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Burma/Myanmar

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ManOfConstantSorrow:
Mönche protestieren    
 
In vielen Städten haben buddhistische Mönche große Demos organisiert. In Rangoon waren es 1000, ebenso in Bago. In Sittwe setzten Sicherheitskräfte Tränengas und Schlagstöcke ein, um die Demo aufzulösen. Einige Demoteilnehmer wurden verhaftet. Es wird berichtet, daß sich den Demos, nachdem sie angefangen hatten, viele Zivilisten angeschlossen haben. Es sind wohl die größten Demos seit 1988. Diese Demos wurden von den Mönchen organisiert, nachdem die Regierung eine Frist hatte verstreichen lassen. Die Mönche wollten eine Entschuldigung wegen der Übergriffe auf einen Protest in Pakokku  letzte Woche. Die Mönche haben ausserdem einen Boykott gegen alle Mitglieder und Unterstützer der Regierung und des Sicherheitsapparates ausgerufen: von ihnen werden sie keine Almosen mehr annehmen.
 

Quelle: The China Post, BBC News, Yahoo! News Singapore, 19.9.07

Kater:

--- Zitat ---Proteste gegen Birmas Militärjunta werden zu Volksaufstand
AFP - vor 11 Minuten

Rangun (AFP) - Die Proteste gegen die Militärjunta in Birma entwickeln sich zunehmend zum Volksaufstand. Allein in Rangun demonstrierten Augenzeugen zufolge rund 130.000 Menschen, etwa die Hälfte von ihnen einfache Bürger. Die Mönche, die an der Spitze der größten Protestbewegung seit fast zwei Jahrzehnten stehen, riefen die Demonstranten auf, sich friedlich zu verhalten und keine politischen Stellungnahmen abzugeben. Mit ihrer Marschroute sendeten die Massen jedoch politische Signale aus. Die Bundesregierung bekundete ihre Sympathie für die "friedlich agierenden Demonstranten".

Die Menschen zogen in zwei Demonstrationszügen mit 100.000 beziehungsweise 30.000 Teilnehmern durch die größte Stadt Rangun. Ausgangspunkt war wie schon an den Vortagen die berühmte Shwedagon-Pagode, wo die Mönche Gebete rezitierten. "Wir marschieren für das Volk", rief ein Mönch über ein Megaphon. Auf einem Spruchband war zu lesen: "Dies ist eine friedliche Massenbewegung."

Die Protestierenden zogen am Sitz der Oppositionspartei NDL von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vorbei, die die Wahlen 1990 deutlich gewonnen hatte, was die Generäle jedoch nicht anerkannten. Parteimitglieder begrüßten die Mönche ehrfürchtig und schlossen sich der Kundgebung an. Einen erneuten Besuch am Haus der unter Arrest stehenden Oppositionsführerin verhinderten die Sicherheitskräfte. Auch in den Städten Mandalay, Pakokku und Sittwe gingen Tausende auf die Straße.

Am Samstag waren rund 2000 Mönche und Unterstützer zu Aung San Suu Kyi vorgelassen worden. Das Treffen mit der seit 18 Jahren fast ununterbrochen eingesperrten Politikerin ermutigte die Protestbewegung.

Normalerweise duldet die Junta keinen öffentlichen Protest: Die Demokratiebewegung von 1988 schlug sie gewaltsam nieder. Die Demonstranten zogen am Montag auch am Campus der an diesem Tag geschlossenen Universität vorbei, an der die Proteste damals ihren Ausgang genommen hatten.

Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Jäger, sagte in Berlin, wenn die birmanische Regierung es mit den angekündigten Reformschritten ernst meine, dürfe sie diese "Meinungsäußerungen" nicht unterbinden. Deutschland fordere die Machthaber zur Freilassung der bei den Protesten Inhaftierten auf.

Die birmanische Menschenrechtsbewegung "Hilfsverein für politische Gefangene" teilte in der thailändischen Hauptstadt Bangkok mit, seit Beginn der Proteste Mitte August seien 218 Menschen von den Militärs inhaftiert worden.
--- Ende Zitat ---

http://de.news.yahoo.com/afp/20070924/tpl-birma-regierung-proteste-religion-zf-451fab7_1.html

flipper:

--- Zitat ---Original von Kater

--- Zitat ---Proteste gegen Birmas Militärjunta werden zu Volksaufstand
AFP - vor 11 Minuten
Die Bundesregierung bekundete ihre Sympathie für die "friedlich agierenden Demonstranten".

--- Ende Zitat ---

--- Ende Zitat ---

na das sagt mir wieder genug über die opposition dort.

das land heisst ausserdem Myanmar. Burma haben es die britischen besatzer genannt.

http://en.wikipedia.org/wiki/Burma_Socialist_Programme_Party
ihre leute regieren trotz umbenennung der partei.

schlau, von den bürgerlichen parteien, die buddistenmönche einzuspannen, jetzt kann die regierung nur noch aussitzen oder abtreten. matt in 1 zug.

Motte:
RE: Proteste gegen Birmas Militärjunta werden zu Volksaufstand

Eigentlich handelt es sich bei Burma und Myanmar nicht um zwei unterschiedliche Bezeichnungen.
Bama mit undeutlich ausgesprochenem ersten "a" von dem sich die englisch ausgesprochene Schreibwiese Burma( und davon in anderen Sprachen wiederum Birma) herleitet, und Myanma sind seit jeher die Bezeichnungen für die größte Bevölkerungsgruppe der Bamar in ihrer eigenen sprache und für ihr Land ( wikipedia).

Die offizielle Umbenennung des Landes in Union Myanmar erfolgte aufgrund des Gesetzes Nr. 15/89 vom 18 Juni 1989.

Ich finde es mutig, oder es zeugt von dem Elend ( darüber weiß ich zu wenig), dass die Mönche ihre Meinung kundtun.

1988 erfolgte der Sturz des Militärdiktators Ne Win
Am 18. September wurde der Volksaufstand durch die Militärjunta beendet.

Inwieweit die Opposition ihre Hand im Spiel hat, ich hoffe es wird kein
blutiges Spiel, weiß ich nicht.

ManOfConstantSorrow:
Die Berichte der Mainstreampresse sind absolut sensationslüstern und wenig erhellend. Die besten Infos hab ich bisher bei umwaelzung.de gefunden:


--- Zitat ---   Proteste weiten sich aus

24., 25.9.07    
Die Bewegung, die als kleine Proteste gegen Benzinpreiserhöhungen   begonnen hat, hat sich ausgeweitet und politisiert. Gestern demonstrierten allein in Rangoon 100 000 Menschen - wobei es nicht mehr nur um die Inflation und die wirtschaftlichen Lebensbedingungen ging. Auch in vielen anderen Städten wurde demonstriert. Neben Mönchen beteiligten sich auch viele Zivilisten - manchmal bildeten die eine Kette um die Mönche, manchmal nahmen Mönche die Zivilisten in die Mitte, wie heute in Kalaymyo, wo sich 10 000 beteiligen.
Die Regierung hat scharfe Warnungen ausgegeben; heute morgen fuhren Lautsprecherwagen durch Rangoon, um die Bevölkerung vor Teilnahme zu warnen. Dennoch haben sich 30 000 Mönche und 70 000 Zivilisten versammelt, darunter auch Prominente wie Schriftsteller und Schauspieler (The Irrawaddy, Mizzima News).
Wie die IUF (Internationale Union der Nahrung- Genuss- Gaststättengewerkschaften) berichtet, werden inzwischen auch Flugblätter von Arbeiteraktivisten verteilt; Beschäftigte von Ministerien haben offen ihre Teilnahme an der Bewegung verkündet.
Dennoch ist wohl überall die Angst zu verspüren, daß sich ähnliches wiederholt wie am 8.8.1988, als eine Demo für Demokratie von Truppen niedergeschossen wurden, wobei mehr als 3000 Menschen getötet worden sind. Auch damals hatte die Bewegung als Protest gegen wirtschaftliche Entscheidung der Militärregierung begonnen.
Die VR China, die einzige Macht, die bislang gute Beziehungen zur Militärregierung unterhalten hat, hat ihre Politik der Nichteinmischung bekräftigt und gleichzeitig für "Stabilität" plädiert. Manche Diplomaten sehen dies als einen der Gründe für die bisherige überraschende Zurückhaltung der Militärs.
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---Demos trotz Versammlungsverbot

 26.9.07    
Trotz Versammlungsverbot und Aufmarsch des Militärs sind die Proteste in vielen Städten weitergegangen. Die Informationslage ist schlecht, weil die Regierung offenbar die Internetbandbreite (siehe 4857) verringert hat. In Rangoon demonstrierten 10 000nde, es gab Angriffe der Soldaten mit Tränengas und Schlagstöcken, Salven wurden über die Köpfe geschossen. Mehrere Menschen (bis zu 8 ) sind ums Leben gekommen, viele wurden verletzt, viele festgenommen. Dennoch konnte das Militär die Demos nicht verhindern. Auf Mizzima News wird gar von mehreren hunderttausend berichtet, die schließlich demonstriert haben. Nach der gleichen Quelle sollen mehrere LKWs der Armee und Mopeds des Geheimdienstes abgefackelt worden sein. Außerdem soll es Anwohner gelungen sein, schon verhaftete Mönche in großer Zahl wieder aus den LKWs zu holen. Über die Lage in anderen Städten ist wenig bekannt; in Mandalay soll die Demo mit Warnschüssen und Tränengas angegriffen worden sein, aber ansonsten einigermaßen friedlich verlaufen sein. Im Vorfeld der Demos sind im ganzen Land zahlreiche Aktivisten verhaftet worden. Auch Aung San Suu Kyi ist vom Hausarrest in ein Gefängnis verbracht worden.
--- Ende Zitat ---

--- Zitat ---Truppen und Menschen    

27.9.07    
Rangoon: Über Nacht haben Soldaten drei Klöster überfallen und mehrere hundert Mönche und andere Anwesenden abtransportiert. Dabei sind sie ausserordentlich brutal vorgegangen, viele Mönche wurden verprügelt, mindestens ein Mönch dabei ermordet. In einem Fall soll ein anwesender General sogar auf Soldaten eingeschlagen haben, die zu sanft mit den Mönchen umgingen. (The Nation).
Auf den Straßen der Hauptstadt ist es zu vielen Konfrontationen zwischen Demonstranten und Soldaten gekommen. Nach Angaben des Staatsfernsehens sind insgesamt 9 Menschen umgekommen. Nach Augenzeugenberichten könnten es aber weit mehr sein, weil es viele Verwundete gab. Bei den Aktionen heute waren weit weniger Mönche beteiligt als gestern. Ebenfalls laut Staatsfernsehen sollen auch 31 "Sicherheitskräfte" verletzt worden sein - als Leute versuchten, ihnen die Waffen zu entwenden.(Alert.net) Andernorts sollen sich Leute mit Benzinkanistern zur Wehr gesetzt haben. (Mizzima News)
Unter den Erschossenen ist auch ein japanischer Fotojournalist. Am Nachmittag wurde das oft von Ausländern besuchte Traders Hotel gestürmt und Raum für Raum durchsucht - offenbar will das Regime die Berichterstattung noch mehr unterdrücken. (The Irrawaddy)

Verzweifelte Armut: Schon vor den Benzinpreiserhöhungen  und den folgenden Preissteigerungen von fast Allem lebten die Menschen in Burma/Myanmar in bitterer Armut. Eine staatliche Pensoin reicht noch für zwei Tassen Tee; mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt mit weniger als einem US$ am Tag. Letztes Jahr kosteten 1,7 Kilo Huhn noch 3000 Kyat, jetzt 5500, Speiseöl hat sich verdoppelt. Viele haben kein Strom, kaum Wasser. "Burmesen aus der Mittelklasse verkaufen ihre Sachen um im Wortsinn überleben zu können. Menschen können nicht zur Arbeit, weil sie kein Fahrgeld haben", so Sean Turnell, Co-Author der Burma Economic Watch. Dazu kam dann noch das inzwischen berühmte Hochzeitsvideo, das irgendwie in die Öffentlichkeit gelangte. Es zeigt die prachtvolle und luxuriöse Hochzeit der Tochter des Juntachefs Than Shwe. (Alert.net)
--- Ende Zitat ---

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