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Selbstständigen droht Armut im Alter

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ManOfConstantSorrow:
HANDELSBLATT, Mittwoch, 28. November 2007,
Altersvorsorge

Selbstständigen droht Armut im Alter
 
Anders als Arbeiter oder Angestellte müssen die meisten Freiberufler selbst für den Ruhestand vorsorgen. Doch immer weniger nehmen diese Aufgabe ernst. Vielen Selbstständigen droht im Alter der finanzielle Absturz auf das Sozialhilfeniveau, besonders Kleinst-Unternehmern ohne Angestellte. Ist eine Ausweitung der Versicherungspflicht die Lösung?

BERLIN. Einer wachsenden Zahl von Selbstständigen droht nach Einschätzung des Sozialbeirats der Bundesregierung im Alter der finanzielle Absturz auf das Sozialhilfeniveau. Vor allem die inzwischen 2,3 Millionen „Solo-Selbstständigen“, die ohne große Rücklagen und ohne Angestellte arbeiten, betrieben oft „eine unzureichende Altersvorsorge“ und seien damit einem „größeren Risiko von Altersarmut“ ausgesetzt als Angestellte, heißt es im aktuellen Jahresgutachten des Gremiums, dem Vertreter von Arbeitgebern, Gewerkschaften, Wissenschaft und Bundesbank angehören.

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Woki:
Muss man anscheinend gar nicht weiter lesen.
Allein dieser Satz sagt doch eigentlich schon alles...

--- Zitat ---Doch immer weniger nehmen diese Aufgabe ernst.
--- Ende Zitat ---
Wenn man "diese Aufgabe" ernsthaft erfüllen will, muss man sich das auch erst mal leisten können.
Und wie die Einkommensentwicklung bei einigen Selbstständigen aussieht, dazu gibts hier im Forum ja den passenden Thread.

Genau so wie bei Otto-Normal-Arbeitnehmer kann man keine Eigenverantwortung fordern, wenn gleichzeitig das notwendige Bare aus dem Portemonee abgezockt wird.

Im Gegensatz zur Politik heißt es beim Normalsterblichen nämlich tatsächlich noch: Man kann kein Geld ausgeben, das man nicht hat. :P

Sung:
Das hat Woki schön zusammengefasst. Dazu kommt noch, dass man nicht gegen Arbeitslosigkeit versichert ist. Wenn der Laden nicht mehr läuft, heißt es übergangslos: Willkommen bei der Arge. Und was will die zuerst? Genau: Die Altersvorsorge.

mupine:
Naja!Nicht nur selbstständigen droht im Alter Armut sondern auch Leiharbeitern und vielen anderen "Niedriglöhnern"...

Strombolli:
Schon Anfang der neunziger Jahre stellte ein Zuschauer während einer MDR Polit Show die Frage, wie denn bitte sich ein gescheiterter Selbstständiger im Alter versorgen solle. Herr (SPD) Vogel sagte in seiner unendlichen Gelassenheit, "dass ja wohl davon auszugehen ist, dass ein Selbstständiger während seiner selbstständigen Tätigkeit genug auf die hohe Kante gelegt hat, dass er davon im Alter leben könne."

Erstens konnten die neuen Selbstständigen der damals fünf neuen Länder noch gar keine Altersversorgung aufbauen, sie SpassVOGEL!
Zweitens ist das Problem 2007 immer noch nicht gelöst. Tausende von Menschen werden in die Selbstständigkeit geschubst, um erstmal aus der Statistik raus-zu-sein und dann gehen sie in die Pleite, ihre Besitztümer werden versteigert (und im FOCUS indirekt "hier sind die tollsten Versteigerungsschnäppchen zu machen" angeboten) und fallen in Depression und kosten Geld, manche begehen auch Selbstmord oder die hartnäckigen leben zurückgezogen weiter und kosten soziale Zuwendungen.

Ne vernünftige Förderung der Selbstständigen und Entlastung von sinnlosen Restriktionen und Abgaben wäre langfristig billiger und sinnvoller.
Aber wer wird denn "nachhaltige" Politik erwarten?

Ich nicht mehr!

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