Autor Thema: Arbeit schadet der Gesundheit  (Gelesen 60256 mal)

Mac

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Arbeit schadet der Gesundheit
« am: 22:31:54 Mo. 19.Mai 2003 »
Ein Freund von mir wurde vom Sozialamt zu einem Kackjob gezwungen (vor caq. 2 Jahren). In einer Firma für Aktenvernichtung steht er den Tag am Schredder um dann kaputt nachhaus zu kommen um da beim 2. Bier vorm Fernseher einzuschlafen.( Nach Miete, Essen und dem 2. Bier ist vom Lohn auch nix mehr über.)

Nach 2 Jahren in der Firma geriet er mit der Hand in den Schredder (der Komplette Ordner mitsamt Stahlteilen Häxelt) und verlor Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger. Die Firma bot ihm jetzt einen Job im Büro zu dem er Keine Lust hat.

Ich bewundere ihn dafür, daß er´s mit Fassung trägt. Aber er ist nur einer von unzähligen namenlosen Opfern, die ihre Gesundheit für die Scheißarbeit geben mußten!

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #1 am: 02:22:17 Fr. 13.Juni 2003 »
"Die gesetzliche Krankenversicherung verzeichnet u.a. deshalb gravierende Finanzierungsprobleme, weil sie die enormen Kosten arbeitsbedingter Erkrankungen zum größten Teil tragen muss, obwohl hierfür in erster Linie die Arbeitgeber und die von deren Beiträgen finanzierte gesetzliche Unfallversicherung zuständig wären...."

aus: IG Metall     Arbeit & Ökologie-Briefe April 2003

ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #2 am: 16:57:14 Sa. 14.Juni 2003 »
haben wir´s nich schon immer geahnt!?!
Arbeit ist 3x so gefährlich wie Krieg und auch schlimmer als Alkohohol- & Drogenkonsum zusammen. Eine Studie der Vereinten Nationen hat´s bewiesen:

Work is three times as deadly as war, says UN
Andrew Osborn in Brussels
Thursday May 2, 2002
The Guardian

It's official: work can be fatal - and, according to a United Nations report, it brings about more death and suffering than wars or drug and alcohol abuse combined.

More than two million people die from work-related accidents or disease every year - equivalent to one death every 15 seconds - the UN's International Labour Organisation said this week. Two years ago, the figure was just 1.2 million.

The ILO named agriculture, construction and mining as the three most dangerous occupations in the world.

The total is now three times the annual number of deaths in wars every year (650,000), or the equivalent of a September 11 tragedy every day. It also exceeds deaths from alcohol and drug abuse combined.

The ILO said exposure to dust, chemicals, noise and radiation was causing cancer, heart disease and strokes.

Some 350,000 people died from fatal workplace accidents every year, and hazardous substances claimed 340,000 lives. Asbestos was responsible for 100,000 deaths.

The ILO accused wealthy countries of exporting the problem.

"Industrialised countries are exporting their hazards to developing countries," said the ILO's Jukka Takala. Problems had been "moved to the South, where labour is not only cheaper but less protected", she said.


Guardian Unlimited © Guardian Newspapers Limited 2003
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kermit

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #3 am: 16:35:57 Sa. 05.Juli 2003 »
"Krankhafte Fixierung auf Arbeit"
Müssten die Deutschen tatsächlich mehr arbeiten? Der Bremer Soziologe Holger Heide meint, das Verhältnis Mensch zu Arbeit stimme schon längst nicht mehr. Arbeitssucht sei zur - gewollten - gesellschaftlichen Normalität geworden
taz: Alle reden davon, dass wir mehr Arbeit brauchen. Sie beschreiben es aber als Problem, dass die Menschen schon längst süchtig nach Arbeit seien.
Holger Heide: Wenn man in die Betriebe geht, kann man feststellen, dass die Arbeitnehmer unter Druck sind: im Sinne von Stress, interkollegialem Stress, bis hin zu Mobbing. Trotz statistisch belegbarem Rückgang der Abwesenheitsquote - unter anderem wegen der hohen Arbeitslosigkeit - verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Beschäftigten. Da stimmt etwas nicht mit dem Verhältnis der Menschen zur Arbeit. Das ist zunächst offensichtlich äußerem Druck geschuldet. Die Unternehmen passen sich dem steigenden Druck der Konkurrenz auf dem Weltmarkt an. Es zeigt sich aber, dass der bloße Verweis auf den äußeren Druck zur Erklärung nicht reicht. Wir haben die Normen der Arbeitsgesellschaft weitgehend verinnerlicht. Das heißt, wir sind anfällig für Arbeitssucht.

Sie nennen Arbeitssucht eine Volkskrankheit. Und in der Tat könnte der Terminus "Abhängig Beschäftigter" auch auf den Drogencharakter hinweisen. Ist ein Impfstoff in Sicht?
Nur wenige Krankheiten lassen sich durch die Verabreichung einer Arznei heilen. Meist werden bloß die Symptome gedämpft. Und was wichtiger ist: Arbeitssucht ist gewollte gesellschaftliche Normalität. Höchstens "Auswüchse" werden als bedenklich registriert, und als Auswüchse erscheinen "unerwünschte "Nebenwirkungen": Bluthochdruck, Magengeschwüre, Kreislaufprobleme, Rückenleiden und viele weitere Leiden, über die jeder Betriebsarzt sich Sorgen macht.

Wie zeigt sich Arbeitssucht?

Arbeitssucht ist eine krankhafte Fixierung auf Arbeit. Wie bei anderen Süchten steckt dahinter meist unbewusst ein Ausweichen vor unerträglichen Gefühlen. Gerade aufgrund der hohen gesellschaftlichen Akzeptanz von Arbeit liegt es nahe, dass ich mich in Arbeit "stürze". Aber auch die entgegengesetzte Reaktion ist häufig: Die Vorstellung, Leistungen erbringen zu müssen, kann so stark werden, dass man in einen Zustand fast völliger Arbeitshemmung geraten kann. Kollegen und Familienmitglieder erkennen das Suchttypische meist daran, dass sich die Betroffenen isolieren, für nichts außer der Arbeit Zeit und Interesse haben.

Ecstasy, Schnaps und Heroin kann man absetzen. Beim Verdienen des Lebensunterhalts sieht das anders aus. Welche Möglichkeiten hat der Arbeitskranke, gesund zu werden?Absetzen ist nicht Gesundung, es geht auch bei Heroin letztlich um die Heilung der seelischen Krankheit. Einen Job zu machen, der einem Krankheit und perspektivisch den Tod einbringt, kann wohl nicht mit dem Hinweis auf den notwendigen "Lebensunterhalt" gerechtfertigt werden.

War früher alles anders oder womöglich sogar besser? Beurteilen Sie also die Produktivitätsfortschritte eher negativ?
Da müssten wir über den Begriff "Produktivität" reden und darüber, welchen Sinn es macht, diese ständig zu erhöhen. Erinnern Sie sich an den Satz von John Stuart Mill, der zur klassischen englischen Soziologie gehört: "Es ist fraglich, ob alle bisher gemachten mechanischen Erfindungen die Tagesmühe irgendeines menschlichen Wesens erleichtert haben." Und damit meinte er: Zwar wird der technische und wirtschaftliche Fortschritt immer als Fortschritt des Menschen oder der Menschheit ausgegeben. Aber wie wir in der Phase der industriellen Revolution gesehen haben, wirkt sich das immer auf einen Teil der Menschheit extrem destruktiv aus. Ich versuche, mit dem Missverständnis aufzuräumen, früher sei alles ganz schrecklich gewesen. Die Vorstellung, man habe heute mehr Freizeit als früher, ist schlichtweg falsch. Aber wir müssen ausgehen von dem, was jetzt ist: Ich muss wieder anfangen zu spüren, was für mich gut ist. Wenn ich merke, es wird von mir verlangt - ich selbst verlange es sogar von mir -, täglich zwölf Sunden arbeiten zu gehen, und ich merke, wie ich dabei draufgehe, die Kontakte zur Familie abreißen oder Herzprobleme auftreten, dann muss ich sagen: Irgendwas läuft falsch. Hier geht es nicht um mehr Geld, sondern um existenzielle Probleme.

Was halten Sie von den "glücklichen Arbeitslosen" und deren Konzept "Wozu sich um Arbeit reißen"?

Das ist sicher eine Popularisierung. Aber nicht unbedingt falsch. Es bietet eine Möglichkeit, sich mit dem Begriff "Arbeit" auseinander zu setzen, zunächst einmal für die, die arbeitslos und dem unmittelbaren Druck der Stigmatisierung tatsächlich massiv ausgesetzt sind. Dass sie zu dem Ergebnis kommen: Arbeitslosigkeit ist von uns nicht erwünscht, aber wir können die Zeit, die wir jetzt haben, zu unserem Vorteil nutzen. Das würde einen Teil des Stresses auch aus der Arbeitswelt nehmen. Diejenigen, die Arbeit haben, müssten sich mit denselben Fragen auseinander setzen und verstehen, dass Solidarität nicht einfach warmherzige Anteilnahme ist, sondern dass diese Gesellschaft ein grundlegendes Problem hat: Um aus der Suchtgesellschaft herauszukommen, um uns die Muße wieder anzueignen, brauchen wir neue solidarische Formen von Individualität und Kollektivität jenseits von "Interessenvertretung" und "Politik".

INTERVIEW: JÜRGEN KIONTKE

taz Nr. 7086 vom 24.6.2003, Seite 9, 171 Zeilen (Interview), JÜRGEN KIONTKE


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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #4 am: 11:54:24 Mi. 08.Oktober 2003 »
Ein junger durch Walzerrollen zermalmter Arbeiter

Montag, den 22. September gegen 9 Uhr 30. Ein neuer tödlicher Unfall ist an der Fabrik Sidmar de Zelzate eingetreten... "junger Stahlwerker Davy Senave wird zwischen zwei Rollen zermalmt. Einige Sekunden später durchquert ein Zittern das ganze Walzwerk: es hat einen schweren Unfall gegeben!"

Was hat er sich genau ereignet? Dirk Goemaere, er selbst hat ehemaliger Stahlwerker und jetzt kommunaler Berater des PTB bis Zelzate am selben Tag mit vielen Arbeitern des Unfalles gesprochen. Er davon wählt diesen Bericht: "Man mußte étireurs Rollen an Tandem 2 verschieben. Davy installierte die Kabel am Boden einerseits, aber mußte sich für das in einem Übergang von als einem Meter breites weniger halten. Denn vor den étireurs Rollen befanden sich flankierende Rollen in Warteposition. Zum Zeitpunkt, wo der Kran das Kabel gespannt hat, hat etwas schlecht funktioniert. Die Rollen verlassen den Boden, und sind vorwärts, soeben in der Direktion gesprungen, wo Davy war. Er hatte keinen Ausgang, denn eine flankierende Rolle war hinter ihm gerecht! Er hat die volle Rolle in auf ihm erhalten, er ist zwischen einer étireur Rolle und einer flankierenden Rolle zermalmt worden. Kein Glück, davon zu überstehen!

Alle Kollegen haben sofort interveniert: Gesten erster Hilfen, Aufruf an den Dringlichkeiten. In den benachbarten Werkstätten démené jeder auch, um die Hilfen in einem Minimum von Zeit vor Ort zu führen. Jeder hat sich dort gründlich, aber vergeblich gestellt."

Wenn zwei Teams des SMUR und die Polizei vor Ort der Fabrik angekommen sind, hat jeder begriffen, daß es sehr ernsthaft war. "Sie sind in dabei, Davy wiederzubeleben von Tandem 2 sein Puls weggegangen..." Das SMUR hat all sein möglichstes getan, aber die Verletzungen von Davy waren zu ernst. "Noch ein Glück, das das so schnell war, wird er sich sicherlich nicht gelitten haben" tröstete die Kollegen gegenseitig...

Davy Senave war nur 29 Jahre alt. Er läßt eine Frau und einen kleinen Jungen von drei Jahren. Und viele Freunde, denn Davy war allen als eine Eule bekannt gars, immer optimistisch.

Eine ernsthafte Untersuchung, um die Unsicherheit zu entdecken

Die Leute würden nicht akzeptieren, daß ein Arbeiter oder ein Kranführer hier vom Finger gezeigt wird. Der Kranführer, der die Rollen verschob, ist als ein ruhiger und erfahrener Arbeiter bekannt. "Jene, die den Kran für eine schwere Arbeit benötigten, waren beruhigt, als es ihn war, der es handhabte" erzählt die Kollegen von Davy.

"Es gibt momentan einen tödlichen Unfall fast jedes Jahr. Ist es normal? Da die Frage, die wir stellen müssen ", geschrieben Dirk Goemaere an seine Arbeitskollegen. Der Tod von Davy verursacht erneut viele Diskussionen über die Sicherheit im allgemeinen.

Das CPPT muß eine ernsthafte Untersuchung durchführen und Maßnahmen vorschlagen, alle möglichen Unsicherheitsformen éradiquer. Es ist das, was die Leute erwarten, mehr denn je. Und alle Informationen müssen auf den Linien verbreitet werden. "Arnold ist gestorben vor einem Jahr, und wir kennen noch die genauen Ursachen seines Unfalles nicht", sagen die Stahlwerker.

Bewegte Ehrerbietung
Alle anwesenden Personen fühlten sich sie cur drücken, wenn die Witwe von Davy und ihr kleiner Junge von drei Jahren ein Photo von Davy in der Mitte der Blumen gesetzt haben. Sie waren von sauren Brüdern und und von anderen Familienmitgliedern umgeben, die alle auch eine Rose kaufen und es zu den Füssen des Kreuzes und des Photos ablegen wollten. Vor dem Haupteingang von Sidmar so an diesem Montag, den 29. September statt fand eine, die Zeremonie zum Gedenken an von Davy bewegt. Ein Straßenfahrer hat eine Rose am kleinen Jungen gekauft und hat ihn gefragt, es für ihn abzulegen. Marleen Iterbeke hat ohne musikalische Begleitung ein großartiges gesungen mich verläßt nicht von Jacques Brel, und Maya Wuytack (Mädchen des Bildhauer- Dichters Frans Wuytack), hat récité eines von ihren ergreifenden Gedichten.

Mehrere Arbeiter von Sidmar waren anwesend, und Dirk Goemaere hat Solidaritätsmitteilungen von Brassenstahlwerkern (Deutschland) gelesen, IJmuiden (die Niederlande) und Dünkirchen (Frankreich). An Brasse haben sie eine Sammlung für die Witwe von Davy organisiert. Jene von Usinor-Dünkirchen haben versprochen, sich mit den Gewerkschaften zu bemühen, solche Dramen zu vermeiden. Die Kollegen von IJmuiden haben bekanntgegeben, daß sie bereits erfolgreich gewesen sind, ihren Direktor mit Frist verurteilen zu lassen, wenn ein tödlicher Unfall noch eintreten müßte. "Die Sicherheit geht vor der Produktion über" ist ihre Devisen. An Sidmar haben die Arbeiter für 1.700 Roseneuro gekauft. Alle haben der Witwe und der Familie von Davy ihr Mitleid vorgestellt.

Kabelbrand

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #5 am: 03:38:52 So. 30.November 2003 »
Für diese kleine Artikelsammlung hab ich auch was passendes bei TELEPOLIS gefunden:

Wer fertig ist, kann gehen

Immer mehr Japaner sterben an Arbeit

It's only work'n work but I like it: Karoshi (Tod durch Überarbeitung) heißt das in Japan, wenn man zu viel arbeitet und daran stirbt, ein Phänomen, das erstmals 1987 bemerkt wurde und mittlerweile auch juristisch als haftungspflichtige Todesart anerkannt wird.


Nach einem vom japanischen Gesundheitsministerium veröffentlichten Report sind, wie die Nando Times  berichtet, letztes Jahr 143 Karoshi-Tote registriert worden, Männer und Frauen, darunter vor allem Büroarbeiter, Fließbandarbeiter und Fahrer. Obwohl diese Zahl einen traurigen Rekord darstellt, könnten es inoffiziell noch viel mehr gewesen sein, eine Schutzvereinigung geht von 10 000 Karoshi-Toten aus. Der Todesarten gibt es mehrere, nicht nur durch Stress bedingte Herzinfarkte, sondern auch Selbstmorde und andere Kollapse, manche schlafen einfach in der U-Bahn ein und wachen nicht mehr auf. Dass es die Arbeit war, die den Sensemann rief, wird nachträglich geprüft. Dabei müssen die Hinterbliebenen dem Arbeitsministerium beweisen, dass das Karoshi-Opfer am Tage seines Ablebens extrem belastende Arbeit hinter sich hatte. Im Karoshi-Manual ist dazu verzeichnet, dass Überarbeitung als Todesursache in Frage kommt wenn der Betreffende am Tag seines Ablebens mindestens 24 Stunden (!) gearbeitet hat oder in der Woche vor seinem Tod jeden Tag mindestens 16 Stunden. Wenn er in der Woche vor dem Zusammenbruch einen Tag frei hatte, ist es schon kein Karoshi mehr und Unterhaltsforderungen greifen ins Leere.Karoshi könnte typisch für eine neue Gruppe von Syndromen sein, welche die Japaner gourika -byou nennen, "Rationalisierungskrankheiten", die mit den Produktionsmethoden des späten 20.Jahrhunderts aufkamen. Fallstudien legen nahe, dass der Grund für die selbstaufopfernde Vielarbeit eher im japanischen Produktionsmanagement als im Kopf der Arbeitenden angelegt ist. 88 Prozent aller Firmen rechnen fest mit Überstunden. So warb ein Pharmakonzern mit dem Slogan "Sind Sie bereit, 24 Stunden für ihre Firma zu kämpfen?" für ein neues Power-Getränk. All work and no play: Dabei zerfressen die Konzerne mit den von Kritikern "Toyota's human management method" oder "corporate fascism" genannten Methoden die Identität ihrer Angestellten anscheinend so gründlich, dass diese teilweise ihre Namen aufgeben und sich im täglichen Umgang unter dem Namen des Konzerns als bloße Anhängsel desselben vorstellen und anreden.

ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #6 am: 12:26:08 Di. 16.März 2004 »
Zitat
Original von stern.de

Umfrage
Angst und Neid prägen Arbeitsklima


Das Betriebsklima in Deutschland ist seit der wirtschaftlich schwierigen Lage von Angst und Neid geprägt: In mehr als jedem zweiten Unternehmen ziehen die Chefs die Zügel an und führen autoritärer (51,4 Prozent), fast jeder zehnte Chef vergreift sich dabei auch schon mal öfter im Ton ergab eine Umfrage des Wirtschaftsmagazins "Euro" (März-Ausgabe).

Durch die enge Besetzung und den hohen Kostendruck in den Abteilungen leiden die Mitarbeiter in jedem dritten Unternehmen (31,1 Prozent) unter zunehmender Konkurrenz und Neid.


Der Druck von oben entlädt sich oft untereinander. Mobbing ist ein wachsendes Phänomen, das nicht aus dem Nichts kommt.
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ManOfConstantSorrow

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« Antwort #7 am: 20:18:54 Do. 15.April 2004 »
15.04.04
Tödlicher Arbeitsunfall bei ThyssenKrupp Stahl in Duisburg

Auf der heutigen Frühschicht ereignete sich gegen 8.40 Uhr auf dem Gelände der ThyssenKrupp Stahl AG in Duisburg-Bruckhausen ein schwerer Arbeitsunfall. Bei Reparaturarbeiten an einer Rohrleitung in der Nähe des Oxygenstahlwerks I kam es nach Informationen von ThyssenKrupp Stahl "aus bisher ungeklärten Gründen zu einem Austritt von CO-Gas". Durch die eintretende Verpuffung kam ein Arbeiter einer Fremdfirma ums Leben. Zwei weitere Fremdfirmenarbeiter und zwei Beschäftigte von ThyssenKrupp Stahl wurden verletzt. Es bleibt die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass an einer offensichtlich unter Gas stehenden Leitung geschweißt wurde, und was getan wird, um solche Unfälle in Zukunft auszuschließen. Auf deren lückenloser Beantwortung werden die Stahlbelegschaften zurecht bestehen.
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Manager

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #8 am: 00:42:24 Fr. 16.April 2004 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow

15.04.04
Tödlicher Arbeitsunfall bei ThyssenKrupp Stahl in Duisburg

Auf der heutigen Frühschicht ereignete sich gegen 8.40 Uhr auf dem Gelände der ThyssenKrupp Stahl AG in Duisburg-Bruckhausen ein schwerer Arbeitsunfall. Bei Reparaturarbeiten an einer Rohrleitung in der Nähe des Oxygenstahlwerks I kam es nach Informationen von ThyssenKrupp Stahl "aus bisher ungeklärten Gründen zu einem Austritt von CO-Gas". Durch die eintretende Verpuffung kam ein Arbeiter einer Fremdfirma ums Leben. Zwei weitere Fremdfirmenarbeiter und zwei Beschäftigte von ThyssenKrupp Stahl wurden verletzt. Es bleibt die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass an einer offensichtlich unter Gas stehenden Leitung geschweißt wurde, und was getan wird, um solche Unfälle in Zukunft auszuschließen. Auf deren lückenloser Beantwortung werden die Stahlbelegschaften zurecht bestehen.


Hallo ManOfConstantSorrow

Haben hier wieder die Sub-SuB-Sub - Unternehmen zugeschlagen :evil:  :evil: ,  die Bezeichnung "Fremdfirmen" steht in meinen Augen für S******treiber aus der Zeitarbeits- und Verleiherbranche  :?:  :?:
Einige dieser Firmen meinen das Unfallverhütungsvorschriften und Arbeitssicherheit etwas ist, was für sie nicht gelten mag :evil:  :evil:
Ich hoffe wirklich das eine "lückenloser Beantwortung" aller offenen Fragen erfolgt , daran glauben kann ich aber nicht  :(  :evil:  :!:

Manager
Arbeit ist schön , ICH könnte tagelang zusehen !

ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #9 am: 14:27:04 Do. 22.April 2004 »
"Kapitalismus tötet!" war eine Parole der autonomen Szene, als in Genua ein Demonstrant von der Polizei erschossen wurde.

Ich halte es aber für wichtig den kapitalistischen Alltag zu betrachten und nicht nur auf die eigene Szene zu schielen. Für den Kapitalismus lassen täglich Menschen ihre Gesundheit oder gar ihr Leben, z.B. durch Arbeitshetze und Nichteinhaltung von Sicherheitsvorschriften. Hier nur ein weiteres alltägliches Beispiel:
Zitat
Original von kn-online

Unfall an der Fräsmaschine - Arbeiter schwer verletzt

Sterley (dpa/lno) - Ein Mitarbeiter einer Firma für Landmaschinentechnik ist bei der Reparatur einer Motorgartenfräse in Sterley (Kreis Herzogtum Lauenburg) schwer verletzt worden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war der 33-Jährige am Mittwoch bei einem Probelauf aus ungeklärten Gründen mit einem Arm zu nahe an die Welle geraten. Die Fräse erfasste seine Kleidung und er stürzte in die Maschine. Ein Hubschrauber brachte den Schwerverletzten ins Unfallkrankenhaus Hamburg-Boberg. Es besteht keine Lebensgefahr.

dpa/regioline vom 22.04.2004
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ManOfConstantSorrow

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« Antwort #10 am: 00:52:54 So. 16.Mai 2004 »
Hier nochmal eine Meldung gegen das große Totschweigen der Medien:

   

Für Olympia in den Tod

Griechenland: In zwei Jahren mindestens dreizehn Tote bei Unfällen auf Olympiabaustellen


Den vollständigen Artikel gibt es bei Telepolis unter:
http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/17399/1.html
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Kuddel

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« Antwort #11 am: 19:16:00 Mi. 19.Mai 2004 »
19.05.04 - Australische Bauarbeiter streiken wegen Rettungshubschrauber
Als die Bauarbeiter in Illawarra/Australien auf einer Versammlung erfuhren, dass es einem Arzt nicht möglich war, mit dem Rettungshubschrauber zu einem Unfallopfer transportiert zu werden, legten sie spontan die Arbeit nieder. Sie marschierten zur Basis des Rettungshubschraubers und schlossen einen Kreis um das Fluggerät und seine überraschte Mannschaft. Die australischen Bauarbeiter führen schon seit Jahren einen Kampf gegen die zahlreichen Unfälle am Bau.

ManOfConstantSorrow

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« Antwort #12 am: 20:52:18 Mo. 16.August 2004 »
Krankenstand erreicht neuen Tiefstand

Nach Angaben des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen sank der Krankenstand im 1. Halbjahr 2004 auf 3,6 Prozent. Im 1. Halbjahr 2003 hatte er noch bei 4,2 Prozent gelegen. Die wichtigsten Ursachen für krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit waren Skeletterkrankungen (26,5 Prozent), Atemwegserkrankungen (16,9 Prozent) Verletzungen und Vergiftungen (15,2 Prozent) und psychische Erkrankungen (7,5 Prozent). Seit 1990 hat sich die Zahl der psychischen Krankheiten verdoppelt, was vor allem mit einer wachsenden Belastung am Arbeitsplatz zusammen hängt.
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ManOfConstantSorrow

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« Antwort #13 am: 01:02:42 Do. 28.April 2005 »
Folgendes Zitat paßt gut zum Titel dieses Threads:

"Jeder fünfte Beschäftigte scheidet wegen Krankheit oder Unfall vorzeitig aus dem Job aus."

Der Rest des STERN-Artikels ist leider eher Werbung für die Versicherungswirtschaft.
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ManOfConstantSorrow

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« Antwort #14 am: 00:08:34 Fr. 29.April 2005 »
Zwei Millionen Tote durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten

Genf (dpa) - Mehr als zwei Millionen Menschen sterben weltweit im Jahr durch Arbeitsunfälle oder Berufskrankheiten und diese Tendenz ist steigend
.

Das geht aus Erhebungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor, die am Donnerstag in Genf zum Internationalen Tag der Arbeitsplatzgesundheit veröffentlicht wurde. Neben den Todesfällen, die durch die Arbeit verursacht werden, gibt es jedes Jahr 268 Millionen nicht tödliche Arbeitsunfälle mit mindestens drei Tagen Arbeitsausfall.

Außerdem erkranken jährlich 160 Millionen Menschen neu an einer Berufskrankheit. Beide Organisationen fordern deshalb mehr Schutz und Verhütung von Unfällen am Arbeitsplatz.

Wenn auch in vielen Industrieländern die Zahl der Arbeitsunfälle in den vergangenen Jahren abnahm, stieg sie etwa in den sich entwickelnden Ländern wie China oder Brasilien und Mexiko - so durch den Boom im Bausektor mit ungeübten Kräften - stark an.

Die häufigsten Berufskrankheiten sind Krebs, der durch gefährliche Substanzen verursacht wird. Hinzu kommen Erkrankungen der Muskulatur und der Knochen, Atemwegerkrankungen, Verlust des Gehörs und Kreislaufkrankheiten. In vielen Industrieländern nimmt die Asbestose weiter zu. Weltweit sterben jährlich 100 000 Menschen an berufsbedingter Asbestose.

In der Landwirtschaft, dem wichtigsten Sektor in Entwicklungsländern, sterben jährlich 70 000 Menschen an Vergiftungen, die durch Pestizide verursacht wurden. Zahlreiche weitere Menschen erleiden nicht tödliche, aber chronische Krankheiten durch solche Vergiftungen, schreiben die Verfasser.


dpa/ecoline vom 28.04.2005
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