Autor Thema: Gewerkschaften  (Gelesen 158353 mal)

dejavu

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #600 am: 19:28:24 Fr. 13.September 2019 »
Zitat
antideutsch-rassistischer Positionen wieder verließ.
Wie, echt?
Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!

counselor

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #601 am: 11:11:02 So. 15.September 2019 »
Ich habe keinerlei politische Berührungsängste.
Meine Erfahrungen mit der MLPD in betrieblichen Dingen zusammenzuarbeiten waren nicht sonderlich positiv.
Ich hatte stets das Gefühl, man wollte mich anwerben und es wurde nicht darüber geredet, was man gemeinsam versuchen könnte, sondern es ging dann darum, was die MLPD macht und da könne man sich anschließen. Einmal klappte etwas gemeinsam, ansonsten war mein Eindruck, es geht immer nur darum die Partei zu stärken und weniger das Selbstbewußtsein der Arbeiter oder ihre Kampfkraft.
Meine Erfahrungen waren somit zumeist enttäuschend.

Meine Erfahrungen mit der MLPD rühren aus meinem Engagement in der Montagsdemo. Hier klappt die Zusammenarbeit eigentlich ganz gut. Wir beratschlagen in regelmäßigen Abständen, was wir zu den vier nächsten Montagsdemonstrationen tun und welche Themen wir anpacken. Aus der Montagsdemo heraus haben sich persönliche Freund- und Bekanntschaften entwickelt - auch zu MLPD-Mitgliedern. Ab und an unterstütze ich die Partei bzw das Internationalistische Bündnis. In den finsteren Zeiten meines fünfjährigen HartzIV-Bezugs würde ich durch Mitglieder der Partei unterstützt, was auch eins der Ziele der Montagsdemo ist (also H4-Betroffene zu unterstützen). Überhaupt habe ich durch die Montagsdemo und meine Unterstützung der MLPD viel dazugelernt.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Fritz Linow

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #602 am: 15:58:32 So. 15.September 2019 »
Es geht ja weniger darum, ob man solidarische Erfahrungen mit der MLPD haben kann oder nicht, sondern darum, ob Gewerkschaften unter Führung der MLPD oder einer anderen Partei vorangetrieben werden sollten, mit all dem ideologischen Unterbau. Das ist eine Streitfrage, die so alt wie die Arbeiterbewegung ist. Wieso bedarf es einer Partei inklusive Parlamentsbetrieb, wenn Gewerkschaften (wesentlich weiter gefasst als ein systemtragender DGB-Apparat) viel eher die Möglichkeit hätten, die Verhältnisse zum Tanzen zu bringen, weil sie halt näher dran sind am kapitalistischen Verwertungsprozess?

counselor

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Re: Gewerkschaften
« Antwort #603 am: 22:00:10 So. 15.September 2019 »
Die DGB-Gewerkschaften sind zur Zeit eher Organisationen der Klassenzusamenarbeit (Co-Management). Trotzdem sind in ihnen Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen organisiert, weil sie sich davon was für die Verteidigung und Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen versprechen. Dabei sind die Gewerkschaften heute hauptsächlich an die Parteien SPD und die Linke angebunden. Sie sind damit Ordnungsfaktor im kapitalistischen System und sie sind limitiert darauf, im besten Fall eine Kampforganisation zur Verteidigung und Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu sein. Der Anspruch, sie zu einer Klassenkampforganisation zu machen, würde die Gewerkschaften und ihre Mitglieder überfordern. Eine Führung der Gewerkschaften durch die MLPD würde ihre Überparteilichkeit verletzen. Ich bezweifle daher, dass man mit Gewerkschaften die Verhältnisse dahingehend zum Tanzen bringen kann, eine von Ausbeutung und Unterdrückung befreite Gesellschaft zu erkämpfen.
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