Autor Thema: Heimkinder....  (Gelesen 1044661 mal)

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14020
  • Fischkopp
Re: Heimkinder....
« Antwort #1410 am: 18:38:44 Mi. 28.August 2019 »
Zitat
Zu Arbeit bei Bauern gezwungen: Deutsche sollen Heimkinder misshandelt haben

In einem von Deutschen betriebenen Heim in Rumänien sollen Jugendliche misshandelt worden sein. Die Heimkinder mussten offenbar schwere Qualen erleiden.
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Panorama/Zu-Arbeit-bei-Bauern-gezwungen-Deutsche-sollen-Heimkinder-misshandelt-haben

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.
« Antwort #1411 am: 05:22:47 Do. 07.November 2019 »
.
Die diesbezügliche Studie ( „Promotion“ ), der Krefelder Pharmazeutin Sylvia Wagner, "Arzneimittelstudien an Heimkindern", ist abgeschlossen und steht jetzt in ihrer vollen Länge und Vollständigkeit jedem Interessenten zur Verfügung

@
https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-54600/Diss%20Sylvia%20Wagner-1.pdf (Länge: ingesamt 226 Seiten) :


[ Erstveröffentlichung im Internet: 14. Oktober 2019 ]

Zitat
.
[ AUF DEN SEITEN EINS BIS VIER ( 1 - 4 ) : ]

Arzneimittelprüfungen an Heimkindern von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Neuroleptika sowie am Beispiel der Rotenburger Anstalten der Inneren Mission

Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.)

der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

vorgelegt von Sylvia Wagner aus Essen

Düsseldorf, März 2019

aus dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Gedruckt mit Genehmigung der
Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Berichterstatter:
1. Herr Prof. Dr. Heiner Fangerau
2. Herr Prof. Dr. Frank Leimkugel

Tag der mündlichen Prüfung: Oktober 2019



Für Wolfgang und alle …


Danksagung

Für die vertrauensvolle Unterstützung und Betreuung dieser Arbeit danke ich Prof. Heiner Fangerau. Gleichermaßen gilt mein Dank meinem Co-Betreuer Prof. Frank Leimkugel. Den Rotenburger Werken, hier vor allem den GeschäftsführerInnen Jutta Wendland-Park und Thorsten Tillner danke ich für ihr Vertrauen und ihre uneingeschränkte Offenheit. Rüdiger Wollschläger war stets bereit, meine Fragen zu beantworten und unterstützte meine Recherchen in den Rotenburger Werken in jeder Weise. Die Zusammenarbeit mit Prof. Hans-Walter Schmuhl, Dr. Karsten Wilke und Dr. Ulrike Winkler an dem Projekt der Rotenburger Werke bedeutete für mich nicht nur eine wertvolle wissenschaftliche Unterstützung. Die Zusammenarbeit hat einfach viel Freude gemacht.

Besonders zu Dank verpflichtet bin ich Frau Dr. Sabine Bernschneider-Reif, die als Leiterin des Unternehmensarchivs der Merck KGaA die Aufarbeitung von Beginn an durch die Gewährung des Zugangs zu dem äußerst umfangreichen Unternehmensarchiv unterstützt hat. Ebenso möchte ich mich bei Thore Grimm vom Schering Archiv und Hans-Hermann Pogarell vom Bayer-Unternehmensarchiv für ihre Unterstützung bedanken.

Prof. Hanfried Helmchen hat als Zeitzeuge wichtige Einblicke in das ärztliche Verständnis der damaligen Zeit gegeben. Journalisten des NDR Schleswig-Holstein, v. a. Eike Lüthje, Julia Schumacher und Stefan Eilts sind durch eigene Recherchen auf einige Untersuchungen zu Arzneimitteln in Schleswig-Hesterberg gestoßen und haben mir ihr Material freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Für die sehr gute Kooperation in Bezug auf das Franz Sales Haus danke ich Uwe Kaminsky, Katharina Klöcker und Julia van der Linde.

Besonderer Dank gilt Burkhard Wiebel, ohne den ich diese Arbeit niemals angefangen hätte. Seine Motivationskünste sind mir bis heute ein Rätsel, aber es hilft! Schließlich gebührt mein Dank den ehemaligen Heimkindern. Sie haben mich durch ihre Berichte auf das Thema aufmerksam gemacht. Nur durch ihre Hartnäckigkeit, das Thema nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, konnte eine Aufarbeitung beginnen. Frau W. und viele andere Betroffenen stellten mir ihre Dokumente aus der Heimzeit zur Verfügung. Ich hoffe, dass ich ihrem Vertrauensbeweis mit dieser Arbeit entsprochen habe.

.

.
#endlichEntschaedigung
#Schadensersatz
#compensationnow
#AlmosenNeinDanke
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Medikamententests an Heimkindern in WESTDEUTSCHLAND.
« Antwort #1412 am: 02:48:41 Di. 12.November 2019 »
.
Kurzhinweis! : Promotion : Dr. rer. nat. Sylvia Wagner : "Arzneimittelprüfungen an Heimkindern von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland" : (14.10.2019) https://docserv.uni-duesseldorf.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-54600/Diss%20Sylvia%20Wagner-1.pdf


#endlichEntschaedigung
#Schadensersatz
#compensationnow
#AlmosenNeinDanke


BITTE ÜBERALL WEITERSAGEN
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Kuddel

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 14020
  • Fischkopp
Re: Heimkinder....
« Antwort #1413 am: 17:43:47 So. 17.November 2019 »
Zitat
Jugendheim in Brandenburg
In der pädagogischen Einöde

Erinnerung an DDR-Werkhöfe: Erneut gibt es Hinweise auf ein Heim, in dem Kinder und Jugendliche offenar nach überholten Methoden gedrillt werden.
https://taz.de/Jugendheim-in-Brandenburg/!5638451/

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Anstalt Aumühle-Wixhausen. - Wer kann was zu Tage fördern?
« Antwort #1414 am: 06:55:01 Mo. 25.November 2019 »
.
Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

Nach einer intensiven meinerseitigen GOOGLE-SUCHE mit folgendem Suchstrang: "Wixhausen"+"Aumühle"+"Anstalt"+"Jugendliche"

Im Internet – vom historischen Blickpunkt gesehen – ist nichts wirklich Zusammenhängendes zu dieser mindestens 150 Jahre lang bestehenden evangelischen Einrichtung zu finden.

Kein ehemaliger Insasse dieser Einrichtung – ehemaliges Heimkind – hat sich bisher ( sagen wir mal seit dem Jahr 2003 ) irgendwo im Internet dazu geäussert und erzählt wie es ihm dort ergangen ist !

Was da nicht noch alles zu Tage gefördert werden würde ??

Aus Fragmenten hier und dort im Internet nur dies von Interesse --- Begriffe und Beschreibungen:

»„Wäscherei in der BehinderteneinrichtungAumühle“ in Darmstadt-Wixhausen“, „
Innere Mission Hessischer Landesverein Behinderteneinrichtung Aumühle“, „Darmstadt-Wixhausen, HESSEN. 1980 wird die seinerzeitigeAumühle“, die seit der Jahrhunderwende ein Heim für schwererziehbare Jugendliche beherbergte, abgerissen, bzw. „umgebaut“ und seither als eine große Behinderteneinrichtung mit Werkstätten und einer Großwäscherei genutzt.“«

»„Darmstadt-Wixhausen - Wixhausen hat 6500 Einwohner“«

»„Besichtigung der Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen“ ... „[ging] das hessische Justizministerium die Frage des Jugendgerichts nach“«

»das JugendheimAumühlein Wixhausen«

»AumühleErziehungsanstalt für schulentlassen BurschenWixhausen«

[frühen 1970er Jahre] »das JugendheimAumühlein Wixhausen, eine geschlossene Einrichtung«


»Aumühle Wixhausen Ansichtskarte von 1926« @ https://www.akpool.de/ansichtskarten/25534331-ansichtskarte-postkarte-wixhausen-darmstadt-in-hessen-erziehungsanstalt-und-lehrlingsheim-1899-bis-1924

Offizielles Archivfoto: »1910Wixhausen, Erziehungsanstalt 'Aumühle' / Außenansicht« @ https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v1013589

Beschlagwortet mit TAGS/LABELS: BRD, Bundesrepublik Deutschland, Westdeutschland, Anstalt, Erziehungsanstalt, Erziehungsanstalt Aumühle, Aumühle, Aumühle bei Wixhausen, Wixhausen, Wixhausen Darmstadt, Wixhausen-Darmstadt, Darmstadt Wixhausen, Darmstadt-Wixhausen, Heim, Jugendheim, schwererziebare, schwererziehbare Jugendliche, Jugendliche, Erziehungsanstalt, Aumühle bei Wixhausen Darmstadt, schwererziehbare Jugendliche, schulentlasse Burschen, schulentlassene, Burschen, geschlossene Einrichtung, geschlossene, Einrichtung, Anstalt Aumühle-Wixhausen, Anstalt Aumühle, Aumühle-Wixhausen, Jugendlichen, evangelischen Einrichtung, Insasse, Insasse dieser Einrichtung, ehemaliges Heimkind, Heimkind, Heimkinder, Wäscherei, Behinderteneinrichtung, Behinderteneinrichtung Darmstadt, Aumühle Darmstadt-Wixhausen, Aumühle Wixhausen-Darmstadt, Innere Mission, damalige Aumühle, seinerzeitige Aumühle, Darmstadt-Wixhausen HESSEN, Behinderteneinrichtung mit Werkstätten, Großwäscherei, hessische Justizministerium, Jugendheim Aumühle, Jugendheim Aumühle in Wixhausen, frühen 1970er Jahre, Jugendheim Aumühle in Wixhausen, Mission Leben gGmbH, Mission Leben gGmbH in Darmstadt, zu Tage fördern,

.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Anstalt Aumühle-Wixhausen. - Wer kann was zu Tage fördern?
« Antwort #1415 am: 00:29:40 Di. 26.November 2019 »
.
Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

ARCHIVE.ORG @ https://archive.org/stream/jahrbuchderschw04unkngoog/jahrbuchderschw04unkngoog_djvu.txt ( dort weit runter scrollen ! ) :

Zitat
.
[ in einem dortigen Abschnitt nummeriert 334 ) : ]
„der Hausvater der ErziehungsanstaltAumühlezu Wixhausen (Anstalt für evangelische, schulentlassene, männliche Zöglinge)“

[334] Montag, 30. April; Fahrt nach Wixhausen (bei Darmstadt). Besichtigung der
Erziehungsanstalt Ohlystift in Gräfenhausen. Vortrag von Pfarrer Zimmermann: Die Unterbringung von Zwangszöglingen ausserhalb der Anstalt. Besichtigung der Erziehungsanstalt Aumühle unter Führung von Hausvater Herrmann.

Dienstag, 1. Mai, vormittags: Vortrag von Fräulein B. Pappenheim:
Fürsorge für die gefährdete weibliche Jugend. Nachmittags: Fahrt nach Hofheim. Besichtigung des katholischen Magdalenenheims im Kloster Zum Guten Hirten" in Marxheim.

.

Zitat
.
[ in dortigen Abschnitten nummeriert 443 und 444 ) : ]
[443] Last, falls nicht durch Beschluss des Kreistags die fraglichen Kosten ganz oder zum Teile als Kosten des Kreises auf die Kreiskasse übernommen werden. Jedoch werden der betreffenden öffentlichen Kasse die Kosten des eigentlichen Unterhalts und der Erziehung, sowie der etwa notwendig werdenden Fürsorge bei der Beendigung der Unterbringung zur Hälfte aus Staatsmitteln ersetzt. Ist das Kind landarm und hat das Kind oder haben seine Eltern keinen ständigen Aufenthalt im Grossherzogtum, so können die bezeichneten Kosten, falls das Kind die hessische Staatsangehörigkeit besitzt, ganz aus Staatsmitteln ersetzt werden. (Art. 8, Alinea 1 und 3).

Die beiden Erziehungsanstalten
Ohlystift und Aumühle, denen wir einen Besuch abstatteten, haben verschiedenartigen Charakter. Die erstere ist eine Erziehungsanstalt für sittlich mehr oder minder verwahrloste Knaben und Mädchen im schulpflichtigen Alter, während die letztere eine Zwangserziehungsanstalt für Knaben im nachschulpflichtigen Alter ist.

Die Anstalt Ohlystift wurde von einem Darmstadter Wohltäter im Jahre 1888 als konfessionslose Anstalt gegründet. Sie zählt 80 Zöglinge. Neben der Schule werden die Knaben hauptsächlich in der Landwirtschaft beschäftigt; doch ist auch eine Schneiderei und eine Schusterei für den Bedarf der Anstalt da. Die Mädchen sind im Haushalt tätig und verfertigen die Leibwäsche für die Anstaltsinsassen. Die Anstalt verfügt über lichte, sonnige Schul-, Wohn- und Schlafräume, und das Aussehen der Kinder lässt auf eine gute Verpflegung schliessen.

Die Anstalt Aumühle, gegründet 1898, macht mehr den Eindruck einer Vorstufe des Gefängnisses. Die Mehrzahl der Insassen, deren Zahl sich zurzeit auf 45 - 50 beläuft, ist irgend auf die Verbrecherlaufbahn geraten; die Einweisung erfolgte durch die Gerichte. Einzelne haben auch bereits 6 - 8 Monate Gefängnis hinter sich, meist wegen Diebstahl oder Unterschlagung. Die Anstalt ist ganz für sich abgeschlossen; doch befinden sich grössere, der Landwirtschaft dienende Ländereien ausserhalb der Gebäudeanlage. Ursprünglich war die Anstalt als landwirtschaftliche Anstalt gedacht; mit der landwirtschaftlichen Betätigung kam man aber nicht aus, da man zur Überzeugung gelangte, dass man bei gewissen Fällen auf Internierung halten müsse. So werden die Knaben denn gruppenweise neben der Landwirtschaft und Gärtnerei intern in der Schuhmacherei, Buchbinderei, Schneiderei, Mühlerei beschäftigt; sie besorgen auch die Wäsche selbst. Die Arbeitsgruppen stehen unter ständiger Aufsicht von Gehilfen. Die Knaben werden nach ihrem Verhalten in drei Familien (Gruppen) eingeteilt, die mit A, B, C bezeichnet werden.

In der Familie A sind die schwierigsten Elemente, die denn auch die [444] strengste Aufsicht erfordern, während die Familie C die Zöglinge umfasst die durch ihr gutes Betragen sich einige Vergünstigungen gesichert haben und auch vornehmlich mit den Arbeiten ausserhalb der Anstaltsgebäude in den Gärten und der Landwirtschaft beschäftigt werden.

Unter den in die Anstalt eingewiesenen Knaben befinden sich schon dem Gesichtsausdrucke nach recht schwierige Elemente, eigentliche Verbrechertypen, von denen man wünschte, dass die Menschheit für immer von ihnen verschont sein möchte. Viele kommen in die Anstalt, ohne vorher beruflich etwas gelernt zu haben. Die Anstalt will durch geregelte Arbeit erzieherisch auf die Zöglinge einwirken. Aber scliwierig ist es, wie Hausvater Herrmann mitteilte nachher die Knaben bei geeigneten Meistern unterzubringen. Als erzieherisch verfehlt bezeichnet er es, wenn im Lehrlingszeugnis irgend ein Vermerk betreffend den Aufenthalt in einer Zwangserziehungsanstalt steht; eine Lehrzeit in der Anstalt sollte vielmehr ohne weitern Vermerk als Berufslehre anerkannt werden, wie wenn sie bei einem Meister erfolgt wäre. Hinsichtlich der Erziehungserfolge, die die Anstalt erzielt, drückte sich Hr. Herrmann dahin aus, dass die Prozentzahl der Gebesserten wesentlich reduziert werden müsse gegenüber frühem Annahmen. Die Knaben seien schon zu sehr auf Abwege geraten wenn sie in die Anstalt eintreten, als dass eine Korrektur ohne große Schwierigkeiten möglich wäre; besser wäre es, man wäre früher schon eingeschritten, bevor sittliche Verwahrlosung zum eigentlichen Vergehen oder Verbrechen ausgereift gewesen.

7. Die Unterbringung von Zwangszöglingen ausserhalb der Anstalt

Pfarrer Zimmermann-Wixhausen, der über dieses Thema referierte, steht mitten im Erziehungswerke der Zwangserziehungszöglinge. Er ist durch seine reiche Erfahrung zu der Anschauung gelangt, dass die Anstaltserziehung nur im Notfalle eintreten sollte, nur bei ganz schwierigen Fällen und wo dem Einfluss der Eltern nicht anders zu begegnen ist. Dann aber sollten nur kleinere Anstalten mit einer beschränkten Zahl von Kindern eingerichtet werden; denn nur so kann das erzieherische Moment gewahrt werden, während bei grossen Anstalten ein gewisser maschineller Betrieb eintritt und die individuelle Behandlung des einzelnen Zöglings unmöglich wird. Dann ist es auch sehr schwierig für eine große Anstalt ein geeignetes Hilfspersonal zu finden.

.

WIKIPEDIA @ https://de.wikipedia.org/wiki/Aum%C3%BChle_(Darmstadt) :
re Aumühle-Wixhausen (Darmstadt)Im Jahr 1976 schloss die
Innere Mission die Einrichtung für Jugendliche.
( Diese Seite wurde zuletzt am 29. Dezember 2018 um 23:28 Uhr bearbeitet. )


WIXHAUSEN.DE https://www.wixhausen.de/index.php/geschichte :


Zitat
.
„Zwei der drei Mühlen, die sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lassen, werden abgerissen: 1978 die Kuchenmühle (Gärtnersmühle), 1980 die Aumühle, in der seit der Jahrhundertwende ein Heim für schwererziehbare Jugendliche untergebracht ist. Sie wird zu einer großen Behinderteneinrichtung umgebaut mit Werkstätten, einer Gärtnerei und Wohnheimen.
.

Der heutige Träger Mission Leben gGmbH und ihre 78-seitige "Jubiläumsbroschüre" :
https://www.mission-leben.de/fileadmin/redaktion/public/pdf/Jahresberichte/Bildband_Jubilaeum.pdf ( Siehe, insbesondere die Seiten 10 bis 25 dieser 78-seitigen Broschüre, auch mit so einigen – vielfach nichtssagenden – Schwarz-Weiß Fotos ). Mission Leben ist Nachfolgerin der Inneren Mission Darmstadt von 1849 und Mitglied im Verbund der Diakonie. Sie ist der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zugeordnet.


Die drei Nachkriegsjahrzehnte 1945 bis 1975 der Existenz der Fürsorgeerziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt), werden, und was über diesen Zeitraum darin so vor sich ging, wird, in ihrer 78-seitigen "Jubiläumsbroschüre" völlig ausgeklammert !!!
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Anstalt Aumühle-Wixhausen. - Wer kann was zu Tage fördern?
« Antwort #1416 am: 01:35:52 Mi. 27.November 2019 »
.
.
Erziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt) --- ein Heim für schwererziehbare Jugendliche --- Erziehungsanstalt für schulentlasse Burschen --- eine geschlossene Einrichtung.

Nach einer intensiven meinerseitigen GOOGLE-SUCHE mit folgendem Suchstrang: "Wixhausen"+"Aumühle"+"Anstalt"+"Jugendliche"

Im Internet – vom historischen Blickpunkt gesehen – ist nichts wirklich Zusammenhängendes zu dieser mindestens 150 Jahre lang bestehenden evangelischen Einrichtung zu finden.

Kein ehemaliger Insasse dieser Einrichtung – ehemaliges Heimkind – hat sich bisher ( sagen wir mal seit dem Jahr 2003 ) irgendwo im Internet dazu geäussert und erzählt wie es ihm dort ergangen ist !

Was da nicht noch alles zu Tage gefördert werden würde ??

[ ……… ]

.

Aus dem CHEFDUZEN.DE-Forum :

Boardnutzer
Abraxas :

Antwort #116 am: Mi. 22. Juli 2009, um 19:17:26 Uhr :
@
https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,10331.msg174724.html#msg174724 :


Zitat
.
Aumühlsong Wixhausen 1973 :

Willst du mal die Aumühl sehen - faria faria ho
Musst du auf das Jugendamt gehen - faria...
Dort bekommst du dann einen Schein für das Landes Verbrecherheim - faria…
Bist du dan dort angekommen - faria...
Kriegst du alles abgenommen - faria…
kommst du in den Speisesaal, Eintopf gab es fast jedes mal.

Über dem Schreibtisch des Heimleiters einem Lumpen vor dem Herrn war ein Schild mit der Inschrift :

"Willst du das wir, Stein
dich in das Haus mit baun
lass es dier gefallen Stein
daß wir dich behaun"

.

Boardnutzer Abraxas war anscheinend die letzten zwei Male im CHEFDUZEN.DE-Forum am Mittwoch, 27. Oktober 2010 ( https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,12013.msg216877.html#msg216877 ) und noch einmal am Samstag, 6. November 2010 ( https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,12013.msg217444.html#msg21744 )
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Anstalt Aumühle-Wixhausen. - Wer kann was zu Tage fördern?
« Antwort #1417 am: 10:29:20 Do. 28.November 2019 »
.
Ich zitiere diese weiteren Quellen für nichts anderes als zu beweisen, dass es in Nachkriegsjahrezehnten – 1945 bis 1975 – diese evangelische geschlossene Erziehungsanstalt für Jungen in der Aumühle in Wixhausen (Darmstadt) gab, damit niemand daherkommen kann um zu behaupten, dass dies nicht den Tatsachen entspricht. ----- Das meinerseitige Ansprechen dieses jetzigen Themas dient einzig und allein diesem Zweck !

QUELLE: SEITE 145 @ https://dfg-vk-darmstadt.de/Lexikon_Auflage_1/Von_Adelung_bis_Zwangsarbeit_Auflage1.pdf :

Zitat
.
Schenck - Bei der Firma Carl Schenck arbeiteten zwischen 1941 und 1945 ca. 200 Zwangsarbeiter aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Italien und der Sowjetunion. Sie waren in Lagern in der Heidelberger Straße, der Landwehrstraße, der Kahlertstraße, der Aumühle (Wixhausen) und der Bessunger Turnhalle untergebracht. Nähere Informationen sind nicht bekannt. Die Firma Schenck erklärte auf schriftliche Anfrage, keinerlei Unterlagen mehr aus dieser Zeit zu besitzen.
Im Zusammenhang mit unzulässigen Lieferungen von kriegstauglichem Material in Spannungsgebiete wurde bei der
Firma Schenck nach Ausbruch des Golfkrieges (1991) durch die Staatsanwaltschaft umfangreiches Material sichergestellt. Da kein eindeutiger Nachweis geführt werden konnte, wurde keine Anklage erhoben. Daß die Firma Rüstungsgüter produziert, steht außer Frage (z. B. Kreisel zur Steuerung von Raketen, Auswuchtmaschinen).

.

QUELLE: https://www.kriminalpolizei.de/ausgaben/2008/september/detailansicht-september/artikel/vermeidbare-verbrechen.html :

Zitat
.
[ ein Jugendlicher ] 1967 fällt er erstmals beim Klauen auf. In der Schule hat er lange Finger gemacht. Derartige Vorfälle häufen sich. Immer wieder greift er ungeniert zu, auch außerhalb der Schule. Seinen Eltern wird es schließlich zuviel. Oswald wird 1969 im protestantischen Waisenhaus in Pirmasens untergebracht. Auch hier geht er in die Sonderschule. Nach der 9. Klasse wird er geschasst – ohne Abschluss. „Faul“ und „renitent“ sei er, aus „schulischer Sicht zu dumm“, wird den Eltern mitgeteilt.
Nach seiner Entlassung beginnt er zunächst eine Lehre als Heizungsmonteur, dann als Tankwart. Ihm wird jeweils nach wenigen Monaten gekündigt. Er hat die
Ausbildungshilfe, die er im Heim abliefern sollte, unterschlagen und Kunden bestohlen. Auch im Waisenhaus in Pirmasens findet er sich nicht zurecht. Er reißt aus, wird wieder eingefangen, stiehlt sich abermals davon und so weiter. Oswald gilt als „unbelehrbar“ und „untragbar“, man steckt ihn in das Jugendheim „Aumühle“ in Wixhausen, eine geschlossene Einrichtung. Nachdem er auch dort wiederholt entweicht, wird er im September 1971 zurück in die Obhut der Familie gegeben.

.

.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Anstalt Aumühle-Wixhausen. - Wer kann was zu Tage fördern?
« Antwort #1418 am: 06:10:08 Sa. 30.November 2019 »
.
NETZFUND - Ein weiterer Beleg für die damalige Existenz der Erziehungseinrichtung "Jugendhof Aumühle" Wixhausen (Darmstadt) @ https://www.ahnen-spuren.de/Members/inge4013/ostpreussische-nachrichten/ostpreussenblatt/ostpreussenblatt-1958/ostpreussenblatt-folge-12-vom-22.03.1958 :

Und auch zu finden auf SEITE 8 im Das Ostpreußenblatt @
http://archiv.preussische-allgemeine.de/1958/1958_03_22_12.pdf :


Zitat
.
Seite 8 - Familienanzeigen

Die glückliche Geburt unseres dritten Kindes, Frank Rainer, zeigen wir an in dankbarer Freude.
Bruno Gailus, Erzieher und Ilse Gailus, geb. Krämer. Wixhausen, Kreis Darmstadt, den 7. März 1958, Jugendhof Aumühle. Früher Stenken, Kreis Labiau, Ostpreußen.

.

.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Anstalt Aumühle-Wixhausen. - Wer kann was zu Tage fördern?
« Antwort #1419 am: 05:09:28 So. 01.Dezember 2019 »
.
Dieser Teil dieses Threads bezieht sich nicht auf die heutige Behinderteneinrichtung in Wixhausen (Darmstadt) betrieben von Mission Leben gGmbH !!! [ Dieser Internetauftritt trifft also nicht zu https://www.mission-leben.de/menschen-mit-behinderung/aumuehle-darmstadt-wixhausen/ !!! ]

Dieser Teil dieses Threads bezieht sich auf die in den drei Nachkriegsjahrzehnten 1945 bis 1975 bestehende "Fürsorgeerziehungsanstalt Aumühle bei Wixhausen (Darmstadt)" !!!

Zum Vergleich orientiere man sich also bitte an der evangelisch-lutherischen Anstalt Freisatt im Wietingsmoor ( Siehe »DIAKONIE - Fürsorgehölle ANSTALT FREISTATT im Wietingsmoor.« @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=4&t=6 (bisher insgesamt 144 Beiträge zu diesem Thema) ) und an dem diesbezüglichen SPIELFILM "FREISTATT" ( Siehe »Ein SPIELFILM über die Erziehungseinrichtung "FREISTATT"« @ http://www.ehemalige-heimkinder-tatsachen.com/viewtopic.php?f=4&t=20 (bisher insgesamt 68 Beiträge zu diesem Thema) ) !!!
.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

Martin Mitchell

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1580
Anstalt Aumühle-Wixhausen. - Wer kann was zu Tage fördern?
« Antwort #1420 am: 02:12:31 Mo. 02.Dezember 2019 »
.
Zitat
.
Diakonie Deutschland
Perspektiven.
Für Alle

Strategie
der Diakonie
Deutschland
2020


[ QUELLE: https://www.diakonie.de/fileadmin/user_upload/Diakonie/PDFs/Ueber_Uns_PDF/Dokumentation-Strategieprozess_END.pdf ( dieses PDF-Dokument umfasst insgesamt 88 Seiten ) ] :

[ AUF SEITE 67 EINFACH NUR DIESE NOTIZ ] :


Einrichtungsgründung:

[ ……… ]

Erziehungsanstalt „Aumühle“ in Darmstadt‐Wixhausen (1885)

[ in Zusammenhang mit dem Hessischen Landesverein für Innere Mission ]

.

QUELLE: TAZ ARCHIV @ https://taz.de/!1731312/ ( 21.02.1991 ) :

Zitat
.
Eine Geschichte von Henry Förster [ über das Erziehungsheim "Aumühle" bei Wixhausen (Darmstadt) ]

[ relevante Auszüge ]

Als ich vierzehn Jahre alt war, lebte ich in einem hessischen Erziehungsheim. Ein paar Monate vorher war ich aus meiner Geburtsstadt Berlin und der mir vertrauten Umgebung herausgerissen worden, weil es zuhause und in der Schule Probleme gab. Ich sollte in diesem hessischen Heimumerzogenwerden.

[ ……… ]

Die Zustände in dem Heim waren mir von Anfang an unerträglich. Aber ich war in einer geschlossenen Abteilung und außerdem weit weg von Berlin, wo ich Freunde hatte, wo ich gewußt hätte, wo ich mich verstecken könnte, wenn ich mal abhauen wollte. Aber dieses Heim lag für mich am Arsch der Welt. Für mich war Westdeutschland wie Ausland. Dabei lag das Heim zwischen Frankfurt und Darmstadt, in einem Kaff, das sich bezeichnenderweise Wixhausen nannte. Das Heim selbst hießAumühle“. Au, Au, Au — nein, mein Unglück läßt sich auch jetzt nicht beschreiben: Wixmühle! Für mich war das Kaff so fern von Berlin wie der Nordpohl.

.

.
Not only must justice be done; it must also be seen to be done.
Recht muss nicht nur gesprochen werden, es muss auch wahrnehmbar sein, dass Recht gesprochen wird.
IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND GESCHIEHT VIELFACH BEIDES NICHT.

dejavu

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1033
Re: Heimkinder....
« Antwort #1421 am: 10:06:32 Mo. 02.Dezember 2019 »
Die Diakonie fällt ja immer wieder besonders negativ auf. Ich bin aus der Kirche ausgetreten. Mich würde ja auch mal interessieren, was die Unterbringung in solchen Heimen kostete, in den 70ern.
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Onkel Tom

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4171
Re: Heimkinder....
« Antwort #1422 am: 14:41:34 Mo. 02.Dezember 2019 »
Die Unterbringungskosten waren gegenüber anfallender Kosten bei Familien betrachtet
relativ hoch. Nonnen kosteten außer Kost und Logie frei fast nix.

Erziehungswesen wurde durchschnittlich (mehr wie heute) bezahlt und Bereicherung
fand in der Leitetage statt. 1980 hat ein Heimleiter ca. 5-7 Tausend DM verdient.

Die Kosten vareieren, je nach Art der Unterbringung und wer das Heim betreibt.

Wenn ich so meine Vaterschaftsunterlagen durch sehe, kostete ein Kinderheimplatz
für unter 14 Jährige in den 70zigern ca. 90-120 DM,, ab 15 jahren in den
Landesjugendheimen ca. 160 DM. (Preise betreffen offene Heime / Erziehungsanstallten)

Rekordhalter (1981) war eine geschlossene mit 12 Jugendlichen auf ca 70 Quadratmetern,
Restefraß inklusive Avitaminose bei der Caritas (Ludwig-Wolker-Heim in Essen) mit 210 DM.
Bei Heimen mit Gitter vor den Fenstern und Unterbringung laut Gerichtsbeschluss wegen
angeblicher "Verwahrlosungsgefahr" klingelten Heimkassen besonders gut. Miese Versorgung
zu Wucher-Tagessätzen.  Zu dem Preis hätte man im Luxushotel wohnen können.

Preisangabe ist pro Tag und Zögling.. Anbei gingen die Einnahmen durch Zwangsarbeit auch
in die Heimkasse.. Kinder- Jugendheime waren ein profitables Geschäft.
Unterhaltskosten wurden soweit wie möglich durch Allimennte der Eltern eingetrieben und der
Rest wurde vom Jugendamt beziehungsweise von den Landschaftsverbänden finanziert.
Und die wiederum vom Sozialetat..

Das Heim-Finanzierungswesen kann man heute gut mit dem Verwaltungswesen der BA,
Jobcentren und Erwerbslosenindustrie vergleichen.. Mitarbeiter sind sich anbei selbstsozial..

Es hat sich m.E. von der Relativität bemessen kaum was geändert. Erzieher machen
die Arbeit und die Leitung frisst sich ein dicken Arsch an..
Lass Dich nicht verhartzen !

dejavu

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1033
Re: Heimkinder....
« Antwort #1423 am: 16:22:03 Mo. 02.Dezember 2019 »
Danke Tom!
Internate waren billiger, ab ca. 1500 DM/Monat. Da waren die Schulkosten bereits drin.
Beispiel Schloss Salem:Wieso krieg ich hier das Bild nicht rein...?

Zitat
Im Schuljahr 1978/1979 kostete ein Schüler, je nach Zahlungsgruppe, zwischen 16.500 und 21.300 DM.
Zitat
Salem ist ein staatlich anerkanntes Gymnasium, an dem sowohl das deutsche Abitur (Allgemeine Hochschulreife nach baden-württembergischem Recht) als auch in englischer Sprache das International Baccalaureate (IB) abgelegt werden kann. Ein speziell in Salem entwickelter englischsprachiger Schulzweig führt ab Klasse 8 auf das IB hin.
In Internaten gab es dann und wann auch unschöne Ereignisse,(Odenwaldschule).
Zitat
Rekordhalter (1981) war eine geschlossene mit 12 Jugendlichen auf ca 70 Quadratmetern,
Restefraß inklusive Avitaminose bei der Caritas (Ludwig-Wolker-Heim in Essen) mit 210 DM. ...
Preisangabe ist pro Tag und Zögling..
Schwerstkriminalität, hier ist das Wort vom Christenschwein nicht fehl am Platz. Die Diakonie gehört anscheinend zu den Intensivtätern... .
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

Onkel Tom

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4171
Re: Heimkinder....
« Antwort #1424 am: 17:38:04 Mo. 02.Dezember 2019 »
...
Zitat
Rekordhalter (1981) war eine geschlossene mit 12 Jugendlichen auf ca 70 Quadratmetern,
Restefraß inklusive Avitaminose bei der Caritas (Ludwig-Wolker-Heim in Essen) mit 210 DM. ...
Preisangabe ist pro Tag und Zögling..
Schwerstkriminalität, hier ist das Wort vom Christenschwein nicht fehl am Platz. Die Diakonie gehört anscheinend zu den Intensivtätern... .

Klaro, solch Erfahrungen vergisst man nicht..

Aus diesem Ludwig Wolker Heim, von Zöglingen auch Luwo-Essen genannt, habe ich mich
freisägen müssen und fand dann Unterschlupf beim SSK.. Dort musste ich erstmal wegen
vereiterte Fußknöchel behandelt werden (Akute Mangelerscheinungen). Später haben wir
weiter gegen dieses Heim recherchiert und konnten diese Abteilung A1 den Garaus machen.

Zwichenzeitlich machte ich dort den Maulwurf und wie ich verbrannte schreckte man auch vor
Morddrohungen nicht zurück.. Ca. 2 Jahre später musste ich bei der Bullerei nochmals eine
Aussage machen, weil das Strafverfahren wegen dem "besonderem" öffentlichem Interesse
gleich zum Oberlandgericht weiter gereicht wurde..

Ca. 1985 wurde daraus dann auch angeordnet, das Heimerziehungswesen in NRW zu
reformieren.. Ehemalige Landesjugendheime sind danach zu Justizvollzugsanstalten
umfunktioniert worden..

Nationalsozialistische Ansichten zur Kindererziehung ebbte erst Anfang der 80ziger ab..
Prügelstrafen wurden 1975 verboten, doch olle Nazis verstanden es sehr gut, dies durch
psychicher Gewalt oder Verfrachten in B-Zellen (Vollisolierung) zu ersetzen.. Längste
Vollisolierung, von der ich damals hörte waren 7 Monate und danach reif für die berüchtigste
Psychiatrie im Rheinland..
Wer dort landete, musste damit rechnen, mit Haldol-Überdosis von einem Drogensüchtigem
Chefdoc ( Dr. Stockhausen ) umgebracht zu werden..
Rechnerich mindestens 1 Opfer pro Woche.. Kannst mal gern nach "Menschen wie Vieh
gehalten" gokkeln.. Nein, ist kein Roman oder Märchien.. Tatsachen, wo man sich anbei
doch noch sehr bedekt gehalten hatte.

Im Heimen wurde auch hin und wieder mit Einweisung gedroht, wenn man nicht parrierte..

Manch ehemaliges Heimkind mag meine Zeilen ungern lesen, weil es alte Wunden wieder
aufreißt.. Sorry.
Lass Dich nicht verhartzen !