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Ökologie und Klassenkampf

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JoseyWales:
Ziel des Klassenkampfes sollte eine befreite Gesellschaft sein und die hat natürlich auch Auswirkungen auf die Umweltzerstörung.
Aber vorher etwas gegen Umweltzerstörung zu unternehmen, womit es die kapitalistische Klassengesellschaft leichter hat, konsolidiert dieselbige.

Deswegen würde ich sagen, 100% in den Klassenkampf und die Zerstörung der Bevormudung zu setzen und dann, wenn alles weggeputzt ist, was dem Menschen eine kranke Kapitalwirtschaft diktiert, mit einer echt umweltverträglichen Wirtschaft neu zu beginnen.

Wenn nicht mehr der Profit zählt, sondern das Wohlbefinden - warum sollten Menschen dann die Umwelt zerstören?!

Kuddel:

--- Zitat von: JoseyWales am 22:39:45 Mi. 12.Juni 2013 ---Aber vorher etwas gegen Umweltzerstörung zu unternehmen, womit es die kapitalistische Klassengesellschaft leichter hat, konsolidiert dieselbige.

--- Ende Zitat ---

Dieser Mist steht hier unwidersprochen seit 2013.

In einer linken oder revolutionären Bewegung muß man sich auch kritisch mit den Dingen auseinandersetzen, die in den eigenen Reihen durch die Köpfe geistern.

Grässlich finde ich die "Verelendungstheorie", nach der es den Menschen nur schlechter gehen muß, dann beginnen sie schon zu kämpfen. Das ist nicht nur zynisch, sondern auch grundfalsch. In den USA gibt es große Mengen an Menschen, die in Zelten leben, weil sie ihre Häuser verloren haben, und in Afrika gibt es Regionen, in denen die Menschen im Elend verrecken, ohne daß es zu einer Rebellion oder kollektiven Kämpfen geführt hätte.

Genauso daneben finde ich die Theorie vom "Nebenwiederspruch", der scheinbar auch JoseyWales anhängt. Demnach braucht man sich nicht um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten zu kümmern, sondern allein um die Abschaffung des kapitalistischen Systems, und nach einer Revolution werden sich dann alle Probleme in Luft auflösen. Damit versuchte man schon die Forderung nach Frauenrechten unter den Teppich zu kehren und nun scheinbar auch den Kampf gegen die Umweltzerstörung.

Ich finde die Aussicht auf eine befreite Gesellschaft nicht sonderlich attraktiv, wenn bis dahin bereits das Klima im Arsch und ein Großteil der Tier- und Planzenarten ausgestorben ist.

Ich bin der Meinung, daß in den Forderungen und den Kämpfen selbst ein Stück der neuen Verhältnisse liegen sollte, die man anstrebt.

Troll:
Der Vereledungstheorie beizukommen fällt schwer in einer Zeit wo Strafen und Sanktionen ein Standard sind, humane Peitschenhiebe, am Ende bleibt der Foltercharakter der die ganze Welt überzieht, gemeinsam, miteinander!
Es hat aber auch etwas einnehmendes, die größten Drecksäcke sind damit letztlich klein zu kriegen, aber hauptsächlich angewandt wird es an den "wehrlosen", also die die dem Elend efhschon sehr nahe sind.

Kuddel:

--- Zitat ---wir brauchen genau jetzt Menschen, die die System- und Machtfrage stellen, denn ganz offensichtlich regeln die Märkte seit Dekaden nichts
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---«Durch freundliches Bitten lassen sich die Machtverhältnisse nicht ändern»
Statement von Carola Rackete zur Dannenröder Waldbesetzung

Deutschland hat sich zum Schutz der Artenvielfalt und zum Einhalten des 1.5 Grad Ziels verpflichtet. Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet Klimaschutz und stellt Umweltschutz sogar über Wirtschaftswachstum.
--- Ende Zitat ---

Guter Text von Carola Rackete:
https://www.untergrund-blättle.ch/politik/deutschland/carola-rackete-dannenroeder-wald-statement-6116.html

Kuddel:

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