Autor Thema: Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel  (Gelesen 10697 mal)

Kurt Piehl

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« am: 16:20:06 So. 08.August 2004 »
Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung
der öffenlichen Verkehrsmittel vom
01.08.2004 in Kiel


Am 07.08.2004 haben einige Menschen
aus Kiel in diversen Bussen des örtlichen Verkehrs-
betriebes Flugblätter verteilt und die Busse durch
Aufkleber und Plakate verschönert, um so darauf
aufmerksam zu machen, daß die Fahrpreiserhöhungen
vom 01.08.2004 nicht hingenommen werden müssen.
Konkret wurde zum Schwarzfahren aufgerufen.
Inhaltlich lehnte sich die Aktion an "Kiel umsonst"
an. Das Flugblatt stellt schließlich die Forderung auf,
den Kapitalismus abzuschaffen.

geishapunk

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #1 am: 10:04:43 Mo. 09.August 2004 »
Sorry, aber das Voting ist einseitig und suggestiv. Ich finde das auch nicht gut das die Fahrpreise erhöht wurden, aber leider kann ich diesmal einfach nicht sosehr dagegen sein wie sonst. Wenn ich mir die Entwicklung der Rohöl- und Benzinpreise anschaue ist dies einfach nur eine logische Konsequenz.

Achja, und den Kapitalismus will auch nicht abschaffen....  :P

Kurt Piehl

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #2 am: 15:55:40 Di. 10.August 2004 »
Kommunen wie Templin (http://www.templin.de) können ihren Bürgern die öffentlichen Verkehstmittel auch umsonst zur Verfügung stellen. Hier sind sie ein öffenliches Gut wie auch die Straßenbeleuchtung. Es geht.

Mit welchen Argumenten man mir auch immer klar machen will, daß die Menschen, die eh nicht viel haben, mehr berappen müssen - ich laß mich nicht mehr verschaukeln: In Kiel wird einfach genug Geld verpulvert.

Wenn wir nicht kämpfen, kann man mit uns alles machen.

PS: Da ich beim Hinzufügen einer neuen Umfrageoption (in Deinem Sinne) phpBB wohl etwas durcheinandergebracht habe, habe ich die Umfrage erstmal entfernt.

geishapunk

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #3 am: 17:32:57 Di. 10.August 2004 »
Zitat
Original von Kurt Piehl

Kommunen wie Templin (http://www.templin.de) können ihren Bürgern die öffentlichen Verkehstmittel auch umsonst zur Verfügung stellen. Hier sind sie ein öffenliches Gut wie auch die Straßenbeleuchtung. Es geht.

Mit welchen Argumenten man mir auch immer klar machen will, daß die Menschen, die eh nicht viel haben, mehr berappen müssen - ich laß mich nicht mehr verschaukeln: In Kiel wird einfach genug Geld verpulvert.

Wenn wir nicht kämpfen, kann man mit uns alles machen.

PS: Da ich beim Hinzufügen einer neuen Umfrageoption (in Deinem Sinne) phpBB wohl etwas durcheinandergebracht habe, habe ich die Umfrage erstmal entfernt.


Schön das das eine Kleinstadt (Einwohnerzahl: 14 000) die ja wohl viel auf Tourismus und Kurgäste abzielt das kann. Kiel ist aber keine Kleinstadt und ein ÖPNV muß immer noch eines sein: bezahlbar (bzw. kostendeckend).

Schön das es Dir egal ist welche Argumente es gibt. Da sieht man ja schon mal sehr viel Diskussionsbereitschaft.

Naja, ich finde es eh traumtänzerisch zu erwarten das so etwas wie der ÖPNV kostenlos sein muß/soll!

Kurt Piehl

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #4 am: 19:21:58 Di. 10.August 2004 »
Hallo geishapunk,

mit verschaukeln meine ich folgendes:

Kleinbetriebe müssen strengstens die Emissionswerte einhalten und in teure Filteranlagen investieren. (tendenziell gut)
Großbetriebe (Steinkohlekraftwerke) können ihre Emissionswerte selbst festlegen. Sie können sich einfach freikaufen.

Solcherlei Beispiele gibt es genug.

Die Menschen, die Macht oder Geld haben, können sich wehren.
Die Menschen, denen jenes fehlt, müssen die Kosten tragen.

geishapunk

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #5 am: 01:48:15 Mi. 11.August 2004 »
Zitat
Original von Kurt Piehl

Hallo geishapunk,

mit verschaukeln meine ich folgendes:

Kleinbetriebe müssen strengstens die Emissionswerte einhalten und in teure Filteranlagen investieren. (tendenziell gut)
Großbetriebe (Steinkohlekraftwerke) können ihre Emissionswerte selbst festlegen. Sie können sich einfach freikaufen.

Solcherlei Beispiele gibt es genug.

Die Menschen, die Macht oder Geld haben, können sich wehren.
Die Menschen, denen jenes fehlt, müssen die Kosten tragen.


Ja, da hast Du sicherlich Recht mit. Das hat nur leider überhaupt nix mit dem Thema an sich zu tun.

Öl- und Benzinpreise steigen nunmal stetig auf neue Rekordwerte und die erhöhten Unkosten müssen leider weiter gegeben werden.

Kurt Piehl

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #6 am: 02:32:58 Sa. 14.August 2004 »
Zitat
Original von geishapunk

.. und die erhöhten Unkosten müssen leider weiter gegeben werden.


Wieso müssen sie weitergegeben werden ?
Wir können auch andere Gewichtungen in unserem Etat festlegen.
Was Du beschreibst, ist kein Naturgesetz.
Wir sollten uns nicht so sehr von der aktuellen
Stimmungsmache beeinflußen lassen, sondern weiter denken.
Natürlich ist es erstmal einleuchtend, daß man sich langfristig
nicht gegen Entwicklungen stellen kann. Aber meist werden
die Entwicklungsrichtungen ja vorgegeben. (zB.) Die Entscheidung
über das Anheben oder Einfrieren der Zinsen auf Kredite
werden wir dann als Wohnungsnot oder Bauboom wahrnehmen.

Hier die Frage danach, wie die Öl- und Benzinpreissteigerung
zustande kommt. In den Achtzigern gab es ja schon mal eine
"Ölkrise", die erwiesenermaßen nicht durch die Anhebung des
Ölpreises durch die OPEC-Länder zustande kam, sondern reine
Abzocke durch Panikmache ("Das Öl ist bald alle!") war.
Die aktuell durch die Medien an uns herangetragenen Informationen
drängen uns eine Sichtweise auf, die mich momentan sehr skeptisch
macht:

"Jetz wollen die ganzen Chinesen auch ein Auto haben.",
sagt das Fernsehen. Super Argument (= Erklärungsnot) -
Jetzt kommen die Chinesen und wenn sie alle hochspringen,
verläßt die Erde ihre Umlaufbahn.

Die Forderung wirkt erstmal ...
Zitat
Original von geishapunk

traumtänzerisch

... und trozdem kann ich mich dahinterstellen, weil es sich 1. lohnt,
sie zu behirnen und 2. sie dann nicht mehr unrealistisch ist.

Das hat mir gereicht, hier von der Aktion gegen die
Fahrpreiserhöhung der öffenlichen Verkehrsmittel vom
01.08.2004 in Kiel
zu berichten.

Nun fang nicht an, zu sagen, schuld sei das "Finanzkapital" und
es gäbe gute und schlechte Kapitalisten. Gewinnmaximierung
ist nun mal integraler Bestandteil des Kapitalismus. Wenn wir
uns schon verkaufen müssen, dann bitte nicht unterm Preis.

Natürlich kämpfe auch ich dagegen, mich als Ware anpreisen
zu müssen. Ich bin ein Mensch und möchte daher lieber
ein Prinzip, in dem ich als Mensch und nicht als Ware auftauche.

Wenn Du gerade mit diesem Prinzip gut fährst, dann denke an
Dich, wenn Du alt bist und keinen Warenwert mehr hast !
Ich kenne jetzt schon zu viele Menschen, die es Wert sind, und
die durch dieses Prinzip unter die Räder kommen.

Etwas lang, sorry, Kurt Piehl.

geishapunk

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #7 am: 20:20:21 Sa. 14.August 2004 »
Auch wenn Du Deine Ausführungen künstlich aufblähst, ändert sich nichts an den Realitäten.

Zitat
Wieso müssen sie weitergegeben werden ?


Weil, wie ich bereits schrieb, der ÖPNV möglichst kostendeckend arbeiten muß. Da der ÖPNV in Kiel nun aber sowieso schon defizitär ist können die gar nicht anders. Gut, das willst Du jetzt nicht einsehen, ändert aber leider nichts daran.

Dabei ist es auch egal wie sich der Ölpreis bildet, übrigens gab es die Ölkrise in den Siebzigern, das was Du meinst war sicherlich keine Ölkrise. Es ist für die KVG nur folgendes von Bedeutung: die Spritpreise für Diesel nähern sich der 1 Euro Grenze, Tendenz steigend. Welche Marktpolitischen oder medialen Einflüsse dabei eine Rolle spielen ist erstens strittig und zweitens unerheblich wenn die KVG kalkuliert.

Und deswegen gibt es eine Fahrpreiserhöhung. Eine einfache Sache etwas komplizierter erklärt.

Zitat
... und trozdem kann ich mich dahinterstellen, weil es sich 1. lohnt,
sie zu behirnen und 2. sie dann nicht mehr unrealistisch ist.  


Du, noch leben wir einem freien Land, und Du kannst Dich da gerne hinterstellen. Kein Ding, und will ich Dir auch nicht verbieten. In meinen Augen sind aber einige Deiner Ansätze/Überzeugungen/Forderungen(Wünsche) aber unrealistisch und traumtänzerisch. Das ist meine, sachlich begründete, Meinung. Und so ungerne ich die KVG in Schutz nehme, aber die haben mit der Erhöhung echt lange gewartet!!! Ich hatte mich schon gewundert.

Kurt Piehl

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #8 am: 18:01:08 Di. 17.August 2004 »
So, dann wäre ja alles gesagt.
Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit, geishapunk.

ManOfConstantSorrow

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #9 am: 12:45:13 Mi. 18.August 2004 »
Hmmm, das war ja kein sehr freundlicher Dialog.

Ich will hier trotzdem mal kurz meinen Senf dazugeben.

Es schein ja z.T. geklappt zu haben, daß die endlosen Wiederholungen in den Medien von "untragbaren Kosten" sich in den Köpfen festgesetzt haben. Wir sollten es aber unbedingt vermeiden Menschen als Kostenfaktoren zu betrachten, wie die Wirtschaft es tut.

In letzter Konsequenz können so auch Alte und Behinderte als reine Kostenfaktoren gesehen werden, die wir nicht brauchen.

Wir haben schließlich auch Kindergärten, Schulen und Büchereien, die öffentlich (mit)finanziert werden, weil es einfach sinnvolle Dinge sind. Öffentlicher Nahverkehr gehört auch zu den sinnvollen Einrichtungen.

Ein sehr profitabler Konzern wie HDW kriegt öffentlich Zuschüsse, weil er damit droht ansonsten Arbeitsplätze abzubauen.

Es scheint aber vergessen zu sein, daß es auch in Deutschland mal Zeiten gab in denen die Nutzer des Öffentlichen Nahhverkehrs so viel Druck erzeugten, daß die Verkehrsbetriebe bereits eingeführte Fahrpreiserhöhungen zurücknahmen. Den Zündfunken gab es 1969 in Hannover mit der "Aktion Roter Punkt". Es gab nicht nur Flugblattaktionen und öffentliche Proteste, am Tag der Fahrpreiserhöhung traten Menschengruppen von den Bushaltestellen auf die Straße um den Verkehr zu stoppen. Die Autofahrer wurden gefragt, wo sie denn hinfuhren und ob sie nicht noch ein paar Leute mitnehmen könnten. Die Busse fuhren so lange fast leer durch die Stadt bis die Fahrpreiserhöhung zurückgenommen war. Viele Autofahrer klebten sich den dafür gefertigten Roten Punkt Aufkleber an die Windschutzscheibe, der bedeutete: "Ich nehme Anhalter mit!".

Die Aktion schwappte über die Republik, selbst in Kleinstädten gelang es Schülern mit Sitzblockaden vor Busdepots, daß Fahrpreiserhöhungen zurückgenommen wurden.

In den 70ern hab ich auch selbst an macher großen Demo durch Kiel gegen Fahrpreiserhöhungen teilgenommen.
Ich freue mich, daß wieder etwas diskutiert wird, daß gerade ärmeren Menschen das Leben erleichtern soll.


Von daher wiederhole ich hier nochmal die gute alte Forderung:

NULLTARIF IM ÖFFENTLICHEN NAHVERKEHR!



Und falls jemand Interesse an den historischen Aktionen hat, hier gibt´s ein paar Links dazu:
http://germany.indymedia.org/2004/01/71646.shtml
http://www.aufbrueche.de/rotpunkt6.htm
http://userpage.fu-berlin.de/~archapo/Online/Fahrpreiserhoehungen_in_Gelsenkirchen.htm
http://www.fgh-online.de/aktuelles/presse/index.php?id_presse=21
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

geishapunk

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #10 am: 13:08:28 Do. 19.August 2004 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

 Hmmm, das war ja kein sehr freundlicher Dialog.


Hm, den Eindruck teile ich nicht.

Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

Ich will hier trotzdem mal kurz meinen Senf dazugeben.

Es schein ja z.T. geklappt zu haben, daß die endlosen Wiederholungen in den Medien von "untragbaren Kosten" sich in den Köpfen festgesetzt haben. Wir sollten es aber unbedingt vermeiden Menschen als Kostenfaktoren zu betrachten, wie die Wirtschaft es tut.


Öhm.....

Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

In letzter Konsequenz können so auch Alte und Behinderte als reine Kostenfaktoren gesehen werden, die wir nicht brauchen.


Vollkommen am Thema vorbei. Was soll denn dieser polarisierende und polemisierende Einwurf?

Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

Wir haben schließlich auch Kindergärten, Schulen und Büchereien, die öffentlich (mit)finanziert werden, weil es einfach sinnvolle Dinge sind. Öffentlicher Nahverkehr gehört auch zu den sinnvollen Einrichtungen.


Sorry, aber bis auf die Schule ist nichts von dem was Du genannt hast in der Nutzung kostenfrei! Und bei der Schule kommen ne Menge indirekte Kosten.

Kindergärten kosten den Nutzern Geld, wobei die Erhebung der Beiträge in verschiedenen Varianten erfolgt.

Büchereien verlangen ebenfalls Geld.

Sollten nun bspw. die Fixkosten explodieren würden/müßten Kindergärten oder Büchereien ebenso preislich anziehen.

Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

Ein sehr profitabler Konzern wie HDW kriegt öffentlich Zuschüsse, weil er damit droht ansonsten Arbeitsplätze abzubauen.


Wieder anderes Themengebiet. Hier kommen wir zu den Wirtschaftssubventionen durch den Bund/das Land. Hat nix mit dem kommunalen Betrieb KVG zu tun.

Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

Es scheint aber vergessen zu sein, daß es auch in Deutschland mal Zeiten gab in denen die Nutzer des Öffentlichen Nahhverkehrs so viel Druck erzeugten, daß die Verkehrsbetriebe bereits eingeführte Fahrpreiserhöhungen zurücknahmen. Den Zündfunken gab es 1969 in Hannover mit der "Aktion Roter Punkt". Es gab nicht nur Flugblattaktionen und öffentliche Proteste, am Tag der Fahrpreiserhöhung traten Menschengruppen von den Bushaltestellen auf die Straße um den Verkehr zu stoppen. Die Autofahrer wurden gefragt, wo sie denn hinfuhren und ob sie nicht noch ein paar Leute mitnehmen könnten. Die Busse fuhren so lange fast leer durch die Stadt bis die Fahrpreiserhöhung zurückgenommen war. Viele Autofahrer klebten sich den dafür gefertigten Roten Punkt Aufkleber an die Windschutzscheibe, der bedeutete: "Ich nehme Anhalter mit!".


Hm, wenn ich so auf den Kalender schaue haben wir aber nicht 1969 oder die Siebziger. Wir leben 2004 und den öffentlichen Kassen geht es längst nicht so "gut" wie "damals"

Mal davon abgesehen das die Autofahrer heutzutage sicherlich nicht so ohne weiteres Leute mitnehmen würden.

Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

Die Aktion schwappte über die Republik, selbst in Kleinstädten gelang es Schülern mit Sitzblockaden vor Busdepots, daß Fahrpreiserhöhungen zurückgenommen wurden.

In den 70ern hab ich auch selbst an macher großen Demo durch Kiel gegen Fahrpreiserhöhungen teilgenommen.
Ich freue mich, daß wieder etwas diskutiert wird, daß gerade ärmeren Menschen das Leben erleichtern soll.


Jo, fein. Aber auch irgendwie am Thema vorbei.


Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

Von daher wiederhole ich hier nochmal die gute alte Forderung:

NULLTARIF IM ÖFFENTLICHEN NAHVERKEHR!



Na, schreien hätte aber nicht Not getan.

Wenn man Deinen Post mal zusammenfaßt bleibt aber auch nichts weiter als diese Aussage/Forderung über. Nun gut, ich fände das auch schön, aber was ich vermisse ist eine Darlegung wie man den kostenlosen ÖPNV finanzieren möchte. Und solange da keine realistischen, konkreten Konzepte vorgelegt werden bleibe ich bei meinem Ausdruck für diese Forderung: "traumtänzerisch"!

Ich träume auch mal gerne, und mir würde auch so manches einfallen was ich gerne haben möchte... aber manche Dinge betrachtet man IMHO doch lieber etwas Realitätsbezogener....

DeppVomDienst

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #11 am: 13:51:04 Do. 19.August 2004 »
Zitat
Original von geishapunk


Nun gut, ich fände das auch schön, aber was ich vermisse ist eine Darlegung wie man den kostenlosen ÖPNV finanzieren möchte. Und solange da keine realistischen, konkreten Konzepte vorgelegt werden bleibe ich bei meinem Ausdruck für diese Forderung: "traumtänzerisch"!

Ich träume auch mal gerne, und mir würde auch so manches einfallen was ich gerne haben möchte... aber manche Dinge betrachtet man IMHO doch lieber etwas Realitätsbezogener....


Hi Geisha,
was Du schreibst, ist sicherlich eine im großen und ganzen korrekte Ist-Beschreibung. Was ich allerdings vermisse ist der Faktor "Politischer Wille", d.h. wenn die Politik (die ja im Idealfall vom "Volk" als Souverän geamacht wird) ihre Prioritäten ändert und beispielsweise nicht weiter den Individualverkehr fördert (z.B. durch Straßenneubauten, autogerechte Städte, Umwälzung der Umweltfolgen auf die Allgemeinheit ...), wäre durchaus Spielraum vorhanden. Schwierig wäre es natürlich, dies isoliert  auf kommunaler Ebene umzusetzen.
Wir werden es zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wieder erleben, wie für ein Prestigeprojekt wieder Unsummen aus öffentlichen Kassen verplempert werden ... beinahe hätte es ja sogar zur WM das Investitionsgrab Metrorapid gegeben.

Ganz nebenbei, wg. der Mitnahmebereitschaft von Autofahrern (etwas Off-Topic): ich habe seit den späten 80'ern sicherlich an die 20-30000 Kilometer per Anhalter zurückgelegt. Es ist nach wie vor möglich, an einem Tag von Kiel nach Oberbayern zu trampen. Insbesondere wegen dem Wochenendticket sieht man aber immer weniger Tramper, z.Zt. an den Autobahnraststätten vorwiegend nur Studenten aus osteuropäischen Ländern.

Gruß
DvD

geishapunk

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #12 am: 13:57:59 Do. 19.August 2004 »
Zitat
Original von DeppVomDienst


Hi Geisha,
was Du schreibst, ist sicherlich eine im großen und ganzen korrekte Ist-Beschreibung.


Mehr behaupte ich auch gar nicht.


Zitat
Original von DeppVomDienst

Was ich allerdings vermisse ist der Faktor "Politischer Wille", d.h. wenn die Politik (die ja im Idealfall vom "Volk" als Souverän geamacht wird) ihre Prioritäten ändert und beispielsweise nicht weiter den Individualverkehr fördert (z.B. durch Straßenneubauten, autogerechte Städte, Umwälzung der Umweltfolgen auf die Allgemeinheit ...), wäre durchaus Spielraum vorhanden.


Meine volle Zustimmung hierfür hätten sie. Aber auch dann wird es nicht zu einem ÖPNV zum Nulltarif kommen!

Zitat
Original von DeppVomDienst

 Schwierig wäre es natürlich, dies isoliert  auf kommunaler Ebene umzusetzen.


!


Zitat
Original von DeppVomDienst

Wir werden es zur Fußballweltmeisterschaft 2006 wieder erleben, wie für ein Prestigeprojekt wieder Unsummen aus öffentlichen Kassen verplempert werden ... beinahe hätte es ja sogar zur WM das Investitionsgrab Metrorapid gegeben.


Ja, das befürchte ich auch!

Zitat
Original von DeppVomDienst

 Ganz nebenbei, wg. der Mitnahmebereitschaft von Autofahrern (etwas Off-Topic): ich habe seit den späten 80'ern sicherlich an die 20-30000 Kilometer per Anhalter zurückgelegt. Es ist nach wie vor möglich, an einem Tag von Kiel nach Oberbayern zu trampen. Insbesondere wegen dem Wochenendticket sieht man aber immer weniger Tramper, z.Zt. an den Autobahnraststätten vorwiegend nur Studenten aus osteuropäischen Ländern.

Gruß
DvD


Ja das funktioniert sicherlich im kleinen Rahmen, wobei ich persönlich das leider andere Erfahrungen gemacht habe, aber es ging ja um einen größeren Rahmen wo praktisch "massenweise" Personen mitgenommen werden sollen um gegen die erhöhten Preise des ÖPNV zu demonstrieren/agieren.[/b]

DeppVomDienst

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #13 am: 14:15:30 Do. 19.August 2004 »
Zitat
Original von geishapunk



Zitat
Original von DeppVomDienst

 Schwierig wäre es natürlich, dies isoliert  auf kommunaler Ebene umzusetzen.


!



Schwierig, aber nicht unmöglich! (Wobei das Londoner/Münchner Beispiel nur verdeutlichen soll, dass es durchaus kommunale Spielräume bei entsprechendem politischen Willen gäbe, ohne dass ich mir den gewählten oder angestrebten Weg in Form einer Citymaut unbedingt zu Eigen machen würde ...)

geishapunk

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Aktion gegen die Fahrpreiserhöhung in Kiel
« Antwort #14 am: 14:25:21 Do. 19.August 2004 »
Zitat
Original von DeppVomDienst

Zitat
Original von geishapunk



Zitat
Original von DeppVomDienst

 Schwierig wäre es natürlich, dies isoliert  auf kommunaler Ebene umzusetzen.


!



Schwierig, aber nicht unmöglich! (Wobei das Londoner/Münchner Beispiel nur verdeutlichen soll, dass es durchaus kommunale Spielräume bei entsprechendem politischen Willen gäbe, ohne dass ich mir den gewählten oder angestrebten Weg in Form einer Citymaut unbedingt zu Eigen machen würde ...)


Selbst in dem von Dir verlinkten Papier gehts nicht 100% umsonst:

Zitat
Bemautet wird nur Montag bis Freitag von 7 bis 18.30 Uhr. Busse, Taxen, CarSharing-Autos, Behinderten- und Sozialdienstfahrzeuge, sowie Fahrzeuge mit einem geringem Schadstoffausstoß wie Brennstoffzellen- oder Erdgasautos sind frei, Anwohner zahlen einen stark ermäßigten Betrag.


Abgesehen davon das die Verfasser explizit auf die Sonderrolle einer Stadt wie München hinweisen (Stichwort "Monozentrum"), bin ich persönlich strikt gegen eine "Citymaut", welche im übrigen wiederum bedeutet das der ÖPNV kostet, nur das die Kosten in einer anderen Form erhoben werden.