Autor Thema: Aus der Krankheit eine Waffe machen  (Gelesen 31261 mal)

Wilddieb Stuelpner

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Re: Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #15 am: 15:01:14 Mi. 11.März 2009 »
Hierzu das Zitat eines Autoren über das Kapital:
"Kapital, flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. (K.Marx)

Das berühmte, immer oft benutzte Zitat (zitiert in Das Kapital, Band I, S. 801, Dietz-Verlag Berlin, 1961) von Karl Marx geht auf die Auseinandersetzung von Marx mit dem Artikel von P.J. Dunning über Trade Unions zurück. Über P.J. Dunning selbst findet man leider nichts.

rosaberlinerin

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #16 am: 00:24:50 So. 31.Januar 2010 »

"Das System hat uns 'krank' gemacht; geben wir dem kranken System den Todesstoß."


Dem kann ich nur zustimmen. Angst und Untertanentum machen nur krank auf die Dauer. Wer kaempft, der hat seine Angst und seine "Krankheit" ueberwunden.
Da mag dein Anstreicher streichen,
den Riß streicht er uns nicht zu!
Einer bleibt und einer muß weichen,
entweder ich oder du.
Und was immer ich auch noch lerne,
das bleibt das Einmaleins:
Nichts habe ich jemals gemeinsam
der Sache des Klassenfeinds.

ManOfConstantSorrow

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #17 am: 20:56:49 Mo. 16.August 2010 »
Zitat
Wenn die Seele rebelliert
Zahl der psychisch Kranken steigt
Krankenkassen schlagen Alarm: Die Zahl der psychisch Kranken steigt Jahr für Jahr. Neue Faktoren wie Arbeitsdichte und Arbeitsstrukturen können für Menschen mit psychischen Störungen besonders belastend sein - aber auch Kinder und Jugendliche sind betroffen.

(...)
Zwölf Prozent der Mädchen und 18 Prozent der Jungen gelten nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts bereits als verhaltensauffällig oder haben psychische Probleme. Und es trifft nicht nur Kinder und Jugendliche. Depression und Co. sind mittlerweile Volkskrankheiten.
(...)
Jahr für Jahr steigt die Zahl der Krankschreibungen aufgrund psychischer Probleme. Die Techniker Krankenkasse hat ausgerechnet, dass im Schnitt bei jeder fünften Erwerbsperson mindestens einmal im Jahr eine psychische Erkrankung diagnostiziert wird. 36 Prozent der Frühverrentungen sind psychisch bedingt. In den Kliniken hat die Behandlung seelischer Probleme – gemessen an der Therapiedauer – den Herzpatienten bereits von Platz eins verdrängt. Die häufigsten Diagnosen für eine Einweisung sind laut Barmer GEK Depressionen, Schizophrenie und Verhaltensstörungen durch Alkoholsucht.
(...)
Zudem gebe es neue Risikofaktoren. Dazu gehörten Arbeitsdichte und Arbeitsstrukturen, die für Menschen mit psychischen Störungen besonders belastend seien. „Dienstleistungsjobs, in denen man immer freundlich sein muss, sind für manche schwer durchzuhalten.“ Nach den Statistiken der Krankenkassen erkranken vor allem Mitarbeiter in Callcentern, Sozialarbeiter, Krankenpflegerinnen und in hohem Maße Zeitarbeiter. Aber auch unter Arbeitslosen steigt die Rate. Nicht nur Arbeit macht krank, auch ihr Verlust belastet.(...)
http://www.haz.de/Nachrichten/Panorama/Uebersicht/Zahl-der-psychisch-Kranken-steigt

Zitat
Ärzte verschreiben immer mehr Medikamente gegen psychische Krankheiten: Berufstätige erhalten doppelt so viele Medikamente wie noch vor zehn Jahren
(...)
Pro berufstätigem Bundesbürger seien 2009 jeden Tag acht Tage Medikamente zur Behandlung von Depressionen verschrieben worden, berichtet die TK. Das bedeutet der Studie zufolge einen Anstieg von 113 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000. Frauen erhielten im Durchschnitt an 10,5 Tagen Antidepressiva, Männer an sechs Tagen. Doch das sind statistische Durchschnittswerte: Die Mehrheit nimmt keine entsprechende Medizin ein; Kranke mithin umso mehr.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,711458,00.html

Alles klar, die Verdichtung der Arbeit, Streß, Konkurenzkampf und zunehmendes Mobbing macht Menschen krank. Auch die Angst, Angst vor sozialem Abstieg, vor Verlust des Arbeitsplatzes oder der Wohnung. Und über das soziale Mobbing, denen ein Erwerbsloser seitens der Gesellschaft und der Behörden ausgesetzt ist, gibt es in diesem Forum genug zu lesen.

Aber ich glaube, das ist nicht alles. Ich halte den gesellschaftlichen Konsenz, den Glauben an das Funktionieren dieses Systems, die Behauptung es ginge hier mit rechten Dingen zu und ewig so weiter, all das ist nur ein kollektiver Wahn, eine im millionenfachen Chor wiederholte Lüge. Die hier herrschende "Normalität" ist die schlimmste Krankheit, ein Trugbild, das das selbstzerstörische Treiben des kapitalistischen Systems noch ermöglicht.

Der oberste Artikel beginnt mit den Worten "Wenn die Seele rebelliert" und das schließt damit den Kreis zum Threadtitel: Die Seele weigert sich länger mitzuspielen in diesem kranken Spiel. Auch wenn der Kopf noch das glauben möchte, was scheinbar alle glauben, die plötzlich auftauchenden Ängste und Depressionen legen den Körper und das "Funktioneren" in seiner Rolle lahm.

Krank ist die Normalität und die Massen, die sich ihren Regeln beugen. Die sogenannte psychische Erkrankung ist eine Rebellion dagegen.  Zuerst sind die Sensibleren betroffen.

Es ist an der Zeit die Begriffe von Krankheit und Gesundheit radikal zu hinterfragen und von dem Kopf auf die Füße zu stellen!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Eivisskat

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #18 am: 08:16:21 Di. 17.August 2010 »
Zitat
Der oberste Artikel beginnt mit den Worten "Wenn die Seele rebelliert" und das schließt damit den Kreis zum Threadtitel: Die Seele weigert sich länger mitzuspielen in diesem kranken Spiel. Auch wenn der Kopf noch das glauben möchte, was scheinbar alle glauben, die plötzlich auftauchenden Ängste und Depressionen legen den Körper und das "Funktioneren" in seiner Rolle lahm.


Wobei die/wir Erwerbslosen noch häufiger von der rebellierenden Seele betroffen sind, wie ich und 100.000 andere Elos bestätigen können und die Sensibleren zuerst.

Die Pharma-Industrie verdient sich dumm und dämlich an immer mehr Antidepressiva usw., die Betroffenen werden dadurch fett und abgestumpft, ihr der menschlichen Gemeinschaft so wertvoller Sensor für Ungerechtigkeiten & Mißstände geht verloren, ebenso wie ihre Energie zum Widerstand & Abschaffung derselben.






Zitat
DGB-Studie: Arbeitslos und krank

aus www.scharf-links.de vom 16.08.2010

Fazit der DGB-Studie: Erschreckend ist der physische und psychische Gesundheitszustand der Arbeitslosen im offenen Hartz-IV-Vollzug. 

Die Reduzierung der Gesundheit und Lebenserwartung bei den Überflüssigen außerhalb der ökonomischen Wertschöpfung der Lohnarbeit gehört auch zum historischen und gesellschaftspolitischen (stets noch geleugneten) Programm der Kapitalverwertung der Bourgeoisie und Aktionäre, deren Wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Administration.

"Arbeitslos zu werden, ist für viele Menschen ein Schicksalsschlag. Und je länger die Arbeitslosigkeit dauert und je geringer die Perspektiven auf einen Wiedereinstieg sind, desto belastender wird die Situation für die Betroffenen und ihre Familien", sagte DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.

45 Prozent der Menschen im BDA-staatlichen "Hartz-IV-Vollzug" sagen von sich, dass sie gesundheitlich angeschlagen seien. Nach einer Untersuchung des (BDI-BDA-CDU-SPD-) Bundesarbeitsministeriums gaben fast zwei Drittel der Befragten an, dass sie nicht hundertprozentig (im Verwertungs- und Profitsystem des Kapitals) arbeiten könnten. Psychische Krankheitsursachen sind für ein Viertel der Arbeitsunfähigkeitstage bei Erwerbslosen verantwortlich. Die Krankenkassen erklären das u. a. mit dem psychischen Druck auf die Erwerbslosen, einen Arbeitsplatz zu finden und den damit verbundenen Rückschlägen. 

Die Lobby-Fraktionen des Kapitals, nicht nur im BDI-Bundestag und in der analogen BDA-Bundesregierung, unterschlagen die staatlichen BA-Repressions- und Abschiebungsmaßnahmen, gegen Erwerbslose, zur Aufnahme von "Hauptsache Arbeit" in Unterbezahlung: Hungerlohn, Billiglohn, Mini-Mindestlohn und Hartz-IV-Aufstocker-Lohn.

In ihrer Stellungnahme erklärt die Bundesregierung, analog wie stets auch ihre Vorgänger, in sophistischer (Ver-)Vollkommenheit: "Da die Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung ein wesentlicher Faktor für psychische Gesundheit und soziales Wohlbefinden der Menschen ist, zielen grundsätzlich alle Arbeitsförderungsmaßnahmen der Bundesregierung mittelbar auch auf die Stärkung der psychischen Gesundheit von Erwerbslosen."  ::)

Nicht auskömmliche und menschenwürdige Löhne und Arbeitsbedingungen für Erwerbslose und Unterbezahlte gehören zu ihren BDA-christlich-liberalen-Regierungsaufgaben, sondern und vor allem, die fortgesetzte und offiziell uneingestandene psychische Bedrohung und Einschüchterung der Mehrheit der Menschen in bereits abhängiger Lohnarbeit: die erwünschte 'Friedhofsruhe an der Arbeitsfront' des Kapitals ist deren Hauptaufgabe.
   

Quelle: Frankfurter Rundschau am 15.08.2010. DGB-Studie: Arbeitslos und krank.
www.fr-online.de/wirtschaft/arbeitslos-und-krank/-/1472780/4559316/-/index.html

Alan Smithee

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #19 am: 13:39:57 Di. 17.August 2010 »
Zitat
Die Lobby-Fraktionen des Kapitals, nicht nur im BDI-Bundestag und in der analogen BDA-Bundesregierung, unterschlagen die staatlichen BA-Repressions- und Abschiebungsmaßnahmen, gegen Erwerbslose, zur Aufnahme von "Hauptsache Arbeit" in Unterbezahlung: Hungerlohn, Billiglohn, Mini-Mindestlohn und Hartz-IV-Aufstocker-Lohn.

Absolut richtig! DAS sollte man in erster Linie diskutieren! In welche "Arbeit" schiebt/zwängt man eigentlich Arbeitslose? (Und für WAS werden sie missbraucht?)

Zitat
In ihrer Stellungnahme erklärt die Bundesregierung, analog wie stets auch ihre Vorgänger, in sophistischer (Ver-)Vollkommenheit: "Da die Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung ein wesentlicher Faktor für psychische Gesundheit und soziales Wohlbefinden der Menschen ist, zielen grundsätzlich alle Arbeitsförderungsmaßnahmen der Bundesregierung mittelbar auch auf die Stärkung der psychischen Gesundheit von Erwerbslosen."

Ich glaub, mein Hamster bohnert! Da weiß aber gerade ICH was ganz anderes zu berichten!
...still dreaming of electric sheep...

ManOfConstantSorrow

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #20 am: 11:41:30 Sa. 18.Juni 2016 »
Der Gedanke des frühen SPK ist wirklich gut und hat mich stets beeindruckt.
Dieses System macht krank. Als Konsequenz geht es darum, aus dem Unwohlsein und aus dem Kranksein eine Motivation für Gegenwehr zu ziehen.

Leider ist das heutige SPK völlig durchgeballert. Wirklich tragisch.

Aber der Grundgedanke des SPK bewegt mich noch immer. Anders als in der 3. Welt, sind die Auswirkungen des kaptialistischen Systems in diesem Land nicht so offensichtlich. Es springen einem hier verhältnismäßig wenige zerlumpte, obdachlose und hungernde Menschen entgegen. Aber die Menschen leiden unter den Verhältnissen, je sensibler sie sind, desto mehr. Die psychischen Krankheiten sind auf dem Vormarsch.

Mein Eindruck ist, daß das seelische Leiden zunimmt und alles andere als positive Folgen hat. Ich beobachte dabei eigentlich nur zwei Tendenzen:
Lähmung, Lethargie, Depression.

Die andere Tendenz ist Aggro. Gegen sich selbst gerichtet als Drogenmißbrauch, Alk, Suizid. Oder gegen den Nächstbesten als häusliche Gewalt oder Straßengewalt.

Die einzigen, denen es gelingt den Aggro zu kanalisieren, eine politische Waffe draus zu machen, sind die Rechten. Sie organisieren die Frustrierten mit ihrem aufgestauten blinden Haß. Sie geben der Wut eine Richtung und ein Ziel, die Ausländer, die Linken, die Homos und die sozial Schwachen. Das hat Zulauf. Das erscheint attraktiv. Die Sogwirkung dieses simplen Rezepts ist erschreckend.

Von links kommt scheinbar kein Angebot von vergleichbarer Attraktivität für die schweigend Leidenden.

Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

schwarzrot

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #21 am: 13:14:00 Sa. 18.Juni 2016 »
und die sozial Schwachen. Das hat Zulauf. Das erscheint attraktiv.
'sozial schwache' = manager, oder wen meinst du damit?

Vielleicht meinst du aber auch arme leute, oder malocher die kein geld haben? Die sind aber meisst nicht 'sozial schwach', weil dann könnten sie überhaupt nicht überleben, in ihrer beschissenen umwelt.
Wenn aber schon links denkende die sprache der reichen benutzen, um sich selbst zu diffamieren, muss man sich nicht wundern, wenn sie glauben, dass nur der (vermeintliche) rechte ausweg bleibt.

Und was bitte ist 'SPK'?
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

Wieder aktuell: Bertolt Brecht

ManOfConstantSorrow

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #22 am: 14:23:58 Sa. 18.Juni 2016 »
'sozial schwache' = manager, oder wen meinst du damit?
Willst du eine Wortklauberei starten, wie es seinerzeit mit dem Wort "Flüchtling" passierte, das als politisch inkorrekt geächtet werden sollte?
Natürlich sind mit dem Begriff "sozial Schwache" Arme gemeint, aber auch Menschen, die wegen psychischer Probleme, Behinderung, Sucht etc. ihre sozialen Bindungen verloren haben, sozial geächtet, ignoriert und ausgegrenzt werden. Es mag bessere Begriffe dafür geben, ich halte diese Formulierung aber weder für mißverständlich, noch für diffamierend.

Und was bitte ist 'SPK'?
Heißt Sozialistisches Patientenkollektiv. Um das herauszufnden, hättest du nur den Eröffnungbeitrag dieses kurzen Threads lesen zu brauchen.

https://de.indymedia.org/2008/10/229468.shtml
https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistisches_Patientenkollektiv
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Nikita

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #23 am: 19:50:56 Sa. 18.Juni 2016 »
Als "sozial schwach " werden gewöhnlich genau die Falschen bezeichnet. Darauf wollte schwarzrot wohl hinaus. Das hat aber nichts mit dem Threadthema zu tun. Ansonsten kann ich MOCS Beitrag nur unterstreichen.

schwarzrot

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #24 am: 07:35:43 Mo. 20.Juni 2016 »
'sozial schwache' = manager, oder wen meinst du damit?
Willst du eine Wortklauberei starten, wie es seinerzeit mit dem Wort "Flüchtling" passierte, das als politisch inkorrekt geächtet werden sollte?
Cool! Es geht also um 'politisch inkorrekte' worte, wenn du arme leute sprachlich diffamierst? Verwendest du nun auch 'gutmensch', weil das mal so richtig 'politisch inkorrekt' ist?
Zitat
Heißt Sozialistisches Patientenkollektiv. Um das herauszufnden, hättest du nur den Eröffnungbeitrag dieses kurzen Threads lesen zu brauchen.

https://de.indymedia.org/2008/10/229468.shtml
https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistisches_Patientenkollektiv
Ok der threadstart ist von 2007 und klar, abkü. sollen die blöden leser doch googeln.
Zitat
Die einzigen, denen es gelingt den Aggro zu kanalisieren, eine politische Waffe draus zu machen, sind die Rechten.
...
Von links kommt scheinbar kein Angebot von vergleichbarer Attraktivität für die schweigend Leidenden.
WTF!?!  kotz
"In der bürgerlichen Gesellschaft kriegen manche Gruppen dick in die Fresse. Damit aber nicht genug, man wirft ihnen auch noch vor, dass ihr Gesicht hässlich sei." aus: Mizu no Oto

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Nikita

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #25 am: 14:33:31 Mo. 20.Juni 2016 »
schwarzrot, gehts Dir wieder erst besser, wenn Du übellaunig einen Thread zerstört hast.

admin

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #26 am: 20:31:32 Sa. 16.Dezember 2017 »
Ich habe ein wenig in den Statistiken und den Suchbegriffen der Forensoftware herumgestöbert.
Ich war überrascht, wie oft Fragen zu Gesundheit und Krankheit Menschen in dieses Forum führen.

Man muß sich die Situation im modernen Kapitalismus einmal klar machen:

Amazon weiß, was die Arbeit in den Logistikzentren bedeutet. Das Personal soll dort nicht länger als 2 Jahre angestellt sein, denn danach schnellt der Krankenstand nach oben. Deshalb unterstützt man die Beschäftigten vor Ablauf der 2 Jahre bei Umschulungen und Bewerbungen. Die Leute werden 2 Jahre verschlissen, dann müssen sie weg. Möglichst freiwillig und ohne Abfindung.

Es ist alles inzwischen belegt:
Streß macht krank.
Armut macht Krank.
Leiharbeit macht krank.
Ökonomische Unsicherheit macht krank.

Gleichzeitig wird das Gesundheitssystem von der neoliberalen Politik zerlegt. Eine vernünftige Gesundheitsversorgung gibt es  nur noch für die Wohlhabenden. Für die Armen wird sie auf ein Minimum beschränkt. Wo dieses "Minimum" denn liegt, wird stets neu definiert.

Wenn der Bedarf so groß ist, die Fragen der Gesundheit und es Gesundheitssystems zu diskutieren, dann gibt es hier den Raum dafür.

Auch für mich ist die Frage unbeantwortet, wie man denn die "Krankheit zur Waffe" macht.
Es muß mehr geben, als den Gelben Schein zu nutzen...



tleary

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #27 am: 06:30:10 Mi. 20.Dezember 2017 »
Zumal der "gelbe Schein" nur ein weiteres Zeichen der Vereinzelung im Kampf des Unterdrückten gegen diesen Kapitalismus ist. Und allzu oft kann man diese "Waffe" auch gar nicht anwenden, will man nicht auf die Mobbingliste des Arbeitgebers kommen.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Rudolf Rocker

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #28 am: 10:39:46 Mi. 20.Dezember 2017 »
Wenn der Arbeitgeber eine Mobbingliste hat, sollte man sich sowieso mal überlegen, ob man in so einer Firma überhaupt arbeiten will!

Kuddel

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Re:Aus der Krankheit eine Waffe machen
« Antwort #29 am: 11:06:03 Mi. 20.Dezember 2017 »
Wenn man sich die Berichterstattung von arbeitsunrecht.de ansieht, kriegt man mit, daß es ein großes Netz von Unternehmen gibt, die ganz gezielt mit Mobbing arbeiten. Und es gibt berüchtigte Kanzleien, die bieten Schulungen für Unternehmen und deren Personaler an, wie man so etwas am besten macht.

Aber in diesem Thread soll es wohl eher darum gehen, wie man seelisches und körperliches Unwohlsein und Krankheit als positive Kräfte nutzen kann.