Autor Thema: Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung  (Gelesen 33424 mal)

flipper

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #15 am: 07:51:51 Fr. 21.September 2007 »
hehe hab ich mir schon gedacht  :]
"Voting did not bring us further, so we're done voting" (The "Caprica Six" Cylon Model, BSG)

classwar

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #16 am: 13:58:38 Do. 27.September 2007 »
Hallo liebe GenossInnen

Am Freitag wird es ab 19Uhr im FAU-Lokal eine Veranstaltung zur
Strike-Bike-Kampagne geben.

Sein kommen zugesagt hat ein Vertreter der "Radspannerei" aus
Berlin-Kreuzberg.

Die "Radspannerei" hat das "Strike-Bike" entworfen und er wird
Informationen über das Strike-Bike und dessen Entwicklung geben können.

Außerdem werden VertreterInnen der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft
FAU vor Ort sein, um die Kampagne, die die FAU  gemeinsam mit den
Beschäftigten in Nordhausen entwickelt hat, vorzustellen und Hintergründe
zu erläutern.

Wann?: Freitag, 28.9., 19Uhr
Wo?:   FAU-Lokal, Straßburger Str. 38, P'berg, U2 Senefelderplatz

Strike-Bike-Kampagne:
http://www.strike-bike.de

FAU-IAA Berlin:
http://www.fau.org/ortsgruppen/berlin/

Krokos

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #17 am: 18:15:42 Do. 27.September 2007 »
laut eines noch nicht umeditierten Beitrags in Wikipedia steigert Anarchosyndikalismus sogar die Produktivität.

Hmm hätte es mir die ganze Zeit nicht vorstellen können, vielleicht weil ich bisher immer in Bereichen gearbeitet habe wo soetwas auf keinen Fall möglich wäre.
In bestimmten Bereichen ist es bestimmt produktivitätssteigernd, weil a) die Arbeiter wissen dass es für eine gute Sache ist (Versorgung der Bevölkerung und der eigenen Familie) und b) keine unsinnigen Arbeitsanweisungen vorgelegt bekommen. Stelle mir das Ganze auch viel entspannter vor....es gäbe praktisch keine Arbeitslosen. Mal arbeite ich ne Stunde am Band, dann der nächste, in der Zeit kann man sich zum Schlafen ins Lager legen oder überlegen wie man die Produktion noch stärker optimieren kann damit man nur noch ne dreiviertel Stunde am Band stehen muss :D

Dass es in Spanien so erfolgreich gewesen sein soll beweist zumindestens dass es eine Alternative zum Lohnabhängigkeitsmodel gibt.
Die Frage ist nur ob dieses System nicht auch irgendwann veraltet bzw. ausgenutzt wird...

Kater

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #18 am: 18:39:02 Do. 27.September 2007 »
hier ein Beispiel wie damals die Straßenbahnen in Barcelona organisiert wurden:

Zitat
Gaston Leval - Die schwarz-roten Straßenbahnen von Barcelona

Die Straßenbahnen waren in Barcelona das wichtigste Transportmittel. 60 Linien zogen durch die Stadt und fuhren zu den Vororten und den umliegenden Ortschaften: Pueblo Nuevo, Horta, Sarria, Badalona, Sens, Bonanova, Gracia, Casa Anunez usw. Die Allgemeine Straßenbahngesellschaft, eine AG mit hauptsächlich belgischem Kapital, beschäftigte 7.000 Lohnempfänger, die die Wagen fuhren und den Fahrpreis kassierten und in den 8 Depots und in den Reparaturwerkstätten arbeiteten.

Ungefähr 6.500 von diesen 7.000 Arbeitern waren in der CNT, wo sie die ihrem Fachgebiet entsprechende Sektion der Industriegewerkschaft der Transportmittel bildeten. Die anderen, bedeutend kleineren Sektionen waren die der U-Bahn (2 Linien), der Taxifahrer, die sich in der Folge getrennt organisierten, der Autobusse und schließlich der beiden Drahtseilbahnlinien nach Montjuich und dem Tibidabo-Berg.

Die Straßenkämpfe hatten den ganzen Verkehr lahmgelegt, die Straßen waren durch die Barrikaden versperrt, deren Hauptmaterial eben oft aus Straßenbahnen und Bussen bestand. Man mußte also alles ausräumen und den Weg freimachen, um die in der Großstadt unerläßlichen Transportmittel wieder ingangzusetzen. Nun beauftragte die gewerkschaftliche Straßenbahnsektion eine Kommission von sieben Genossen damit, die Verwaltungsräume zu besetzen, während andere die Bahnen besichtigen und sich einen Überblick über die nötigen Aufräumungsarbeiten verschaffen sollten.

Vor dem Gesellschaftslokal fand die Kommission eine Bereitschaftsgruppe der Zivilgarde, die den Zugang verhindern sollte. Der sie befehligende Unteroffizier erklärte, er habe den Befehl erhalten, keinen Menschen hineinzulassen. Mit Gewehren und Granaten bewaffnet und zum Teil durch den Panzerwagen, der für den Geldtransport der Gesellschaft bestimmt war, gut geschützt, drohten unsere Genossen anzugreifen. Der Unteroffizier bat seine Vorgesetzten telephonisch um die Erlaubnis zum Rückzug und sie wurde ihm gewährt.

Verweilen wir einen Augenblick bei einer kleinen, amüsanten Einzelheit. Das gesamte höhere Personal war nicht da, und in den Büroräumen fand die Gewerkschaftsdelegation nur den Anwalt vor, dessen Aufgabe es war, die Gesellschaft zu vertreten und für sie Verhandlungen durchzuführen. Der Genösse Sanchez, der aktivste und erfahrenste Militante, kannte diesen Herrn sehr wohl, der ihn vor zwei Jahren bei einem 28monatigen Streik zu 17 Jahren Gefängnis hatte verurteilen lassen - dieser Verteidiger der Interessen der Gesellschaft hatte sogar eine Strafe von 105 Jahren Gefängnis gegen ihn beantragt! (Sanchez war zusammen mit Tausenden anderer Genossen dank der nach den Wahlen im Februar 1936 gewährte Amnestie aus dem Gefängnis entlassen worden.)

Dieser Herr empfing ihn auf sehr liebenswürdige Weise, indem er erklärte, er würde die neue Situation akzeptieren und sich sogar als Anwalt den Arbeitern zur Verfügung stellen. Sanchez' Genossen wollten ihn auf der Stelle erschießen, dieser aber war dagegen und ließ ihn sogar weggehen. Es war Freitag, und man machte für den nächsten Montag ein Treffen aus. Vertrauensvoll bat der Mann darum, daß man ihn heimbegleitete, da auf den Straßen so viele bewaffnete Revolutionäre wären ... Man tat es, aber er kam am folgenden Montag nicht wieder und wurde dann nie wieder gesehen.

Das Komitee der sieben rief sofort die Delegierten der verschiedenen Gewerkschaftssektionen - Elektrizitätswerk, Kabel, Reparaturen, Verkehr, Schaffner, Lagerräume, Buchführung, Büros, Verwaltung usw. - zusammen: wieder einmal gelang die Synchronisierung der Industriegewerkschaft hervorragend. Einstimmig wurde beschlossen, die Straßenbahnen unverzüglich wieder ingangzusetzen.

Am folgenden Tag wurden die Handarbeiter und Techniker durch den Rundfunk zusammengerufen - so wie die Metallindustriegewerkschaft es mit ihren Mitgliedern getan hatte - es fehlten nur einige Faschisten. Alle Ingenieure stellten sich der Gewerkschaft zur Verfügung, ein alter Oberst miteinbegriffen, der wegen seiner aktiven Sympathie für die Arbeiter bereits vom Posten des Leiters der Verkehrsabteilung und Direktors der U-Bahn in die Archivabteilung zurückversetzt worden war.

Fünf Tage nach dem Abschluß der Kämpfe fuhren 700 - anstatt 600 - Straßenbahnen mit den schwarzroten Schrägstreifen der FAI durch Barcelona. Ihre Zahl war vergrößert worden, um die Anhänger abzuschaffen, die viele Unfälle verursachten. Dafür hatte man Tag und Nacht und mit allgemeiner Begeisterung gearbeitet, um ungefähr 100 zum alten Eisen geworfene, weil für unbrauchbar gehaltene Wagen zu reparieren.

Natürlich konnten die Dinge deshalb so schnell und so gut organisiert werden, weil die Menschen selbst gut organisiert waren. Denn wir finden hier eine Gesamtheit von Sektionen vor, die nach Berufszweigen und auf industrieller Basis gemäß der Arbeitsorganisation gegründet worden sind, und zwar sowohl auf Betriebs- als auch auf Gewerkschaftsebene. Mechaniker, Schaffner, Autoschlosser, Tischler usw. bildeten jeweils einander ergänzende Gruppierungen, die über den bloßen, herkömmlichen Berufsrahmen hinausgingen, um sich in einer einzigen Organisation zu vereinigen.

An der Spitze jeder Sektion standen ein in Übereinstimmung mit der Gewerkschaft ernannter Ingenieur und ein Vertreter der Arbeiter: so wurde zu gleicher Zeit für die Arbeit und für die Arbeiter gesorgt. Auf der nächsthöheren Stufe bildeten die versammelten Delegierten das lokale Generalkomitee. Die Sektionen kamen getrennt zusammen, wenn es sich um ihre spezifischen Aktivitäten handelte, die also unabhängig von den anderen betrachtet werden konnten; wenn es um allgemeine Probleme ging, hielten dagegen alle Arbeiter aller Berufe eine Vollversammlung ab.

Es bestand also auch eine permanente Übereinkunft zwischen Ingenieuren und Arbeitern. Kein Ingenieur durfte eine wichtige Maßnahme ergreifen, ohne das Lokalkomitee um Rat zu fragen, nicht nur, weil alle gleichermaßen an den Entscheidungen teilhaben sollten, sondern auch deswegen, weil die Handarbeiter meistens in praktischen Fragen mehr Erfahrung haben als die Ingenieure. (...)

Die spontane Disziplin und das hohe ethische Bewußtsein der Arbeiter waren allgemein anerkannt. Alle stimmten dem gemeinsamen Werk zu und nahmen daran teil, und jeder entwickelte seine eigene Phantasie, um technische Verbesserungen und neue Arbeitsmethoden zu finden. (...)

Diese Mitarbeit ging sogar über den Betriebs- bzw. Gewerkschaftsrahmen hinaus. Die gut ausgerüsteten Werkstätten stellten z.B. Raketen und Haubitzen für die aragonesische Front her. Die Arbeiter machten also kostenlos Extrastunden und kamen sogar Sonntags in die Fabrik, um dem gemeinsamen Kampf ihren unentgeltlichen Beitrag zu leisten.

Zum Abschluß will ich noch betonen, daß überall Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit herrschten. Gewiß hat es einige wenige Fälle von Unehrlichkeit gegeben, sie beschränkten sich aber innerhalb von Jahren auf sechs kleinere Diebstähle, die nicht einmal nennenswert wären, aber wir wollen nicht den Anschein erwecken, das Unangenehme zu übergehen. Am ernstesten war folgender Fall: Ein Arbeiter nahm ab und zu kleinere Mengen Kupfer mit nach Hause, die er dann verkaufte, sobald er ein Kilo zusammen hatte. Er wurde entlassen, als seine Frau aber zum Betriebskomitee ging und erklärte, sie hätte ein Kind, das darunter zu leiden haben würde, gab man ihr den Lohn für drei oder vier Wochen und versetzte ihren Mann in eine andere Werkstatt.

Gaston Leval

Aus: "Die Aktion" Nr. 161/164 - Dossier zu Spanien 1936  
 

BakuRock

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #19 am: 13:46:17 Sa. 29.September 2007 »
Eine Zusammenfassung wichtiger Details von Labournet.de:

Zitat
News zur besetzten Fahrradfabrik

„In Hamburg gab es heute in der "Schwarzen Katze" eine Veranstaltung der
FAU Jour Fixe mit 4 Kollegen aus Nordhausen. Dabei gab es viele
interessante Infos zum Verlauf der Kampagne (....) Es gibt
Einzelbestellungen aus inzwischen mehr als 15 europäischen Ländern sowie
aus Israel, Ägypten und Südafrika. Aus Saragossa in Spanien gingen gerade
50 Bestellungen ein, aus Paris sind grosse Sammelbestellungen angekündigt,
das zapatistische Kollektiv "Os Sporos" aus Athen bestellte 20 Räder, in
Sevilla werden die Fahrräder bei einer eigens in Leben gerufenen
anarchistischen Lotterie verlost, in Wien gibt es grosse Sympatie und
viele Leute koordinieren Bestellungen, auch aus Ungarn und Polen gibt es
koordinierte Aktionen und Bestellungen. Selten gab es so viel
internationale Basis-Solidarität mit sozialen Kämpfen in Deutschland, und
all das innerhalb einer Woche!...“ Bericht von Besucherin auf Indymedia
vom 26.09.2007
http://de.indymedia.org/2007/09/195326.shtml

b) Strike Bike - Holger Burner

Holger Burner hat einen Rap als Werbung für das Strike-Bike geschrieben
und als Clip gedreht. Die Qualität des Filmes ist nicht die Beste, da er
nur mit dem Handy gefilmt wurde, mehr war in der Kürze der Zeit nicht
möglich. Dafür ist der Text umso besser. Siehe dazu die Seite mit dem Text
und dem Link zum Clip
http://www.labournet.de/branchen/sonstige/fahrzeug/burner.html

c) Solidarität mit den Werksbesetzern in Nordhausen

„…Die Mitglieder des Kreisverbandsvorstandes des DGB Berlin
Tempelhof-Schöneberg haben den Kolleginnen und Kollegen ihre
uneingeschränkte Solidarität übermittelt in der Hoffnung, dass ihr Kampf,
sich gegen die „Plattsanierung zu wehren, erfolgreich ist. Weiterhin haben
die Mitglieder des Kreisverbandsvorstandes beschlossen, die Aktion
„Fahrradproduktion“ zu unterstützen und ein Strike-Bike zu bestellen. Nach
Erhalt des „Strike-Bike“ werden wir das Fahrrad in einer weiteren
Solidaritätsaktion unseren Gewerkschaftskolleginnen und -kollegen in Kuba
über die Organisation Cuba Si zur Verfügung stellen.
Der Kreisverbandesvorstand fordert alle Gremien in den DGB-Gewerkschaften,
alle Kolleginnen und Kollegen, die ihren Kindern, Enkeln oder Angehörigen
ein Fahrrad schenken wollen, diese gegen Vorauszahlung bei den
Werksbesetzern zu bestellen…“ Auszug aus einer nachahmenswerten
Soli-Erklärung des DGB-Kreisverbandes Tempelhof-Schöneberg - Region Berlin
vom 25.09.2007


III. Branchen > Sonstige Industrie > Fahrzeugbau > Bike Systems Nordhausen

Filme zum Kampf bei Bike Systems

2 Filme über die KollegInnen stehen zum Download bei Youtube bereit

i) Aktion in Frankfurt/M. am 6.9.2007
http://www.youtube.com/watch?v=dk1HfKffHcE

ii) Besetzung und Aktionen in Nordhausen
http://www.youtube.com/watch?v=fxBmxViFcAI

Auch die "grosse" Presse ist nun dran am Geschehen. Unser Pressespiegel waechst und waechst: Strike-Bike-Kampagne


:cheer:
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alfred

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #20 am: 15:33:39 Sa. 29.September 2007 »
:D Ich stelle mir gerade vor, wie ungläubig die Herrschaften von Lonestar wohl auf dieses bunte Häufchen bockiger Mitarbeiter schauen. youtube Ich denke, die Aktion erreicht langsam eine kritische Größe, wo man die Sache auch im fernen Amerika nicht mehr einfach nur ignorieren kann. Der ausführliche Bericht im Spiegel link sollte eine weitere Berichterstattung in überregionalen Blättern nach sich ziehen...

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flipper

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #21 am: 22:58:19 Sa. 29.September 2007 »
hmm, ok. das könnte doch was werden. und IGM und linke unterstützen auch.

und geld zurück is auch garantiert  =)

na dann bestellt mal  :cheer:
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unkraut

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #22 am: 10:01:59 So. 30.September 2007 »
Schon beachtlich was die Belegschaft da auf die Beine stellt .
Voller Hoffung und Zuversicht auf Erfolg . Respekt .

Aber sehen wir mal zurück ...
So wurde es nach der Wende doch überall im Osten gemacht .
Gegen Sanierungsversprechen für ne mark verhöckert , mit 100 % Subvention ausgeblutet und weg ...

Die letzten sind nun dran ...
Vor knapp 2 Jahren war der Bertrieb meiner Frau dran ( Möbelhersteller - kein Billigkram ) . Nach der Wende  durchgekämpft , aufgebaut und lief ...  dann 94 kam die allgemeine Flaute . Gut überstanden Dank des Zusammenhalts der Angestellten und Arbeiter . Lohnverzicht ect. ...
Die " Großen " kamen auch langsam  ins schwimmen ...
Mit massivem Preisdumping wurden die kleineren an die Wand gedrückt
Dann kam der Große als vermeintlicher Retter durch die Hintertür .
6 Monate und alles war platt .
Maschienen weg , Lager leer innerhalb einiger Tage und dann noch Insolvenzverschleppung . Halt das ganze Programm ...

Den Nordhausenern fehlt das Startkapital für einen " Neuanfang " .
Keine Bank wird Ihnen was leihen . Dafür sorgen schon andere .

Selbst wenn sich Politiker einschalten die meistens in so was Profilierung ect. sehen ... sie werden nix beeinflussen können .
Es geht darum unleidliche Konkurenz auszuschalten .

Ich wünsche den Nordhäusern viel Kratf und Durchhaltevermögen und möge Ihr Kampf von Erfolg gekrönt sein .

Grüße


Pflichtseite 1 x die Woche :
http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/12700cFrame-SetAlmanach.html

Und wieder hat es einen bekannten Namen aus der Möbelindustrie erwischt : Flötotto

Der Aufschwung läßt nicht nach .
Sorry das ich etwas vom eigentlichen Thema abgewichen bin .
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945

Wilddieb Stuelpner

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #23 am: 10:31:17 So. 30.September 2007 »
Zitat
Original von unkraut
... Ich wünsche den Nordhäusern viel Kraft und Durchhaltevermögen und möge Ihr Kampf von Erfolg gekrönt sein . ...

Der Aufschwung läßt nicht nach .
Sorry das ich etwas vom eigentlichen Thema abgewichen bin .

Darauf ein Nordhäuser Doppelkorn oder ein Schierker Feuerstein oder einen Nobas-Bagger über die Firma Bike Systems fahren lassen. Doppelkorn, Nobas-Bagger und Bike Systems kommen ja alle aus der gleichen Stadt, am südlichen Harzrand - Endhaltestelle der Harzquerbahn.



Nobas = VEB Schwermaschinenbau Nordhausen, nach der Wende: Nordhäuser Bagger- und Stahlbau



Nobas war die kleine Antwort der DDR auf die Bagger von Liebherr. Mit der Wende sah es bei Nobas ähnlich aus wie bei Bike Systems:

Günter Papenburg: Zwielichtiger Geschäftemacher aus Niedersachsen will im Osten Kasse machen

handkey

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  • der neue Chef wollte uns gleich gegeneinander hetzen, 14 Leute sind aufgestanden und rausgegangen, weil wir keine Sekunde für einen so unehrlichen Chef arbeiten werden.
Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #24 am: 17:56:47 So. 30.September 2007 »
In dieserr Situation muss mensch es einfach versuchen, selbstorganisiert ans Werk zu gehen, und dabei selbstverwaltet zu  b l e i b e n !

Es muß für die Kollegen schon ein Hammer-Power-Gefühl sein, wenn jetzt aus ganz Europa Bestellungen eingehen, und alle sehen können, wo die Solidarität von unten überall herkommt-

Nach all dem leeren Gelaber von Regional- und Kommunalpo-litikern, GewerkschaftsverTRETern, die olle Plastik-Streikhemden verteilen usw.
gehts jetzt ans machen, eben selber-

Bestellt doch auch alle Fahrräder, und sagt eurem Fahrradhöker des Vertrauens was von diesen roten Dingern!
Die Chance, bis Montag auf die erforderliche Stückzahl zu kommen, steht ziemlich gut!
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,
Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen,
warum sollten ausgerechnet Volks- oder Arbeitervertreter
aus der Art schlagen?

BakuRock

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #25 am: 13:49:11 Mo. 01.Oktober 2007 »
Presseerklaerung Nr. 3 von Heute:

Aus Freude und Genugtuung poste ich es mal ausnahmsweise in ganzer Laenge

  :laola>

Zitat
Strike-Bike wird produziert

Dank der Solidarität und des Engagements tausender Menschen weltweit wurde die
Strike-Bike-Kampagne ein sensationeller Erfolg. In einer in der deutschen
Nachkriegsgeschichte einmaligen Aktion werden die KollegInnen der besetzten
Fahrradfabrik in Nordhausen im Oktober Fahrräder selbstverwaltet produzieren.
Schon jetzt wurden so viele Fahrräder bestellt, wie für die Aufnahme der
Produktion nötig sind.


Kampagnenseite: http://www.strike-bike.de

Beteiligte Gruppen: Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU-IAA)
<http://www.fau.org> | Radspannerei Kreuzberg <http://www.rad-spannerei.de> |
Café Libertad Kollektiv <http://www.cafe-libertad.de>

Hintergrundinformationen:
http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=hintergrund&hl=de_DE
<http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=hintergrund&hl=de_DE>
Zur Geschichte der Besetzung:
http://www.labournet.de/branchen/sonstige/fahrzeug/bikesystems.html
Pressespiegel: http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=pressespiegel&hl=de_DE
<http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=pressespiegel&hl=de_DE>


Die Vorgeschichte: Der texanische Hedgefonds Lone Star kauft im November 2005
die Vermögenswerte der /Biria AG/ - und damit die Fahrradwerke in Neukirch und
Nordhausen. Das Werk in Neukirch wurde kurze Zeit später, Ende 2006, ohne jeden
Widerstand der Belegschaft dichtgemacht. Das Werk in Nordausen sollte 2007
ebenfalls geschlossen werden. Welche Interessen stehen hinter diesen Vorgängen?

Die MIFA (Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, Sangerhausen) hat ein Interesse daran,
ihre Marktführerschaft auf dem Fahrradmarkt auszubauen. Durch eine
„Marktbereinigung“ will sich die MIFA den Konkurrenten, die Biria-Gruppe,
einverleiben.

Lone Star fungiert dabei in erster Linie als Kapitalgeber und gründet Ende 2006
die /gatus 233. GmbH/ – um Kundenverträge und Bestände der Biria GmbH und der
Bike Systems GmbH (Fahrradwerk Nordhausen) aufzukaufen. Schon einen Monat später
kauft MIFA die gatus 233. GmbH und Lone Star wird im Gegenzug mit 25% an der
MIFA beteiligt. Für beide Seiten ein gutes Geschäft. MIFA kann die
Marktführerschaft ausbauen und Lone Star erzielt durch die Beteiligung
langfristig Gewinne.

Es ist nicht einfach, die Zusammenhäge zwischen Lone Star (Hedgefonds, Bermuda),
Mifa (Mitteldeutsche Fahrradwerke AG, Sangerhausen) und Bike Systems'
vorläufigem Insolvenzverwalter Wutzke zu durchschauen. Deren gegenseitige
Schuldzuweisungen sind wohl die notgedrungene Reaktion auf das Ausmaß an
Öffentlichkeit, das die Nordhäuser Belegschaft sich mit ihrem kreativen
Widerstand verschafft hat: Werk besetzen, Eigenproduktion aufnehmen – das geht
weit über den üblichen Protest hinaus und ist in der Bundesrepublik einzigartig!

Nachdem das Fahrradwerk Nordhausen durch eine Kooperation des Konkurrenzwerkes
der MIFA in Sangerhausen mit dem Hedge-Fonds Lonestar geschlossen wurde,
entschieden sich die KollegInnen vor 3 Monaten spontan, das Werk zu besetzen. In
Zusammenarbeit mit der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft Freie
Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union (FAU-IAA), des Berliner Fahrradladenkollektivs
Radspannerei Kreuzberg und des Café Libertad Kollektivs in Hamburg wurde die
Idee einer Produktion in Selbstverwaltung entwickelt. Nach der Ausarbeitung des
Konzepts wurde am 19. September die Kampagne zum Vertrieb der zum Start der
Produktion mindestens benötigten 1800 Fahrräder gestartet.

Daraufhin kam es dank der weltweiten Solidarität zu einer sensationellen
Dynamik. Überall haben sich Menschen für die Kampagne engagiert. Sie machten
Veranstaltungen, besuchten lokale FahrradhändlerInnen, verteilten Flyer, klebten
Plakate, verbreiteten die Information auf allen möglichen Wegen und erzählten
ihren FreundInnen und KollegInnen von der Sache. Weltweit wird auf tausenden von
Internetseiten euphorisch über die Kampagne geschrieben. Basis-Solidarität,
Bestellungen und Aktionen verschiedenster Art gab es z.B. aus Israel, Südafrika,
den USA, Kanada, Australien, Ägypten sowie nahezu allen europäischen Ländern.
Meist handelt es sich um Sammelbestellungen von sozialen Kollektiven oder Gruppen.

Zuletzt erkannten dann sogar Medien wie der Spiegel oder die Tagesthemen die
Besonderheit der Kampagne und „informierten“ ausführlich. Und auch der IG Metall
wurde es – wahrscheinlich aufgrund des Drucks ihrer Mitglieder – unmöglich, die
Kampagne länger zu ignorieren. Sie sprang mit auf den Zug auf, der ihr wie
gewohnt davonzufahren drohte.

Die Kolleginnen und Kollegen vom Fahrradwerk sind von der Welle der Solidarität
sichtlich beeindruckt. Sie sind zurecht stolz auf die öffentlichen Reaktionen
und auf die gemeinsame Aktion – die Produktion des „Strike-Bike“ in eigener
Regie. Ständig bekommen sie Anrufe und Briefe in denen ihnen gesagt wird, dass
ihre Aktion Mut macht und was für einen Vorbildcharakter die Aktion zukünftig
für Leute in ähnlichen Situationen haben wird. All dies sorgt dafür, dass alle
Beteiligten trotz der anstrengenden Kampagne mit großem Spaß und gutem Gefühl
dabei sind. Für alle ist es wunderbar, so viel praktische Solidarität auszuüben
und zu erhalten.

Inzwischen ist es sicher, dass die 1800 Räder ohne weiteres verkauft werden.
Schon mehr als 1400 Bestellungen aus aller Welt liegen vor, täglich kommen
hunderte dazu. Wer nun noch eines abbekommen möchte, muss sich also beeilen!



Infos zum Rad und Bestellformulare gibt es auf: http://www.strike-bike.de

Hintergrundinformationen:
http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=hintergrund&hl=de_DE
<http://www.strike-bike.de/1/index.php?page=hintergrund&hl=de_DE>

Zur Geschichte der Besetzung:
http://www.labournet.de/branchen/sonstige/fahrzeug/bikesystems.html



Am Dienstag, den 2. Oktober wird im besetzten Werk in Nordhausen um 15 Uhr eine
Pressekonferenz stattfinden, um den Erfolg der Kampagne bekanntzugeben.

Bike-Systems GmbH
Freiherr vom Stein Straße 31
99734 Nordhausen
Telefon: 03631 - 622 131 - Fax: 03631 622 146
fahrradwerk (ät) gmx.de
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alfred

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Betriebs-Besetzer in Nordhausen uebernehmen Produktion in Selbstverwaltung
« Antwort #26 am: 17:00:52 Mo. 01.Oktober 2007 »
Echt gut!

Knappes Spekulationsgut? Nicht, dass die Bikes noch bei ebay zu 500 Euronen unter den Hammer kommen!  ;)
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« Antwort #27 am: 17:18:01 Mo. 01.Oktober 2007 »
Zitat
Original von BakuRock
Inzwischen ist es sicher, dass die 1800 Räder ohne weiteres verkauft werden. Schon mehr als 1400 Bestellungen aus aller Welt liegen vor, täglich kommen hunderte dazu. Wer nun noch eines abbekommen möchte, muss sich also beeilen!

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« Antwort #28 am: 17:34:28 Mo. 01.Oktober 2007 »
Zitat
Original von alfred
Echt gut!

Knappes Spekulationsgut? Nicht, dass die Bikes noch bei ebay zu 500 Euronen unter den Hammer kommen!  ;)

Das wuerde sogar Sinn machen, wenn die Differenz zum echten Kaufpreis auf das Konto der Nordhaeuser Kolleginnen und Kollegen gebucht wuerde.....  ;)
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alfred

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« Antwort #29 am: 17:37:14 Mo. 01.Oktober 2007 »
"Gewonnen!!!" ist auch falsch, weil die Abwicklung/Insolvenz nicht aufzuhalten ist. ABER die Geste zählt - da wehren sich ein paar unscheinbare Gestalten, die eben doch gern für höchstens 8 Euro malochen gehen wollen/müssen! Die Geste zählt deshalb, weil sich nun vielleicht die nächste Heuschrecke überlegen wird, wie die Reaktion der Arbeiter in einer vielleicht 1000 mitarbeiter starken Firma erst aussehen wird, wenn der Investor aus Übersee mal eben so nebenbei eine deutsche Firma "kaufen" will...
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