Autor Thema: Maßnahmenterror  (Gelesen 89773 mal)

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #105 am: 12:11:16 Do. 07.Mai 2020 »
Moin Tom :)

erstmal vielen Dank für Deine Antwort und fürs Daumendrücken.
Das ist eine Maßnahme der Bekloppt GmbH (Name geändert). Das Team ist menschlich okay, nur manchmal komme ich mir vor wie ein Teenager, vom Umgang her, weil das Pädagogische durchkommt. Der Arbeitsvermittler hat mich die letzten Monate in Ruhe gelassen, ist musste mich nicht bewerben. Das hat schon mal Druck rausgenommen.

Die Gruppe nervt mich zunehmend. Im ganzen Theaterprojekt geht es nur noch um Spaß und Spiel und die Gemeinschaft und die Premiere, ich kann es nicht mehr hören. Sogar die, die vorher kritisch waren, sind voll dabei. Was Corona mit den Menschen macht!
Ich mache gute Miene zum bösen Spiel - will ja keine "Spaßbremse" sein, die den anderen die Laune verdirbt - aber in mir gärt es.
Aber das ist eine andere Baustelle, zurück zum Problem, das ich angesprochen hatte.
Auf der einen Seite finde ich den Ansatz richtig, dass ich gefragt werde, was ich machen will, auf der anderen Seite will ich nicht starr von außen darauf festgelegt werden.
Die vom Jobcenter wollen nichts mehr mit einem zu tun haben. Das ist ja okay, das beruht auf Gegenseitigkeit. Warum soll man aber Rechenschaft darüber ablegen bzw. Auskunft darüber geben, worauf man sich bewirbt? Ist doch mein Leben.
Die können einem sowieso nicht helfen. Außer dem üblichen Stellenanzeigen-Quatsch und dem Lebenslauf-Blabla haben die nichts Neues auf dem Schirm. Ich hatte mal gefragt, ob wir nicht was zum Thema machen könnten, wie man Kontakte knüpft, so dass man die Unterlagen nicht braucht, aber Pustekuchen. Davon schien der - nette - Jobcoach überfordert zu sein.
Es wird abgearbeitet, was auf dem Plan steht, alles weitere ist nicht vorgesehen. Dann wird aber die ganze Zeit gefordert, man solle seiner Kreativität freien Lauf lassen. Jeder, der Unterlagen kopieren und herunterladen kann, darf sich heute Jobcoach nennen - zumindest bei "Hartzern". Das ist doch ein Witz! Und wenn man darauf hinweist, wird man irgendwann als renitent abgestempelt.
Wenn wir schon in Maßnahmen gesteckt werden, weil wir uns nicht selbst helfen können, sollte das wenigstens auch eine Hilfe sein. Um den Abbruch geht es mir gar nicht, es dauert nicht mehr so lange bis zum Maßnahmeende, das sitze ich schon ab.
Mir geht es mehr um den Umgang mit meinen Zielen und dass es am Ende an mir hängenbleibt, wenn mir das Projekt nicht hilft. Ich will keine Schwierigkeiten mit meinem Vermittler, den ich auch okay finde - welche Seltenheit! - ich will nur in Ruhe mein Ding machen können.

Liebe Grüße und von mir auch Daumendrücken  8)




Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #106 am: 17:51:15 Do. 07.Mai 2020 »
Moin Tom :)

erstmal vielen Dank für Deine Antwort und fürs Daumendrücken.
Das ist eine Maßnahme der Bekloppt GmbH (Name geändert). Das Team ist menschlich okay, nur manchmal komme ich mir vor wie ein
Teenager, vom Umgang her, weil das Pädagogische durchkommt. Der Arbeitsvermittler hat mich die letzten Monate in
Ruhe gelassen, ist musste mich nicht bewerben. Das hat schon mal Druck rausgenommen.
...

Kann ich sehr gut verstehen, habe selber Ein Euro Jobs beschnüffelt und sogar 3 Monate mich als Anleiter beträtigt, um Korruption auf
dem Grund zu kommen.. Das wichtigtste Tool der Erwerbslosenindustrie ist Schwarze Pädagogik..

Solange Du funktionierst und über deren Stöckchien springst, die dir vorgehalten werden sind sie scheinbar okay.
Aber wehe Du wirst kritisch oder wehrst Dich gegen die Verarschung, lernst Du dieses selbstverliebte Vortänzerpack richtig kennen.

Es ist kein Wunder, das Du dich wie ein Teeni behandelt fühlst. Ist halt eine Nebenwirkung der schwarzen Pädagogik, die bei
Teilnehmer_innen mit gesunden Menschenverstand auftaucht.
Dumme lassen sich herhorragend von denen veräppeln, merken dies nicht und leben in einer Blase falscher Hoffnungen.
Sorry für meine Töne, aber ist leider so und kann oder will ich auch nicht anders verdeutlichen.

Zitat
...
Die Gruppe nervt mich zunehmend. Im ganzen Theaterprojekt geht es nur noch um Spaß und Spiel und die Gemeinschaft und die
Premiere, ich kann es nicht mehr hören. Sogar die, die vorher kritisch waren, sind voll dabei. Was Corona mit den Menschen macht !
...

Das liegt nicht an Corona sondern das Ausnutzen von Gruppendynamik und manipullativer Einflussnahme, damit die erwerbslose
"Rinderherde" nicht auf die Idee kommt, der "Leitkuh",  den Anleiter nicht mehr zu gehorchen. Du bist nicht mehr Du selbst, weil die
Eigenschaft, das der Mensch plüschologisch gesehen zur Gruppe Herdentier gehört. Das wird halt bei Maßnahmen missbraucht.

Zitat
...
Ich mache gute Miene zum bösen Spiel - will ja keine "Spaßbremse" sein, die den anderen die Laune verdirbt - aber in mir gärt es.
Aber das ist eine andere Baustelle, zurück zum Problem, das ich angesprochen hatte.
...

Das solltest Du besser nicht als eine andere Baustelle herunter spielen oder gar verdrängen. Ok, das Du dir damit soweit so gut keinen
Ärger bereiten willst, verstehe ich auch. Doch das rächt sich spätestens dann, wenn diese Premiere gelaufen ist und Du die Vortänzerschaft
danach beim Sektsäuferle siehst und deren gruseligen Dialogen lauschst..

Während meiner Undercover-Zeit gab es in Hamburg auch so ein Theater-Projekt mit Erwerbslosen auf Basis von Ein Euro Jobs.
Ich war Anleiter einer Tischlerei und der Kooperationspartner schickte mir Darsteller und Künstler_innen sogesagt als Bestrafung
ihrer Teilnehmer_innen. Der Pädagogenarsch ahnte jedoch erst nicht, das das nicht funzte, weil ich hinter den Betroffenen stand.

Mein Spagat bemerkten die Betroffenen aus der Theatergruppe, wunderten sich, das null Bestrafung bei mir zu erwarten ist.
So wechselten immer wieder die Teilnehmer und das tagtäglich. Ich musste anbei immer wieder aufs neue Künstler_innen für das
Handwerk anlernen, obwohl dies nicht in ihren Talennten lag. Irgendwann hatte ich die Schnauze voll wieder einen neuen Teilnehmer
kennenlernen zu dürfen, der mir ehrlicherweise sagte, das ihm Handwerk überhaupt nicht liegt und er in der Beziehung zwei linke Hände
hat.. Mir platzte der Kragen, machte dem Betroffenen klar, das ich auf seinen Anleiter sauer bin und nicht auf ihn.

Ich nahm ihn mit in meine Butze, schloss die Tür und rief seinen Anleiter an und stellte ihn zur Rede, warum er täglich andere
Leute zu mir schickt um die Theaterteile zu bauen. Er laberte von Organisationsproblemen und Krankeitsausfällen und so.

Dann faltete ich diesen Anleiter zusammen, das er das unterlassen soll, mir ständig neue Teilnehmer zu schicken und ihn sinngemäß
klar gemacht, das die Tischlerei nicht als Bestrafungsintrumennt zu missbrauchen ist. (Mache ich nicht weiter mit oder mache Ärger !)
Der Teilnehmer war völlig baff und bedankte sich bei mir, nachdem er das Telefonat inklusive Lautsprecher mitvervolgt hatte..
Dann war bis zum End des Projekt Ruhe mit dubiosen Erziehungsversuchen.

Das Ereignis hat sich wohl im Flurfunk der erwerbslosen Künstlerinnen herum gesprochen.. Nach der Premiere standen die Anleiter
zum Abschusssekt zusammen. Ich erst auch.. Dieses Selbstbeweiheäucherungsgesabbel der Anleiterschaft nervte tierisch.

Die erschöpften Ein-Euro-Künstler_innen hatten sich etwas abseits in eine kuschelige Schmuddelsofaecke zusammen getan um unter
sich zu sein.. Das verlogene Geblubber meiner Kollegen wurde mir zu viel und fragte dann die Künstler_innen, ob ich mich zu denen
setzen dürfe und sagte. "Das Gesabbel der anderen Anleiter geht mir auf den Sack".

Sie schauten erst komich und derjenige der das Telefonat mitbekam sagte "Ja, das ist der einzige Anleiter, der in Ordnung ist".
So saß ich unter ihnen, unterhielten uns und Bier schmeckte besser als Sekt und Verlogenheit.. Ungefähr eine halbe Stunde kam dann
ausgerechnet der Anleiter angeschlichen, der strafend handelte und fragte, ob man (die Ein-Euro-Jobber) sich nicht zu den Anleitern
gesellen wolle ?

Es war ein Film für die Götter.. Drucksende Töne a la "Nö Keine Lust" und es schwebte in der Luft "Verpiss dich !!"
Der Anleiter ließ nicht nach und wunderte sich, das ich als einziger Anleiter bei den Ein Euro Jobbern saß und auf sein bettelnden Blick
zu der Anleitergruppe kommen zu sollen, erwiederte ich mit dem Satz "Sie haben wohl ihre Teilnehmer_innen nicht verstanden oder wie ??"

Kaum drehte er sich um, zogen 2 Teilnehmer den Mittelfinger a la Fick dich !.

Zitat
...
Auf der einen Seite finde ich den Ansatz richtig, dass ich gefragt werde, was ich machen will, auf der anderen Seite will ich nicht starr von
außen darauf festgelegt werden.
...

Sorry, das ich jetzt subtil aufdringlich rüber gekommen bin und das kann ich auch verstehen, was Du damit meinst.
Jedoch finde ich es selbst sehr bedauerlich, das Betroffene nur noch das Interesse zeigen, irgendwie Schadensfrei aus ihrer Situation oder
aus ihrem Problem raus zu kommen und sobad das geschafft ist, nichts mehr gegen die Schmierbande Erwerbslosenindustrie
unternehmen wollen.. Keine Ahnung, warum sich das so entwickelt hat, das viele sich kaum noch gegen so was wehren.
Kann nur zwichen Erschöpfungszustand und Ängsten vor Repressionen rätseln, wo die Ursache liegt.

Im Falle, das Du dich doch dazu entscheidest der Schummelbande eine Revance zu geben, richten wir uns nach dir und nicht andersrum.
Schließlich sind wir auf Betroffene (Innenkonzept) angewiesen. Das Chefduzen-Team spielt anbei das Außenkonzept und achten peinlich
darauf, das Betroffene (Informannten) anbei nicht in die Schussliene geraten..
Hört sich kompliziert an, ist es jedoch nicht und zum Ende kommt Freude auf das sich Erwerbslose freuen und Masnahmenträger paranoid
werden oder in Erklärungsnöte geraten. Nach 15 Jahren Erfahrungen in dieser Richtung funzt das schon ganz gut und sind im H4-Gefilde
und Co. gefürchtet.  ;D

Zitat
...
Die vom Jobcenter wollen nichts mehr mit einem zu tun haben. Das ist ja okay, das beruht auf Gegenseitigkeit. Warum soll man aber
Rechenschaft darüber ablegen bzw. Auskunft darüber geben, worauf man sich bewirbt? Ist doch mein Leben.
...

Dir ist klar, das es derzeit nur eine Schonzeit für dich ist, bis die Premiere vorbei ist ? Derzeit bist Du raus aus der Arbeitslosenstatistik.
Das ist dem H4-Terrorregime heilig und wenn die Masname gelaufen ist, dreht sich das Hamsterrad erneut..

Klaro, jeder möchte sein Leben selbst gestalten und sich nicht von außen von einer Sinnlosigkeit zur nächsten schubsen lassen.
Das wollen wir auch nicht und deswegen auch unsere Unterstützungsangebote.
Die Erwerbslosenindustrie ist verfilzt und hart verkrustet. Da helfen nur härtere und durchdachte Strategien, denen des Handwerk legen.

Mit Bitten und Jammern bei denen erreicht man leider Null, da diese Brance ihre Teilnehmer nicht wie Menschen betrachten, sondern als
"lebendes Kopfgeld" und ihre Werkstücke.. Pfeilen, schleifen, mürbe machen, bis der Arbeitsuchende soweit gebrochen ist, einen schlecht
bezahlten Drecksjob an zu nehmen.. Ist nun mal so. (Noch !)

Das JC und die Erwerbslosenindustrie wollen dich nur vorübergehend los werden. Ihnen könnten ja die "Werkstücke" ausgehen und
selber erwerbslos werden.. Hihi, sone Töne habe ich schon oft vernommen, wenn ich diese Affen aus der Fassung gebracht habe.

Zitat
...
Die können einem sowieso nicht helfen. Außer dem üblichen Stellenanzeigen-Quatsch und dem Lebenslauf-Blabla haben die nichts Neues
auf dem Schirm. Ich hatte mal gefragt, ob wir nicht was zum Thema machen könnten, wie man Kontakte knüpft, so dass man die
Unterlagen nicht braucht, aber Pustekuchen. Davon schien der - nette - Jobcoach überfordert zu sein.
Es wird abgearbeitet, was auf dem Plan steht, alles weitere ist nicht vorgesehen. Dann wird aber die ganze Zeit gefordert, man solle seiner
Kreativität freien Lauf lassen. Jeder, der Unterlagen kopieren und herunterladen kann, darf sich heute Jobcoach nennen - zumindest bei
"Hartzern". Das ist doch ein Witz! Und wenn man darauf hinweist, wird man irgendwann als renitent abgestempelt.
...

Diese Erfahrungen, die Du hier beschreibst, bestätigen meine Ansichten, die Du hier ließt. Ich kann mich auf meinen Riecher also immer
noch verlassen  :)

Zitat
...
Wenn wir schon in Maßnahmen gesteckt werden, weil wir uns nicht selbst helfen können, sollte das wenigstens
auch eine Hilfe sein. Um den Abbruch geht es mir gar nicht, es dauert nicht mehr so lange bis zum Maßnahmeende, das sitze ich schon ab.
...

Glaubst Du wirklich, das das so ist, was ich in rot eingefärbt habe ? Streiche dir mal das nicht besser aus dem Kopf..
Das ist das, was erwerbslosen durch schwarzer Pädagogik ins Gehirn gebrannt und immer wieder nachgescheißt wird.
Bist Du das "nicht" endlich wieder los, bricht in dir das verlogene Kartenhaus der Erwerbslosenindustrie zusammen.. (Befreiungsschlag)

Wenn ich davon schreibe "schlafe mal darüber", denke ich mir auch was dabei.. Habe diese Traumatas selbst am eigenen Leibe erlebt und
das nicht zu knapp. Darüber zu reflektieren und die Tür der Selbstbefreiung zu finden tut psychich sehr weh, aber muss sein, unm den
Wunsch nach Selbstbestimmung und eigenverantwortlicher Lebensplanung näher zu kommen und es unbehindert unsetzen zu können.

Das in der Tat die Arbeitsmarktlage der Verursacher des Deaster ist, weiß ich und das Gehampel mit JC und Co im Bezug
Eigenbemühungen und Bewerbungsdruck gibt es auch Lösungen, die das Gemüt schonen  ;)

Zitat
...
Mir geht es mehr um den Umgang mit meinen Zielen und dass es am Ende an mir hängenbleibt, wenn mir das Projekt nicht hilft.
Ich will keine Schwierigkeiten mit meinem Vermittler, den ich auch okay finde - welche Seltenheit! - ich will nur in Ruhe mein Ding machen können.

Liebe Grüße und von mir auch Daumendrücken  8)

Tja.. Um ein Omlett an die Sonne zu bekommen, muss erst die Eierschale geknackt werden.. Es kostet Energie, Kampf und auch etwas
Risiko.. Für micht hat es sich in menaler Hinsicht gelohnt, zu kämpfen. Habe mich dadurch emanziperen können und heute scheiße ich
mit breitem Grinsen darauf, Ob das Leute "okay" finden, die mich eigendlich nur manipullieren und ausbeuten wollten..

Die innerliche Freiheit ist durch nichts zu ersetzen, doch man muss sie sich erkämpfen.
Jo, schlaf mal drüber und bleib tapfer..  Es lohnt sich. Bis denne und solidarische Grüße Tom  ;)

Ps. Müsst ihr trotz Corona für das Schauspiel üben und so ? Oder wie läuft das mommentan ?
Für vertrauliches und ggf. weiteres richtung Revance kannst Du gern mit mir über PN kommunizieren.   ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #107 am: 16:24:03 Fr. 08.Mai 2020 »
Hi Tom,

das tut mal gut hier, sich aukotzen zu können, vielen Dank für Deine Zeit :).
Du hast recht, ich sollte mein schlechtes Gefühl in der Gruppe ernst nehmen und nicht herunterspielen.
Im Moment stehen wir, also Team- und Gruppenmitglieder, elektronisch miteinander in Verbindung, es gibt eine Morgenrunde und eine Mittagsrunde, und ich sitze jedes Mal wie auf Kohlen, bis das ganze therapiegruppenmäßige Gequatsche vorbei ist und ich meine Ruhe habe. Da hätte ich ja nach meiner Krankschreibung direkt in die Psychiatrie gehen können, um mal wieder NORMALE Leute zu erleben.;D
Heute kam dann die "frohe Botschaft", dass wir uns bald wiedersehen "dürfen"! Um in Kleingruppen weiterzuarbeiten, hurra!
Bin fast explodiert vor Wut.
Das dämliche Pseudo-Schaupiel-Geübe geht dann auch weiter. Und die Einladungen vom Team, "sich einzubringen".  >:( >:(
Ist ja nicht so, dass die anderen unbegabt sind, im Gegenteil, das sind richtig gute Ideen dabei, wenn man von der ziemlich verlogenen Atmosphäre absieht (es haben sich eben nicht alle lieb!). Warum zur Hölle verschwenden sie ihr Talent an so einen Kindergarten???

Ich will die Gruppe am liebsten - mit ein paar Ausnahmen, und das auch nur vielleicht - nie wiedersehen. Das Team auch nicht.

Jetzt kommt aber noch was dazu:
Es gibt das Angebot, nach Projektende weiter teilzunehmen, ich glaube, das ist so ne Art Einzelcoaching, muss aber noch mal genauer nachfragen, und ich schwanke, weil der Praktikumsteil wegen Corona auf Eis gelegt wird. Hauptsache, die Premiere findet statt. Damit nicht umsonst geübt wurde, hahaha!
Davon kann ich mir auch viel kaufen. Ich weiß natürlich nicht, ob ich mir nicht selbst ins Knie schieße, wenn ich die Nachbetreuung annehme, um noch etwas Zeit zu gewinnen. Das war auch der Grund, warum ich überhaupt an der Maßnahme teilgenommen habe: Zeit gewinnen, in Ruhe nachdenken, unter Leute kommen (die dann eine 1-A-Hirnwäsche über sich ergehen lassen, super).

Ich stelle Euch die nächsten Tage Fotos vom Teilnahmevertrag rein, mein Drucker spinnt im Moment und ich kann keine Kopien machen. Von der EGV her muss ich passen, die ist vor ein paar Wochen ausgelaufen und an der hatte ich nichts auzusetzen, weil ich von den Bewerbungen freigestellt worden bin, damit ich mich auf die Maßnahme konzentrieren kann.
Von meinem letzten Coaching berichte ich auch, wenn Du das möchtest, dann können wir uns über unsere traumatischen Erlebnisse austauschen.

Motto von Bekloppt GmbH: "Unsere Arbeit entspringt dem Respekt gegenüber den Menschen. Individuell bereichernde und sinnerfüllte Bildungsarbeit ist unser Leitbild. Mit der Projektreihe X stehen künstlerisch fundierte Arbeitsmarktprojekte im Mittelpunkt unseres Tuns. Bekloppt GmbH begleitet Arbeitsuchende darin, kreative Gestalter ihres Berufslebens zu sein. Dazu kooperieren wir bundesweit mit Partnern aus der lokalen Bildungs- und Kulturlandschaft."

Einen Preis für ihr "soziales Engagement" haben sie tatsächlich auch schon gewonnen.

Wenn man es blumig und rührselig sehen will, kann man sagen, dass sich die Projektleitung wie eine Mutter um uns kümmert.
Wenn man es ehrlich sehen will, kann man sagen: Da haben ein paar Leute zuviel gekifft oder keine Kinder.
Wann lernen die endlich mal, mit Leuten in ALG II auf Augenhöhe zu kommunizieren? Ist doch nicht so schwer!
Das Schlimme ist, dass ich meiner Wahrnehmung manchmal selber nicht mehr traue und mich in Frage stelle, ob ich das Ganze nicht zu hart sehe, ob der Fehler nicht bei mir liegt. Komme mir vor wie jemand, der ständig was auszusetzen hat und sich nicht entspannen kann.

Solidarische Grüße & bis bald :)


horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #108 am: 16:26:02 Fr. 08.Mai 2020 »
Ach so, und Details aus der Maßnahme folgen auch! :)

Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #109 am: 01:44:29 Sa. 09.Mai 2020 »
Das ist ja echt gruselig, was Du da ertragen musst.. Es ist eine Maßname, wo man regelrecht dein Denkorgan völlig umkrempeln will,
damit Du weniger misstrauisch gegenüber dem Arbeitsmarkt stehst und "Nun mal los, verkaufe Dich !" mit machst.
Ziel ist üblicherweise "Hauptsache Arbeit" und wenn der Lohn nicht reicht, kannst Du ja immer noch aufstocken.

Um diese schwarze Pädagodik zu überstehen ist es besser, dir Filter zum Denkorgan auf zu setzen die nur das durch lassen, wo Du
sicher bist, das es Dir was bringt. Der Anteil, wo Du den Eindruck hast, das man dich nur verarschen will, die Ohren besser auf Durchzug
zu schalten und ja, privates besser zu Hause lassen..

Wird deinen Vortänzer und Couch nicht ganz so gefallen aber Vorsicht der Mutter Porzelantasse, weil sie auch nicht davor zurück
schrecken privates von dir auch aus zu nutzen, dich zu "verarbeiten".. Schließlich wollen die aus Dir ein ganz neuen Menschen machen,
der so spurtet, wie es die Wirtschaftsinteressen wollen.

Hast Du dazu eine Eingliederungsvereinbarung und Teilnahmevereinbarung unterschrieben ? Wenn ja, würde ich gerne mal ein heißen
Blick rein werfen, um zu analysieren, wie weit Dir Daumenschrauben angelegt wurden und zu checken, wie Du die Nummer ohne
Sanktion vorzeitig beenden könntest, falls Du das ganze nicht mehr aushälst..

Deinen Zeilen nach, halte ich es für besser, sich vor eventuellen Unanehmlichkeiten zu wappnen.

Wegen prüfung der Daumenschrauben, bitte nur per PN.. Solange Du den Mist mitmachen musst, ist aller Vorsichtsmaßnahmen besser..

Habe ja schon seltsame Blüten der Erwerbslosenindustrie kennenlernen müssen, aber alles ist noch zu toppen..

Zu dem Verein Bekloppt GmbH kriege ich echt Brechreiz. In der Tat gaube ich auch, das Vortänzer irgendwelche Substanzen einnehmen
müssen um mit ihren Gewissen klar zu kommen..

Die meisten Anleiter, wo ich unterwegst war, haben sich nach Feierabend was gegönnt, um abschalten zu können.. Ich musste mich auch müde trinken.. Ich war froh, das es nur 3 Monate war. Länger ? Never.. Hatte ganz schön mit meinem Inneren zu kämfen, durch zu halten.

Augenhöhe ? Was ist das, wenn Anleiter ihre Teilnehmer für "minderbemittelt" halten ? = Nur ein Schauspiel..

Bleib tapfer..  ;)
Lass Dich nicht verhartzen !

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #110 am: 20:18:44 Sa. 09.Mai 2020 »
Moin  ;),

vielen Dank, dass Ihr den Namen geändert habt!
Keine Sorge, wenn ich bei Bekloppt am Laptop sitze, dann nur zu Bewerbungszwecken, alles anderen mache ich von Zuhause aus.
Die letzte EGV. die ich unterschrieben hatte, ist abgelaufen, seit nem Monat.  ;)

Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #111 am: 00:02:49 So. 10.Mai 2020 »
Danke für Deine Info.

Ich habe mir schon echte Sorgen darum gemacht, ob Du was über ihren Anschuss oder von denen ausgeliehenden Laptop gemacht hast.
Das Chefduzen-Team hat das Thema Bekloppt GmbH auch besprochen und haben ensprechend deiner Sicherheit ja nachgeholfen.  ;)

Das heißt, wir begrüßen es sehr, wenn Du deine Erlebnisse bei der Bekloppt GmbH hier beschreibst. Es dient nicht nur unserem Interesse,
das Du den Mist mental schadensfrei überstehst. Auch anderen Erwerbslosen, die deine Erfahrungen hier lesen, soll es Entscheidungshilfe geben, ob sie sich auf Bekloppt GmbH einlassen oder lieber die Finger davon lassen.

Standardmäßig wird ja möglichen Kanidaten erst mal das blau vom Himmel erzählt was sie so tolles machen und angeblich
eine hohe Erfolgsquote haben und blabla. Hauptsache Du wirst neugierig und sie bekommen Dich am Haken, dich als Teilnehmer_in
zu gewinnen..
Mit voller Hoffnung, das es eventuell was bringen könnte, lässt sich gutgläubiger Mensch darauf ein und sobald die Teilnahmevereinbarung
und Datenschutzeinwilligung unterschrieben ist, sitzt Teilnehmer_in wie eine Maus in der Falle und kommt ohne Sanktionsgefahr so
schnell nicht wieder raus.. Allerdings gibt es ja noch den gelben Joker Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, doch manche Maßnahmen sind
so konzipiert, das sie sich automatisch un die Zeit verlängern wie Teilnehmer_in krank geschrieben war.
Wie läuft das bei Euch in der Beziehung ? Modular oder dynamisch ?

Ich beschäftige mich auch mit der Problematik, die zwichen Teilnehmer_innen und ihrem Coach auftauchen und versuche so weit ich kann
Gecouchte darin zu unterstützen, das sie die sogenannte "Hirnwaschmaschiene" (NLP) überstehen.

Wenn Du die Kraft und Muße hast, kann ich Dir ein Erklärbär-Video empfehlen, wo ein Coach sehr gut und verständlich vermittelt, wie das
Denkorgan manipuliert werden kann. Er nimmt zwar Beichspiele aus der Werbewelt und Händlertum aber das was Du da ertragen musst
ist da nicht weit von entfernt. Vor allen Dingen geht man dir anbei an die Ohren und Augen.

Ich wünsche Dir beim Video "Aha-Effeckte" die dier dabei helfen, dir die richtigen Filter zu basteln, damit dein Gemüt verschont bleibt. Weiter sind wir ja schon im Bilde, was Bekloppt GmbH ist und solange Du keine persönlichen Daten von Vortänzer_innen u.s.w. bekannt
gibst und nicht deren Internetanschluss benutzt, hier zu schauen, kann der Laden ja ewig nach dir suchen  ;D

Wenn Du die Scheiße hinter dir hast (Masnahmenende), möchten wir die Pseudonyme aufheben und dann können andere Leser_innen
nachvollziehen wo das so abgeht.

Von "Gruppen-Pseudo-Therapie" (Wir sind ja hier jetzt ein tolles Team blabla..), weiter zu Fragebögen, die man dort so ausfüllen soll etc.

Denn es ist nicht alles an Verarschungstechniken sprich "Hirnwaschmaschiene" erlaubt und meiner Erfahrungen nach vergreifen sich manche Maßnahmenträger in diese Richtung, weil es schön einfach für die Pädagogen und Vortänzer_innen ist und so der Rubel
bequemer in ihre Taschen rollt..

Die Maßnahmenträger müssen beim Regionalen Einkaufszentrum (REZ) ein sogenanntes Los einreichen.
Darin müssen sie ihre Intregrationskonzepte darstellen und wenn das den Erwartungshaltungen der BA entspricht und preismäßig
günstiger klingt, wie die Konkurrenz dann bekommen sie die Zulassung und schon kann das losgehen mit den Zuweisungen der
Erwerbslosen in die Maßnahme..
Problematisch an diesen Ausschreibungsverfahren ist, das bei den bereits zugelassenen Trägern danach nur noch anlassbezogen
nachgeprüft wird, ob die Masnahmenträger sich auch wirklich daran halten, was sie angeboten haben..

Die BA macht nicht jeden Scheiß mit aber das Kontrolling wird nach der Zulassung vernachlässigt und dann enstehen teils übelste
Blüten, wie die Erwerbslosenindustrie ihre Zugewiesenen noch billiger "verarbeiten" können, um Profite zu steigern etc.

Sie gehen da ganz ungeniert und abgewichst vor, die "dummen Erwerbslosen", die ja in ihren Augen als "minderbemittelt" betrachtet
werden, merken das sowiso nicht.. Zweifel kommen ja erst auf, wenn man als Teilnehmer_in bemerkt, da stimmt doch was nicht und
geraten in für sich scheinbar unlösbarem Problem und wollen so schell wie möglich wieder raus. (Gefangen im Hamsterad)

Ich bin jedoch der Ansicht, das es keine unlösbaren Probleme gibt und setze dies dazu ein, erwerbslose dabei zu unterstützen,
das sie ihren Kopf wieder aus der Schinge ziehen können.
Wenn ein Träger schon eine Auszeichnung für ihr Handwerk ergattert haben, fühlen sie sich besonders sicher, da denen von der
BA und REZ vertraut wird a la "Die werden das schon richtig machen, da brauchen wir nicht mehr so hinschauen was wirklich läuft".

Da hat man ja dann erst recht freie Bahn die Erwerbslosen, mit allen Mitteln der Kunst für "Hauptsache Arbeit" gefügich zu machen.
Alles weitere was Arbeitsuchende wollen wie z.B. später genug Geld zu verdienen um z.B. seine Kinder versorgen zu können, interessiert
der Erwerbslosenindustie genau so viel, wie in China ein Sack Reis umfällt.. Elo-Industrie ist ein schmutziges Geschäft, wo Erwerbslose
oft auf der Strecke bleiben.
Wir haben auch schon einige bei illegalen Metoden erwischt, wie z.B. "Betrogen und Belogen"
Deren "schwarzes Schaf ausleben zu wollen" ist gestoppt und haben die Zulassung, weiter Ein Euro Jobber_innen aus zu beuten verloren.

Schaue in Deiner Eingliederungsvereinbarung bitte noch mal genauer nach, ob sie "bis auf weiteres" läuft oder Textbausteine vertreten
sind, die ein Gültigkeitsablauf umschiffen. Das ist leider gängige Praxis..

Nach welchen Paragraphen läuft die Maßnahme eigendlich ? Das findest Du höchstwahrscheinlich in deiner Zuweisung zu Masnahme.
Wenn Du dazu eine Teilnahmevereinbarung und Datenschutzerklärung unterschrieben hast, können wir das vertraulich per
"Meine Mitteilungen" (siehe oben auf der Seite) untersuchen um eine Notbremse zu basteln.

Ist die erschaffen, fühlst Du dich schon mal wohler bei der Sache und kannst daran ziehen, wenn Du es nicht mehr aushälst, die
Maßnahme bis zum vorhergesehenen Ende durch zu ziehen. Jo, das wäre soweit erst mal der Anfang, damit Du nicht unter die Räder kommst..

Nun aber erst zum Video.. Bleib tapfer.. Es lohnt sich.. Mit den Erkenntnissen kannst Du deine Peiniger besser duchschauen   ;D
Dein Bauchgefühl ist also wertvoller wie Du zunächst glaubst.

Mit solidarischen Grüßen Tom  ;)



Upps.. Hätte beinah was vergessen..  Willkommen in Forum der Ausgebeuteten  :)
Lass Dich nicht verhartzen !

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #112 am: 14:48:02 So. 10.Mai 2020 »
Gerne! Und vielen Dank von mir für das liebe Willkommen, und für den Youtube-Link! :)

Ja, das kommt mir sehr bekannt vor, das mit dem "tollen Team", das ganze Gesülze und Geseier der Projektleitung, nach außen sind sie eine glückliche Familie. Dahinter tobt das Chaos. Uns wurde ja die Maßnahme wie Sauerbier angepriesen am 1. Tag und wie glücklich wir uns schätzen dürften, daran teilzunehmen und dass wir damit unsere Teamfähigkeit unter Beweis stellen würden. Wäre ich nicht so neugierig gewesen auf den Rest der Gruppe (was sich nicht gelohnt hat bei den Schäfchen), und hätte ich nicht damit andere, noch schlechtere Maßnahmen vermeiden wollen, wäre ich nach den ersten beiden Probewochen auch nicht geblieben. Man hat nämlich - hört, hört - 2 Wochen Zeit, die Maßnahme zu testen. Bleibt man danach, ist man in der Maßnahme gefangen. Man muss also am Freitag der 2. Woche spätestens den Abgang melden.

Am Ende soll es laut Teilnahmevertrag ein "qualifiziertes Abschlusszertifikat" geben.

Im Vertrag steht nichts, was einen auf den ersten Blick beunruhigen müsste, Krankheitsfall, Urlaub, Schutz der persönlichen Daten der Teilnehmer, etc. Das einzige, was einem zu denken geben sollte, da war ich nachlässig: Der Vertrag wird bei Arbeitsaufnahme aufgelöst, das heißt, man hängt bis zum Ende drin, außer, man findet einen Job. Und Arbeit bzw. Ausbildung ist das Ziel der Maßnahme. Das ist doch kein erfolgsorientiertes Vorgehen, sondern Arbeit durch Abschreckung, oder liege ich da falsch? Der Leidensdruck durch den ganzen Schwachsinn wird so groß, dass einem alles lieber ist, als durchzuhalten.

Ja, NLP, das erinnert mich an eine andere Maßnahme, in der ein NLP-Coach eingeladen war, der der Gruppe was über die Techniken erzählt hat. Ob der Coach in meiner aktuellen Maßnahme das anwendet, kann ich nicht sagen, allerdings finde ich ihn aalglatt. Ab und zu menschelt er, aber sonst ist er am Lächeln und "immer gespannt, was der Tag bringt". Das nervt.
Hab mich dadurch schon ziemlich aus dem Konzept bringen lassen, ein sicheres Zeichen, dass er "toxisch" ist, wie man heute so schön sagt.

Ich schildere mal von Anfang an:

Das Problem mit der Teilnahme entsteht, wenn man mit seinem Arbeitsvermittler über psychische Probleme redet, was man nicht tun sollte, wenn es nicht jemand ist vom Schlag Inge Hannemann. Denn Projekt X ist für Menschen mit psychischen Einschränkungen, was ich besonders perfide finde. Die können sich durch das Affentheater nämlich noch verschlimmern.
Der AV denkt sich aber: Aha, das ist ein Fall für Projekt X! Passiert auch, wenn man sich für Theater interessiert.

Am Anfang gibt es Gruppenübungen zum Auflockern. Das kann ne Menge auslösen und die, die dann am Heulen sind, werden vom sozialpädagogischen Teil aufgefangen. Ist aber ne Nette, mit der habe ich kein Problem. Und die einzig Natürliche in dem Verein. Die Übungen bestehen darin, sich kennenzulernen, die Aufgaben sind banal, Achtsamkeitsübungen, nachgespielte Alltagsszenen, Präsentationen vor der Gruppe zu bestimmten Themen. Wie in der Schule.

Wenn die Gruppe dann "warm geworden ist", findet die Entscheidung über die Teilnahme statt. Bis dahin wird in der Gruppe hin- und her überlegt. Ein paar Aufgeweckte suchen das Weite, solange Zeit ist.
Nach den Probewochen geht es dann mit den Theaterübungen los und die nerven mal richtig, vor allem, weil dann die Gruppendynamik und der Gruppenzwang in Fahrt kommen, obwohl das sehr vom einzelnen abhängt, ich will nicht von meiner Gruppe auf die anderen Projekte schließen. Bei uns erstickt jedenfalls alles in einer warmen, ekligen Harmoniesoße, und wer nicht nach einer Zeit dazugehört oder dazugehören will, der merkt das auch. Es bilden sich Grüppchen mit Handynummerntausch und Verbrüderung bzw. Verschwisterung, wie in der Schule. Einfach peinlich. Bin froh, dass ich nicht dazugehöre, am Anfang hab ich dran geknabbert, aber mittlerweile.....

Es wird ein lächerliches Stück für die Mitarbeiter des Jobcenters und "mögliche Arbeitgeber" aufgeführt, mit Büffet und Pipapo.
Lächerlich heißt, dass wir uns mit dem ganzen verlogenen Gemeinschaftsgetue zum Affen machen. Es werden Flyer gedruckt, Plakate gebastelt, Einladungen rausgeschickt an die "Kontakte", denen man sich präsentiert wie auf dem Viehmarkt, die eigenen Hobbys und Interessen werden mit Gesten dargestellt und kommentiert: "X arbeitet seit .... da und da, freundlich zu den Kunden, blaba..." (DAS hab ich nicht mitgemacht!). War zumindest bei uns die glorreiche Idee.
Mein AV war auch dabei und wollte wissen, wie ich klar käme, ich meinte, dass bei mir alles okay sei, wollte das nicht bei Häppchen und zwischen Tür und Angel regeln. Dabei war gar nichts okay.
Man kommt sich vor wie ein Hanswurst, bis auf die Glückskekse in der Gruppe, die gar nichts mehr mitkriegen und Spaß haben oder was sie darunter verstehen. Ist ja auch menschlich, Spaß haben zu wollen, aber so....
Vordergründig hab ich immer alles brav gelobt, was an Kreativität rüberkommt, das war zum Teil ehrlich gemeint, zum Teil aus Höflichkeit, und dann um nicht aufzufallen. Mittlerweile ist die Schule aber zum Kindergarten verkommen, und es fällt mir immer schwerer, Begeisterung vorzutäuschen und ich leiere meinen Text runter.

Da die Praktikumsphase jetzt auch noch durch Corona auf Eis gelegt wird, rückt die Theaterpremiere in den Vordergrund. Das ist aber nicht Sinn der Sache, es geht um unsere nähere Zukunft, und das macht mich wütend. Der ganze Theatermist ist mir sowas von wurscht! Aber sowas von! Das will aber erstmal keiner gehabt haben, es wird darauf rumgeritten, dass wir uns einbringen sollen. Die psychologischen Zusammenhänge werden nicht angeschaut, warum auch, die sind ja nützlich für die Bekloppt GmbH.

Ganz zu schweigen davon, dass jetzt wieder der hilflose Versuch unternommen wird, uns mit Stellenanzeigen-Börsen zwangszubeschäftigen.
Ich gebe zu, dass ich mehrmals vor dem Jobcoach eingeknickt bin, weil ich immer noch zu wenig "Biß" habe. Nachdem ich mich immerhin getraut habe, kritische Bemerkungen zu machen. Nicht, dass er mich runterputzen würde, das wäre ja gegen das Image. Seine Waffe ist die Wertschätzung, damit werden wir entwaffnet.

Wir mussten bisher zusammengefasst:
- Stellenbörsen in Kleingruppen präsentieren
- eine fiktive Figur mit Eigenschaften ausstatten (okay, ganz witzig, aber wofür soll das gut sein?)
- Berufsbilder im ach so informativen BIZ sammeln und in einer Art Speed-Dating den anderen präsentieren
- Veraltete Unterlagen aus dem Internet auf ihre Nutzbarkeit hin lesen (Lebenslauf, Anschreiben, das Übliche)
- eine "Sedcard" gestalten, bei der wir angeblich Gestaltungsfreiheit hatten, die dann doch nicht eingehalten wurde
- ein "Fotoshooting" über uns ergehen lassen
- die fehlende Struktur des Projekts hinnehmen
- hinnehmen, dass uns erstmal Zeit gelassen wurde, dann aber auf den letzten Drücker alles schnell gehen musste,
weil keine vernünftige und teilnehmergerechte Zeitplanung vorhanden ist
...

Ich wette, wenn ich mit meinem AV über alles rede, danach, wird er mich fragen, warum ich nicht früher das Gespräch gesucht habe. Zu Recht? Keine Ahnung.

Mit solidarischen Grüßen  ;)



Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #113 am: 21:53:17 So. 10.Mai 2020 »
Interesannt.

Neu ist mir allerdings, das ihr zu Begin erst 2 Wochen Zeit bekommen habt um zu schnuppern, ob die Maßnahme passen könnte.
Habe das so verstanden 2 Wochen "hospitieren" und dann sich erst auf Teilnahmeverpflichtungen einlassen ?
Wie liefen denn die 2 Wochen Probezeit ab ? Mich wundert es, das Du in der Probezeit deine Leidensgenossen noch nicht kennenlernen
konntest. man möchte ja schon gerne wissen, wie das "tolle Team" zusammen gewürfelt ist, bevor man unter Vertrag ist..

Normalerweise werden mögliche Maßnahmekanidaten erst beim JC-Sachbearbeiter "abgefertigt" a la Eingliederungsvereinbarung unterschreiben und die Zuweisung gefertigt.. Damit ist man quasi schon "gefangen". Dann zum Maßnahmenträger eine Teilnahmevereinbarung und Datenschutzeinwilligung unterzeichnen.  Dann erst wurde die Katze aus dem Sack gelassen.
Erwerbslos könnten sich ja "unbefangen" beschweren und dafür auch noch Sanktinsfrei entkommen.. Das gönnt man ihenen nicht.

Über das Gelaber "Ihr dürft Euch glücklich schätzen, das ihr bei uns einsteigen dürft" wird erst mal wie ein Lottogewinn empfunden,
was manipullativ voll beabsichtigt ist. Nun hat man den Ball "Pseudo-Lottogewinn" in der Hand und zum zurück spielen musst Du
nun mitmachen wollen sprich deinem Denkorgan auf "Ok. Ich muss Teamfähig sein" einstellen. (Du bekommst was und sollst dafür was
zurück geben. Ob das echt ist, was Du so bekommst, bleibt vorerst des Anleiter sein Geheimnis).

Raffiniert, damit schon mal ein Punkt für die Teilnahmebeurteilung (§ 61 SGB II) beschnüffelt wird (Schlüsselquallifikation Teamfähigkeit).

Ich glaubte auch erst, das ich mich fortbilden könnte. Tatsache war Verwahranstalt mit dubioser Beschäftigung.

Abschrecken möchte man Dich nicht, weil Du bringst dem Laden ja Geld ein. Aber mürbe machen mit sinnfreien Scheiß soll ja dazu führen,
das Du mittels Job ergreifen als "Erfolgreich intregriert" abgehakt werden kannst. Gibt denen eine Vermittlungsprämie und damit ist ihr
Auftrag erfüllt. Ich dache auch erst Huch, was ist das denn ? was Bekloppt GmbH so anbietet aber schimmert schon durch, des das
Projekt "Theater spielen" eher zum Gewnnd ihrers Konzept und Fassade ist.

Sind bei Euch nur Leidensgenossen, die sich für Theater interessieren und beruflich bereits damit bewandert ist oder sind es quer durch
den Salat a la alles mögliche von Erwerbslosen von Ungelernten, Handwerkern bis hin zu Akademiker ?
Ist Projekt X, wo nur Leute hin kommen, denen man unterstellt psychiche Probleme zu haben, also "plüschologische Einzelgespräche"
Pflicht ist oder nur nach Bedarf ? Gibt es da auch sowas, was man als Gruppentherapie a la "plüschologische Gruppenrunde" bezeichnen kann ?

JC-SB kommen ja sehr schnell auf dem Trip mit "Ihnen scheint es seelich nicht gut zu gehen" was als Vermittlungshemmnis eingestuft
wird. Die Krux daran ist, das sich kerngesunde Menschen diffamiert fühlen und damit auf Tauchfühlung gegangen wird dem Elo im seinem
Selbstbewusstein zu verletzen und Elos, die z.B seeliche Schäden durch das H4-Terrorregime erlitten haben, Zuckerbrot a la "Wir wollen ihnen doch nur helfen" geboten wird. Egal ob ja oder nein. Ergebnis soll sein, Schuldgefühle zu infiltrieren, das man arbeitslos ist, und
gehört zu den Grundlagen der schwarzen Pädagogik.. Besser geht es nicht, eine schummelfreie Diagnose zu erhaschen..

Zum Choach muss ich etwas schmunzeln.. Lächeln, Erwartung viel am Tag erreichen zu wollen und Vertrauen erschleichen..
Das gehört nicht zu NLP aber zur Pädagogik, seinen Klienten blos nichts anmerken lassen, was in seinem Hirn wirklich los ist und Klient
nicht auf dem Trip bringen "Was ist denn mit dem los ?", wie Du so schön als "Aalglatt" bezeichnest. Volltreffer.

NLP ist eine Pseudowissenschaft die teils funzt, je nach dem wie ausgeschlafen und gelehrt der Anwender ist. Es werden anbei im Dialog
mit seinem Opfer gezielt Zustände im innerren des Opfer erzeugt wie Neugierde, Freude, Bestätigung bis hin zum Distress.
Einfaches Beispiel : Erst Neugierde wecken, wie toll das Produkt ist, dann Kaufwille "programmieren" a la Ist nur heute im Sonderangebot.
Die meisten Pädagogen und Plüschologen mixen sich ihre Werkzeugkiste aus mehreren Bereichen zusammen, wo auch Teile von
schwarzer Pädagogik und NLP auffindbar sind. Manchmal schwer zu durchschauen.. Verarscher will ja nicht auffliegen Nööch ?..

Jo, wenn du aus deinem eigenem Konzept geräts, kann mann davon ausgehen, das Coach toxisch ist.. Muss dir ja dazwischen fummeln können.

Du redest vom Arbeitsvermittler (AV) vom Jobcenter oder hast Du im Projekt X bei Bekloppt Gmbh neben dem Coach auch noch eine weitere Person am Pelz der sich auch AV nennt ?

Könnte ich als Außenstehender mir das "Propaganda-Theaterstück" auch anschauen oder werden die Teilnehmer_innen nur den Leuten
vorgeführt, die direkt mit Arbeitsvermittlung und Unternehmertum zu tun haben ?
Was sind das für Theaterstücke (Inhalte) ?

Im Theater-Projekt von dem ich sprach waren echte Schauspieler_innen und weitere die mit Theater etc. beruflich bewandert sind.
Dort wurde ein 2 stündiges Theaterstück gegeben, was nicht mit Erwerbslosigkeit etc. zu tun hatte. Außenstehende konnten sich auch ein
Ticket kaufen und es war so nicht sichtbar, das es sich um Ein-Euro-Jobberinnen handelte. Das Sozialgeheimnis blieb bei den
Erwerbslosen also gewahrt.

Nun ist ja die Praktikumsphase regelrecht ausgefallen..

Weist Du, wie das hätte laufen sollen ? Praktikum selber suchen oder wird Praktikunsstelle verviert und wie lange würde das praktikum laufen ?

Was meinte Dein Coach mit zu wenig "Biß" Nicht genug begeistert, dich auf die Suche nach einem Job zu machen a la Teilnehmerin hat noch nicht perfeckt die Lächelmaske auf oder Du seist nicht fleißig genug ? Was wollte Coach damit ausreizen ?

Aber ich staune da schon Bauklötze, was die von Euch erwarten und versuchen, den Leuten im Hirn rumschrauben zu wollen..

Musstet ihr auch sone Selbsteinschätzungsformulare oder Fragebögen beantworten, wo das Zeitlimit so eng gesetzt war, das man keine
Zeit haben sollte lange zu überlegen sondern das an Antwort angekreutzt werden soll, was der Erste Einfall zur Frage im Kopf kommt ?
Was für Fragen standen da so, wie viel ungefähr und wie lange hattest Du Zeit dazu ?

Mit solidarischen Grüßen Tom  ;)
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horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #114 am: 10:59:22 Mo. 11.Mai 2020 »
Das mit zu wenig Biß ist mein Fazit über mich, das stimmt leider  :( Deshalb bin ich in den letzten Maßnahmen (dazu mehr über die Mitteilungen ;)) auch sang- und klanglos untergegangen. Und letzte Coach war ein Exemplar, das kann ich Dir sagen.

Bei uns ist alles quer durch den Salat, wie Du vermutet hattest, von Theaterprofis in der Gruppe kann ich nur träumen, das Sozialgeheimnis bleibt leider nicht gewahrt bei der Aufführung, im Gegenteil, es wird laut herausgetrötet, wozu das Ganze gedacht ist, nämlich "Interesse beim Arbeitgeber zu wecken" und jeder erfährt, dass wir Elos sind.
Wenn Du bei der Mini-Aufführung vor ein paar Monaten hättest Mäuschen spielen können, dann wär Dir schlecht geworden, darauf wette ich. Nach dem "Stück" gab es nämlich eine Vorstellungs- und Fragerunde mit Friede, Freude, Eierkuchen, und es wurde nochmal breitgetreten, wozu das ganze "Projekt" gut sein soll, damit es auch der letzte Idiot unter den Anwesenden kapiert.

Das Stück, das noch bevorsteht, besteht aus einer Aneinanderreihung von Szenen zum Thema Kommunikation und Gruppendynamik, in anderen Gruppen ist das was nach Shakespeare, oder ein Krimi, oder ein Frauenthema, je nach Abstimmung. Viel Raum zur Mitbestimmung haben wir leider nicht, da der theaterpädagogische Teil fleißig dirigiert.
Jo, als Außenstehender könntest Du mit einer Einladung dabei sein, ansonsten sind da nur JC-Leute und mögliche "Kontakte".
Obwohl ich schon Zuschauerkommentare gelesen hab, bei denen ich mir nicht sicher war, ob die auch ohne Einladung Zuschauer waren. Kann aber auch ein anderes Bundesland gewesen sein, die Bande treibt ja fast deutschlandweit ihr Unwesen.
Oder ein anderes Projekt der gleichen Firma.

Mit dem AV meinte ich den vom JC, genau  :) Super auf den Punkt gebracht mit der Diagnose. Für mich grenzt das an Missbrauch von Schutzbefohlenen. Auf jeden Fall finde ich es unverantwortlich, Leute mit psychischen Problemen auf diese Art "helfen" zu wollen. Leider hab ich das während der ersten beiden Wochen nicht geschnallt, sonst hätte ich aussteigen können.
Doch, es ist so, dass die Gruppe sich in den ersten 2 Wochen kennenlernt und danach wird entschieden. An sich seriös und ne gute Sache, wenn der verdammte Herdentrieb nicht wäre. Und die Befürchtung, dass nach dem Absprung schlechtere Maßnahmen drohen. Das war auch der Grund, warum ich geblieben bin, auch wenn der AV meinte, dass die Teilnahme freiwillig ist. Trau schau wem.

Das Praktikum ist eins, das wir uns selber suchen sollen, das wird nicht vermittelt. Das mit dem Selbsteinschätzungsbogen
hatten wir auch, genau, das war aber für unsere Unterlagen, im Grunde Zeitverschwendung. Hab den ganzen Mist ins Altpapier geschmissen, ich kenn mich ja auch so.

Mit solidarischen Grüßen  ;)



Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #115 am: 16:37:16 Mo. 11.Mai 2020 »
Moin  :)

Das Du zu wenig Biß hättest, solltest Du besser nicht zu sehr auf deine Waagschale werfen. Du weißt ja selbst am besten,
was dir liegt und worauf Du nicht kannst, Wichtig bei solchen "fortgeschrittenen" Maßnahmen ist, das sie die Teilnehmer_innen
sich zwar selbst erkennen, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Das sollte jedoch nicht soweit ausarten, das Teilnehmer sich
total verbiegen sollte und nach Beendigung der Maßname nicht noch mehr Schuldgefühle haben, weil man kein Job hat.

Die Erfolgsquoten der meisten Maßnamenträger lassen zu wünschen übrig.. Wie sollte es auch anders sein, wenn der Arbeitsmarkt
sich so entwickelt hat, das man als Arbeitsuchender verdammt viel Glück braucht, ein passenden Job zu finden, von dem man
leben kann ?

Wie ich damals den Ein-Euro-Job gemacht habe ging es dem Träger offenbar darum, ihre Teilnehmer bis ca. 2 Monate vor dem
offiziellen Ende schön in Ruhe und für "den Verein" akkern zu lassen. Das ging so ein halbes Jahr, wo keine Bewerbungen und
so gewuppt werden mussten und Teilnehmer empfanden das a la "Schön, das ich vom Jobcenter eine Pause habe und wenn ich
hier arbeite habe ich noch bis maximal 160 Euro mehr. Besser das, als mich wieder vom SB (AV) wieder thyrannisiern zu lassen"

Verständlich, das die Systematik wie geölt als Vorteil gegenüber der Vollerwerbslosigkeit empfunden wurde. Kann man den
Teilnehmern auch nicht verdenken.
Die letzten 2 Monate wurden dann vom Träger dazu genutzt, das Teilnehmer mit allen Mitteln der "Intensivbetreuung" ihre
Bewerbungsunterlagen aktuallisiert und aufgehübscht wurden. Dann ging es hart zur Sache. Bewerben, das die Schwarte kracht,
hauptsache die Überführung vom Ein-Euro-Job zu einem Job in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Wenn dies klappe, gab es
für den Träger 1000 Euro "Erfolgsprämie" und Bewertungspunkte, die zum Erhalt der Zulassung sehr wichtig war. Hatte der
Teilnehmer Pech und fand nix, wurde um 2 Monate der EEJ verlängert, der den Bewerbungsterror verlängerte..

Im Sinne der BA und co. alles korrekt und legitim..

Hintergründe und intensiver Blick hinter den Kulissen konnte ich ja dann als Anleiter wuppen.. Unglücklich verlaufen, wenn man
ein "popeligen EEJ" erpresserisch mittels Einstellung als Mitarbeiter kaufen will, damit die Gewerkschaftsähnlichen Betrebungen
endlich eingedämmt werden können Nööch ? Allein die die Bezeichnung, die ich als Mitarbeiter statt "Anleiter" aufhübschend
bekam.. Ich könnte kotzen, wie hoch mann kakken sollte. Nix mit "Fachpraktischer Personalentwickler" statt "Anleiter".. Es war voll
spannend, mir wie ein "Untersuchungs-Agent" vor zu kommen. Dieser Spagat und Herausforderung war extrem und ich bereue nichts.
Das Gegenteil war der Fall.. Einen großkotzigen Träger das Handwerk geplättet zu haben und damit ca. 160 EEJ-Plätze zerstört zu
haben. Das gab mir Genugtuung, die "Veräppelungsstrategien" das Licht aus zu blasen.
Würde ich immer wieder tun, bin jedoch damals wie ich aus dem Tiegerkäfig raus war und zugeschagen habe "verbrannt" und kein Träger
wollte mich mehr haben.. Schüff :'(
Kam vermutlich auf die "schwarze Liste a la Vorsicht Maulwurf" Hatte den Vorteil nie wieder Sinnlosmasnahmen mitmachen zu müssen
und wenn was geboten wurde, dann nur echte Weiterbildung. Für mich hatte sich das "sich wehren" voll gelohnt. (Ahnte ich vorher nicht.)

In der Tat. Wie Du hier angefangen hast, deine Maßnahmenerlebnisse zu beschreiben dachte ich erst "Ok.. die Erwerbslosenindustrie
ist ja im Bezug "Konzeptentwicklung und Fortentwicklung besonders kreativ".
Das ganze ohne den Erwerbslosen zu fragen "Wie können wir Sie unterstützen oder was halten Sie denn für richtig ober was könnte man
besser machen ?" Feedbacks von Teilnehmern waren "unsinnig", da sie die Module und Ablaufpläne ihres Konzept kritisieren könnten.

Wenn ich sowas mit machen müsste, würde ich mich mehr damit beschäftigen, wie ich deren Konzept in die Suppe rotzen könnte.
Nebenbei würde ich ein sogenanntes Arbeitstagebuch führen, damit ich mich später, weil ich z.B. diese Propaganda-Show voll
versaut habe, belegen kann, warum ich das tat also denen die Maskerade runter reißen kann.
Infos zum Hintergrund des Gebahren, wie Gekuschel zu Arbeit und Praktikumsgebern etc. zu erhaschen, unterstreichen den Schutz vor Repressionen.

Jo, ich konnte es meinem Gewissen nicht antun, das nach mir weitere Elos diese "Hier alles supi und Toll" Welt zum Opfer werden.
Problematisch, das viele Elos nach Beendigung seelich fertig sind und sich im Anschluss wieder mit ihrem AV beim JC abkämpfen
müssen.. Mich wudert es kein Stück, das viele Elos seelich nieder geschlagen sind. Ob das eine Nebenwirkung oder strategisch
mutwillig fabriziert wird, kann ich nicht belegen aber vermuten, das damit das Hineinpressen von Elos in Dreckjobs besser flutscht.
(H4-Systematik).

Bedauerlich, das Du deine Fragebögen und so im Altpapier entsorgst hast.. Mich würden alleinig nur die Fragestellungen interessieren
und darauf abklopfen, ob die Ersteller der Fragebögen was vom Lafayette Ronald Hubbard abgekupfert haben..

In Hamburg konnten wir das schon nachweisen und das gab dem Träger mächtig Ärger.. Sie wurden dann vor der Wahl gestellt, entweder
Fragebögen einstampfen und weitere Anwendung zu unterlassen oder sie verlieren die Zulassung und kriegen keine Zugewiesenen mehr.
Laut Verträge und Regularien zwichen BA und Masnamenträger ist die Anwendung solcher Metoden verboten.
Verdächtig oft diese Ankreuz-Fragenbögen oder die mit einer kurzen Antwort  unter Zeitdruck ausgefüllt werden sollen..

Ich hoffe, Du bist jetzt etwas besser gegen psychologischen Einflüssen gewappnet, die Dir nicht gut tun und dein Bauchgefühl signallisiert
dir ja, wann Du dein Schutzschild / Filter zum Denkorgan gebrauchen solltest..  :)

Ich wünsche Dir viel Kraft, den Mist duch zu stehen und wenn Du dich zur Maßnahme auskotzen möchtes, kannst Du das hier gerne
weiter tun. (Villeicht auch gans gut so, das Corona Euch vor der "Intensivbetreuung" etwas verschont ?)

Daumendrück Tom  ;)

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horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #116 am: 12:12:51 Di. 12.Mai 2020 »
Moin  ;)

Danke fürs Daumendrücken  ;)


Bedauerlich, das Du deine Fragebögen und so im Altpapier entsorgst hast.. Mich würden alleinig nur die Fragestellungen interessieren
und darauf abklopfen, ob die Ersteller der Fragebögen was vom Lafayette Ronald Hubbard abgekupfert haben..

In Hamburg konnten wir das schon nachweisen und das gab dem Träger mächtig Ärger.. Sie wurden dann vor der Wahl gestellt, entweder
Fragebögen einstampfen und weitere Anwendung zu unterlassen oder sie verlieren die Zulassung und kriegen keine Zugewiesenen mehr.
Laut Verträge und Regularien zwichen BA und Masnamenträger ist die Anwendung solcher Metoden verboten.
Verdächtig oft diese Ankreuz-Fragenbögen oder die mit einer kurzen Antwort  unter Zeitdruck ausgefüllt werden sollen..


Huch, Glück gehabt, so toll treiben sie es bei uns nicht, das waren normale Papiere aus dem Internet, mit dem üblichen Teamfähigkeit-Empathie-Wertschätzung-Blabla auf einer Skala von bla bis bla, aber nichts davon von Hubbard (der hieß Lafayette mit Vornamen???) und ohne Zeitdruck. Wir mussten die Bögen auch nicht abgeben, die waren für unsren Schnellhefter zuhause. Wie sahen denn bei Euch die Bögen aus? Waren da auch private, intime Dinge, die Ihr einschätzen solltet? Liest sich ja heftig, die Sache in Hamburg  :o.

Bei uns lief es auch erst entspannt, und dann sollte langsam auf die Tube gedrückt werden, weil die Struktur nicht durchdacht ist und der Theateranteil ist zu groß und es ist etwas chaotisch.
Den Effekt, den Du beschreibst, kenne ich gut, nur dass es bei uns sanfter abgeht, man bekommt schon einen Wink mit dem Zaunpfahl in Sachen Bewerbung, aber ohne dieses "Du musst, das JC verlangt, etc.". Den Druck machen wir uns in der Gruppe eher selber. Schwein gehabt, ist aber trotzdem ärgerlich, ich vermisse ein klares Vorgehen Schritt für Schritt, man wird einfach durch die Gruppe zu sehr vom Wesentlichen abgelenkt. Und nachmittags ist Feierabend und man will nichts mehr machen, weil der Kopf voll ist vom ganzen Theater.

Ja, das macht Sinn, der ganze Mechanismus. Danke  ;).
Schreibe Dir heute noch mehr über meine letzte Maßnahme, per PN.

Mit solidarischen Grüßen  :)

Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #117 am: 19:10:24 Di. 12.Mai 2020 »
Was läuft denn bei Euch chaotisch ab ? Mit dem Begriff "Chaotisch" allein, kann ich nichts anfangen..
Könnte ja alles mögliche sein..

Im Normalfall sind die Projekte bei Maßnahmenträger bis in die kleinen Details meist in Modulen klar
strukturiert. Zumindest auf dem Papier, sonst würden die ihre Zulassung nicht bekommen..
Hast Du, wie Du beim AV dazu beraten worden bist, ein Informationsflayer dazu bekommen ?
In diesen Dingern sind Stichpunktmäßige Infos enthalten, die das Projekt grob beschreiben.

Zu den Fragebögen, die ich kennenlernen durfte, wurde alles außer was unter dem Privatgeheimnis
fällt ausgeschnüffelt. Schulden, Familie und häußliche Verhältnisse. Habe sowas gern mit k.A. befüllt.

Welche Fragebögen aus dem Internet wurden bei Euch durchgezogen ? Link(s) dazu bitte..
 
Leser_innen möchten ja gern wissen, was sie erwarten und besser für sich entscheiden können, ob sie
bei Bekloppt GmbH mitmachen würden. Darin sehe ich auch den Sinn unseres Dialog im offenen Bereich.
Sone Infos zählen ja auch nicht zu den "Betriebsgeheimnissen" etc..  ;)

Nun habe ich Dir ja versprochen, wie ein "Echtes Zeugnis" aussehen kann.. Der Teilnehmer hatte sich
zur Maßnahme auch was anderes vorgestellt, war entäuscht. Er bemerkte, das der Hase ganz anders
hoppelt, die ihm eher schaden als fördern. Gegen negative Einflüsse hat er sich dann abgeschirmt und
sich gegen sogenannte "Dequallifizierungsstrategien" des Trägers zur Wehr gesetzt..

Klaro, das Teilnehmer, die nicht mehr Pflegeleicht sind gern als Querolannten bestempelt werden,
hauptsache des Trägers Hände bleiben rein, beziehungsweise "Alles nur der Teilnehmer schuld".

Biddeschöön  :)

https://www.elo-forum.org/threads/beurteilungspraxis-bei-coaching-massnahmen-auch-16i-und-datenschutz-akademiker-uebrigens-auch-nicht-verschont.213337/

Zu deinem Zertifikat vermute ich leider, das es sich um ein sogenanntes Teilnahmezertifikat handelt, womit
Du wohl kaum einen Arbeitgeber positiv beeindrucken kannst.. Die meisten Papiere, die von Masnahmenträgern
später eine Bewerbungsmappe aufhübschen soll, finden bei AGs keine Anerkennung und bewirken oft das
Gegenteil, das nämlich der Eindruck aufkommt "Soso Bewerber_in musste also fit gemacht werden. Da muss
doch was dran sein, das Schwierigkeiten auftauchen, wenn ich die Person einstelle ?.."

Viel wichtiger ist die sogenannte "Leistungs und Verhaltensbeurteilung (LuV), die der Träger nach Beendigung
der Maßname bei deinem AV auf dem Tisch landet und dein "persönliches Profil" darlegt. SBs ist sowas das
wichtigste, damit Elos nach der Beschnüffelung bei der Maßnahme besser "händeln" können.

Dies ist jedoch nicht bei jeder Maßnahme so. Es kommt anbei darauf an, welcher Förderparagraph dahinter steckt.
Daher Du mir diesen noch nicht genannt hast, kann ich nicht einschätzen, was Dein Zertifikat also wert ist.

Ob Du das bei deinen künftigen Bewerbungsbemühungen zu deinem Vorteil beitüten solltest oder besser deiner
Analhygiene zuführen solltest, kann ich Dir anhand des fehlenden §... SGB II / SGB III nicht sagen oder einordnen.

M.s.G. Tom ;)
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horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #118 am: 19:16:37 Fr. 15.Mai 2020 »
Moin  ;)

Sehr interessant, der Link, das mit der Beurteilung ist ein starkes Stück!  :o

Und hier der Teilnahmevertrag der Bekloppt GmbH unter pic-upload, danke für den Link!

https://www.pic-upload.de/view-36714914/1.jpg.html
https://www.pic-upload.de/view-36714916/2.jpg.html
https://www.pic-upload.de/view-36714915/3.jpg.html
https://www.pic-upload.de/view-36714918/4.jpg.html
https://www.pic-upload.de/view-36714917/5.jpg.html

M.s.G.  ;)

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #119 am: 20:09:11 Fr. 15.Mai 2020 »
Da hast Du recht, chaotisch ist ein weiter Begriff.

Ich meinte damit:

- dass es keinen klaren, logischen und schrittweisen Aufbau und kein detailliertes Konzept gibt, und das bei 9 Monaten
- dass manche Übungen aus Hilflosigkeit und um die Zeit zu füllen wiederholt werden, wie z.B. das "Sich-gegenseitig-Stellenbörsen-vorstellen", obwohl wir alle lesen können und alle die gleichen Unterlagen bekommen
- dass Absprachen nicht eingehalten werden, wie z.B. beim Wunsch nach Schwarz-Weiß-Fotos für unsere Kurzbewerbung. Einmal heißt es: geht, dann wieder nicht, erst darf man mitbestimmen, dann wird wieder alles über den Haufen geworfen.
- dass wir bei den Aufgaben ständig unterbrochen werden, um zu erfahren, wie lange wir noch brauchen, das nervt, und man kann sich nicht konzentrieren
- dass wir ins BIZ geschickt werden, um Berufsbilder zu recherchieren, was total veraltet ist
- dass uns erst Zeit gelassen wird und dann, wenn es knapp wird, mit den Aufgaben auf die Tube gedrückt wird
- dass das Vorgehen insgesamt nicht professionell (genug) ist
...

Insgesamt ist alles ziemlich überholt.

Einen Flyer habe ich nie bekommen, weil ich bei der Info-Veranstaltung nicht dabei war und sozusagen nachgeschoben wurde.

Ein Zertifikat wird es geben, zum Abschluss, mit der Analhygiene solltest Du hier richtig liegen, weil es kein qualifizierter geförderter Abschluss ist (der Paragraf ist nirgendwo aufgeführt) , sondern eine Art Beschäftigungstherapie.

M.s.G.  ;)