Autor Thema: Share Economy  (Gelesen 832 mal)

ManOfConstantSorrow

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Share Economy
« am: 21:10:19 Sa. 04.Juli 2015 »
Dieser Begriff ist eine propagandistische Nebelgranate.

Natürlich ist es gut, wenn weniger Resourcen verbraucht werden und auch Arbeit gespart wird.

Doch hinter diesem wohlklingenden Begriff verbirgt sich oftmals nur die Auswirkung von Armut und der Versuch jeglichen Bereich kapitalistisch zu verwerten.
Es gibt ja einige in der "linken" Subkultur, die halten "containern" für eine politische Aktion. Es ist ok, wenn man gute Lebensmittel kriegt ohne dafür blechen zu müssen. Doch es handelt sich eh um abgeschriebene, wegeworfene Lebensmittel. Das hat nix mit Enteignung zu tun, wie z.B. ein Ladendiebstahl oder eine Plünderung. Es ist nichts weiter als das Wühlen in den Mülltonnen der Wohlstandsgesellschaft.

Das Untervermieten von Zimmern an Touristen oder Wanderarbeiter ist auch kein tolles "teilen" mit anderen Menschen. Es erinnert mich schwer an Zeiten vor gut einem Jahrundert, in denen Schichtarbeiter ihr Bett an jemanden der anderen Schicht weitervermieteten. Alles nur aus der Armut der Menschen entstanden und das breitet sich wieder aus und ist eher ein Warnsignal, denn der Hinweis auf einen positven gesellschaftlichen Wandel.

Und solche Horrorunternehmen wie UBER versuchen mit großem Kapital in der Hinterhand weltweit die sowieso prekären Taxifahrerlöhne zu unterbieten mit Leuten, die mit ihrem eigenen PKW deren Touren übernehmen. Die weltweite agressive Strategie des Kapitals in Richtung Lohndumping wird mit hübsch alternativ klingenden Floskeln wie "Share Economy" oder "Resourcen sparen" schmackhaft gemacht.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Re:Share Economy
« Antwort #1 am: 21:17:48 Sa. 04.Juli 2015 »
Fast gleichzeitig kam dieser Hinweis von Rudi Rocker zum gleichen Thema:

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=25357.msg306860#msg306860

Danke!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

counselor

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Re: Share Economy
« Antwort #2 am: 17:21:10 Mi. 30.Januar 2019 »
Zitat
Gesetzesänderung gefordert   -  Streitfall Containern: Zwei Olchinger Studentinnen vor Gericht

Zwei Studentinnen aus Olching haben im vergangenen Jahr aus dem Müllcontainer eines Supermarkts Lebensmittel entnommen. Nun müssen sie sich wegen besonders schweren Diebstahls vor Gericht verantworten.

Quelle: https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.gesetzesaenderung-gefordert-streitfall-containern-zwei-olchinger-studentinnen-vor-gericht.2629d441-0991-4f63-a288-fc3bd8a8938d.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

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Re: Share Economy
« Antwort #3 am: 20:52:24 Do. 31.Januar 2019 »
Zitat
Essen aus dem Müll geholt: Frauen wegen "Containerns" verurteilt

Zwei Studentinnen sind in Fürstenfeldbruck wegen "Containerns" schuldig gesprochen worden. Sie hatten sich Waren aus dem Müllcontainer eines Lebensmittelmarktes geholt - und wollten damit ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/bayern/essen-aus-dem-muell-geholt-frauen-wegen-containerns-verurteilt,RGefeEg
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ManOfConstantSorrow

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Re: Share Economy
« Antwort #4 am: 15:04:58 Di. 27.August 2019 »
Dieser Markt ist keine alternative Nische, das Big Business klinkt sich ein.
Es gibt eine hippe Zeitschrift namens Sharemag.

Vom Hidden Champion zum Sharing Champion



Zahlen, die beeindrucken. 1 Milliarde Shares pro Jahr bei Putztüchern und 1,1 Millionen Menschen, die täglich Arbeitskleidung von MEWA ­sharen. MEWA nennt das Textilsharing und wirbt auch damit in den Medien. Das Ganze ist Teil eines umfassenden Veränderungsprozesses, der auch die ­digitale Transformation des Unternehmens umfasst. Michael Kümpfel, Vorstand Marketing & Vertrieb, weiß mehr.

https://sharemag.de/mit-textilsharing-in-der-zukunft-ankommen
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Re: Share Economy
« Antwort #5 am: 21:49:33 Fr. 13.September 2019 »
Daß die Armen sich alles mögliche teilen müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen, ist schon klar.
Das ist aber eine Überlebensstrategie und kein Ausweg aus dem kapitalistischen Desaster.

Unsere zentralen Probleme sind die Eigentumsfrage und unsere Vereinzelung.
Ein paar Stichworte, die mir dazu in den Sinn gekommen sind:

Individualverkehr (PKW) ist scheiße. Busse und Bahnen sind besser.
Wohneigentum ist scheiße! Die Einfamilienhäuser führen zur Zersiedelung. Wohnungseigentum führt zu Schulden und macht einen weniger flexibel.

Die Stadt den Menschen und nicht dem Auto!
Wir sollten diskutieren, wie die Mietshäuser gestaltet sein sollten, wie die Straßen und Höfe.

Wir brauchen ein ausreichendes Einkommen, damit wir nicht gezwungen sind, über Airbnb unsere Matratze weiterzuvermieten.

Löhne (Stütze oder Rente) rauf! Mieten Runter!

Fuck Airbnb und Share Economy!