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Ritalin: Koks für Kinder

Umstrittenes Medikament gegen das Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätssyndrom

„Koks für Kinder" so warnte die Zeitschrift FOCUS vor dem Missbrauch des Amphetaminderivates Methylphenidat, bekannt als Ritalin ®. Mehr als 70.000 Kinder zwischen sechs und achtzehn Jahren nehmen in Deutschland das nicht ganz unumstrittene Medikament gegen das " Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätssyndrom“ (ADHS) ein. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung will reagieren und die Verschreibungsbestimmungen verschärfen. In Amerika ist das "Kinderkoks" bereits ein großer Hit. Für drei bis 15 Dollar wechselt eine Tablette den Besitzer. Die Dröhnung setzt ab 80 mg ein, dies entspricht einer doppelten Tagesdosis bei ADHS.

Die weltweite Produktion von Ritalin stieg von weniger als 3 Tonnen im Jahr 1990 auf mehr als zehn Tonnen im Jahr 1995, Tendenz steigend. In den USA werden 90% der Ritalin ® Tabletten verbraucht. Aber auch in Deutschland steigt die Nachfrage nach diesem Stimulans kontinuierlich. Seit 1994 hat sich der Verbrauch mehr als verzehnfacht. Ritalin wird in Drogenkreisen als "Ersatz-Speed" gehandelt.

Im Suchtbericht Deutschland 1999 wird "Psychostimulanzien" wie Methylphenidat, die eine Veränderung der Verarbeitungsprozesse im Zentralnervensystem bewirken, bescheinigt, bei oraler Einnahme "keine körperliche, jedoch eine ausgeprägte psychische Abhängigkeit zu verursachen". „Schon nach kurz andauernder Einnahme können psychotische Zustände mit vor allem optischen Halluzinationen und wahnhaftem Erleben auftauchen“.

Was ist drin?

Eine Tablette enthält 10 mg MethylphenidatSzenenamen

Der internationale Handelsname lautet Ritalin ®

Wie wird konsumiert?

Zur Verwendung als Rauschdroge werden Tabletten zumeist oral eingenommen oder auch pulverisiert durch die Nase geschnieft. Einige Abhängige lösen die Tabletten in Wasser auf und spritzen sie sich. Normalerweise entstehen Schwierigkeiten durch die unlöslichen Füllmittel der Tablette. Diese Füllmittel verstopfen kleine Blutgefäße und verursachen ernsthafte Schäden in der Lunge und der Augennetzhaut. Zur Fremdanamnese sollten die Eltern nach Auffälligkeiten befragt werden.

Folgende Symptome sind Indizien für einen Amphetaminmissbrauch:
- Schlafstörungen
- Gereiztheit
- Erregungszustände
- Appetitmangel
- Schwindelgefühl

Oft weisen sie Konsumenten starke Persönlichkeitsveränderungen auf. An körperlichen Symptomen treten Tremor, Kopfschmerzen, Durchfälle und Tachykardien auf. Der Hersteller warnt im Beipackzettel seines Produktes vor einem "psychischen Abhängigkeitspotential bei nicht bestimmungsmäßigem Gebrauch".
Es ist nicht auszuschließen, dass die Tabletten zum Missbrauch aus dem Ausland oder über das Internet bezogen werden. Die Dosis macht das Gift zum (Rausch)Gift. In diesem Fall der Missbrauch einer an sich sicheren Substanz.

Was wird empfunden?

Methylphenidat wirkt als Analeptikum, es steigert bei missbräuchlicher Anwendung die Aufmerksamkeit und den Wachheitsgrad des Konsumenten. Bei Betroffenen, die unter ADHS leiden, wirkt es beruhigend. Selbstverständlich konsumieren Patienten mit dem Aufmerksamkeitsdefizitssyndrom nicht als Droge, sondern als Medikament!

Wie wirkt es?

Die Wirkdauer beträgt etwa 1bis 4 Stunden. Bei oraler oder intravenöser Applikation wird der Transportmechanismus des Neurotransmitters Dopamin blockiert, wodurch die Dopaminkonzentration im Gehirn ansteigt. Nach der intravenösen Applikation steigt die Dopaminkonzentration innerhalb weniger Minuten, bei oraler Einnahme dauert es circa 1 Stunde, bis die volle Wirkung erreicht ist.

Wie alle Amphetamine wirkt auch Methylphenidat auf die Freisetzung des Stresshormons Adrenalin. Bei parenteraler Injektion in Venen, Arterien oder im paravenösen Gebiet kommt es zu einer starken Vasokonstriktion mit nachfolgender Nekrose. Manchmal muss der Konsument dies mit dem Verlust von Extremitäten bezahlen. 

Wie gefährlich ist es?

Bei missbräuchlicher Anwendung ist die Gefahr einer Überdosierung groß. Außerdem besteht bei der intravenösen Gabe von aufgelösten Tabletten eine zusätzliche Gefahr durch Hilfsststoffe.

Ein 36-jähriger Patient löste vier Tabletten mit je 10 mg Methylphenidat in Wasser und injizierte die Lösung in die rechte Arteria radialis. Die nicht invasive angiologische Diagnostik ergab in der Klinik eine unauffällige Perfusion der Arteria radialis und ulnaris, jedoch eine schwere Perfusionsstörung der Fingerarterien der rechten Hand. Trotz intraarterieller Lyse mit Urokinase, anschließender Vollheparinisierung und applizierten Prostaglandininfusionen kam es zu Nekrosen im Bereich der Mittel- und Endglieder dreier Finger; nach Teilamputation der Finger war die Wundheilung unkompliziert.

Was kann passieren?

Nervensystem : Zittern, Unruhe· Schlaflosigkeit· Depressionen
Psyche: psychische Abhängigkeit (?)
Augen : Erweiterung der Pupillen
Herz: Tachykarde Herzrhythmusstörungen
Kreislauf: Hypertonie
Körpertemperatur: leichte Erhöhung
Magen-Darm: Appetitminderung, Gewichtsverlust· Gastritis

Ist es legal?

Die Substanz ist als Arzneimittel eingestuft und unterliegt der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung. Der Konsument, der den Wirkstoff als Droge missbraucht, verstößt gegen das Betäubungsmittelgesetz(Matthias Bastigkeit, Fachdozent für Pharmakologie, medizin.de)

Quelle: http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/2886.htm

und noch ein weiterer aufschlussreicher Link dazu

http://www.das-gesundheitsportal.com/sites/ritalin.html

Anmerkung: Also ich würde es verhindern dass man meinem Kind solch ein Zeug verabreicht da ich weiß was Betäubungsmittel anrichten können.

Scalpell 8)

UnchainedRage:
man, ich kenne ein paar leute, deren eltern wurde empfohlen (was der arzt sagt wird stimmen nimmt man an) dass sie ihren kindern dass zeug reinhaun.
einige haben starke persönliche schäden davongetragen, dass zeug is so ne sauerei.
immer wieder berichte wo sich leute nach jahrelangem ritalinkonsum dass leben nehmen.
zeit dass das zeug endlich wegkommt!

scalpell:
Pillen gegen Depressionen

20. April 1999: Zwei Schüler richten an der Columbine High School in Littleton, (Colorado) ein Blutbad unter ihren Mitschülern an. Einer von ihnen nahm die Psychopille Luvox, weil er Depressionen hatte.

21. Mai 1998: Kip Kinkel erschießt wahllos Mitschüler an einer Schule in Springfield, Oregon. Er nahm Prozac, eines der verbreitetsten Antidepressiva.

24. März 1998: Ein elf  und ein 13jähriger Junge täuschen einen Feueralarm in ihrer Schule in Jonesboro, Arkansas, vor und schießen dann in die aus dem Gebäude strömende Menge. Ein Lehrer und vier Schüler sterben, elf weitere werden verletzt. Mindestens einer der jugendlichen Amokläufer wurde zuvor mit pharmazeutischen Mitteln gegen gewalttätiges Verhalten 'behandelt'.

22. November 1996: Der Teenager Julie Meade wird von fünf Polizisten durch mindestens zehn Schüsse getötet. Das Girl besaß eine Waffe und schrie, man solle sie töten, sonst würde sie sich selbst und andere umbringen. Julie Meade war ein ganz normales Mädchen, das sich gerade für den College-Eintritt vorbereitete. Sie nahm über vier Jahre lang die Psychopille Prozac. Obwohl in den Massenmedien jedes kleinste Detail über diese Blutbäder ausgeschlachtet wurde, vernahm man seltsamerweise nicht ein Wort über die involvierten Psychopharmaka.

Bedenkliche Tendenzen in Europa

Weshalb psychoaktive Medikamente in den USA einen solchen Boom erleben, hat mit dem amerikanischen Gesundheitssystem zu tun:
Über 90 Prozent der Leute sind in sogenannten 'Managed Care'-Systemen versichert, wo stark auf die Kosten geachtet wird. Mit anderen Worten: Die persönliche Betreuung durch Therapeuten wird durch die Einnahme von Psychopharmaka ersetzt. Psychotherapeutische Behandlung wird von den Kassen nicht bezahlt, Ritalm schon. Aus diesem Grund sind in den USA die Ausgaben für psychiatrische Behandlungen um 80 Prozent gesunken.

Der amerikanische Kinderarzt, Familientherapeut und Ritalin-Kritiker Lawrence Diller: „Es fällt uns so viel leichter, bei einem Kind eine Störung festzustellen und ihm Tabletten zu geben, als auf seine Bedürfnisse einzugehen."
Dies ist eine äußerst kurzsichtige 'Gesundheitspolitik', wo nur kurzfristig Kosten eingespart werden. Welche Belastungen - nicht nur finanzielle - es langfristig aber mit sich bringt, wenn immer größere Bevölkerungsschichten abhängig werden von chemischen Drogen - schönfärberisch 'Medikamente' genannt -, kann niemand so richtig voraussagen.

Wie so viele andere 'Segnungen' des modernen Amerika schwappt nun auch diese verantwortungslose Gesundheitspolitik nach Europa. Bereits warnen auch bei uns Kinderpsychiater vor der steigenden Tendenz, menschliche Betreuung durch chemische Pillen zu ersetzen. So hat sich der Absatz von Ritalin in der Schweiz in den letzten fünf Jahren verdoppelt.
Deshalb liegt es nun an uns verantwortungsbewußten Eltern, diese Entwicklung einzudämmen, bevor viele Mitmenschen in eine Abhängigkeit geraten und psychisch erst recht geschwächt werden, wie das in den USA bereits der Fall ist.
Quelle: http://www.tolzin.de/ritalin/

Ob die Amokläufe an Deutschlands Schulen die in den letzten Jahren stattgefunden haben darauf zurückzuführen sind???? Und wo ist unsere Drogenbeauftragte die immer so tolle Präventivmaßnahmen auf Lager hat??
scalpell  8o3

geschfreak:
Die Behandlung mit Pillen kommt den KK billiger als eine fundierte psychotherapeutische Behandlung, die bei verhaltensauffälligen Kindern dringend erforderlich ist. Über die Folgen einer medikamentösen Behandlung macht man sich da leider keine Gedanken, da man bei den KK absolut kurz denkt!

Lukas:

--- Zitat ---Original von geschfreak
Die Behandlung mit Pillen kommt den KK billiger als eine fundierte psychotherapeutische Behandlung, die bei verhaltensauffälligen Kindern dringend erforderlich ist. Über die Folgen einer medikamentösen Behandlung macht man sich da leider keine Gedanken, da man bei den KK absolut kurz denkt!
--- Ende Zitat ---


Da geb ich dir vollens Recht, aber hier ist es nicht nur die KKH. Denn es sind alle Kassen die sich auf die Hinterbeine stellen. Die Kassen sollten sich lieber zusammenschliesen und man könnte die Gelder dann für die Padienten nützen. Das währe ohnehin viel angebrachter. Jedes Jahr werden unmengen von Geldern rausgeschmissen, das die Herrschaften sich neue Bürogebäude erbauen können. Aber für was, das die Padienten auf der Strecke bleiben, die zu Bsp. kein Geld haben.

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