Autor Thema: verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?  (Gelesen 19476 mal)

ParadoxxX

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #15 am: 21:58:15 Sa. 01.Dezember 2007 »
tut mir leid das ich merst vesrpätet wieder hier bin. Ich nehme mir eure ratschläge echt zu Herzem und muss euch recht geben. Ich danke jeden einzelnen von euch. Ich finde es toll das es Menschen gibt die Sich für jemand Wildfremden die Zeit nehmen und Anteil nehmen.

Wahrscheinlich fühle ich mich nicht ganz so wohl und unsicher in meiner Haut.
Ich habe mich die letzten zwei tage zur Arbeit gekämpft.
Musste aber erschreckend wiedereinmal feststellen das es mir echt schlecht geht sobald ich in die Nähe meiner Firma komme, das Gebäude zu sehen ist schon schlimm genug.

Vielleicht fehlt mir der Mut das alles zu kentern weil ich ungerne ins ungewisse renne, ich habe trotzallden Vorfällen ein schlechtes Gewissen gegenüber meinen Vorgesetzten, das macht die Sache noch komplizierter. Heute kam das Weihnachtsgeld und jetzt kämpfe ich nun noch mehr mit mir. Krankschreiben im Einzelhandel - vor dem Weihnachsgeschäft.
Ich versteh mich selbst nicht mehr. Mittlerweile zweifle ich sogar daran ob ich nicht vieleicht doch einfach nur überreagiere. Ich hatte angst mich schon wieder krankschreiben zu lassen (war ja Montag bis Mittwoch schon zuhause geblieben)

Jetzt sitze ich zuhause - meine Freundin ist unterwegs. ich hatte nachdem ich heut gegen fünf von der Arbeit Zuhause war einfach keine Lust etwas zu unternehmen.

dagmar

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #16 am: 22:39:01 Sa. 01.Dezember 2007 »
Lass mich versuchen Dir etwas zum nachdenken zu geben, was mir an mir selber aufgefallen ist seit ich krank geschriieben bin:

Ich habe mich in den Jahren verändert, in denen ich andere auf mir herumtreten ließ, nicht positiv ...
Ich wurde ungeduldig ... nicht mal mehr Geduld genug am Radio einen richtigen Sender einzustellen ...
Meine Gesundheit, die habe ich ganz hinten angestellt ....
Meine Ernährung, habe ich noch weiter hinten angestellt ....
Meine Freunde .... die habe ich immer seltener angerufen oder getroffen, weil ich nicht mehr reden konnte - weil ich am Arbeitsplatz quasi eine Labertasche sein muss die andere von etwas überzeugen soll von dem sie selber weiß dass es Mist ist.....

Willst Du das für Dich?

Bestimmt nicht!
Also: versuch auf Dich zu achten ! Auf Dein Wohl fühl Gefühl !
Wenn Du Dich schlecht fühlst und Du weißt warum, dann registrier das und gehe damit bewußt um (Ich habe das nicht getan!)

Schlechtes Gewissen - ja, das hatte ich bis zum Schluß.... ich war mit Nierenbeckenentzündung arbeiten, meine Rechnung kriege ich für diese gesundheitliche Vernachlässigung ....

Mein Dank: Mobbing, Abmahnung, Versetzung ...

Selbst wenn Du Dich jetzt noch nicht entscheiden kannst, hör auf Dich, Deinen Körper und Dein Gefühl und erlaube Dir die Bremse zu drücken,
warte nicht bis Du so alt bist wie ich und der Arbeitsmarkt dann so aussieht wie für mich.

Schau, ich will nicht klug daher reden, aber ich habe jetzt zum aller ersten Mal seit 7 Jahren Abstand und merke mit Erschrecken was aus mir, meinem ursprünglichen Selbstbewußtsein, meiner Schlagfertigkeit und meiner Kreativität wurde .... noch kann ich sie mir zurück erobern, aber noch ein paar Monate länger in dieser Tretmühle und ich glaube alles in mir wäre zerbrochen worden.

Ich hätte es diesen Putzlappen ermöglicht mich zu ihrem Mob zu machen. Und ich muss jetzt versuchen, was verdammt schwer ist, die Verantwortung zu tragen vielleicht in die Armut zu gehen, aber nicht als Wischmob, sondern als Mensch ....

Toi toi toi
Dagmar

Sektsauferle

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #17 am: 14:06:25 So. 02.Dezember 2007 »
ich finde, amn muß sich doch mal eins vor augen halten:

wir sind alle nur kleine rädchen in der großen, großen maschine, eigentlich nicht mal das.

genau betrachtet bist du, wie wir alle , nur ne nummer bei einer der vielen abrechnungen

glaubst du wirklich, du bist so unersetzlich? was glaubst du, wie schnell dein chef für dich nen ersatz gefunden hat?
das ist doch genau das, was wir jeden tag erleben, es ist einfach jeder in sekunden zu ersetzen.
man reißt sich den arsch auf, und dann, wenn s gut ist, zack weg, nächste!
hab ich grad auch wieder erlebt.

und das schlechte gewissen hat wohl fast jeder, aber die erfahrung zeigt, es bringt garnichts, weil es keinen arsch interessiert!

was hab ich mich schon krank zur arbeit geschleift, glaub blos nicht, da hätte mal einer danke gesagt.
in meiner letzten firma bin ich drei wochen mit grippe im geschäft gestanden, bis ich fertig war, weil ich vor husten nicht mehr schlafen konnte, und was war? mein arzt hat mich zusammengeschissen, weil aus der grippe ne lungenentzündung wurde. und sowas will ich möglichst nie wieder haben,das ist die hölle.

das ende vom lied war dann, das es nachher noch geheißen hat, ich hätte die letzten zwei wochen der betriebszugehörigkeit krank gemacht, na herzlichen dank!

laß das mit dem schlechten gewissen, du wirst, wenn du jetzt nicht ganz schnell was änderst, es dein leben lang bereuen. und wenn du weg bist, kräht kein hahn mehr nach dir, so übel sich das auch anhört, es ist so :(

BLEIB DAHEIM
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mupine

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #18 am: 17:54:20 So. 02.Dezember 2007 »
Zitat
Original von Sektsauferle
krank bist du im prinzip eh nicht kündbar
LG

Man kann doch auch gekündigt werden während man krank ist,nur halt nicht augrund der Krankheit!Oder ist mir da was entgangen??

Sektsauferle

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #19 am: 18:45:43 So. 02.Dezember 2007 »
vielleicht bin ich da nicht auf dem aktuellen stand, aber selbst wenn, was sollen das für fadenscheinige gründe sein, und vor welchem gericht kommt der arbeitgeber damit durch, wenn nicht was ernstes vorliegt und vorher keine abmahnung stattfand?
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dagmar

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #20 am: 21:22:10 So. 02.Dezember 2007 »
kann der Arbeitgeber sehr wohl während Krankheit kündigen. Ich habe viele Stunden im Netz verbracht um diese und ähnliche Antworten zu bekommen. Es sei nur ein "weit verbreiteter Irrtum" das während Krankheit nicht gekündigt werden kann.

Ich denke das Thema Kündigung ist so ein Fall für sich. Viele Arbeitgeber interessiert keinesfalls ob sie kündigen dürfen oder nicht. Sie tun es um sich so schnell wie möglich eines Mitarbeiters, und somit ihrer Kosten, zu entledigen. In dem Fall werden sie es zuvor kalkuliert haben und wissen genau: der erste Prozeß vor dem Arbeitsgericht kann genutzt werden um ein Angebot zu unterbreiten. In den meisten Fällen ist dieses "Angebot" des Arbeitgebers günstiger für seine Firma als den Mitarbeiter zu behalten.

Alle diese Fragen sind mir gerade nur zu geläufig. Was habe ich Gesetzbücher gewälzt, wenn und abers überlegt und recherchiert - eine panische Angst vor der finanziellen Zukunft bekommen, die bei mir beschissener als beschissen aussieht, nur eines, das habe ich mich erst sehr, sehr spät gefragt:
w i e   lange kannst Du unter solchen Arbeitsbedingungen noch Mensch bleiben und wie lange hält Dein Körper diese Arbeitsbedingungen noch aus....

So lange in der Tretmühle und das Nachtreten gewohnt war ich nicht mehr in der Lage mich selber zu befragen ... Macht Ihr es besser als ich !

Lieben Gruß von Dagmar

Sektsauferle

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #21 am: 21:47:51 So. 02.Dezember 2007 »
na das zeigt nur einmal mehr, was wir eigentlich wert sind, nämlich nichts!

ich für meinen teil laß mir auch nicht mehr so viel gefallen, wie früher, was das betrifft.
aber es ist nunmal ein problem, von was leben, finde ich wieder einen job und und und.

vielleicht solltest du über dieses krank und trotzdem kündbar mal ein thema eröffnen, würde mich echt interessieren.

LG
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Ziggy

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #22 am: 21:49:57 So. 02.Dezember 2007 »
Der Arbeitgeber kann sehr wohl während der Krankheit kündigen, aber nicht wegen der Krankheit - bis auf nur ganz wenige Ausnahmen.

Ich weiß auch nicht, warum das immer behauptet wird, daß man während der AU unkündbar sei. Das war noch nie so.

Grüße, Ziggy
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

Sektsauferle

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #23 am: 21:54:16 So. 02.Dezember 2007 »
mir stellt sich da nur immer die frage, was soll die begründung sein, wenn keine miese auftragslage o.ä. vorliegt.
In Memory of Menschenrechte !!!

dagmar

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« Antwort #24 am: 22:33:48 So. 02.Dezember 2007 »
Ich beispielsweise habe einen alten BAT-Vertrag und bin Mitte 40, also nicht so ganz einfach kündbar (wäre ich noch 10 Jahre älter, so würde es noch schwerer sein, deshalb wird man es wohl nicht soweit kommen lassen).

Billiger sind Neueinstellung nach neuem BAT oder 400 Euro-Kräfte. Nimm zwei, dann hast Du einen Job.

Mach es so wie mein Arbeitgeber, wenn Du eine 400 Euro Kraft nicht mehr willst, dann lass sie ohne Beschäftigung - somit ohne Geld - aber auch ohne Kündigung und Du wirst sie los.

Gründe, ach das probiert man erst mal mit einer Abmahnung, die kann ja ungerechtfertigt sein, aber sich zu wehren ist selbst mit Anwalt nicht ganz einfach. Auch wenn Du im Recht sein solltest. So, und nun geht das richtrige gehacke los: wer arbeitet, der kann auch Fehler machen. Mach nur einen einzigen - und schon ist die nächste Abmahnung fertig,
morgen kommt der zweite (weil Du ja arbeitest....) und schon geht die Kündigung durch.

... und frei ist der Weg für eine 400 Euro Kraft ....

Klar bemerkt das ein Arbeitsgericht, klar gibt es dann die Chance auf Abfindung, aber diese Tritte zuvor, die treffen uns kleine Arbeitnehmer auf die Mütze und nicht die großen, die ein paar Teuros Abfindung zahlen, die sie locker flockig wieder durch billigere Neueinstellungen reinkriegen!

Aber ... nicht alle Arbeitgeber sind solche mobbenden Scheuerlappen wie der von mir geschilderte Fall. Meine ersten 20 Arbeitsjahre wäre so etwas nie denkbar gewesen, keiner der Arbeitgeber damals hätte sich auf solch billiges Niveau herabgelassen. Aber es gibt eben solche Ausnahmen, durch die das Thema "Mobbing" und "Bossing" wohl erst entstanden ist. Sie sind die Ausnahme, denke ich schon, aber sie können mehr kaputt machen als 10 gute Arbeitgeber.

Lieben Gruß von Dagmar

Sektsauferle

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« Antwort #25 am: 22:38:09 So. 02.Dezember 2007 »
"Sie sind die Ausnahme, denke ich schon, aber sie können mehr kaputt machen als 10 gute Arbeitgeber."

da kann ich dir nur recht geben!
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ParadoxxX

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #26 am: 09:34:35 Mo. 03.Dezember 2007 »
So nun sitze ich hier und weiß nicht mehr was ich tun soll.

Ich war gerade beim Neurologen, dort wurden meine Gehirnströme gemessen, danach nahm er sich 7Minuten zeit. ich versuchte ihm zu erklären wie es mir geht. Er meinte nur die Symtome seien egal. Die Ursache muss bekämpft werden und er schrieb mir eine Überweisung zum psychater.
Ich hatte das Gefühl ihn interessiert ihn nicht oder meine Probleme seien halb so schlimm. Ich saß dort wie der letzte Depp.....

Krankschreibung bekam ich keine!!! Was soll ich jetzt tun. ich kann NICHT zur Arbeit. Bitte helft mir schnell. An wen soll ich mich wenden. Ich fühle mich so alleine. So hilflos

Eivisskat

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #27 am: 09:48:40 Mo. 03.Dezember 2007 »
In welcher Stadt bist du denn? Gibt`s da eine Erwerbslosen-Initiative?

Ruf`sofort bei deiner Krankenkasse an wegen weiterer Beratung und der Tel. Nr. des Psychiatrischen & Psychologischen Notdienstes .

Lass' dich notfalls erstmal beim Hausarzt krankschreiben (Grippe, Magen-Darm, Rückenschmerzen o.ä.)

Alles Gute

Sektsauferle

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« Antwort #28 am: 10:18:21 Mo. 03.Dezember 2007 »
sagmal, was hast du denn für einen arzt?

geh ihn sofort wechseln, klär in deinem bekanntenkreis ab, ob jemand nen tollen arzt weiß, hab ich auch gemacht, die meisten sind schon so routiniert, dass sie sich bei dem einzelnen nicht mehr richtig kümmern, das ist nicht deine schuld.

und mach das mit der krankenkasse, erklär deine situation, die helfen dir weiter, die wollen nicht, dass einer ausfällt und richtig teuer wird. und wenn die dir jemand empfohle haben, bist du eh auf der sicheren seite, wenn du dich dann dort beraten und behandeln läßt.

mach jetzt nicht schlapp, halt durch! :tischkante>

Ganz liebe Grüße
In Memory of Menschenrechte !!!

dagmar

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verzweifelt wegen Arbeit, wie geht es weiter?
« Antwort #29 am: 13:43:58 Mo. 03.Dezember 2007 »
vermutlich kann er mit dem Thema nicht umgehen. Natürlich ist ein Psychiater oder Psychotherapeut eine bessere Adresse da ein Neurologe damit überfordert sein könnte. Ich weiß übrigens auch nicht, ob ein Neurologe bei einer solchen Diagnose krank schreiben darf....

Schlimm nur, dass es im Regelfall lange dauert einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu bekommen. Im Zweifelsfall nochmals den Hausarzt aufsuchen (auch wenn ich glaube mich erinnern zu können, dass Du dort auch etwas auf taube Ohren gestoßen bist)

Bitte verfall nicht in Panik, nimm die Anregungen meiner Vorredner, vielleicht bist Du dann schon fündig geworden, falls nicht, das Telefonbuch. Psychotherapeuten, die nicht unmittelbar in Deiner Nähe sind, haben eventuell noch Platz im Kalender. Ist eine Kurstadt in Deiner Nähe, evtl. dort. Bloß: auch wenn es schwer fällt nicht in Panik verfallen, sonst kriegst Du keinen Schritt hin und machst Dir das Leben noch schwerer als zuvor....

toi toi toi
Dagmar