Autor Thema: Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung  (Gelesen 33399 mal)

alfred

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #120 am: 12:31:32 Mo. 05.November 2007 »
Ich fände es trotzdem interessant, wenn auf die Verquickungen der alten Gewerkschaften mit dem Kapital und deren Folgen eingegangen wird.

Und dann hoffe ich noch, dass wir das ohne das Eingreifen von Kellerkind hinbekommen...
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flipper

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #121 am: 12:32:50 Mo. 05.November 2007 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Aber BakuRock, jemand der sich solidarisch verhält (er setzt sich nicht für seine primären Eigeninteressen ein, sondern für andere, die beschlossen haben sich zu wehren) und klassenkämpferisch aktiv ist, so dumm und plump zu beleidigen, ist einfach nicht mehr feierlich.

Du redest bei chefduzen gerne von "wir" und dann gibt es wohl noch welche in der Community, die nicht zu "uns" gehören. Da wird's aber wirklich haarig, wenn begonnen wird Gräben zwischen den Ausgebeuteten aufzureißen. Ich will weder Diskussionen noch Kritik abwürgen, aber das was hier an "Auseinandersetzung" stattfindet, hat keinen Stil und hat auch in diesem Forum nix verloren.

Von BakuRock habe ich immerhin mitbekommen, daß er sich aktiv einsetzt für den Widerstand einfacher Leute gegen Kapitalinteressen. flipper glänzt eher durch Phantasien von "richtigen Männern" und dem Gebrauch militärischen Vokabulars. Chefduzen ist kein Computerspiel.

-zitat? wo ist die beleidigung?

-ich weiss nicht was du meinst. tatsache ist, dass ich ständig von den anarchosyndikalisten hier angegriffen werde wenn ich nur den mund aufmache.
diese angeblich so fortschrittlichen genossen ertragen keine kritik, noch nicht einmal unwillkommene fragen.

-schön. aber unter seiner wiederholt erklärten ablehnung von jeder verantwortung habe ich meine bedenken. tut mir leid. wenn die administration hier auch deiner meinung ist, dann halt ichs maul, ansonsten lass ich mich ned zensieren  X(

EDIT:
ich bin raus aus dem thread. mir reichts. ich bin nur reingekommen, weil hier ziemlich übel  auf der IGM rumgehackt wurde.
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handkey

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  • der neue Chef wollte uns gleich gegeneinander hetzen, 14 Leute sind aufgestanden und rausgegangen, weil wir keine Sekunde für einen so unehrlichen Chef arbeiten werden.
Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #122 am: 19:04:55 Mo. 05.November 2007 »
@ man of constant sorrow:
Danke, sowas musste hier auch mal von jemand gesagt werden, der nicht in den Sippenhaft- anarcho-syndkl.-Verdacht gerät.

@ Alfred:
nach einem längeren Wochenende ohne Internet-Zugang, weil ich Dir gerne schon vorher antworten wollte:
Frage: Was ist denn so schlecht an der Unterstützung von Leuten, die schon beschlossen haben, sich selbst zu wehren, bevor die Fau mit n´paar Ideen dazukam(, die dankbar aufgenommen wurden).- ohne gleich mit Beitrittsformularen wie bei der IGM zu winken,(von der die Belegschaft die versprochene Kohle bis heute nicht gekriegt hat.
-und daß zum weitermachen bei Insolvenz die "ganze Fabrik zu kaufen" wohl´n zu harter Brocken war, siehste wohl selber.- da konnte mensch nur schöde "kapilistisch" bei der Investorensuche helfen...

@flipper-"Beobachter":...  ;(

und sonst:
daß menschen, die sich wehren, auf schwarze Listen kommen können, ist ja kaum zu vermeiden- soll wir uns alle besser nicht wehren?- oder besser, die ganze Bevölkerung kommt auf deren schwarze Liste, weil dann nix mehr geht.

Heute ist Guy-Fawkes-Tag...
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handkey

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #123 am: 22:29:08 Mo. 05.November 2007 »
Hier noch etwas "Hintergrundinfo" eines Companero-
besser hätt ichs nich hingekriegt:

Die Rolle der IGM – »Keine Chance für Gegenwind« - für wen?

Am 10. Juli hieß es in einer Pressemitteilung: »Tatsächlich wurden schrittweise sämtliche Aufträge der Bike Systems GmbH an den Wettbewerber, die MiFa AG in Sangerhausen, übergeben, um die Beteiligung der Lone-Star an der MiFA mit Aufträgen und Vorräten aus Nordhausen zu finanzieren«. Und die Neue Nordhauser Zeitung fährt fort: Was die Belegschaft jetzt besetzt, das ist quasi ein filetiertes Unternehmen, das für einen Investor vollkommen uninteressant ist. Der Markt ist quasi bereinigt. (nnz)

Trotz dieser eindeutigen Tatsache, dass nämlich die MIFA Neukirch und Nordhausen plattmacht, wurden dann im besetzter Werk vorproduzierte IGM-Schilder aufgestellt, die das Hedge-Fonds-Unternehmen Lone Star als gefräßige »Heuschrecke« (die Affinität zum Rattenvergleich mit den Juden ist einkalkuliert!*) und Lone Star als »HIV-Seuche« plakativ dargestellt werden. Und als wenn die sozialpartnerschaftliche Politik der IGM nicht auf zur »Anarchie gegen den Sozialstaat« beigetragen hätte ....

Der Verlust von Fähigkeiten und Kenntnissen hat mit der Verteidigung des »nationalen Standortes« rein gar nichts zu schaffen. Wer eine sozialistische-libertäre Gesellschaftsordnung auf seine Fahnen geschrieben hat, geht ja wohl on einer dezentralisierten Industrie bzw. regional autarken Versorgungsproduktion aus. Die Verlagerung von Arbeitsplätzen ist ein profitorientiertes Spielchen von Investoren, nationalen Kapitalisten, international operienden Banken und Hedge Fonds, Umstrukturierungs-maßnahmen der Weltbank-Think Tanks und des IWF, die global ganze Regionen von Industrieländern zu landwirtschaftlichen Produzenten degradieren und andersherum. Einfach, weil so die Profite maximiert werden können. Gegen das bürgerliche Horror-Szenario von »Klima-Katastrophe« und nachhaltigem Umweltschutz stehen diese Forderungen der libertären Arbeiterbewegung seit den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts auf der Tagesordnung – allerings unter der Kontrolle der organisierten Arbeiterklasse.

Theorie schadet nix – auch wenn’s Karl Marx gesagt hat

Ohne Klassenkampf und Arbeiter-Widerstand gegen diese keineswegs »natürliche« Entwicklung der Produktivkräfte, diese Ausbeuter-Ordnung, werden die Reichen immer Reicher und gefräßiger und die Arbeits- und Lebensbedingungen der weltweiten Arbeiterklasse wird immer weiter niedergedrückt. Wer sich nicht wehrt, der geht zum Teufel, das ist die Quintessenz.

Was ist, wenn die von Deutschland nach Mexiko verlagerte Textilproduktion, die mittlerweile – ebenso wie die Billig-Kaffeeproduktion – in Vietnam angekommen ist, durch die Waschmaschinenproduktion aus den zu teuer gewordenen Tigerstaaten verdrängt wird? Nähen wir dann in Deutschland wieder T-Shirts so wie bereits »hippe ‚Affentor’-Designermode« zu 1 Euro-Löhnen wie in der gemeinnützigen »Werkstatt Frankfurt« unter dem Beifall von ver.di?
 Oder kommt die HighTech-Produktion zu uns zurück, weil wir längst ein Billiglohnland geworden sind? Eines ist sicher: die Zahl der Industriearbeiter/innen auf der Welt ist nicht gesunken, sie steigt an. Das liegt daran, dass Waschmaschinen, Kühlschränke, Rasierapparate, Autos und Fahrräder noch nicht von »Aliens« im Weltall hergestellt werden, sondern durch Klassengenoss/innen irgendwo auf diesem blauen Planeten, zu Hungerlöhnen.
Und noch etwas extrem falsches und dummes Geschreibsel: »Und die Entstehung des internationalen Finanzkapitals geht nicht etwa auf geplante Machenschaften böswilliger Akteure zurück, sondern ereignet sich im Kapitalismus ganz natürwüchsig, wenn das Geld nicht zurück in die produktive Sphäre wandern kann, weil dort der Kapitalbedarf gesättigt ist.«
 So gottgegeben diese Dummheit sein mag, so goutierten selbsternannte Intellektuelle Vordenker – von wem auch immer – diesen peinlichen Quark. Nichts ereignet sich naturwüchsig, einfach so; Geld schon gar nicht. Es handelt sich dabei um abgepreßten Mehrwert. Und der Kapitalbedarf ist in den USA ebenso wenig gesättigt wie in Deutschland – die Profitraten sind einfach zu gering, um hier lohnend zu investieren. Da kommen steuersubventionierte Betriebs- und Produktionsverlagerungen innerhalb der EU oder in andere Staaten gerade recht.

Es fragt sich also, wenn »die Tendenz der Dinge in diesem System solcher Natur ist, besagt das etwa, daß die Arbeiterklasse auf ihren Widerstand gegen die Gewalttaten des Kapitals verzichten und ihre Versuche aufgeben soll, die gelegentlichen Chancen zur vorübergehenden Besserung ihrer Lage auf die bestmögliche Weise auszunutzen? Täte sie das, sie würde degradiert werden zu einer unterschiedlosen Masse ruinierter armer Teufel, denen keine Erlösung mehr hilft.« Das schrieb Karl Marx 1865 in seinem Text »Lohn, Preis, Profit«, den unsereins damals während seiner Legrzeit als Schulungsmaterial gelesen und erörtert hat. Vielleicht sollten einige Leute mit so genannten antideutschen und anderen dummerhaften, pseudolinken Positionen mal wieder die grundlegenden Kapitalismuskritik zuwenden. Sie würden dann bei Marx die Unterscheidung in »industrielle« und »geldverleihende« Kapitalisten mit ihrem »industriellen oder kommerziellen Profit« kennenlernen. Heute wird das marodierende Kapital der Hedge Fonds der LONE STAR, BLACKSTONE und CERBERUS-Kapitalgesellschaften selbst von den Gewerkschaften des DGB hofiert, denn die verscherbelten über ihre gewerkschaftseigene Beteiligungsgesellschaft BGAG in Frankfurt ihre letzten Bank, die Allgemeine HypothekenBank Rheinboden (AHBR) Ende 2005 an die LONE STAR – und zahlte noch 871 Millionen Euro Mitgliedsbeiträge als »Mitgift« drauf! Ver.di und andere „parken“ ihre Mitgliedsmilliarden bei BLACKSTONE (die dann im Arbeitskampf bei der Ausgliederung von Telekom-Teilen aktiv wird – gegen die ver.di-Gewerkschaft!). Wie stand doch noch in Nordhausen auf einem IGM-Plakat: »Mit Lone Star kooperieren heißt Zukunft verlieren.«

Diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die meinen, sich gegen die kapitalistische Logik wehren zu müssen, ehe sie ihre eigenen Überzeugungen und die Verteidigung ihrer Würde als Arbeiter/in »zum Teufel« gehen lassen, müssen sich woanders orgnisieren als in den DGB-Gewerkschaften. Das Ziel sollte eine wirkliche Klassenkampforganisation sein, die nicht »in ihren tagtäglichen Zusammenstößen mit dem Kapital feige nachgeben«, weil sie sich dadurch  »selbst unweigerlich der Fähigkeit berauben, (eine) irgendwelche umfassendere Bewegung ins Werk zu setzen« . Da genau das der DGB nicht will, bedarf es anderer kämpferischer Gewerkschaften und Organisationen, die den zwingend notwendigen Klassenkampf für eine bessere Gesellschaft führen wollen und fortsetzen können.

* trotz dieses (bewußten oder unbewußten) Vergleichs (der letztlich ja keiner ist, da hier Firmen mit gefräßigen Tieren und nicht mit Menschen verglichen wurden),  würde ich den SPD-Müntefering nicht als Nazi titulieren; was wären dann nämlich die anderen und wäre die NPD und die Neo-Nazis. Ein Wiederauflebenlassen der »Sozialfaschismus-Theorie« der stalinistisch-völkischen KPD unter Thälmann kann nur aus der selben Ecke kommen, aber nicht durch libertäre Kommunist/innen.

So weit erst mal-
 gut´s nächtle
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alfred

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #124 am: 01:05:30 Di. 06.November 2007 »
Zitat
Original von handkey
@ man of constant sorrow:
Danke, sowas musste hier auch mal von jemand gesagt werden, der nicht in den Sippenhaft- anarcho-syndkl.-Verdacht gerät.

Der durchaus geschätzte ManOf zeichnete sich in der Forumsvergangenheit durch regelrechte Tiraden gegen die DGB-Gewerkschaften aus. Das kann ich nachvollziehen, muss aber trotzdem darauf hinweisen, dass er deshalb 'sippenhaftverdächtig' ist...

Zitat
Frage: Was ist denn so schlecht an der Unterstützung von Leuten, die schon beschlossen haben, sich selbst zu wehren, bevor die Fau mit n´paar Ideen dazukam(, die dankbar aufgenommen wurden).- ohne gleich mit Beitrittsformularen wie bei der IGM zu winken,(von der die Belegschaft die versprochene Kohle bis heute nicht gekriegt hat.
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Da ist überhaupt nichts schlechtes dran. Mein Unverständnis bezog sich allein auf die Polemik gegen die IGM. Dabei sorge ich mich auch überhaupt nicht um die IGM, sondern nur darüber, wie die FAU öffentlich bei rüberkommt...
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alfred

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« Antwort #125 am: 01:33:37 Di. 06.November 2007 »
Zitat
Oder kommt die HighTech-Produktion zu uns zurück, weil wir längst ein Billiglohnland geworden sind? Eines ist sicher: die Zahl der Industriearbeiter/innen auf der Welt ist nicht gesunken, sie steigt an. Das liegt daran, dass Waschmaschinen, Kühlschränke, Rasierapparate, Autos und Fahrräder noch nicht von »Aliens« im Weltall hergestellt werden, sondern durch Klassengenoss/innen irgendwo auf diesem blauen Planeten, zu Hungerlöhnen.

Ich greife mir nur einen kleinen Teil des Beitrags heraus. Alle hier genannten Produkte sind nicht der 'High Tech-Produktion' zuzuordnen. Auf den Thread zurückkommend erinnere ich daran - es geht um Fahrräder aus Thüringen. Das heißt, es geht um Stundenlöhne von (teils unter) SIEBEN EURO! Man muss sich also nicht in Theorien ergehen, nein, die 'Hungerlöhne' werden genau hier gezahlt. Und wir sind hier in Thüringen unter MP Althaus, d.h. es gibt KEINE Gewerschaftsstrukturen (außer die importierten für Opel). Lest Euch das Börsenprospekt von MIFA durch, dort wird Euch vom Kapital persönlich erklärt, warum ein Fahrrad hier preiswerter hergestellt wird, als z.B. in China (mit folgenden shipping costs).

Und noch etwas zum Nachdenken für die Theoretiker. Beim Thüringer Proletariat sind die westlichen Gewerkschaften nicht nur nicht erwünscht (wieder Opel ausgenommen), sondern sie werden regelrecht gehasst.

Die FAU sollte einfach die Mentalität dort beachten, auch sie wird dort schnell als fremdbestimmende Obrigkeit wahrgenommen...
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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #126 am: 03:17:03 Di. 06.November 2007 »
Ich nehm das gerne als lieb gemeinten hinweis, was irgendwelche abschreckenden politnaseweisen verhaltensweisen ( von welchen "aktivisten" auch immer ) angeht- die kommen zu recht bei kollegen nicht an, die schon massiv unter besserwisserei gelitten haben.

denoch, und selbstmurmelnd immer noch zu wenig-

haben sich in den letzten Jahren "ortsgruppen" dieser mir doch teuren basisgewerkschaft in Frankfurt/O, Potsdam,Halle, Leipzig, Dresden, Magdeburg  mit "Ablegern" drumrum gegründet, obwohl "ortsgruppe"  für viele sagen wir doch noch mal "ossis" schon als wort pfui-spucke klingt. ;)

ansonsten, als begeisterter verfechter der autogestion, hab ich anderswo hier ab und zu die bemerkung fallen lassen, daß es mir egal ist, wie die leute sich nennen und symbole und so, wenn sie sich für ihre Arbeiterinteressen selbst organisieren, anstatt sich organisieren zu lassen, weil es nicht die Symbole sind, die uns befreien, sondern wir selber. (wdhlg)
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alfred

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« Antwort #127 am: 11:13:05 Di. 06.November 2007 »
Mal kurz zur Mifa. Innerhalb der letzten vier Tage ist deren Kurs um fast die Hälfte eingebrochen. Ob da LoneStar die Finger im Spiel haben? Wenn nein, dann haben sie auch die Hälfte ihres Kapitals verloren.

Nur mal so am Rande, weil jemand schrieb, dass Mifa der große Abräumer/Gewinner der BikeSystem-Insolvenz wäre.
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Kuddel

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Ein kritischer Blick zurück:

Was bleibt vom Strike Bike?

Im Jahr 2007 führten KollegInnen der Fahrradfabrik Bike System in Thüringen einen bemerkenswerten Kampf gegen die „Abwicklung“ ihrer Arbeitsplätze, der als „Strike Bike“ in die Gewerkschaftsgeschichte einging. Was blieb vom Kampf der Bike System-KollegInnen – diese Frage stellten sich Alix Arnold (Köln) und Dieter Wegner (Hamburg) zehn Jahre danach:


https://gewerkschaftslinke.hamburg/2018/05/02/was-bleibt-vom-strike-bike/

dejavu

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Zitat
Kritisch ist jedoch zu sehen, dass die „BesetzerInnen“ die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit nicht selbst erledigten, sondern den Routiniers vom Cafe Libertad überließen. Cafe Libertad war Ansprechpartner für die bürgerlichen Medien, die Homepage der FAU war Informationsquelle für die „Besetzung“. Zu einer selbstermächtigten Aktion der Strike Biker hätte gehört, ihre „Besetzung“ auch nach außen eigenständig zu vermitteln. Zum Beispiel hätten sie sich bei örtlichen Kräften wie der Arbeitslosen-Initiative Nordhausen bei der Einrichtung einer eigenen Homepage Hilfe holen können.
Zitat
Da keine Struktur von Versammlungen und gemeinsamen Entscheidungen entwickelt worden war, gab es hier keine Kriterien und Transparenz, stattdessen kam es zu gegenseitigen Vorwürfen und Verdächtigungen.
Wie schon anderswo gesagt: Mich hat man beim Flugblattverteilen auf einer Leiharbeitsmesse aufgefordert: "tut doch mal endlich was" Hm. Im vorliegenden Fall wurde die Hilfe von FAU und Anderen ist gerne angenommen, Eigenständiges ist  nicht einmal im Ansatz entwickelt worden, war wahrscheinlich auch nicht beabsichtigt.
Ich denke man sollte derartige Hilfsleistungen einstellen, es bringt absolut nichts, auf lange Sicht landet man höchstens im nächsten KZ.
Ich werde,  wahrscheinlich in ein, zwei Monaten, etwas dazu schreiben, eigenes Topic dann...

Leiharbeit und Werkvertragsmißbrauch verbieten! Weg mit dem Dreck!