Autor Thema: Maßnahmenterror  (Gelesen 84911 mal)

Tomi72

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Re:Maßnahmenterror
« Antwort #90 am: 11:49:50 Sa. 26.Februar 2011 »

Judy

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Re:Maßnahmenterror
« Antwort #91 am: 14:21:41 So. 27.Februar 2011 »
Ein Weg, Maßnahmenträger abzuschießen könnte sein, was ich woanders gelesen hab und im Hartz-IV-Industrie-Thread gepostet hab:
Ich weiß leider nicht, wie ich direkt zu meinem Posting verlinken kann, nur zum Thread, vielleicht kann es mir jemand sagen, oder im nächsten Posting direkt zu meinem Posting #22 verlinken.

http://www.chefduzen.de/index.php/topic,23351.15.html
Dort auf der Seite dann eben mein Posting #22. Auf dem Thread im andern Forum kam dann ganz zum Schluß, dass die SB, wenn es irgendwie geht nicht mehr Leute an MikroPartner in die Maßnahmen schicken. Und MP hat auch Leute in CallCenter vermittelt und in Zeitarbetisfirmen und Lohnzuschüsse von den Ämtern dafür kassiert. Und solche sind ja die übelsten Träger. Vielleicht kann man die damit abschießen, indem man sie mal genauer durchleuchtet. Wird mit den verschärften Sanktionsregeln bestimmt jemand ausprobieren, dann sieht man ja, ob es was taugt, deren Finanzen zu durchleuchten. Werde das gleich mal mit den Trägern meiner Stadt machen....

Spätlese

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Re:Maßnahmenterror
« Antwort #92 am: 13:10:10 Di. 19.April 2011 »
Maßnahmen - ein Buch könnte ich darüber schreiben, was einem da für 1100 - 3000 Euro Kosten pro Teilnahmemonat zwangsverordnet, ach nee "freiwillig auf Wunsch des Erwerbslosen" müsste das ja richtig heißen, wird. Die Aa´s bzw. Jobcenter haben halt ihr Plansoll an Weiterqualifizierungen durchzuführen, d. h. soundsoviel Stück bzw. %  Erwerbslose sind durch Weiterbildung zu fördern.
Ich habe schon Leute kennengelernt, die mit 2 oder 5 Tagen Pause von einer Maßnahme bzw. auch Weiterbildung in die nächste rutschten - das in einigen Fällen 3-4 Mal pro Jahr. Ich selbst kam auch schon in eine Maßnahme, die schon 9 Arbeitstage Tage lief - SB meinte "da arbeiten sie sich schon schnell rein" - brachte mir gar nichts, komplexes Softwarethema - 2 Themenblöcke fehlten mir, Hälfte nicht geschnallt.
Ganze Klassen gab es bei einem Weiterbilder, da hatten sie Leute zwischen 17/18-25 ohne jeden Schulabschluss, teils auch kaum deutsch sprechende zusammengefasst - die sollten was von Buchführung lernen. Auf jeden Fall war da immer das lauteste Gegröhle und heulende Dozentinnen. LOL
Bürokaufleute werden hier bei rd. 40 Instituten im Rahmen von Maßnahmen ausgebildet, 2 Jahre lang, damit sie hinterher auf Halde liegen, weil sie keiner einstellt. Klassen (auch als Weiterbildungsmaßnahme) wo man u. a. sparsam einkaufen, kochen und Sport treiben lernen soll und zwischendrin mittels malen-basteln+gestalten schöne Dinge aus Buntpapier zusammenklebt. Und einen Weiterbildungskurs, wo die Dozentin zur Auflockerung immer mal Musiktapes mitbrachte und allen Ernstes verlangte, dass die Teilnehmer zur Auflockerung und um sich besser kennenzulernen dann zur Musik miteinander im Unterrichtsraum tanzen.
Die sind doch einfach alle nur noch krank im Kopf. Nur, diese Umstände interessieren eben niemanden wirklich, denn sonst gäbe es sie ja nicht.
Und dann bei einer Maßnahme - ging über Weihnachten bzw. den Jahreswechsel: Personal vom Bildungsträger machte im Gebäude Weihnachtsfeier und siehe da, 2 Sachbearbeiter vom hiesigen Jobcenter gesellten sich dazu und ließen am Eingang zum Raum auch leicht verdeckt etwas in den Grabbelgeschenkwühlsack fallen.
Das sagt doch schon alles.

Alle von mir getätigten Aussagen/Antworten/Kommentare entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.

Fritz Linow

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #93 am: 21:10:32 So. 19.Januar 2020 »
Zitat
Die Jobcenter sollen Langzeitarbeitslose für den Arbeitsmarkt fit machen. Viele Hundert Millionen Euro geben sie für diese Maßnahmen aus. Viele zweifeln mittlerweile an dem Sinn solcher Kurse: Manche Erwerbslose müssen Tierbilder ausmalen oder Murmelbahnen bauen.

Selbst der Bundesrechnungshof kritisiert, dass ein Großteil solcher Maßnahmen die Eingliederung der Erwerbslosen nicht fördere, sondern gar behindere. Anstatt sich um einen Job zu kümmern, rauben diese Kurse den Erwerbslosen Zeit und Energie, sagen Experten. Dennoch nehmen die Teilnehmerzahlen an solchen Maßnahmen seit Beginn des Jahrzehnts zu. Obwohl es immer weniger Arbeitslose gibt.

Für Prof. Stefan Sell von der Hochschule Remagen ist dies das Ergebnis einer vollkommen verfehlten Förderpolitik. Denn während immer mehr Erwerbslose scheinbar "Sinnlos-Kurse" besuchen, bekommen immer weniger Erwerbslose Weiterbildungen mit anerkannten Abschlüssen gefördert. Der Staat spare damit Geld, denn die kurzfristigen Maßnahmen seien wesentlich günstiger als eine monatelange Weiterbildung, sagt Sell. Experten vermuten dahinter eine konkrete Absicht: Denn indem möglichst viele Arbeitslose in kostengünstige Bildungskurse gesteckt werden, erscheinen diese nicht mehr in der offiziellen Arbeitslosenstatistik.

28 min Datum: 25.09.2019
https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-weiterbildung-ohne-sinn-100.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #94 am: 07:17:07 Mo. 20.Januar 2020 »
Maßnahmenterror.
Für den Betroffenen nur nervig und ohne positiven Effekt.
Ansonsten ein Apparat, der noch nie ernsthaft untersucht wurde.
Es riecht übel nach Korruption, Geldwäsche und einem Filz aus Unternehmerverbänden und DGB,
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #95 am: 07:41:00 Mo. 20.Januar 2020 »
Sorry, diese Masnahmen, die sinnlos erscheinen, sind überhaupt nicht sinnlos, weil solche
Masnahmen von den Medien nicht in ihrer Gesammtheit beleuchtet werden..  Äh was ??

Ja, diese Masnahmen machen für den SB bis zur BA sehr wohl Sinn.. In diesen Häusern
wird viel mit schwarzer Pädagogik gegen Erwerbslose gearbeitet..

Bei jeder Sinnlosmaßnahme werden Teilnehmer_innen bis in den Privatbereich mittels
Dialogen und Beobachtung ausspioniert, um aus den Erkenntnissen zum entsprechenden
Teilnehmer ein Persönlichkeitsprofil an zu legen..

Diese Datenschutzrelevant hoch sensiblen Daten werden in einer sogenannten
Leistungs- und Verhaltensbeurteilung gesammelt und dem SB vom JC sowie der BA
übermittelt..

So mansche Datenbanken, die über Erwerbslose Masnahmenteilnehmer_innen
angelegt werden muffeln genau so schwer, wie damals Datensätze von der Stasi
empfunden wurden..

In dem Moment, wo Erwerbslose eine EGV unterschreiben, die auch das Angebot
einer Maßnahme enthalten, ist es bereits zu spät, sich gegen dieses Ausgehorche
des MT / JC / BA zu wehren.

In meiner Datenschutzklage gegen die Umsetzungspraxis im Sinne des § 61 SGB II
wurde mir um die Ohren gehauen, das Erwerbslose Beschneidungen ihrer Grundrechte
im Bereich informationeller Selbstbestimmung hin zu nehmen hätten, weil sie von der
Allgemeinheit finanziert werden..  >:(

Ich kann jeden Erwerbslosen nur dazu raten, niemals eine Eingliederungsvereinbarung
(EGV) sofort zu unterschreiben ! Diese Dinger sind mittlerweile juristisch so ausgeschlafen,
das die Unterschrift des Erwerbslosen darauf eine Mausefalle darstellt.. Eine gültige EGV
steht heute für den Verzicht auf Grundrechte..

Was mich an dieser Datensammelwut besonders stört, das dahergekommene
Anleiter_innen solcher Maßnahmen die Akte des Erwerbslosen für die nächsten 10 Jahre
versauen können und wer weiß, was mit diesen Datenbanken passiert, wenn z.B. die
AfD im Bundestag die Mehrheit erreichen würde.. Arbeitserziehungshäuser werden
dann bald gewiss  :( In manch Maßnahmen werden heute ja schon Hirnwaschmaschienen
eingesetzt, um Arbeitsuchende leichter in schlecht bezahlter Jobs pressen zu können.

Ich sehe da Ähnlichkeiten von möglicher Gefahren, die sich nach der Machtergreifung
der NSDAP entpuppten..
Lass Dich nicht verhartzen !

BGS

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #96 am: 05:53:28 Di. 21.Januar 2020 »
Man hat sich der Arbeitslager entledigt, die Entrechtung, Ausgrenzung und Stigmatisierung der "Arbeitslosen" perfektioniert.

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #97 am: 14:08:52 So. 09.Februar 2020 »
Hallo liebe Chefduzer,

bin neu hier und möchte dringend meinen Senf zum Thema geben, aktuell nehme ich an einer Maßnahme teil, die sich work:ART nennt, das bedeutet Theaterspielen für Arbeitslose.
Das Ganze wird von der defakto GmbH durchgeführt, es gibt ein Team (Jobcoach, Sozialpädagoge, Theaterpädagoge) und die Projektleitung.

In aller Kürze das Konzept:

1. Akt: 3 Monate - Berufsfindung/Neuorientierung und "Forum der Begegnung" (eine Art Praktikumsbörse mit Büffet)
2. Akt: 3 Monate - Praktikum (1 Woche), Theaterproben
3. Akt: 3 Monate - Aufführung eines Stücks, der Eintritt ist frei, sponsored by Jobcenter, 5 Wochen Praktikum, Abschluss

Am ersten Tag hat die Projektleitung die Werbetrommel gerührt, damit auch ja möglichst viele den Teilnahmevertrag unterschreiben. Das Jobcenter würde viel Geld bezahlen, um uns das zu ermöglichen (!!!), hieß es da, wir könnten uns auserwählt fühlen (noch Fragen?), und wir würden durch unsere Teilnahme beweisen, dass wir - Ihr erratet es alle - TEAMFÄHIG SEIEN. Ich weiß nicht, wer sich selbst damit mehr betrügt - die Erfinder des Konzepts oder die Teilnehmer.

Deswegen - falls Ihr von Eurem Fallmanager gefragt werdet, ob Ihr Euch für Theater interessiert - tut Euch selbst einen Gefallen und sagt nein. Und falls Ihr gefragt werdet, wofür Ihr Euch interessiert, sagt bitte nicht: Theater. Auch wenn es stimmen sollte. Auch wenn Ihr 2 Wochen Zeit habt, die Maßnahme unverbindlich zu testen. Auch wenn Ihr gern unter Menschen seid.
Ihr seid zwar nicht verpflichtet, auf der Bühne zu stehen, aber der nervige Gesandte für Theaterpädagogik wird so lange auf Euch einquatschen, bis ihr Euch beschwert oder nachgebt.

Den Teilnahmevertrag stelle ich euch gerne rein, wenn Ihr daran interessiert seid.

Liebe Grüße!

Kuddel

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #98 am: 14:38:44 So. 09.Februar 2020 »
Mein Beileid.
Wie ich so einen Dreck hasse!
Diese sanft lächelnde sozialpädagogische Folter.

Die SPD hat irgendwas zusammengelogen von einem schrittweisen Ausstieg aus Hartz IV, aber der Horror geht weiter.
Die Erwerbslosen werden weiter gepiesackt mit Sinnlosmaßnahmen.
Diese Maßnahmenindustrie sollten genauer analysiert und zerschlagen werden. Es ist ein Ort der Korruption in großen Maßstab. Die gesamten BA Strukturen sind Teil des Übels, des undurchdringlichen und menschenverachtenden Sumpfs aus Wirtschaft und Gewerkschaften. Ich gehe davon aus, daß es eine Schnittstelle ist, an der die Gewerkschaften für ihre arschkriecherischen Politik von der Wirtschaft geschmiert werden. Hinter dieser Maßnahmenindustrie dürften sich kriminelle Verstrickungen des SPD/DGB Sumpfs auftun, ähnlich wie der AWO, wenn man nur Anfangen würde, einmal an der Oberfläche zu kratzen. Das hat scheinbar noch niemand getan.

Deshalb freue ich mich über solche Berichte.

Fritz Linow

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #99 am: 14:57:27 So. 09.Februar 2020 »
(...)
Das Jobcenter würde viel Geld bezahlen, um uns das zu ermöglichen (!!!), (...)

Hoffentlich kann die defakto GmbH damit ihre Verbindlichkeiten  bezahlen und die Pfändung eines Kontos wird aufgehoben. Vielleicht kann sogar einer der Geschäftsführer seinen Wohnsitz wieder nach Deutschland verlegen, haha.

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #100 am: 13:19:48 Di. 11.Februar 2020 »
Hoffentlich kann die defakto GmbH damit ihre Verbindlichkeiten  bezahlen und die Pfändung eines Kontos wird aufgehoben. Vielleicht kann sogar einer der Geschäftsführer seinen Wohnsitz wieder nach Deutschland verlegen, haha.

 ;D!!!

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #101 am: 13:23:01 Di. 11.Februar 2020 »
Mein Beileid.
Wie ich so einen Dreck hasse!
Diese sanft lächelnde sozialpädagogische Folter.
...
Deshalb freue ich mich über solche Berichte.

Danke :)

götzb

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #102 am: 13:47:34 Di. 11.Februar 2020 »
Wer von den Opfern die mit einer Maßnahme zugeschissen wurden, "durfte" daran teilnehmen, obwohl er sämtliche Unterschriften verweigert hat.
Sabotage als legitimes Mittel gegen Zwangsarbeit und Niedriglohn.