Autor Thema: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung  (Gelesen 16386 mal)

Troll

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #75 am: 12:55:51 Sa. 07.August 2021 »
Ich halte Musk auch für ein großes A., nein, sogar für ein riesiges A., fände es als exklusive Standardanrede für ihn durchaus angemessen und verdient.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kuddel

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #76 am: 11:07:58 Mi. 18.August 2021 »
Zitat
VCI-Prognose
„Kraftvolles Comeback“: Deutsche Chemieindustrie steuert auf Rekordkurs – auch bei den Preisen
Umsatz und Investitionen der Branche erreichen 2021 historisch hohe Werte. Kunststoffe und Chemikalien sind weltweit begehrt und bleiben teuer.
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/vci-prognose-kraftvolles-comeback-deutsche-chemieindustrie-steuert-auf-rekordkurs-auch-bei-den-preisen/27526392.html

Die einen müssen den Gürtel enger schnallen, die anderen verdienen sich dumm und dämlich.

Die Vertiefung des Grabens zwischen Arm und Reich allein zerstört den Kapitalismus noch nicht.
Ob es zu Widerstand und Aufständen kommt, ist offen und kein Automatismus.

Das Warten auf die "Selbst"-Zerstörung des Kapitalismus ist wenig empfehlenswert. Das Ergebnis könnte sein: ein weitgehend zerstörter Planet, eine zu einem Großteil vernichtete Menschheit. Mit den übriggebliebenen Leuten kann dann ein neuer Kapitalismus aufgebaut werden, so wie man es nach den letzten beiden Weltkriegen gemacht hat.

Es bedarf aktiver revolutionärer Handlungen. Der Militärapparat und der Militarismus müssen angegriffen werden. Die Eigentumsverhältnisse müssen in Frage gestellt werden. Die Enteignungskampagnen gegen die Wohnungsbaukonzerne sind ein guter Anfang.


Nikita

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #77 am: 21:27:20 Di. 21.September 2021 »
"Das Lager ist die Straße". Haut richtig gut hin.

"Äh das mit dem Peak Kapitalismus hat ja in ein Wespennest getreten. Hier ist ein Leserbrief dazu:
Peak Kapitalismus haben wir auch. Ein Familienmitglied wartet schon seit mehr als 6 Monaten auf seinen Neuwagen (deutscher Hersteller), jeden Monat wird die Lieferung um einen Monat verschoben, angeblich wegen Chipmangel.
Daimler ist ja immer noch in einigen Werken in Kurzarbeit.
Küchenplanung haben wir jetzt auch erstmal abgebrochen, weil bei zu vielen Geräten Lieferzeiten noch nicht einmal genannt werden konnten.
Ich musste mir letztens einen neuen Mülleimer für die Küche kaufen (so einer, der beim Türeöffnen mit rauskommt). Bauhaus: nicht vorrätig und nicht lieferbar. Hornbach: ebenso. Bei Obi habe ich dann den letzten bekommen. Mülleimer!

Frag mal die Industrie ob genug Holz da ist. Oder Papier. Oder oder oder...

Immerhin haben wir noch keine food shortage.

Und hier ein noch krasserer Leserbrief aus der Schweiz:
Ist hier in der Schweiz und Deutschland ähnlich.
Dacia Sandero Stepway Automat kaufen? Lieferung in 8 Monaten (Schweiz).
Preis des Dacia Sandero Stepway Automat in Deutschland: Januar 2021: EUR 12'800, aktuell EUR 16'500 aufwärts.
Anmerkung: Das ist ein Auto.
Electrolux Geschirrspüler: 12 Wochen Lieferfrist.
Neue Einbauküchen von z.B. Schüller? Ab 2022 kriegst du Material geliefert, Produktion vollständig ausgelastet (oder ggf. Materialrückstand, keine Ahnung).
Schalungsbretter für Betonierarbeiten? Im Mai hiess es: November 2021.
Brauchst du eine fertige Bau-Baracke? Ostern 2022.

STIHL (die mit den Kettensägen) hat bei uns in der Schweiz 10 bzw. 15km von mir entfernt zwei Produktionsstandorte.
Vor ca. 3 Monaten haben die für Stahl bis zum 3-fachen(!!!) des Handelswertes bezahlt und anderen den Stahl weggekauft.
Grund: die Auftragsbücher sind so krass gefüllt dass sich für STIHL Lohnt den Aufschlag zu bezahlen um die Aufträge durchzuführen.
Die Arbeiter sind am Limit, es wurden gemäss zwei unabhängigen Personen zwischen 450 und 500 neue temporäre Angestellte (a.k.a. Leiharbeiter) eingestellt (was über 25% der Belegschaft ausmacht) und die Produktion läuft am Limit.

Willst du ein Haus bauen? Preisdifferenz nur Material innert einem Jahr +10-13%.
Hast du das Material organisieren und bezahlen können? Keine Arbeiter.

Lehrling im 3. Lehrjahr Elektriker (Bau) - darf offiziell maximal 45h arbeiten (normal 42 bis 42.5h).
Er fängt um 07:00 an, hört um 19:30 auf, Dreiviertelstunde Mittag, morgens und abends Pause.
Arbeitszeitkontrolle durch irgendein Amt bei einem 6 Mann Betrieb? Fehlanzeige.
Er kommt am Abend nach Hause, isst, und geht eventuell duschen (nicht immer) und klappt dann zusammen.

Aktuell arbeitet er 55-60h pro Woche weil... Samstag gibt´s auch Arbeit vom Chef, das wird dann "anders" bezahlt.

Soviel zu diesem Thema.

Er hing dann noch ein Update an:
Noch etwas (ja, ich war/bin am Umbauen und es war der schlechteste Zeitpunkt aber die Küche fiel auseinander):
Vinylböden.
Bei der Produktion von Vinylböden wird ein Abfallprodukt aus der Flugbenzin / Kerosinraffinerie benötigt. Und da "dank" Corona weniger geflogen wurde gab es weniger Abfall. Es hatte nichts mit dem Texas-Kälteeinbruch anfangs Jahr zu tun.
Im April/Mai hiess es: Produkt XY haben wir nicht an Lager, sie können entweder die neue Lieferung ab August abwarten oder sie verbauen das Design AB, von dem haben wir noch soundsoviel an Lager.

Im Umkreis von 400km konnte ich zum damaligen Zeitpunkt das letzte Palett organisieren, anstatt CHF 38/m² für CHF 62/m² - sprich 63% teurer...

Heilige Scheiße!"
https://blog.fefe.de/?ts=9fb4d16f
------------
https://blog.fefe.de/?ts=9fb7332b

"Leserbrief aus den USA:
Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist, aber in den USA sind wir gerade bei Peak Kapitalismus angekommen.p>Autoproduktion um die Hälfte reduziert wegen Mikrochips, d.h. Autohändler sind leer und für Gebrauchtwagen werden Mondpreise aufgerufen.
Der IKEA bei uns empfiehlt größere Einkäufe, wie eine komplette Kücheneinrichtung Schritt für Schritt zu machen, d.h. die Einzelteile über mehrere Monate verteilt zu kaufen, bis man alles zusammen hat, da nie alles auf einmal verfügbar ist. "Supply problems" seit mehr als 12 Monaten.

Die Spülmaschinenbestellung kann sich auch schonmal mehrere Monate verschieben, bevor die ankommt. "Microchip shortage"? "supply shortage"? Who knows.

Die Schulspeisung reduziert die Anzahl der angebotenen Mittagessen von 3 auf 1.5 wegen "national food shortage".

Und den Bus zur Schule können sie auch nicht mehr anbieten, "national driver shortage". Die reaktivieren jetzt Ruheständler, um das zu kompensieren.

Bauarbeiten, z.B., Badrenovierung, plant man jetzt für frühestens nächstes Jahr.

Bei Bauprojekten, die gerade laufen, muss man damit rechnen, dass alles 1-2 Monate später geliefert wird.

Weia!
Update: Kumpels berichten mir gerade, dass sie bei IKEA in Deutschland auch keine Küche kaufen konnten, weil die ganzen Elektrogeräte nicht lieferbar sind, selbst wenn man versucht, sich die aus mehreren Filialen zusammenzuklauben."

Nikita

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #78 am: 14:42:16 Mi. 22.September 2021 »
Das Thema Liefer-Apokalypse und die Machenschaften dahinter scheint weltweit und in großem Ausmaß stattzufinden. In den Medien scheint mir das Thema angesichts der Größe nicht angemessen abgebildet zu werden. Teilweise kaufen große Firmen Jahresproduktionen auf, um kleine Firmen zu zerstören. Teilweise wird gezielt die Menge in der Produktion klein gehalten, um ein Vielfaches zu kassieren. Im Wesentlichen sind es aber die fragilen Strukturen, die der Kapitalismus erzeugt hat.

Fefe wird wohl gerade überschwemmt von Hinweisen aus verschiedenen Branchen. Ein paar Highlights:

"ein Freund arbeitet bei Weber, einem großem Hersteller von Verpackungsmaschinen (also Stückpreis ca. sechsstellig). Die lösen ihren Chipmangel, indem sie Waschmaschinen und ähnliches Küchengroßgerät kaufen, die Chips da rausholen und den Rest wegwerfen. Da weiß man dann, warum es einen Mangel an Küchengroßgeräten gibt.
...
Weitere im Spoiler:

(click to show/hide)

Nikita

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #79 am: 12:08:10 Do. 23.September 2021 »
Ein Beitrag eines Insiders zum Thema das Lager ist die Straße. Komplette Ignoranz eines Konzerns gegenüber Umwelt und Menschen, die dort arbeiten.

https://blog.fefe.de/?ts=9fb5b288

"[l] Setzt euch mal stabil hin. Der Leserbrief hier hat mir gerade echt die Schuhe ausgezogen. Achtung, harter Tobak.
ich arbeite bei einem internationalen Logistikkonzern mit mehreren tausend LKWs und kann hier vielleicht einen Bogen zu den Einwürfen spannen, dass manche hier Probleme haben überhaupt Speditionsdienstleistungen (LKWs) beanspruchen zu können.
Mein Arbeitgeber ist ziemlich tief in der Kontraktlogistik, wir machen für Firmen z.b. die komplette Lagerhaltung, Versandabwicklung usw. also einen recht großen Teil des Supply-Chain-Management. Z.b. hängen wir da bei unseren Kunden direkt in der Auftragsverwaltung mit unserer IT drinnen und beliefern die Just-In-Time mit den nötigen Teilen für deren Produktion, viele Kunden haben die komplette Lagerfläche zu uns Ausgelagert und wir halten je nach Kundenwunsch X Stück pro Artikel in unseren Lagern vor welche schon seit Monaten aus allen Nähten platzen.

Nun zu der eigentlichen Perversion und etwas "insight" zu solchen Geschäften.

Kein einziger unserer LKWs fährt irgendwo leer hin um etwas aufzuladen um dann halbgefüllt irgendwo wieder abzuladen. Wir sehen LKWs als rollende Lagerfläche und haben ziemlich ausgeklügelte Systeme damit ein LKW immer voll ist. Bevor ein LKW also halb gefüllt irgendwo hinfährt, befüllen wir die andere hälfte des LKWs mit Lagerbestand und kutschieren den "sinnlos" in der Weltgeschichte herum. Warum tun wir das? Bis zu einem gewissen Füllstand eines LKW mit Lagergut (variiert je nach Strecke/Dauer) ist der m²-Preis im "rollenden Lager" günstiger, als neue Lagerflächen zu kaufen. Ein Großteil unserer LKW-Flotte fährt bereits mit über 70 % Lagergut, heißt im Umkehrschluss, dass wir nur noch 30 % der Fläche pro LKW mit eigentlichen Speditionsaufgaben beschicken können, im Normalfall ist das Verhältnis eigentlich genau umgedreht und wir haben nach oben wohl immer noch Luft um noch mehr Lagergut profitabel in die LKWs "auszulagern", einer der Haupttreiber ist der immer weiter steigende m²-Preis für Boden in Mitteleuropa, daher verlegen wir immer mehr Lagerfläche in Billigländer der EU und zirkulieren dann mit den LKWs den Lagerbestand zu den Lagern nahe am Kunden in Mitteleuropa.

In Anbetracht der Klimakatastrophe ist das natürlich furchtbar. Verkürzt gesagt kann man behaupten, dass wir 70 % unseres hauseigenen LKW-Verkehrs und dessen Abgase der Allgemeinheit aufbürden, weil uns die Rollenden Lager trotz der Verschmutzung billiger kommen als neue Lagerflächen zu kaufen. Das ist Peak Kapitalismus und erklärt auch warum es zur zeit schwer ist einen LKW aufzutreiben, denn wir sind bei weitem nicht die einzigen Logistiker die das machen. Wenn du also das nächste mal einen LKW auf der Autobahn siehst kannst du davon ausgehen, dass der Großteil der Fracht überhaupt nicht dort hin muss, wo der LKW gerade hinfährt."

counselor

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #80 am: 17:46:26 Do. 23.September 2021 »
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #81 am: 02:30:15 Sa. 25.September 2021 »
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #82 am: 09:38:45 Mo. 04.Oktober 2021 »
Zitat
Grünes Wachstum gibt es nicht
Klimakrise. Es ist unmöglich, das derzeitige Niveau der Wirtschaft beizubehalten, ohne die Umwelt zu zerstören. Nur mit weniger von allem ist eine Katastrophe abzuwenden
https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/gruenes-wachstum-gibt-es-nicht-klimakrise-artensterben-klimawandel

dagobert

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #83 am: 10:41:41 Mo. 04.Oktober 2021 »
Auf den Punkt gebracht.

Strombolli

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #84 am: 14:11:41 Mo. 04.Oktober 2021 »
Sehr guter Artikel. - Wenn eine Gesellschaft seit nunmehr 50 Jahren explizit (Club Of Rome) vor dem Wachstumswahn gewarnt ist und immer so weiter macht, als gäbe es kein Morgen, sich 1990 zum Sieger über den bösen Kommunismus aufspielt, Neo-Liberalismus SPIELT, systembedingte Blasen aufbaut, Löhne drückt, Marx' Weissagungen nach und nach erfüllt... braucht sich doch nicht zu wundern, wenn es mal zu Ende geht! - Nur ...  so lange die breite Bevölkerung den Medien glaubt, auf eine FDP immer wieder hereinfällt, die seit 40 Jahren immer nur Versprechungen abgibt, realen SOZIALEN Fortschritt verhindert ... wird noch einige Zeit vergehen.

Ach, haben sich die naiven Massen doch alles selbst eingebrockt. Verblendet von den Medien des Kapitals und dem schönen Schein einer zutiefst unmenschlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung.
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig

Kuddel

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #85 am: 12:53:39 Do. 14.Oktober 2021 »
Ich finde den Artikel der Zeit recht bescheuert.
Er zeigt aber, daß die Mehrheit der Menschen eine Ahnung davon hat, daß es so nicht weitergeht.

Ich habe ein Paar Zeilen aus dem Text herausgepickt.

Zitat
Die Deutschen haben gelernt, mit dem Virus zu leben. Die "neue Normalität", von der so oft die Rede war, ist da, auch wenn sie heute niemand mehr so nennt.
...
Doch diesem privaten Optimismus steht ein Pessimismus entgegen, wenn es um die Allgemeinheit, den Staat und die Gesellschaft geht.

59 Prozent der Menschen glauben, dass sich das gesellschaftliche Leben nicht positiv entwickeln wird. Nur 26 Prozent stimmt das Wirken von Politikern und Parteien optimistisch, was die Bewältigung von Zukunftsaufgaben angeht. 61 Prozent sagen, dass Deutschland vor einem Niedergang stehe.
...
88 Prozent gaben an, dass der Gesellschaft durch Krisen wie Corona oder den Klimawandel "drastische Veränderungen" bevorstünden. 76 Prozent waren der Ansicht, dass "die jüngere Generation es nicht mehr so gut haben wird wie wir".
...
"Durch die Allgegenwart schwerer Krisen ist die Bevölkerung verunsichert, das Vertrauen in eine bessere Zukunft ist fundamental erschüttert."
...
https://www.zeit.de/2021/42/zukunft-studie-corona-klimawandel-optimismus

Kuddel

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Re: Kapitalismus - ein System mit aktivierter Selbstzerstörung
« Antwort #86 am: 09:56:32 So. 17.Oktober 2021 »
Der Kapitalismus glänzte stets mit seinen Mythen und seinen stärksten Staaten und Regionen. Das waren die USA und der "Freie Westen"®.

Von dem Glanz der USA ist nicht mehr viel übrig, ein großer Teil der Bevölkerung lebt im Auto oder im Zelt, die "Opioidkrise" hat bisher 450.000 Menschen das Leben gekostet, die Bevölkerung scheint sich gegenseitig zu erschießen,  jeden Tag kommen zwischen 50 und 60 Menschen dabei um, knapp 20.000 Menschen starben 2020 durch eine Kugel, etwa 3 Menschen pro Tag sterben durch eine Polizeikugel. Ein Rechtspopulist konnte sich mit Famlienclan und Lakaien im Weißen Haus mit fragwüdigen Methoden im Amt halten und nach seiner Ablösung kam es zu keiner spürbaren politischen oder sozialen Verbesserung im Land.

Deutschland hat noch immer aus unerfindlichen Gründen den Ruf, hier würden Ordnung und großteils auch Rechtsstaatlichkeit herrschen. Ein Blick in den Thread "Außer Kontrolle" genügt zu sehen, wie mafiös die Politik ist und wie sehr die Korruption herrscht und dieses System nur noch auf Autopilot läuft. Man staunt, wie gut das noch funktioniert.

Einige unserer Nachbarstaaten kriegen bereits den Stempel "Failed State". Die Niederlande hann man guten Gewissens einen Narcostaat nennen. https://www.fr.de/panorama/geregelter-ausnahmezustand-90852497.html

Nun überlegt man, ob nicht auch Österreich ein "Failed State" ist.
Zitat
Jung, gierig, rücksichtslos
Österreich. Das System Kurz ist zwar schwer angeschlagen, aber noch nicht erledigt. Droht das Land, ein „failed state“ zu werden?
https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/praepotent-bis-zum-aufprall

Der Kapitalismus ist lange Jahre mit der bürgerlichen parlamentarischen Demokratie gut gefahren. Jetzt wird es immer autoriärer. Oligarchen setzen sich mit Hauen und Stechen durch wie einst die Aristokraten.