Autor Thema: Antifa  (Gelesen 16839 mal)

Kuddel

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« am: 12:51:18 So. 24.Juni 2007 »
Es gab stets Zeiten wie damals bei den Rassistischen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, da stürzten sich alle Medien auf das Thema. Die Rechte Gewalt wächst aber kontinuierlich, es wurde schon längst zur Tagesordung übergegangen. Natürlich existiert eine kontinuierliche Antifaarbeit und es gibt wirklich gute Aktionen. Nicht nur angesichts der wachsenden Gewalt von Rechts sondern auch wegen der zunehmenden Etablierung der Rechten Szene frage ich mich was man gegen die offensichtliche Hilflosigkeit der Antifapolitik unternehmen kann.

schwool

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« Antwort #1 am: 13:30:55 So. 24.Juni 2007 »
linkstextrem = rechtsextrem

das sind beides die gleichen deppen - keine macht den extremen!

Pinnswin

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Antifa
« Antwort #2 am: 16:47:19 So. 24.Juni 2007 »
@schwool, du bist aber ganz schön extrem in deinen Äusserungen.
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

cyberactivist

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Antifa
« Antwort #3 am: 15:40:24 Mo. 25.Juni 2007 »
Möchte die Diskussion übersichtlich und im Rahmen des Themas halten.

Von Kuddel:
ohne Absicht von mir gelöscht:

Zitat

alfred, ich wollte hier nicht Oberlehrerhaft daherkommen.n die rechte Gewalt bereits zahllosen Menschen das Leben gekostet hat (http://www.stern.de/politik/mut/506930.html?eid=502536) und dann diejenigen, die versuchen etwas dagegen zu unternehmen in den gleichen Pott geworfen werden wie das braune Pack, dann reagiere ich schon ungehalten.

Ich bin weiterhin an einer wirklichen Diskussion interessiert.
Natürlich finde ich es gut und richtig, daß mit allen Mitteln versucht wird rechte Aufmärsche, Schulungszentren, Treffpunkte und Buchläden zu verhindern, bzw. zu schließen.

Aber das kann nicht alles sein. Und die Forderung "Nazis raus"...ja wohin denn???

Aber diese Form der Antifapolitik scheint an ihre Grenzen gekommen zu sein. Die Aktivitäten und die Gewalt von rechts nehmen jedenfalls zu. Ich will jetzt nicht die bisherigen Aktivitäten in Frage stellen. Vieles scheint jedenfalls völlig an denjenigen vorbeizugehen, die empfänglich sind für die rechte Ideologie. Es sind ja nicht ein paar arbeitslose Ost-Jugendliche, es geht quer durch die Gesellschaft (wie gesagt, selbst jedes 3. Gewerkschaftsmitglied ist zumindest teilweise von der Ideologie infiziert).
Nur Exhibitionisten haben nichts zu verbergen.

alfred

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Antifa
« Antwort #4 am: 19:20:49 Mo. 25.Juni 2007 »
Alles was zu schwool zu sagen nötig ist, hat Pinnswin treffend getan.

Zur 'offensichtlichen Hilflosigkeit der Antifapolitik' kann ich nur zum wiederholten Male sagen, lasst die dämliche und nichts bringende Selbstzerfleischung (und die kannst Du realistischer als bei chefduzen.de auch "draußen" nicht finden). Für Sympathisanten (ich zähle mich dazu) ist es schwer zu ertragen, eine Gruppe gegen die andere oder der gegen jenen zu Felde ziehen zu sehen, obwohl alle ja angeblich das gleiche wollen. Ausnahmen davon sind leider extrem selten (z.B. der G8-Protest) und sind NIE von Dauer, bestätigen also die Regel.  

Chefduzen als Beispiel: Wie soll es bei einem Durchschnittsmenschen ankommen, wenn pauschal der Spiegel, die SPD, die Linke, die Gewerkschaften übel niedergemacht werden - ein Betrachter von außen sieht also einen chaotischen Haufen, der wahrscheinlich die Bild, die CDU, die FDP und die Arbeitgeber gut findet, weil alles andere ja pauschal als "geht gar nicht" abgetan wird.

Und ich sage nochmal, die Rechten haben das Problem der Zersplitterung erkannt und gehen ad hoc als relative "Einheit" auf Rattenfang...
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Kuddel

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« Antwort #5 am: 21:34:58 Mo. 25.Juni 2007 »
Schwool pimpert derweil wohl andere Foren. Mir egal.

Deinen Eindruck von chefduzen.de als Chaotenhaufen, der von Durchschnittsmenschen nicht verstanden wird teile ich in keinster Weise, ganz im Gegenteil! Aber das hat in dieser Rubrik nix verloren und da können wir auch anderer Stelle drüber streiten.

Es mag ein Problem der Linken sein selbstbezogen zu handeln und aufeinander loszugehen. Das sehe ich bei der Antifa-Szene (mit der kleinen Ausnahme der Antideutschen) jedenfalls nicht. Man mag da unterschiedliche Auffassungen und unterschiedliche Strategien haben, man arbeitet aber nicht gegeneinander.

Es ist aber nicht gelungen die Attraktivität der Rechten bei vielen Verzeifelten zu brechen.

alfred

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Antifa
« Antwort #6 am: 21:54:14 Mo. 25.Juni 2007 »
Zur 'offensichtlichen Hilflosigkeit der Antifapolitik' kann ich nur zum wiederholten Male sagen, lasst die dämliche und nichts bringende Selbstzerfleischung. Für Sympathisanten (ich zähle mich dazu) ist es schwer zu ertragen, eine Gruppe gegen die andere oder der gegen jenen zu Felde ziehen zu sehen, obwohl alle ja angeblich das gleiche wollen. Ausnahmen davon sind leider extrem selten (z.B. der G8-Protest) und sind NIE von Dauer, bestätigen also die Regel.

Und ich sage nochmal, die Rechten haben das Problem der Zersplitterung erkannt und gehen ad hoc als relative "Einheit" auf Rattenfang...


So mein Statement noch einmal ohne chefduzen.de direkt mit einzubeziehen, da ich hiermit keine Kritik am Forum üben wollte, sondern nur ein Beispiel eingeflochten habe - es ist NICHT einfach, zum Thema Stellung zu nehmen ohne falsch verstanden zu werden, lg alfred
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Kuddel

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« Antwort #7 am: 12:55:21 Di. 26.Juni 2007 »
Ich wollte eine Auseinandersetzung über grundsätzliches Vorgehen, über die Grundlagen des Handelns um so die eigene Schwäche zu verstehen und um so (hoffentlich) Konsequenzen daraus zu ziehen.

alfred mit seiner Harmoniesucht scheint aber panische Angst vor dem Hinterfragen der eigenen Grundlagen zu haben. Für ihn ist das "eine nichts bringende Selbstzerfleischung".

So kann man eine Debatte abwürgen.

Wer nicht bereit ist sich schmerzhafte Fragen über den Weg der Antifaszene und den der Gewerkschaftsbewegung zu stellen, der hat bereits akzeptiert, daß rechte Gewalt weiter wächst und Löhne und Sozialleistungen sich weiter im freien Fall befinden werden.

alfred

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« Antwort #8 am: 15:26:36 Di. 26.Juni 2007 »
Zitat
alfred mit seiner Harmoniesucht scheint aber panische Angst vor dem Hinterfragen der eigenen Grundlagen zu haben (...) So kann man eine Debatte abwürgen
Das Ding mit der 'Harmoniesucht' werde ich mal meinem Arbeitgeber und in diversen Arbeitskreisen anbringen, die Reaktionen darauf wird sich der geneigte Leser denken können.

Kuddel, Ziel erreicht, ich ziehe mich aus Deinem Thread zurück, um Deine rege Debatte nicht abzuwürgen. Ich definiere fruchtbare Diskussionen anders als Du - beleidigt bin ich übrigens nicht, ich habe nur keinerlei Lust mehr zu antworten (nur um Deinem kommenden Einwurf vorzugreifen).
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BakuRock

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« Antwort #9 am: 02:03:39 Sa. 30.Juni 2007 »
@Kuddel

es wahr wohl schon immer das Problem denkender Menschen, die "Banalitaet des Boesen" (an) zu erkennen. Meines Erachtens liegt genau da die Loesung von solchen Problemen. Die Loesung wird es nicht geben, aber ein Teil der Loesung koennte genau im Erkennen solcher kausaler Zusammenhaenge liegen.

Zum Thema empfehle ich dieses Buch zu lesen (ich war zu faul das abzutippsern, deshalb ein paar Sekunden Geduld - die Bilder passen sich dem Browser an.):

"Der Tod ist mein Beruf"
Robert Merle

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Kuddel

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« Antwort #10 am: 15:57:36 Fr. 13.Juli 2007 »
BakuRock, du bist auf meine Frage eingegangen und siehst, wenn ich Dich richtig verstanden habe, die Problematik in Dingen wie Philosophie oder Erziehung. Es geht um den Umgang mit Autoritäten und Staat. O.K., ich will da nicht widersprechen.

Ich suche aber nach Kritik, bzw. Erweiterung antifaschistischer Praxis. Ich mag es einfach nicht hinnehmen, daß wir nur versuchen eine wachsende rechte Szene zurückzuschlagen, wir müssen Voraussetzungen Schaffen ihre Grundlagen und damit ihnen auch die Möglicheiten weiteren Wachstums zu entziehen.

Das ist mein Interesse und meine Hoffnung. Deshalb habe ich versucht hier die Diskussion über die Antifapolitik zum thema zu machen.

BakuRock

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« Antwort #11 am: 17:21:59 Fr. 13.Juli 2007 »
Zitat
Original von Kuddel
"...............................
Ich suche aber nach Kritik, bzw. Erweiterung antifaschistischer Praxis. Ich mag es einfach nicht hinnehmen, daß wir nur versuchen eine wachsende rechte Szene zurückzuschlagen, wir müssen Voraussetzungen Schaffen ihre Grundlagen und damit ihnen auch die Möglicheiten weiteren Wachstums zu entziehen.
............"

Im Forum habe ich an verschiedensten Stellen schon mehrfach darauf hingewiesen, dass es dringend notwendig ist, VOR einem evtl. TagX oder BigBaeng oder einer Revolution in der Lage sein zu muessen, allen plausibel erklaeren zu koennen, was danach kommt - also das zu erreichen wollende Ziel muss genau definiert werden koennen. Dazu bedarf es ausfuehrlicher theoretischer Arbeit. Das alles muss aber dem "Normalbuerger" auch "normal verstaendlich" erklaert werden koennen. Das ist sehr viel Arbeit und das ist unbequem.

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« Antwort #12 am: 19:58:51 So. 15.Juli 2007 »
Ich weiß nicht von welcher Zersplitterung und Selbstzerfleischung alfred redet. Es gibt wohl keinen anderen Bereich linker Politik wo ein so breites Bündnis gut funktioniert wie bei antifaschistischen Aktivitäten.

Es sind zum Glück die Zeiten vorbei in denen der DGB Spalterdemos schön "weit vom Schuß" organisierte. Heute rufen Autonome, Pastoren, Gewerkschafter und Vertreter bürgerlicher Parteien gemeinsam zu Antifaschistischen Protesten auf und es demonstrieren auch Punks, Anarchisten, Kommunisten, Christen und Ottonormalverbraucher gemeinsam gegen die rechte Pest.

An einer Spaltung kann die eigene Schwäche wohl kaum liegen. Das Problem ist, man versucht nur zu reagieren auf die Angriffe der Rechten. Angesprochen fühlen sich nur die Menschen mit politischem Bewußtsein oder besonderen moralischen Werten. All das geht aber einem Großteil der Bevölkerung am Arsch vorbei.

So lange es uns nicht gelingt Anworten auf die sozialen Probleme eines Großteils der Bevölkerung zu finden, so lange werden die Rechten weiteren Zulauf erhalten, die zumindest den Haß verkörpern, den viele in sich spüren.

So lange wir uns nur mit Nazis auseinandersetzen ohne das Wirtschaftsystem in Frage zu stellen, das für einen Großteil der Bevölkerung nur eine Verschlechterung des Lebens zu bieten hat, so lange sind wir in der Defensive. Wir und unsere Aktivitäten sind dann unattraktiv für die Entrechteten und Verarmenden.

Die Schwäche der Linken (und nicht der Antifaszene) halte ich für den Grund für den Zulauf bei den Rechten. Ich habe bereits vor längerer Zeit einen Artikel zum Thema verfaßt:
http://www.labournet.de/diskussion/rechten/opfer/chefduzen.html

seiko

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« Antwort #13 am: 21:52:52 Mo. 16.Juli 2007 »
Also im internet steht was anderes!!
Ganz aktuell!!

http://jungle-world.com/seiten/2007/28/10227.php

\"Bereits zwei Wochen zuvor hatte derselbe Personenkreis einen Vortrag
gestört, in dem die linke Szene der Landeshauptstadt mit der Kritik
des antiimperialistischen Weltbildes konfrontiert werden sollte. Etwa
15, teilweise mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattete Angehörige
der autonomen und antiimperialistischen Szene waren vor dem
Veranstaltungsort erschienen und hatten versucht, sich gewaltsam
Zutritt zu verschaffen. Zwei Personen aus dem Umfeld der
Veranstalter, des »Antifa-Infoportals« in Magdeburg, wurden mit
Schlägen traktiert.\"

Schade das die autonomen immer GEwalt ausüben müsen!!!
Sowas ist scheiße!!!

jensen-ex

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« Antwort #14 am: 22:05:42 Mo. 16.Juli 2007 »
Zitat
Original von seiko
Also im internet steht was anderes!!
Ganz aktuell!!

http://jungle-world.com/seiten/2007/28/10227.php

\"Bereits zwei Wochen zuvor hatte derselbe Personenkreis einen Vortrag
gestört, in dem die linke Szene der Landeshauptstadt mit der Kritik
des antiimperialistischen Weltbildes konfrontiert werden sollte. Etwa
15, teilweise mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattete Angehörige
der autonomen und antiimperialistischen Szene waren vor dem
Veranstaltungsort erschienen und hatten versucht, sich gewaltsam
Zutritt zu verschaffen. Zwei Personen aus dem Umfeld der
Veranstalter, des »Antifa-Infoportals« in Magdeburg, wurden mit
Schlägen traktiert.\"

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Zitat
Schade das die autonomen immer GEwalt ausüben müsen!!! Sowas ist scheiße!!!

warum?
So it goes.

Kurt Vonnegut