Professor am Berliner Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft und spezialisiert auf soziale Bewegungen. "Es ist ein zartes Blümchen, das man ernst nehmen muss, aber man darf es nicht überschätzen."

(http://cdn4.spiegel.de/images/image-1133457-640_panofree-zwmk-1133457.jpg)
Protest an der Humboldt-Universität (im Januar 2017)

Grottians Zweifel sind der oft üblichen Halbwertszeit von derlei Aktivismus geschuldet: Protest versiegt. Oder wie es Mandy Gratz vom Vorstand des Freien Zusammenschlusses von Studierendenschaften FZS formuliert: "Der Kern von Protest an Hochschulen ist, dass er nicht nachhaltig ist." Doch genau das scheint sich derzeit zu ändern.

An vielen Hochschulen sind zuletzt Netzwerke entstanden, Ende März fand in Frankfurt die Konferenz "Lernfabriken meutern" statt. Neu ist, dass sich die Bewegungen an den Unis hierarchieübergreifend aufstellen. Sie verstehen sich nicht als reine Studierendenvertretung. Wie etwa die Hochschulgewerkschaft "Unterbau" an der Frankfurter Goethe-Universität: "Wir wollen eine tief greifende, andauernde Form von Politisierung", erklärt Mitgründerin Conny Pretz. Die Gewerkschaft will für Mensamitarbeiter, Verwaltungspersonal, Hiwis und Lehrkräfte gleichermaßen da sein - quer durch die verschiedenen Statusgruppen.

Ähnliches passiert gerade an der Dresdner Uni: "Arbeitnehmer an Hochschulen sollen sich endlich organisieren und kampagnenfähig werden", sagt Mathias Kuhnt von der dortigen Mittelbau-Initiative. "Wir wollen in der Lage sein zu streiken." Mit Vertretern von rund 40 anderen Hochschulen gründete er im Januar das bundesweite "Netzwerk für gute Arbeit in der Wissenschaft", um gegen prekäre Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

Schon deutlich älter ist die organisierte Kritik an der Ökonomisierung des Wissens im Bereich Wirtschaftswissenschaften. Bereits 2007 gründete sich das "Netzwerk plurale Ökonomik", das nicht nur neoliberalen Stoff im Curriculum sehen will. Die Mitglieder, Studis wie Dozenten, organisieren Ringvorlesungen und Marx-Lesegruppen. "Wir wollen Hierarchien hinterfragen - nicht nur wissenschaftlich, sondern auch jene im akademischen Betrieb selbst", sagt Daniel Obst. "Ich hoffe, dass der ISW-Protest Teil einer größeren Bewegung ist und sich Studis weiter politisieren."

"Die Hochschule selbst ist ein politischer Raum"

Mancher Beobachter spricht schon von der "Repolitisierung" der Unis. Denn seit der Bologna-Reform war das Engagement für die Studierenden schwieriger geworden: Wer Bafög bezieht, kann nicht einfach Prüfungen sausen lassen - sonst fliegt er oder sie aus dem System. Auch darum wird Aktivismus nun vielerorts verstetigt; es geht um mehr Mitbestimmung, aber auch um Solidarität.

So forderten die ISW-Besetzer etwa Anfang des Jahres "als ersten Schritt gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse" vom Berliner Senat und der Hochschulleitung "Dauerverträge für Daueraufgaben". Dieser Blick sei selten, so Protestforscher Grottian: "Gerade junge Studierende, die etwas ändern wollen, haben oft keinen Schimmer von Unistrukturen." Mittelbau-Aktivist Kuhnt ergänzt: "Gerade zu den Bundestagswahlen ist es wichtig, Druck aufzubauen."

Mag sein, dass sich sogar etwas tut. So erklärte HU-Präsidentin Sabine Kunst, es sei positiv angekommen, wie die ISW-ler mitwirken wollen. "Wie und in welchem Gremium ist noch zu diskutieren," so Kunst. "Es gilt natürlich nicht nur für diesen Fachbereich, sondern für die Gesamtuni, dass Studierende noch mehr Einfluss als bisher auf die Lehre bekommen sollen - wie das strukturell umzusetzen ist, ist in den nächsten Monaten zu erarbeiten."

Hauptsache, die Motivation des Protests werde ernst genommen, findet FZS-Vorstandsfrau Gratz: "Das sind keine Chaotinnen, die Räume besetzen, sondern Leute mit einem deutlichen Bild davon, wie sie sich einbringen wollen."

Das zeigte auch der Slogan, der im besetzten ISW an den Wänden hing. Angelehnt an den alten Hausbesetzerspruch "Macht kaputt, was euch kaputt macht" von Rio Reiser stand auf ihren Postern: "Bau auf, was dich aufbaut". Ob die FU-Protestler das schaffen, müssen sie allerdings erst beweisen.
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/protest-an-universitaeten-aufstand-in-den-lernfabriken-a-1144628.html (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/protest-an-universitaeten-aufstand-in-den-lernfabriken-a-1144628.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 12:09:16 Mi. 26.Juli 2017
Zitat
Proteste gegen Razzia an Frankfurter Universität
Beamte durchsuchten Räume der Studierendenvertretung nach einem Anschlag auf das Maritim-Hotel. Der Asta legt nun Rechtsmittel ein


Ein Großaufgebot der Polizei stürmte am Abend des 13. April den Campus der Goethe-Universität und durchsuchte die Räume der Redaktion der Studierendenzeitung »diskus«, des Flüchtlingsprojekts Shelter sowie das Studierendenhaus. Alle dort Anwesenden konnten das Gebäude erst nach einer Personalienfeststellung verlassen. Auch die Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta) waren davon betroffen, der in dem Gebäude seine Büros hat. Vergeblich forderten sie mit Verweis auf ihr Hausrecht die Vorlage eines Durchsuchungsbefehls und verlangten ein Protokoll der beschlagnahmten Gegenstände. Während des Polizeieinsatzes wurde ihnen der Zugang zum Studierendenhaus verweigert.

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) verteidigte die Polizeimaßnahmen ohne Durchsuchungsbefehl. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage des hessischen Landtagsabgeordneten der LINKEN Hermann Schaus erklärte Beuth, die Polizei sei auf der Suche nach einer Personengruppe gewesen, die aus Protest gegen eine AfD-Veranstaltung im Maritim-Hotel die Fassade des Gebäudes beschädigt habe und anschließend in Richtung Campus geflohen sei.

Während der Razzia wurden zwei Personen kurzzeitig festgenommen. Darunter befand sich ein Geflüchteter, dem ein Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz vorgeworfen wurde. Beuth bestätigte auch, dass Mitgliedern des Asta-Vorstands während der Razzia kein Zutritt zu den Gebäuden gewehrt worden sei. Ein Protokoll der beschlagnahmten Gegenstände sagte er zu, wenn diese vollständig dokumentiert seien.

Für den stellvertretenden Asta-Vorsitzenden Johannes Fechner bleiben auch nach der Antwort des Innenministeriums viele Fragen offen. »Die Darstellungen von Peter Beuth zur Durchsuchung des Studierendenhauses sind unstimmig«, sagte er und nannte zwei Beispiele: Entgegen Beuths Darstellung habe der Asta sehr wohl Widerspruch gegen den Polizeieinsatz eingelegt. Zudem seien von der Durchsuchung nicht nur das Studierendenhaus, sondern weitere universitäre Gebäude auf dem Campus betroffen gewesen. Deshalb besteht der Asta auf einer sofortigen Akteneinsicht und kann die Verzögerungen nicht nachvollziehen.

»Für die Akteneinsicht gilt in der Regel eine Drei-Tage-Frist, wir warten nun schon mehrere Monate«, betonte Fechner. Er erinnert daran, dass der Asta bereits am 12. Mai das erste Mal Akteneinsicht verlangt und die Forderung am 1. Juli erneuert habe. Es habe nicht einmal eine Antwort gegeben.

Gegenüber der »Frankfurter Rundschau« erklärte ein Vertreter der ermittelnden Staatsanwaltschaft, dass einer Akteneinsicht durch den Asta nichts mehr im Wege stehe. »Ist es eigentlich der übliche Amtsweg, dass wir das aus der ›Frankfurter Rundschau‹ erfahren, während unsere beiden Anträge auf Akteneinsicht unbeantwortet blieben?«, monierte der Asta-Vertreter.

Der Polizeieinsatz dürfte Politik und Justiz noch länger beschäftigen. Der Asta hat Rechtsmittel gegen die Razzia eingelegt. Auch die dort gesammelten Daten sollen vernichtet werden. In Schweigen hüllen sich weiterhin die Grünen. Die Partei, die sonst immer sehr auf Bürgerrechte pocht, regiert sowohl in Hessen als auch in Frankfurt mit.
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1058608.proteste-gegen-razzia-an-frankfurter-universitaet.html (https://www.neues-deutschland.de/artikel/1058608.proteste-gegen-razzia-an-frankfurter-universitaet.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 17:56:15 Fr. 20.Oktober 2017
Zitat
Braunschweig
HBK-Streik: Jetzt reicht's den Professoren


(https://abload.de/img/hbk-streik5krfs.jpg) (http://abload.de/image.php?img=hbk-streik5krfs.jpg)

Braunschweig. Der Streik der Studierenden an der HBK in Braunschweig schlägt große Wellen: Jetzt haben sich alle hauptamtlich Lehrenden der Studiengänge Visuelle Kommunikation, Design in der Digitalen Gesellschaft und Transformation Design in einem Schreiben deutlich von der Drohung der Hochschulleitung, das Atelier räumen zu lassen, distanziert.

"Wir sind entsetzt über die Eskalation der Situation an unserer Hochschule", heißt es in der Mail, die news38.de vorliegt. Die Professoren erklärten sich in ihrem Schreiben mit den Studierenden solidarisch und forderten die Leitung auf, ein Konzept zu entwickeln, "um optimale Arbeitsbedingungen zu schaffen".

Mit der Mail schlagen sich die Professoren auf die Seite der Studierenden und erklären sich mit dem Handeln der Hochschulleitung nicht einverstanden.
https://www.news38.de/braunschweig/article212296537/HBK-Streik-Jetzt-reichts-den-Professoren.html (https://www.news38.de/braunschweig/article212296537/HBK-Streik-Jetzt-reichts-den-Professoren.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 21:35:14 Sa. 04.November 2017
Die Kämpfe an den Unis haben Geschichte.

(http://www.taz.de/picture/2367066/624/Muff-Foto-2.jpeg)
(Zur Erinnerung!)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 17:20:26 Mi. 28.Februar 2018
Zitat
Streik auf dem Campus
An britischen Universitäten geht nichts mehr: Lehrende und Studierende wehren sich gegen Rentenkürzungen


(https://www.jungewelt.de/img/700/105646.jpg)
Tausende Studentinnen und Studenten gingen in vielen Städten Großbritanniens für die Ziele des Streiks auf die Straße
https://www.jungewelt.de/artikel/327853.streik-auf-dem-campus.html (https://www.jungewelt.de/artikel/327853.streik-auf-dem-campus.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 10:02:42 Fr. 30.März 2018
Zitat
Frankreich
Gewalt an Uni - Professoren in Gewahrsam

Vermummte schlagen nachts in einem Hörsaal auf Studenten ein. Daraufhin nimmt die Polizei zwei Professoren in Gewahrsam. Die Uni im französischen Montpellier erschüttert ein seltsamer Vorfall.


Nach einem gewaltsamen Übergriff auf protestierende Studenten an einer Universität im französischen Montpellier sind zwei Professoren suspendiert worden. Das gab Hochschulministerin Frédérique Vidal am Donnerstag bekannt. Zu den Suspendierten gehöre auch der zurückgetretene Dekan der Jura-Fakultät.

Er und ein Professor der Rechtsgeschichte waren am Mittwoch auch in polizeilichen Gewahrsam genommen worden, wie unter anderem die Zeitung "Le Monde" unter Berufung auf den zuständigen Staatsanwalt berichtete.

Der Dekan war kurz nach den Ereignissen zurückgetreten. Studenten hatten ihn in französischen Medien beschuldigt, den Angreifern eine Tür zum Hörsaal geöffnet zu haben. Der Professor der Rechtsgeschichte habe auf Studenten eingeschlagen. Zeugen berichteten der Zeitung "La Libération", ihn an seinen Lederhandschuhen erkannt zu haben.
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/frankreich-gewalt-an-universitaet-professoren-suspendiert-a-1200577.html (http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/frankreich-gewalt-an-universitaet-professoren-suspendiert-a-1200577.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 09:51:53 Sa. 07.April 2018
Zitat
Proteste in Frankreich - Studenten blockieren Universitäten

Eine geplante Hochschulreform hat unter französischen Studenten großen Unmut ausgelöst. Der Bildungsbetrieb setzt mancherorts komplett aus.


Mit Protesten gegen eine geplante Hochschulreform haben Studenten in Frankreich an rund zehn Universitäten den Bildungsbetrieb teils oder ganz lahmgelegt. Mancherorts hielten die Studenten seit Tagen ganze Uni-Gebäude blockiert, wie die Zeitung "Le Figaro" berichtet.

Der Protest der Studenten richtet sich gegen geplante neue Zugangsregeln zu den Hochschulen. Kritiker sehen darin die Gefahr einer neuen Elitenbildung. Im Zuge der Proteste kam es bereits mehrfach zu Gewaltausbrüchen.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/proteste-in-frankreich-studenten-blockieren-universitaeten-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/proteste-in-frankreich-studenten-blockieren-universitaeten-100.html)

Es wird Zeit, daß die Ruhe an deutschen Unis aufhört.
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 17:10:31 Sa. 07.April 2018
So soll es sein!

Zitat
Frankreichs Protestwelle erreicht die Unis

Studenten und Schüler wehren sich gegen die Bildungsreform und schließen sich der streikenden Bahngewerkschaft an.


(https://caching-production.jetzt.de/files/62936911700688957-cover-streik-studenten.full.jpg)
Studenten streiken in Frankreich gemeinsam mit den Eisenbahnern, hier bei einem Protestmarsch in Paris am 3. April.

„Saint-Denis ist wütend! Saint-Denis ist wütend!“ hallt es über den leergefegten Platz vor der Kathedrale in Saint-Denis, im Norden von Paris. Das Viertel ist großräumig abgesperrt an diesem Donnerstagabend, vor den rechteckigen Polizeigittern sammelt sich eine schreiende Menge. Auf der anderen Seite der Absperrung liegt das renommierte Gymnasium der „Ehrenlegion“, wo heute Abend ein Konzert zu Ehren des französischen Präsidenten Emmanuel Macron stattfindet. Drinnen Eltern und Schülerinnen der Privatschule, draußen circa 300 wütende Eltern, Schüler und Studis: „Das Geld ist da, es ist nur falsch verteilt!“, rufen sie und machen ihrem Ärger mit lauten Buh-Rufen Luft, als der schwarze Mercedes des Präsidenten vorfährt.

Ihre Wut richtet sich gegen die geplante Bildungsreform der Macron-Regierung, aber auch gegen ein Schulsystem, das nirgends in Europa so elitär und gespalten ist wie in Frankreich. Stellt man sich einen Nachmittag vor eine Schule im Herzen der Stadt und vergleicht die Kinder dort mit denen, die in der Banlieue (Vorort) zur Schule gehen, ist der Unterschied schwer von der Hand zu weisen: Außerhalb der Stadt kommt selten ein weißes Kind aus dem Schultor. In den vorstädtischen Gegenden wie Saint-Denis bricht laut einer Studie der Bundeszentrale für politische Bildung jedes zweite Kind nach dem niedrigsten Schulabschluss, also der 10. Klasse, die Schule ab. An die Uni schaffen es die wenigsten. Weiße Kinder gingen auf die guten Schulen, bekämen die bessere Betreuung und hätten deshalb viel höhere Chancen als Kinder aus der Banlieue, beklagt ein Vater mit einer Trillerpfeife um den Hals. Wären da nicht die Absperrungen, würde er sich „den Präsidenten mal vorknöpfen“, sagt er.

Das Regierungsprojekt „Orientierung und Erfolg“ wird den Zugang zur Uni erschweren und die treffen, die jetzt schon benachteiligt sind

Es liegt eine Anspannung in der Luft, die sich derzeit in ganz Frankreich ausbreitet. Macrons Reform-Welle treibt nicht nur die Bahn-Gewerkschaften auf die Straße, sondern zunehmend auch die Jugend. Denn so langsam wird klar, was sein Gesetzesprojekt „Orientierung und Erfolg“ im Klartext bedeutet: Der Zugang zu bestimmten Studiengängen soll beschränkt werden, Stipendien werden nicht mehr an Bedürftigkeit, sondern an Leistung gekoppelt und die Selektionsmechanismen bei einer Bewerbung werden extrem verstärkt – was insbesondere Jugendliche aus sozial schwachen Einzugsgebieten betreffen wird, deren Abschlüsse als „weniger wert“ abgelehnt werden können.

(https://caching-production.jetzt.de/files/972817563751483694-text-streik-studenten-3.full.jpg)
Seit zwei Wochen werden in ganz Frankreich mehr als 30 Universitätsgebäude besetzt oder kurzzeitig blockiert. Hier die Universität Paris 8 im Norden von Paris.

Während Macron an diesem Donnerstagabend in der Privatschule ein hoch abgesichertes Konzert besucht, wird deshalb aus Protest knapp einen Kilometer weiter die Universität Paris 8 blockiert. Barrikaden aus Tischen, Stühlen und Metallgittern versperren seit Montag die 13 Eingänge der Universität im Norden von Paris. Die Uni entstand aus der 68er-Bewegung und dem Wunsch nach einem offenen Ort, an dem alle die Möglichkeit haben, frei und selbstbestimmt zu lernen. Noch heute studieren hier Menschen ohne Papiere, die Kurse sind offen und es herrscht kaum Anwesenheitspflicht. Wenn Macrons Gesetz in Kraft tritt, wäre mit all diesen Freiheiten Schluss.

„Dieser Kampf ist wichtiger als irgendeine Note“

„Das französische Unisystem ist elitär genug, wir brauchen nicht noch mehr Zugangsbeschränkungen“, sagt Léa, 20, die seit zwei Jahren Psychologie an der Paris 8 studiert. Die Studentin sieht etwas müde aus und schaut immer wieder auf ihr Smartphone. Sie habe in einem der Hörsäle übernachtet, aber kaum geschlafen, weil sie ständig daran denken musste, dass das Gebäude jederzeit von der Polizei geräumt werden könnte. Auch wenn die Besetzung sie ein Jahr ihres Bachelor-Studiums kosten könnte, weil sie ihre Kurse nicht beenden kann, ist sie überzeugt: „Dieser Kampf ist wichtiger als irgendeine Note. Und wer sich darüber beschwert, dass die Uni mal eine Woche zu hat, sollte sich echt überlegen, in was für einer Welt er leben möchte.“

(https://caching-production.jetzt.de/files/102625509222864755-text-streik-studenten-4.full.jpg)
Studenten besetzen einen Hörsaal der Universität Paris 8 – manche übernachten sogar dort.
https://www.jetzt.de/politik/gegen-macrons-bildungsreform-proteste-an-universitaeten-in-frankreich (https://www.jetzt.de/politik/gegen-macrons-bildungsreform-proteste-an-universitaeten-in-frankreich)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 09:27:42 Fr. 13.April 2018
Zitat
Polizei räumt besetzte Pariser Uni

Frankreichs Regierung setzt eine Hochschulreform durch. Kritiker sehen darin die Gefahr neuer Elitenbildung. Es kommt zu Protesten und Uni-Besetzungen.
Auch an der Pariser Sorbonne-Universität kam es zu Protesten.

Die Polizei hat nach Medienberichten die von Studenten besetzte Pariser Sorbonne-Universität geräumt. Aus Protest gegen eine Hochschulreform hatten Studenten mehrere Universitäten im ganzen Land besetzt. Präsident Emmanuel Macron sagte TF1, es seien weniger Studenten als "professionelle Aufwiegler", die an den Hochschulen für Unruhe sorgten.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/proteste-gegen-hochschulreform-polizei-raeumt-besetzte-pariser-uni-100.html (https://www.zdf.de/nachrichten/heute/proteste-gegen-hochschulreform-polizei-raeumt-besetzte-pariser-uni-100.html)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 15:29:46 Do. 19.April 2018
Zitat
Studenten-Proteste! Universität Hamburg bleibt weiter besetzt
Fachbereich Sozialökonomie soll noch bis Freitag besetzt bleiben


Hamburg - Studierende des Fachbereichs Sozialökonomie an der Universität Hamburg wollen ihre Gebäude-Besetzung aus Protest gegen Geldstreichungen bis mindestens Freitag fortsetzen.

In einer Vollversammlung am Mittwochabend sei dies mit großer Mehrheit entschieden worden, sagte Annika Trommeter am Donnerstag als Beteiligte an der Aktion.

Das im besetzten Gebäude ansässige Verwaltungspersonal habe seine Arbeit zwar wieder aufgenommen, der Lehrbetrieb werde aber weiterhin bestreikt. Ein finanzielles Angebot, das die Hochschulleitung den Besetzern zuvor gemacht hatte, sei von den die Studierenden in seiner jetzigen Form abgelehnt worden.

"Wir begrüßen aber die Bereitschaft der Universitätsleitung, mit uns Gespräche zu führen und stehen weiterhin mit ihr in Verhandlung", sagte Trommeter. Am Freitagnachmittag sei eine Demonstration durch die Innenstadt geplant, mit der die Studierenden gegen eine generelle Unterfinanzierung des öffentlichen Sektors protestieren wollen. "Dies ist kein reiner Studentenprotest. Wir rufen auch Nicht-Studierende auf", betonte Trommeter.

Die Besetzung des VMP 9-Gebäudes hatte am Dienstag begonnen. Am folgenden Tag solidarisierten sich Studierende der Sozialwissenschaften mit den Besetzern und sperrten Teile ihrer Fakultät ebenfalls ab.

Auslöser der Proteste waren Kürzungen bei der Orientierungseinheit um rund 60 Prozent. In der Orientierungswoche werden die Studierenden über Inhalte und Anforderungen ihres Fachbereichs informiert.
https://www.tag24.de/nachrichten/studenten-protest-universitaet-hamburg-weiter-besetzt-demonstration-fachbereich-sozialoekonomie-532701 (https://www.tag24.de/nachrichten/studenten-protest-universitaet-hamburg-weiter-besetzt-demonstration-fachbereich-sozialoekonomie-532701)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 08:33:06 Sa. 28.April 2018
Zitat
Proteste in Mexiko nach Morden an Filmstudenten

Seit dem Tod drei vermissten Filmstudenten reißen die Proteste gegen die Gewalt in Mexiko nicht ab


Guadalajara, Mexiko. Nach Bekanntwerden des Todes der drei vermissten Filmstudenten Javier Salomón Gastélum (25), Marco Ávalos (20) und Jesús Daniel Díaz (20) ist es am Dienstag in der Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Jalisco zu Protestmärschen gekommen. Die Beteiligten forderten Gerechtigkeit für die drei ermordeten Studenten, die mutmaßlich Opfer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación wurden.

Am 19. März verschwanden in Jalisco drei Studenten der Universidad de Medios Audiovisuales. Für ein Filmprojekt befanden sie sich in einer kleinen Hütte in Tonalá, die zuvor einmal im Besitz einer kriminellen Gruppe war. Mutmaßliche Mitglieder des Kartells Jalisco Nueva Generación beobachteten sie. Auf dem Rückweg nach Guadalajara hielten mehrere bewaffnete Männer das Auto der Studenten an und entführten, folterten und ermordeten sie. Ihre Leichen wurden anschließend in Säure vernichtet. Überreste der drei Filmstudenten wurden in den vergangenen Tagen entdeckt.

Empörung und Frustration über einen weiteren Fall von entführten und ermordeten Studenten in ihrem Land brachte am Dienstag viele Mexikaner in Guadalajara zu einer Demonstration zusammen. Mit Parolen wie "Ruhet in Frieden, denn den gibt es hier in Jalisco nicht" gingen sie auf die Straßen. Es wurde auch an die 43 Studenten aus Iguala erinnert, die seit 2014 verschwunden sind und Gerechtigkeit für die Todesopfer gefordert. Zudem wurde der Rücktritt von Gouverneur Aristóteles Sandoval verlangt.

Unter dem Hashtag #NoSonTresSomosTodxs ist der Protest auch in den Sozialen Netzwerken vertreten. Tausende drücken ihr Mitgefühl und Entsetzten aus und fordern, dass die schrecklichen Gewalttaten endlich ein Ende haben. Unter ihnen auch der bekannte Filmregisseur Guillermo del Toro und Schauspieler Gael García Bernal. Weitere Protestmärsche von Studenten sind in den nächsten Tagen zu erwarten.
https://amerika21.de/2018/04/199922/proteste-mexiko-mord-filmstudenten
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 08:47:55 Fr. 15.Juni 2018
Zitat
Polen
Studenten-Proteste gegen geplante Hochschulreform

Polens rechtskonservative Regierungspartei PiS will nach Justiz und den Medien jetzt auch die Hochschulen reformieren: Elite-Universitäten nach angelsächsischem Vorbild soll es geben, bessere Qualität, Stipendien. Doch viele Studierende sind skeptisch. Sie fürchten den Einfluss der Politik.


(http://www.deutschlandfunk.de/media/thumbs/b/b8a462114e29fc5c45a9f91dfd526b93v1_max_755x425_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg?key=ee1339)

Viele Studierende der ehrwürdigen Warschauer Universität bleiben immer noch erstaunt vor dem Gebäude des Rektors stehen, halten ihre Smartphones hoch und knipsen: Seit Jahrzehnten hat es hier keinen großen Protest mehr gegeben - nun hängt der Balkon des sogenannten Kazimierz-Palasts voll mit Spruchbändern und einer Regenbogenflagge.

Das sogenannte "Akademische Protest-Komitee" hat im Palast einen Streik organisiert - Studierende, die sich von den offiziellen studentischen Vertretungen nicht angemessen repräsentiert fühlen. Zu ihnen gehört Ida Slezak, eine 22-jährige Philosophie-Studentin. Ihre Kritik: Die geplante Hochschulreform solle Elite-Universitäten nach angelsächsischem Vorbild schaffen:

"Die großen Universitäten sollen noch stärker werden - zu Lasten der kleineren Hochschulen. Da scheint es paradox, dass ausgerechnet wir hier in Warschau mit dem Protest begonnen haben. Wir haben von Anfang an gehofft, dass sich kleinere Hochschulen anschließen."

"Anschlag auf unsere Unabhängigkeit"

Das ist inzwischen passiert: Auf einem Band, das vom Balkon hängt, stehen zehn andere Städte, wo Studierende protestieren.

Dabei gehe es nicht nur ums Geld, sondern auch um die Autonomie der Hochschulen, meint Aleks Wojtowicz:

"Die Reform bedeutet, dass wir uns ins feudale Zeitalter zurückbewegen. Politiker werden mitbestimmen, was hier passiert. Das ist ein Anschlag auf unsere Unabhängigkeit."

Damit spricht Aleks die Beiräte an, die künftig die Geschicke der Universitäten wesentlich mitbestimmen sollen. Denn sie sollen überwiegend von Personen besetzt werden, die nicht der Hochschule angehören. Die Befürchtung: Die Universität wird dorthin vor allem Personen berufen, die der Regierung nahestehen. Denn von dort kommt letztendlich das Geld für den Hochschulbetrieb.

"Immer noch müssen wir um Elementares kämpfen"

Der Vorwurf lautet also nicht, dass die Regierung den Hochschulen unmittelbar vorschreiben wolle, was geforscht und gelehrt wird. Aber über die Beiräte könnte sie die Richtung verändern, in der sich die Universität bewegt - und bestimmte Schwerpunkte setzen.

Der 25-jährige Aleks studiert an der Kunstakademie, die sich dem Protest angeschlossen hat. Einige Studierende von dort haben einen nackten Mann auf einem Stuhl vor das Gebäude geschoben - eine Gipsfigur.

"So geduckt wie er dasitzt, drückt er eine gewisse Resignation aus. 40 Jahre sind die großen Studierendenproteste von 1968 her (Anm. d. Redaktion: Es sind 50 Jahre) - und immer noch müssen wir um elementare Dinge kämpfen."

Minister verspricht mehr Qualität und Stipendien

Hochschulminister Jaroslaw Gowin hat seiner Reform den Titel "Verfassung für die Wissenschaft" gegeben. Sein Ziel ist es, dass die Qualität der Lehre und der Forschung steigen soll. Dafür soll schrittweise mehr Geld aus dem Haushalt an die Universitäten fließen. Außerdem will Gowin wissenschaftliche Karrieren erleichtern: Doktoranden sollen ein Stipendium erhalten, und das Habilitationsverfahren wird vereinfacht.

In der Debatte sprach Gowin immer wieder über internationale Rankings, in denen die polnischen Universitäten weit hinten liegen.

Konkrete Folgen der Reform nur schwer abzusehen


Um das zu ändern, sollen sie effizienter werden - mit mehr Macht für den Rektor. Auch die Beiräte, die künftig an der Universität mitbestimmen sollen, verteidigt Gowin:

"Alle Mitglieder werden vom Senat der Universität gewählt. Deren Autonomie bleibt also unangetastet. Solche Organe führen nach und nach auch andere EU-Mitgliedsländer ein. Es geht darum, dass die Hochschulen weniger hermetisch werden, dass sie sich für die gesellschaftliche Umgebung öffnen."

Unter den Studierenden gehen die Meinungen indes auseinander. Viele offizielle studentische Vertretungen unterstützen die Proteste nicht. Schließlich habe die Reform auch positive Seiten, heißt es dort.

Der Dissens rührt daher, dass die konkreten Folgen der Reform nur schwer abzusehen sind.
http://www.deutschlandfunk.de/polen-studenten-proteste-gegen-geplante-hochschulreform.680.de.html?dram:article_id=420408 (http://www.deutschlandfunk.de/polen-studenten-proteste-gegen-geplante-hochschulreform.680.de.html?dram:article_id=420408)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 09:42:03 So. 17.Juni 2018
Zitat
Die Proteste gegen das neue Universitätsgesetz in Polen drücken sich, nach der Besetzung des Rektorats der Warschauer Universität, durch weitere Besetzungsaktionen gegen zentrale Einrichtungen aus: In Poznan, Krakau, Wroclaw und Gdansk haben sich jeweils Dutzende BesetzerInnen angeschlossen. Die Universitätsgewerkschaften, sowohl von Solidarnosc, als auch des OPZZ unterstützen nunmehr diese Proteste. Demonstrationen und ähnliche Aktionen gab es auch in weiteren Universitätsstädten...
http://www.labournet.de/?p=133498 (http://www.labournet.de/?p=133498)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 18:25:57 Di. 11.September 2018
Zitat
Studierende in Mexiko: Massenprotest für eine andere Bildungspolitik – und vor allem gegen die Gewalt der politischen Banden an den Unis

(http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2018/07/gegengewalt_mexico.jpg)

Zwei Tage nachdem auf dem Gelände der Nationalen Autonomen Universität Mexikos (Unam) protestierende Gymnasiasten von Schlägertrupps mit Knüppeln und Messern angegriffen worden sind, haben am vergangenen Mittwoch zehntausende Studierende in Mexiko-Stadt demonstriert. Sie forderten die Auflösung der sogenannten Porros, gewalttätige Gruppen, die von Parteien und Hochschulleitungen finanziert werden, um studentische Proteste leichter unterdrücken zu können. Meist bestehen diese Gruppierungen selbst aus Studenten, die ihre Kommilitonen überwachen und politische Aktivitäten den Behörden und der Universitätsverwaltung melden.
http://www.labournet.de/?p=137207 (http://www.labournet.de/?p=137207)
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Troll am 11:13:57 Fr. 26.Oktober 2018
Zitat
Nun seid mal still!

Sichtlich irritiert sei Ministerin Theresia Bauer in Konstanz gewesen, berichten Beobachter. Junge Menschen wollten sie am vergangenen Freitag nicht in die Uni lassen. Unter anderem, weil die Grünen das politische Mandat der Studierenden abgeschafft haben. Unser Gastautor ordnet ein.

...
...
Tragisch verläuft die Geschichte in Stuttgart. Mehr als 40 Jahre nach dieser Zeit wird den Studierenden wieder die Politikfähigkeit abgesprochen. Der Landtag novellierte das Hochschulgesetz (LHG) und führte nicht nur ein Studiengeld für Ausländer außerhalb der EU ein (Kontext berichtete in Ausgabe 294 und Ausgabe 297), sondern strich den spröden Satz, der ein politisches Mandat enthielt. Jetzt lautet die kastrierte Formulierung nur noch: "Die Studierendenschaft wahrt nach den verfassungsrechtlichen Grundsätzen die weltanschauliche, religiöse und parteipolitische Neutralität".

Es ist zu ruhig im Land

...
...

Quelle: kontextwochenzeitung (https://www.kontextwochenzeitung.de/zeitgeschehen/395/nun-seid-mal-still-5429.html)

Achja, die lieben Grünen, die haben zur Zeit wohl den ansprechendsten Werbeprospekt, mittlerweile durch und durch Erzkonservativ aber "Grün", für was Grüne mal standen stehen steht im Werbebroschürchen und tingeld in sehr kreativer Form durch alle Medien.
Tja, selbst Hagen Rether hat da die Zeichen der Zeit erkannt und sie als einzig wählbare Partei auserkoren, bei denen darf man nämlich Veganer sein ohne gesteinigt zu werden (überzeichnet).
Titel: Re:Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 20:34:03 Do. 13.Dezember 2018
Zitat
Studierenden-Proteste in Albanien
„Große Proteststimmung im Land“

Bezahlbare Gebühren, mehr Geld für Bildung, Bekämpfung der Korruption: Seit Tagen demonstrieren Studierende in mehreren albanischen Städten. Mittlerweile sei die Proteststimmung auch auf andere Teile der Bevölkerung übergesprungen


(https://www.deutschlandfunk.de/media/thumbs/b/bcc9c3693959a98fd4cc7474d4bc09b1v1_max_755x425_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg?key=dccca6)
Die Studiengebühren für ein Jahr betrügen rund 2.400 Euro – ein Monatslohn hingegen nur 300 Euro
https://www.deutschlandfunk.de/kas-zu-studierenden-proteste-in-albanien-grosse.680.de.html?dram:article_id=435893 (https://www.deutschlandfunk.de/kas-zu-studierenden-proteste-in-albanien-grosse.680.de.html?dram:article_id=435893)
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 09:25:40 Do. 16.Mai 2019
Zitat
Zehntausende demonstrieren in Brasilien gegen Bolsonaros Bildungspolitik

In Brasilien ist es zu den ersten landesweiten Protesten gegen Bolsonaros Regierung seit dem Amtsantritt des rechtsradikalen Präsidenten im Januar gekommen. Dieser hatte damals bereits Kürzungen angekündigt.


In Brasilien sind zehntausende Menschen gegen die Bildungspolitik der Regierung von Präsident Jair Bolsonaro auf die Strasse gegangen. In staatlichen Universitäten und Schulen fiel am Mittwoch (Ortszeit) der Unterricht aus. Damit konnten Studierende und Schüler an den Massenprotesten gegen geplante Kürzungen teilnehmen. In der Hauptstadt Brasília gingen laut Polizeiangaben rund 15 000 Menschen auf die Strasse, in der Stadt Belém waren es sogar 20 000.

Auch in São Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte gab es Proteste. In Salvador, einer Hochburg der Linken im Nordosten Brasilien, beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 70 000 Menschen an den Protesten. In Porto Alegre im Süden des Landes setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein.

Präsident kontert

Es waren die ersten landesweiten Proteste gegen Bolsonaros Regierung seit dem Amtsantritt des rechtsradikalen Präsidenten im Januar. Seine Regierung hatte zuvor angekündigt, die Ausgaben für die staatlichen Universitäten um 30 Prozent zu kürzen.

Bolsonaro bezeichnete die Demonstranten als «nützliche Idioten», die von einer Expertenminderheit an den staatlichen Universitäten manipuliert würden. Bolsonaro verteidigte bei einem Besuch im amerikanischen Gliedstaat Texas, wo er eine Auszeichnung der brasilianisch-amerikanischen Handelskammer erhalten sollte, zudem seine Bildungspolitik. Brasilien sei von seinen Vorgängern «wirtschaftlich zerstört» worden, sagte der Präsident. Die Ausgabenkürzungen im Bildungsbereich seien daher notwendig, aber «geringer als vorhergesagt».
https://www.nzz.ch/international/zehntausende-demonstrieren-in-brasilien-gegen-bildungspolitik-ld.1482211
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 21:14:29 Fr. 31.Mai 2019
Zitat
Brasilien
Mehr als eine Million bei Demonstrationen gegen Bildungspolitik

In Brasilien sind mehr als eine Million Schüler, Studenten und Lehrer auf die Straße gegangen, um gegen Kürzungen im Bildungswesen zu protestieren.


Allein in São Paulo nahmen mehr als 300.000 Menschen an einer Kundgebung teil, in Rio de Janeiro waren es 200.000. Insgesamt gab es Proteste in 190 Städten in Brasilien. Die von der Regierung Bolsonaro geplanten Kürzungen richten sich vor allem gegen staatlich finanzierte Universitäten und Schulen. So sollen rund 30 Prozent der Ausgaben eingefroren werden, die nicht obligatorisch sind, etwa für Forschungsprojekte oder Stipendien für Doktoranden.
https://www.deutschlandfunk.de/brasilien-mehr-als-eine-million-bei-demonstrationen-gegen.1939.de.html?drn:news_id=1012762
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 10:35:24 Mo. 02.September 2019
Zitat
Studentenführer in Hongkong für zweiwöchigen Unistreik

Kurz vor Beginn des neuen Semesters haben die Studentenführer in Hongkong zu einem knapp zweiwöchigen Unistreik aufgerufen. Die Studenten sollten „Zeit bekommen, darüber nachzudenken, was gerade in unserer Gesellschaft passiert und was wir für unsere Zukunft machen können“, sagte der Vorsitzende der Studentenvertretung, David Wong, heute.

Das neue Semester startet in Hongkong am 2. September, die Vorlesungen sollen vorerst bis zum 13. September boykottiert werden. Viele Studierende gehörten in den vergangenen Wochen zu den treibenden Kräften hinter den Massendemonstrationen für mehr Demokratie und gegen eine wachsende Einflussnahme Pekings. Durch die Ausrufung des Unistreiks soll offenbar auch gewährleistet werden, dass weiterhin viele Studenten und Studentinnen an den Protesten teilnehmen.
https://orf.at/stories/3134588/
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 09:45:10 Mo. 30.September 2019
Zitat
Studentische Proteste gegen Korruption eskalieren in Kolumbien

(https://www.amerika21.de/files/a21/styles/page-grid-6-flexible-height/public/img/2019/kolumbien_studentenproteste_korruption_9-19.jpeg?itok=mPkKx_vW)

Bogotá. Seit Mittwoch protestieren tausende Studierende in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá gegen einen unlängst bekanntgewordenen Korruptionsfall innerhalb der Universidad Distrital (Bezirksuniversität). Die zunächst friedlichen Proteste wurden im Laufe der Woche immer wieder gewaltsam niedergeschlagen.

Der Dozent und ehemalige Direktor von Idexud (Institut für Fortbildung und Bildung für die Arbeit und menschliche Entwicklung), Wilman Muñoz, soll laut Staatsanwaltschaft im Zeitraum zwischen Juni 2012 und Januar 2019 mehr als 10,49 Milliarden kolumbianische Pesos (knapp drei Millionen Euro) unterschlagen haben. Muñoz soll mit einer Kreditkarte der Universität Luxusautos, Flugtickets nach Miami, teuren Schmuck, Hotels und Restaurants bezahlt haben. Insgesamt habe der Dozent 333 Schecks der Universität für private Zwecke eingelöst. Die Staatsanwaltschaft leitete bereits am 13. August ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein.

Daraufhin beschuldigte Muñoz den Rektor der Universität, Ricardo García Duarte, ebenfalls verwickelt zu sein und sprach von einem Korruptionsnetzwerk innerhalb der Universität. Er sagte aus, er habe Geburtstage sowie sexuelle Dienstleistungen für García mit dem gestohlenen Geld bezahlt. Außerdem habe dieser Stimmen gekauft, um als Rektor ernannt zu werden. García stritt alle Vorwürfe ab und bezeichnte die Anschuldigungen als "grotesk und diffarmierend".

Nachdem die Studierenden zunächst friedlich gegen den Korruptionsfall protestierten, rückte die mobile Aufstandsbekämpfungseinheit der Polizei (Esmad) mit gepanzerten Fahrzeugen und hunderten Beamten an. Die Studierenden, die einige Hauptverkehrsstraßen blockiert hatten, wurden mit Wasserwerfern und Tränengas attackiert. Einige Maskierte lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei.

In den darauffolgenden Tagen schlossen sich weitere Studierende unterschiedlicher Institutionen den Protesten an, darunter Kommilitonen der Universidad Nacional, der Javariana und der pädagogischen Universität. Alle Demonstrationen wurden erneut gewaltsam durch die Esmad niedergeschlagen. In der pädagogischen Universität explodierten zudem Gasgranaten, mehrere Menschen wurden dabei verletzt.

Am Freitagnachmittag drangen unterdessen 25 Protestierende in das Gebäude von ICETEX (Kolumbianisches Institut für Bildungskredite und technische Studien im Ausland) an und zündeten den ersten Stock an. Es wurde niemand verletzt. Zudem wurden Teile des Nahverkehrs in Bogotá lahmgelegt.
https://www.amerika21.de/2019/09/232084/kolumbien-studenten-gegen-korruption
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 20:55:59 Do. 14.November 2019
Zitat
Frankreich
Proteste nach Selbstverbrennung eines Studenten

Nachdem sich ein Student in Lyon selbst verbrannt hatte, fanden in ganz Frankreich Studierenden-Proteste gegen problematische finanzielle Verhältnisse statt. In seinem Abschiedsbrief erklärte der 22-Jährige seinen Selbstmord laut einer Vereinskameradin mit seiner prekären Lebenslage.


(https://www.deutschlandfunk.de/media/thumbs/6/6a423c58c981d0e0af5c142b9e9f96a5v1_max_755x425_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg?key=97eb0b)
„Prekarität ist tödlich – Solidarität lebensnotwendig“ lautet das Motto der französischen Studierenden

In Paris haben gestern Nacht mehrere Dutzend Studierende den Hof des Hochschulministeriums besetzt und Ministerin Frédérique Vidal zum Rücktritt aufgefordert – bis die Polizei die Gruppe auseinandertrieb. So endete der gestrige Aktionstag, bei dem Studierendenvereine im ganzen Land zu Kundgebungen aufgerufen hatten. Allen voran Solidaires étudiant-e-s – denn dort engagierte sich der Studierende, dessen Fall derzeit durch die Medien geht, für bessere Alltagsbedingungen im Hochschulbereich.

Der 22-Jährige, der sich in Lyon in Brand gesteckt hatte, lebte selbst in sehr prekären Verhältnissen. Seine Kommilitonen berichteten bei der Protestaktion auf dem Campus der Universität Paris Saint-Denis über seine Versuche, unter diesen Bedingungen sein Studium der Politikwissenschaft abzuschließen.

In zwei Anläufen sei es ihm nicht gelungen, das zweite Jahr erfolgreich zu absolvieren, beim dritten Versuch wurde seine „Bourse“, also das Bafög gestrichen, er blieb mittellos zurück.
(...)
Für die Miete arbeitet auch Jurastudentin Chloé in einem Burger-Laden. Denn von ihren Eltern erhält sie keinerlei Unterstützung:

„Morgens um drei erst habe ich Feierabend. Und einige Stunden später sitze ich schon wieder im Hörsaal. Dieser Rhythmus greift die Gesundheit an. An manchen Tagen könnte ich nur da sitzen und heulen.“
(...)
„Der Höchstsatz bei uns beläuft sich auf rund 450 Euro pro Monat. Das liegt unter der Armutsgrenze. Wir sagen: Dem finanziellen Fördersystem ist die Luft ausgegangen, es muss dringend reformiert werden.“

Um so mehr, als letztes Jahr in Frankreich das Wohngeld gekürzt und dessen Berechnungsgrundlage geändert wurde. Zum Nachteil vieler Studierender, so die Gewerkschaften. Bei der gestrigen Kundgebung von Solidaires étudiant-e-s in Paris forderte Paola Toutous von der Regierung Sofortmaßnahmen:

„Die Beschlagnahmung leerstehender Wohnungen für die Unterbringung von Studierenden und die Freigabe von Notgeldern für Bedürftige.“

Auf ein offizielles Statement der Regierung in Paris warten die Studierenden bislang vergeblich.
https://www.deutschlandfunk.de/frankreich-proteste-nach-selbstverbrennung-eines-studenten.680.de.html?dram:article_id=463346


Zitat
»Armut tötet«
Frankreichs Studierende erheben sich gegen unerträgliche Lebensbedingungen


In Lyon kämpften die Ärzte am Donnerstag weiter um das Leben von Anas K. Der 22jährige hatte sich am vergangenen Freitag vor der Universitätsverwaltung in Lyon selbst in Brand gesteckt. Er wollte damit gegen die Lebensbedingungen der französischen Studenten protestieren, die von Armut, Wohnungsnot und Leistungsdruck geprägt seien. Er beschuldigte Staatschef Emmanuel Macron und dessen Amtsvorgänger Nicolas Sarkozy und François Hollande, ihn »getötet« zu haben.

Seither kommen die Hochschulen des Landes nicht mehr zur Ruhe. Mit Unterstützung der Gewerkschaften gingen in den vergangenen Tagen junge Menschen in allen großen Städten auf die Straße. In Lille verhinderten zornige Studenten im Auditorium der Universität die Vorstellung des neuen Buchs des früheren sozialdemokratischen Präsidenten Hollande mit dem Titel »Auf die Krise der Demokratie antworten«. Hollande sei »in Sicherheit gebracht«, sein Vortrag abgesagt worden, ließ die Hochschulverwaltung erklären.

Vor den Behörden des Wissenschaftsministeriums lieferten sich Hunderte junge Menschen Straßenschlachten mit der Polizei.(...)
https://www.jungewelt.de/artikel/366837.armut-t%C3%B6tet.html
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: Kuddel am 19:46:08 Di. 26.November 2019
Zitat
"Legitime Wut"

In ganz Frankreich gehen Studierende auf die Straße, um gegen Geldsorgen zu protestieren. Der Fall eines 22-Jährigen, der sich offenbar aus Verzweiflung anzündete, lässt sie nicht los.


(https://cdn1.spiegel.de/images/image-1491746-860_poster_16x9-gqhp-1491746.jpg)

An den Mauern der Universität Diderot in Paris kleben viele weiße Zettel mit je einem Buchstaben. Zusammen ergeben sie diese Botschaft: "Die Prekarität tötet. Ein Student hat sich selbst verbrannt. Die Jugend ist auf der Straße." Eine Erinnerung an den Fall des 22-jährigen Studenten Anas K., der unter Frankreichs Studierenden für Bestürzung sorgt - und der viele besonders berührt, weil sie unter ganz ähnlichen Problemen leiden.

(https://cdn1.spiegel.de/images/image-1491748-640_panofree-louq-1491748.jpg)
https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/frankreich-studentenproteste-es-gibt-eine-legitime-wut-a-1297852.html
Titel: Re: Studentendemos & Unistreiks
Beitrag von: ManOfConstantSorrow am 19:57:42 Sa. 30.November 2019
Britische Hochschulen
Erneute Streiks für gerechtere Arbeitsbedingungen

(https://www.deutschlandfunk.de/media/thumbs/a/a038242169267d8f97f8520290a49ee0v1_max_755x425_b3535db83dc50e27c1bb1392364c95a2.jpg?key=c86c0b)

Der Lehrbetrieb ruht – etwa 43.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der rund 60 britischen Hochschulen sind im Ausstand. Es geht um drohende Einschnitte in der Altersversorgung, aber auch um Arbeitsbedingungen, Chancengleichheit und berufliche Perspektiven.

https://www.deutschlandfunk.de/britische-hochschulen-erneute-streiks-fuer-gerechtere.680.de.html?dram:article_id=464674