Autor Thema: Burma/Myanmar  (Gelesen 17832 mal)

Kuddel

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #30 am: 18:18:13 Do. 11.Februar 2021 »

ManOfConstantSorrow

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #31 am: 14:29:13 Fr. 12.Februar 2021 »
















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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #32 am: 19:23:32 Fr. 12.Februar 2021 »
Zitat
Unmittelbar nach dem Putsch begannen Aktivisten, Online-Kampagnen zu organisieren, von der Koordination von Streiks bis hin zum Boykott von Unternehmen mit Verbindungen zum Militär. Als die Bewegung des zivilen Ungehorsams online wuchs, ging die Tatmadaw schnell dagegen vor. Nach einer ersten Welle von Internetausfällen, die am 1. Februar gemeldet wurden, erliess Myanmars Ministerium für Transport und Kommunikation später in der Woche die Anweisung, Facebook, Twitter und Instagram zu blockieren. Am 6. Februar herrschte nur noch Stille: Der Internetzugang wurde im ganzen Land für zwei Tage ausgesetzt, mit einer Konnektivität von nur 16 Prozent des normalen Niveaus.

Während viele zögerten, sich auf groß angelegte Proteste einzulassen, weil sie die Reaktion des Militärs fürchteten, trieb die Unterbrechung des Online-Widerstands die Demonstranten auf die Straßen von Yangon, wo sie mit ihren Nachbarn und Kollegen marschierten. "Wir haben es drei Jahrzehnte lang getan; wir werden bis zum Ende weitermachen", sagte mir ein Forscher aus Myanmar. Innerhalb einer Stunde nach der Internetsperre am 6. Februar hatte sich eine breite Koalition von Arbeitern, Bauern und Studenten in den Vierteln der Innenstadt versammelt.

Am nächsten Tag waren die Menschenmengen in Rangoon auf Hunderttausende angeschwollen, und weitere Proteste erschienen im ganzen Land. Am Montag versammelten sich die Demonstranten in Naypyidaw, wo es in der Vergangenheit nur wenige Äußerungen öffentlichen Dissenses gegeben hat. Dort setzten die Sicherheitskräfte Wasserwerfer ein, um die Demonstranten aufzulösen, das erste Anzeichen dafür, dass eine gewaltsame Reaktion bevorstehen könnte. Am Dienstag wurde die Reaktion noch gewalttätiger: Sicherheitskräfte in Naypyidaw setzten scharfe Munition ein, und lokale Medien berichteten, dass eine Frau in kritischem Zustand sei. Inoffizielle Berichte, die in den sozialen Medien kursieren, unterstreichen, wie das Militär zu seiner altbekannten Taktik zurückkehrt und Gewalt mit Einschüchterung durch Polizisten in Zivil und bezahlte Agitatoren kombiniert.

Trotz dieser Drohungen sind die Demonstranten immer noch auf der Straße und trotzen Ausgangssperren, Einschränkungen bei öffentlichen Versammlungen und Blockaden. Der andauernde Generalstreik hat dazu geführt, dass Banken geschlossen bleiben, Flüge am Boden bleiben und sogar die Gefahr besteht, dass das COVID-19-Impfprogramm des Gesundheitsministeriums ins Stocken gerät. Für die jungen Aktivisten sind diese Störungen ein Grund zum Optimismus. Genährt von der Vision früherer Generationen, aber online neu formiert, antwortet die Bewegung kollektiv: "Ihr habt euch mit der falschen Generation angelegt."
https://foreignpolicy.com/2021/02/10/myanmar-coup-protests-civil-disobedience-movement/
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Nao

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #33 am: 14:16:51 Sa. 13.Februar 2021 »
Die Junge Welt nimmt mal wieder die chinesische Regierung in Schutz und zeigt mit dem Finger auf andere: Japan und Indien.

https://www.jungewelt.de/artikel/396298.staatsstreich-kampf-um-einfluss-in-myanmar.html

Das ist sehr unangenehm. Japan und Indien mischen sich ebenso ein wie China und sie alle stehen eher auf Seiten der Miliärs und nicht der Bevölkerung. Die Chinesische Regierung hat eine Menge Spezialisten eigeflogen, um das Internet zu blockieren. Sie hat weder interesse an dem Militärputsch, noch an den Massenprotesten. Sie möchte einfach nur Ruhe in Myanmar, um ihren Geschäften nachgehen zu können. Das ist die Ausbeutung der Bodenschätze und der Arbeiter Myanmars.

Kuddel

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #34 am: 15:37:00 Mo. 15.Februar 2021 »

ManOfConstantSorrow

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #35 am: 12:05:16 Fr. 19.Februar 2021 »
Zitat
In Myanmar ist eine Demonstrantin an den Folgen ihrer schweren Kopfverletzung gestorben, die sie bei einer Kundgebung erlitten hatte.

Sie war zu einer Symbolfigur der Protestbewegung geworden. Im Internet kursierte ein Video von dem Angriff, ihr Fall ist in ganz Myanmar bekannt. Zehntausende Menschen hatten zuletzt gegen den Militärputsch protestiert. Die Polizei reagierte mit Waffengewalt und schoss mit Gummigeschossen in die Menge. Dabei wurden viele Menschen verletzt. Die 20-jährige Frau ist das erste Todesopfer.
https://www.deutschlandfunk.de/myanmar-erstes-todesopfer-bei-protesten-gegen-militaerputsch.1939.de.html?drn:news_id=1229280
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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #36 am: 13:44:39 So. 21.Februar 2021 »
Die Militärs vergießen weiteres Blut...

































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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #37 am: 15:25:17 Mo. 22.Februar 2021 »
Zitat
Die Demonstranten hatten streikende Arbeiter unterstützt, die vom Militär gewaltsam zurück zur Arbeit gezwungen worden waren. 18 Menschen wurden verletzt. Bilder zeigen, wie blutende Menschen auf Tragen abtransportiert werden, Patronenhülsen liegen auf dem Asphalt. Einen Tag zuvor war in der Hauptstadt Naypidaw eine 20-jährige Studentin nach einwöchigem Todeskampf ihren Verletzungen erlegen. Sie war von einem Kopfschuss getroffen worden.

Und doch versammelten sich auch am Sonntag wieder Tausende in Naypidaw, Mandalay und Yangon zum Protest, trommelten mit Topfdeckeln und auf Mülleimern lautstark ihre Wut gegen die Militärjunta heraus. Sie trotzten dem massiven Aufgebot der Sicherheitskräfte.

Myanmar ist eines der ärmsten Länder Südostasiens und durch die Corona-Pandemie wirtschaftlich noch mehr am Boden. Das Land wird zunehmend lahmgelegt durch die Proteste. Arbeiter gehen nicht mehr in ihre Fabriken, drei Viertel der öffentlichen Bediensteten sind im Streik, sogar technische Einheiten der Armee schlossen sich dem Widerstand an.
https://www.tagesschau.de/ausland/asien/myanmar-proteste-133.html

Zitat
Hunderttausende Menschen folgen Aufruf der Opposition zu Generalstreik
Die Gegner der Militärjunta in Myanmar haben ihren Widerstand verstärkt: Drohnenaufnahmen der Proteste zeigen Menschenmassen in den Straßen von Rangun und Mandalay.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2021-02/myanmar-generalstreik-militaerputsch-proteste-rangun-mandalay-naypyidaw

Zitat
Generalstreik und Massendemos in Myanmar

Die Demonstrationen fanden in allen Teilen des südostasiatischen Landes im Rahmen eines Generalstreiks statt, nachdem die Polizei am Wochenende zwei Menschen erschossen hatte. Insgesamt ist die Zahl der Todesopfer damit auf drei gestiegen.

An den Protesten nahmen Beamte, Fabrikarbeiter, Ärzte, Lehrer, Bankangestellte und viele andere Berufssparten teil. Sie betonten, sie würden nicht unter einer Militärdiktatur arbeiten und forderten die Wiedereinsetzung der zivilen Regierung von Suu Kyi. Der massive Generalstreik fand unter dem Titel "22222" statt, in Anlehnung an das Datum 22.02.2021. "Wenn wir Widerstand gegen die Diktatur leisten, könnten sie uns erschießen. Das wissen alle. Aber wir müssen uns der Diktatur widersetzen, es ist unsere Pflicht", zitierte das Portal "Frontier Myanmar" einen Aktivisten.
https://www.sueddeutsche.de/politik/diplomatie-generalstreik-und-massendemos-in-myanmar-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-210222-99-537623
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Kuddel

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #38 am: 16:16:23 Mo. 22.Februar 2021 »
Demonstrant des Tages:


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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #39 am: 12:11:45 Fr. 26.Februar 2021 »
Zitat
Finanzsystem vor dem Kollaps
Myanmars Banken schließen die Pforten

Das Finanzsystem des Landes treibt nach dem Militärputsch auf den Zusammenbruch zu. Öl wird nicht mehr eingeführt und Singapurs Notenbank warnt ihre Institute.


Zahltag in Myanmar: Am heutigen Freitag sind erstmals seit dem Militärputsch Anfang des Monats die Löhne fällig. Die Menschen zweifeln an der Stabilität des Finanzsystems, und vor den Banken bilden sich Schlangen. Die Arbeitsniederlegungen der Menschen im Protest gegen die Junta lähmt die Wirtschaft. „Immer mehr Menschen scheinen zu denken, ‚lieber bricht alles zusammen, als dass sich das Militär wieder einnistet‘“, sagt ein europäischer Manager, der das Land gerade verlassen hat.
https://www.faz.net/aktuell/finanzen/myanmars-finanzsystem-steht-vor-dem-zusammenbruch-17216390.html
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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #40 am: 15:21:45 So. 28.Februar 2021 »
Zitat
Tote und Verletzte bei Protesten gegen Militärregime



Bei den Protesten in Myanmar sind nach Informationen der Vereinten Nationen heute mindestens 18 Menschen getötet worden.

Diese Zahl nennt das UN-Menschenrechtsbüro in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Es beruft sich dabei laut Bericht auf – Zitat – glaubwürdige Informationen, wonach Polizei und Militär im ganzen Land Gewalt gegen Menschen angewandt habe, die friedlich demonstriert hätten. Demnach wurden mindestens 30 Personen verletzt. Entsprechende Berichte gibt es aus mehreren Städten, etwa Rangun, Dawei und Mandalay. Die Nachrichtenagebtur AP berichtet darüber hinaus von vielen Festnahmen.
https://www.deutschlandfunk.de/myanmar-tote-und-verletzte-bei-protesten-gegen.2932.de.html?drn:news_id=1232590
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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #41 am: 15:36:45 So. 28.Februar 2021 »
Internationale Konzerne, die sich in Myanmar eine goldene Nase verdienen:

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Nao

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #42 am: 12:47:06 Di. 02.März 2021 »
Ein paar Hintergrundinformationen über die Auseinandersetzungen in Myanmar:

https://www.forumarbeitswelten.de/blog/internationale-solidaritat-myanmar/

Kuddel

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #43 am: 14:24:05 Di. 02.März 2021 »


Zitat
Myanmars blutiger Sonntag
„Jeder, der jetzt vor der Tür ist, wird getötet!“
Das Militärregime geht gegen neue Proteste in Myanmar brutal vor. Doch die Menschen leisten trotz zahlreicher Opfer weiter Gegenwehr.


Die Menschen kämpfen um ihr Überleben. Die Krankenhäuser, die aufgrund des Generalstreiks teilweise geschlossen waren, öffneten zur Versorgung der Verletzten wieder. Im Internet wird zu Blutspenden aufgerufen. Die Empörung über die Gewalt ist im Inland und Ausland groß. Die Botschaften Großbritanniens und der Vereinigten Staaten verurteilen die „inakzeptable“ und „verabscheuungswürdige“ Gewalt. Khin Sandar Tun vergleicht das Vorgehen der Sicherheitskräfte mit dem von „Terroristen“. „Sie schießen nicht nur auf die Demonstranten, sondern auch auf die Zivilisten in den Häusern. Etwa wenn sie sehen, dass sie aus den Häusern fotografiert werden“, sagt Khin Sandar Tun.

„Jeder, der jetzt vor der Tür ist, wird getötet!“

Ein Grund dafür dürfte sein, dass viele dieser Fotos und Videos, welche die Menschen unter großem Risiko aufnehmen, durch die sozialen Netzwerke um die Welt gehen. Ein Video vom Sonntag zeigt einen blutüberströmten Mann, der von Helfern von dem Ort der Demonstration weggebracht wird. Auf Fotos sind Blut und zerborstenes Glas auf einem Gehweg zu sehen. Auch Myanmars Journalisten berichten weiter mit großem Mut, obwohl auch sie zunehmend zum Ziel von Festnahmen und Gewalt werden. Ein Journalist der Zeitschrift „Frontier Myanmar“ übermittelt den Ruf eines Polizisten, der gerade das Feuer eröffnete: „Wir greifen hart durch, nicht nur, weil es unsere Pflicht ist, sondern weil wir es lieben. Jeder, der jetzt vor der Tür ist, wird getötet!“, rief der Polizist demnach.
https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/myanmars-blutiger-sonntag-militaerregime-geht-gegen-proteste-vor-17220802.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Burma/Myanmar
« Antwort #44 am: 13:51:16 Mi. 03.März 2021 »


In den aktuellen Twitterkanälen aus Myanmar sieht man nicht nur brennende Barrikaden, sondern unfaßbare Gewalt gegen die Demonstranten. Die Bilder sind derart grausam und blutig, daß ich sie nicht verlinke.
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