Autor Thema: bafög  (Gelesen 3299 mal)

B

  • Gast
bafög
« am: 08:04:46 Mo. 05.Mai 2003 »
früher mag ein studium eine eintrittskarte in höhere sphären gewesen sein. heute ist es nur noch eine berufsausbildung. viele meiner bekannten sitzen nun mit einigen zehntausend bafögschulden am arsch da und haben nichteinmal arbeit in dem erlernten akademischen beruf gefunden. sind z.t. sogar im callcenter gelandet.

Es scheint wir haben wieder einen zustand wie vor 100 jahren erreicht, wo das studium nur etwas für kinder reicher eltern war.

B

  • Gast
bafög
« Antwort #1 am: 13:02:42 Do. 08.Mai 2003 »
Ich hatte es ganz vergessen:
grund meines postings war die meldung, daß bafög bezieher kriminalisiert werden. In berlin hat man große "erfolge" erzielt mit dem datenabgleich und festgestellt, daß viele mehr verdienen, bei jobs, noch irgendwelche ersparnisse haben, oder deren eltern noch mehr verdienen...
all die werden jetzt wg. "sozialbetrugs" belangt.

Jetzt will man bundesweit dem berliner beispiel folgen.

  • Gast
bafög
« Antwort #2 am: 16:33:13 So. 08.Februar 2004 »
Bummelstudenten sollen zahlen
 
Seit fast zwei Jahren liegen die Pläne für Studienkonten im Bildungsministerium auf Eis. Jetzt kommt aus der SPD-Landtagsfraktion ein neuer Vorstoß. Kern der Überlegungen: Das gebührenfreie Erststudium soll weiterhin garantiert werden. Wer jedoch zu lange studiert, soll dafür künftig zahlen - rund 600 Euro pro Semester sind im Gespräch. Unumstritten sind solche Überlegungen nicht.


Nur zwei Monate nachdem Ministerpräsidentin Heide Simonis und Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave vor zwei Jahren erstmals solche Pläne verkündeten, wurde das Projekt auf einem SPD-Parteitag schon wieder kassiert. Kritiker befürchteten damals wie heute, dass Studienkonten nur der Einstieg in Studiengebühren seien.
Ganz falsch, sagt dagegen der SPD-Hochschulpolitiker Jürgen Weber. Studienkonten seien vielmehr "die einzig tragfähige Alternative zu Studiengebühren". Müssten Studenten nämlich vom ersten Semester an zahlen, da ist sich Weber mit allen Skeptikern einig, würde das "hohe Abschreckungseffekte" haben. "Genau das wollen wir nicht, denn wir brauchen mehr und nicht weniger Studenten."

Studienkonten bieten nach Auffassung des Kieler Landtagsabgeordneten dagegen nur Vorteile: "Sie schaffen die Möglichkeit, dass bei gleichem Mitteleinsatz, mehr Leute studieren können", sagt Weber, der das im Fraktionsarbeitskreis Bildung erarbeitete Papier im März auf dem Bildungsparteitag der SPD zur Debatte stellen will.

Und so soll es funktionieren: Jeder Student würde eine feste Anzahl von Semesterwochenstunden erhalten, die je nach Bedarf nach und nach abgebucht werden. Das Startguthaben würde sich an der Regelstudienzeit orientieren. Zusätzlich käme ein "Puffer" von rund 30 Prozent dazu. Erziehungszeiten oder die ehrenamtliche Arbeit im Studierendenausschuss könnten mit einem weiteren Bonus ausgeglichen werden.

Die Anreize liegen auf der Hand: Wer zügig studiert und nach dem Abschluss noch etwas auf seinem Konto hat, könnte damit zum Beispiel später kostenlos Fortbildungsangebote an der Uni nutzen. Umgekehrt müssten all jene, die ihr Konto abgeräumt haben, für den Bildungs-Nachschlag in die eigene Tasche greifen. Würde man sich an Nordrhein-Westfalen orientieren, müssten Bummelstudenten dann künftig um die 600 Euro pro Extra-Semester berappen.

Dass ein solches Modell sich nicht allzu sehr von schlichten Studiengebühren für Langzeitstudenten unterscheidet, wie es die FDP seit Jahren fordert, hört Weber nicht allzu gern. "Wir werden nicht nur Beifall bekommen. Aber jeder, der sein Studium ernsthaft betreiben will, kann das mit diesem Modell sehr viel flexibler tun als bei einem Gebührensystem. Abgebucht wird ja nur, was wirklich in Anspruch genommen wird." Der SPD-Politiker macht aber kein Hehl daraus: "Wer das nicht leisten kann oder will, muss von einem bestimmten Punkt an auch wissen, dass der Steuerzahler ihm diesen Luxus nicht ewig gewähren kann."

Den Vorwurf, dass mit einem solchen Modell lediglich Kasse gemacht werden soll, weist Weber indes als "Milchmädchenrechnung" zurück. So gebe es zwar derzeit rund 4000 Langzeitstudenten, die somit für Gebühren von insgesamt 2,4 Millionen Euro gut wären. Der Abgeordnete ist sich aber sicher: Viele davon würden sich sofort abmelden, wenn sie zahlen müssten. Und zudem: "Das Modell soll ja gerade bewirken, dass die Studiendauer sinkt."

Ob das funktioniert, wird die Erfahrung in anderen Bundesländern zeigen. Neben Nordrhein-Westfalen sind Studienkonten auch in Rheinland-Pfalz beschlossene Sache. Auch dort hatte es "einige Bedenken" gegeben, räumt Ministeriumssprecher Michael Au ein, der jedoch das Hauptargument der Genossen im Landeshaus stützt. Politische Triebfeder von Wissenschaftsminister Jürgen Zöllner sei es gewesen, "mit aller Macht Studiengebühren abzuwehren". Von Bodo Stade


Aus den Kieler Nachrichten vom 07.02.2004

Gasti

  • Gast
bafög
« Antwort #3 am: 15:36:12 Mo. 01.März 2004 »
In NRW gibts jetzt 650€ Gebühren pro Semester. (um den Haushalt von NRW zu stopfen) Die Hochschule bekommt fast nichts davon.

Begründung: Um das studieren zu beschleunigen! Also extrinsische Motivation durch Sanktionen. Wissenschaftlich sehr bedenklich.

 :evil: