Autor Thema: Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher  (Gelesen 40576 mal)

Efeu

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Re:Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher
« Antwort #75 am: 15:39:59 Fr. 12.Juli 2013 »
Zitat
Wichtiger Erfolg gegen Agrosprit

Liebe Freundinnen und Freunde des Umweltinstitut München,

die massive Förderung von Agrartreibstoffen gehört zu den großen Irrwegen im Kampf gegen den Klimawandel: Riesige Anbauflächen treten in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, indirekte Landnutzungsänderungen führen zur Zerstörung von Regenwäldern und Mooren, die Klimabilanz ist schlechter als die von fossilen Kraftstoffen.

Das Umweltinstitut München engagiert sich seit Jahren gegen diese Fehlentwicklung. Schon fast 40.000 Menschen haben sich an der Onlineaktion NEIN zu "Biosprit"-Lüge beteiligt und fordern einen Anbaustopp für die schädlichen "Bio"-Kraftstoffe.
http://umweltinstitut.org/agro-kraftstoffe/allgemeines/e10_online_aktion-835.html

Die EU-Kommission hat im Herbst letzten Jahres ebenfalls die schädliche Wirkung von Agrosprit erkannt und vorgeschlagen, die Quote für die Beimischung von Agrartreibstoffen zu begrenzen. Diesem Vorschlag hat gestern der Umweltausschuss der EU zugestimmt und eine Deckelung der Beimischungsquote auf maximal 5,5 Prozent beschlossen.

Wir begrüßen den Entschluss des Umweltausschusses als wichtigen Schritt im Kampf gegen Agrartreibstoffe. Allerdings handelt es sich noch nicht um ein verbindliches Gesetz.

Helfen Sie deshalb jetzt mit, weiter Druck auf die EU-Parlamentarier zu machen! Agrartreibstoffe sind nutzlos und schädlich, die Förderung muss komplett eingestellt werden. Beteiligen Sie sich an unserer Infokampagne und erfahren Sie mehr über die Lügen der Agrospritlobby.
http://umweltinstitut.org/agro-kraftstoffe/allgemeines/agrosprit-info-kampagne-922.html
http://www.umweltinstitut.org/agrosprit-luegen

Eivisskat

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Re:Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher
« Antwort #76 am: 16:11:06 Fr. 09.August 2013 »
Zitat
Kein Körnchen Wahrheit - Die Lügen der Agrospritlobby

Agrosprit erfüllt nicht, was er verspricht: Die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Im Gegenteil - durch indirekte Landnutzungsänderungen werden für den Anbau von Energiepflanzen gigantische Regenwaldflächen gerodet und Moore trockengelegt. Daraus resultieren schwere Schäden für die Umwelt und biologische Vielfalt, die Klimabilanz ist noch schlechter als die von fossilen Kraftstoffen.

Auch hierzulande entstehen durch den Agrosprit- und Biogasboom lebensfeindliche Monokulturen in Form von riesigen Mais- und Rapsfeldern.

Die Menschen im globalen Süden werden durch die Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau zusätzlich in ihrer Ernährungssicherheit gefährdet - Agrosprit verschärft die Hungerkrise weltweit.

Mensch und Natur leiden unter dem ständig steigenden Einsatz von Agrartreibstoffen.
Dennoch hält die EU wider besseren Wissens an der Förderung und am Einsatz der "Bio"-Kraftstoffe fest:
Der Umweltausschuss des EU-Parlamentes sieht weiterhin eine Beimischungsquote von zehn Prozent für regenerative Energien im Transportsektor vor. Davon sollen in Zukunft 5,5 Prozent aus Agrartreibstoffen stammen.

Damit muss Schluss sein! Wie wir die Lügen der Agrospritlobby ausführlich widerlegen, können Sie hier nachlesen: http://umweltinstitut.org/agrosprit-luegen



Efeu

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Re:Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher
« Antwort #77 am: 19:56:59 Sa. 19.Oktober 2013 »
Zitat
Hungern für die Spritfresser? - Agrartreibstoffe und das Menschenrecht auf Nahrung

Dienstag, 22. Oktober 2013, 19-21 Uhr
münchner zukunftssalon, Waltherstraße 29 Rgb., München

Der Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung stellt sich zunehmend als Katastrophe für die globale Ernährungssituation heraus. Denn Agrarflächen, auf denen Pflanzen zur Lebensmittelgewinnung wachsen könnten, werden immer häufiger für den Anbau von Biomasse genutzt. Sogenannte "flex crops" wie Zuckerrohr oder Soja werden je nach Weltmarktpreis als Treibstoff, Nahrung oder Futtermittel verwendet - mit schwerwiegenden Folgen für die Ernährungssicherheit des globalen Südens.

Referent: Roman Herre, FIAN Deutschland e.V.

Veranstalter: Umweltinstitut München e.V.

Eintritt frei - Anmeldung erforderlich unter info@umweltinstitut.org

Efeu

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Re:Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher
« Antwort #78 am: 19:31:33 Mo. 09.Dezember 2013 »
Zitat
Den Agrosprit-Wahnsinn beenden!

Am 12. Dezember entscheiden die EU-Staaten, ob die europäische Gemeinschaft weiterhin Agrartreibstoffe fördert.

http://umweltinstitut.org/agro-kraftstoffe/allgemeines/e10_online_aktion-835.html

Zuvor hatten der Umweltausschuss des EU-Parlaments, das Parlament selbst und die Botschafter der EU-Staaten sich für eine Deckelung des Agrosprit-Anteils an den EU-Verkehrszielen ausgesprochen. Es ist zwar zu erwarten, dass der Ministerrat sich dieser Forderung anschließt, die Obergrenze wird aufgrund der massiven Lobbyarbeit der Industrie aber wohl sehr hoch ausfallen.

Das reicht nicht! Wir fordern ein komplettes Ende des Beimischungszwanges. Agrartreibstoffe verursachen Hunger, Landraub und massive Umweltschäden, besonders wenn sie aus Nahrungsmittelpflanzen stammen. Die Klimabilanz von Treibstoff aus Energiepflanzen ist aufgrund der sehr aufwändigen Herstellung je nach Ausgangsstoff kaum besser oder sogar schlechter als die von fossilen Kraftstoffen. Agrosprit führt zu einer monokulturellen Landwirtschaft und vernichtet Arbeitsplätze, anstatt sie zu schaffen.

Schon 50.000 Menschen forderten im Rahmen unserer Online-Aktion zur "Biosprit"-Lüge ein Ende des Agrospritwahnsinns. Machen auch Sie mit und schreiben Sie noch heute eine E-Mail an Bundesumweltminister Altmaier!

http://umweltinstitut.org/agro-kraftstoffe/allgemeines/e10_online_aktion-835.html

Kuddel

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Re:Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher
« Antwort #79 am: 17:46:14 So. 31.Juli 2016 »
Zitat
Mais tut den Böden nicht gut

Das genügsame Süßgras Mais dominiert die deutschen Äcker – dem Boden tut das nicht gut. Der Anbau in Monokulturen laugt die Böden aus und zieht hohen Düngereinsatz nach sich.


Über Jahrzehnte haben Landwirte Moore entwässert und so aus Feuchtgebieten Grasland und Ackerflächen gemacht. Uralte Naturlandschaften wurden abgegraben und mit Hilfe von Entwässerungsgräben ausgetrocknet. An die meterdicken Moorböden gelangte Sauerstoff; er zersetzt die Biomasse, die sich in Jahrhunderten aus Schilf, Binsen, Seggen und Moosen aufgebaut hat. Dabei verlieren die Moore an Höhe: Der kohlenstoffreiche Torf oxidiert und setzt Kohlenstoffdioxid frei. Die Emissionen von Treibhausgasen aus entwässerten Mooren haben eine klimawirksame Relevanz – vor allem in Ländern mit hohem Flächenanteil an Moorböden wie Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg und Bayern.

Häufig wird mehr als die Hälfte der entwässerten Moorflächen landwirtschaftlich genutzt, in Brandenburg werden fast alle Moore bewirtschaftet. Mit erheblichen Konsequenzen: Die Landwirtschaft verursacht so in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Bayern fast zehn Prozent der jährlichen landesweiten Gesamtemissionen. Trauriger Spitzenreiter mit 27 Prozent ist Mecklenburg-Vorpommern.

Auf vielen trocken gelegten Flächen wird Mais angebaut. Mais ist vergleichsweise genügsam, doch der Anbau in Monokulturen laugt die Böden aus und zieht hohen Düngereinsatz nach sich. Seit den 1960er Jahren wuchs der Maisanbau hierzulande rapide. Zwischen 1990 und 2000 stagnierte die jährliche Maisanbaufläche auf gleichbleibend hohem Niveau bei über 1,5 Millionen Hektar. Doch dann setzte ein regelrechter Maisboom ein. „Der Maisanbau in Deutschland hat von 2000 bis 2014 um eine Million Hektar auf 2,5 Millionen Hektar zugenommen“, sagt die grüne Energieexpertin Bärbel Höhn. Selbst das Deutsche Maiskomitee, die Lobbyvereinigung der Maisbauern, gibt längst unumwunden zu, dass in einigen Regionen mittlerweile zu viel Mais wächst.

Der Treiber für diese Entwicklung war das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das den Besitzern von Biogasanlagen feste Einspeisetarife für den Ökostrom garantierte. „Die Entwicklung von Mais-Monokulturen vor allem in Regionen mit hoher Viehdichte war wesentlich dem EEG 2009 geschuldet“, sagt Höhn. Das gebe die Bundesregierung mit ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen Bundestagsfraktion zu.

"Vermaisung" der Landschaft

Darin bestätigt die Bundesregierung, dass sich zwischen 2006 und 2015 mit der steigenden Zahl der Biogasanlagen auch die Ackerflächen zum Anbau von Biomasse erhöht habe. Demnach wurde 2006 auf einer Fläche von rund 450 000 Hektar Biomasse zur Stromerzeugung angebaut, acht Jahre später waren es schon 1,4 Millionen Hektar. Damit erhöhte sich der Flächenbedarf für den Anbau von Biomasse zur Stromerzeugung von rund vier auf fast zwölf Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche. Angebaut wurde hauptsächlich Mais. 2014 wurden in den Biogasanlagen vor allem Nachwachsende Rohstoffe vergärt, davon wiederum waren 72 Prozent Mais.

Um der zunehmenden ‚Vermaisung‘ der Landschaft einen Riegel vorzuschieben, hatte der Bundestag beschlossen, dass Biogasanlagen ab 2012 nicht mehr ausschließlich mit Mais betrieben werden sollen. Als Obergrenze wurden 60 Prozent festgesetzt. Mit der jüngst beschlossenen EEG-Reform wurde der Deckel für die kommenden zwei Jahre weiter auf 50 Prozent gesenkt. In den Folgejahren soll die Obergrenze auf höchstens 44 Prozent sinken. Nach Ansicht von Höhn bringt die Deckelung aber nichts. „Der Mais-Deckel wird nicht dazu führen, dass die Landwirte andere, ökologisch vorteilhafte Pflanzen auf den bisherigen Mais-Äckern anbauen“, sagt Höhn. Allenfalls werde die Anbaufläche – wie in den vergangenen Jahren – stagnieren, denn mit der neuerlichen EEG-Novelle wurden die Ausbauziele für Biogasanlagen angehoben; wenn auch nur geringfügig.

Dass die angehobene Obergrenze für Biogasanlagen den Bau neuer Anlagen zur Folge haben werde, bezweifelt Andrea Horbelt, Sprecherin des Fachverbands Biogas. „Das Ausbauziel von 150 Megawatt jährlich ist erst mal theoretisch“, findet Horbelt. Die Branche müsse auch die Möglichkeit haben, den Ausbaukorridor zu erreichen. Mit der Einführung einer jährlichen Obergrenze für neue Biogasanlagen durch die EGG-Reform von 2014 war der Zubau bei den Anlagen praktisch zum Erliegen gekommen, erreicht wurde das Ziel nicht.

Im Prinzip kann fast jede Energiepflanze in Biogasanlagen vergoren werden. „Allerdings ist jede andere Pflanze teurer im Anbau“, gibt Horbelt zu bedenken. 2013 kam das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg in Baden-Württemberg zu dem Schluss, dass für Biogasanlagen verwendeter Mais im Vergleich zu anderen Energiepflanzen das meiste Methan pro Hektar liefert. Verglichen wurden die Methanerträge des Süßgrases mit Alternativen wie der Durchwachsenen Silphie, Topinambur, Virginiamalve und verschiedenen mehrjährigen Wildpflanzenmischungen.

Ganz so eindeutig scheint die Lage indes nicht. Unlängst befand die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, dass aus der Durchwachsenen Silphie und aus Riesenweizengras unter bestimmten Bedingungen ein kostengünstigeres Gärsubstrat gewonnen werden könne als beim Mais – sofern die Flächenkosten für die landwirtschaftliche Nutzung begrenzt sind.

Auch die Grüne Bärbel Höhn plädiert für mehr Alternativen auf den Äckern: „Im neuen Ausschreibungsmodell der EEG-Novelle hätte man gut weitere Anforderungen hinsichtlich der Einsatzstoffe formulieren können. Diese Chance wurde verpasst.“
http://www.fr-online.de/wissenschaft/landwirtschaft-mais-tut-den-boeden-nicht-gut,1472788,34549170.html

dagobert

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Re:Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher
« Antwort #80 am: 22:41:30 Do. 18.Januar 2018 »
Zitat
Ein entscheidender Schritt und ein wichtiges Signal - Am Mittwoch, den 17.01.2018 stimmte das Europäische Parlament in Brüssel dafür, die Beimischung von Palmöl in Kraftstoffen endlich zu stoppen und damit künftig Regenwälder und ihre Bewohner besser zu schützen! [...]

Die Volksvertreter beschlossen, die Beimischung von Palmöl bis 2021 auslaufen zu lassen. Leider verpassten die Parlamentarier aber die Chance, für andere Biokraftstoffe auf Pflanzenölbasis ein ehrgeizigeres Ziel zu definieren und halten für ein weiteres Jahrzehnt an einer bestehenden Obergrenze fest.
https://www.change.org/p/12414361/u/22263488
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

dagobert

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Re: Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher
« Antwort #81 am: 21:34:38 Fr. 01.Oktober 2021 »
Zitat
Die Bundesregierung hat beschlossen, ab 2023 in Deutschland keine Biokraftstoffe aus Palmöl mehr zu fördern. Damit wird eine wichtige Forderung von Rettet den Regenwald endlich erfüllt - wenn auch viel zu spät und zögerlich. Nun müssen die durch die verfehlte Politik seit Jahren angerichteten Schäden behoben werden.
https://www.regenwald.org/news/10414/bundesregierung-beschliesst-ausstieg-aus-palmoel-fuer-biokraftstoffe

Zitat
Die Palmölindustrie versucht sich mit hohen Ertrags- und Produktionszahlen als besonders effizient dazustellen. Was dabei verschwiegen wird: Wie viele Flächen weltweit mit Ölpalmmonokulturen bereits in Beschlag genommen wurden. Auch die meisten Regierungen machen mit, um sich nicht als Regenwaldabholzer international zu outen. Wir haben die Zahlen zusammengetragen und aufaddiert.
https://www.regenwald.org/themen/palmoel/palmoelflaeche
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Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Kuddel

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Re: Biotreibstoffe sind nicht immer umweltfreundlicher
« Antwort #82 am: 10:38:22 Sa. 09.Oktober 2021 »
Zitat
Naturschutz in Indonesien
Kommt jetzt der Palmöl-Boom?

Drei Jahre durften in Indonesiens Regenwäldern keine neuen Palmöl-Plantagen entstehen. Nun läuft das Moratorium aus und Naturschützer befürchten das Schlimmste. Was das für die Natur bedeutet und ob es wirklich hilft, Palmöl zu boykottieren.
https://www.sueddeutsche.de/politik/palmoel-indonesien-wald-1.5433466?reduced=true

Zitat
Deutschland zählt mit jährlich rund 1,6 Millionen Tonnen zu den größten Palmöl-Importeuren Eu-
ropas.
Ein paar Hintergrundinfos:
https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/greenpeace-factsheet-palmoel-indonesien-20190118.pdf

Es sollte nicht bei der individuellen Protestform Boykott bleiben.

Es sollte kollektiv vorgegangen werden gegen Unternehmen, die aus diesen Schweinereien Profit schlagen.

Es muß ein Importverbot für Produkte durchgesetzt werden, die diese Umweltverbrechen befördern.