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scalpell

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Pharma bietet todsichere Jobs und noch mehr
« am: 21:01:45 So. 19.August 2007 »
Pharma bietet todsichere Jobs

Pfizer-Entwicklungsflop zeigt Risiko der Pharmabranche

Pharmaindustrie Weltgrößtem Arzneimittelhersteller drohen nach Entwicklungsstopp für Hoffnungsträger Verluste
New York. Wirtschaftsblatt-Leser waren vorgewarnt: „Der Pfizer-Aktie droht ein Kurseinbruch“, schrieben wir in unserer Montagsausgabe. Und so kam es auch: Die Pfizer-Aktie gab unmittelbar nach der Wall Street - Eröffnung bereits mehr als zehn Prozent ab. Wie berichtet hat der weltgrößte Pharmahersteller die Entwicklung seines wichtigsten Hoffnungsträgers kurz vor der Markteinführung abgebrochen, weil es zu Nebenwirkungen und Todesfällen gekommen war. Der Cholesterinsenker Torcetrapib sollte Mitte 2007 zur Zulassung eingereicht werden und mit einem zweistelligen Milliardenumsatz pro Jahr die Wachstumsschwäche des Konzern und den Verlust des Patenschutzes für das Top-Medikament Lipitor im Jahr 2010 abgefangen. Lipitor – ebenfalls ein Cholesterinsenker – ist mit 12 Milliarden Dollar das umsatzstärkste Medikament der Welt und liefert die Hälfte des Pfizer - Gewinns. Der Entwicklungsstopp wirft Pfizer nach Ansicht von Experten um Jahre zurück.
Doch echte Innovationen werden immer seltener. Einer britischen Studie zufolge enthalten nur 15 Prozent aller neu zugelassenen Medikamente neue Wirkstoffe. Der Rest sind Medikamente, die vorhandenen ähneln. Auch die US-Zulassungsbehörde FDA bestätigt das. Zwischen 1998 und 2003 kamen in den USA 487 Medikamente auf den Markt. Die FDA stufte 78 Prozent als nicht besser ein als bereits vorhandene. Die Industrie argumentiert dagegen meist mit Parallelentwicklungen. Es werde nicht kopiert, aber gleichzeitig an ähnlichen Produkten geforscht.

Dies ist auch beim Pfizer - Medikament der Fall. Die Konkurrenten Roche und AstraZeneca arbeiten derzeit an ähnlichen Produkten. Ihre Aktien reagierten gestern auf den Ausfall des Konkurrenten positiv.

Wie labil der Markt ist, zeigt auch di Liste der Flops der vergangenen Jahre. 2001 nahm etwa Bayer den Cholesterinsenker Lipobay nach ähnlichen Todesfällen vom Markt - und verlor danach sieben Milliarden an Wert. 2004 nahm Merck das Schmerzmittel Vioxx vom Markt. Ein Jahr später wurde der Konzern im ersten von unzähligen Schmerzensgeldprozessen zu einer Strafe von 253,5 Millionen Dollar verurteilt. Vergangenen Sommer wiederum hat die deutsche Merck die Entwicklung eines Parkinson-Mittels in der letzten klinischen Phase gestoppt. (rüm)
Quelle: Wirtschaftsblatt, 05. Dezember 2006




Grauenhafte Folgen bei Medikamenten-Test  :aggressiv>

Sechs Probanden mit lebensgefährlichen Organleiden in der Intensivstation

London – Anfangs war es ein Medikamententest, wie sie in vielen Kliniken stattfinden. An acht gesunden Männern zwischen 18 und 40 Jahren, die sich am Sonntagabend auf dem Gelände des Northwick-Park-Krankenhauses im Nordwesten von London einzufinden hatten. In der gesonderten 36-Betten-Klinik der US-Firma Parexel ließen sie sich ein Medikament aus deutscher Entwicklung verabreichen, das zuvor nur an Tieren getestet worden war. Umgerechnet rund 2900 Euro sollte jeder dafür bekommen, das Mittel, das gegen Brustkrebs, multiple Sklerose und rheumatische Arthritis helfen sollte, auf sich wirken zu lassen.

Zwei der Männer hatten Glück: Sie bekamen anstelle des Präparats mit der Bezeichnung TGN1414 nur ein wirkungsloses Placebo. Für die anderen wurde das Experiment, hinter dem das Würzburger Pharma-Unternehmen TeGenero steht, zur Katastrophe. Alle sechs lagen am Donnerstag auf der Intensivstation, zwei von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Diagnose: multiples Organversagen. Wenn Ärzte so etwas sagen, besteht häufig kaum noch Hoffnung.

Außerhalb der Klinik hat bisher keiner die Männer zu Gesicht bekommen. Aber die Angehörigen berichten von Gestalten, wie man sie sonst nur aus Horrorfilmen kennt. Die Gesichtsfarbe zwischen lila und gelb, der Nacken völlig aufgedunsen, die Köpfe bis auf die dreifache Größe geschwollen. „Mein Freund sieht aus wie der Elefantenmensch“, berichtete die BBC-Angestellte Myfanwy Marshall schockiert.

Klagen vorbereitet

Der 23-jährige Raste Khan, einer der beiden Placebo-Patienten, berichtete, dass die anderen „wie Dominosteine umgekippt“ seien, „Zuerst haben sie ihre Hemden ausgezogen, weil sie über Fieber klagten. Dann haben einige geschrieen, dass ihre Köpfe gleich explodieren würden“.

Mit dem Fall beschäftigt sich jetzt auch Scotland Yard. Die Polizei will gemeinsam mit der Medikamenten-Aufsichtsbehörde MRHA die Ursachen klären. Die ersten Angehörigen haben bereits eine Anwältin eingeschaltet, um eine Klage vorzubereiten. Trotz der 16-seitigen Freiwilligkeits-Erklärung, die alle Versuchspersonen unterschreiben mussten, rollen auf die beteiligten Konzerne Millionenforderungen zu.

Quelle: Der Standard, 17.03.2006


http://www.pharma-education.at/pharma%20news.htm
Die Plutokraten haben das Ruder in die Hand genommen
Die "Politiker" sind ihre Stimme