Autor Thema: NuSchool  (Gelesen 86952 mal)

ManOfConstantSorrow

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Berlin: "Bildung für alle, sonst gibt es Krawalle"
« Antwort #60 am: 14:08:43 Sa. 27.Juni 2009 »
26.06.09 - Am Donnerstag demonstrierten in Berlin vor dem Abgeordnetenhaus rund 4.000 Kinder, Eltern, Lehrer und Erzieher aus rund zwei Dutzend Schulen gegen zu große Klassen in "sozialen Brennpunkten". Aufgerufen zu diesem Protest hatten auch MIgrantenorganisationen. Im Mittelpunkt stand die Forderung, dass generell keine Klasse mehr als 24 Schüler haben darf, in sozialen Brennpunkten nicht mehr als 20.
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ManOfConstantSorrow

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Re: NuSchool
« Antwort #61 am: 19:16:43 Do. 16.Juli 2009 »
Taipeh, Taiwan: Mehr als 1000 Schüler und ihre Eltern demonstrierten für die Abschaffung von Eliteoberschulen, um den Druck auf die Studenten zu reduzieren. Taiwan had neun kostenlose Pflichtschuljahre, die Demonstranten fordern eine allgemeine 12-jährige Schulpflicht, damit die Schüler nicht so hart lernen müssen, um in die Oberschule zu kommen.

Quelle: Shanghai Daily, 13.7.09
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ManOfConstantSorrow

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Re:NuSchool
« Antwort #62 am: 19:10:01 Mi. 16.Dezember 2009 »
Erneut Schule in Wiesbaden besetzt

Nach dem Versuch, vor 3 Wochen durch eine Besetzung der Aula in der
Carl-von-Ossietzky-Schule einen Raum des Protests gegen die momentane Bildungsmisere zu schaffen, versuchten an diesem Montag erneut Schülerinnen und Schüler Wiesbadens eine Aula zu besetzen. Dieses Mal besetzten sie die Aula des Leibnitzgymnasiums Wiesbaden.

Obwohl die Mitglieder der parallel stattfindenden StadtschülerInnenratssitzung umgehend ihre Solidarität mit den BesetzerInnen bekundeten, indem sie einstimmig beschlossen, ihre Sitzung aus dem Pressehaus des Wiesbadener Kuriers in die besetzte Aula zu verlegen, zeigte die Schulleitung der Leibnitzschule keinerlei Gesprächsbereitschaft. Stattdessen versuchte sie, die etwa 60 anwesenden SchülerInnen mit der direkten Androhung einer polizeilichen Räumung einzuschüchtern. Daraufhin wurde die Besetzung bereits nach anderthalb Stunden wieder beendet. Geplant waren mehrere Tage um eine Plattform zu schaffen die es ermöglichen sollte, in Arbeitsgruppen und Plena Inhalte erarbeiten zu können und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.
Wie schon bei der Besetzung der Carl-von-Ossietzky-Schule zeigte die Schulleitung keinerlei Interesse an Inhalten und Gründen der Besetzung, was die BesetzerInnen sehr enttäuschte. Schließlich sollte sich die Besetzung klar für und in gar keinem Fall gegen die jeweilige Schule richten.
Bei einem anschließenden Treffen merkten die beteiligten SchülerInnen aber auch selbstkritisch, dass ihnen eine breite Mobilisierung im Vorfeld nicht ausreichend gelungen war. Dies lag wohl auch an dem Versuch, den Plan der Besetzung im Vorhinein so geheim zu halten, dass die Schulleitung die Besetzung nicht verhindern könne. Trotz der kurzen Dauer werteten die beteiligten SchülerInnen die Besetzung als Erfolg, da das Interesse von Schülerinnen der Leibnizschule sehr groß und die Zahl der Beteiligten doppelt so groß wie bei der Besetzung der CvO vor drei Wochen war. Leider hinderte die Schulleitung weitere interessierte SchülerInnen daran, die besetzte Aula zu betreten um sich zu informieren und zu beteiligen.
Einig waren sich die SchülerInnen darin, dass der Protest gegen die schlechten Lernbedingungen weiter gehen werde und kündigten eine Spontandemonstration für Freitag, den 18.12.09 um 11:00 Uhr am Luisenplatz an, zu der sie alle Wiesbadener Schülerinnen und Schüler einladen.

http://de.indymedia.org/2009/12/268852.shtml
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ManOfConstantSorrow

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Re:NuSchool
« Antwort #63 am: 20:05:06 Di. 22.Dezember 2009 »
Zitat
SALZGITTER BAD. Es ist etwas faul im deutschen Bildungssystem. Dieser Meinung sind die Schüler des Gymnasiums Salzgitter-Bad. Gestern Morgen gingen sie deshalb in einen zweistündigen Streik.

Vor der Schule an der Braunschweiger Straße versammelten sich um 7.30 Uhr bei dichtem Schneetreiben und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt 150 Schüler, vom Siebtklässler bis zum Abiturienten. Zwei Streifenwagenbesatzungen der Polizei sicherten den Bereich vor dem Gymnasium weiträumig ab.
(...)
Schüler solidarisieren sich mit streikenden Studenten

"Wir machen weiter" so das Motto der Organisatoren. "Der heutige Protest war nur ein Aufrüttler, wir wollten Aufmerksamkeit wecken", betonte Schunke. Er habe bereits Kontakt zu anderen Schulen in Salzgitter geknüpft, ganz konkret sei der zum Kranichgymnasium. "Wir werden einen neuen Protest organisieren. Dann nicht an einem festen Ort vor einer Schule, sondern als Zug durch die Innenstadt."

Ein Termin indes stehe noch nicht fest. "Es darf nicht so kalt sein wie diesmal. Denn dann kommen nicht so viele Leute", so Schunke. Die Organisatoren hatten ursprünglich mit 500 Teilnehmern an ihrem Protestauftakt gerechnet. Wegen der Minusgrade zogen viele den Weg ins nahe Schulgebäude vor.
http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2163/artid/11462084
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Kuddel

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Re:NuSchool
« Antwort #64 am: 18:52:41 Sa. 09.Januar 2010 »
Zitat
Schüler und Studenten wollen Bildungsstreik fortsetzen

Essen. Bildungsstreik trifft Wahlkampf: Nach den Protesten Zehntausender Schüler und Studenten im vergangenen Jahr planen die Organisatoren neue Aktionen gegen Turbo-Abi, Studiengebühren und Bachelor-Abschlüsse. Vor der NRW-Wahl im Mai soll es unter anderem wieder eine landesweite Demo geben.
(...)
http://www.derwesten.de/nachrichten/campus-und-karriere/Schueler-und-Studenten-wollen-Bildungsstreik-fortsetzen-id2350384.html

ManOfConstantSorrow

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Re:NuSchool
« Antwort #65 am: 13:20:29 Di. 26.Januar 2010 »
Zitat
Schüler-Proteste gegen beabsichtigte Berufskolleg-Schließungen

Mit Transparenten wie diesem machten Schüler auch des Bertolt- Brecht-Berufskollegs in Huckingen vor der Pressekonferenz von OB Adolf Sauerland zum Haushaltssicherungskonzept im Rathaus ihrem Ärger über Pläne Luft, die Schule zu schließen.


In dem Papier selbst taucht der Name der Schule indessen nicht auf. Vielmehr ist dort davon die Rede, dass rund 2 250 Schüler an Duisburger Berufskollegs von außerhalb der Stadt kommen und man ohne sie theoretisch eine Schule einsparen könnte. Ihr Anteil solle verringert und damit nach 2013 jährlich drei Mio Euro, davon 162 000 Euro für Schulsekretärinnen, gespart werden. 
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/sued/Schueler-Proteste-gegen-beabsichtigte-Berufskolleg-Schliessungen-id2440188.html
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Aloysius

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Re:NuSchool
« Antwort #66 am: 17:07:15 Di. 09.Februar 2010 »
Zitat
G 8: Gymnasiasten protestieren gegen Leistungsdruck
09.02.2010 15:25 Uhr

Am Freitag erhalten mehr als 1,3 Millionen Schüler in Bayern ihr Zwischenzeugnis. Das wollen die Gymnasiasten zum Anlass nehmen, um gegen den ihrer Meinung nach unmenschlichen Leistungsdruck am achtjährigen Gymnasium G8 zu demonstrieren.

In Augsburg, München, Würzburg, Bayreuth, Bamberg und Kempten wollen sie auf die Straße gehen und erneut eine Reduzierung der Lehrpläne fordern. Die Schüler fordern auch eine Verringerung der wöchentlichen Stundenzahl, weniger Abituranforderungen, mehr Lehrer und kleinere Kurse.

Bei der zentralen Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz werden unter anderem Präsident Klaus Wenzel vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) und Ulrike Köllner sprechen, die Vorsitzende der Gymnasialeltern Bayern.

Auch Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) traut sich in die Höhle des Löwen: Er hat die Einladung der Veranstalter angenommen und wird bei der Kundgebung sprechen. (dpa)

http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-G8-Gymnasiasten-protestieren-gegen-Leistungsdruck-_arid,2066632_regid,2_puid,2_pageid,4289.html

Kuddel

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Re:NuSchool
« Antwort #67 am: 20:25:21 Fr. 12.Februar 2010 »
Zitat
Pfiffe und eine Tomate für den Kultusminister

Bayernweit sind am Freitag rund 4500 Schüler auf die Straßen gegangen, um gegen das achtjährige Gymnasium zu protestieren. Allein in München machten in der Mittagszeit nach Angaben der Polizei rund 2500 Jugendliche ihrem Ärger über das „Experiment G 8“ Luft.
http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-Pfiffe-und-eine-Tomate-fuer-den-Kultusminister-_arid,2069742_regid,2_puid,2_pageid,4289.html

Kuddel

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Ihr zahlt nicht für unsere Bildung? Wir zahlen nicht für eure Krise!
« Antwort #68 am: 17:50:54 Do. 25.Februar 2010 »
Politik und Medien bemühen sich den Bildungsstreik als einen Protest darzustellen, bei dem Studierende mit der Unterstützung von SchülerInnen nur für ein angenehmeres Studium demonstrieren. Es liegt in ihrem Interesse den Bildungsstreik möglichst elitär aussehen zu lassen und so zu tun, als hätte er mit der Krise, ihren Auswirkungen und anderen Bewegungen nichts zu tun. Jedoch zeigt die Zusammenarbeit der Bildungsstreikbewegung mit Gewerkschaften, Erwerbsloseninitiativen und Gruppen aus der sozialen Bewegung bei der gemeinsamen Blockade der Kultusministerkonferenz am 10. Dezember letzten Jahres die Stärke und Tiefe unseres Protest, sowie die gesellschaftliche Verankerung…

http://de.indymedia.org/2010/02/274172.shtml

Kuddel

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Re:NuSchool
« Antwort #69 am: 12:08:44 So. 25.April 2010 »
Zitat
Streik für bessere Bildung

Der Bildungsstreik am Königin- Luise-Gymnasium endete gestern nach nur kurzer Zeit mit einem Polizeieinsatz.


Erfurt. "Wir wollten nicht mit einer Demo auf die Straßen gehen, sondern haben uns für einen dezentralen Aktionstag mit vielen Informationen entschieden", sagt Carolin Wenzel, Schülersprecherin an der Integrierten Gesamtschule. Treff war für alle Aktiven im Bildungsstreik zwischen 7 und 11 Uhr die Aula des Königin-Luise-Gymnasiums. Unter dem Motto "Politiker quatsch'n, wir lassen's krachen" verteilten die Schüler vor der Schule Flyer, besetzten die Aula, hingen Transparente aus den Fenstern und bereiteten Workshops vor. "Wir kritisieren die zu großen Klassen, fordern ein kostenloses Schulessen, die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems", nennt Carolin Beispiele. Und weiß, dass sich Eltern und Lehrer solidarisieren.

Am 9. Juni wird bundesweit gestreikt. Die offensichtlich überforderte Schulleitung verschloss sofort alle Eingänge zur Schule, als sich abzeichnete, dass die Aktion unter der Schülerschaft großen Anklang finden würde. Schulleiter und CDU-Kreisvorstandsmitglied Jürgen Kornmann erstattete gegen alle Schüler, die von anderen Schulen gekommen waren, Anzeige wegen Hausfriedensbruchs, schilderte Schüler Herrmann Hellwig. Von vier Schülern wurden die Personalien aufgenommen. Dass die Schülerforderung nach mehr Demokratie an Schulen nachvollziehbar scheint, zeigen seiner Meinung nach "die überzogene Reaktion der Schulleitung und der Polizeieinsatz auf dem Schulgelände." "Die Schüler hatten sich in der Aula verschanzt", bestätigte die Schulleitung den Polizeieinsatz. Ab der zweiten Unterrichtsstunde hätte sich aber alles wieder normalisiert.
http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Streik-fuer-bessere-Bildung-1342221507

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Re:NuSchool
« Antwort #70 am: 17:43:55 Fr. 07.Mai 2010 »
Zitat
  Tausende Schüler, Studenten und Auszubildende demonstrieren vor dem Düsseldorfer Landtag

07.04.10 - Zum vierten Mal innerhalb eines Jahres protestierten in Düsseldorf Studenten, Schüler und auch Auszubildende gemeinsam mit einigen Lehrern und Eltern am 5. Mai mit einer landesweiten Demonstration gegen die herrschende Bildungspolitik. 1.000 Teilnehmer hatte das aufrufende Aktionsbündnis gegen Studiengebühren und das „Bündnis Bildungsstreik“ erwartet. Zum Schluss zählten die Veranstalter gut 3.500, die Polizei nannte 2.500. Der Demonstrationstermin, vier Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, war bewusst gewählt. Mit Sprechchören wie „Bildung für alle, nicht nur für eine Klasse“ wurde insbesondere die Bildungspolitik der Rüttgers-Regierung in NRW angeprangert. Die selbst gemachten Schilder wie „Rüttgers – hier kommen die Jungwähler“ oder „Schwarz-Gelb = Chancentod“ zeigten, was die Demonstranten von der Schwarz-Gelben Landes- und Bundesbildungspolitik halten.

Noch während der Demonstration, aber von ihr fern innerhalb des Landtagsgebäudes, trat die gescholtene Regierung vor die Presse, um ihre Politik zu rechtfertigen: Die Abschaffung der Studiengebühren gefährde die Qualität an den Hochschulen und Hunderte Arbeitsplätze, weil dann die Bibliotheken früher geschlossen werden müssten. Der schulpolitische Sprecher der Landesregierung hetzte demagogisch, dass überhaupt während des Wahlkampfs demonstriert wird und behauptete, dass „die Demos sind offensichtlich politisch angeordnet und Demonstranten missbraucht und vorgeschoben“ werden. Die Bildungsmisere ist nicht vorgeschoben, sondern Realität und die haben doch sie zu verantworten!Auch die bürgerliche Opposition bekam ihr Fett weg. Sprechchöre waren zu hören: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten! Wer war mit dabei? Die grüne Partei!“ Mit Empörung reagierten viele, als der Grünen-Bundesvorsitzende Özdemir sich kurz zu den Demonstranten bemühte, nur um schnell ein paar „Protest-Fotos“ für die Werbung der Grünen machen zu lassen.“

Die Liste der Forderungen reichte von kleineren Schulklassen, mehr Lehrer, keine Kopfnoten, weg mit den Studiengebühren bis zu mehr Lehrstellen. Beachtung und Solidarität fanden Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, die ihr Recht auf gemeinsames Lernen in „einer Schule für alle“ einforderten. Obwohl eine entsprechen UN-Konvention bereits vor 25 Jahren verabschiedet wurde, werden heute noch in NRW rund 85 Prozent aller Kinder mit Behinderungen an Sonderschulen verwiesen. Auch Auszubildende waren dabei und solidarisierten sich. So stand die Bildungs- und Ausbildungspolitik am Pranger.
http://www.rf-news.de/2010/kw18/feffjugend-ist-hartnaeckig-wieder-demonstrieren-tausende-schueler-studenten-und-auszubildende-vor-dem-duesseldorfer-landtag
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Kuddel

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Re:NuSchool
« Antwort #71 am: 18:27:07 Do. 14.Oktober 2010 »
Zusammenstöße zwischen Schülern und Polizei in Frankreich

Paris — Erstmals seit Beginn der Massenproteste gegen die Rentenreform in Frankreich ist es zu Zusammenstößen zwischen Schülern und der Polizei gekommen. Landesweit blockierten Jugendliche hunderte Schulen, wobei am Rande auch Steine geworfen und Autos beschädigt wurden. Gestreikt wurde erneut bei der Bahn und im Energiesektor, wo Benzin-Engpässe befürchtet werden.

Tausende Schüler gingen, teils zusammen mit Arbeitnehmern, in ganz Frankreich aus Protest gegen die Politik der konservativen Regierung von Präsident Nicolas Sarkozy auf die Straße. Laut Erziehungsministerium waren 342 der rund 4300 Schulen betroffen, der Schülerverband UNL sprach von 500 Schulen, von denen etwa die Hälfte blockiert worden sei. Die meisten Demonstrationen verliefen friedlich.

Zu Zwischenfällen kam es unter anderem in einigen Vorstädten von Paris, was die Angst vor einer Neuauflage von Jugend-Unruhen schürte. So wurden Polizisten in Montreuil und Saint-Denis mit Wurfgeschossen angegriffen, wie die Präfektur mitteilte. Ein 16-Jähriger wurde leicht im Gesicht verletzt, als die Polizei Gummigeschosse einsetzte.

Auch im südostfranzösischen Chambéry und in Lyon kam es zu Auseinandersetzungen. Dort wurden wie auch andernorts mehrere Demonstranten festgenommen, nachdem es zu Steinwürfen beziehungsweise zur Demolierung von Bushaltestellen und Autos gekommen war. Im westfranzösischen Rennes blieb die Universität 2 geschlossen, weil laut Leitung etwa 50 Autonome nachts Barrikaden errichtet hatten.

Erziehungsminister Luc Chatel appellierte an die "Verantwortung jedes Einzelnen". Er habe bereits vor einer unkontrollierbaren Ausweitung gewarnt. Einige wollten womöglich "einfach destabilisieren oder eine Guerilla-Stimmung verbreiten", sagte er dem Sender RTL. Die Jungsozialisten vom MJS und Grünen-Vertreter warfen hingegen der Polizei ein absichtlich hartes Vorgehen gegen die Jugendlichen vor, um die Situation zu eskalieren.

Speerspitze der Streikbewegung der Gewerkschaften blieb der Energiebereich. Zehn der zwölf Raffinerien des Landes waren weiter lahmgelegt, Demonstranten blockierten die Zugänge zu Öl-Lagern unter anderem in Bassens im westfranzösischen Département Gironde, wo sich Sarkozy zu einem Besuch aufhielt. Die Vereinigung unabhängiger Ölimporteure warnte, dass mehr und mehr Tankstellen "trockengelegt" seien. Verkehrsstaatssekretär Dominique Busserau hob aber hervor, dass die Vorräte für einen Monat reichten. Er warnte im Fernsehen vor Hamsterkäufen: "Ich sage allen Autofahrern: füllt eure Tanks nicht vorsorglich und legt keine Vorräte an, denn ihr braucht sie nicht."

http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5jcKHOgdPmML6RSCesxQ0yFrZ5CiA?docId=CNG.c6f896be49b5a2c0ba999191bac5364e.901

Kuddel

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Re:NuSchool
« Antwort #72 am: 19:00:02 Do. 14.Oktober 2010 »

Kuddel

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Re:NuSchool
« Antwort #73 am: 14:55:51 Sa. 16.Oktober 2010 »
Zitat

Immer mehr Jugendliche beteiligen sich an den Protesten
gegen die Rentenpläne der Regierung Sarkozy

Frankreichs Jugend in Aufruhr
"Sarkozy, Du bist am Ende"
Der Konflikt über die in Frankreich geplante Rentenreform eskaliert. Die Gewerkschaften schüren mit der Blockade von Raffinerien und Treibstoffdepots die Angst vor einer bewegungsunfähigen Nation. Schüler tragen immer öfter Gewalt in die Proteste.


Es sind die Bilder und Szenen, die jede Regierung vermeiden will: Jugendliche, die Steine auf Polizisten werfen, durch Gummigeschosse verletzte Schüler, blockierte Straßen und Tankstellen ohne Sprit. Zudem tägliche Großdemonstrationen und immer lauter werdende Forderungen nach einem Generalstreik. Die französische Regierung sieht sich wegen ihrer umstrittenen Rentenreform immer stärker unter Druck. Der Kampf mit den Gewerkschaften scheint härter zu werden als angenommen.

Schuld daran sind nicht zuletzt diejenigen, die gar nicht unmittelbar von den Reformplänen betroffen sind. Schüler und Studenten beteiligen sich seit Tagen mit überraschendem Eifer an den Protesten - immer wieder kommt es zu Ausschreitungen mit Verletzten. Zeitungen und TV-Sender zeigten am Freitag das mitleiderregende Bild eines schwer am Auge verletzten 16-Jährigen. Ein Gummigeschoss der Polizei hatte ihn am Vortrag bei einer Protestaktion getroffen.

Jugend mit Zukunftsängsten

Auch auf der anderen Seite gibt es Opfer. Im südfranzösischen Cannes und in anderen Städten flogen am Freitag Steine gegen Sicherheitskräfte. Mehrere Polizisten wurde verletzt. "Sarkozy, Du bist am Ende, die Jugend ist auf der Straße", lautet eine der Parolen, die bei den Demos gebrüllt werden.


Ein Soziologe befürchtet einen neuen Pariser Mai. 1968 legte wochenlanger Generalstreik das ganze Land lahm.
(Foto: Reuters)

Die Jugendlichen begründen ihre Beteiligung an den Protesten mit Zukunftsängsten. "Arbeitslos mit 30 - Rente mit 80 - Nein Danke" oder "Die Rente - ein Thema der Jugend" steht auf ihren Plakaten. Sie befürchten, dass sie noch schlechtere Aussichten auf einen Job haben, wenn alle für ihre Rente länger arbeiten müssen. Manche verweisen auch auf ihre Eltern. Sein 45 Jahre alter Vater, der als Maurer arbeite, sei am Abend völlig fertig, erzählt ein Jugendlicher der Zeitung "Libération". Er selber wolle deswegen auch nicht bis 62 arbeiten.

Ausschreitungen nicht ausgeschlossen

"Die Generation fühlt sich im Stich gelassen", erklärt der Soziologe Michel Fize. Selbst die Gefahr schwerer Ausschreitungen sei nicht ausgeschlossen. "Das kann einen neuen Mai 1968 geben", warnte der Wissenschaftler und verweist auf die Spannungen zwischen der Jugend und der Polizei. Die Pariser Behörden verboten am Freitag den Sicherheitskräften den weiteren Einsatz von Gummigeschossen.

Neben weiterer Gewalt droht dem Land außerdem ein massives Transportproblem: Am Freitag waren alle zwölf Raffinerien des Landes von Arbeitsniederlegungen betroffen, sogar die Treibstoffversorgung des Pariser Flughafens Charles de Gaulle wurde unterbrochen. Mehrere hundert Tankstellen mussten mangels Nachschub schließen.

Wie die Machtprobe zwischen Sarkozy und Jugend sowie Gewerkschaften ausgeht, werden die nächsten Tagen zeigen. Die Regierung hofft, die Reform bis Ende des Monats endgültig durchs Parlament bringen zu können. Für diesen Samstag und den nächsten Dienstag sind allerdings schon wieder Großdemonstrationen geplant.

Ansgar Haase, dpa
http://www.n-tv.de/politik/Sarkozy-Du-bist-am-Ende-article1725436.html

Kuddel

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Re:NuSchool
« Antwort #74 am: 16:33:21 Di. 19.Oktober 2010 »
Zitat
Neue Massenproteste in Frankreich - Schule abgebrannt

Paris (dpa) - Die Proteste in Frankreich gegen die Rentenreform weiten sich aus. Zehntausende gingen wieder auf die Straße. Hinzu kommen gewalttätige Krawalle. Für viele Franzosen und Urlauber bedeutet der Streik auch, dass sie ihr Auto nicht mehr volltanken können.

In Frankreich werden die tagelangen Proteste gegen die umstrittene Rentenreform nach Ansicht von Ministerpräsident François Fillon zunehmend radikaler. Seine Regierung gab die Zahl der festgenommenen Jugendlichen seit Beginn der Protestwelle vor einer Woche mit über 1100 an. Zwei Tage vor der erwarteten Abstimmung im Senat über die Rentenreform standen in Lyon und anderen Orten nach Jugend-Krawallen am Dienstag erneut Autos in Flammen. Mehrere Polizisten und ein Fotograf wurden bei Auseinandersetzungen verletzt. Ein nach einem Brand explodierender Motorroller verwundete in Paris eine 15-Jährige so schwer, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden musste.

In der Stadt Le Mans brannte am Morgen eine Schule ab, die zuvor blockiert worden war. Der Bürgermeister vermutete einen kriminellen Hintergrund, nachdem Ermittler Reste von Brandsätzen fanden. Unklar ist aber noch, ob das Feuer im Zusammenhang mit den Protesten stand. Die Regierung drohte Randalierern mit der vollen Härte des Gesetzes.
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1055279