Autor Thema: Arbeit schadet der Gesundheit  (Gelesen 64944 mal)

ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #30 am: 17:04:48 Mo. 14.Januar 2008 »
Erneut tödlicher Unfall auf RWE-Baustelle in Neurath

14.01.08 - Gestern starb auf der Baustelle des RWE-Kraftwerks in Neurath erneut ein Mitarbeiter einer Stahlbaufirma. Er war damit beschäftigt, einen Stahlträger zu montieren. Das ist bereits der dritte schwere Unfall auf Europas größter Baustelle. Im vergangenen September war ein Arbeiter aus einem Hubsteiger abgestürzt und tödlich verletzt worden. Im Oktober waren drei Arbeiter getötet worden, als ein 100 Tonnen schweres Bauteil in die Tiefe stürzte.
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ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #31 am: 19:05:19 Mi. 16.Januar 2008 »
Nach einer Studie des kanadischen Centre for the Study of Living Standards ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in Kanada von 1993 bis 2005 von 758 auf 1.095 angestiegen. Darin sind ist auch der Tod durch Berufserkrankungen mit enthalten. Mit an der Spitze dieser Liste steht die Bauindustrie. Der Bauboom geht einher mit einer Abschaffung vieler Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen. Allein in der Provinz British Columbia stieg die Zahl der berufsbedingten Todesfälle von 38 im Jahr 2006 auf mindestens 87 im vergangenen Jahr an.
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Kater

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #32 am: 23:04:47 Mi. 16.Januar 2008 »
Zitat
Hochregal eingestürzt: 5 Menschen verschüttet

Halle (dpa) - Beim Einsturz eines mit mehr als 2000 Tonnen Papier beladenen Hochregals sind am Mittwoch in einem Großhandel in der Nähe von Halle (Sachsen-Anhalt) fünf Menschen verschüttet worden.

Drei der Opfer wurden am späten Nachmittag verletzt geborgen, über das Schicksal der anderen bestand auch am Abend noch Unklarheit. Dutzende Rettungskräfte suchten in den meterhohen Trümmern aus Stahl und Papier. Nach Unternehmensangaben wurde das Unglück möglicherweise beim Unfall mit einem Gabelstapler ausgelöst, der sich schon am Dienstag ereignet hatte. Der Stapler war in das Regal gefahren, das daraufhin als einsturzgefährdet galt und am Mittwochnachmittag zusammenbrach.

Zu diesem Zeitpunkt berieten laut Unternehmen Gewerbeaufsicht und Technisches Hilfswerk (THW) über die weiteren Sicherheitsmaßnahmen. «Mehrere Leute waren an dem Regalsystem, als es dominoartig in sich zusammenrutschte. Das ist alles sehr tragisch, wir stehen unter Schock», sagte ein Unternehmensvertreter. Die genaue Ursache des Arbeitsunfalls in dem Betrieb mit rund 90 Mitarbeitern sollte von Experten untersucht werden.

Bei dem Unglück, das sich gegen 14.30 Uhr ereignete, wurden ein Mann schwer sowie eine Frau und ein Mann leicht verletzt. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Die Leichtverletzten wurden am Abend aus der Klinik entlassen. Bei den fünf Opfern handelt es sich um drei Betriebsangehörige und zwei THW-Mitarbeiter.

«Die Rettungsarbeiten sind sehr schwierig und werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen», sagte Halles Polizeisprecherin Ulrike Diener. Auf dem rund 13 Meter hohen und 70 Meter langen Regal waren nach Angaben des Unternehmens zwischen 2000 und 3000 Tonnen Papier auf Paletten gelagert.

http://de.news.yahoo.com/dpa2/20080116/twl-hochregal-eingestrzt-5-menschen-vers-81406ef_1.html

geschfreak

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #33 am: 23:06:50 Fr. 18.Januar 2008 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Erneut tödlicher Unfall auf RWE-Baustelle in Neurath

14.01.08 - Gestern starb auf der Baustelle des RWE-Kraftwerks in Neurath erneut ein Mitarbeiter einer Stahlbaufirma. Er war damit beschäftigt, einen Stahlträger zu montieren. Das ist bereits der dritte schwere Unfall auf Europas größter Baustelle. Im vergangenen September war ein Arbeiter aus einem Hubsteiger abgestürzt und tödlich verletzt worden. Im Oktober waren drei Arbeiter getötet worden, als ein 100 Tonnen schweres Bauteil in die Tiefe stürzte.

Ich schätze mal, daß auf der RWE-Baustelle der Arbeitsschutz nicht eingehalten wurde, und es deshalb zu diesem tödlichen Unfall kam!

DIESER UNFALL WÄRE VERMEIDBAR GEWESEN!
MFG

geschfreak

ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #34 am: 16:15:03 Di. 29.Januar 2008 »
Zitat
Bei einer Explosion an einer ehemaligen Autobahntankstelle bei Piding ist am Dienstag ein Bauarbeiter ums Leben gekommen. Der Unfall geschah nach Polizeiangaben gegen 9.00 Uhr bei Abrissarbeiten an der Tankstelle Piding Nord an der A 8 im Landkreis Berchtesgaden.

Der Mann, dessen Identität noch unklar ist, wurde 50 Meter durch die Luft geschleudert und landete auf der Gegenfahrbahn der Autobahn in Richtung Salzburg. Er war den Angaben zufolge sofort tot.

Der Mann hatte an einem unterirdischen Dieseltank gearbeitet und dort an einer Klappe hantiert. Offenbar entzündeten sich Treibstoffdämpfe, die sich noch in Leitungen oder dem Tank der bereits seit längerem außer Betrieb genommenen Anlage befanden.

http://www.sueddeutsche.de/,ra13m1/bayern/artikel/405/155001/
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Kuddel

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  • Fischkopp
Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #35 am: 19:48:35 Di. 22.April 2008 »
Seit mehreren Jahren steigt in Deutschland die Anzahl von Menschen, die an einem Rippenfelltumor leiden. Im Jahr 1998 wurden 118 Erkrankungen registriert, im Jahr 2006 waren es schon 1.171. Dies meldet das deutsche Mesotheliomregister in Bonn. Alle Betroffenen hatten irgendwann Kontakt mit Asbest. Die Tumoren entstehen oft erst 20 bis 30 Jahre später. Noch 1980 wurden in Deutschland 170.000 Tonnen Asbest verarbeitet. Seit 1993 ist die Mineralfaser verboten.

ManOfConstantSorrow

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #36 am: 17:31:55 Mi. 23.April 2008 »
Zitat
Arbeit, die krank macht

Ängste, Depression, Burn-out: Ihr Job macht immer mehr Menschen psychisch krank. Psychologen haben untersucht, welche Ursachen das hat - und erhoben, wer besonders gefährdet ist.


Die Zeit rennt davon, der Vorgesetzte nörgelt, die Firma droht mit Arbeitsplatzabbau: Kaum jemand, der nicht über Stress im Job klagt. Und die meisten klagen zu Recht.

Der Bericht des Berufsverbandes Deutscher Psychologen (BDP) zur psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz ist alarmierend: "Die Arbeit intensiviert sich, es herrscht ein höherer Zeit- und Arbeitsdruck. Die Belastungen verschieben sich von körperlichen hin zu psychischen", fasst Thomas Rigotti, Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Uni Leipzig, die Beobachtungen zusammen.

Die Autoren, die ihren Bericht am Dienstag in Berlin vorgestellt haben, diagnostizieren eine wachsende psychische Belastung der Arbeitnehmer durch diese Veränderungen in der Arbeitswelt: Berufstätige kommen gereizt nach Hause, können abends und am Wochenende nicht mehr abschalten. Auf Dauer macht das krank.

Zwischen 2001 und 2005 stieg der Anteil von Verhaltens- und psychischen Störungen an den Ausfalltagen um 59 Prozent. Damit geht mehr als jeder zehnte Fehltag auf psychische Störungen zurück. Vor allem bei 20- bis 30-Jährigen nahmen psychische Erkrankungen in den vergangenen Jahren rapide zu.

Was macht krank?

"Die modernen Feinde der Gesundheit sind Vertrauensverlust und Flexibilitätsanforderungen", sagt Thomas Rigotti. Er führt als Beispiel die Videoüberwachung von Mitarbeitern an, wie sie der Discounter Lidl durchgeführt hat. "Dabei ist Vertrauen der Kleb- und Treibstoff von Beziehungen, auch von Arbeitsbeziehungen."

Im Zeitalter der Globalisierung gehört Flexibilität wie selbstverständlich zu vielen Stellenprofilen. Doch häufig überfordere der Anspruch die Arbeitnehmer: Wohnortwechsel, Fernbeziehung, Wochenendarbeit, Überstunden - Arbeit diktiert die Bedingungen für Freizeit und Privatleben. Der Mensch muss sich anpassen, doch das funktioniert auf Dauer nicht bei jedem.

Die Ursachen für die Erkrankungen liegen den Autoren des Berichts zufolge auch in Zeit- und Erfolgsdruck, in mangelnder Wertschätzung und defizitärem Führungsverhalten. Mitarbeitern mache es außerdem zu schaffen, wenn sie keinen Sinn in ihrer Tätigkeit sehen und Angst um ihren Arbeitsplatz haben.

Lokführer und Mediziner gefährdet

Besonders gefährdet sind Lehrer, Ärzte und Lokführer. 24 Prozent der Lehrer werden frühpensioniert - die Hälfte davon aufgrund von psychischen Erkrankungen. Die Ursache dafür liege häufig in der fehlenden Balance zwischen Können, Sollen und Wollen, fasst Helmut Heyse, Experte für Lehrergesundheit, seine Analyse zusammen. Viele Pädagogen würden sich außerdem mit ihrer Aufgabe überidentifizieren. Hätten sie aber nur noch Schule im Kopf, sei das der Gesundheit wenig zuträglich.

Auch um die psychische Gesundheit von Medizinern steht es nicht gut: Mindestens 20 Prozent der Ärzte leiden an einem Burn-out-Syndrom - eine Folge der beruflichen Überforderung und mangelnden Stressbewältigung. Bei Medizinerinnen ist die Suizidrate im Vergleich zur Gesamtbevölkerung fünf Mal höher.

Lokführer gehören aufgrund von Schockerlebnissen zur Risikogruppe: Jeder Zugchef erlebt während seines Berufslebens laut Statistik zwei Unfälle, meist Suizide. Unter diesen Erlebnissen leidet er ein Leben lang: Das dadurch ausgelöste psychische Trauma ist kaum zu überwinden.

Arbeitsplatzverlust macht depressiv

Nicht nur Arbeit kann krank machen, sondern auch Arbeitslosigkeit. Eine Studie der Gmünder Ersatzkasse stellte eine vierfach erhöhte Sterblichkeit bei Menschen fest, die länger als zwei Jahre arbeitslos waren. Der Einwand, dass kranke Menschen eher arbeitslos werden, stimmt zwar - Arbeitslose werden laut Metastudien aber auch häufiger krank: "Sie sind besonders anfällig für psychische Störungen", sagt Psychologieprofessor Brähler. Besonders groß sei die Gefahr, depressiv zu werden.

Nach Schätzungen des BDP werden depressive Verstimmungen bereits im Jahr 2020 nach Herzerkrankungen an zweiter Stelle in der Liste der Krankentage stehen. Muss das so kommen? Die Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Psychologen halten viele psychische Erkrankungen für vermeidbar. Neue Arbeitsbedingungen verlangten neue Fähigkeiten. Und die könne man zumindest teilweise trainieren.

Außerdem könnten Strukturen in Unternehmen gesundheitsfördernd gestaltet werden. Allerdings müssten die Firmen dazu die Probleme ihrer Mitarbeiter ernst nehmen. Davon sind die meisten Konzerne noch weit entfernt: "Viele Unternehmen wissen bislang leider gar nicht, wie es den Mitarbeitern geht", bedauert Julia Scharnhorst vom BDP. Gründe für Fehlzeiten würden bislang häufig nicht einmal erhoben - geschweige denn, dass die Ursachen bekämpft würden.

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/artikel/219/170719/
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Pinnswin

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« Antwort #37 am: 07:48:29 Do. 01.Mai 2008 »
Bei der Berliner Feuerwehr ist nach Angaben von Landesbranddirektor Wilfried Gräfling vor allem an den Wochenenden dieses Jahres und rund um Ostern ein hoher Krankenstand registriert worden.

[...]

In der Dienstversammlung der Feuerwehr in der vergangenen Woche drohte Gräfling gar damit, sich die Atteste anschauen zu wollen. In einer Krisensitzung in den Wachen soll in den kommenden Wochen die Ursache erforscht werden. Spitzenreiter bei den Krankmeldungen ist die Feuerwache Lichtenberg mit 18,2 Prozent, am Ende liegt Marzahn mit 5,1 Prozent.

Landesbranddirektor Gräfling zeigte andererseits gestern im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses auch Verständnis für die Situation seiner Feuerwehrleute. Die Umstellung von 24- auf Zwölf-Stunden-Dienst, um die EU-Arbeitszeitrichtlinie umzusetzen, sei ein tiefer Eingriff in den privaten Bereich, und für die meisten gebe es aufgrund der fehlenden Nachtzuschläge auch weniger Geld. Der Ansatz des Konzepts sei aber richtig, nun wolle man mit Neueinstellungen die Situation verbessern. [...]
Das Ende Der Welt brach Anno Domini 1420 doch nicht herein.
Obwohl vieles darauf hin deutete, das es kaeme... A. Sapkowski

Ziggy

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Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #38 am: 21:14:38 Mo. 05.Mai 2008 »
TV-Tipp:
Workingman's Death

heute nacht 3:00 h auf ARTE
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

ManOfConstantSorrow

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« Antwort #39 am: 21:23:51 Mi. 18.Juni 2008 »
dpa/regioline vom 18.06.2008 18:58
 
Werftarbeiter bei Arbeitsunfall schwer verletzt

Flensburg (dpa/lno) - Bei einem Arbeitsunfall auf dem Gelände der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft sind am Mittwoch zwei Werftarbeiter schwer verletzt worden. Lebensgefahr bestand nach Angaben der Polizei nicht. Ein fünf Meter hohes fahrbares Gerüst war bei Lackierarbeiten auf die beiden Männer gestürzt. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht. Über die Art der Verletzungen und die Unfallursache lagen zunächst keine Informationen vor.
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Kater

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« Antwort #40 am: 01:14:50 Di. 15.Juli 2008 »
Zitat
Gefahr Baustelle: Zwei Tote in vier Tagen
Bei drei weiteren Unfällen wurden Arbeiter verletzt
Thorkit Treichel

Innerhalb von nur vier Tagen sind in Berlin bei fünf Unfällen auf Baustellen sechs Arbeiter verunglückt, zwei von ihnen kamen dabei ums Leben. Dies berichtete Robert Rath, Sprecher des Landesamtes für Gesundheit und technische Sicherheit (Lagetsi). Er macht vor allem Bauherren und Firmen wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen verantwortlich. "Wenn Bauarbeiter verunglücken, dann fast immer schwer oder tödlich", sagte er. Viele Arbeitsunfälle am Bau seien Abstürze aus großer Höhe. "Als Bauarbeiter steht man mit den Zehenspitzen auf Sargdeckeln."

Am Freitag, 4. Juli, starb nach Angaben Raths in der Deutschlandhalle ein 36 Jahre alter Gerüstkletterer. Er hatte auf einer 80 Zentimeter breiten Betonstrebe die Dichte des Dachs geprüft und war abgestürzt. Einen Tag später fiel ein Mann bei Abdeckarbeiten vom Dach eines Einfamilienhauses in Mahlow südlich von Berlin und erlitt schwere Verletzungen.

Zwei Tage darauf, am vergangenen Montag, ereigneten sich drei weitere Unfälle: Ein 29-jähriger Maler zog sich nach einem Stromschlag schwere Verbrennungen und Gesichtsverletzungen zu. Er hatte an einer Trafostation in einer alten Werkhalle am Treptower Park Spachtelarbeiten durchgeführt und war von einer Leiter auf die nicht abgeschaltete Sammelschiene gefallen. In der Turbinenfabrik Siemensstadt stürzten ein Monteur und ein Kranführer vom Gerüst. Sie hatten versucht, einen verhakten Turbinenring zu lösen und sich leicht verletzt.

Das für Rath deutlichste Beispiel für fehlenden Schutz ist der Unfall, zu dem es dann in einer Lehrwerkstatt des Botanischen Gartens kam: Ein 49-jähriger Bauarbeiter starb, nachdem er durch das Glasdach vier Meter in die Tiefe gestürzt war. "Weil ein Lastenaufzug fehlte, musste er eine Schubkarre über einen Gitterrostgang auf dem Dach schieben", sagte er. Beim Versuch, die Karre auf eine höhere Ebene zu hieven, geriet er auf das Glasdach, rutschte aus und stürzte ab.

Jährlich verunglücken rund 40 Bauarbeiter in Berlin, die Hälfte von ihnen tödlich. Diese Zahl sei konstant, sagte der Lagetsi-Sprecher. Dass die Unfälle jetzt so gehäuft aufgetreten sind, hält er für einen "statistischen Zufall". Rath kritisierte, dass sich Bauherren, Firmen und Bauleiter häufig wechselseitig die Verantwortung zuschieben. Sie müssten bereits während der Bauplanung die Sicherheitsmaßnahmen koordinieren. Dem einzelnen Bauarbeiter fehle oft der Überblick, etwa wenn ein Schweißer mit offenem Bogen arbeite und in einem anderen Raum ein Lackierer Lösungsmittel verwende. "Der Schweißer trägt keine Schutzmaske und atmet die giftigen Gase ein." Zudem drohe eine Explosion.

Vier Mitarbeiter für Kontrollen

Unfälle gebe es meist bei kleineren Bauvorhaben, weil bei Großbaustellen der Einsatz eines Koordinators für Gesundheit und Sicherheit gesetzlich vorgeschrieben sei. "Aber auf Baustellen mit sechs Leuten werden Gerüste oft nicht fest verankert, Holzplanken bieten keinen sicheren Tritt, es fehlen Seile", so Rath. Kontrolliert wird nur auf wenigen Baustellen. Dem Lagetsi etwa stehen dafür lediglich vier Mitarbeiter zur Verfügung.

Rund 10 000 Bauarbeiter sind nach Angaben des Bauindustrieverbandes in Berlin registriert, Schwarzarbeiter nicht mitgezählt. Diese sind meist nicht unfallversichert. Der Mann, der in Mahlow vom Dach stürzte, war Heimwerker, sein Unfall gilt somit nicht als Arbeitsunfall - daher ist er nicht zwangsläufig unfallversichert.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0714/berlin/0027/index.html

ManOfConstantSorrow

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Die Seuche heisst Arbeit
« Antwort #41 am: 19:20:02 Fr. 08.Mai 2009 »
Seit 2001 sind etwa 8.000 Amerikaner bei kriegerischen Handlungen rund um die Welt gestorben. Bei diversen "Seuchen" kaum jemand. Aber: Von 2001 bis 2007 (dem letzten bisher "statistisch erhobenen" Jahr, sind 40.000 AmerikanerInnen durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten (nur offiziell anerkannte Fälle werden gezählt...) ums Leben gekommen. Das Bürgertum nimmt davon in der Regel keine Kentniss, die freien Medien schon gar nicht.

http://www.counterpunch.com/wypijewski04292009.html
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Geneigter Leser

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Re: Die Seuche heisst Arbeit
« Antwort #42 am: 23:19:55 Fr. 08.Mai 2009 »
...die freien Medien schon gar nicht.

WOW - die gibts wirklich??? Und wo kann ich die finden?    ;)
Wer mit der Herde geht, kann nur den Ärschen folgen.

AnarchoAdrian

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Re: Arbeit schadet der Gesundheit
« Antwort #43 am: 15:52:49 Mo. 15.Juni 2009 »
Wann werden wirs endlich lernen?
Anarchie ist machbar, Herr Nachbar.

ManOfConstantSorrow

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20 Suizide von Mitarbeitern bei France Télécom
« Antwort #44 am: 09:35:14 Sa. 22.August 2009 »
Beim der französischen Telekommunikationsmonopol France Télécom haben sich seit Anfang des Jahres 20 Mitarbeiter das Leben genommen. Dazu kommen noch zwölf Suizidversuche. Die Gewerkschaften beklagen eine gesteigerte Ausbeutung und einen enormen Arbeitsdruck der auf den Kolleginnen und Kollegen lastet. Auffällig sei, dass vor allem Mitarbeiter im Außendienst nicht mehr mit der Belastung fertig würden. Zudem schieden 2008 allein über 4.000 Mitarbeiter von France Télécom "freiwillig" aus der Firma aus.

http://www.rf-news.de/2009/kw34/21.08.09-2013-20-selbstmorde-von-mitarbeitern-bei-france-telecom
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