Autor Thema: Wesser.de , eine Drückerkolonne?  (Gelesen 200014 mal)

Huifu

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #30 am: 18:48:51 Di. 02.Januar 2007 »
Hey,

ich wollte mich auch mal wieder an der Diskussion beteiligen.

Wie ihr vielleicht schon meinen anderen Beiträgen entnehmen konntet, habe ich durchweg positive Erfahrungen mit Wesser gemacht.

Es ist richtig, dass den potentiellen Spendern nicht gesagt wird, dass die Werber nicht von der Organisation direkt, sondern von einer Firma, die im Hintergrund die Organisastion übernimmt, kommen.
Auf direkte Nachfrage antwortet man, dass man vom Landesverband geschickt wurde.

Aber, und das ist das Entscheidende: Die Organisationen haben letztendlich keine bessere Möglichkeit, Spenden zu akquierien. Vergleicht man diese Methode mit eine großen Briefaktion, könnt ihr euch selber ausrechnen, wieviel Kosten durch Entwurf, Druck, Bearbeitung, Adressenverwaltung und Porto zusammenkommen. Der genaue Anteil, den Wesser bekommt, ist schon recht hoch, allerdings entsteht für die Organisationen keinerlei Risiko.
Wesser übernimmt also Anreise, Verpflegung, Unterkunft, Mobilität und Bezahlung der Werber. Im Endeffekt haben die Gruppen dann eine große Menge neuer zahlender Mitglieder, die durchschnittlich 10 Jahre dabei bleiben und sie nichts kosten.

Wenn es hier also um die Sache geht, dass möglichst viel Geld an soziale Organisationen gespendet wird, ist das hoch effektiv.

Zu der Bezahlung der Werber: Ich habe in keinem Fall erlebt, dass jemand nicht bezahlt wird. Zugegebenermaßen macht es keinen Sinn für 2 oder 3 Wochen zu arbeiten. Man verdient zwar Geld durch den wöchentlichen Lohn, aber gerade in der ersten Woche ist man noch am Lernen. Wichtig ist auch eine zusätzliche Prämie, die man erst nach erreichen verschiedener Umsatzzahlen erreicht, die für ein Jahr bis zur Abrechnung addiert werden.
Die genannten 180 € sind der Mindestlohn, den jeder Werber erhält. Nach oben sind wenig Grenzen gesetzt. Und dass die Arbeit nach Leistung bezahlt wird, impliziert ja schon das System: Jeder ist im Gebiet an sich für sich selbst verantwortlich, diejenigen, die richtig ranklotzen verdienen natürlich mehr.

Die Abrechnung lief bei mir korrekt, ich habe über das genannte Internet-System wöchentlich Info über Leistung, Einnahmen und eventuelle Stornierungen abrufen können. Auch die schriftliche Jahresendabrechnung war sehr detailliert.

Retlow

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #31 am: 11:34:37 Fr. 05.Januar 2007 »
Hallo Huifu,

wie Du sicher schon erwartet hast, habe ich natürlich wieder einige Fragen.

Vielleicht sollten wir mal klären ob es sich um Spenden oder um Mitgliederbeiträge handelt. Meiner Meinung nach geht es hier um Mitgliederwerbung. Das bedeutet, dass die geworbenen Mitglieder sich verpflichten den Mitgliederbeitrag zu zahlen. Leider kommt es in der Praxis immer wieder vor, dass die Jahresbeiträge nicht eingezogen werden können, da die Mitglieder umgezogen sind, eine neue Kontoverbindung haben oder das Konto auch keine Deckung aufweist. In diesem Fall wird dem Verein oder der Organisation sogar eine Gebühr von € 3,-- pro Fall berechnet. Sollte die Firma Wesser den Einzug der Mitgliederbeiträge vornehmen, gehen diese Gebühren sicher zu Lasten von Wesser.

Unklar ist mir auch warum bei evtl. Nachfragen der Bürger der Landesverband als Auftraggeber angegeben wird. Neulich hattest Du uns doch erklärt, dass die jeweiligen Ortsverbände die Auftraggeber sind.

Interessant finde ich auch die Aussage, dass die Mitglieder durchschnittlich 10 Jahre der Organisation treu bleiben und Mitgliederbeiträge zahlen. Wie Du uns mitgeteilt hast, bist Du für ca. 3 Monate für die Firma Wesser tätig gewesen. Teil uns doch bitte mit woher Du die Gewissheit hast, dass diese Werbung so effektiv ist.

Vor kurzem habe ich mich mit einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin vom Roten Kreuz unterhalten. Diese hat mir bestätigt, dass es kaum noch neue Mitglieder für diese Organisation gibt. Somit haben wir hier sicherlich zwei verschieden Aussagen.

Es wäre nett, wenn Du uns das Prämiensystem etwas näher erklären könntest. Was bedeutet die Addition der Prämie für ein Jahr. Warst Du mehrmals für Wesser tätig oder nur einmal für drei Monate? Wie warst Du während der Beschäftigung bei Wesser krankenversichert?

Viele Grüße
Retlow

trueman

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #32 am: 13:08:04 Fr. 05.Januar 2007 »
Vor einigen Jahren hatte ich einmal ein bisschen Einblick in das System:

Bei diesen ganzen Drückeraktionen werden keine Spenden gesammelt, sondern Mitglieder geworben.

Bei großen Hilfsorganisationen werden Provisionen von 9 - 10  Monatsbeiträgen gezahlt. Natürlich bekommt der Werber nur einen kleinen Teil davon.

 Die Werber haben meistens Bekleidung, die exakt so aussieht, wie die der beworbenen Organisation. Irgendwelche Agreements darüber, die Kleidung nicht zu benutzen werden schlicht ignoriert.

 Die Werber sind juristisch selbständig, müssen also ein Gewerbe anmelden, obwohl kein Merkmal für ein Gewerbe vorliegt.(Stichwort Scheinselbständigkeit). Das Finanzamt könnte hier auf eine Menge netter Sachen stossen, wenn sie denn suchen.

Dies war mein erster Beitrag, weitere werden folgen

Galenit

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #33 am: 11:57:18 Sa. 06.Januar 2007 »
Zitat
Original von Huifu
Auf direkte Nachfrage antwortet man, dass man vom Landesverband geschickt wurde.
Man lügt die potentiellen Spender also an und sagt nicht, das man von einem Marketingunternehmen kommt, das im Auftrag des Vereins arbeitet.

Zitat
Original von Huifu
Der genaue Anteil, den Wesser bekommt, ist schon recht hoch, allerdings entsteht für die Organisationen keinerlei Risiko.
Du meinst in etwa 100% vom 1., dann 75% vom 2. und letztendlich nochmnal 50% vom 3. gesamten Jahresbeitrag?
Oder wolltest Du schreiben, die Vereine bekommen gerade mal 25% der ersten 3 Jahresbeiträge?

Zitat
Original von Huifu
Wesser übernimmt also Anreise, Verpflegung, Unterkunft, Mobilität und Bezahlung der Werber.
Der ist der beste! Ich bin fast vor lachen vom Stuhl gefallen!
Wesser legt diese Kosten aus und die Drücker dürfen es dann von ihren kümmerlichen Provisionen bezahlen ...

Erzähl mir nichts, ich kenn das Gewerbe, ich kenn die Methoden und vorallem kenn ich die Abrechnungsmodalitäten!  :rolleyes:

Wobei man immernoch bedenken sollte, das es den Mitgliedschaftsdrückern meist besser geht, als den Zeitungsdrückern.
In erster Branche wird vorallem mit psychologischem und finanziellen Druck gearbeitet, in der 2. wird auch gern körperlich Druck ausgeübt, gemeinsam ist beiden, das eine finanzielle und auch oft soziale Abhängigkeit geschaffen wird.
G.S. ehemaliger Bundeskanzler der B(ananen) R(epublik) D(eutschland):
"Was wir machen ist gut, die Menschen verstehen es nur nicht!"

Rene

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #34 am: 10:46:41 Mo. 08.Januar 2007 »
hallo mal wieder....

mir ziehte es hier schon richtig gänsehaut auf, wenn ich den beitrag von huifu lese.

das eigentliche schräge von wesser ist es nämlich, dass man (wie man bei huifu gut sieht) die firma in schutz nimmt, weil man dort eben "gutes" geld machen kann. mir ist das am anfang selbst passiert.
ich hatte keinen plan, dass "überzeugungsarbeit" solche ausmaße annehmen kann.

natürlich übernimmt wesser die kosten von unterkunft, anreise usw.
natürlich ist eine briefaktion sehr teuer.
natürlich bekommt der, der mehr mitglieder schreibt auch mehr kohle.

doch:
schreibst du einen alten menschen nicht (der sich einfach freut, wenn jemand mit ihm spricht) bist du der arsch.
du siehst nicht mehr das menschliche, nur das finanzielle.
ob jemand aus grund der guten sache spendet oder einfach niedergeschwafelt wurde, ist egal. unterm strich muss es passen...

wahnsinnig befriediegend....

dass die leute im durchschnitt 10 jahre dabei bleiben, wird einem von wesser erzählt..... vielleicht weil man sich dann denkt: "is ja doch nicht so schlimm, wenn wesser dann nur in den ersten 4 jahren drinnen hängt"
(was ich übrigends aus 100%ig sicherer quelle habe)

die firma ist verlogen von hinten bis vorne.
und es tut echt weh, wenn jemand mit hirn WIRKLICH sagen kann, dass es in irgendeiner form "gut" ist, was die machen.

es ist eine erfahrung wert, ja.... aber niemals eine verteidigung.
ich verurteile keinen, der für wesser draußen war.
nur find ich die doof, die dann noch meinen, sie hätten im ernst was gutes getan.
wegen der kohle, okay..... das ist ehrlich!

drum aufpassen, nicht seelen verkaufen.
 
noch kurz zu den prämien:
du bekommst als profi den monatsbeitrag.
sprich jahresbeitrag : 12       (120 : 12= 10eruo für dich)

und zu den mitgliedern.... ich habe mit absicht oft einmalige spenden geschrieben, obwohl von wesser ausdrücklich gesagt wird, man soll das nicht tun.

menschen, die einmalig spenden wollen, füllen genauso das formular aus und die adresse kommt der organisation zu.
damit haben die dann auch gleich wieder "potenzielle kunden", was ich besser fand.

jeder noch so starke sollte sich mal bei wesser versuchen, damit er sagen kann, welche art von gehirnwäsche die mit einem machen.....
dann kann man huifus aussagen vielleicht etwas nachvollziehen!

auf ein weiters!

Retlow

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #35 am: 18:55:25 Mo. 08.Januar 2007 »
Hallo Rene,

für mich geht diese Mitgliederwerbung noch ein ganzes Stück weiter. Wir haben hier junge Menschen, die Geld verdienen wollen und müssen.
Sie werden anscheinend in einer Grauzone oder aber auch gesetzwidrig beschäftigt.

Des weiteren haben wir die Firma Wesser, die anscheinend ihre Dienste gut verkauft.

Dann haben wir aber auch die Auftraggeber (DRK, Joanniter, Nabu, Bund und evtl. auch noch mehr). Es wird von den Auftraggebern wohl nicht geprüft wie diese jungen Leute beschäftigt sind. Ob die Werbung nach dem Ehrenkodex erfolgt (ohne entsprechende Bekleidung der jeweiligen Organisation) und wie die jungen Leute sich an  der Hautür verhalten.

Mir ist bisher nicht bekannt ob es neben der Firma Wesser noch weitere Firmen gibt, die derartige Dienstleistungen für gemeinnützige, wohltätige Organisationen anbieten.

Inzwischen habe ich mit sehr vielen über dieses Thema gesprochen.
Das Ergebnis meiner Gespräche ist, dass die Werbung sehr bedrängend ist und manche Werber ausfallend werden. Einmal ist es vorgekommen, dass nicht der vereinbarte Betrag sondern ein höherer Betrag eingezogen wurde.

Bei mir war wohl vor über 10 Jahren einmal ein junger Mann (hatte private Kleidung an) und wollte nach meiner Erinnerung für den NABU werben. Dieser junge Mann wurde nicht ausfallend! Nur nachdem ich gesagt habe, dass ich mir die Mitgliedschaft noch überlegen wollte meinte er: “Das geht nur heute“. Diese Aussage hat mich damals durchaus sehr stutzig gemacht, da ich immer Mitglied werden kann. Heute ist mir klar warum ich diese Antwort bekam.

Die Organisationen, die externe Werber einsetzten, sollten wirklich überlegen ob sie unter diesen Umständen sich noch auf die Begriffe gemeinnützig und wohltätig berufen können. Meiner Meinung nach darf niemand bedrängt oder unhöflich behandelt werden, wenn er nicht bereit ist Mitglied zu werden. Ganz abgesehen davon, wenn Beträge dann auch noch verändert werden.

Hier sind die Verantwortlichen der Organisationen absolut gefragt. Es gibt sehr viele ehrenamtliche Helfer. Deren Arbeit wird meiner Meinung nach durch diese Art der Werbung  absolut erschwert. Niemand wird freiwillig eine Organisation unterstützen, wenn er von deren (Mitarbeitern) denn das sind diese Werber ja, so behandelt wird.


Viele Grüße
Retlow

Huifu

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #36 am: 14:44:09 So. 14.Januar 2007 »
Ich werde hier bestimmt keine noch genaueren Aussagen über Prämiensysteme und Abrechnung machen. Ich habe in den vergangenen Posts ja schon einiges gesagt, zusammenfassend lässt sich sagen, das man gutes und sicheres Geld verdient wenn man arbeitet.

Zitat
Original von Retlow
Vielleicht sollten wir mal klären ob es sich um Spenden oder um Mitgliederbeiträge handelt.

Mitgliederbeiträge. Wie gesagt, gilt für ein Jahr, Stornierungen jederzeit möglich, Höhe frei wählbar ab einer best. Summe.

Zitat
Original von Galenit
Wesser legt diese Kosten aus und die Drücker dürfen es dann von ihren kümmerlichen Provisionen bezahlen ...
Erzähl mir nichts, ich kenn das Gewerbe, ich kenn die Methoden und vorallem kenn ich die Abrechnungsmodalitäten!

Danke für dein Mitleid, aber das ist hier nicht nötig.

Zitat
Original von Galenit
In erster Branche wird vorallem mit psychologischem und finanziellen Druck gearbeitet,[...], gemeinsam ist beiden, das eine finanzielle und auch oft soziale Abhängigkeit geschaffen wird.

Das trifft hier nicht zu. Schau dir einfach an was ich bis jetzt geschrieben habe. Das ist nen Ferienjob, keine Vollzeitbeschäftigung.

Zu den allgemein genannten Zahlen sage ich gar nichts. Das ist Spekulation.


Ich hab ehrlich gesagt auch keine Lust, hier ständig Wesser verteidigen zu müssen. Ihr habt meine Sicht der Dinge gelesen, ich finde einige Argumente von euch auch durchaus begründet und sinnvoll. Auch ist Wesser selber keine gemeinnützige Organisation, das ist auch klar.

Aber dieses ständige Rumgehacke auf irgendwelchen Methoden die ihr zum Teil nicht mal richtig kennt und wo dann auch noch 50% Falschinformation hinzukommt. Man hört ja nur von den schlechten Erfahrungen von Leuten, niemand geht an die Öffentlichkeit und schreit laut rum wie großartig er etwas findet. Das war die Intention für meine Beiträge, wie man die Arbeit moralisch bewertet, liegt bei jedem selber, ich finde sie in Ordnung und dabei bleibe ich auch.

Rene

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #37 am: 12:41:29 Mo. 15.Januar 2007 »
du hast deine meinung mehr als gut begründet und klar gemacht und musst wesser nicht verteidigen. hast schon recht!

ich versteh schon, was du meinst.
ein ferienjob mit besseren verdienstmöglichkeiten.... schon klar!

ich muss nun auch noch klar stellen, dass meine freundin ihr geld nach 3 monaten plötzlich doch sah (nach VIELEN VIELEN VIELEN telefonaten) und der fehler zugegeben wurde...

das war ja eigentlich der grund, warum ich hier mal dampf ablassen wollte und mir die sichtweise "junge, dumme beschäftigen, weil die sich dananch auch nicht beschweren, wenn wir ihnen mal nicht den ausgemachten betrag zahlen".......

und natürlich, weil ich jeden als dumm erachte, der meint, hier etwas "gutes" zu tun.... das muss ich auch noch mal klar stellen!
ich hab stark was gegen schönrederei wie es eben diese firma extremst betreibt.

nichts (überhaupt nichts!!!) gegen dich persönlich

   8)  cool und kritisch bleiben!

ichwardabei

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #38 am: 23:44:07 So. 04.Februar 2007 »
So, da habe ich ja mal wieder etwas interssantes gefunden.
Ich selber habe auch schon für eine Agentur gearbeitet, allerdings nicht wesser, sondern talk2move... ich kann zustimmen, dass es ein schwieriger und voll ansträngender job ist. Aber das es sich für die Vereine und für mich gelohnt hat. Ich habe 210€ fest bekommen jede Woche und habe dann für jeden Förderer eine Prämie bekommen.
Das ausschlaggebende für mich war, als ich auswählen konnte, ob ich bei talk2move oder wesser arbeite, dass talk2move ein höheres Fixum gezahlt hat und ich keine kosten hatte ausser meine rverpflegung.

Ich kann nur sagen, dass ich dem ganzen sehr sehr skeptisch gegenüber stehe. aber, meine schwester hatte es vor jahren auch gemacht. Sie hat zu mir gesagt, dass sie diese Straßenwerbung nicht gut findet, aber dass es eine sinnvolle Möglichkeit ist für den Verein, Spendengelder zu erhalten. Und will irgendjemand behaupten, dass der wwf oder greenpeace nicht wissen, wie es in einer agentur zu geht! Der Verein entscheidet sich doch dafür, solch eine kampagen zu machen und wird somit nicht leer ausgehen! Warum reden immer alls diesen job schlecht??? Weil es harte arbeit ist??? Weil man keine Freizeit hat??? Die Förderer können jederzeit aufhören und das ist doch wichtig! Außerdem muß man es den leuten schon ein bißchen aufquatschen... aber es ist doch auch eine wichtige sache... Umweltschutz, Menschenrechte usw... Dafür kann ich mich doch einsetzen!
Ich weiß, jetzt werden wieder irgendwelche von euch darauf antworten und ganz skeptisch sein und alles scheiße finden... könnt ihr auch gerne... aber überlegt euch auch, dass es hier nur um einen ferienjob geht! Und dass die Vereine mit dieser Werbung einverstanden sind! es meckert ja auch niemand, wenn ich den ganzen Tag Werbung im Fernseher sehe und dadurch zum kaufen animiert werden soll!

Retlow

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #39 am: 09:07:40 Mi. 07.Februar 2007 »
Hallo ichwardabei,

wie ich ja schon einmal angemerkt habe, habe ich nichts gegen professionelle Werbung für Vereine/Organisationen. Das was mich stört ist die Art wie sie vorgenommen wird.

Von der Firma Wesser (und wohl auch von anderen Firmen) bzw. von dem/r auftraggebenden Verein/Organisation werden die Werber mit deren „Dienstkleidung“ ausgestattet. Somit wird der Eindruck erweckt, dass es sich um ehrenamtliche Mitarbeiter handelt.

Des weiteren sind ein Teil der bezahlten Werber bestimmt keine gute Werbung für diese Vereine/Organisationen. Durch diverse Gespräche habe ich erfahren, dass in einem Fall ein höherer Betrag abgebucht wurde als vereinbart war. In mehren anderen Fällen sind die
Werber sehr aufdringlich geworden, teilweise sogar unverschämt.

Ein Teil der Vereine/Organisationen hat einen Ehrenkodex. Laut diesem Kodex dürfen die bezahlten Werber die Dienstkleidung nicht tragen.

Interessant ist sicherlich die Frage wie erfolgreich die Werbung wäre, wenn sie ohne Dienstkleidung erfolgen würde!

Viele Grüße
Retlow

Huifu

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #40 am: 13:21:28 Di. 20.Februar 2007 »
...und die ganze Diskussion geht noch mal von vorne los...





Sorry Retlow, aber mit dir führt man keine Unterhaltungen, sondern rennt gegen eine Mauer von Fremdmeinungen.

Retlow

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« Antwort #41 am: 11:26:57 Mi. 28.Februar 2007 »
Inzwischen habe ich einen Verhaltenskodex zur Mitgliedergewinnung  im Internet gefunden. Nachlesen kann man diesen unter:
http://www.johanniter.de/mmo/pub/186234-WEB.pdf

Zwar haben diesen wohl nur der ASB, das DRK die Johanniter und Malteser unterzeichnet. Gelten sollte er meiner Meinung nach jedoch für jegliche Mitgliederwerbung (egal ob professionell oder nicht).

Viele Grüße
Retlow

MuhKuh

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« Antwort #42 am: 17:07:08 So. 18.März 2007 »
Ich wollt hier mal meinen Senf dazu geben.

Habe auch mal bei Wesser geworben. Für mich hatte es sich finanziell gelohnt und der Spaßfaktor war auch gegeben. Ích habe in 6 Wochen etwa 4000€ verdient, davon gingen aber noch Miete, Auto, Benzin und Lebensmittel weg, was nicht wenig war.

Ich habe Haustürwerbung, laufende Werbung und Standwerbung für eine Umweltschutzsache gemacht und muss dabei sagen, dass mir die Standwerbung am seriösesten vorkam und am meisten Spaß machte. An guten Tagen habe ich 25 Leute geworben. An meinem besten Tag habe ich damit 600 Euro verdient. Es gibt auch Tage wo man niemanden wirbt.

Mit Wesser hatte ich nie wirklich Probleme, die haben immer korrekt und schnell bezahlt aber eine Sache hat mich arg enttäuscht:

Die Leute die man wirbt sollten im Idealfall mindestens 2 Jahre Mitglied bleiben. Im Falle eines Stornos entwischt der Firma das Geld und auch bei der Ausbezahlung wird eine Stornorücklage einbehalten, die dann mit Stornos verrechnet wird. Wenn wenige Mitglieder abgesprungen waren, bekam man nach 2 Jahren noch etwas Geld überwiesen, wenn viele stornieren, muss man an Wesser Kohle zurücküberweisen.

Ich gehörte zu den weniger Glücklichen und durfte eine Summe von rund 500 Euro zwei Jahre später an Wesser zurücküberweisen, was mir ein tiefes Loch in meine Harz 4 Geldtasche riss.

Ich bekam eine Liste aller Stornierungen und musste feststellen, dass auch einige geworbene aus meinem Freundes und Familienkreis angeblich storniert hätten. Ich sprach diese Leute natürlich drauf an und sie sagten mir, dass nie Geld von ihren Konto abgebucht wurde, sie kein Willkommenspaket oder Post, Bestätigung, Aufforderung zur Zahlung oder Sonstiges bekommen hätten.

Ich habe mir also den Arsch aufgerissen und Förderer geworben, die dann nicht einmal informiert oder angeschrieben wurden. Das ist eindeutig ganz schlechte Arbeit von Wesser, die ja angeblich jeden Fall individuell bearbeiten und bei Problemen die jeweiligen Leute anrufen und versuchen sollen sie als Mitglied zu halten.

Aufgrund dieser Sache würde ich die Arbeit nicht weiterempfehlen, denn viele Leute werden auf der Strasse kalt erwischt und unterschreiben vorschnell wenn sie hören, dass sie jederzeit kündigen können. Kaum zu Hause angekommen, storniert jeder zweite. Dazu noch die schlechte Mietgliederbetreuung von Wesser...
Klar am Anfang kommt der Geldsegen, aber ein paar Jahre später hat man den Salat.

  X(

Retlow

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #43 am: 14:28:06 Mo. 19.März 2007 »
Hallo MuhKuh,

mich interessiert noch dein Vertrag mit Wesser. Wie Trueman schon vor einiger Zeit schrieb, sind die Werber juristisch selbständig und müssten also ein Gewerbe anmelden.

War das bei Dir auch so? Wie warst Du während dieser 6 Wochen krankenversichert?

Viele Grüße
Retlow

MuhKuh

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Wesser.de , eine Drückerkolonne?
« Antwort #44 am: 17:30:53 Mi. 21.März 2007 »
Hi Retlow,

ich habe mich nicht separat krankenversichert, habe auch kein Gewerbe angemeldet. Die meisten aus meiner Gruppe haben das nicht gemacht. Auch hat man als Student einen Freibetrag von ca. 7000€ im Jahr. Wenn man unter diesem Betrag liegt muss man nichts versteuern soweit ich weiß. (ich weiß nicht wie die Gesetzeslage da heute ist) Wenn ich über diesen Betrag gekommen wäre, hätte ich mich schon um den ganzen Kram gekümmert, aber so, war es nur zusätzlicher Aufwand, den ich vermeiden wollte.
Gruß,
Muhkuh