Autor Thema: Arbeit schadet der Gesundheit  (Gelesen 64946 mal)

Horch

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #15 am: 11:51:49 Fr. 29.April 2005 »
Wahrscheinlich sind die Opfer noch nicht mit eingerechnet worden, die einen Wegeunfall hatten.

Kann das sein?

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #16 am: 10:35:56 Di. 10.Mai 2005 »
Was stimmt denn nun?

Hier lese ich "Arbeit schadet der Gesundheit", was nicht von der Hand zu weisen ist. In anderen Threads lese ich hingegen "Arbeitslose erkranken häufiger" (z. B. Ø weniger Bewegung, kein Geld für gesunde Ernährung, Medikamente, fehlende soziale Kontakte) usw..

Da wäre ja beides der Gesunheit voll abträglich, wenn ich das richtig verstehe ...
8o

Troll

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #17 am: 15:20:59 Sa. 28.Mai 2005 »
Es wird wohl eher der Stress sein der Krank macht und den haben arbeitslose und arbeitende mehr denn je.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Carpe Noctem

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #18 am: 14:32:39 Mi. 08.Juni 2005 »
Insbesondere die Arbeit in Call Centern laugt aus:

"Beschäftigte in Call-Centern sind gesundheitlich besonders gefährdet. Die geforderte Dauerfreundlichkeit und das Pensum von mehr als 20 Anrufen pro Stunde sorgen zusätzlich für psychosomatische Erkrankungen verursachen. 250 Telefongespräche täglich beanspruchen nicht nur die Stimme. Es kommt zu Schmerzen in Händen und Rücken, zu Sehstörungen durch ständige Bildschirmarbeit. Ein Drittel der Erkrankten ist nicht älter als 20 Jahre. So der Gesundheitsreport 2005 der DAK."

Quelle:
http://www.jungewelt.de/2005/06-08/019.php

Grüsse - CN
Art. 1 GG: "Die Menschenwürde steht unter Finanzierungsvorbehalt"

Carsten König

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #19 am: 17:39:44 Mi. 08.Juni 2005 »
Und gerade die Call-Center Mitarbeiter zählen zu den am meisten Gemobbten. Kenne ich aus eigener Anschauung, wenn Menschen zu automatisierten Sprach- und Redemaschinen verbogen werden.

Da ist Denken das Springen zur nächsten Eingabemaske...

regenwurm

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #20 am: 11:15:21 Sa. 18.Juni 2005 »
Mobbing
Wenn der Job zur Hölle wird
Gerüchte, Schikanen, Psychoterror: Fast eine Million Menschen werden in Deutschland jedes Jahr bei der Arbeit gedemütigt, beleidigt und seelisch zermürbt.
Vom Chef mit Anweisungen im Befehlston schikaniert und von Kollegen "wie die Pest" gemieden, kämpfte er sich durch die Arbeitsstunden. Einige Wochen ging die Tortur gut: "Dann bin ich körperlich umgekippt", sagt der inzwischen Arbeitslose.

"Wenn keiner grüßt und alle schweigen". Ausstellung / seite mit flash animation
zur Seite-hier klicken

Gerüchte, Schikanen, Psychoterror: Die Erscheinungsformen von Mobbing sind vielfältig und oft schwer zu fassen. Nach DASA- Schätzungen werden allein in Deutschland jedes Jahr eine Million Menschen bei der Arbeit gedemütigt, beleidigt und seelisch zermürbt. Für Beermann ist die systematische Drangsalierung daher weder selten noch ein Kavaliersdelikt: "Mobbing kann jeden treffen".
Mobbing verursacht nicht nur persönliches Leid, sondern enorme gesellschaftliche Kosten: nach Schätzungen der DASA pro Jahr 11,2 Milliarden Euro für Medikamente, Kuren und Psychotherapien und 13,4 Milliarden Euro für Qualitätsdefizite und Produktionsausfälle.
"Gemobbte Beschäftigte sind häufiger krank, weniger motiviert und damit auch weniger produktiv", erklärt Beermann.

Die Opfer leiden unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Niedergeschlagenheit. Viele werden depressiv. Sozialarbeiter, Bankangestellte und Verkäufer sind nach einer DASA-Studie besonders häufig betroffen - ihr Mobbing-Risiko ist doppelt so groß wie das eines Beschäftigten in der Landwirtschaft.
Für den Ernstfall rät Beermann, im Angriff die Verteidigung zu suchen: Offene Gespräche seien der beste Weg aus der Mobbing-Misere. Vor allem Führungskräfte stünden dabei in der Verantwortung.
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

BGS

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #21 am: 18:20:17 Sa. 18.Juni 2005 »
Aus meiner Erfahrung mobben vor allem komplett unfähige Vorgesetzte ihre fähigsten Mitarbeiter gezielt und systematisch, oft hinter deren Rücken. Natürlich senkt dies irgendwann Motivation und Gesundheit, denn Demütigung und Beleidigung werden noch dadurch verschärft, daß die Vorgesetzten komplett inkompetente Arbeitsanweisungen erteilen etc., aber es zugleich verstehen, innerhalb der jeweiligen Unternehmenshierarchie aufs Trefflichste von ihrer eigenen Unfähigkeit durch vielerlei Gemauschel abzulenken.

Es ist komplett unwahr, daß heutzutage qualifizierte Mitarbeiter gewünscht werden, denn diese "stören" am Ehesten den "Betriebsfrieden". Daher ist die Lage im Land so mies: das überall herrschende muffige Mittelmaß verhindert jegliche Aussicht auf Besserung oder positive Veränderung!
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
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ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #22 am: 16:19:10 Di. 28.Juni 2005 »
In der italienischen Bauwirtschaft häufen sich die – mitunter tödlichen – Arbeitsunfälle vor dem Hintergrund von irregulärer Beschäftigung und mangelndem Arbeitsschutz. 33 Tote gab es allein in der Toskana im ersten Halbjahr 2005. Gewerkschaften laufen Sturm dagegen.

Toskana sah am Mittwoch einen Generalstreik
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ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #23 am: 18:55:11 Mi. 21.September 2005 »
Täglich kommen weltweit über 5.000 Frauen und Männer bei Arbeitsunfällen ums Leben. Diese Zahlen veröffentlichte die "International Labour Organisation" (ILO) anlässlich eines internationalen Kongresses für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz in Orlando/Florida. Der Bericht wurde in englischer Sprache im Internet veröffentlicht unter: http://www.ilo.org/public/english/bureau.
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regenwurm

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #24 am: 15:01:59 Sa. 17.Dezember 2005 »
Stress-Regulation  Die Vorbereitung des Organismus auf Stressoren nehmen zwei besondere Teile unseres Nervensystems vor, die keiner direkten willentlichen Kontrolle unterstehen. Das "sympathische" Nervensystem stellt Energie bereit. Das "parasympathische" Nervensystem hemmt diesen Vorgang und macht ihn wieder rückgängig. Diese beiden Teile des Nervensystems erzeugen damit Bedingungen, unter denen das Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmarksnerven), zuständig für Wahrnehmung, Denken und Bewegung, gut funktioniert.
Das Ausmaß der Stress-bedingten Energiemenge hängt einmal von der unbewussten, allerersten Bewertung des Stressors ab. Wird er als Überforderung eingeschätzt, verbinden sich damit Angstgefühle, die einen Kampf/Flucht-Mechanismus in Gang setzten. Auch bei neuartigen, unbekannten Stressoren (z.B. Rechnerabstürzen, nicht nachvollziehbaren Programmfehlern, aggressiven Ansprüchen ansonsten umgänglicher Personen) stellt der Körper vorsichtshalber mehr Energie bereit als er vielleicht später benötigt.

Wenn der Betroffene in einem zweiten Bewertungsschritt glaubt, die Anforderung gut bewältigen zu können, wird weniger Energie erzeugt. Bekannte Anforderungen lösen daher weniger Erregung aus.

Die Weiche zu Dis-Stress oder Eu-Stress wird erst bei nachträglicher Bewertung der Aufgabenlösung gestellt. Wurde das Problem gut behoben, empfindet man den anschließenden Energieabfall als höchst angenehm. Eine bewältigte Aufgabe bedeutet, dass dafür keine weitere Energie mehr nötig ist, überschüssige also möglichst schnell abzubauen ist. Andernfalls muss noch mit weiteren Anstrengungen gerechnet werden, und "die Nerven liegen bloß". Auf jede zusätzliche Anforderung wird "gereizt" reagiert, weil der Organismus noch Restenergie bereit hält und keinen neuen Schub vertragen kann.

Jedes Stress-Erlebnis bedarf einer anschließenden Erholungsphase, egal ob Eu-Stress oder Dis-Stress vorgelegen hat. Das parasympathische Nervensystem muss Zeit haben, die Energiezufuhr herunterzuregulieren. Andernfalls sind dauerhafte Übererregungen und langfristig auch Organschäden zu erwarten.
 
 
Stressbewältigung  Erfolgreiche Stressbewältigung setzt zum einen eine genaue Wahrnehmung von Stressoren und zum anderen ein bestimmtes Bewältigungsverhalten voraus.
Selbst geringfügiger Lärm, schlechte Beleuchtung, flimmernde Bildschirme und Zeitdruck sind Dauerstressoren, die selten bewusst wahrgenommen werden, aber das sympathische Nervensystem mit erregen. Instabile Programme, plötzliche Rechner-Abstürze, fehlerhafte Tastaturen, Spiegelbilder im Bildschirm stellen neben unvorbereiteten Aufgaben akute Stressoren dar, die bei der unbewussten Erstbewertung unnötig viel Energie auslösen.

Mangelnde Vorbereitung, unzureichende Programmschulung, ausschließlich fremdbestimmtes Arbeiten, undurchsichtige Geschäftsabläufe und auch Unterforderung durch Monotonie führen zu einem Versagen auf der zweiten Bewertungsstufe, weil für die augenblicklichen Anforderungen keine Lösungsstrategien parat sind.
Quelle:
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Pink Panther

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #25 am: 17:44:33 Fr. 17.Februar 2006 »
Dresden 16.02.06: Wie erst jetzt bekannt wurde, brach in den Abendstunden vom 7.2. ein Kollege aus der Kontischicht im Fahrstuhl zusammen. Zum Glück waren andere Kollegen mit im Fahrstuhl, halfen sofort, alarmierten die Werksärztin. Mit dem angeforderten Notarztwagen wurde der Kollege abgeholt. Offensichtlich ist, dass ohne das schnelle Handeln der Kollegen und der Betriebsärztin der Kollege dies nicht überlebt hätte.

Dieser Vorfall sorgt in der Belegschaft, sofern bekannt, für intensive Diskussionen, Betroffenheit und Wut. Da sind zum einen die 12-Stunden-Schichten, die der Konzern der Dresdner Belegschaft seit Januar abverlangt: 12 Stunden am Tag, 12 Stunden in der Nacht, alles unter Reinraum-Bedingungen. Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind nach den vier Schichttagen total geschafft, kräftemäßig am Ende - von den Folgen für Familie usw. ganz zu schweigen. In verschiedenen Abteilungen ist der Krankenstand erheblich in die Höhe geschnellt. Die Unfallgefahr am Arbeitsplatz und auf dem Heimweg wächst enorm!

Dieser Vorfall wirft Fragen auf, die beantwortet werden müssen.

1. Warum gibt es zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr morgens keine ärztliche Versorgung im Betrieb? Weil das keinen Profit abwirft?

2. Warum gibt es überhaupt keine ärztliche Versorgung zwischen Freitag abend 22.00 Uhr und Montag früh? Weil das Infineon nicht reich macht?

3. Wo sind diejenigen Vertreter der Firma und des Betriebsrates, die dieses 12-Stunden-Schichtmodell entwickelt haben und es als gesundheitsfreundlicher als das bisherige 8-Stunden-Modell verkauften? Sind sie am Krankenbett des Kollegen?

Jeder Kollegin und jedem Kollegen kann das schon morgen passieren. Und dann? Zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit der Belegschaft sind Sofortmaßnahmen zwingend:

Während Infineon jede Minute Arbeitskraft ausbeutet, um seinen Profit zu mehren, ist ihnen die Gesundheit der Beschäftigten keinen Pfifferling wert! Die Forderung nach einer ausreichenden, kompetenten, gründlichen ärztlichen Versorgung rund um die Uhr, an jedem Tag in der Woche muss sofort durchgesetzt werden, solange bei Infineon das 12-Stundenschichten-Kontischichtmodell gefahren wird!

Damit die Gesundheit tausender Kontischicht-Beschäftigter nicht in kürzester Zeit verschlissen ist, braucht es Neueinstellungen zu festen Arbeitsbedingungen wegen dem Stress, Arbeitshetze und Druck am Arbeitsplatz. Hunderte Leiharbeiter bei Infineon wissen heute nicht, was morgen ist. Wie zerstörerisch ist das für ihre Gesundheit? Die sofortige Festeinstellung der Leiharbeiter ist möglich und notwendig.

Die Abschaffung des 12-Stunden-Schichtmodells muss dabei ins Zentrum der Diskussion. Es zerstört unsere Gesundheit, vernichtet hunderte von Arbeitsplätzen, ruiniert familiäre, zwischenmenschliche, kollegiale sowie gesellschaftliche Beziehungen.


http://www.rf-news.de/rfnews/aktuell/Betrieb_und_Gewerkschaft/article_html/News_Item.2006-02-16.0601
Go straight to hell, boys!

ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #26 am: 12:53:17 Do. 03.August 2006 »
Am 1.8. ereignete sich ein Unfall im Warmbandwerk 1 bei TKS in Duisburg. Durch eine Verpuffung an der Ofenanlage ist ein Brenner explodiert. Dabei wurden zwei Kollegen der Fremdfirma DSU verletzt, einer mit Knochenbrüchen schwer. Als die Feuerwehr und andere Kollegen eintrafen und helfen wollten, ereignete sich eine zweite Verpuffung. Dadurch wurden drei Feuerwehrleute und zwei Kollegen von TKS leicht verletzt. Der Ofen wurde stillgelegt und die Produktion mit den anderen Öfen weiter geführt. Noch ist unklar, warum es zu dieser Verpuffung kam.

Dieser Unfall reiht sich ein in einer Reihe von Unfällen im Stahlbereich, die es in der Häufigkeit und Schwere noch nicht gegeben hat, wie z.B. Hochofenstörungen bei HKM Duisburg, Brand in der EBA bei TKS Duisburg, Brand im Kaltwalzwerk bei TKS Dortmund, Brand bei EWK Krefeld usw. Bei TKS Duisburg gibt es auch Befürchtungen, dass demnächst am Hochofen 1 ein schwerer Unfall passieren könnte. Obwohl er eigentlich neu zugestellt werden müsste, soll er bis Ende 2007 noch weiter laufen, bis der neue Hochofen 8 in Betrieb geht. Durch die zum Teil erheblichen Produktionsausfälle wird versucht, dies wieder aufzuholen, was oft zu neuen Unfällen führt.

Es zeigt sich, dass die Anlagen bis zum Anschlag ausgelastet sind und die Wartung und Erhaltung auf ein Minimum reduziert wird.

(rf-news 2.8.06)
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« Antwort #27 am: 09:29:00 Mo. 14.August 2006 »
Jetzt steht es auch im Blatt !

Studie
 
Arbeitslosigkeit ist lebensgefährlich
Vierfach höheres Risiko tödlicher Erkrankung
HEINRICH KLAFFS

Arbeitslose leiden gegenüber gleichaltrigen Erwerbstätigen unter massiv erhöhter Sterblichkeit, ergab eine Studie der Universität Leipzig. Ursache seien vor allem Depressionen und Suchtkrankheiten wie Alkoholismus, besonders bei Frauen auch Tablettensucht, Erschöpfungssymptome und Bluthochdruck bis hin zum Herzinfarkt, sagte der Leiter des Instituts für medizinische Psychologie, Elmar Brähler.

Die Rate dieser Krankheiten, so Brähler, sei bei Arbeitslosen schon kurz nach dem Job-Verlust mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Und: "Menschen, die mehr als zwei Jahre arbeitslos sind, haben statistisch sogar ein vier Mal höheres Sterberisiko."

In der Regel verschlechtere sich der Gesundheitszustand eines Menschen mit Eintritt der Arbeitslosigkeit rapide, konstatiert der Psychologe. Auf dem anfänglichen Schock unmittelbar nach dem Jobverlust, der oft tiefe Depressionen verursacht, folge zwar meist eine Phase der Erholung. Der Arbeitslose werde oft sehr aktiv, versuche, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Wenn seine Bemühungen dann aber scheitern, trete nach etwa zwölf Monaten oft eine Phase des Fatalismus ein: "Die Betroffenen beginnen, sich aufzugeben."

Krank mache aber nicht nur der reale Verlust des Arbeitsplatzes. Auch die Angst vor Arbeitslosigkeit münde oft in lebensbedrohliche Erkrankungen.

Besonders in Ostdeutschland mit seinem im Verhältnis immer noch erschreckend geringen Arbeitsplatzangebot ist das Problem akut, ergab die Studie. Viele Bürger der neuen Bundesländer hätten die Hoffnung, nach dem Verlust des Jobs noch einmal einen Arbeitsplatz zu finden, im Lauf der Zeit ganz aufgeben müssen.

Was erschwerend hinzukomme: Die Massenentlassungen nach der Wiedervereinigung hätten sehr viele leistungsorientierte Menschen getroffen, die unter normalen Umständen wohl kaum arbeitlos geworden wären: "Diese leiden in der Regel besonders!"

Zitat:
»Nach etwa 12 Monaten beginnen die Betroffenen oft, sich aufzugeben«

Psychologe Elmar Brähler (Uni Leipzig)

Mopo

Ursache ?

Arbeitslose haben im Vergleich zu Beschäftigten ein bis zu dreifach höheres Selbstmordrisiko. Zu diesem Ergebnis kommen neuseeländische Forscher in einer Studie, die jetzt im 'Journal of Epidemiology and Community Health' veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler hatten die Daten von insgesamt mehr als zwei Millionen Erwachsenen ausgewertet und beobachtet, wie sich die Selbstmordrate innerhalb von drei Jahren entwickelte. Das Ergebnis ist Besorgnis erregend: Die Studie ergab, dass das Suizidrisiko bei arbeitslosen Frauen und Männern im Alter von 25 bis 44 Jahren sowie bei arbeitslosen Männern im Alter von 45 bis 64 um das Zwei- bis Dreifache erhöht ist.

Etwa die Hälfte dieses erhöhten Risikos bei Arbeitslosen könne auch auf psychische Erkrankungen zurückgehen, betonen die Experten. Weitere beeinflussende Faktoren waren der Partnerschaftsstatus, das Haushaltseinkommen, Zugang zu Autos sowie - zumindest bei Männern - die Bildung.

Quelle
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Kater

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #28 am: 17:24:19 Mo. 04.Juni 2007 »
Zitat
Boom treibt Zahl der Arbeitsunfälle nach oben
Montag 4. Juni 2007, 13:24 Uhr
 
Berlin (AP) Der Wirtschaftsboom und der Aufbau zusätzlicher Jobs haben auch die Zahl der Arbeitsunfälle merklich nach oben getrieben. Im vergangenen Jahr ereigneten sich in Deutschland 948.546 meldepflichtige Unfälle, das waren 1,8 Prozent mehr als 2005. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle stieg von 656 auf 711, wie der Anfang Juni neu gegründete Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) am Montag in Berlin berichtete.
Die Unfälle verteilten sich 2006 wegen der gestiegenen Beschäftigtenzahl auf mehr Arbeitnehmer, deshalb sank insgesamt das Risiko, bei der Arbeit einen Unfall zu erleiden. Das Risiko lag 2006 bei 26,9 Unfällen je 1.000 Vollarbeitern und damit um 0,7 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Die Zahl der Unfälle, die zu einer dauerhaften Minderung der Erwerbsfähigkeit und damit zu einer Unfallrente führten, ging in fast allen Branchen zurück. Sie lag bei 18.639 neuen Renten, im Vorjahr waren es noch 19.237. Nach oben zeigte hingegen die Tendenz bei den Unfällen auf dem Weg zur Arbeit oder zurück: Sie stieg um 3,3 Prozent auf 191.186 Unfälle.

Der Beitragssatz zur gewerblichen Unfallversicherung, den nur die Arbeitgeber zahlen, beträgt 1,33 Prozent vom Bruttolohn. Das Gesamtvolumen belief sich 2006 auf 8,97 Milliarden Euro.

Der neue, gemeinsame Spitzenverband DGUV vertritt seit dem 1. Juni die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand. Die Mitglieder der DGUV versichern mehr als 70 Millionen Menschen gegen Arbeits-, Wege- und Schulunfälle sowie Berufskrankheiten. Ihr Versicherungsschutz erfasst unter anderem alle abhängig Beschäftigten, Schüler und Studierende sowie ehrenamtlich Tätige. Die DGUV beschäftigt rund 900 Mitarbeiter an den Standorten Berlin, München, Sankt Augustin, Hennef und Bad Hersfeld sowie in ihren drei Forschungsinstituten.

http://www.dguv.de/

http://de.biz.yahoo.com/04062007/12/boom-treibt-zahl-arbeitsunfaelle.html

ManOfConstantSorrow

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« Antwort #29 am: 14:16:46 Do. 21.Juni 2007 »
Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) werden in Deutschland jährlich 160.000 Auszubildende und Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren das Opfer von Arbeitsunfällen. René Rudolf, Bundesjugendsekretär des DGB, kritisierte es in dem Zusammenhang als zynisch, dass Unternehmerverbände wie der des Hotel- und Gaststättengewerbes das Jugendarbeitsschutzgesetz weiter aushöhlen wollen.
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