Autor Thema: Maßnahmenterror  (Gelesen 88025 mal)

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #120 am: 18:20:17 Mo. 12.Oktober 2020 »
Lieber Tom, liebe Betroffene im Forum,

hier mein abschließender Bericht bzw. meine Zusammenfassung der Maßnahme work:ART im Kreis Düren, Dauer: 9 quälend lange Monate. Mitwirkende: 3 MitarbeiterInnen + Projektleitung der defakto GmbH  + zuerst 20, dann noch 15 TeilnehmerInnen, von denen 7 durch auf die eine oder andere Weise das Elend um den einen oder anderen Monat verkürzen konnten.

Hier vorab ein TV-Clip über defakto aus Niedersachsen mit den dümmsten aller Ausreden, die sich je ein Maßnahmeträger ausgedacht hat, um Geld abzuzocken:



Da kann einem wirklich schlecht werden, oder?

Die schlimmsten Auswüchse für mich waren:

- der Stuhlkreis mit Morgen- und Mittagsrunde zur Begrüßung und Verabschiedung.

Vermisst habe ich ja das Nickerchen im Gitterbett für zwischendurch, das Märchen-Vorlesen und die Anrede unserer Wohltäter mit „Onkel“ oder „Tante“, aber komm, man kann halt nicht alles haben.

- die Sedcard - eine Karte im DinA5-Format mit Fotos und Text, in dem wir angeben, wer wir sind und was wir zu bieten haben. Eine Idee, die mich an den Viehmarkt erinnert hat und die ich im Altpapier entsorgt habe.

- das „Forum der Begegnung“. Ebenfalls wie auf dem Viehmarkt haben sich ein paar aus der Gruppe geopfert und in einer „coolen Choreographie“ den Gästen präsentiert: Mitarbeitern aus Arbeitsvermittlung + Arbeitgeberservice. Die haben dann die Sedcards vom einen oder anderen mitgenommen. Allzu viele geladene Gäste kamen aber nicht, was wohl dem guten Geschmack, der Selbstachtung, dem gesunden Menschenverstand oder einfach dem vorweihnachtlichen Stress geschuldet war.

- die Premiere: 8 Leute spielen eine Aneinanderreihung von Szenen mit Pappstühlen, vor 15 Leuten des Jobcenters. Alle mit Visier, wegen Corona. Es wurde brav geklatscht, die „erwiesenermaßen teamfähige Gruppe“ bekam Blumen und blumige Worte zum Abschied und am letzten Tag wurde nochmal eine Vorstellung im engsten Kreis draufgelegt, als wäre das Elend der „Theaterpremiere“ nicht genug gewesen.

- die Netzpremiere: noch bekloppter als die Premiere, ein Online-Kindergarten und ein Fall für den Psychiater.

- die sinnlose Herumhockerei am Bühnenrand während der Proben und der Zwang für die Nicht-Schauspielenden, sich den den ganzen lächerlichen Mist live mit anzusehen.

- die Besuche der Zuständigen vom Jobcenter, denen eine heile Welt vorgeheuchelt wurde.

- das ständige Geseier über "die Gruppe".

So, das war`s zum Thema defakto.

Hier noch ein großartiger Vortrag von Christel T.  aus Berlin über die Psychodynamik in Hartz IV, den ich jedem empfehlen kann:



Ich hoffe, dass den ganzen Trägerbuden endlich der Garaus gemacht wird bzw. dass sich endlich KOMPETENTE Fachkräfte als Coaches anbieten, die wirklich auf Augenhöhe mit Menschen in Hartz IV umgehen können und wollen.

Solidarische Grüße  :)

Fritz Linow

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #121 am: 19:45:17 Mo. 12.Oktober 2020 »
(...)
Da kann einem wirklich schlecht werden, oder?
(...)

Ich konnte es nicht bis zum Ende schauen.

Tiefrot

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #122 am: 21:34:29 Mo. 12.Oktober 2020 »
Hab das erste Video komplett gesehn.
Und komm' mir nach Strich und Faden verarscht vor.  >:(
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
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Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #123 am: 23:05:17 Mo. 12.Oktober 2020 »
@horrorexitmytoday

Vielen Dank für dein Beitrag.  :D

Jo, sone Maßnahmen sind ja die Spitze des Eisberges an Hirnwaschversuche an Erwerbslose.
Selbstverknallter Erwerbslosenindustrieller merkt seine Einschäge selbst nicht mehr  >:(
Lass Dich nicht verhartzen !

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #124 am: 14:43:28 Di. 13.Oktober 2020 »
Hab das erste Video komplett gesehn.
Und komm' mir nach Strich und Faden verarscht vor.  >:(

Jo, kein Wunder! Am ersten Tag der Maßnahme haben wir auch so einen Quark zu hören bekommen, von wegen Beweis unserer Teamfähigkeit und blabla  >:(

Vielen Dank für dein Beitrag.  :D

Gern geschehen, Tom!  :D

Hätte gern auch die "Premiere" bei youtube hochgeladen und reingestellt, das hatte aber gegen die Persönlichkeitsrechte verstoßen. Schade....  ;) Wenn diese Rechte immer so ernst genommen würden wie bei Foto- und Videomaterial, dann wären wir schon einen Schritt weiter.

Ich konnte es nicht bis zum Ende schauen.

Verstehe ich gut, es tut schon körperlich weh, der Leiterin bei ihren scheinheiligen Rechtfertigungen zuzuhören. Das mit den Pinguinen war auch extrem!

Ziemlich perfide finde ich, dass der Zusammenhalt der Gruppe gefördert und gezielt gelenkt wird, die Teilnehmer werden manipuliert, so dass Einzelne, die aus der Reihe tanzen, unangenehm auffallen. Die Solidarität, die in anderen Maßnahmen eher unerwünscht ist, wird hier Mittel zum Zweck. Deswegen ist auch die Hemmschwelle, sich zu beschweren, ziemlich hoch.

Was auch mehr als unverschämt war: Die Anregung des Jobcoachs, die Maßnahme im Lebenslauf aufzuführen, um zu zeigen, dass ich "nicht nur auf der faulen Haut gelegen hätte". Da hat´s mir die Sprache verschlagen.

Welcher normal tickende Arbeitgeber reagiert NICHT mit Mitleid und Ekel, wenn er sowas liest???


BGS

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #125 am: 19:13:15 Di. 13.Oktober 2020 »
Die Brandrede gefällt mir gut, von wann ist diese? 2012?

Und so gut wie nix ist seitdem geschehen?

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #126 am: 19:49:29 Di. 13.Oktober 2020 »
Die Brandrede gefällt mir gut, von wann ist diese? 2012?

Und so gut wie nix ist seitdem geschehen?

MfG

BGS

Ja, die Rede ist echt stark, tolle Aktivistin. Ist im Januar 2014 reingestellt worden, kann aber natürlich auch älter sein.

Stimmt, da hat sich nix getan, bis auf die Änderung im November, dass jetzt "nur" noch um 30% gekürzt werden darf....

Solidarische Grüße

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #127 am: 11:50:21 Mi. 11.November 2020 »
Hallo, ich bin`s wieder,

bin momentan im Jobcoaching. Ob das ein Maßnahmenterror ist, kann ich noch nicht sagen, dauert erst 2 Wochen, auf jeden Fall bin ich gerade ziemlich sauer.

1. Es sieht so aus, dass Tom recht hatte mit seiner Warnung, nicht zuviel persönliches Zeug von sich zu erzählen. Zumal die ganzen Coaches mit ihren tollen Weiterbildungen immer glauben, überlegen zu sein bzw. zwanghaft überlegen sein wollen. Das Schlimme ist auch, dass es bei mir die ganze Mühe, die ich mir damit gegeben habe, psychisch stabiler zu werden, über den Haufen geworfen hat, weil der ganze Dreck durch die Gespräche wieder hochgespült wird und mich ziemlich fertigmacht.

2. Möchte in Zukunft mit Menschen arbeiten und selber gerne in den Coaching-Bereich. Dummerweise habe ich Angst vor dem Telefonieren, also vor der Kaltakquise, weshalb meine Befähigung für diesen Bereich angezweifelt wird. Was soll das? Es geht doch um die Empathie, die man mitbringt, und nicht nur darum, ob man gerne zum Hörer greift. Habe das Gefühl, dass hier so eine Türsteher-Mentalität bei den Coaches herrscht, nach dem Motto: Wenn wir das und das nicht bei dir sehen, hast du keine Chance/raten wir ab/wirst du es schwer haben....

Hat jemand von Euch Erfahrung mit solchen Situationen?

LG

Tiefrot

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #128 am: 13:01:40 Mi. 11.November 2020 »
Nun ja, das primäre Ziel eines Jobcoachings ist deine Zurichtung zur Ware.
Denen ist es Scheißegal, was du machen willst, es geht hier nur um Verkäuflichkeit.
Außerdem brauchst du auch nicht zu erwarten, das du von der evtl. daraus folgenden
Tätigkeit leben kannst. Das läuft ausschließlich auf eine Existenz als Leihsklave,
Selbständiger oder anderen Prekärmist hinaus.

Wünsche dir einen starken und stabilen Charakter, und eine
exakte Vorstellung davon, was du beruflich willst. Anders
wirst du den Müll nicht (halbwegs) unbeschadet überstehen.
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
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Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #129 am: 15:28:12 Mi. 11.November 2020 »
Soso.. Erst im Coachingbereich gequält worden und für die Zukunft ins selbe Boot springen wollen ?..
Glaubst Du, Du könntest dann etwas besser machen ? Ganz schwer.. Vorgaben von Vorgesetzten
machen es möglich, andere genau so veräppeln zu müssen, wie es einen selbst geschehen ist..
Emphatie kannst Du voll zu Hause lassen, wenn so ein Job angesagt ist. Sonst kämst Du auf Dauer
nicht klar.. Für zwischen 11,20 bis 18 Euronen brutto /h als Springer-Selbständig ? Viel Spaß  :o
Lass Dich nicht verhartzen !

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #130 am: 13:27:46 Fr. 20.November 2020 »
Erstmal vielen Dank für die guten Wünsche und Eure Antworten.

Ja, dieser Bereich reizt mich sehr, allerdings auf einer anderen Schiene. Mir geht es wirklich darum, dass es meinem Gegenüber nach dem Gespräch besser geht als vorher. Nach dem, was ich beobachtet habe, ist es aber tatsächlich wenig aussichtsreich, sich speziell auf das Jobcoaching einzulassen.

Habe jetzt noch ein paar Wochen vor mir, und bisher keinen Praktikumsplatz. Im Grunde ist die Maßnahme auch mit 2 Monaten zu kurz gehalten um wirklich an einer Strategie zu arbeiten, solange die Gespräche keine einheitliche Dauer haben, d.h. mal eine halbe, dann wieder anderthalb Stunden und das Ganze 1-2 mal pro Woche. Die Coaches sind nett, aber auch etwas festgelegt in ihrem Erfahrungshorizont, was für die Teilnehmer möglich ist und was nicht. Und die Vorschläge haben mit meinen Zielen auch nicht viel zu tun.

Onkel Tom

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #131 am: 14:30:38 Fr. 20.November 2020 »
Ich kann dazu nur warnen, in die Coaching-Ebene ein zu steigen !
Sobald das JC/BA ihre Finanzfettfinger dabei hat, hat es sich mit gut gemeinten Vorsätzen
komplett erledigt..

Wenn Du dir privat Wissen dazu aneignest, um damit z.B. Freunde etc. zu unterstützen, sich
gegen daherservierten Zwangscoaching zu wappnen, finde ich das klasse.

Ansonsten ist es wie auf einer Hühnerleiter a la von oben herunter zu scheißen.

Ich habe 3 Monate Ein-Euro-Job-Anleiter gemacht und zwichen den Mitarbeitergesprächen mit
Teilnehmern und ohne Teilnehmer wie bei sogenannten Teambesprechungen waren extrem
unterschiedlich. Zum TN in erster Lienie freundliches Gesicht zeigen und Honig um den
Bart zwecks "bei Laune halten" und in Teambesprechungen kam ich mir schon in einem
Club vor, wo Sozialdarvinismus hoch gelobt und ausgetobt wird..

Knirscht es im Gebälk, weil z.B. Teilnehmer Kritiken üben, wird ratzfatz "ausgesondert".

Als Coach kannst Du nur dann was werden, wenn Du nicht im Kreise der beauftragten Dritten der
BA arbeiten kannst und die JC/BA unabhängigen Stellen sind rar..

Mein Wissen in diesem Bereichen setze ich dazu ein, das Elos sich gegen Manipullation durch
Coaching wappnen können..

Wenn ein JC-SB meint Elo mit plüschologischen Drucksprüchen zulabern zu müssen, hilft z.B. der
Spruch "So können wir nicht miteinander reden !". Dieser Satz kommt aus dem Ausbilderbereich..
(Arbeitspädagogik)

Ich hoffe, das Du Zukunftsplanung ohne mitmischen des JC wuppst. Mit dem JC wird das garantiert
nichts, weil JC nur verwaltet.. Noch bist du jung genug, auf dem normalen Ausbildungsmarkt was
zu finden.. Mit jeder Sinnlosmaßnahme reißen sich die Lücken in deiner Berufsbiografie größer, was
fast jeden AG dazu veranlasst §45-SGB 3 Erfahrene nicht ein zu stellen..
Lass Dich nicht verhartzen !

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #132 am: 16:08:51 Sa. 21.November 2020 »
Super mit dem Satz aus der Arbeitspädagogik, danke für den Tipp! ;D

Hätte nicht gedacht, dass es so schlimm ist, obwohl, Jobcoaches trau ich mittlerweile so ziemlich alles zu. Was weiß ich, was meine hinter meinem Rücken reden. Was kamen denn in der Teambesprechung für Sprüche über die Teilnehmer, nur so ungefähr, damit ich mir ein Bild machen kann? Sozialdarwinismus liest sich ja übel....








tleary

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #133 am: 21:04:04 Sa. 21.November 2020 »
"Aus dem Tollhaus", Teil 1 & 2. Weitere Episoden mit dir sind vermutlich noch geplant, wenn du nicht versuchst, da auf Teufel-komm-raus davon wegzukommen.

Aber was mich als Außenstehenden, der sowas noch nie mitgemacht hat, brennend interessieren würde: Was passiert eigentlich, wenn du überhaupt nichts von dir preisgeben willst? - Da wird der Druck der Coaches dann wohl ins Unermessliche wachsen, von wegen du seist "nicht teamfähig", ein "Querulant", "Mießmacher" und sowieso ein "Arbeitsverweigerer". Schließlich wird mit Ausschluß und natürlich späterer Sanktion gedroht. Denn man ist dann ja für den modernen Arbeitsmarkt, der unbedingte Teamfähigigkeit" fordert, geeignet.

Naja, werde ich hoffentlich nie erleben, was in solchen "Tollhäusern" finanziert vom Staat, alles passiert. Und das nur, damit ein paar sonst wohl arbeitslose Sozialpädagogen sich vom Staat durchfüttern lassen können. Von deren "Chefs" ganz zu schweigen.

Die Projektleiterin:

Zitat
"Diese 13 Pinguine wurden zurückgelassen und müssen sich nun zu einer neuen Gruppe formatieren."

Sollte natürlich "formieren" heißen. Disketten "formatiert" man. Das heißt dann, der Inhalt wird gelöscht... So wie das Hirn der Teilnehmer dabei, die sich zu so einer Darstellung erniedrigen. - Insofern schon unabsichtlich richtig.

Aber ist auch egal, welchen Schwachsinn so ein unnützer Akademiker von sich gibt. Hauptsache es klingt irgendwie schlau, und seine Anpassungsleistung während des Studiums wird vom System durch im weiteren Berufsleben unnütze "Sozial"arbeit ordentlich bezahlt.

Ich hoffe, dass den ganzen Trägerbuden endlich der Garaus gemacht wird bzw. dass sich endlich KOMPETENTE Fachkräfte als Coaches anbieten, die wirklich auf Augenhöhe mit Menschen in Hartz IV umgehen können und wollen.
Wie? - Sollen sie jetzt verschwinden, oder nur mit "besserqualifizierteren Mitarbeitern" das gleiche böse Spiel unendlich weitertreiben können? - Ich plädiere fürs erstere.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

horrorexitmytoday

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Re: Maßnahmenterror
« Antwort #134 am: 12:10:00 So. 22.November 2020 »
Sehr gute Fragen!

- Aus dem Theaterwahnsinn bin ich seit 6 Monaten raus. Corona hat uns die Praktikumsphase zerstört, geplant waren 4-6 Wochen im Mai/Juni.

- Das würde mich auch brennend interessieren, habe leider niemanden erlebt, der es versucht hat, wir waren alle ziemlich willfährig.
Wenn man das innerhalb der ersten 2 Wochen probiert hätte - die waren ja zum Testen gedacht - dann hätte nicht soviel passieren können, nur danach, bei verbindlicher Teilnahme. Da muss man aber schon ordentlich Pfeffer haben, um gegen die Gruppendynamik anzugehen.
Ich wünsche dir jedenfalls auch, dass du weiterhin davon verschont bleibst.

- Das Formatieren ist mir gar nicht aufgefallen, hörst du immer so gut hin? Das gefällt mir :)

- Werde auch nicht schlau daraus, wofür sich Pädagogen hergeben, auf jeden Fall gibt es in dieser Berufsgruppe mehr Leute mit blinden Flecken, als ich dachte.

- ich plädiere auch für Ersteres, hatte mich aber falsch ausgedrückt. Die Trägerbuden gehören geschlossen. In die Jobcenter gehören Coaches, die was draufhaben und Kontakte haben und Know-How und die sich für jeden Einzelnen Zeit nehmen. Wirtschaftspsychologen, so was meinte ich, für Einzelcoachings. Und vor allem FREIWILLIG und nach Bedarf. Kein Tertia oder bfz oder Beschäftigungsgesellschaften mehr oder so ein Zeug, was ich erlebt habe. Vor allem aber müssen endlich richtige Weiterbildungen finanziert werden, dass es nur so kracht. Solange aber in den JC keine Fachkräfte mit Spaß an der Arbeit sitzen, sondern frustrierte Gespenster, die den Arbeitslosen die Butter auf dem Brot nicht gönnen, wird sich wohl nichts ändern.