Autor Thema: Die Kirche BRD  (Gelesen 4307 mal)

handkey

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  • der neue Chef wollte uns gleich gegeneinander hetzen, 14 Leute sind aufgestanden und rausgegangen, weil wir keine Sekunde für einen so unehrlichen Chef arbeiten werden.
Die Kirche BRD
« Antwort #15 am: 23:42:30 Sa. 19.Januar 2008 »
Hier noch mal das Gedicht von B.Traven, übersetzt/ überarg. von Peter Paul Zahl:

Zitat
Der Staat hat keine Moral

Text: B. Traven/Peter Paul Zahl

aus: Das Totenschiff

 

Der Mensch muß Moral haben,

Der Staat kennt keine Moral.

Der Staat mordet,

Wenn er es für gut befindet,

Der Staat stiehlt,

Wenn er es für gut befindet;

Er raubt die Kinder

Von den Müttern,

Wenn er es für gut befindet;

Er zerbricht die Ehen,

Wenn er es für gut befindet.

Er tut was er will.

Der Mensch muß Moral haben,

Der Staat kennt keine Moral.

Für den Staat gibt es keinen Gott

Im Himmel, an den zu glauben er den Menschen

Bei Leib- und Lebensstrafe zwingt;

Für den Staat gibt es keine Gebote Gottes,

Die er den Kindern

Mit dem Knüppel einbleuen läßt.

Der Staat macht sich seine Gebote selbst,

Denn er ist der Allmächtige

Und der Allwissende

Und der Allgegenwärtige.

Der Mensch muß Moral haben,

Der Staat kennt keine Moral.

Der Staat macht sich die Gebote selbst,

Und wenn sie ihm nicht mehr zusagen,

Übertritt er sie selbst.

Der Staat hat keinen Ricbter über sich,

Der ihn zur Rechenschaft zieht,

Und wenn der Mensch anfängt,

Mißtrauisch zu werden,

Dann fuchtelt er ihm mit der Flagge

Hurra ~ Hurra ~ Hurra vor den Augen herum,

Daß der Mensch ganz duselig wird,

Und brüllt ihm ins Ohr:

„Haus und Herd- Weib und Kind!“.

Der Mensch muß Moral haben,

Der Staat kennt keine Moral

Und dann plappern die Menschen

Alles nach, weil der Allmächtige

Sie in ausdauernder Arbeit

Zu Maschinen und Automaten gemacht hat,

Die ihre Arme, Beine, Augen,

Lippen, Herzen und Gehirnzellen

Genau so bewegen,

Wie es der allmächtige Staat haben will.

Der Mensch muß Moral haben,

Der Staat kennt keine Moral.

Wie es der allmächtige Staat haben will.

Das hat nicht einmal der allmächtige Gott

Zuwege gebracht, und der

Konnte doch auch etwas.

Aber dem Staat, diesem Ungeheuer, gegenüber

Ist er nur ein armer Stümper.

Der Mensch muß Moral haben,

Der Staat kennt keine Moral

kennt keine Moral

keine Moral

keine.
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,
Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen,
warum sollten ausgerechnet Volks- oder Arbeitervertreter
aus der Art schlagen?

behörden_duzer

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Regensburg:Kirchlicher Maulkorb von Gericht aufgehoben
« Antwort #16 am: 23:45:18 So. 23.Oktober 2011 »
http://www.regensburg-digital.de/in-eigener-sache-kirchlicher-maulkorb-aufgehoben/18102011/

Zitat
In eigener Sache: Kirchlicher Maulkorb aufgehoben!

Stefan Aigner • 18. Okt. 2011 • Gericht, In eigener Sache, Überregional • Artikel ausdrucken
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Im Rechtsstreit mit der Diözese Regensburg hat das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg der Berufung unserer Redaktion heute in vollem Umfang stattgegeben (Az 7U 38/11).

Damit dürfen wir nach eineinhalb Jahren Maulkorb wieder die Meinung vertreten, dass die Diözese Regensburg durch ihr Verhalten bei einem Missbrauchsfall in Viechtach 1999 wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Verbrechen eines Priesters nicht öffentlich wurden und er so später erneut einen Ministranten sexuell missbrauchen konnte. Wir dürfen die Meinung vertreten, dass sich die Diözese Regensburg in diesem Zusammenhang beim Vertuschen sehr kreativ gezeigt hat und dass seinerzeit vereinbarte Geldzahlungen den Beigeschmack von Schweigegeld haben.

Die Diözese hatte gegen einen Kommentar geklagt, den regensburg-digital.de am 7. März 2010 in Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche im Allgemeinen und in der Diözese Regensburg im Speziellen veröffentlicht hatte.

Darin haben wir auch den Fall des pädophilen Priesters Peter K. erwähnt, der zunächst in Viechtach einen elfjährigen Jungen missbraucht hatte. Die Diözese handelte mit der Familie eine Stillschweigevereinbarung aus. Es wurde Schmerzensgeld gezahlt und die Übernahme von Therapiekosten zugesichert. Bereits zwei Jahre darauf wurde K. erneut auf Kinder losgelassen. Die Gemeinde Riekofen war über die Vorgeschichte von K. nicht informiert worden. 2007 kam heraus, dass er dort erneut mindestens einen Ministranten in 23 Fällen sexuell missbraucht hatte.

Unser Kommentar dazu:

Und beim Vertuschen von Missbrauch zeigt man sich äußerst kreativ. (…) Ein Opfer des pädophilen Pfarrers von Riekofen erhielten Geldzahlungen, die nicht nur in den Augen unserer Redaktion den Beigeschmack einer Schweigegeldzahlung hat.. Das Bistum Regensburg hat das stets bestritten. Es habe keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Zahlung und dem vereinbarten Schweigen gegeben, behauptet das Bistum. „Es geht Ihnen nicht um die Opfer, sondern vor allem darum, dass nichts an die Öffentlichkeit kommt“, sagte eines der Opfer dem SPIEGEL.

Die Passage war auf einen Artikel des Nachrichtenmagazins SPIEGEL unter dem Titel “Schweigen gegen Geld” verlinkt.

Die Diözese klagte dagegen vor dem Landgericht Hamburg und bekam Anfang des Jahres recht.

Wir dürften nicht den Eindruck erwecken, dass die Diözese „durch Vermittlung einer Geldzahlung“ bewirken wollte, dass „der in Rede stehende Vorfall nicht an die Öffentlichkeit gerät“, so das Landgericht Hamburg in seinem erstinstanzlichem Urteil.

Die Pressekammer des Oberlandesgerichts unter Vorsitz von Richterin Marion Raben hat dieses Urteil nun aufgehoben. Die Diözese Regensburg muss die Kosten von Abmahnung, einstweiliger Verfügung sowie der I. und II. Instanz tragen. Der Streitwert wurde vom Oberlandesgericht auf 20.000 Euro festgesetzt.

Eine Begründung des Urteils liegt uns noch nicht vor. Die Formulierungen seien in vollem Umfang von der Meinungsfreiheit gedeckt, so die Vorabauskunft der OLG-Pressestelle.

Richterin Raben erklärte im Verlauf der Verhandlung, dass die gewählten Formulierungen in dem Kommentar “noch zurückhaltend” seien. Darüber hinaus sei auch die Position der Diözese dargestellt worden. Der Eindruck, dass die Diözese durch ihr Verhalten wenigstens mit dazu beitragen wollte, dass der sexuelle Missbrauch an in Viechtach nicht öffentlich wird, sei auch “nicht ganz von der Hand zu weisen”.

Unsere Rechtsanwalt, der Regensburger Medienrechtler Nils Pütz, sieht in der Entscheidung “ein wichtiges Urteil für die Presse- und Meinungsfreiheit”. “Eine freie Presse ist die Grundlage unserer Demokratie. Der Kirche dürfen hier keine Sonderrechte eingeräumt werden.”

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern. Sie haben binnen weniger Tage über 10.000 Euro gespendet und es dadurch überhaupt erst ermöglicht, gegen den Maulkorb der Diözese Regensburg in I. Instanz vorzugehen. Für die II. Instanz hatte uns die Gewerkschaft verdi Rechtsschutz gewährt.

Ebenfalls am Dienstag wurde die Berufung im ähnlich gelagertem Rechtsstreit zwischen dem Spiegel und der Diözese verhandelt. Auch das Hamburger Nachrichtenmagazin war zunächst vor dem Hamburger Landgericht unterlegen. Auch hier wurde der Berufung in allen Punkten stattgegeben.

Bereits vergangene Woche blitzte die Diözese, ebenfalls in II. Instanz, mit ihrem Ansinnen ab, der Tageszeitung Die Welt die Formulierungen “Vertuschung” und “Schweigegeld” verbieten zu lassen.

Alle drei Urteile sind noch nicht rechtskräftig.