Autor Thema: Ausbeutercharts in S-H  (Gelesen 5417 mal)

Kuddel

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Ausbeutercharts in S-H
« am: 16:11:00 Fr. 21.September 2007 »
Zitat
Zeitarbeit und Windkraft holen auf

 Kiel – Wer ist der Größte im ganzen Land? Alljährlich geht die HSH Nordbank dieser Frage nach. Heraus kommt eine zwar unvollständige, aber dennoch sehr informative Liste. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) ist diesmal wie schon im Vorjahr größter Arbeitgeber des Landes.


Das UKSH ist zwar – wie die Sparkassen – eine Anstalt des öffentlichen Rechts und noch keine GmbH – wie andere staatliche Kliniken. Dennoch führt die HSH Nordbank es zu recht in der Liste auf. Denn das UKSH arbeitet zunehmend nach privatwirtschaftlichen Kriterien.

Auf den Plätzen folgen dann „echte“ Unternehmen: Deutsche Post, coop (sky, plaza), Telekom, der Gebäudedienstleister Bockholdt und die Damp Holding. Mit Dräger (Lübeck) und der zum US-Konzern Johnson&Johnson gehörenden Ethicon GmbH (Norderstedt) sind zwei Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe unter den ersten Zehn. Dass die Kieler Werft HDW von Platz neun auf den zwölften Rang rutschte, weil sie laut Tabelle nur noch 2004 Mitarbeiter beschäftigt, gibt die Realität schief wider: HDW ist in zwei Unternehmen aufgeteilt worden, in der HDW Gaarden GmbH, die Containerschiffe und Jachten baut, arbeiten weitere 400 Mitarbeiter. Solche Strukturveränderungen schränken die Aussagekraft der Liste ein wenig ein. Auch verzichten wiederum einige bedeutende Unternehmen wie Bartels&Langness (famila) oder Möbel Kraft auf die Aufnahme. Doch andere ließen sich überzeugen und sind dieses Mal dabei. Das Pharmaunternehmen AstraZeneca (Wedel), der Werkzeug- und Werkzeugmaschinenhersteller Fette (Schwarzenbek), der Baustoffhändler team (Eggebek), Campell`s („Erasco“/Lübeck) und der Tierarzneiproduzent KVP (Kiel), eine Tochter des Bayer-Konzerns, gehören beispielsweise dazu.

Sehr schön lassen sich an der Tabelle weitere Veränderungen in der Wirtschaft ablesen. Die zunehmende Bedeutung der Zeitarbeit zeigt der Aufstieg der Randstadt Deutschland GmbH von Platz 23 auf Platz elf und der Manpower GmbH von 81 auf 46. Aufsteiger des Jahres: der Windanlagenhersteller Vestas (Rang 35), der 40 Plätze nach oben sprang. Denn die boomende Branche schafft Jobs. Freenet (Platz 13) ist neu, das Unternehmen ist gerade erst aus der Fusion von mobilcom (Büdelsdorf) und freenet (Hamburg) entstanden. Die Motorola GmbH mit ihrem Flensburger Werk dürfte letztmalig vertreten sein. Der Handy-Hersteller, der einmal zu den führenden zehn Arbeitgebern gehörte, verlagert große Teile von Produktion und Logistik.

Insgesamt beschäftigten die hier aufgeführten Unternehmen im vergangenen Jahr 132000 Mitarbeiter, 2000 mehr als die Top 100 des Jahres 2005. Das Verarbeitende Gewerbe (einschließlich der Versorger) ist mit 50 Unternehmen der dominierende Bereich. Die Zahl der Mitarbeiter sank allerdings von 46200 auf 45300. Unternehmens- und Finanzdienstleister stellen 20 Prozent der Arbeitsplätze. Dass die zwölf Unternehmen der Gesundheitsbranche auf mehr als 26000 Beschäftigte kommen, zeigt die Bedeutung dieses Sektors für das Land.

Bei der regionalen Verteilung gibt es Schwerpunkte im Hamburger Rand sowie in Kiel und Lübeck. An der Spitze bleibt auch in diesem Jahr Kiel mit 53000 Arbeitsplätzen bei 23 Unternehmen.
Von Jörn Genoux
Kieler Nachrichten vom 21.09.2007