Autor Thema: Sammelthread: Polizeibrutalität in D  (Gelesen 109826 mal)

Kuddel

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #255 am: 13:48:18 Di. 17.September 2019 »
Zitat
Wenn Polizisten zuschlagen
In Deutschland üben Polizisten offenbar viel häufiger ungerechtfertigte Gewalt aus als bekannt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bochumer Studie über mutmaßliche Opfer.
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/polizeigewalt-studie-tausende-menschen-berichten-von-ihren-erfahrungen-a-1286381.html

CubanNecktie

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #256 am: 14:15:02 Di. 17.September 2019 »
Hi, hab jetzt im Bekanntenkreis einen Opfer von 'deutscher' Polizeigewalt. Es handelt sich um einen polnischen Staatsbürger, der aber in grenznähe wohnt. Er ist nach einem früheren Unfall gehbehindert und war mit einem Fahrrad (Fahrrad hat er etwas sturzsicherer als Dreirad umbauen lassen) und war auf einem Radweg unterwegs als er von der deutschen Polizei angehalten wurde. Er sollte vom Fahrrad absteigen und hatte Probleme, die deutsch Polizei hielt ihn für betrunken o.ä. und er wurde ganz brutal vom Rad runtergezehrt und wurde an beiden Armen verletzt (Schürfwunden) und musste ärztlich behandelt werden ... und er meinte zu mir, er dürfe jetzt für 5 Jahre nicht nach Deutschland - er hat auch auf polnisch geflucht. Ein Bekannter musste für ihn sein Fahrrad in D abholen.

Anwalt o.ä. will er aber nicht, er ist auch wirtschaftlich arm dran, da er Frührentner ist.

Zeugen waren leider keine dabei.

Kann ich ihn aber trotzdem überzeugen? Für mich ist der ganze Fall eine echte Schweinerei! Irgendwie eine Anlaufstelle in PL oder hier bei uns, bei der er sich melden kann?

Vorstellungsgespräch bei einer Leihbude?
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Onkel Tom

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #257 am: 10:48:45 Mi. 18.September 2019 »
Hi, hab jetzt im Bekanntenkreis einen Opfer von 'deutscher' Polizeigewalt.
...
die deutsch Polizei hielt ihn für betrunken o.ä. und er wurde ganz brutal vom Rad runtergezehrt...
und er meinte zu mir, er dürfe jetzt für 5 Jahre nicht nach Deutschland...

Anwalt o.ä. will er aber nicht, er ist auch wirtschaftlich arm dran, da er Frührentner ist.

Zeugen waren leider keine dabei.

Kann ich ihn aber trotzdem überzeugen? Für mich ist der ganze Fall eine echte Schweinerei!
...

Den Gerichtsapparat nun obendrein bereichern ?

Wegen fehlender Zeugen gehe ich davon aus, das der Betroffene keine Chance hat.

Falls doch eine Anzeige wegen Körperverletzung gestartet wird, kann der Betroffene davon ausgehen,
das zunächst das Verfahen von der Staatsanwaltschaft eingestellt wird. Dem könnte man dann mit einer
Beschwerde kontern.. Doch dann kann es passieren, das die beschuldigten Cops sich absprechen...

Sowas wird dann meistens vom Gericht als "Widersprüchlichkeiten" bewertet und daher leider kein Zeuge
zu Gunsten des Betroffenen zur Verfügung steht, dürfte das Gericht a la "Aussage gegen Aussage"
entscheiden..

Kostet viel Geld wegen Anwalt und wenn kein Urteil gegen die Cops fällt, richtig teuer, da Zeugengeld
und Gerichtskosten dann auch zu Lasten des Betroffenen fallen.. Gegen Scheiße bauen von Uniformierten
an zu gehen, muss die Beweislage wasserdicht sein und selbst dann kommt noch der letzte Punkt hinzu,
das mit den Krähen..

Anzeige = ok bis zur entäuschenden Einstellung des Verfahrens und paralel Widerspruch gegen des
Landesverbot einlegen.. Ist alles länger her, wie 3 Monate, kann mann sowiso das ganze knicken..

Sorry, kommt nicht von ungefähr, das soooo wenig Verfahren gegen Cops durch kommen..
 :'(
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #258 am: 12:38:49 Mi. 18.September 2019 »
Ich kann mich da nur Onkel Toms Einschätzung anschließen.

Ohne Zeugen sieht es schlecht aus. Und dann kommt es noch darauf an, wie ernst die Zeugen genommen werden.

Ein Bekannter von mir hatte deshalb Erfolg vor Gericht, weil seine Zeugen "hochangesehene Mitglieder der Gesellschaft" waren, Geschäftsleute, einer davon Betreiber eines christlichen Buchladens. So kam es zu einer Verurteilung der Bullen und zu einer Schmerzengeldzahlung.

Aber wir sollten die Polizeigewalt nicht einfach Hinnehmen. Auch die Dokumentierung jedes Falles und die Öffentlichkeitsarbeit sind wichtig!

Zitat
Polizeigewalt in Deutschland: Fünf Mal mehr Übergriffe als bekannt

Tausende Opfer von Polizeigewalt berichten in einer Studie, wo sie Übergriffe erlebt haben und warum sie diese nicht anzeigen.
https://www.fr.de/politik/polizeigewalt-deutschland-studie-fuenf-mehr-uebergriffe-bekannt-13013085.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #259 am: 14:36:50 Mi. 18.September 2019 »
... er dürfe jetzt für 5 Jahre nicht nach Deutschland...

Das sollte aber unbedingt geklärt werden!
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Frauenpower

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #260 am: 13:03:17 Mi. 25.September 2019 »
Zitat
Die Trierer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Polizisten wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt. Im Internet war ein Video aufgetaucht, das einen Vorfall in Prüm zeigt.
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/Festnahme-nach-Verfolgung-in-Pruem-Pruegel-Video-Ermittlung-gegen-Bundespolizist,av-o1151935-100.html

eine Zeugin hätte das Ganze wohl mitgefilmt, sonst würde es davon wohl keinen Mitschnitt geben. Und öffentliche Kameras würden just für diesen Moment dann wohl auch nicht funktioniert haben meiner Vermutung nach o.ä.

mit dem neuen Polizeiverschärfungsgesetz hat man als BürgerIn wohl kaum noch eine Chance.  :'(

Geschehnis bei einer Gegenkundgebung:
https://www.suedkurier.de/region/schwarzwald/villingen-schwenningen/Eskalation-bei-Anti-AfD-Demo-vor-Villinger-Tonhalle;art372541,10287970

tleary

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #261 am: 03:16:36 Fr. 27.September 2019 »
Zumindest eine Anzeige bei einer Polizeidienststelle wäre ratsam. Damit ist der Fall dann wengistens aktenkundig. Auch wenn sie von der Staatsanwaltschaft (die eigentlich immer auf Seiten der Polypen steht) niedergeschlagen wird.
Aber: Er darf ja nicht einmal mehr in dieses Paradies BRD. - Ist DAS überhaupt zulässig? Schließlich ist er EU-Bürger und genießt damit Reise- und Niederlassungsfreiheit (zumindest innerhalb des Schengen-Raums). Sich dagegen zur Wehr zu setzen halte ich dagegen für weit erfolgversprechender.
Aber dieser Staat und dessen Polizei dürfen ja mitterweile durch die neuen Polizeigesetze eh schon fast alles. Platzverweise, Prügel etc. ... Bleibt alles folgenlos. Der Job und Beamtenpension bleiben auf jeden Fall.

Geschehnis bei einer Gegenkundgebung:
Und was soll da besonderes vorgefallen sein, außer einer nichtssagenden Sonntagsrede eines DGB-Funktionärs, der die steigenden Rüstungsausgaben als Beleg dafür nimmt, wie schlimm es um "unsere" doch so verteidigenswerte Demokratie steht und eines Attac-Mitglieds, das den Wassermangel als den "heimlichen Schuldigen" für die Kriege in dieser Welt ausfindig gemacht zu haben glaubt?
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #262 am: 12:37:17 Mi. 02.Oktober 2019 »
sorry, da war ich zum Anti-Kriegstag am googlen, habe den Link jetzt korrigiert. Man kann den aber nur einmal lesen, dann nicht mehr.
(Ich bemühe mich, ab und an mal eine Zeitung zu kaufen um die Printpresse zu unterstützen, am liebsten Junge Welt, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau u.ä. .. . )

tleary

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #263 am: 10:47:38 Fr. 11.Oktober 2019 »
....am liebsten Junge Welt, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau u.ä. .. . )
Der war gut!  :)
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
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Frauenpower

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Re: Sammelthread: Polizeibrutalität in D
« Antwort #264 am: 18:30:20 Di. 19.November 2019 »
@theary: Die Süddeutsche Zeitung hat gute Artikel und ist an Aufklärungsprojekten intensiv dabei, vertritt eine liberale Haltung meine ich, also, diese Erkenntnis erhalte ich aus dem was ich höre, wenn SZ-Journalist_innen in Interview-Sendungen sprechen oder was ich an Artikeln lese.

Ich sehe mich gerade auf der Seite des Republikanischen Anwaltsverein http://www.rav.de/start/  um (hat NICHTS mit rechts zu tun). Ich entdecke dort eine verlinkte Studie zum Thema Polizeigewalt im Amt einerseits und aus der Sicht von Betroffenen.
Zitat
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt „Körperverletzung im Amt durch Polizeibeamt*innen“ (KviAPol) unter-sucht Viktimisierungsprozesse, Anzeigeverhalten und Dunkelfeldstruktur im Bereich rechtswidriger polizeilicher Gewaltausübung. Im ersten Teil des Projekts wurde eine Betroffenenbefragung mittels Online-Fragebogen durchgeführt, über deren Ergebnisse im Folgenden berichtet wird. Im zwei-ten Teil des Projekts, das noch bis 2020 läuft, werden diese Ergebnisse durch 60 Expert*innen-Interviews vertieft und ergänzt.
https://kviapol.rub.de/images/pdf/KviAPol_Zwischenbericht.pdf

https://kviapol.rub.de/index.php/inhalte/zwischenbericht