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ZDF.reporter hetzt mal wieder

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besorgter bürger:

--- Zitat ---empfahlen vier der fünf Berater das Vermögen den Behörden zu verheimlichen
--- Ende Zitat ---

na und?

das ist das "wehret den Anfängen" der "Aufstand der Anständigen" die "Kultur des Hinsehens" ein "ziviler Ungehorsam" oder einfach "Notwehr".

oder um mal den Ball, bei der Enteignung der Arbeitslosen per Riester, zurück zu spielen:

der Staat soll seine Einkünfte nicht nur aus Enteignungen bestreiten sondern auch aus Zinsen, Dividenden und Vermietungen!

Kater:
hier mal ne gute Kritik an dem unsäglichen Magazin, erstaunlicherweise aus der FAZ (von 2005)


--- Zitat ---„ZDF.reporter“ - Tatütata, das ZDF ist da
Von Stefan Niggemeier

03. August 2005 Zu den wirklich drängenden Problemen unserer Zeit gehört der Mittelspurschleicher. Tag für Tag blockieren sie die Autobahn: junge Frauen, die Angst haben, die Spur zu wechseln; alte Männer, die glauben, die rechte Spur sei nur für Laster; blöde Mercedesfahrer, die meinen, sie hätten es nicht nötig. Egal, wie dicht wir auffahren oder wie knapp vor ihnen wir demonstrativ auf die rechte Spur ziehen, sie werden nicht weniger: die Mittelspurschleicher.

Im Mai nahm sich "ZDF.reporter" des heiklen Themas an. Ein Reporter fuhr mit zwei Polizisten auf der A5 und war erschüttert: "Schon nach kurzer Zeit haben sie einen Kleintransporter im Visier, der partout nicht wieder auf die rechte Spur einscheren will. Ein typischer Mittelspurschleicher." Wenig später: "Ein Mercedesfahrer blockiert seit sechs Kilometern die Mittelspur." Und dann: "Ein Golf bleibt stur in der Mitte, und das schon seit mehr als acht Kilometern. Ein notorischer Mittelspurschleicher." Alles doppelt auf Video festgehalten: von der Polizei und vom ZDF. Junge Frauen, alte Männer, blöde Mercedesfahrer. Neun Minuten Mittelspurschleicher pur.

Raser, Drängler und andere Kriminelle

So was sieht man ja sonst nicht im Fernsehen. Auch nicht bei "ZDF.reporter". Sonst jagen die mit der Polizei Raser und Drängler, Motorradfahrer, böse Laster und betrunkene Jugendliche, wieder Raser und Drängler, noch mal Motorradfahrer und sicherheitshalber ein weiteres Mal Raser und Drängler. Kaum eine Ausgabe, in der die Reporter nicht mit der Polizei auf Streife gehen: im Videowagen oder zu Fuß, in Uniform oder in Zivil. Und wenn es keine Polizisten sind, die begleitet werden, dann andere Kontrolleure.

Zum Thema

Kontrolle ist besser: Die Themen von „ZDF.reporter“
"ZDF.reporter" ist das mit Abstand monotonste Magazin im deutschen Fernsehen. Es nimmt die Welt fast ausschließlich aus der Perspektive von Ordnungshütern wahr. Andere Menschen kommen nur als reuige Sünder oder uneinsichtige Missetäter vor, bestenfalls als Zeugen oder zu Unrecht Verdächtige. Es sind oft Bagatelldelikte, die im Mittelpunkt stehen, aber bei "ZDF.reporter" ist klar, daß es keine Bagatelldelikte gibt: Es geht um Recht und Ordnung, im Kleinen wie im Großen, und wenn man genug Sendungen gesehen hat, beginnt man selbst zu glauben, daß der Unterschied zwischen einem Menschen, der achtlos eine Bananenschale wegwirft, und einem Terroristen möglicherweise nur in Nuancen besteht.

Wie in den frühen „Derrick“-Folgen

Die Reportage "Sommer, Sonne, Sittenwächter: Ordnung muß sein - auch beim Sommerspaß" beginnt am Isarufer. "Grillen ist hier nur in ausgewiesenen Bereichen erlaubt, Lagerfeuer grundsätzlich verboten", erklärt der Reporter. Er begleitet zwei Wachleute: "Ihnen entgeht nichts. Die Sicherheitsleute nähern sich vorsichtig. Pirschen sich im Schutze der Bäume an die illegalen Griller heran." Natürlich werden sie gestellt. Der Bericht endet mit den Worten: "Die Grill-Sheriffs aus München haben das Isarufer im Griff. Hier wird diesen Sommer wohl niemand ein illegales Feuer entfachen." Es gibt keinen Hauch von Distanz oder Ironie in den Kommentaren, auch nicht am Ende einer Reportage über Schwarze Nordsee-Sheriffs: "Die Leute vom Wachdienst übernehmen wieder. Ihr Strand soll schließlich sauber bleiben."

Die Off-Texte klingen wie Sätze aus dreißig Jahre alten "Aktenzeichen XY"-Sendungen oder frühen "Derrick"-Folgen: In der Wohnung eines jungen Kriminellen riecht es "wie in einer Marihuana-Höhle" (was immer das sein mag). Ein "Sozialschmarotzer" schläft bis mittags und würde nie putzen, "nicht mal bei sich zu Hause". Zwei Sechzehnjährige nachts um zwei weit von ihren Wohnungen, klarer Fall: Die müssen Böses im Schilde führen. "Lautes Hundegebell in der Wohnung, nicht gerade ein Zeichen für gute Erziehung." Immer heißt es: "Für die Beamten ist er kein Unbekannter", "die Dunkelziffer ist hoch" oder: "Frank ist kein Einzelfall". Und wenn ein Ertappter sprachlos ist, reicht es den Reportern nicht, seine Sprachlosigkeit zu zeigen. Sie müssen sagen: "Er ist sprachlos."

Immer auf die Kleinen

Die Reportagen übernehmen konsequent die Perspektive der Ordnungshüter. Wie zweifelhaft ihre Entscheidungen sein mögen, wie problematisch die Vorschriften, daran verschwendet "ZDF.reporter" keinen Gedanken. Hintergründe oder Zusammenhänge gibt es nicht, nur das Hier und Jetzt.

Gejagt werden die Kleinen. Notfalls wird der ZDF-Reporter selbst zum Ordnungshüter: In einem Bericht über eine Gruppe polnischer Fliesenleger genügt es ihm nicht, durch eine Indizienkette zu belegen, daß sie wohl illegal arbeiten, nein, er muß sie auch noch persönlich befragen ("Wir haben eigens eine eigene Dolmetscherin mitgebracht!"), was, wie zu erwarten, nichts bringt, außer die Polen noch einmal gründlich bloßzustellen. Das persönliche Elend eines Mannes, der im Supermarkt vier Gänsekeulen geklaut hat, weil er seine Familie kaum zu ernähren weiß, wird von "ZDF.reporter" gnadenlos ausgestellt. Ein Familienvater und Hartz-IV-Empfänger, an dem es ausnahmsweise nichts zu kontrollieren gibt, putzt für einen Euro die Stunde im Zoo, und der Reporter behauptet, er sei für viele Besucher damit selbst eine merkwürdige Spezies, die man begafft, und filmt ihn in einer Art, daß ihn auch die Fernsehzuschauer so erleben müssen: als ganz armes Schwein.

Daß die Reportage einmal eine journalistische Form war, die den Menschen zeigte, was sie nicht kannten, die Neues erzählte, Überraschendes, Wichtiges, läßt sich bei "ZDF.reporter" nicht mehr erahnen. Hier passiert nichts, was man nicht erwartet: Motorradfahrer rasen, österreichische Polizisten zocken deutsche Urlauber ab, in Kreuzberg lauert an jeder Ecke die Gefahr, Haschischraucher sind Verbrecher, Verbrecher rauchen Haschisch. Jeder zweite Satz aus dem Off ist wohlfeile Empörung und Verurteilung.

Wenigstens Fahrkarten werden noch kontrolliert

"ZDF.reporter" ist eine öffentlich-rechtliche Kapitulation. Die Sendung fragt nicht mehr: "Welches Thema hatten wir noch nicht?", sondern: "Welches Thema sollten wir noch einmal machen, weil es gute Quote brachte?" Norbert Lehmann, der Redaktionsleiter und Moderator, nennt sein Magazin eine "Nahaufnahme Deutschland" mit Reportagen "aus dem deutschen Alltag, aus der deutschen Lebenswirklichkeit". Irgendwie hat er recht: "ZDF.reporter" ist auf eine sehr kleinkarierte Art das deutscheste Fernsehmagazin. Vielleicht stimmt auch deshalb die Quote einigermaßen: Weil sich die Zuschauer in diesen ungewissen Zeiten zurücklehnen können in dem guten Gefühl, daß wenigstens noch Fahrkarten und Mittelspurschleicher kontrolliert werden.

Ein Thema der Jubiläumssendung an diesem Mittwoch ist der angeblich massive Mißbrauch bei Hartz IV. Es fehle vor allem an: Kontrollen.
--- Ende Zitat ---

http://www.faz.net/s/Rub8A25A66CA9514B9892E0074EDE4E5AFA/Doc~ED442C1AFEA4848D2B12ED56FA3C0F367~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Ocean:
Ich sage nur, dass ist "Notwehr".

Kater:
Presseecho und arbeitsrechtliche Konsequenzen  :(


--- Zitat ---Berater raten zum Betrug
Reporter bekamen als angebliche Hartz-IV-Empfänger Tipps, wie der Staat geschädigt werden kann
Marlies Emmerich

In allen Fällen hatten sich die Reporter als ein Paar ausgegeben - die Frau mit festem Job, der Partner als Bezieher von Arbeitslosengeld II. Die Berater empfahlen, einen Untermietvertrag zu fingieren oder die Zimmer so herzurichten, dass getrennte Schlafmöglichkeiten simuliert werden. Sonst gebe es keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung. Bei einer angeblichen Erbschaft von 11 000 Euro wurde vorgeschlagen, die Summe auf dem Konto eines Verwandten für die Behörden unbemerkt "zu parken".

Christoph Dahm von der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft "Bequit" entließ die Beschuldigte, die in einem Neuköllner Büro tätig war: "Solche Empfehlungen sind Aufrufe zum Betrug und somit strafbar." Mitarbeiter seiner Gesellschaft, die zahlreiche Arbeitsmarktprojekte betreue, würden normalerweise eingearbeitet und dabei ausdrücklich auf die Gesetzeslage hingewiesen.

Ein weiterer Fall hat in Potsdam zu heftigen Reaktionen geführt. Die Mitarbeiterin im Bürgerbüro des Linken-Politikers Hans-Jürgen Scharfenberg hatte ebenfalls falsche Auskünfte erteilt. Scharfenberg, Linke-Fraktionschef in der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung und Landtagsabgeordneter, hat daraufhin seine Mitarbeiterin ermahnt und aufgefordert, in Zukunft solche Aussagen zu unterlassen. Derartige Hinweise würden nicht mit dem geltenden Recht übereinstimmen. Allerdings ist die Frau, Jana Schulze, zugleich Stadtverordnete und Vizechefin des Sozialausschusses. Deshalb schaltete sich Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ein. Diese Mitarbeiterin sollte mehr Verantwortung für hilfesuchende Bürger zeigen. CDU-Fraktionschef Thomas Lunacek griff die Partei der Linken massiv an: "Die Linke betrügt nicht nur diejenigen, die das Geld erarbeiten, sondern stiehlt es auch denen, die es wirklich brauchen." Scharfenberg müsse für Ordnung in "seinem Laden" sorgen, unterstützte ihn Vize-CDU-Landeschef Sven Petke.

Berlins Grünen-Landeschefin Barbara Oesterheld zeigte sich über die Vorfälle entsetzt: "Falsch ist falsch - egal ob Beratungsstellen wie bei uns durch Spenden finanziert werden oder ob staatliche Fördermittel dafür fließen." Die Politikerin hat das von einem Ehrenamtlichen geführte Beratungsbüro der Partei sofort geschlossen. Das Testpaar hat allerdings auch eine Stelle gefunden, die Wert auf wahrheitsgemäßes Ausfüllen von Anträgen legt - ein von der Bundesagentur für Arbeit betriebenes Büro.

Olaf Möller, Sprecher der regionalen Arbeitsagentur, verurteilte die Tipps als eine "offensichtliche Rechtsbeugung". Ohnehin könnten nur Jobcenter und Agenturen rechtsverbindliche Auskünfte geben. Als ein Problem bezeichnete Möller die vielen Arbeitsloseninitiativen, die selbstständig bei Parteien oder Organisationen wirken würden. Manche erhielten für die Dienstleistungen Geld von den Jobcentern. Diese könnten aber den juristischen Sachverstand nicht kontrollieren. Außerdem ließe sich nicht prüfen, ob die dort eingesetzten Berater "mit beiden Beinen auf dem Boden des Gesetzes stehen".

Bei der Neuköllner Beratungsstelle von "Bequit" handelt sich um eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM), die das Land Berlin und das Jobcenter gemeinsam tragen. Die Gesellschaft erhält für vier Beratungseinrichtungen im Bezirk Förderungen aus ganz verschiedenen Töpfen, aus denen zwölf Berater bezahlt werden. Scharfenbergs Büro finanziert sich wiederum über seine Partei im Parlament. Anja Wollny, Sprecherin von Arbeitssenatorin Heidi Knake-Werner (Linke), kündigte an, dass ihre Behörde sich den Neuköllner Fall ansehen wolle, weil es dabei um Landesmittel gehe. Die Senatorin selbst wollte sich zu dem Fernsehbericht am Freitag nicht äußern.
--- Ende Zitat ---

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/718377.html

UnchainedRage:

--- Zitat --- (obiger link)
Als ein Problem bezeichnete Möller die vielen Arbeitsloseninitiativen, die selbstständig bei Parteien oder Organisationen wirken würden. Manche erhielten für die Dienstleistungen Geld von den Jobcentern. Diese könnten aber den juristischen Sachverstand nicht kontrollieren. Außerdem ließe sich nicht prüfen, ob die dort eingesetzten Berater "mit beiden Beinen auf dem Boden des Gesetzes stehen"

--- Ende Zitat ---

 :aggressiv>



die mitarbeiter der arbeitsloseninitiativen die "gesetzesbruch" als legitimes mittel ansehen haben meine vollste zustimmung

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